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iw sie ohne memo Schuld Derknvn gegangen märe, Anspruch auf mein: Hose, nicht auf eine Geldentschädigimg hätte, die mir nichts nützen könnte.
Go kam M heftigen stritten. Ter Leiter des gvotzen Garderobengeschüfts, der sich in eigener Person an ihm beteiligte, Fab. mir den sich sehr einfach aichoimiden Rat, mir einen Bezngs- sck'^-in zn besorgen, dann würde er mir gern eine neue Hose an- ferugen. Ta ich oder mehr .als tfoei besah, muhte er selber Sieben, bafe die Angelegenheit unter den obwaltenden Umständen nicht lehr aussichtsv-oll wäre.
Arm kam. was das viel Schlimmere voar, die Sache an die Jungen. Gin innger Rechtsan)»tilt, der mir befreundet lvar, sprach seine Ansicht aus: Ter Schneider l>rb: mir die- durch ihn ab- hairdei, gebammene Hose irr irgendeiner Gestalt wiederzusckfaffen. ^,as inachte mir 9)hit. Aber der Erfolg vxrr, daß das Gericht meine Ansprüche mis eine Hose abwies und ich statt ihrer eine Kosten-Neckmrng erhielt, die den Wert der eimnal gekauften Hose um das Pier suche nberscliritt.
Um mich doch irgendwie schadlos zu halten, inachte ich nun weine Anspruch: aus Gelderttschädigimg geltend.
Aber soft>rt kam es zu neuen Ms Helligkeiten. Tenn die Färberei erklärte, nur eineir ganz geringen Ersatz leisten zu wollen, da die .Hose in stark beschädigtem, ja unbrauchbarem Zustand zu ihr gelangt wäre. Uub als ich höher fordern ivollte, erzählte mir dör Geschäftsleiter zur Warmmg folgende friedliche Geschichte: In d:r schönen Zeit, da man noch 9teilen zu seinem Vergnügen machte, kam in einem vornehmen Seebads knr Hanse einem Herrn der Strohhut fort. Er geriet anher sich und erklärte dem" ihm sofort Ersah bietenden Wirte: es wäre ein kostbares Gefleht gewesm, das den Wert von mindestens 36 Mark gehabt hätte. Zufällig fand sich der Hut einige Tage später wieder und erwies nch als etit ganz gewöhnlicher Hut ohne den geringsten Wert, alt und vertragen. Der Wirt nimmt ihn, häiigt ihn in der grvtzen Tiele des Hauses an einer Stelle auf, an der ihn jeber Gap sehen mutz, und schreibt banintet die Worte: „Tiefer Hui kostet 36 Mark!^
Tie ganze 9tach' sah ich meine in der Färberei wiedergefundenL Me im Schaufenster mit einer noch viel höheren Preisangabe hangen. Und als ich am frühen Morgen sch.veißgebadet erwachte, erklärte xm mich mit allem einve-rstcmden, was man zu zahlen für gut befinden lvürde.
Darauf erhielt ich rvenige Tage später folgende „Wrechnnng mernes Schneiders:
"Don der Färberei Willibald Schläger erhalten Ersah für ein Beinkleid, Einkausspeis . . . Davon abzuziehen für Gebrauch und starke Beschädigung 50 Prozent.
36.00 Mark.
18.00 ,
, bleibt 18,00 Mark.
Rechnung des Garderobengeschästs Berner & Sohn:
Für Reinigung eine? Beinkleides:
Arbeitslohn: 4 Stunden zll je 3 Mark . . 12,00 Mark.
Bare Auslagen an Seife, Benzin usw. . . 3 50
Kriegszufchlaq. 2.00 ''
Gezahlt an die Chemische Reinigungsanstalt Tobias Winckler. 450
Zusammen r 22,00 Mark.
i £ n .It 0 “. tO Mart m mai,
über dessen Empfang hiermit dankend qmttiert wird.
