nt. 5jo
Erstes Blatt
168. Jahrgang
Samstag, 21. Dezember M»
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wochemüSbliS.
Am DomverSttrg l-crt die Reichskonferenz der Arbeiter und Saldatcuräte mit großer Mchrheit/ nämlich mit 400 gegen 50 Stimnren, beschlossen, daß die Wahlen zur Na- tiomrlver'srrminlu.'trg schon am 19. Januar stattfinden sollen. Eine Botsä-nft, deren wir uns freuen sollen und können. Kvar ist es keine ungemischte Freude, denn jenes Berliner Lorpcrrlament, dem wir diese Entscheidung verdanken, hat uns in seinen Krgelangen Beratungen doch im allgemeinen enttäuscht. Mau' konnte auf ein tuftreinigendes Golvitter hoffen, und daß der Kongreß gerade in Berlin sbattfand, schien die Vorbedeutung zu haben> als wolle man der tobenden kleinert Minderheit hart auf den Leib rücken. Wert gefehlt! Liebknecht und seine Rebenhäupklinge waren es, die aus ihren Händen die Blitze zucken ließen. Ihre Abordnungen choltertrn lärmend in die Beratungen und Lages- vrdnuugcni hineiir, fufnd öfter schien es, als werde die Konferenz errdgu.lt ig gesprengt und zur Beschlußunfähigkeit verurteilt. Statt eines frischen So leitensvonttvindes wehte laue und dünne Kompromißluft. Man unterhielt sich über das Was sc nt ragen und die GradabzeickMir und kam uberein, daß beides fortan beseitigt und abgeschafft werden solle. Erst am vierten Tage kam man zur eigentlichen Sache, auf die das Volk wartet. Und da wurde denn freilich die Regierung Ebcrt-Scheideinanu mit großer Mehrheit bestätigt, die oberste Führung durch das Rätesystem «rbgelehut und der Terrnin für die Nationalversammlung — unter Pfuirufen der Unabhängigen und Spartakus- teute! — ans den 19. Januar verlegt. Diese Psniruse läuten das neue denrvkratische Zeitalter sehr mißtönend ein. Wir haben noch den Barriradearuf Adolf Hofmanns im Ohre, und wissen nicht, was morgen noch altes passieren kann. Wie Plutus im faustischen Mummenschanz dürfen wir noch nicht vertrauen, daß der „unsinnige Haust' nun gebändigt sei: „Noch braucht es, edler Freund, Geduld, es droht noch rnanch.wlei Tumult." .
Welch eine merkwürdige Wandluiig ist es doch, oatz der „Boruxirts", der ehedem gegen die verrottete bürgerliche Gefells djaft nicht genug ttiettcm konnte, heute in gelinde VerÄtoeislimg geraten ist über das tolle Vorgehen des radikalen linken Flügels! Er meint: „Während wir über das „Rütesyswm" debattieren, das von fernen eigenen Anhängern langst zur Karikatur gemacht worden ist, schreibt die polnische Regierung aus deutschem Boden Wahlen für die polnische Stativnälversanrmlung aus. Und ruxy eine weitere Uebersicht bedenklichster Ereignisse stellt das Blatt den redseligen Anhängern eines Eilmarsckxes nach dem vollendeten Zutun ftssraat vor — die Tschechen haben ganz Deutsch-Gähmen besetzt. Der deutsche Gesandte in Warschau ist nach Hause gejagt worden, der nt Madrid glcrck)- falls Das rechtsrheinische Gebiet ist von den Gegnern besetzt, sein Zusammenhang mit dem Reich ist zerrissen, das wirtschafttickie Leben hüben und drüben erstirbt. Die fraiv Misc^ kNationalistenpres.se betrachtet Elsast-Lothrrugen schon als zu Frcrnkveich gehörig und fordert die Annexion oes ganzen rechtsrheinischen Gebietes. Die Ltbsicht, Deutsch- Qesterreich an Deutschland anzufchliehen, wird drüben als Utopie verlacht, an der Zertrümrnerung des