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Vermischtes.

* D a K Ende der Wanb erzigeun e r. Schon vor län­gerer Zeit meldete eine kurze Nachricht aus Ungarn, daß etneiN Ueberbleibsel ans romantischen Tagen, das ganz unzeitgemäß mitten in Europa noch sein Wesen trieb, ein Ende bereitet tverden soll: die ungarische Regierung, durch die Kriegsverhältnisse in einem bereits gesagten Entschluß bestärkt, erklärte sich für die Mschaffung des Wanderlebens der Zigeuner. Der Plan tmb die Mittel zur Durchführung des bereits begonnenen Unternehmens iv-erden nnnnrehr in der Zeitschrift für die gesamte Strafrechts- Wissenschaft in den wichtigsten Punkten auseinandergesetzt. Es handelt sich unr eine regelrechte Kolonisation der Zigeuner, deren Karawanen von Organen der Proviuzbehöroen angehalten wurden, wo immer miau sie traf. Die Mitglieder der Wandergesellschaften werden nach ihrerr Zuständigkettsgemeinden gebracht; falls ihre Zuständigkeit sich jedoch nicht feststellen lägt, kommen sie nach Meu Gemeinden, an welchen sie sich zuletzt am längsten aufhielten. Sie werden hier einquartiert. Die Verwaltung ihres Vermögens wird von der Ansiedelungsbehörde übernommen. Das aus Wagen, Pferden, Waffen usw. bestehende bewegliche Vermögen wird auf amtlichen Wege verlauft, die erzielte Summe ebenfalls zugunsten des Eigentümers vermaltet. Das Geld dient in erster Linie zum .Aufbau dauernder Wohnsitze, zur Besck-asfuug laudtvirtichaftlicher Geräte usw. Falls eine Zigeunerfamilie sich als besitzlos erweist, werden die Kosten des Wohnhauses vom Staate getragen, nach 10 Jahren wird das Grundstück auf den Rainen des Angesiedeltcn oder seines Rechtsnachfolgers als Eigentum grundbuchamtlich über­schrieben. Den neuen Rechten und dem Schutz, den die Zigeuner auf diese Weise geniesten, stehen natürlich auch die Pflichten des! ordentlichen Staatsbürgers gegenüber. Die kolonisierten Zigeuner baden sich den Musterungsbesttmmuugen zu unterwerfen, und die Kinder sind schulpflichtig. 10 Jahre nach Gründung der Kolonien wird die Vormundschaft der Gemeinde über die Bewohner aufge­hoben, womit auch amtlich die Erinnerung an ihr einstigesZi- geunertum" gelöscht ist.

* Trockenei. Die Länder, die Eier in großem Maststabe ausführen, verschicken die Eier im ganzen in schiffen mit Kühl- anlagcn, und die Folge ist, daß das Empfangsland sie teuer be­zahlen must, Und zudem viele in verdorbenem Zustande ankommen. Diese Uebelstände sind, so berichtet derPrometheus", zu ver­meiden, wenn utan nicht frische Eier, sondernTrockenei" ver­schickt, wie es die Chinesen, übrigens mit deutschen Einrichtungen, schon zu tun .pflegen. Bei einem Ei von 60 Gramm Gewicht kommen auf das Eiweis etwa 30 Gramm, auf das Eigelb 22 Granlm, auf die Schale 8 Gramm!; dabei enthält das Eiweis 86 vom Hundert Wasser, das Eigelb 37 vom Hundert. Das Trockenei dagegen enthält etwa 4,2 Gramin Eiweis und 7,2 Gramm Eigelb; diele 11,4 Gramm bilden den verwendbaren Teil des Eies, während die übrigen 46,6 Gramm nutzlos mitbesördert werden. Das Herstellen Von Trockenei ist nun verhältnismäßig einfach; man kann Ei'weist und Eigelb zusammen oder getrennt trocknen, und Unter günstigen Bringungen kann dies sogar an der Luft geschehen. Ties dauert allerdings mehrere Tage und es besteht habet die Gefahr der Verunreinigung, namentlich durch Kleinlebewesen. Das Verfahren echtes Berliner Geschäftshauses, das sich der Trocknung im luftverdünnten Raum bedient, vermeidet dies; der Eierbrei gelangt zwischen zwei Trommeln, die durch Dampf gehetzt werden; da diese Trommeln sich im lnftoerdüuutm Iianute befinden, verdarupft der Wassergehalt in ijucmocn Sekunden, ohue dast es einer starken Erwärmung bätürfte. Tie trockene Masse wird dann durch Schabemesser von den Trommeln eut- fcrnt und ür Blechjbüchftn verlötet, so dast eur Verderben ausge­schlossen ist und der denkbar kleinste Raum eingenommen wird.

