488

^ottcriiHb einmal die Pfeife fehlte, sckintzte er ans Schnitts 2 lugengläsers,rttcral ihm eine zurecht. Schubert und Bauernfeld trafen sich einmal im Kafseehause und es srel ihnen aneinander auf, dab jeder zu seinerMelange" em halbes Dutzend Kussel ver^ speiste. Sie bewunderten gegenseitig ihren guten Appettt so früh nach Tische!Das macht, , ich Hab eigentlich noch nichts LJrffn," c-ch auch nicht," verlebte BauernfeW lachend. Das ^Su"lmi&ten*fie sich in Zuckenvasser zutrmken. Wer l« waren iung und sie waren glücklich. Und nur als Bauernfeld sich wohl oder übel zur Beamtenlaufbahn entschliefen muhte, da schrieb er, als er sein Anstellungsdekret erl-alten hatte, wehmütig ut sem Tagebuch:Mir ist's, als sollte ich gehenkt werden." Biel gam* stiqer lwt er auch später das Beamtendasein nicht beurteilt. und als er im Sturmjahre, anno 4«, geradewegs Mm Erzherzog Franz Karl in die Hofburg gegangen war, um eine Konstitution zu er-, langen, da war es ja, nachdem die Verhältnisse sich geändert hatten, um seine Bemntenlausbahn geschehen, er schied aus und seit damals, ist er deralte Bauernfeld geworden.

vermischtes.

"Militärischer Gehorsam zu Wasser und zu «Zand e. Wie Kaiser Wilhelm I. im Anfänge seiner Regierung, also noch vor Wiedererrichtung des Deutschen Kaiserreichs an den Gehorsam der Mannschaften Wasser und Lande" appellierte, das ist eine sehr drollige Geschichte, die aber zeigt, wie Kaiser Wilhelm stets ein Soldat durch und durch gewesen ist. Es war nn Anfang der sechziger Jahre bei einer Frühjahrsparade im Pots- dam er Lustgarten. Die Gardejäger trugen damals noch die groben Helme mit dem schweren, schwarzen Roßschweis und hatten eben die Zündnadclgewehre bekommen. Am Tage der Parade war sehr schlechtes Wetter; es hatte die ganze Nacht hindurch und auch noch am Vormittag geregnet, und aus dem Gelände des Lustgartens waren große und tietc Pfützen, durch welche die Gardejäger hin­durchmarschieren mußten. Da sah der Monarch, wie beim Vor­beimarsch des ersten Garderegiments einige Offiziere über die Pfützen sprangen, um die weißen Beinkleider zu schonen. Das ärgerte den obersten Kriegsherrn, dem alles Unsoldatische zuwider war. Und als das erste Garderegiment vorbeimarschiert war, und die Gardejäger in, Anrncken begriffen waren, sprengte er diesen entgegen und kommandierte: .Halt!" Dann sagte er: ,Garde- jager, ihr habt mir doch Gehorsam und Treue zu Wasser und zu Laude geschworen?" .Jawohl, Majestät I" scholl es ihm ent­gegen. .Na, denn mau dicke durch, durchs Wasser!" rief er lächelnd, wendete sein Pferd und ritt aus seinen Platz zurück. Nun ging es anders; die Gardejäger warfen die Beine und hauten mit der Füßen tüchtig ein. Das Wasser spritzte bis über die Helme weg. Der Monarch lachte, die weißen Paradehosen aber sahen fürchterlich ans.

