712

Surfer. daS heißt Streuzucker, verkauft! Aufcheiirend gilt er nicht als Äollzucker. Wie könnten sich sonst die Leute entschließen, bis zum Umfallen zu stehen und dis auf die Haut nag zu mor­den, irm nur auf och den, harten Zucker zu Marien! Aul die dringenden Fragen der Wartenden erfolgte wiederlwlt die tröst­liche''SLuNvart:Es ist dach alles verkauft, koimnen Sie mor­gen!" Es waren 20 Minuten verstrick)«*, 40 Minuten . . . eine volle Stunde. Der Laden blieb geschlossen und dunkel wie früher, und eb'uso blieb die Zielte unentwegt stehen, ohne zu murren., nur daß sie doppelt und dreifach an Länge znnahm. Aus dem Hofe tritt <mdlick> ein Ladenjunge und sagt:Meine Herrschal­ten, Sie warten Vergehens, heute gibt es keinen Zucker mehr, konrmen Sie morgen?"Das ist nicht lvahr, wir l>aben selbst gesehen/ wie acht Zuckerhüte aus den Hol geschafft wurden!" Aber sie müssen dock) zerschlagen »verdeu!"So schlagt und sägt Lwch den Zucker! . .Das dauert zu lange!"Tut nichts, wir werden warten!" . . . Und es wird gewartet. . . . Endlich kommt der ersehnte Augenblick, nnd es wird im Laden hell. Die Kette gerät in Bewegung. Die ersten, denen. die Türe sich öffnet. werden lstneingesclwben, und dann wird die Türe vor dem Ansturm der anderen zu schützen gesucht, aber t>erge- bens! Sie kracht bereüs in allen Fugen, denn ein vaarEhuli- ganv" haben sich dazwischen gedrängt und stoßen die Frauen ge­waltsam weiter. Es erhebt sich ein Oesckrrei. Die Türe geht auf, kann aber nicht mehr geschlossen worden. Eine Menschenlawrne stürzt in den Laden. Es ist nicht mehr nw-glich, die Hände in die Taschen zu stecken, so dicht steht einer neveu dem anderen.. Die Zuckerverteilung l-ogimtt. Erst gibt es zwei Pfund, darm bald nur 1 Pfund und dann ist alles wieder vergriffen! Derr Laden lvird leer, die eingedrückter) Türen werden zugstporrt, das Lickst gebt unedor aus. Und auf der Straße stehen immer noch Leute, bilden immer noch eine K^stte und lassen sich oom Rogen durchnässen und von den Bo rüber gehenden anslachen. . . . Es gibt jedoch noch eine Möglichkeit, Zucker z-u erlangen! uns aus dem Hofe wohnt eine alte Frau, die über ein Zuckertager verfügt. Ganz früh morgens geht sie mit ihrem Marktkirb auf Beute aus und kehrt spät abends zurück, den Korb vöttig gefüllt mit Zurei- Pfundpaketen Zucker. .Hast Du viel heimgebracht. Mütterchens^ Nur 10 Pfund!" Man sagt aber, daß sie bereits ein ganzes -Zucker­lager angesammelt hat!"

* Der französische Vers Händler. In*Miro mlk

Eenovese" wird lloaeude kleme "Anekdoie erzä lt: Als Pietor Huao in der Rne de la Tacir d'Auverane wo nte. kam eines Daaes eia gut gekleideter Herr zu ihm, der ach ihm als Herr Eorhunn. Be- siger eines Kraniladens, vorst^llle:Nun «stll ich in wenigen

Worten t»ic Sache erörtern, die »nick zu Ihnen st'ibrt, Monsieur Hugo," sagte er.Ich bin Dichter, nnd neulich A end nun, als mich der Teu'el ritt, habe ich tit einem Atem dreihundert Verse gemacht. Beim Abschreiben dachte ich mir: ums wer e t d nun damit machen? Aber halb war ich von dieser Verlegenheit be­freit. Ich sagte mir: zwei Schrttt von d,r entfernt tuolmt Bietor Hugo, der berühmte Dichter, denen et ziger beschütt es ist, Verse zu machen und ste engros an fit tmcbhaiiMimqeii zu verkaufen. 6)eh zu Ihm und mache ihm der) Bors dlag, deine dretlumdert Verse billig zn erwerbe»,." Bietor Hugo halte die grösste Mühe, dein Kramhändler oe>stäudlich zu machen, daü er nicht Berse von anderen faufe.Ich iehc, da» ich mit Ihnen nicht einig weben kann/ sagte er schließlich beleidigt,ich »verde mal zu Alexander Dumas geheil!"

