188

auf die Erde. Die magere Kuh hob schwerfällig den Kopf, streckte den HalS und brüllte ihre jammervolle Angst in die aufgestörta Atmosphäre. Michael Huberte stand in Schreck erstarrt und sah die Bilder seines Lebens, die guten und die schlimmen, in atem­losem Wirbel vor seiner dem Tod verkauften Seele vorüber- sUeben . . . wie das immer ist, wenn die erschrockene Seele weiß, rn zwei Sekunden kommt das bittere Ende.

. Michael Huberte sah noch, wie die Granate auf die Erde schlug, w^ eine Wolke von Steinen, Eisenhagel und Dampf aus der Erde wre aus einem Döllenkrater herausbrach und sich vor die goldene Sonne legte, dann spürte er einen gewaltigen Schlag vor die Sttrn . . . und dann war alles schwarz und still.

Als er nach ein paar Minuten die Augen wieder aufmachte, saß er auf einem Misthaufen jenseits der Kate, in zerfetzten Weiber- Nerdern, einen abgerissenen Strick in der Dand. Aus dem rechten Arm blutete eS ein wenig, anr-iinken Oberschenkel spürte er einen dumpfen Schmerz wie von einer Quetschung . . . weiter war ihm nrchts geschehen. Der ungeheure Luftdruck der geplatzten Granate hatte rhn hochgehoben, wie einen Federball über das Dach der Kate getragen und sorgsam auf den weichen Misthaufen niedergesetzt « . U «!Ä, auf v ber ""deren Seite lagen die Franzosen und die Kuh, alles still und tot.

Michael Duberle überlegte den sonderbaren Fall nicht lange, sondern machte, daß er davon kam. Die feindlichen Batterien waren erkundet mrd nngezeichnet und noch am selben Tage brachten die deutschen Geschütze eine Stellung nach der anderen zum Schweigen.

Wenn er aber die Geschichte seiner wunderbaren Errettung aus den Danden der Franzosen erzählt, dann sieht er bei sämtlichen .5? 5. Kompagnie nur , lachende Gesichter. Sie alle halten dre Erzählung von dem unfreiwüliaen Dopser über die Kate für einen großartigen Schwindel. Aber ich weiß, daß Michael Huberte Z"h7Lntsliebender Mensch ist, weiß ferner, daß die Launen Schicksals unberechenbar sind in Güte und Zorn . . warum lmtc ub mernem Freunde Michael Huberte nicht glauben?

der nichts hatte wechseln können dann wären wir eben weiter- U"d tnuinphiereud fügt er hinzu: .Ich we.ß noch ein

Dabakgeschast, das au, bat. in der Avenue Victor Hugo 1' m-Srfw» L öfa A c k-""nt der Name Landsknecht? Eine und^Kühnh-tt tt? ^"tlchen Kriegsgeschichte voll Männlichkeit h.ms* M lst mit dem Namen der deutschen Landsknechte ver. bunderu dle um dte Wende des Mittelalters zur Neuzeit die denen Ä 1 npm unb so manchem groyen Herrn seine Stege er- kamviteu. Ein buntes Bild dieses deutschen Landsk.-echtSgeiste« beschworen die trefflichen Lieder der Landsknechte heran', die soeben

ciL ^!' cbf 7 < 11 einer schönen Ausgabe gesammelt stnd.

xjn einem Nachwort erläutert der Herausgeber. Dr. F. A Hümcb auch den vielumstrittenen Nanren ^Landsknechte". den man trüber sogar von der eigentümlichen Waffe die er Krieger, der Pike oder Lanze, abieitete. Damit bat natürlich der Name nicht« zu tuiu

iwSt c8 ersten Achte au tauchte, ist unbekannt: daS

ftilheste bisher ermittelte Zeugm« stammt auS dem Jahre 1476 und ! .* ln der.Chron'que de Lorraine-, wo von einer Anzahlaven- r' irier ® ans q ue etz dte Nede ist, dte der Hauptmann Rudolf Harnescher an-uhrte. An dieser Llelle ergibt sich, daß der Lands- " 5 U"'unglich einen Knecht bedeutete, der -dem Lande dient", ohne Rücksicht aut leine Herkunft. Er,t nachträglich wu.de durch die Verordnung Maximilians l. von J495 der Name dahin au»- gedelitet. daß er die deutschen Söldner bezeichnete, die aus den in, Reiche angeworben wurden. Der internationale «Ne,Staufer wurde dadurch zum deutschen Landsknecht.

Vermischtes.

- 1 ,I * L e ,? Nachidroschke. In einem wehmütig,

komischen Bilde halt der Plauderer des .Journal deS Dsbats- der Skizzen von dem Aart« be, KriegAzett entwirst. fesiie Heimfahrt in einer Nachtdroschke lest: Man hat üch bet einem Besuch ver'pätet und die letzte Untergrundbahn versäumt Wir sind zwei, der eme wohnt auf dem Montmartre, der andere nahe a.n Montparnaffe - wir befinden uns »n einer Allee de« Bo,«. Alles ist tieiste« Schweigen und grenzenlose Einsamkeit. Da börl man vlötzlich in der »rerne ein leise« Raffeln; es wächst an. wird rhythmischer- ein müder Huifchlag klopft auf dem Asphalt, und dte Laternen eine« Wagen« tauchen aus aus der Dunkelheit, t^ott sei Dank eine Droschke. Sie ist alt, sehr alt: auch der Lenker ist ein betagter ^tn Pferd von so durchsichtiger Schmächtigkeit, daß es sicherlich bereits mehrere Regutütionen als untauglich für den *!-? ""brauchbar zum Schlachten zurückgew.esen haben. ^t)as Gefährt ist gluckttcherneife leer, und wir veranlaffen es ohne «roße -blühe zum palten. Schüchtern bringen w,r unsere Bitte an. D?.oer Reihe nach b.S an d,e beiden Berge ,u fahren, dte das . te J großen Stadt begrenzen. Der Kutscher in seinem Pelz macht das wütendste Gesicht von der Well, und da« Pferd strei t un« mit einem so ahnungsvollen Blick, dag man fast glauben möchte, es habe verstanden, worum eS sich handelt, und frage nun uorwurfSooll: »Und das verlangen Sie von mir, meine Herren f Doch der wackere Roffelenker willigt ein und wir be- steigen da« Gelahrt. Alleen folgen auf Alleen: sie sind von e.ner *$?**< u, * b ,no " 'urchtet. daß sie überhaupt nicht auf.