verbleibenden Restes von Deutschland wird desto kräftiger gearbeitet. Tie deutschen Kolonien, deren Besitz uns wenigstens einen Teil der uns notwendigen Zufuhr sichern könnte, gelten den englischen Jingos bereits als gesicherter Erwerb Englands Wir unterhalten uns über Sozialisierung, vergeben dgbei aber die Vorfragen, ob ein Nationatvermögen, über das uns freies Verfügungsrecht zusteht, noch vorl)andeu ist. Der „Vorwärts" erwähnt schließlich die ungeheuren Ent- schüdigungsfordernngen, die drüben vorbereitet werden, und die Bedrohitng Deutschlands „durch einen Frieden von solneer Härte, wie er seit den Zeiten des grauen Altertums nicht mehr dagewesen" sei. Nach S e l b st b es Innung ruft das Blatt, nach „Vereinigung.aller Kräfte rn dem Bemühen, zu bessern, was nock> gebessert tverden kann, ab- zuwehben, was noch abzuwehren ist." . ^
Die Kette der verderblichen Ereignisse, die der „Bor ' wärts" anführt, ist inzwischen noch läMer genwrden. Der treulose ungarische SNinisterpräsident Karolm hat unseren tapferen Mackensen internieren lassen; allerdings haben die Feinde nun auch ganz Ungarn besetzt. Unsere W>gsse7lstilb standsnbteilung in Spaa scheint reckst rührig zu lein, aber was Hilst ihr dies, wenn sie nur eine schwache deutsche Regierung im Nucken und keinerlei Machtmittel mehr hinter sich hat? Marschall Foch schwingt noch immer unerbittlich tz)ie Pc Nische. Wir werden gehetzt mit der Ablieferung de^ Eisenbahnmaterials, gedcmütigt durch die Unterbindung alles Verkehrs mit unseren linksrheinischen Volksgenossen. Diese sollen zu unseren Wahlen für die Nationalversammlung aufgerufen werden. Wird die Entente dazu die Hand bieten? Müssen dann nicht sck>on in den nächsten Tagen die Umrisse des Vorfriedens sich zeigen, dem nur entgegengelM? Wilson weilt seit einigen Tagen in Paris, und aus seinen Anspracl-en an die Franzosen haben wir noch nicht ersehen fernen, ob et das Uebelste, das Frankreich und England aeoen uns Vorhaben, von uns abwenden will oder nickst. Von den amerikanischen Besatzungstruppen jenseits des Nl-eins hört man verhältnismäßig Günstiges, allem wir dürfen uns damit die „gemeine Deutlichkeit der Dinge" nickst
verschleiern. .
Selbstbesinnung tut uns not, nicht nur den Sozialdemokraten, sondern auch den „bürgerlicksen" Elementen' Wir dürfen uns bei müßigem Gerede nicht meist auf- halten. In der Schuldfrage dürfen wir nickst weiter sinnlos das eigene Herz zersleisckstn, denn es bleibt ja so klar und wahr, daß die Hauptschuldigen die EinkreisungspolitUer der Entente sind! Die „Deutsck)e Allgemeine Zeitung", das Berliner Negierungsorgan, ist jetzt endlüh in dieser Beziehung etwas aus seiner Neserve herausgelreten, indem es die beweiskräftigen russischen Enthüllungen auszunutzen beginnt. Man rnuß immer wieder Nachweisen, wie der Rmg gegen vus gejchNlLdet wurdet Die Wahlbewegmig zur Nutwuab
Versammlung muß auch zu einer Volksbewegung für ^inen würdigen Frieden werden, indem wir den Bettelsack ab- legen und furchtlos unü stolz die Nalionalehre hoch- und reinhalten. Befähigte und überlegene Staatsmänner allein tun's nickst; im Volke selber muß ein starker Wille und Geist erwachen, der neben den anderen Völkern mit eigener Fackel in die Zukunft hineinleuchtet.
Die Reichrkonserenz der Ardeiier- und §o!datenräte.
(WTB.) Berlin, 19. Dez.