* Nom im Kriege. Während Venedig gegenwärtig den Anblick einer vom Kriege bedrohten Stadt bietet, die sich in Dunkel hüllt, um dem Feinde kein Ziel zu bieten, ist das äußere Bild Noms infolge seiner großen Entfernung von: Krieqsgebiet noch zieinlich unverändert. Aber auch in der Hauptstadt Italiens macht sich wenn auch in anderer Weise der Einfluß des Krieges geltend, wie aus einein Artikel des römischen Berichterstatters der .Daily News" ersichtlich ist.Der Krieg äußert sich hier ganz besonder« in der offiziellen und inoffiziellen Haltung des Publikums gegenüber den in Nom anwesenden Vertretern der Alliierten. Am beliebtesten und gefühlsmäßig am meisten begrüßt find sicherlich die Franzosen, deren Wesen der italienischen Art so nahe verwandt ist. Auch Eng­land ist hier beliebt, aber die Engländer wirken weitaus mehr als entferntere Fremde, als die Franzosen und Belgier. Daruin ver folgen die öffentliche Meinung und das öffentliche Interesse mit größter Austncrlsamkeit alle aus England und Rußland kommenden Aeußerungen und Kundgebungen, während man dem Geiste Frank­reichs blindlings vertrant. Tie lärmende:! Bolkskundgebungen in den Straßen, die während der zehnmonatlichenNeutralität" Italiens an der Tagesordnung waren, sind bald nach Kriegsbeginu verstummt. Dafür sind fast alle in den römischen Theatern ge­spielten Stücke gewissermaßen politische und kriegerische Kund­gebungen, die von der Bühne herab an das Publikum gerichtet werden. Das römische Theaterleben wird vollständig von dieser neuen Art von9ie uiten" beherrscht. Ich wohnte einer solchen Aufführung bei, die zugunsten des Blauen Kreuzes in Anwesenheit des englischen Botschafters stattsand. Das St>"'ck behandelte die Vorgeschichte des Krieges und Bnlow und Giolitti waren die Lauplpersonen. Später trat ein Schauspieler in der äußerlich nicht sehr gelungenen Nolle eines Offiziers der englischen Kriegsrnarine am. Er hielt eitle Rede über die Gründe, die Etlgland zürn Ein­tritt in den Krieg veranlaßt haben; hierauf stand das Publikum aus lind sangGod Save the King. In der folgenden Szene trat ein .alter Garibaldianer" auf. Da Ricciotti Garibaldi selbst in einer Loge saß, standen rvir wieder auf und sangen die Garibaldi- Hymne. Garibaldi erhob sich »md erzählte in einer Rede, rvie sein Pierd im Feldzuge von 1866 verwundet wurde, und forderte alle Anwesenden auf, sich an der Sammlung des Blauen KrellzeS zur Pflege kriegSverlehter Tiere zu beteiligen. Den Abschluß

der Vorstellung bildete ein voll einen» »Sozialisten", einemAnar­chisten" und einem .Priester" gesungenes Vcrbrüderlmgsterzelt, uub als der Priester ein Taschentuch m den italienischen Farben schwenkte undAvanti Savoia ries, erreichte der Beifall seinen Höhepunkt... Aus der Straße tut sich der Krieg vor allem in den amtlichen An- kündignngen aller Art fimb, die die Mauern bedecken. Die letzte Ankündigung der Stadtverwaltung enthält alle Maßregeln, die im Falle eines Luftangriffes von der Bevölkerung zu ergreifen sind. Der Krieg dringt auch in die Kirchen; von allen Kanzeln herab werdell Predigten über deil Patriotismus abgehalten. Da man in Rom ständig mit der Möglichkeit eines Luftangriffes rechnete, so ist die Stadt abends bereit? merklich verdunkelt."