Berner L Sohn.
vermischtes.
* Das „Bluten" der Ma rienkä fe rche n. Die Marienkaferck>en, die sich Übrigens als Feinde der Blattlaus sehr MuH VEgen, stellen^sich.wie viele andere Insekten bei'plötz- Mer Berührung tot wü lassen bann — gelvissermaßen zu ihrer Verteidigung ^ am Erll>e der Hüften eine gelbe, sckfieimige, übel- ruxlFnde Flüssigkeit austreten. Tie anatomischen Verhältnisse durch die dieses sog. Bluten der Marienkäferck-en ermöglicht wird' wurden nunmehr durck, den Forscher Tr. K. G. Lutz festgestellt' Wie die RaturwmensLftlich: Zellschrift hierüber mllteilt besitzt das Kniegelenk des Manenkafercheiis äußerst elastische Gelenk- hawe, drc aus,Zellulose bestehen und die Oeffmmg des^Schenkel^ bovt, wo die Lehne des Streckmuskels sichtbar wird, verschliefen Bel genmker Betrachtung ernennt man, daß sich in der äußeren dieser Gel enthäute eine Spaltung befindet. Wenn mm der Marien! kSfer .ich totstellt, ,o preßt er durch die dabei erfolgende starke Afammenziehung der Hmterleibsegmente das Blut in die Beine T«r teste Verschluß zwischen Schenkel und Sehne wird durch die starke Beugung der Beinschiene gelockert, die Ähiene dringt — wie die Slrnaeemes Messers in das Heft - zwischen die beiden Zanten des Schenkels, und das „Blut" tritt durch die Spalte der Gelenk harrt aus dem Kniegelenk hervor. Um den Vorgang des Blutens zu erlnchtern, suchen die Käserchen beim Totstellen die iöeurginq .der Lchene \o viel wie möglich zu verstärken. Das Blut oer Marienrüferchen dient ihnen zum erfolgreichen Schutz gegen zohrr."ick.e Ferno.' ''>nd ie Spinnen, Eidech'en und auch
größere Lau ft ater werden dadurch m Mbührender Entfermm, S^ten, da , die Flüssigkeit auf sie eine abstoßende Wirkung zu haben scheutt.
„ . *r % can . I ?Jis Ä5 ..Re chtsp^echung. Eines der jüngsten Urteile französischer Richter setzte selbst das an mancherlei lieber-, raschnngen gewöhitte Publikum der Pariser Boulevardpresse in Er stammen. Ta es als eines der bezeichnendsten Beispiele für die merkwürdige ffrschtsauffassung der französischen Richter m der Gegennmrt betvach,tet werden kann, verdient der Tatbestand kurze Erwähmmg. Ein Kanonier, so erzählt L'Oeuvre. hatte in einem Zug eine junge, Frau Semren geleritt und chc sein Leid geklagt. Lr ^Zahlte, ba« et Mjt^ verlassen in der Weit fei, daß niemand chm schreibe, memarö chm Liebesgaben sende. Darauf erklärt« die mitleidige innge Frau sofort, daß sie von nun ab als ^s kneg Ap-atm" sttr den armen Kanonier sorgen wolle. Ws der Kanonier seinen ersten Urlaub nach dieser Abmachung erhielt, luchte er natürlich sofort die Krieaspatrn aus. Er dankte ihr aber mcht für die F'eldPostpakete, sondern forderte vielmehr tn schroffem Ton die sofortige Hergäbe eurer größeren Geldsumme. Als die sunge Frau, b«,reiflicherweise erstaunt, zögerte, fügte der tapfere Kneaer kurz und biftibig hlrZn: J&nai ich das Geld mcht erhalte, ersteche ich dich aus der stelle!" Darauf eilte die Krregspatm von Entsetzen erfaßt, zum Fenster, stürzte sich hin- unter rmd starb an den Verletzungen. Der Kanonier wurde min ement Kriegsgericht vorgeführt, and allgemein sah man der Ver° Handlung mit größter Spannung entgegen. Diese Spannung wurde auch befriedigt: Tie Rülfter stellten fest, daß der Kanonier sich im FZde als ausg^eichnetcr Kämpfer bewährt habe und daß daher eine Gefangmshaft von 2 Monaten als genügende Buße zu betrachten fet! . . .
vücherlisch.