5. Siltzung vom Freitag den 20. Dezember.
Vorsitzender L e i n e r t eröffnet die Sitzung uw i 9.40 Ufr vormittags. Der Vorsitzende teilt mit: Die gestrige Abstimmung über den Antrag L ü de m a n n hat ergebeii daß 290 dafür und 115 dagegen gesttnimt haben. Damit ist der Antrag der Uinrol>an0NI ^
ledigt. Es bleibt dibei, daß die gesetzgebeaoe und Vollzugsgeivalt dem Rat der Vol^deaufttagten übertragen wird^
Die Unabhängigen bringen eme -Resolutton em, me
^ U ©V/g'e t ^Nnal'^rngigst ^Die separatistische Klein staats ei hat zum Zusammenbruch geführt und die Entwakluiig Mr Freiheit aus- gehalten. Leinert (MehrhettsPartei):^ Zum haben du
Bundesstaaten scho ngeioählt. Diese Beschlüße konnm vom^ Ratekongreß nicht ohne ioeitcres beseitigt werden. Die Bestitigmig der Einzelstaaten würde für die Nationalversanlmluug. die grösste: Br- deuttrng haben. Kaul (Mehrherispartei): Ich bitte den Anttag
ö¥ Ä die Frage der Sozialisierung deS Wirtschaftslebens. Referent Hilferding: Wir hatten im-^ den sozialistischen Staat anders gedacht, als ttemqztitten. ist. ^ozi^ sierung kann nicht bedeuten Uebergang der Betineae an b?e Arbeiter- schast. sondern nur Ueberwhrnng d^r gesamten Produktion in die VersügilngHgewalt der Gesellschaft. Reis hierzu i,t vor allen Trugen der Bergbau. Besonders wichtig i r auch die ^whiienma der Hypothekenbanken, um Einfluß zu bekommen, auf den Uad'iickMi und ländlichen Gruudstücksmarkt. Bei der Sozicüi,ierung .wollen war nicht konfiszieren, sondern entschädigen. Daß der lcuidrmrtichostttche Großbetrieb nicht vollständig aus gelost w^r^n kmme, ist klar Wenn er mit einer iutelligncken Arbeiters chast arbeitet, so rster auch dazu berechtigt. Es l)<rndelt sich nicht um den pbrsänttchen Borteil. Das Proletariat muß stch alles vorarbesten Kerne Arbeit wird schwerer sein, als die nach wt'.m Steg-. .Bejitzlos sicher wrr aus der kapitalis-ischen Bewegung^hervor, ivre wir m ste emgetret«i sind. Die Bettiebe gehören nicht einigen wenigen Kapitalisten, sondern der neuen sozialistischen Gesellschaft, und Sie müs,«r dafür sorgen, daß diese Betriebe in so gutem Zustand wie möglich m me sozialistische Gesellschaft über^'sübtt »^rden. wir sozialistisch richtig arbeiten. !r den ^r dre Eisenbahnen, w schließt sich vir Lowmv.wbau, die Sch^^rfabrlkr.rwn stsw. an. Ein Jndusttiezweig schließt sich deni andern an. D:e Arbeiters^!' darf nicht uugeduldlg werderr. Sie .nutz sich bewutzt bleiben oaßes sich um das größte Ideal hmdelt. nicht der eigenen Person, sondern des Ganzen. (Beifall.)
Ledebour teilt imt, daß er mfolge Katarrhs da-s Rekerar über die Fricdensregelung und deren Einfluß auf den Reudau der Republik nicht halten kann. ^ ^
Mehli ch - Dortmund: Mit einer -solchen Bewegung, ane sie seit dem 9. November im Ruhrrevier sich zeigt, fördert man die Produktion niäst. Sie (führt zur Stillegung . Äuf diese Werse bleibt nicht viel zum Sozialisieren übrig. _
Bersten (Düsseldorf): Der Kapitalist wrrd s^n:lich ferne Betriebe wieder herstelleiN, um sie dann den DolkZbeauftragtnr zu übergeben. Eine Betriebskontrolle ist unbedingt erforderlich.
