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oder nur geringe Kenntnisse des Deutschen hatten. So begann er mit einem tiefen Seufzer die Schularbeit in Kletzine, ohne die Hoffnung aus Erfolg und mit dem inneren Widerstreben, das er in Britzkatve in dieser Stärke nicht gekannt! hatte. \
Kollege Littich, der von Doktor Schrill beauftragt worden war, die Britzkawe r Schule von Gruird aus zu reformieren, verscherzte sich bald alle Sympathie bei Kindern und Eltern. Doch daran war ihm nicht viel gelegen, er war fest angestellt, tat seine Pflicht nach Schema „F" und war nur darauf bedacht, bei seiner Vorgesetzten Behörde möglichst gut angeschrieben zu sein. Mit Sebaldus Pohl hatte er sick- schnell geeinigt. Zwei edle Seelen hatten sich hier gefunden, und nach Sulitsch liefen nur noch Lobeshymnen, die auf Gegenseitigkeit gegründet waren. Der Krcisschulinspektor mit dem Leutnantston zweifelte an der Richtigkeit dieser Meldungen keinen Augenblick und war sehr stolz auf die ingeniöse Erweiterung seines Systems, die darin bestand, daß er einen Aufpasser neben den anderen setzte. Sein Ziel war, alle Lehrer seines Kreises allmählich zu diesem Erziehungsdienste heranzubilden. Leicht war das nicht, denn die Mehrzahl verhielt sich ablehnend, und bei seinen Ermunterungen konnte er Nicht gut allzudeutlich werden. Dafür war es eben ein geheimer Dienst.
Moritz Gassels Nachfolger, der von der Verwahrlosung oer evangelischen Schule in Britzkawe felsenfest überzeugt war, ging dieser Verderbtheit mit allen Mitteln, die ihm zu Gebote standen, zu Leibe. Keine Stunde verfloß, wo er nicht hätte den Stock schwingen müssen. Das kam den Kindern, die früher weniger hart regiert worden waren, sehr spanisch vor Em paar alte Weiber kamen mit ihren geschlagenen Enkel- kindeni vor die Schule und schimpften mächtig. Die Eltern nahmen es zum Glück nicht so tragisch. Kollege Littich ließ Nw von seiner Ueberzeugung nicht abbringen: die Bestrafun- waren nach Grund, Form und Ausdehnung in der behördlichen Liste notiert, und niemand konnte ihm etwas an- haben. Als er aber mit Strafarbeiten und häuslichen Ar- beiten kam ging eine Gärung durch das ganze Dorf. Franz ^niemdevorsteher, ging in die Schule und machte Herrn Littich Vorhaltungen, der aber auf seinem Kops bestand und sich -egliche Einmischung energisch verbat. Franz Wiegelt wurde grob und mußte sich dreimal die Tür UL' Dann gmg er. Zur Strafe verlor Moritz ^ I'c- ^L^^lger das Amt des Gemeindeschreibers, was ihn empsindlich traf, da es mit einem baren Jahresgehalt von elnhundertzwanzig Mark verbunden war. Sebaldus Pohl dem man es antrug, übernahm es mit Freuden. Man emp- baö feinere Uebel. Die innige Freundschaft dadurch beinahe in die Brüche ge- K ' A^r fte dachten zum guten Glück an die geheimen Berichte und vertrugen sich wieder. Ein glänzendes'Zeugnis
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Inspektor verlangte, daß die größeren Schulkinder zwei
dnbre bo/w® r ’H nUaffe r n metbcn fo[Iten ' roie das all die ^lahre vorher Sitte gewesen war, und Kollege Littich sträubte
l&ÄM ^ tereff . C fdneä Lehrplans Erst als ein vom Landratsamt kam, gab er klein bei.
Dübln" D°"iel Zpuppack und Pelaa
^>uvtn, die sich schon dreimal vergeblich beeilt hatten eu recht große Hochzeit. Denn nun war es wirk M „dH» «.
D°rs war dazu geladen und bie ^nigebNng. Der Kaplan, der das Paar i» der Kirche zusammengab, hielt die Traurede aus polnisch.
fuhr August Knorreck bös in die Krone, weil er
Rriur ^ ®!§ u L b »dben inußte, da er den 'Polack nach Britzbawe gebracht hatte. In eine wahre Wut aber geriet Franz Wiegelt mit dem Plan/um- ging, das Kretscham an Dämel Zpuppack zu vervaMen zi,r LInspektor lies sofort hinü«L stellte den Bauern
^^.^ktritt es nich,t, daß sich so etwas anspinne.
Mi, eC f » ” P^is. dann kriegt er's!" meinte Franz
Ich kann nicht mehr, mir wächst die Arbeit über den Kopf. Gemeindevorsteher bin ich auch Und dann ist die Ernte vor der Tür!" ; ^
nn nicht!" schrie ihln August Kilovreck
px Ä >6C eiTt£n ^° klcfen al *’ Kretschmer vor die Nase
eine
„He!" erwiderte Franz Wiegelt und kam auch aus seiner Ruhe heraus. „Ich tu, was niir paßt. Ich bin ein freier Mann. Mir hat keiner was zu sagen. Jch> karni mit dem Meinen tun, was ich will. Ich bin kein Beamter, demi man über Nacht den Stuhl vor die Türe setzen kann."