Pfeffer: Meine Erlebnisse in rnsst.
scher Ae fangeNscha ft und Flucht von der Mn rNia n-
^,hn 19 1 5/16. Selbstverlag. — Eine jener Schilderungen per-
MMbn uni> Dar-
fteuwng stets faselnd sind. Mffers Erlebnisse sind reichMtiaer. als man glauben könnte, und seine Flucht durch die finnländischcti Stmipfe pt ern großes Wagestück. Sehr interessant sind auch die Beschreibnngen der russifchen Verhältnisse in Lazaretten und Ge fangenenlagern so daß das Buch jedem.' emp^dTen werden kann. Pfeffer ist Oberh^se und gehört dem hiesigen Ersatz-Bataillon an.
~ v'orit -Lchöttler: Plaudereien in Gvau und Man Etnbandzerchnmig^von Erich Hoffmeister. Kartoniert 2,50 4Rark ^]°Sr ^ L. Ltaacknann in Leipzig. Der Verfasser der . rst «uch als Soldat und Matrose das geblielxm, was er war: em LebenSkttnstler, der allen Ereignissen die köstlichsten Seiten abzugewinnen weitz. Wer sein Buch liest, wird sioh: weck mit Len Mgen schw lernt wird glücklich. Mitten im Wckffengeklirr wnß schottler noch von schöneii Fra-nen, von Webe und Tvompeten-
Kognak und hunderterlei mehr zu plaudern Und wie zu plaudern! In ein paar Zeilen gibt er einen öin tiefem Krchjdenken reizt: mit ein paar Erichen, zeMret er dre merkwürdigsten Menschen. Solche Plaudereien sind selten, sie nehmen in .der deutschen Literatur mnen ganz besonderen Platz ein und werden unabhängig von den Zetterergnislen zu den Lieblingsbüchern aller Gebildete gchöreiu . ^.?erthold Auerbach: Der Blitzschlosser von Witterr- ber«'mit Zeichnungen von Adolf Menzel. Nr. 32 der Weltlitera^r & t°Ä von 10 Pfg. eine der besten Novellen'
brrnM. Die Hefte sind in allen Buchhandlungen ritm Versand ins Feld. Verlag der Wellliteratur. MitnckMi 2 , Farbergvaben 24.
Gchri'tleUung: Fr. R. Zenz. — ZkvlslingSrunddruck und Verlas der
Zifferblatträtsel.
I II III IV V VI VII VIII ix x XI XII
» * 2 ln A?A ßrr B b t r CT 3 i r ffC r rn xT bc ?.3 iffcrbraüc5 einer Uhr sind die Buch, staben B, EE, LL, N, RR, T derart zu sehen, daß die feiger bei ihrer Umdrehung Wörter von folgender Bedeiltung berlchren: 1—3 Erfrischungsrauni.
1—4 Haarwuchs.
1—5 alte Waffe und Teil des Wals.
1 — 6 männlicher Vorname.
2— 3 Maß
4—7 sagenhafter Volksheld.
4—9 Gesäß,
b — 8 Riaß.
5 — S Banm.
6 — 11 weiblicher Vorname.
10—1 Nebenfluß der Donau.
12 naturwissenschaftliche Bezeichnung.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auslösung deS Silbenversteckrätfels in voriger Nummer.
Mit großen Herren ist nicht gut Kirschen effen.
ühl'sche». Universitäts-Luch, und Steindruckerei. R. Lange, Gießet