Ein Mitglied der d e m v k rat i s chen Fra k t t o n fuhrt auv. Wir stimmen den Forderungen Helferdrugs rm Ganzen zu Als landwirtschaftlicher Unternehmer !habe ^rch aus die Notwendigkeit hinzuweisen, die Landwirtschaft M sozialisieien. ^ Landmrrt- frf-LQft war politisch und sozial rückständig. >Lne war die Trägerin beS crftett ef«rr«i!vrriff«rift und Entrechtung. Eure
obersten Kommandogewalt im Verein mit einem Telegierlanrat der
Gannsön^^da ten f r a k t i o n bringt eine Resolution ein übet Schaffung einer einheitlichen sozialistischen Front tm Innern.
Ledcbour (Unabhängig). Wir haben nrckKs gegen, ein Zu^ sammenarbciten mit der sozialdemokratischen Patter Einc Ber 'chmelznng ist aber nicht möglich, Sckxndemann, Ebett und Lan^- borg sind zu mißkveditiert. Mit ihnen ist es nicht möglich Such« Einigkeitsredner! (Wachsende Unruhe.) Das ^cht möglich dnnÄ den Antrag Lüdernann. .(Ruf: Reden Sie nicht so dmmn Grotze Unruhe.) Wenn die Masse der Arbeite am unserer Seite ^ dann ist die Zeit zur Eungrnt da. (BerM Lamn Dfm« auf den Tribünen, anhaltender Lärm.) Al» der nächste Red Scheiden.ann beginnen will, erhebt sich tötender Begrutzund^ beisall; als Antwort darauf ungl-aüblickM Lärm .
Volksbeauftragter Scheidemann: Die Rede be
amtet eine neue Zuspitzung der üc^snttgcm Almergung^^ur die Arbeiter ist nichts gewonnen. (Brausender Bcnfall, larmenL«c Widerspruch.) Anstatt dm Kapitalismus zu bekampten, 'w^ngm Sie die Arbeitersck-ast auseinander. (Mimckyilanger Lärm der den Radikalen. ) Die Antwort, die Sie von imr nicht Horen Elen, werden Sie am 19. Januar bekommen. (Brausender Verfall; cm« ljaltcnder stürmischer Lärm.) Ein SoUat den Antrag;xurück, fordett seine Kanieraden aber aus, an den Fronten die erlebten Szenen zu erzählen. (Furchtbarer Sturm, der sich tun legi, als nach Minuten eine Rednerin das Wott nimmt.)
Frau Leu: Der beste- Beweis für die neue Zeit ist die Tat- sackte, daß ich hier das Wort ergreifen kann. Die Fvauen müssen, in der kurzen Zwischenzeit bis zur Wahl auigeklc^t wmden. (Bravo.)
Zum Schluß ergreift Le ine r t das Wott,: Die KougreßtagunL wird gcivaltiq im Volke uud in der Arbeiterschaft wicmvrrim. Ter Kongreß ist das erste revolutionäre Parlament, aus das me Arbeiterklasse voller Erwartung geblickt hat. Die Fottfichrung mm. Sicherung der Revolution ist erreicht durch den Zeuttalrat und dir Feststellung des Termins für die Natioiralversamnckumg, die die (Staudt werden wird nach dem Programm der Sozealdemokrat^. Große .Sachlichkeit, l>at hier gewaltet. Waren wir Mich nuhL in allem einmütig, so sind wir doch im Ziele einig geweten. Wrr wollen verändern, daß über die Errungenschaften der Revolution der imperialistische Kapitalisnms Englands, Frankreichs oder Amerikas triumphieren kann. Wir wollen Deuttchland tter machen von allen Bedrückern des In- und Auslmrdes. Nicht Aufiö swi^. sondern Wiedergebntt des deutschen Volkes heißt es. Tann gemeint es auch Liebe zur Arbeit, nicht für den Kapitalismus, wndern fiw das ganze Volk. Ich bitte Sie, mit mir einNlsdimmen in den Sbu: Das revolutionäre, sozialistische Deutschland lebe hoch!, ffie Ver^ sammlung stimmt in den dreifachen Ruf ein.) Ich sckL«We vor Kongreß. (Händeklatschen.)