* Kriegs morgen in Venedig. Der^ Krieg hat das Leben in 2^e»edig vollkommen veräiidert. Das Stadtbild bat ein nnaeivobntes, der meisien Schöm,eilen beraubles. düsteres "Aus­sehen angenommen. Die berübmten Gebäude, deren alte Pracht die Plätze, Manchen und Kanäle zierte, sind hinter holze»nett Baut n. hinter Lehm. Ziegel,verk und Landsäcken verschwunden. Alle öffentlichen Klmstivei ke, die von ihrem Standorte weggeicbe.fft werden koniiteu, sind tu bonibensich.ren Verstecken verborgen. Und a»lch das Leben der Einwohner Venedigs geht längst nicht mehr seinen alten Gang. Da jederlei k«.n liebe Beleuehtiing strengsten- nntersaot ist und nicht einmal ein Lichtschimmer allS een Feu' er- 'X'N der Häuser fallen darf, gehen die Venezianer in, Kriege sehr zeitig zn Belt. Dast'ir itiche», ste stch. ivie dei Berichterstatter der Times" in einem Siiuimun gShtls aus der Lagunenstadt schreibt, durch Frühau'steben für den Verlust des Abends zu eistschädigeu: Bereits um < Ul,r morgens erivache ich infoiae des Lärms im Freien. Die Riva degli Schravoni der bekannte Anleaeviatz der Lidobarkassen und städtischen Dampffähreu ist bereits zum Leben des Tage- erwacht. Malrostn in Krieasausrüstnug >> erden aili einem kleinen Dampfer einaejchifft, der bereits zur Hai te mit Truppen gestillt ist. Einige Bttnuten später er scheinen zwei grau» ge> richenc Torpedobootzernorer. die kleine schwarze Rauch«vollen nusstotzen und in voller Fahrt seeivärts entjchutuden. Blotor- boote. von deren Flaggenstange der ttaUeniuiie Wimpel weht, krenzeu den Kanal Dann erscheint eine Flie eribteilunq an, Himmel. Cie fli-gt in so grober Höbe, da» ste manchmal gänzlich verschivnnden zn sein scheint. Aus einem Palast an, Hafen beugen sich braune Köccke mit weißen Verbänden. Auch verbundene Hände, Armlckltngen und Armschtmen weiden in den gotischen

Fensterrahrnen sichtbar. Vor dem königlichen Palast liegen vier schivarze Boote, die mit den Abzeichen des Roten Kreuzes versehen sind. Auf dem Markusvtatz, dessen Gebäude ringsum verhängt sind, herrscht vollkommene Stille . . . /

vücherlisch.