* Wie sich Edison vor zwanzig Jahren einen Zukunftskrieg dachte. Edison hat kürzlich, als ein In­terviewer ihn über neue, von ihm erfundene Kriegsmittel befragte, energisch abgewinkt und sich in geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Vor zwanzig Jahren war er einmal gesprächiger. 1895, als eine amerikanisch-englische Verwicklung drohte, enthüllte er einem Be­richterstatter seine Pläne für den Kriegsfall.Eine Schlacht," so meinte er,zwischen zwei großen Arineen braucht gar nicht mehr geschlagen zu werden. Eine Handvoll Menschen kann sie wegblasen. Das wird mittelst Elektrizität geschehen. Wasser kann tödlicher gemacht werden als Kugeln. Ich habe eine Maschine erfunden, die auf große Entfernungen mit 5000 Volt geladenes Wasser sort- schlendern kann und eine Armee wie Spreu in alle Winde zer­streut. Auch wird man Kabel erfinden, die man um eine belagerte Stadt legt. Jeder, der sie zu überschreiten versucht, ist ein Kind des Todes. Man kann sie so verstecken, daß niemand sie sieht. Auch lassen sich elektrische Ketten ans eine vorrückende Ar»nee feuern. Diese sind init einem Ende an den Draht einer Dynamo­maschine befestigt, während das andere in eine Kanone geladen wird. Dadurch wird die Lust mit Blitzen erfüllt und jeder Feind mit Verderben bedroht. Dann gibt es eine Höllenmaschine, die sich an einen Ballon anhangen läßt. Wenn 50 Luftschiffe, jedes mit 500 Pfund Dynamit, losgelassen werden, so ist jedes Schiff, das sich darunter befindet, unrettbar verloren. Auch die unterseeischen Tor­pedos lassen sich verbessern. Ein endloses Kabel sollte vor unsere»» Häsen auf den Grund gelegt werden. An diesem drehbaren Kabel sollten Torpedos befestigt »verde»», die im richtigen Augenblick in die Höhe gelassen werden und explodieren könnte». Auch experi­mentiere ich mit einer Doppelkanone, die ein Geschoß 24 englische Meilen kortschleudern wird. Sollte es zum Kriege mit Groß­britannien kommen, so werde ich meinein Vaterlande meine ganze Wiffenschast zur Verfügung stellen." Man sieht, Edison hat ganz richtig cvfcmnt, daß der nächste Krieg ein Krieg der Ingenieure und des Genies sein würde.

vüchertisch.

Wiking-Bücher Bd. 7: Rudolf Presber.Po- veretto (Verlag der Wiking-Bücher, Leipzig). In Leinen 1 Mk. ..Poveretto" ist eine einfache und doch stark interessierende Ge­schichte, die in einen Hauch ivehmutsooller Entsagung ausklingt. Das alte Lied der Liebe, verschlungene, schwer zu enträtselnde Wege, die Poveretto mit schwerem Herzen gehen muß. Auch er kommt an das Ziel, nicht so wie er es erträumt hat, die rauhe Wirklichkeit des Lebens zertrümmert das Wsib seiner Wahl und Poverettos Liebe ivandelt sich zu heißem Mitleid. Helfendes, stufendes Mitleid, das ist das letzte, was Poveretto von all seinen Träumen noch rettet. Bd. 8: Ida Boy-Ed, Aus einer Wiege (Verlag der Wi­king-Bücher, Leipzig. In Leinen 1 Mk. Ter Roman schildert die Geschicke von vier Geschwistern. Es stirbt der Vater, und sie muffen erkennen, wie int Widerstreit der Interessen des realen Lebens, im Kampf der Herzen ihr enger Zusammenhalt sich lockert, wie jeder Brüder, jede Schwester ihre eigenen Wege gehen muß, um zun inneren Zufriedenheit, zum Glück zu gelangen. Ter Roman spielt in einer unserer großen .Hansastädte, in den Kreisen des alten Patrfiziertums ein Milieu, das Frau Boy-Gd genau kennt und überaus anschaulich widerzuspiegeln iveiß.

Ergänzungsrätse!.

S. l. n. .. ch st.. n . »e A. g. n . ff...

L.ß. .r.sch .n. sch..f.n ..d ..ö.l.ch ..ff.. U.. . äu... t . n . .. ch . i . .. ff. u. g . s.,

.e. .e.sch ..t .l.ck.i.., s. l.n. e. h.f.tl Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr Treff, p Pique, c ----- Coeur, car Carrean trB Treff-Bube, pA Pique-, cD Coeur-Dame usw. Vorhand erhielt: earö, pZ, pK, pD, p9, p8, p7, carA, carD, car8, Mittelhand: cB, cZ, cK, cD, c9, c8, c7, carZ, car9, car7. In, Skat liegen trA und cA. Spielgang:

1. V. carA M- carZ H. carK = 25 Augen.

2. V. pZ M. cB H. pA ----- 23 *

3. M. cZ H. tr7 V. carB 1 2

Sa. 60 Augen.

Scbristleituna: Aug. Goetz. - Rotationsdruck der Brüht'jchen Universitäts-Buch' und Steindrnckeret. N. Lange, Gießern