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der Wcidenschälrinde der durch die unterbundene Einfuhr entstandene Mangel an Bastfasern reichlich ersetzt werden. Bereits feit einigen Monaten lieb die König!. Feldzeugmeisterei Wergersatz aus Weiden­rinde berstellen,, und durch Verspinnen der Weidenfasern mit Baum­wolle ift es auch gelungen, erneu vollwertigen Juteersatz -u ge­winnen. Um zur Bastfaserbereitung weiter verarbeitet zu werden, muß die Weidenschaie völlig lufttrocken fein. Für 109 Kg. solcher lufttrockener Weidenrinde werden 45 Mk. bezahlt. Die Rinde besteht zu 1520 Prozent aus Bastfasermaterial, und bei dem Her- stellunasprozeß läßt sich iibrigenS auch ein wertvoller Gerbstoff als Nebenprodukt geivinnen. Aus den genannten Gründen empfiehlt sich der Weidenanbau namentlich für Kleinbauern, die niedrig ge­legenes und wasserreiches Gelände besitzen. Die Kultur der Korb­weiden verursacht so gut wie gar keine Kosten und wird schon im zweiten Jahre nach Beginn der Anlage rentabel.

* Neue optische Bahnfignale. Eine sinnreiche Ver' besserung im Eisenbahnsignalwesen wurde jüngst in Amerika mst Erfolg ausprobiert. Die bisher gebräuchlichen Signaleinrichtungen bestehen bei Tage aus den an Signalmasten beweglichen Signal­armen, und die verschiedenen Stellungen de» Armes drücken die bestimmten Zeichen aus. Bei Nacht werden Laternen mit ver­schiedenfarbigen Gläsern benützt, wobei die einzelnen Farben den Stellungen des Signalarmes an: Tage entsprechen.^ So gut sich diese auf allen Bahnen üblichen Einrichtungen bewährt haben, so besitzen sie doch ben Fehler, daß durch die Verwendung mehrerer beweglicher Teile immerhin Störungen möglich sind. Die« zu be­seitigen, ist der Zweck der neuer» Signalnrethode, die, rrach einer Besprechung imPrometheus*, bei der arnerikanischen Pennsylvania- Eisenbahn eingeführt rvurde. Es wurden nämlich ans einer elektrisch betriebe,ren Strecke dieser Eisenbahngesellschast die Signalarme und farbigen Laternen völlig beseitigt und für den Tag- sowohl wie auch für den Nachtdienst lediglich durch Lichtsignale ersetzt. Der Einfachheit halber sind die elektrischen Lichter alle von gleicher Farbe, rrnd die Bedeutung wird ihnen durch die verschiedenartige Form der Anordrrung gegeben. So bedeuten z. B. 8 Lichter, in zwei ,vagerechten Reihen zu je 4 übereinander angeordnet, .Halt*; eine wagerechte Lichterreihe und eine mitten darauf stehende senk­rechte zu je 4 Lichtern bedeuten .Freie Fahrt" usw. Das System entspricht ungefähr den in allen Großstädten bekannten Lichtreklamen an Häusergiebeln, bei denen durch verschiedenartige Schaltungen der einzelnen Lampen jedes beliebige Wort oder Zeichen gebildet werden kann. Diese neuen Signaleinrichtungen sind bei Tag und bei Nacht auf eine Entsernung von etwa 3600 m zu sehen und auf den Signalbrücken so angeordnet, daß dem Führer des Trieb­wagens noch ungefähr eine Strecke von einen» Kilometer bleibt, um' den Zug vor dem Signal anzuhalten oder einen anderen ge­gebenen Befehl auszuführen. Um die Lichtsignale auch bei Tag vollkominen sichtbar zu inachen, ist hinter den Lampenreihen eine dunkle Fläche angebracht. Neuartig und äußerst praktisch ist auch der Umstand, daß das Stellen der Signale, das Schalten der einzelnen Lichtbilder usw. durch die fahrenden Züge selbst mit Hilfe von Schienenkontakten bewirkt werden kann.

