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Tage ein Zipfel zeigte, war allerdings eine Seltenheit und nicht verwundern, daß der Gegner dieses Ziel zu einem' Preis- und ettschießeu zu benutzen schien. Mer er.hatte doch nicht mit sei­nem Gegenüber gerechnet. Kaum halten die Landwehrmänner vorn ersaßt, worauf der Feind schoß, da legten sie auch schon wie ans ein Zeichen das Stück Brot oder Speck, <m dem sie gerade kauten, beiseite und schlugen an. Hier und da tauchte drüben ein dunkles Käppi ans, ober lvo sich eins zeigte, schlugen jetzt die gut gezielten Schüsse der Landwehr ein. In wenigen Augenblicken stoppte drü­ben daS Feuer ab, der Franzmann verkroch sich hinter seine Deckung. Ungestört kam der einzelne Soldat jetzt dem-Grabcn Näher, nun sprang er mit einem fröhlichen Lacheil in den Graben hinein, .Dank Euch schön!" rief er mit heller Stimme, aber dann zögerte er.Bin ich denn hier recht? Ihr seid doch nicht von mei­nem Regiment? Was seid Ihr, Kameraden?"

Wir sind vom Landwehr-Regiment die achte Kompagnie, Herr Leutnant," gab der alte rotbärtige Krieger zurück, der trotz des einfachen Soldatenmantels den Offizier in dem Ankömmling er­kannt hatte, und fuhr aus den fragenden Blick des Leutnants fort: Das aktive Regiment wurde vorgestern aus den Gräben zurück gezogen und soll nach Rußland abtransportiert worden sein."

Teufel auch," meinte der Offizier,und da schickt man mich hier herauf. Ich war einige Tage leicht verwundet im Lazarett Und wollte nun wieder zum Regiment. Was nun? Wer führt denn Eure Kompagnie?"

Ein Vizefeldwebel, Herr Leutnant, führt uns," antwortete der Landwehrmann mit einem schmerzlichen Unterton in der Stimme,unser guter Oberleutnant fiel kürzlich beim Sturm. Und nun find wir ganz führerlos; wir möchten wohl gern wieder einen Offfzier. aber" Da brach er ab: es lvaren schon zuviel Worte für einen so alten Krieger.

Der Offizier ging den Graben entlang. Wo er vorbeikam, trat die Mannschaft ehrfurchtsvoll zur Seite. Ein freudiges Leuchten kam in die An gen der Landlvehrleute. Es war ihnen eine Freude, daß wieder ein Offizier unter ihnen weilte.

In einem niedrigen Unterstand hockend traf der Leutnant den Kompagnieführer mit einigeil älteren Unteroffizieren. Er kroch -n ihnen mit unter und schüttelte ihnen im düsteren Licht die .Hand. Don ihlien erfuhr er bald die Tatsache, daß das aktive Regiment nach Rußland sei und gleich daraus abermals die Klage, daß die Kompagnie nun keinen Offizier mehr habe.Ich gebe mir schon die größte Müh'," meinte her Feldwebel zum Schluß treuherzig, aber für die Leute ist's doch was anderes, und ich selbst wäre heil­froh." Dann versanken sie in den Allstausch der Kriegserlebnisse. Und bald war das Balld zwischen dem jungen frischen Leutnant und den ergrauten wackeren Landwehrleuten geschlossen. Als er gar noch erzählte, auch er habe ein junges Weib und einen kleinen Kerl zu Haus, da fiilg jeder nach der Reihe an, seine SorgenI schlicht und treu zu offenbaren.

Tüt, tüt-t-ü-ü-ü-t" rief der Fernsprecher aus der dunklen Ecke. Der Bizefeldlvebel legte den Hörer ans Ohr. Er horchte eine Weile auf die knarrende Stimme in der Leitung, dann flüstert er: Wir sollen angreisen." Ter Leutnant ergriff die andere Ohrschale und hörte mit zu, nickte lind bat um den Sprecher.

Herr Oberstleutnant," rief er hinein,hier ist Leutnant Helling. War verwundet und abgekommen vonl Regiment. Bin jetzt mit hier oben ini Graben der Landwehr. Dürfte ich heute viel­leicht den Sturm leiten?"

