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so herrlich und erhebend und beseligend ist aber auch der Geist unserer Heere. Wenn Sie nur ein einziges Mal dabei sein könnten, wenn vor oder nach der Schlacht der deutsche Geist aus allen Augen strahlt und alle Hände zum Gebet faltet, Sie würden Freudentränen vergießen wie ich und würden Mir zurufen: O Heimat, o Vaterland dir leb' ich und dir sterb' ich!"

Gibt es einen Zufall?" fragte Ruth auch endlich Frau Ulrich, der, sie die Karte zu lesen gab.Ist es nichts als ein bloßes,' dummes Zusammentreffen von allerhand Alltäg­lichem, was diese Begegnung zwischen Therese und Hermann herbeigeführt. hat?"

Min, mein Kind, so ist es nicht. Wenn Sie so alt sein werden wie ich, werden Sie die Hand des Schicksals, also Gottes Hand, überall erkennen. Aber ich freue mich für Sie, Kleine! Nun wissen wir doch, daß Kürow lebt, und un­gefähr auch, wo er ist."

Ruth hatte Tränen in den Augen.

Warum schreibt er nicht?" rief sie aus.Es ist doch nicl)t möglich, daß er um unseres kleinen Streites willen nun wirklich gar nichts mehr von mir wissen will!"

Nein, das ist unmöglich. Er hätte Sie ja nie geliebt, wenn es so wäre. Männer sind trotzig, Ruth, und ich fürchte, er hält umgekehrt Sie für lieblos und vielleicht abtrünnig."

Wieso? Dazu habe ich ihm doch keine Veranlassung gegeben."

Ach, Kindchen, wenn man uns immer nur zürnte, nachdem wir wirkliche Veranlassung gegeben haben, dann stünde es besser um Frieden und Eintracht in der Well. Es ist die Eifersucht, die so viel Zwietracht und Mißtrauen sät. Kürow denkt vielleicht, daß Sie ihm längst hätten ein gutes Wort sagen können, da er doch in tausend Gefahren steckt und man keinen Augenblick wissen kann, ob er noch lebt."

Ich konnte ihm doch nicht schreiben! Kann es ja noch retzt nicht! Weiß ich denn, zu welcher Truppe er gehört? Nichts, gar nichts von alledem weiß ich."

Nun, da wir aber jetzt Thereses Adresse haben, kann ste ledenfalls eine Zeile an Kürow befördern. Ich schlage vor, Sie schreiben gleich . .

Ruth erhob mit trauriger Abwehr ihre Hand. r ."^llle meine Gedanken," sagte sie weich,sind immer bel ihm. Aber ich kann nicht zum zweiten Male schreiben. Mm, das kann ich nicht! Denn er war es, der fortging und der keine Nachricht gab."

Zum zweiten Male, sagen Sie? Haben Sie denn schon einmal geschrieben?"

. -,3a, am nächsten Morgen, nachdem er hier war, habe

ick) ihm geschrieben. Natürlich nach Pankow, wo er vorher

- Es mag sein, daß ihn der Brief nicht mehr erreicht hat, daß er schneller fort mußte, als er selbst annahm. Aber nmr kann ich nicht noch einen Brief hinterherschicken. Ich hatte ihm so lieb und nachgiebig geschrieben!"

Frau Ulrich zog sie an ihre Brust.

Armes Kleines!" murmelte sie warm.Muß solchen

nicht^wahc?" 6n ® te bkmbC ® V ° m ftngt Qax E mehr,

Ruth nahm sich zusammen und lächelte zu ihrer gütigen Herrin" empor.

^ fböse," bat sie,ich habe mich ge-

a$L flc ^ c . n lassen und gar nicht mehr daran gedacht, daß ich hier bin, um Sie zu erheitern."

Erheitern? Rein, das wollte ich gar nicht, so war es mch)t flentemt. Erstens bin ich ,a in der Regel selbst ganz vergnügt, und dann wäre es auch schrecklich, wollte man von einem lungen Blut verlangen, daß es sich ganz vergessen und immer nur an eine alte Vorgesetzte denken soll "

Ruth mußte lachen.

r^MeV?rgzsebte f ^ ^ ^au Ulrich, wenn

^att Haare hätten und ganz gebückt gingen, an-

11 zu haben, dann wären Sie

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^er auch sich und seiner Umgebung das schwer gemacht haben da altert man freilich ' ^4V^ e k n9en ^' 1016 9bt denn, schreibt er denn

,.Nein, im Gegenteil, er schreibt beinah nie. Aber ich

höre ja durch Frau Sebius, daß es ihm ziemlich gut geht. Er ist doch noch böse auf mich, weil ich ihn verlassen habe."

Schön, mag er muckschen! Sie haben ihm doch die Kiste Wein geschickt, die ich Ihnen geben ließ?"

Ja, Frau Ulrich, ich habe es getan. Wie furchtbar gut Sie sind! Ich ich möchte Ihnen gern chnmal etwas sagen."

