geduldig aufstand, intt ein Stück am Strand entlang zu wandern, wo die Sterne sich in den Wasserlachen spiegelten. Die schwarzen Umrisse der Hügel zeichneten sich undeutlich gegen den nächtlichen Himmel ad. Der weihe Schaum der Brecher leuchtete aus dem Dunkel und von derLauahina Laß" glitzerte ein Lichtfünkchen. Da entdeckte ich plötzlich dicht vor irreinen Füßem einen Gegenstand, den die Wellen an Land gerollt hatten. Ich hob ihn auf. Es war eine leere Bra n ntwern fla s che.

(Fortsetzung folgt.)

Lin Zliegerkampf.

Bon Wolfgang Martin.

Bit bcm dieser Aagc gemeldeten Heldentods des Fliege» lentnants Mul-er geht uns die nachstehende Sckßtderung zu:

Vor der Lorettohöhe. Wir liegen in Ruhestellung. Es ist Abend: ich stehe unter der Haustür und unterhalte mich mit der Tochter meiner französisck-en Quart ierwirtin. Gerade über dem Tors, kaum tausend Meter l-och, zieht ein englischer Flieger seine Kreise: gelassen erwarten wir den obligaten albend fegen. Unsere Artillerie tyÜt hinauf, natürlich vergebens.

Plötzlich stürzt hoch oben aus einer Wolke ein kleiner Sil­bervogel von der GattungKampffokker" niie ein Falke auf den Engländer herab, schon ist er fünfzig Meter über ihm, lach tack, tack, liämmcrt sein Maschinengewehr. Jetzt erst wird der Brite den Feind gavahr. Sofort gibt er Tiefensteuer, stürzt auf fünfhundert Meter \jrcab, um ou3 dem F^ucr bereich des Gegners zu kommen umsonst, der FokLer stürzt nach.

Ein wahnsinniges Wenden, Steigen, Sichüberstürzen, Derab- Kausen beginnt. Ztvilbevölli'nmg iniü Soldaten eilen aus den Häusern, das. schwindelnde Schrnspicl zu verfolgen. Verzweifelt müht sich der Engländer ab, um ans der Garbe des Teutsck-cn zu kommen, ihn vielleicht in die eigene zu bringen. Alles ver- gebens! Der Fvkker läßt sein Opfer nickst mehr los. Immer hat er den äuHeren Kreis, immer schneidet er dem Rotring den Weg ab, Ivenn er ansbrcchen will, immer knattert sein Maschinen­gewehr. Wir hören die Gesck>osse durch das Gestänge prasseln, hell ans den Motor ainschlagen?

Ta brickst ans dem Hinterteil des Engländers eia,e lange Stichflamme hervor: ter Penzinkessel brennt! Die Weiber und Kinder auf der Straße schreien, weinen, beten und gebärden sich wie wahnsinnig: wir schwenken unsere Mützen:Hurra!" Ter ganze Schwanz des Flugzeugs steht in Rauch und Flammen, trol» dem ergibt der zäl>e Solm Albicn sich nicht. Alle Hockrachtunjrl Längst hat der Fvkker das Feuer eingestellt, nun schraubt er sich wieder hoch und fliegt der Front zu. Steil stürzt der Engl Ln dev jetzt herab: er wird mitten auf die Torfstraße fallen. Ta kaum dreißig Meter hoch, fängt er sich nieder und setzt im Gleitslug völlig brennend hart auf die Wiese. Wir, so schnell uns die Beine tragen, darauf los. Tas wäre uns aber beinahe schlecht bekommen. Auf einmal begann der brennende Apparat zu puffen und zu bullern

