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die Hosen stramm und hieb wohl nach Kräften; aber bei jeden: Schlag hat mir das Herz im Leibe gelacht, daß ich so einen Jungen Hab'."

Er schwieg, das Haupt gesenkt, die Brauen in Schmers und Haß zusammengezogen. Die Faust, die auf dem Tisch lag, zuckte; man sah, wie die Muskeln schwollen. Juschn, der Krüppel, hatte sich immer tiefer auf die Arbeit gebeugt, seine Finger flogen fast vor Uebereifer. Die schmale Brust zusammengedrückt, die Wangen jetzt wieder etwas rot, saß er da und flocht. Dann krachte der derbe Tisch unter einem wilden Faustschlag. Michael Laskowicz, der Schmied, er­hob sich.

Hopla, Freundchen, und jetzt?" rief er noch einmal, während ein finsterer Blick zu seinen: Sohne hinüberflog, jetzt Hab' ich einen kranken Schwächling, der Körbe flicht, dem die Hämmer zu schwer sind, der Tag und Nacht sinniert! Und alles nur deswegen, deswegen!"

Er hob beide Fäuste und schüttelte sie drohend nach der Richtung, in der das Schloß lag. Dann wischte er mit dem Arm über die Stirn.

Das böse Blut," murmelte er,es kommt immer wie­der und frißt mich iwch auf."

Brummend schritt er in die Schmiede zurück. Aber er fing nicht gleich an zu arbeiten; er stützte sich auf einen der schweren Vorschlagshämmer.

Es war sein Groll die ganzen Jahre lang. Er konnte es nicht verwinden, daß gerade sein Sohn der Dorfkrüppel sein sollte, daß gerade er, der starke Michael Laskowicz, solch ein schwachbrüstiges Hühnchen zum Kind besaß. Daß Juschn

S lahmte, war ein Unglück, aber er hätte sich damit ausgesöhnt, te dem Baron vielleicht langsam verziehen. Ein lahmer mied war immer noch besser als gar keiner, urrd der Arm war :n der Schmiede nötiger als das Bein.

Was ihm jedoch gar nicht in den Kopf wollte, das war die langsame Wandlung, die mit seinem Buben vorgegangen war Da versagte seine Weisheit vollständig. Wo war die Kraft und Wildheit und fröhliche Frische geblieben? Sie steckte doch Nicht im Bein! Uiid trotzdem war nach dem Un- atück ganz allmählich der Juschu ein anderer geworden. Ob das lange, einsame Liegen im Bett schuld war, ob was an­deres er verstand es nicht. Zuerst dachte er: Wenn der SV 1 !?? cr ft wieder gesund ist! Aber er ward gesund, und doch blieb s die alte Geschichte, ja, es ward nur noch schlimmer. m ^^bnttvickelte sich dieses Sinnieren in Juschu, dieses Borsichhintraumen. Fe stärker es ward, um so mehr suchte der Bursch die Einsamkeit, am so weniger nahm er Anteil an allem. Nur sein Körper lebte hier gleichsam in der Schmiede, sein Geist war anderswo. Wo, das wußte selbst k^^^^Bater nicht. Vielleicht hätte Michael Las- die Achseln auch darüber gezuckt. Doch als persön- Uche Beleidigung faßte er es auf, daß Juschn mit der steit !^?^?burger, daß sein Gesicht immer blasser und

J& e - r ' Körper immer schmaler waro. Die

Traume schienen ihn aufzuzehren.

Die Leute haben lose Mäuler," sagte Michael & iz* Är U ^ l0fe ^ äuTer ^den viel. Der Teufel^weiß. ob mV"** T teri1 ' ^ 0 'Mi' meinem Einzigen das Essen

r öemiffe dumpfe Groll und die

fie i e * 0 Ä l Ä nb !\ 9e9e !!. dieses langsame Hin- stechen. In Blick und Wort kam dieser Groll oft aenua

MN Stuäbnitf. Und doch lebte in Michael Laskowicz^ eine tappisch-dlnmpe und tiefe Zärtlichkeit für den Sohn L; HL M ansdrücken konnte, mit der er sich abquälte' We r/i s !tu ^ em Dieb, nach außen schlich K stand noch immer auf den Hammer aestüüt neb?n

r vr a§ Snbc ?mer schweren Gedanken war doch triimer das gleiche: er verstand die Wandlung in Juschu nicht