Nach einer Weile legte er den Sprecher beiseite.Also Herr­schaften, wir werden die Kiste heut zusammen machen." Und der Bizefcldwebel drückte ihm die Hand und sagte:Mas werden sich die Leute freuen!"

Wie ein Lauffeuer hatte sich der Angriffsbefehl im Graben verbreitet. Die Leute machten ihre Sachen fertig, denn sic lvaren gewohnt, daß nun bald der schwere Angriff beginnen würde. Es lvar ein sauer Stück Arbeit, das wußten sie, und mancher Sturm war schon rm feindlichen Graben zerschellt. Da drüben vor dem Grabei: lagen ja noch die Leichen der gebliebenen Kameraden. Immerhin, sie führte heute ein Offizier, und neben dem Ernst gab ihnen dies eine größere Siegeszuversicht.

Der Leutnant ivar mit dem Vizefeldwebel an den Grabcnrand getreten und betrachtete sich das Angriffsgelände.Ich kenne das Borgelände hier gut," sagte er,es ist nutzloses Opfer hier über die freie Fläche anzutreten. Sehen Sie dort rechts den schmalen Graben längs der Straße? Da werden lvir heute abend entlang Vorgehen."

Ter Feldwebel erstaunte.Sollte der Sturm nicht gleich unternommen werden?

Ich 'habe dem Oberstleutnant gesagt, daß ich den feindlichen Graben beute nehmen würde. Das andere muß er mir schon über­lassen. Lassen Sie ansagcn, Feldtvrbel, daß die Leute am Tage ruhen. Abends gibts Arbeit."

Mehrmals rief der Fernsprecher am Tage noch an. Warum so lange mit dem-Sturm gezögert lvilrdc? Ob er nun endlich er­folgt sei. Immer wieder gab der Leutnant zur Antwort, der Heutige Tag habe zwölf Stunden. Man möge sich gedulden. Die Leute aber schliefen ruhig in ihren Schützenlöchern und fühlten, daß letzt jemand die Beranllvortung ftlr sie trug.

Es war dunkel geworden. Der Leutnant voran, schlich sich Mann ftlr Mann ans dein Schützengraben, duckte sich in die Siraßenrmnen imb kroch hier auf dem Bauche weiter. Es ver

giirg eine Stunde und noch eine. Nur zollbreit, aber doch unbe­merkt kamen sie vorwärts. Jetzt konnten sie schon das Sprechen im feindlichen Graben vernehmen.

Näher rückten sie auf. ES war nur noch ein kurzer Sprung bis znm Feind. Sie konnten nun nicht mehr unbemerkt bleiben. Schon fielen einige Schüsse des feindlichen Postens, der anfmcrk- sam geworden war. Da sprang der Offizier an der Spitze hoch und wie ein Mann die Leute neben und hinter ihm. Ein rascher Sprung, ein vielstimmiges Hurra, ein paar aufblitzende Schüsse und ein lvütendes Ringen. Die Landwehr lvar im feindlichen Graben und räumte auf. lieber den Grabenrand sprangen die überraschten Franzosen, von den nachpeirschenden Schüssen ver­folgt. Schnell richteten sich die Landwebrleute gegen einen An­griff ein. Bon drüben begann ein wütendes Jnfcmteriefeuer, all­mählich flaute es wieder ab. Tie Landwehr hatte den Graben genommen, fast ohne Verluste.

Die Leitung war schnell nachgelegt. Im eroberten Unterstand saßen sich Leutnant und Feldwebel gegenllber. Der Offfzier griff zun: Sprecher.Abschnittskommandenr". Und dann:Melde, daß der feindliche Schützengraben an der Höhe von der Landivehr genommen." Erneu Augenblick Stille. Dann eine freudig erregte Stimme.Helling, ein Prachtmensch sind Sie ja! Wie haben Sie denn das gemacht." Ter Leutnant erwiderte:Die brave Land­wehr hat es geschafft, Herr Oberstleutnant." Und wieder ton: eS zurück.So soll die brave Kompagnie zur Belohnung einen Wunsch frei haben. Frager: Sie, ob sie Ablösung oder bessere Verpflegung will!"