Das liebliche Gesichtchen war dunkel errötet, und die stahlgrauen Augen sahen ganz schwarz aus, als sie zaghast zu der viel größeren Gestalt der Matrone emporblickte.

Na," machte Frau Ulrich,das klingt ja ganz geheim­nisvoll! Wenn Sie mir etwas sagen wollen, so bedarf es doch dazu keiner Vorbereitung?"

Ruth trat ganz dicht an sie heran und ergriff die große, nur mit den beiden Trauringen geschmückte Hand:

.Ich ich wollte nicht dreist sein, Frau Ulrich. Und ich bin auch sonst nicht gerade überschwenglich. Aber ich wollte Ihnen gern einmal so recht von Herzen danken. Ich bin so glücklich bei Ihnen!"

Na, das freut mich riesig, Ruthchen. Aber Sie tun ja auch alles, was ich nur irgend von Ihnen erwartet habe. Sie sind mir in der kurzen Zeit so lieb geworden wie eine Tochter."

Und Sie mir wie eine Mutter! Das ist es gerade, was uh sagen wollte. Ich war ja noch so klein, als meine Mutter starb und hübe hinterher immer nur meinen Vater zum Lieb­haben gehabt. Sie aber sind so schrecklich gut! So bis in alle Wurzeln gut! Ich möchte immer nur bei Ihnen bleiben."

Frau Ulrich wußte, daß der rote Mund die ehrlichste Wahrheit sprach. Und sie nahm den schmalen Kopf zwischen ihre Hände und küßte die reine Stirn.

Mein liebes Kind!" murmelte sie bewegt.Von heute ab nenne ich dich du. Und du wirst späterTante" zu mir sagen, ich weiß nur, daß das einige Gewöhnung kosten wird. - Was übrigens das Jmmerbeimirbleiben betrifft, so wird dazu doch dein künftiger Gatte ein Wörtchen mitzusagen haben. Aber vorläufig bist du ja noch frei, und wir wollen weiter zufrieden miteinander sein, nicht wahr?"

Ruth rollten ein paar Tränen über die weichen Wangen, doch lächelte sie dabei zuversichtlich. Und dann holte sie ihre Strickarbeit, setzte sich an ihren gewohnten Platz im Blumen­zimmer und begann ganz leise zu trillern.

Sie wollte nicht ganz verlernen, dieDrossel" zu sein. Mochte doch der große, blonde Kürow sich totschießen lassen, sie würde es nicht einmal erfahren. Ja war er trotzig, so war sie es noch mehr. Das hatte sie immer gemeint, daßauf einen Schelmen anderthalbe" gehörten! Und übrigens schien heute die Sonne auf den schon gefalle­nen Schnee herunter, und bei Sonnenschein sang es sich ganz von selbst.

So saß sie tirilierend und strickend neben den Palmen, und der bunte Papagei saß mit schiefem Kopfe aufhorchend dabei, und Frau Ulrich kam leise herzu und ließ sich au« ihrem angestammten Blumenplatz nieder.

(Fortsetzung folgt.)

Monte piano.

Von Egid von Filet.

Mali merkte kaum >ettvas Besonderes an dein lveißen Hokel-, gebäude, wenn inan von der Höhe der befestigten Stellung die lumpigen tausend Meter hinabsah: kleine winzige Häuschen, wie aus der Lopielzeugschachchel, flimnrerten im Sonnenlicht, Wege schlängelten sich durch das Tal, und neben der Brücke, die i'tber den schäumenden Bach führte, dehnte sich dar 'Tennisplatz mit, seinen: grünen Gitterwerk. Durch das Trreder sah die Sache allere dings ganz anders aus. Ta.-erkannte man, daß die Granaten in die weiß schimmernden Wände furchtbare Löcher gerissen hatten daß der dicke Fahnenmast in der.Mitte durchgeknickt )mv wie ein Zahn- swcher und die eisernen -Stangen des Tennisplatzes sich oiuf= bäumten wn wahnsinnige Schlangen.

Der Tenente Giuseppe Trentini blickte von seinem kngel- sicheren Unterstmrd ans sehr oft.mit dem Trieder irach dem Hotel und versank dann immer in schwermütige Gedanken. Zeit genug hatte er dazu. i

Seine Aufgabe war, mit dreihundert.Mann und zwei Ma° schrnengcwchren eineri Felsensteig $u halten, der vom Misnrinasee über den Lol dell' Angelo -auf die südliche Hänge des Mont« piarw führte. Ter Kamps hatte.meist auf der Westseite des Berges stattgesiunden; darum hieß es hier bloß wachsanr sein, daß einem die Austriacr nicht in den Rücken fielen. Uebrrgens war der Späh, herbst da, die Nächte empfindlich kalt, Freund und Feind müde der Mutter stand vor der Tür, der ziveite Kriegswiicker für den Tenente, der dritte .für die Oesterreicher diavole'