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wiegen uitb den Herbst nü'ibc in sich zusammenfallen wie einen springenden Brunnen Alle -»vei, drei Tage schob der alte Groth- jppp über die vom Kies knirschenden Wege, die Hände lnnterm Meten ineinandergelegt, und die Augen verloren im Mbel des, winterlichen Himmels. Fräulein von Bennebck jchneb tvvyl einen Gruß, aber der war kurz und nichts als eben ein Lebenszeichen. Bei den Türken irgendivo im Sonnenbrand schände sie ome harte, zähe Arbeit. Sie'sah Sterbenden in das letzte Aufleuchten dev tapferen Augen und sie führte Genesende zu ihrem ersten Spaziergang
Als aber ivieder der Fnihling vor den .Toren rüstete und schwärmend über.das Land ziehen wollt«, kam Berta von Bennebek zurück Unerivartet wie die ersten Blüten über Nacht. ^Lchmäler war sie im Gesicht geworden, noch zarter. Nur die Haut trug 1 einen goldbraunen Schimmer von südlicher Sonne. Der Alte " tm im ^
sckiautc aus vollen, blanken Augen wie ein Kuid. nun sind wir wieder da. Das war eine herrliche, <! ging hastig durch die dumpfen Zimmer, öffnete alle Fenster m ließ den durstigen Märzwind durch alle Ecken wehen.
Ter alte Gärtner stapfte, hinterdrein, lind es war, wie ivenn eil! lustige Mädel einen täppischen grauen Bären an der Nasen- kette hermnzerrt. „Hab dvei Ntonate schiver krank gelegen, Groth- kopp!" lachte das Fräulein und beugte sich weit übers Fensterbrett. Ter Gärtner bezlvang sein Staunen. „Scyn-er kram," »viederholte er tonlos. „Fa. ja, viel, viel Arbeit und wenig Ruhe, da hätte mein Herz bald geftreift," plauderte das Fräulein frisch weiher. „Tja, da kann man doch nich so lustig sein," stolperte der Alho. „Doch, Gvothkopp, doch! Es war eben eine schöne Zeit. Alle/ alle haben da geschafft uird gearbeitet. Und da Hab ich mir ebstz gesagt: dn darfst nicht krank werden. Auf keinen Fall! glauben Sie wohl, was unsere Leute haben bort
gesagt: dn darfst nicht krank werden. Stuf keinen Kall! Wcch glauben Sie wohl, was unsere Leute haben bort durchmachen müssen?"
Es war Mittag drauszen. Ein feines Leuchten spann sich über Torf Mid Park. Die Krähen schrien in der Ferne scheu und heiser, denn sie fühlten die Mtgewalt des Lichts. Der alte Gärtner bekam in den nächsten Tagen ^pei, drei Frauen aus dein Torf znü Hilfe, um den 'Garten ern tveuig wieder in Form zu hringen. „Nur nicht zuviel/ Grothkopp," lächelte das Fräulein. „Es wird doch wieder alles hernntergetveten." Ter Gärtner schaute besorgt lwch und fable sich mit der Rechten ins Kreuz, da ihn der Rücken schmerzte. I
„Fa, Grothkopp, ich will mir Kinder hierher holen. Eins ganze Menge bunter ausgelassener Kinder. Hören Sie? Mädchens und Hangens, blonde und dunkle. Ans dem Torf sollen \W kommen und von anderen Güten». Ja! Bauernmädel und stein-S Komtessen. Die sollen sich hier alle gesund springen und spielen. Mva8 must ich doch tun für mein Vaterland und seine Soldaben. Mchr wahr. Grothkopp?"
Her Aue schwieg glücklich „Herrgott, wich das ein Leben sein!" lachte das Fräulein und sprang ins Haus.
Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachverein*.
O diese Fremdwörter!
Ein Uebel hat der deutsche Mann!