Ter Offizier übermittelte es dem Feldrvebel. Der wiegte den ergrauten Kopf und ging hinaus, um sich bei den Leuten nmzu- hören. Tann kam er wieder.

Wie ich es mir dachte," meinte er stockend,die Leute wollen keine Ablösung und auch keine besondere Verpflegung. Aber eine« Offizier möchten sie wieder haben. Sie bitten um ihren Führer von heute. Darf ich das sagen?"

Der Leutnant drückt dem Feldrvebel die biedere Rechte und reichte ihm den Sprecher.Sagen Sie es selbst, lieber Feldtvebel, und fügen Sic bitte hinzu, das sei auch mein schönster Wunsch!"

vermischte».

c a n z ö s i s ch f ü r d i e F e l d g r a u e n. DieKriegs- f l u g b l ä t 1 e r", Beiblatt zurLiller Kriegszeitung" yjr. 16 vom 1. Februar 1915 enthalten folgenden gelungenen Scherz:

Kurze Anleitung zur Erlernung der sranzö- s i s ch e n S p r a ch e, den deutschen Soldaten gewidmet von Josef Huber, kgl. bahr. Infanterie-Soldat, früher Stallschweizer und 1. Vorsitzender des kath. Bnrschenvereins Mieshartling.

*

Stcbst auf in da Fruah und kochst an Kaffee,

-So brauchst, 's is recht leicht zum merken,Dülä".

Und suachft zweg'n der Hänsa ab nach oana Kuh,

Dia ffndsst leicht, dia schreit a in Frankreich nur Muh. Vertrag':: dös Kommisbrvt net guat deine Zähn,

Dann gehst zun:bnlangsche" und verlangstDupün"^

Und is da ohne Butter de: Kommisbrot -'leer,

Machst 's so und sagst einfach: i nükhtDübörr",

Und steigt da vor. Larsei da Mag':: in d' Höh',

Dann machst as tt so und sagst:manscheh"!

Und siagst wo a Schild!:Eharkuterie",

Was dös is, woas bei uns a jed's Bich.

Erdäpfel, Grundbirn und dergleichen mehr Hoaßcn französisch allweil:Ponnndetcrr".

Und san ma a Barbar'::, auf 'nt Tisch 'eff nm: net.

Mir möcht'n a Teller, dös hoastassictt ,

Und hat da oana fei Messt: oavo.

So mnaß halt sag'::, daß d' brauchstdu kutoh".

Willst mit die Finger d' Menasch ess'n net.

Verlangst a Gabel und dia hoaßt:furschett".

Labiähr" hoaßtBier" und hoaßt ader Sarg",

Dös Bier!! und der Rain'? na düs is scho arg.

Und hängst an a Flaschen langmächti jcho dro Und bringst as net auf, nimm anTihrbuscho".

Willst mit an Kam'raden ins Wirtshaus geh'.

Schauast nach an Taferl:Estamineh."

'Hast 's Zrvick'n inv Bauch und bist scho halb hi,

Na kuriert d: sicha a GlasOhdewieh",

Uiü) bist a bessara. seinara Herr,

Verlangst in dem Fallanverrdölikehr".

Brauchst Haber für 'n Gaul und hast aba koan,

Verlangst ganz oanfachdölawoan".

Vom Haber lebt aba a Pferd net alloa,

Es braucht a a Heu, dös hoaßtdüfoa".

* D i e Flieqerbontbe vor Gericht. Da nun einmal die bösen Deutschen in Parts an allem schuld sein sollen, so ist es nur natürlich, daß sich oud) die iranzöüschen Advokaten ihrer de dienen. Wo gäbe es für das Platdoyer eines Pariser Rechts­anwaltes eine:: besseret' Grund als eine deutsche Fliegerbombe. Dieser Ansicht mar der RechtSbeistand einer würdigen Dance aus gutem Hanse, Mine. Marie Mombes, die sich dieser Tage vor einen: Pariser Geeicht wegen verschiedener Diebstähle zn verantworten