(Aus der Zeitung der 10. Armee.)

V . * ß' \ 11 k i* & n ^ en> Fahrgast (ängstlich): Wir fahren ja heute furchtbar schnell, Mm das bloß keilt Unglück gibt!" Ein4 heimlicher (beruhigend):O, das ntacht nix, wie fahren nur mit dem Wrnd. , H S.

VLchertisch.

Puul Schulze-Berghof, Neuland der Kunst und Kultur. Verlegt bei Erich Matthes in Leipzig, 1916, 342 Seiten Preis 5 Mk. Eins Fülle tunstkritischer und kimstpolitischer Ge^ dcnneu zur Dichtung und literarischen Kultur ttnserer Zeit sind hier unter etnheitlicheit Gesichitspunkten zit eiitem sehr lesenswerten Bande vereinigt worden, Gedanken und Meinungen, die aufs stätkite zum Mttdenken anregen, maa mart nun zuslimmen oder ab­lehnen Beides wird dem eine nahe geistige Verwandtschaft mit Rembrandt als Erzieher" verratenden Werke (das man in eine Richtung einzuordnen hat, für die man den NamenGermautik" oderGermanische Moderne" erfunden hat) irr hohem Grade oeichtwen setn, mettn es die gehörige Boachttmg findet. Es ist, wemgstens tn rlmfang reichten Teilen, ansgesprvchenermasten eilt e Mmpfschrtft. Der Verfasser glaubt aus verheißungsvollen An­fängen das Erwachen einer germanisch-dichterischen Monvuteutal- k tunst erhoffen zu können, setzt sich mtt Wärme und Geschick für die »

Dramatik Otto Borngräbers und die Lyrik Theodor Sufes ein rmd strecket im Namen des intttttiven dichterischen Gefühls, dem er entscheidende Bedeutung zumißt, gegen die ausschließlichg Barschaft eines vermeintlich gefühlsarmett Jntollektttalismus fraw. zostscher Herkunft in der modernen deutschen Dichtung. Dabet fallen beisprelswerse Lissauers vielgelesene Sammlung1813" und HauptmannsBogen des Odysseus" einer vernichtenden Kritik zum Opfer. Der Charakter des Buches ist bewußt einseitige wir wundern uns deshalb nicht, wenn wir neben mancher lite^ rarrschen Tagesgröste auch, Ricarda Huch und Spitteler an dett Pranger des Jntellekenalismus gestellt sehen, ivogegen doch jveingstens un Vor beigehet t protestiert tverden soll. Monumentalität m , der Bühnenkunst endlich fittdet Schulze-Berghof weder bet Reinhardt, noch bei Hagemann, foitbmt am chesteir in der un­scheinbareren Hamburger Tätigkeit Alfred v. Bergers. Den Schluß des auf alle Fälle geistreichen und .nicht getoöbnlichen Buches­in dem übrigens nicht mit uubewiesenen Behauptungen gearbeitet, sondern. verftM.wird, das Gesagte ztl veranschaulichen, bilden Vorschläge zu einer zweckdienlichen Gestaltung ftaotsmännischer Kunst Politik. Ein Beispiel: Der alte Gedanke derGelehrten- republtt", der sich gerade heute auch anderswo in nwdernem Ge- ^vande wieder findet, hat ivohl zu der Forderung geführt, m einent Netchskultttrvat, dem Landes-, Provinz- und sogar Orts(?)gruppen beizugeben wären, eine oberste Instanz (Zensur) für literarische iymgett zu schaffen. Es liegt nahe, hier an die Behandlung zu erinnern, die Klopstock bei beitzuständigen Behörden", das war damals der Wiener Kaiserhof, erfahren hat!