Er wendet gern ein Fremdwort an,
Und wenn man's beutjd) auch sagen kann.
Er wendet doch ein Fremdwort an Er ilnpo-, defi-, deponiert,
Er iso-, gratn-, defiliert,
Er da-, zi-, dik- uitb debütiert,
Er do-, sor-, inspi- exerziert,
Er igno-, inse-, inspiriert,
Er bombar-, degra-, explodiert,
Er bug-, zen-, sri- uub amüsiert,
Er dekla, bla- unb animiert!
O du verflixte ier-erei!
Der Teufel hol' die Ziererei,
Die Sprachenrniniererei Und Bildungsparadiererei!
— Ach, Goethe, hättest du's erlebt,
Wie man die Sprache jetzt verwässert,
Mit welschen Brocken sie durchwebt,
Dn hättest deinen Fällst verbessert:
,Es iert der Mensch, so lang er strebt". Jugend.
Das Gedicht ftammt aus der vortrefflichen Sammlung: Delitscher Sprache Ehreukrailz. Dichterische Zeugnisse zllr Geschichte des Lebens uub der Entwicklung, der Wertllng und des Macht- gebietes lnfferer Mllttersprache, gesam»»»elt unb erlälltert von Uni- versitätsprofessor Dr. Palil Pieisch in Greifswald. Es ist itn Verlage des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins erschienen.
vüchertisch.
— De»»tschlands ,v i r t s ch a s t l i ch e W i d e r st a n b 8 traft. Voll Gustas E a s s e l. Der Verfasser dieser Schrift sVerlag von Ullsteill & Eo. in Berlin) iü Professor Glistas Eassel,
der über Sch,vede,»s Grenzen hinaus bekalmte Natioilalökonom der Stockholnler Universität. Vor drei Monaten hat er das im Zeichen des Weltkrieges stehende Deutschland bereist, um dessen Wirtschaft- liche unb finanzielle Lage zu ermitteln und das Resultat seiner Uiltersrlchllilgell öffeiltlich darzutun. LeidznschastSlose Gründlichkeit ist die Art dieses nordischen Gelehrten; aber nur stärker wirkt dadurch seine freudige Bewunderung delltscher Kriegsarbett, sein mlltiges Eintreten für Deutschland-Zukunft. In klaren, gedanken- vollen Sätzen zieht er die Bilanz llnserer inlieren Mobilmachung. Er zeigt, wie Tag für Tag weit hinter den Schützengräben daS Aufgebot unserer Volkskrast sich erneut, wie Gesangenenarbeit uud Frauenarbe t planmäßig geregelt iverden, und in welchem Umfange sich die delltsche Industrie den veränderten Produktions- bedmgungen anpaßt. Z»»versickcklich sind seine Betrachtungen über die kommende Ernte, lehrreich seine Darlegungen über die Organp sation des LebenSmittelmarktes, in deren Ausbau wir jetzt noch begriffen sind. Mit der Ruhe des Kenners tritt er der tendenziösen Annahme einer Verschlechterung der deutschen Valuta entgegen. Ancl) ihn» ist der »nächtige Erfolg unserer Kriegsanleihen ein Beweis wirtschaftlichen Wohlstandes, der die Hoffnungen unserer Feinde, Deutschland werde durch den Krieg schrittweise zu erschöpfen sein, Lüge»» straft. Wohl rechnet er mit einer Einschränkung des Verbrauchs, mit einem Rückgang der.Lebenshaltung, aber geringfügig scheint ihm dieser im Vergleich zu den Folgen der harten Kriegszeit, die Schiveden bestehen nulßte. Nicht schönsärberisch ist Eassel- Studie, sondern diirchdriiiigen vom hohe>i Ernst iinbedingter Wahrhaftigkeit. ^
