Allerdings Fant auch in. (S^tna bald wie mrderswo die Zeit, foa das Volk sich weigerte, statt Silber und Kupfer unsicheres Papiergeld zu uelmteu; dagegen gabs über ein sehr einfaches Mittel in dem Aufdruck „Papiergeld mit kaiserlichem Siegel ist so gut in Zahlung -zu nehmen »vre Metallgeld — wer nicht gehorcht, wird geköpft." Das wirkte, und so genießt China nicht nur den Ruhm, das erste Papiergeld geschaffen, sondern auch den noch größeren, den ersten Zwangskurs eingeführt zu haben.
In Europa kam eigentliches Papiergeld erst viel später zur Ausgabe, wenn auch Kaiser Friedrich Barbarossa bei der Belagerung von Faenga Ledergeld hatte Herstellen lassen, um seine Söldner ablohnen zu können. Gickden mm Pappe finden wir in der belagerten Stadt Lehden im Jahre 1574 im Umlauf, und ebenso hatte Rußland wiederholt in Kriegszeilen Lederrubel in Umlaut gebracht, aber immer nur als vorübergehenden Notbehelf, um bcn Mangel an Metallgeld zu ersetzen. Das erste eigentliche Papiergeld aber kam für Europa in Schweden zur Ausgabe. Dort erhielt int Jahre 1656 der Bankier, wie wir heute sagen würden, Johann Palmstruck von der Regierung die Erlaubnis, zur Ausgabe von Banknoten, die aber erst viel später von der Stockholmer Bartk unter dem Namen von „Transport-Zetteln" ausgegeben Wurden. Sie tvaren auf einfachste Weise im Buch- drtlckverfahren hergestellt und nur Nummern und Namen handschriftlich eingetrageit. Dem Borgange Schwedens folgte 1694 die Bank von England, 1695 Norwegen, 1713 Dänemark, 1718 Frankreich, und hier zeigte sich zunr ersten Male das Unheil übertriebener Papiergeldtvirtschaft, als die Schwindelbank des Schotten Law zusammenbrach und Frankreich an den Rand des Verderbens brachte. Auch die übrigen curopäischeil Staaten ließen sich die Vorteile nicht entgehen, dre die Geld Produktion durch die Druchei'presse mit sich bringt. Und so gab Rußland vom Jahre 1768 an ebenfalls Papiergeld aus. Oesterreich hatte schon 1762 dam.it begonnen, Sachsen folgte gegen Ende des 18. Jahrhunderts, und in Preußen ließ Freiherr mm Stein 1805 das erste Papiergeld ausgeben.
Trotz maircher schlechter Erfahrungen hat sich das Papiergeld im Laufe von 150 Jahren zu einer nnentbehrlichen Notwendigkeit für unseren gesautten Handels- und Privatverkehr herausgebildet. Öhne Papiergeld wäre unsere heutige finanzielle Kultur gar tncht denkbar. Ob der Erfinder der ersten unscheinbaren schive- dischen Banknoten vor einem Vierteljahrtausend geahnt hat, ivelche ungehetire Bedeutung seine Erfindung nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt erlangen würde? 1
Auch der Krieg hat uns nt Deutschland gezwungen, Notgeld itt Scheinen zu 10 Pfg. und 20 Pfg., 50 Pfg. usw. in den von den Russen heimgcsnchtett ostpreußischen Ortschaften auszugeben. Diese Scheine wurden handschriftlich ausgefüllt und vor städtischen Beamten vollzogen. Etwas Achnliches spielt sich in den von lins besetzten französischen Städten ab. Auch hier geben die Stadt- verwaltitngen Scheine in kleinen Beträgetr „einlösbar nach Friedensschluß" aus.
„Alles wiederholt sich uns im Leben;" so heißt es auch beim Papiergeld: auch heute läuft Notgeld um, wie vor hundert Jahren in den Befreiungskriegen: aber kein Notgeld, das der Not des Vaterlandes entsprang, sondern weiser Vorsicht und klägliche Berechnung einer Verwaltung, die weiß, »velch ungeheure Kräfte in einetn Volke schlummern, das den Riesenkrieg gegen die gattze Welt erfolgreich durchführte. Die Volkskraft, die Arbeitsfähigkeit rntd Arbeitsfreude Deutschlands ist es, die dem Papier- gell» unserer Zeit reinen inneren Wert verleiht? Und dabei soll's bleiben. __
Sankt Michaelstag.