Gieße,ier Hattssratten-Berein. Kochanwcisungcn.

K rättte r su PP e. Verschiedene Feldktäuter leie Brennessel- spitzen, Sanerantpser, Scharbock, Lötvenzahttblätter tverden ge- tvaschen, feut gewiegt, dann schwitzt ntan eilten Lössel Mehl in Fett, gibt die gewiegten Kräuter dazu und dämpft sie ein paar Minuten mti Dann stillt nran mit Wasser auf, salzt und läßt die Suppe eine halbe Stunde kochen; gibt, dann rtoch z-vei Brühwürfel und Muskat- nutz dazu.

A r t i s ch o ck e n a n f l a u f. Die Artischocken tverden in heißes Wasser gelegt und lassen sich dann leicht äbschalveu. Sie tverden wie Schtvarzwurzeln geschnitten und in Fett gargedämpst. Datm röstet man Mehl, das man mit Wasser oder Butterwilch glatte rührt, gibt eilt Ei daran und gießt es über die Artischocken. Jede Art Fleischrest, Bratentttnke, kalte, geriebene Kartoffeln, gerie­benen Käse kann man dazwischen geben, dann alles zusanNnkn in eine vorgerichtete Form, mit Reibbrot bestreuen, einige Fettstück­chen darauf legeu und im Ofen braun backen.

Ka r t o f f e l pu dd i n g. Fein würflich geschnittener Speck, in Ermangelung anderes Fett, wird ausgebraten, einige klein-' geschnittene Zwiebeln darin gedäntpft, dazu gibt man 23 Pfund rohe, geriebene Kartoffeln mit der Brühe, einen Löffel Mehl und rührt es einige Zeit über dem Feuer, füllt es dann in eine aus> gestreute Puddingfornr mit festschliestendeuk^ Deckel und kocht den Pudding 4 Sttmden im Wasserbad. Mau gibt gekochtes Obst dazu oder als Abeudessen ein Glas Buttermilch. Will utan die Speise zntn Abendtisch geben, kann man sie morgens bereiten, 2 Stunden kochen und in die Kochkiste stellen.

Kartoffelgemüse mit S'pargeln. Kartoffelgemüse mtt der Hälfte fingerlang geschnitteirer Ss^argeln gentischt ist ein gutes nahrhaftes Gemüse.

Kriegsrätsel.

Das erste übe immeröav,

Im Herzen wohnt es hell und klar.

Das Zweit' ist wichtig dem Battkier,

Dent Speknlaltten tmd Rentier.

Das dritte schließt tmd Trost getvahrt Es dent, der bat, daß er erhört.

DaS Vierte schwirrt im Zeittlngßivald,

Man ißt's gebraten, warnt und kalt.

Von jedent streiche Kops und Schwanz,

So zeigt das Rütsellvort sich ganz.

Ich diene ihm, es dient dent Land,

Durch Tapferkeit ist'S allbekannt.

Und seine Ehr' ist meine Ehr'!

Und seine Wehr' ist meine Wehr'!

Und bin ich frei vom Militär,

Ritt Sieb' und Stolz gedenk ich sein,

Bis man mich legt ins Grab hinein.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Zi

Auslösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: DaS Recht zur Seite Hilst im Streite.

Echri-ticitlmg: Fr. R. Ze»z.-Z>villingsrm>ddruck und Verla, der Arühl'Ichcn UniversttätL-Buch-und Sleiadruck-rei. R. Lanze.'Gi-beiü