* Was m a n nicht tun sollte. Unter diesem Titel rügt der .Daily Chronicle" das nach wie vor ebenso egoistische wie unpatriotische Verhalten der sog. .besseren Klaffen" in London, wobei einige charakteristische Beispiele angeführt werden. »Wenn Ihr gestern," so sagt das Blatt, .im Hydepark auf einem be­stimmten Stuhl in der großen Allee gesessen hättet, so wäre eS Euch möglich gewesen, das Gespräch zweier übermodernen und allzu reich gekleideter Damen, die den oberen Ständen angehörten, zu belauschen. Und ich glaube, Ihr hättet dabei schwerlich kalte? Blut bewahrt. Sie sprachen nämlich vom Essen in den teuren Hotels, äußerten sich verächtlich über Preise, die ganze Familien glücklich machen könnten und versanken dann in eine langwierige Erörterung der Eigenschaften verschiedener Ehampagnersorten. Solche Unterhaltungen mitten in dieser furchtbaren Kriegszeit kann man überall belauschen. Es ist dies einer der wichtigsten Punkte in der Liste deffen, was man nicht tun sollte. Ueberhaupt wäre es am Platze, daheim ein wenig bescheidener zu sein. Das fort­währende Gerede über Luxus und Annehmlichkeiten ist nichts weniger als erfreulich für die Soldaten. Wenn ein Mann nicht Khaki trägt, hätte er allen Grund, sich möglichst ruhig zu ver­halten. Und wenn man seine Taschen mit Kriegsgewinn gefüllt hat, so braucht man deswegen nicht wie das bei uns überall zu beobachten ist das Geld durch den Besuch von drei Variötö- bühncn an einem Abend hinanszuwerfen, es in den kostspieligsten Theaterlogen und unsinnigsten Klubfesten zu vergeuden. .England erwartet, daß jedermann seine Pflicht tutso lautete eine der erste - Kundmachungen Lord Kitcheners, aber waS wir bis heute daheim erlebten, ist nichts weniger als ein Beweis dafür, daß diesen Erwartungen entsprochen wird.*

* Morgen suppen. Der Klfiegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel teilt zu der von ihm unlängst aus^egungenen. Mitteilung über die Bereitung von Morgensuppen nnt, daß die Herstellung der als Ersatz für den mangelnden Kaffee in Bettacht kommenden Suppenwürfel eine Verzögerung erlitten hat imb diese

infolgedessen zurzeit noch nicht in der angefvrderten Menge den? Verbrauch zur Verfügung gestalt werden können. Das Fehlen dies« nahrhafte:: Sttppen wird in der jetzigen Jahreszeit zweifellos nicht so sehr gesunden Werden, da gerade zur Sommerzeit der Bedarf an warmen, fetthaltigen Speisen nicht so dringlich ist, andererseits gerade die Sommer- und Herbstwonate wertvolle NahnrngsnttttÄ in reichlicher Menae wieder auf den Markt bringen. Kartaffelftippen Gemüsegerichte u»u> Obstsuppen können jetzt an die Stelle der knapp vorhandene»: Nahrungsmittel treten unv auch die zurzeit noch fehlenden Suppen ersetzen. Ein reichlicher Gemüse- und Obstver­brauch ist nicht nur aus diesem Grunde zu empfehlen, sorrdcrn sogar durchaus wünschenswert, damit die leichtverderblichen, zuni Teil nicht zur Aufbewahrung geeigneten Früchte nicht zugrunde gehen und mit ihnen Zugleich hohe Nährwerte verloren tverden.