„Das müßt Ihr doch, einsehen!" lenkte der Inspektor ein. „Britzkawe ist ein deutsches Darf und soll deutsch bleiben!"
„Bleibt's auch!" sprach Franz Wiegelt ruhiger. „Wegen dem einen Polen?"
„Es bleibt nicht bei dem einen! Ich will Euch einen deutschen Pächter besorgen!"
„Was abgemacht ist, ist abgemacht!" rief der Gastwirt bestimmt und strich mit der flachen Hand über den Tisch. „Ich Hab lange genug gewartet. Jetzt setz ich den Zpuppack rein. Ich kann mir nicht die Haut von den Händen arbeiten, ich nicht! Das .Hab ich gar nicht nötig. Und ich Hab der Zpuppack nicht nach Britzkawe gebracht, ich nicht!"
August Knorreck ging davon und ließ sich seitdem nie wieder im Kretscham sehen. Daniel Zpuppack aber siedelte mit seiner rundlichen Frau über den Platz und ließ die eine der roten Laternenscheiben, auf der das Bierglas und die Buchstaben: „FRANZ WIEGELT" gemalt waren, heraus- nehmen und durch eine weiße ersetzen. Das war billiger. Darauf wurde dann mit roter Farbe ein Schnapsglas gemalt und darunter die Buchstaben: „DANIEL ZPUPPACK".
Sv verging der Mai, und die Parklinden begannen wieder zu blühen. Moritz Gassels Bienen, die dem Gärtnerburschen viel Arbeit machten, l-atten es zu ihrer süßeu Weide nicht mehr so weit wie früher und summten und schwirrten wie nre zuvor. Denn nun, wo auch der Raps zu blühen anfing, hatten sie es besonders eilig mit deni Bergen dev kostbaren Fracht. Unter den Linden aber saß Hedwig mit den Kindern, die zu ihren Füßen ruhten. Cäcilie hatte ihr Märchenbuch vor sich liegen und las dem kleinen Günther daraus vor, wie schlecht die böse Stiefmutter an dem lieben guten Sneewittchen gehandelt hatte. Das verstand der kleine Mann schon recht gut, und er merkte wohl auf.
Hedwig aber schloß die Augen und das Summen der Bienen klang ihr wie fernes Glockenläuten. Ta dachte sie an den Abend, an dem iie voriges Jahr unter dein buchenden Lindenbaum gesessen hatte, dachte an ihr verlorenes Glück und weinte. Lautlos entquollen Tränen auf Tränen ihren geschlossenen Lidern.
„Tante Hedwig weint!" rief Günther und richtete sich auf.
Cäcilie sah überrascht auf und verzog sofort den Mund Aber Hedwig, die schnell ihre Tränen getrocknet hatte, nahm sie in die Arme. Auch Günther, der stets von einer schrecklichen Eifersucht geplagt wurde, drängte sich an sie.
„Tante Hedwig!" meinte Cäcilie mit kläglicher Stimme. Du mußt incht weinen um Papa. Er ist doch im Hinimel!"
„Himmel!" bestätigte der kleine Bruder in einem Ton, der kernen Zweifel zuließ.
„Bei Mama!" fuhr Cäcilie fort. „Und wenn wir ein- mal sterben, dann kommen wir auch in den Himmel. Und du auch, Tante Hedwig!"
•jßfi ttidjt in den Himmel kommen!" protestierte der kleine Günther. „Hier unten ist es viel schöner!" Grns?o^" et einen Purzelbaum und wälzte sich im
...In diesem Augenblicke ging Thomas Hauschild vorüber, grüßte höflich, blieb em Weilchen von ferne stehen und aina wieder weiter. J ü
(Fortsetzung folgt.)
Rosen.
Novelle von Hermann Weick.
Postbote mühsam die fünf steilen Stiegen erklommen yfltte und im dunklen Gang an i<'r letzten Türe nackte irxirN ^ niÄt. g^ch Antwort, worauf sein Kloben w ein Tdyt Zerging. Ein zitternder Ruh der als HerZ ^"^^rden konnte, ertönte aus dem Innern; brc UM ynÄ s m SJ* deines Zimmer, das vorn und an einer Seite C h™ ai w!^ a Eindruck des Aermlicheu und Beenqerr-
derl, den dieser Umstand forme etwas schmale Fenster hervor-'
lt>entt man die paar Möbel st licke o^tzfochtete, die dickst beieinander standen. Es war nur das Not- ^ntngste: ein Bett, das so hoch war, daß man sich da An d* arhrrchtfil konnte, ohiie an die Decke zu fhoLien die äetai>e, dort schef in die Höhe strebte; ein wenig mtmm