— Mit dem soebeli erschienenen Jitliheft beginnt die Münchner Kunstzeitschrist „Die Kii nst" (F. Brilckniann A.-G., München), da? letzte Quartal ihres lausenden Jahrganges. Haben un§ die schöne»», stets versch»ve»»derisch aiisgeslatteteii Monatshefte seit Beginn des Krieges des öfteren durch ihren, in dieser Hinsicht allerdings ganz besonders gewählten Inhalt auf die Zeitereignisse und -Stimmungen. soweit sie von der Kunst berührt wurden, hingewiesen, so ist das vorliegende Heft ohne jede kriegerische Note der tendenzlosen Knickt gewidmet imb erfreut bei genußreichem Durchblättern nach allem ilns an§ den uieten erscheineiiden Zeitschriften entgegentönenden KriegZgeschret doppelt. — Walter Püttiier ist ein mit altöre»» und neuere» Arbeiten reich illustrierter Aussatz gewidinet. Nicht minder reich ist der Aiifsatz über den kürzlich verstorbenen Dresdener Maler Oskar Zwintscher. Richard von Poschingers Kunst (f 1914) wird vorgesührt uub ein illustrierter Bericht über „Kunst in Kölner Privatbesttz" beschließt den erste»; Teil des HesteS. Der zivelte, der angewandten Kunst geiuibmete Teil behandelt ausschließlich österreichische Kunst.
- Deutscher Mille (Kuustivart). Zweites Junibest 1916. (Kriegsausgabe zu ermäßigtem Preis. Vierteljährlich 3 Mk. Verlag von Georg D. W. Eallwey, München.) Der Leitnussatz erörtert die Möglichkeit der Friede,»svermilttung durch ^Imevifa. — Weiter behandelt Wolsgang Schumann die „Ausgaben des Theaters", Paul B e k k e r »vürdigt Max Neger. Diesem Aussatz ist eine Zeichnung von BudzinSki beigegeben, die Reger am Klavier zeigt, ohne Wissen des Künstlers gezeichnet, wohl das letzte künstlerische Bildnis Negers überhaupt. — Ferner enthält dgS Heft einen Aufsatz über das „Deutschtum in Rußland" von eine»» Deutschrussen, sowie einen über den „Wiederaufbau Belgiens" von eineln Sachverständigen.
- D i e W e l t l i t e r a t u r, München 2, Färbergrabe»» 24, die jeden SainStag für 0,10 Mk. einen der besten-Romane oder Novellen der Weltl»terat»»r bringt, gibt in ihrer neuesten Nummer 28 Schiller: Prozeß imb Hinrichtung der Grasen von Egniorit und von Hoorne; Belagerung von Antwerpei».
— Die Schweizer Illustrierte Z e i t u n g , Verlagsanstalt Bingier & Eo., Zofiiigen, bringt in ihrer izeuesten Nninmer 28 »vieder interessaijte Bilder vom Leben nnb Treiben bei unseren Feinde»», so z. B. afrikanische imb hinterasiatische Kulturträger.
— Praktische O b st v e r w e r t u n g ohne Zucker, stiebst Anhang über das Dörre»» »»»»d die Berwendu»»g voi» stlbfällen. Äon Dr. J/Kochs, Vorsteher der Versllchsstalioi» für Obst- »»nd Gen»Üse- verwert»»»»g a,» der Kgl. Gärt»»erlehra:»stalt Berlin-Dahlem. Verlag von Paul Parey in Berli»» 8^V 11, Heden»an»»straße 10 und 11. Preis 25 Pfg
Zcherzratse!.
Bor»» i»nb hinten Holz uud Strick.
^Bitte schön, »nir a»»ch ein Stück I"
Nichts befomm’ ich? ! A»»ch »»icht schlecht l Nu»», dann ist sie n»ir's erst recht.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflös»mg des Magischen Quadrats in voriger Nmmner:
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Schristleitung: Aug. Goetz. - Rotatio»»Sdr»,ck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-B»»ch- und Steindruckerci, R. Lange, Gießen.