L den: Unglück war sie langsam h-?vorgetreten und ffÄ"' r$°r mx bas Unglück, war der Baron daran SH"; autf) heut'. Und wie jedesmal packte er in

wider Wut dann den schweren Hammer fester schwana ibn 'bn herabsausen, daß er mit aller Ge-

dem' w K ' i°.. a V b" nItc Baron Graßnick lag' auf dem Amboß, und er dürfte eine Viertelstrinde zuschlagen. '

cu / e J K Drost, seine Wonne, das gab ihm das

Kl fTpVi'* Schläge hörte dasganzeDorf Auch .^osef Laskowicz horte ;re nebenan. Er erkannte dir Vaters daraus. Und jetzt stvrien tte ibn Urstchlustig blickte er uniher. Die Sonne war voller in bie ütknster gekommen: selbst der Lehmboden erhielt etwas oft

Da ging ein kurzes Leuchten durch Juschus Augen. Er zog »ich warmer an, setzte die Mütze auf und entnahm dem Hand­werkszeug ein Stecheisen. Dann schritt er fast scheu hinaus.

Er iah nicht rechts, nicht links. Als er von der Chaussee avvog noch vor dem Schlosse hörte er plötzlich eine Stimme, die ihn aufschauen ließ.

Wart' ein Weilchen, Sohn deines Vaters, die Nation hat langer gewartet und kommt auch zurecht. Herrlich steht Jahren " ^ Hebda war ihr Prophet schon vor dreißig

<. * ®cm Dilles, seltsames Mäimchen packte ihn vorn am dicken Mantel. Es war Jaii Hebda, früher Schulmeister, aber wegen seiner maßlosen revolutionären Agitation von der Re- gierung abgesetzt. Seitdem lebte er in Nasgora und den: be­nachbarten Schuldorf, wie es ihm gerade paßte. In beiden Dörfern hatte er Unterkunft in einer elenden Baracke. Er kannte einige Kräuter und erteilte ärztlichen Rat; daneben war er Winkeladvokat, Schreiber, Privatlehrer, der für ein Mittagessen den Kindern eine Nachhilfestunde gab oder den Bauern die Zeitung vorlas. Auch half er wohl inal bei dev Obsternte und den leichteren Gartenarbeiten. Damit fristete er ganz gemächlich sein Leben.

.Was guckst du mich an, Josef Laskowicz!" krächzte er fetzt weiter und schüttelte den Kopf. Die weiße Konfederatka mit der schwarzen Pelzverbrümung saß putzig genug auf dem laugen, ungeschnittenen Haar.Was meinst du zur Welt? Was sagst du, wie die Flammen lodern?"

Juschu schüttelte den Kopf.

Euch nicht, Jan Hebda. Wo lodern die Flammen. Ich kenn nicht viel voil dem, was vorgeht."

Das kleine, behende Mäiinchen pendelte förmlich hin und her und sprang elastisch wie ein Tänzer trotz seiner 55 Jahre, vor Juschu aus und nieder.

twit M a! A ie ^f am ^ W am «anzen Himmel, so wert er ist, mrd dieser hier ,ieht sie nicht. Und der Scnscnl-

acht durch die Welt - hu. wie schneidet der Stahl ^ "Ä.^aube miteinander! Das rauscht Tag und Nacht, und das fallt und fällt und du hörst es nicht >" Er riß ein Zeitungsblatt ans der Tasche, denDziennik Poznans!: , und fuchtelte damit in der Luft herum.

skowrcz, die Freiheit ist so. alt wie die Welt und inng wie diese Stunde. Wlenn sie ihr Banner entrollt w 0^1 er ft im nicht? Und das Banner flattert neu sttzt für Polen und ruft dich. Warum stehst du noch hier?

der^ind stchME" diad. anstatt drüben den zu gehen.

H°nd1Lde^ *° 8 bliche Gesicht. Seine

nMrt meinem Fuß?" fragte er nur.

Jan Hebda schlug sich vor die Stirn.

*>«$ die Welt, gewöhne dich daran, daß die Aehren fallen. Hast recht, Söhnchen Krüvvel brauchen sie nicht. Aber sie brauchen Männer, Männer, lind

so sollen die Krüppel und Greise die Weiber und die Kinder in den Kirchen knien imb beten

EJL i e ^ e0 V @ ? »P 9 * 1830 ' ^ war's 1848, so sows jetzt fern 1863, rm Jahre des Heils, wo die Freiheit aufaebt l, n

^ Hbbda tvar ihr Prophet'"^

Er drehte sich auf dem Absatz. ^ ¥ )

"Holt' nnch nicht auf, Söhnchen, die Zeit ist kurz "

. im war er fort, denn er hatte auf der Chaussee Bauern bemerkt, dem er in kurze,: Sprüngen nacklies Juschu Laskowicz hörte noch sein Heltes, krächzendes ^sen ^ Wart e:n Weilchen, Sohn deines Vaters!"

(Fortsetzung folgt.)

Die hohe Mark im Taunus.*)

" Kamp fvescitigimgen angelegt wur-den, ist nicht zur Gewißheit

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