*-zischend scktrirrte es uns um die Köpfe: infolge des Feuers

begannen die Mafchinengewiehrpatronen 'zu explodieren. Teufel, wenn der Bornben bei sich hat, müssen sie ja im nächsten Angel» blick krepieren! Und schleunigst nahmen wir in einem freundlicher­weise gerade anwesenden Straßengraben Deckung. Aber da ver­nahmen wir verzweifelte Hilferufe. Das Feuer hatte den Führer­sitz des Farmanapparates ergriffen und die Insassen mühten sich loszukommcn. Dem Führer »vor nicht mehr zu helfen: der Schütze hatte sich abgcschnallt und entstieg, an den Beinen brennend, den» Flugzeug, mackste einen Schritt, taumelte und fiel mitten in die Flammen. Aber jetzt zum Kuckuck mit Bomben und Patronen! Wie der Blitz waren wir dort, packten den Mann und schleiften ihn in den Graben. Er hatte einen Lungen-, Bauch- und Beinschuß und starb uns unter den Händen. Er war höchstens achtzehn Jahr aalt. Der Apparat verbrannte bis auf den rechten Flügel.

Am nächsten Abend meldete der Tagesbericht: Leutnant Mul-er schoß gestern bei Lens sein neuntes Flugzeug ab.

Line Tragödie auf dem Grunde des Meeres?)

Es war der 1. Februar des Jahres 1851, ein trüber, düsterer Tag, düsig. wie ja Ihr Seeleute sagt. Da fuhr derKüstenbrander", wie Bauer sein Boot genannt hatte, hinaus, um in die Tiefe der See zu tauchen und sich aus ihr zu erheben. Ein schweres Bangen ging durch die wenigen, die dem Schiff das Geleite gaben. Blerch, stumm war Bauer, der sowieso pne ein Asket aussah, in sem Boot gestiegen. Er hatte ein Recht bleich zu sein, denn das Schiff war nickt annähernd so gebaut worden,, wie er es beabsichtig- Latte. Man batte geknapst. man wollte nicht so viel Geld auf eine so unsichere Sache riskieren.

,, J? ** OT bei Otto Janke, Berlin, erschienenen Bücher ^U-Deutsck;lands yiM" von Dr. yritz S kowro n nek^

So war er gezwungen gewesen. Um überhaupt bauen zu könNett, schwächer zu bauen, als es nach seiner Berechnung nöttg war. DaS Wasser mußte nicht, aber eS konnte die Platten und Planken seines Schiffes durchbrechen und es brach durch, denn unglücklicherweise! war Bauer gerade noch an die Stelle gegangen, wo die Förde am tiefsten war, 50 Fuß.

Das Wasser drückte allmählich die Planken ein. ES sickerte irr das Boot, strömte ein und überflutete alles. Er Und seine z»vet Begleiter sahen sich einem drei fackln Tod gegenüber: Ersticken, Ertrinken oder von dem Wasser zerdrückt und zermalmt zu werden, Bum Ueberfluß kam noch der schwere Eisenballast infolge der schie­len Lage des Bootes ins Rutsck^n und drohte, die Insassen zu er­schlagen !

^Mörder. Mörder," schrien die beiden Begleiter dem un­glückliches Etrsiuder zu und der eine sprang auf ihn ein, um wahnsinnig vor Aimst und Wut, ihm fern Äldesser ins Herz zu! stoßen. Mit seinem Terzerol, das zum Ueberfluß gar nicht geladen war, hielt Bauer diesen ersten Meuterer unter See von sich ab: .Lasst doch, narrtet dock)," rief er den beiden zu,spürt Ihr nicÄ, wie das Wasser die Luft zusammenpreßt.tvißt Ihr nicht, daß diese Luft unser Gefängnis sprengen und so das Wasser, das uns be­drängt, zu unseren! Befreier werden läßt. Wartet und betet."

Da lallten und stammelten die beiden, die nicht mehr hint- knien konnten, tvcil ihnen daS Wajffer bis über die Brust ging, mit herausquellenden Augen und keuchender Brust ihre Qtebcte. Aber beten allein tat es nicht, man mußte selber noch helfend Man stieß und stteß und stieß, und endlich nach drei gualvottenj Stunden gelang es, die Luke nach außen tu stoßen. In demselben! Augenblick lvurden die drei vom Wirbel erfaßt und schnellten/ empor.