Dem Erzengel Michael waren zunächst bis zum Anfang des neunten Jahrhunderts der 15. März und der 8. Mai geweiht. Diese Gedenktage verloren sich aber im Laufe der Zeit, als im Jahre 813 das Konzilium von Mainz zum Andenken an ihn für den 2 9. September den Tag der Engelweihe cinsetzte. Neben der kirchlichen Bedeutung erreichte aber der Michaelstag im Mittel- alter und darüber hinaus auch eine gewisse Wichtigkeit für das wirtschaftliche Leben; denn das Herkommen dieses Tages bedeutete im Handwerk und auch in anderen Berufsarten den Wiederbeginn der Arbeit bei künstlichem Licht. Nach Zunftbestimmungen und obrigkeitlichen Festsetzungen durfte vor dem Michaelstage in keiner Werkstelle bei der Lampe gearbeitet loerden. Als Wendepunkt zivischeit Säumer und Winter wurde der Tag von den Hattd- werkertt als Festtag angesehen tmd in der Häuslichkeit oder auch in der Öffentlichkeit gefeiert. In manchen deutschen Städten veranstaltetet: die Zünfte Umzüge mit Musik, die schließlich mit dem im Zunfthause oder in den. „Bierstuben" gemeinsam genossener: Lichtschmaus endeten. Wo sich die Feier auf die Häuslichkeit beschränkte, wartete wenigstens die Frau Meisterin dem Eheherrn, den Gesellen und Lehrbubert mit der Lichtgans oder mit dem Lichtbraten auf. Bei Handwerksmeistern in kleineu abgelegenen Städten wird der Lichtbraten am Michaelstage noch heute, mif- getragen. In manchen Gegenden werden auch rwch Michaels- weckcrt gebackert. In Deutschland wird der Michaelstag häufig mit dem Errttedanksest verbuttden. Noch mehr geschieht dies iy Dänemark. Dort geht es bei diesen Festen am Michaelstage, her
der Mikkelgilde, recht bock) her. Es kommen viele Gänse und Ernten in die Bratröhre, und auch an Apfelmus als Ztrspei.se dart es! nicht fehlen. Auch in England ist in der ländlichen Bevölkerung Gärtsebraten am Michaelstage die beliebteste Speise. In Schweden werden unter Beteiligung vor: Jung urll> Alt auf beit Bergen Michaelsfener angezündet.
vermischte».
* Bismarcks Trunk arcs der Feldflasche. Eine hübsche Bismarck-Geschichte aus dem Deutsch-Französischen Kriege, die wenig bekannt ift, erzählt der amerikanische General Chendan in seinen Erinnerungen. Der genannte General hielt sich eine Zeitlang in: prettßischett Hauptquartier auf. Am Atzend der Schlacht von Sedan, so berichtet der General, traf ich bet Dunkelwerden auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht in der Nähe des von Verwundeten überfüllten Donchöry auf Bismarck. Während unierer Unterredung trat seilt Oieffe, Graf Bismarck-Bohlen, mit eitter irgendtvo glücklich attsgetriebenen Feldsiasche, die einen ausgezeichneten Kognak enthielt, heran und wandte sich an BiSmarck mit den Worten: „Du hast heule einen schweren Tag hinter dir, willst du dich nickt ettvas erfrischen?* Mit dem Ausruf: „Aus die Einigung Dentschlattds \ n setzte BiSmarck die Flasche an bcn Mund und schien durch einen besonders langet: Schluck beit Trink- sprnch bekräftigen zu wollen. Dann gab er seinen: Neffen die Flasche zurück, der sie schüttelte und dann bemerkte: „Schade, daß tvir dir daraus ttickt Bescheid tun können, aber es ist nichts mehr darinl* Die schalkhafte Antwort Bismarcks lautete: »Verzeihung, es war aber so dunkel, ich konnte ja ttichls sehen I"
Büchertisch.
— Daß Rote Krettz, seilte Organisation und seine Tätigkeit in Krieg und Frieden. Sonderheft der „Zeit im Bild" Moderne illttslrierle Wochenschrift, Berlin W 57, Preis 30 Pfg. Welche Taten auf dem Gebiete der KriegSfürforge geleistet werden, zeigt das vornehnt ausgestattete Sonderheit voit »Zeit im Bild", daß ausschließlich dem Roten Kreuz" und seinen barmherzigen Bestrebtntgett geividtttet ist. Es gibt in Wort und Bild eilte überaus anschauliche tutd interessante Darstelltmg des großen Liebesiverkes dieser weltumspannenden Wohlfahrtsorgani- salion. Das reich mit Bildern geschntückte Heft zeigt nicht nur die führenden Pertönlichkeiten der Organisation, sondert: es gewährt uns an der Hand trefflicher Illustrationen auch einen tiefen Ein^ blick in das Getriebe dieser vorbildlich organisierten deutscheit Kriegs- Wohlfahrtspflege.
— Deutsche Kriegs klang? 1914/15. AuSgewählt von Johann Albre ht Herzog 511 Mecklenburg. 3. Heit. Verlag K. F. Köhler, Leipzig. Preis 40 Pfennig. Alls dettt unversieglichen Borne detttschcr KrieqSdichlungen hat der fürstliche Herausgeber mit literarisch fein entwickeltem Geschmack tvicder geschöpft. Wie bei bcn zwei ersten Heiken kann auch diese ausgesprochen volkstütnlicheu Charakter tragettde Ansivahl als eine besonders glückliche bezcichttet tverdeit. Tie Heldentaten, vom Führer angefangen, bis herab zum einfachen Manne aller Waffen zu Lande, zu Wasser rntd in der Lust werden besungen. Der eilten, der Jungen, derer daheim rntd der lieben Toleit tvird gedacht. Die großen mtb kleinen Freuden und Nöte des Kriegslebens finden im Liede einen Widerhall. So mögen auch diese „K r t e g s k l ä n q e" als Zeuge der großen, gewaltigen Zeit viele Verehrer fiitbeii.
ttöirigrzug.
Die Silbett sind so ztt verbinden, wie der König auf dettt Schachbrett zieht, näinlich von einem Feld auf ein beliebiges Nachbarfeld.___
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung deS Homogramms in voriger Nuntmer« BBS Bert»
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