Die LeipzigerIllustrierte Zeitung" (Versag I. I Weber, Leipzig» ist in der Lage, in ihrer neue:en Kriegs- nnnimer n7 <Rr 3 76s eine Reihe interessanter Zei bnun >en zu verösse tltchen, die ihr znn, serbischen Kriegsschauplatz e»lksandter So»derzetcbner Richard Aßmann in Belgrad und Ilingebung an Srt und Lteile nach den Kämp'en geichasten hat- Auch die Zeich­nungSerbische Komitatschi" von Viktor Schramm ist von e! enio aktuellem wie tun I rischem Reiz Andeig Zeichnungen von Vra>>ne Döring und Reschreirer fuhren uns nach dem öulichen Kriegs- fchauvlatz u..d au die italienische Front. Beachtenswert sind die dovvelsetlig niedergeaebene ZeiRniing einer Traiukolonne tm Fiich- leintal (Lolomiten) von W. Ean e und d>e dem Le eu ab elauscksten Skizzen Hugo Kle,»is vo» der ö 'erreichlsch - uuganlcheu Aiarine. Genrebilder arrs i>ett deilkschen Stell»ngeu in Flandern Ureru O. I. Llbe- tz und Paul Henscbel. Motive an« Laon behandelt Karl Loste Rack^ den Dardanellen ver'etzeu Zeichnungen des dorthin entsandten SonderzeichnerS Georg Leb, echt. "Auch der nach Photo« graphischen Alifnah "eu bergosteltte Bll sch,,,,ick > ietel viel Feüeln es. D,e Frage, ob der Weltkrieg einNationalitäten- ode» Wirts»Aafls- krieg" sei, behandelt im Derlt.il Pro^. Tr. Cito Granizoiv. Vor­schläge zuVerdeutschungen im reeve* macht Paul Hundt. Ein ret e»deS Wachtnuhenidlill hinter der Schützenlinie in den "1<ogeie>i be'chreivl "Albert drucke. Der spannende Roman ^Weltwende" von Karl r nS Strobl führt die Leser in dem neuesten Kapitel aus den heißen Boden Mülhausens vor dem Kriege.

- Kürschners Bücherschatz Hermann Hillaer Ver­lag, Berlin und Leipzig - bringt als Doppel-and Nr. H>33 34 den fesseln."« i und spannenden Roman von M. von Suttner: I ni Zeichen des Triists". Der Roman zei-tt in hohem Dkage alle Vorzüge, die diesem österreichischen Sroriststeller eiaen sind: er gelvährt uns heute noch destvege» ein beiondeies aktaelles Iltterefse, »veil seine Handlung sich te* ,vel»e in tst ilistei, abspielt, in de>», Lande, dessen Verhältnisse unS wegen der kriegerischen Er­eignisse he.tte besonders interessieren.

Politische Ideale. Don Houston Steivart Chamber- lain. München, F. Bruckmann, 'ctz Preis l Mark.Ver­gangenheit iei hinter uns getan", so lautet das tttoethe'sche Motto» das der Verfasser derKriegsau sätze" seinem neuen Buche voran- stellt. ES handelt «>ch um nichts (tteringeces, als um eure höherer Einsicht folgende «ene Orientierung nrenschlt'ver Politik, ein Ge­danke. den zu «vfafim tm gegenwärtigen Augenl lick unter allen Rationen Deiitschland allein fähig iWarum dnS e dierten mutz uno w>e es geschehen kann, das zeigt uns Chamberlarn mit der gleichen erquickenden Frische, wi'senschastlicher tttrün liichkeit und übelzeugeiider Klarheit, die ivir au semeu früheren Werken, beson­ders denrnrundla en des 16. Ja rhuuderts', kchägen. Wir müssen das Besiere wollen, dann gewinnen «v-r eS auch. B.'er sich der Erkeni lniS nicht verschließt, da» t" den gewaltigen Ereignissen der tÄeqenwart das Schicksal der Menschheit kür die nächsten IaHr- hundeite g schiniedet wird, wer begriffen hat da», ,vie jetzt änüeifte Zusammenfassimg der Kruste, so nach den» Kr. gr höchste Bestnnunq des ganzen Volkes vonllölen i r, der >v'rd a»,s »"'kirPolnischen Idealen" die 'ruchtbarllen "Anregungen schöpfen. Attzu sehr tu die Breite gi'bt schon der Strvltt er Schriften Über Krieg und Politik; hier aber spricht ein weitschallender Denker, dessen kraftvolle Worte uns Ivirkuch fördern weiden.

Kreujrätfel.

In die Felder nebenstehender

_ Figur sind die Buchstaben

alibboooesessd lihkklllll lnnooo

-J- > opppppprrrreszzzE

_._derart einzutragen, daß die

senkrechten und wagerechten

_"Rethen gleichlautend tilgendes

ergeben:

1. Kostbares Kleidungsstück.

2. (Hn Fahrzeug.

_ 3. Ein (Gedicht.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Charade in voriger Nummer:

Porzellan t it r m.

kchriftleitung: Aug. Goey. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitärS-Buch- und Stemdriickeret, R. Lange. Dicher^