*Durchkauen! Als vor längerer Zeit in den Blättern auf die Bedeutung des Kauens beim Essen aufmerksam gemacht wlttde, lachte man vielfach; denn damals spürte kaum jemand im Essen etwas vom Krieg. Heute ist die Lage anders. Obwohl unsere Nah­rungsmittel ausreiche::, sind sie doch so knapp, daß es kaum ein« Familie geben kann, die vom Krieg nichts merkt. Um so wichtiger ist nunmehr die Beachtung jenes guten Rates, di« Speisen mög­lichst ausgiehig zu kauen. Das gute Kaue:: bewirkt, daß die Speisen besser ausgenützt und kleinere Mengen benöttgt werden, und daß Magen und Herz weniger belastet sind uiü> Gesundheit und WM- be sin den gefördert werden. Von verschiedenen Seite:: wurde auf das ,,Fle t s eher n" aufmerksam gemacht und es wurde u. a. »rn- geraten, wenn man sich an richtiges Kauen gewöhnen will, im Anfang zu zählen. Auf diese Weise tvird ungefähr ein Drittel der Speisen gespart und die gesunde Verdauung gefördert. Wir weisen bei dieser Gelegenheit auch auf das im Verlage derBadenia" (Karlsruhe) erschienen« Büchlein ,,Füüs Radikalmittel" von Pfarrer Lehmann hin, das sich des Verdienstes rühmen darf, in volkstüml:ck>er Weise auf die Bedeutung einer ver­nünftigen gesunden Lebensweise in diesem Krieg, darunt« auch das richttge Kauen, aufmerksam gemacht zu haben.

* Quecken, ein hochwertiges Futtermittel! Der verhaßte Feind aller Landwirte, die Quecken, sind berufen- uns in der Zeit der Futterknappheit ein wertvolles Hilfs- futter zu sein. Queckcnheiu hät nach der Analyse der Versuchs­station Köslin 4,93 Prozent verdauliches Eiweiß, 1,36 Prozent Fett und 45,44 Prozent.Kohlehydrate, bei 37,3 Kilogramm Stärkewerten im Doppelzentner, das ergibt einen Futterivert. der dem des besten Kleeheues in keiner Weise nachsteht. Selbstverständlich soll nun nicht etwa zum Queckenban angeregt werden, im Gegenteil, dort wo sie vorhanden sind, werden sie nach wie vor tniit allen Mitteln zu be­kämpfen sein, ober gerade dieses Bekämpfen der Quecke kann mit ihrer Nutzbarmachung Hand in Ha:ü> gehen und durch die Gewin­nung eines hochwertigen Futtermittels den großen Arbeitsaufwand bei der Verttlgung verbilligen. Die Hauptsache bei der Gewinmcng von Quecken zu Futterzwecken ist die möglichst gründliche Ent­fernung von Sand undErde. Zu diesem Zweck jagt nmn die bei wöglichst trockenem Wetter zusammengefahrene Quecke am besten durch die Dreschmaschine, oder man läßt sie auf der Diele du rclchr eschen. In diesem Zustande kann sie eventuell schon grün, zusammen mit Sttoh und Heu an alles Vieh ohne Bedenken ge­füttert werden, Schweine und Rinder nehmen sie auch gerne rein huf. Zur Heubereitung sind allerdings einige mechanische Hilfsmittel nicht zu entbehren. Zunächst nrüssen die Quecken zer­kleinert werden. Dies geschieht z. B. durch Reißwölfe, wie sie in Brennereiwirtschaften überall vorhanden sind, aber auch die gewöhn­lichen Düngermühlen, aus denen man eine Quetschwalze entfernt, können erfolgreich Verwendung sinden. Die zerkleinerte Quecke Muß künstlich getrocknet iverden. Wo keine speziellen Trockenapparate vorhanden sind, bringe nüm sie in den Bttckosen, oder ans den) Dampfkessel, man nrUß dabei aber auch dafür sorgen, daß der sich Naturgemäß bildende Wtasen genügend Abzug findet. Wer die Quecken nicht selbst verwerten will, kann sie auf jeden Fall bei der Firma Fehrenteil. Berlin-Lichterfelde, Ferdinandstraße 3, vorteil­haft absetzei: und dÄmrch seinen: Geldbeutel eine ungeahnte Ein­nahme zu führen.

Rätsel.

Ist es der Gaul mit dem .g*, so gib eS mitf* ihm zur Nahrung; Setz' in die Mitte den Fuß, lauschest du himmlischem Klang Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Geographischen Verschiebrätsels in voriger Nummer 1

Spanien

Bulgarien

Drescke»:

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Stuttgart

Böhmen

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Sudeten.

Schulleitung: Aug. Goetz. - RotattonSdruck und Verlag der Brühllchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.