Oben hatte man aus das Auftanchen des II-Bootes anastvoll gelvartet. In einer Viertelstunde wollte es an die Oberfläche zu> rückkehren und nun gingen Viertelstunden und halbe und ganz« Stunden vorüber, eine namenlose Angst faßte alle, und als di« dritte Stunde vorüber loar, da n«r mit ihr ancb die letzte Hoff­nung begraben. Was konnten die zur Rettung herbeigeeilten Boot« noch nützen?

Ratlos stand nran der Katastrophe gegenüber. Schließlich ver­sammelte Professor Christiansen, Bauers Freund, die Boote um sich. Alle die Seeleute und alle, die da versammelt waren, um dem so entsetzlich mißglückten Versuch bcizuwohnen, entblößten ihr Haupt und El/risticrnsen, am Bug seines Bootes stehend, hielt den drei Toten dort in der Tiefe, den Nachruf.

Da mit einemmal ein Glucksen, ein Sprudeln und Schäumen und die von der Druckluft aus dem Boot förmlich Geschossenett tancksten mitten zwischen den Booten auß alle drei lebend, alle drei ivie durch ein Wunder gerettet. Das Boot aber selbst blieb 30 Jahre in der Tiefe noch Kragen und wurde erst als vollständig mit Muscheln und Tang überzogenes Wrack geborgen.

,^Jch will," sagte der Professor, der unter atemlosen Schweigen seine Erzählung bvendet hatte,nicht durch langatmige Ausfüh­rungen ermüden. Interessieren dürfte es Sie aber doch, falls Sie es vergessen haben, daß dieses Wrack hier in Bremen in den neun­ziger Jahren auf einer SchiffahrtsauSstellung gezeigt und späten vom Kaiser angekauft wurde. Jetzt ziert es meines Wissens den Hof des Instituts der Meereskunde in Berlin und sollte von RechtD wegen das Mekka, der Wallfahrtsort, aller unserer U-Bootslcuttr werden."

Unsere Uriegskoft.

Den Blättern für biologische Medizin entnehmen wir die folgende bemerkenswerte Erklärung:

Tie Bolksnahcung in, Kriege sott sein einfach, aber nahrhaft und gesund. Alle verfügbaren Nahrungsmittel sotten in möglichst natürlichem Zustand verwendet werden, nicht durch Künsteleien ent­wertet und verteuert. Trotzdem werden wir im Winter viel Tauer- kost (Konserven) nötig fyaben.

Im Frieden waren wir an eine großstädtische Ernährungsweise mit viel Fleisch, Eiern, Milch. Feinmehl, Zucker und Fett gewöhnt, in Verbindung mit einer sonsttgen verweichlichenden Lebensweise, Jetzt hingegen müssen »vir uns halten an grobes Brot, Grütze, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse, Käse und Obst, mit sehr wenig Fett und Fleisch Diese Kvst, wenn lanasam gegeffen und gut gekaut, ist der Gesundheit durchaus förderlich. Sie verträgt sich aber nicht recht mit unserer bisheriaen Lebensweise, da sie vom Körper sozusagen erst .^erarbeitet" werden muß, wozu ein verstärkter Kraft- und Stoffwechsel gehört. Deshalb erfordert sie eine Veränderung unserer gesamten Lebensweise, nämlich eine stärkere Muskelbetäti- aung, Abhärtung der Haut durch Wasser, Luft und Licht, häutige- Tiefattnen in möglichst reiner Luft. Die meisten Menschen müssen also jetzt umlernen und sich umaewöhnen.

Kleine Kinder gewöhnen sich besonders schnell an eine derbere, pflanzliche Kost, ein Beweis dafür, daß sie durchaus naturgemäß ist. Mit etwas guter Milch, die der gesunde Erwachsene nicht benötigt, gedeihen sie in gesunder Luft und bei guter Pflege meist vorzüglich

Im allgemeinen gilt es also, die Ernährungs- und Lebensweise unserer Voreltern nneder anzunehmen, bei welcher sie auf dem Lande gesund und stark geworden sind. Dabei wird man auch bald heraus- sinden, paß alkoholhaltige Getränke, starker Kaffee urtb viel Tabak leichte^ entbehrt werden können, ohne da^ unser Lebensgenuß im