Ta« Pferd setzt vorsichtig Fuß um Fuß aus dem schmutzigen Psta ter. der alte Kasten rattert dte eintönige Musik zu diesem langsamen Trott: er seu'zt und stöhnt in seinen Fuge.l. Wir werden durch und durch gerüttelt und sind doch an diese Art der Fort­bewegung gar nicht mehr gewöhnt aus jenen glücklicheren Zeilen da man nur in, Auto fuhr. Ohne dte dunklen Schattenspiele d?e ^ v-r den trüben Fensterscheiben leicht hin und her bewegen wurde man glauben, man hätte eine Panne gehabt und säße in einer unbeweglichen Droschke, deren Kutscher in einen liefen schlaf komm/ta"auch totes Pferd vor.espannt ist. Aber schließlich

J ' die Schnecke weiter, und so gelangen wir m.t viel

Geduld in die Stadt. Ja. Wunder des Wunder«, wir kommen lmt° r «5 Wohnung des einen, und nun muß der andere Ta ei?ne^/^Elterfahrt zurücklegen. Alles scheint gut ,u geben. 20 %rn»ra J^ 1 "«? entdeckt, daß man nur noch einen

20-Francs-schein bet sich hat Die Frage, ob er .vechseln könne

mn ! ^ l, ! ,ctier i n4< e'nem so entschlossenen Nein zurück ai« ob ff'L'l"' e,nc " 1000.FrancS-Lchein hinhielte. Wie sollte ev tvnh Wnt § Tage verdient haben! 'Aber der guie Mann

hat^noch^ *off ^ a - rIei1 «! e lo® ,r ii fabren ö" einem Tabakgelchäst; daS har noch offen. .Was? Um dreiv,eitel Zwölf?- n.«

Ä Und nun geht die Re.se wi'eder lo«

Getränke verichentt " «och offen. weil e« keine alkoholischen

Di« Kiiche im Kriege.

~, rj , . (Nachdruck dringend erwünscht.)

't Sauerkraut, (Jede Fischart,) U/> Pfd, M. U/r Pfd^ Sauerkraut, V« Liter Milch, l Ei, 40 Gramm Meyl, Salz, 40 Gramm Fett, Fischreste und Sauerkraut wer» Sstt ausgestrichene Auslaufform ringe» schichtet, Milch, Mehl, Salz und Ei gut verrührt und dar»

gelb gegacken Auslauf wird 20 Minuten im Brawfen

vllchertlsch.

Gemälde moderner Meister in farbiger Wiedergabe 12 Jahrgang 1915 , Inhalt des Fe» ^ Werke von dem Altmeister Ludwig flW: 20 e ,,11 ayeT Bauer, Bauernstube. Trauben essender Tfcnun Bmic- "rädchen. Hessische Landschaft. Spaziergang SLe) Abon^ mentspreis des Heftes 2 Mart. BeUag Lon'^L Seemann ch

Kunst wart. Erstes März he ft. Kriea«auSaab- ö'.'."' halben Preis. tDerlag von Georg D. W. Eallwen ^llinttwn

2 'h 6 ^4 f,) s TQ§ ii' eft eta P ,,e i eln ^kdtcht von Fridolin pofer «Amfel, du FriedenssLiigern,-. Es folgen die arößeren

Bröc?-r Stapel, Ter Kampf gegen Manchester. Paul

Just..« Bruickmann -j-. Paul Marsop. Oeffentliche Unter- hattungsmuük Deutschland. Gerhard Lchielderup, Wir Skandi­navier für Deutschland. Die ^Losen Blätter" geben eine Probe or^r ben Deutschen in Rußland spielenden Roman der ^ranceS KülpeS Kinder der Liebe". Aus der Rund chau beben wir hervor, ttrtu, BonuS, SchöpfungSzeiten. Ezard Nidden Zwe, stille Bücher. Adolf Deutenberg. «Preußengeist-. Avenarius' Kreuze für Feidaraber. Christian Ewald von Kleist. Die Be- für Ostpreube.l. Guten Tag, AyeShal ffi?' derlei lagen bringen die farbige Wiedergabe einer

«V., von Albert Windtsch, ferner ein Dutzend Beispiele

von schlicote» Kreuzen sur ,^eldgraber nach Entwürsen ans der Kgl. Kunuakadem.e von Breslan. AlS Notenbeilagen sind die mstge'geben"E" Klopstockfcher BaierlandSlieder von Gluck

Gleichklang-Rätsel.

Manchem nur komm' ich gelegen,

Vielen mache ich Verdruß Svend' ich dem einen reichen Segen,

Biet' ich dem andern keinen Gruß.

Deut' mich anders, muß ich nennen Eiiu-n Fluß iin Bayerland.

Willst du noch dte Mündung kennen,

Wand're nach der Donau Strand.

Auflösung in nächster Nummer.

p

A U | L

A

D

R

A

U

R

A

N

L

A

N G