»es ^»siems. der N.ssm^rrichast^ Eme
Masse kleiner Bauern muß aus eigene schölle gesetzt werden. Ein freies Volk auf fteier Scholle (Lebhafter^ Beifall.)
Volksbeauftragter Barth: T« großen Luckm in der Ver- sammlung zeigen das tiefe Niveau d-s Kongresses. (Du-Unerhört!) Tie Frage der Sozialisierung ist bie Frage der Gegen- wart. die allein aus dem Chaos herai^brrngen Üoam. T^e ck^iter- fckxrst läßt sich nicht mehr halten. Sei der Bergchru,dieStahl- werksverbände. der LoLimvttvbau, die Kdundustrie «vddie^ Elektrizitätswerke nicht reis dazu? Durch eme einz.rge Verfügung kann da Wandel geschaflen werden.
Schreck: Nicht die Sozialrsierrmg, sofern die Ächnfmderun oen lMben das Chaos verursacht. Mit gehörigen Steuern O die
%&*&$?%* reif. Beschs mir die
fof»rti<ie Sozialisienmg. 34 (Mittag ne.
fd-icimteft vergesellschaftlickit werben Xrc Poirttschc Macht haben
es mit der K»»drrrenz ^ Tb>xiten»esen fovte gteich-
R^r meist auf bie ©«sWiffenmfl der SEE aewinnung aus der Luft hin. In diesem Fall M eme Borgesell jchaftrmg 'außerordentlich leicht. Damit l-abe man auch die Land-
wittschast in der Hand.
Ein Schlußantrag wird angenommen.
Zur Geschäftsordnung bemerkt Scheide mann: Auchanf diesem Gebiet wird der Rat dar Volksbeaaptragten ferne Schuldigkeit tun. Beutteilen Sie uns nach iinseren Taten. ^ .
Hilferding geht in seinem Schlutzuwtt cmf die Frage der Sozidisierung der Großbanken ein. Tie private Jnrttalive und der Unternehmergeist sollen nicht ansgeschal tet ioerden. Eine Bureau- kvattsicrunq liegt uns fern. Tie Sozialnrermig des Bergbaues zum Beispiel l^dmtet nicht eine geivaltige Lt^gerung -per Lolnre, sondern die Schafftmg des Bewußtseins, daß der Arbeiter für jrch und nicht nur für die Kapitalisten arbeitet. . ^ s ^ Wr
Em Antrag, durch lden -die Regierung mr> gefordert wird, die für die Sozialisierung reifen Betriebe, .insbestnrdere die Bergwerke, zu verstaatl ichen, wird angenommen. Ebenso wird ein Antrag angenommen bezüglich Mindest löhne und A ch t - stundentag für die Bergarbeiter, bis zur Wiederaufnahme der' Ein- und Ausfuhr, ferner eure Entschüeßun-g, die die Erwartung cmssprickst, daß ^ne Nationalversammlung als einen der brsten Punkte die Schaffung eines Heim stättengcsetzes vornimmt Danut ist dieser Gegenstand erledigt. Angenommen wird ein zurückgestellter Antrag: 1. In den Garnisonen wird die mili- tärisckv KvmmanLogewalt in stcmdiaein Einvernelmren mü der militärischen obersten Kvmmandogewalt von den ürtlick-en Arbeüer- Uud Soldaten röten ausgeübt. 2. Militärische Angelegenheiten, die äWiu£» sMüuyLm sind, l o ccbe u vv« den Sxä&xa der
Die Verhandlungen in Spaa.
Berlin, 19. Dez. <WTD.) In der hs-rigen der Wafsenstülstandskoinmission in Spaa wurden deutscherseits Anfragen über Deutschlands Versorgung mit Lebensmitteln gestellt. Die deutschen Delegierten ersuchten um baldige Mitteüung, warm und an welchem Orte Verhanolungertz über diese im Waffenstillstandsabkommen in Aussicht genvm-. mene Versorgimg Deutschlands mit Lebensmitteln beginnen könnten. General Nudant erttärte, daß diese Angelegenheit Nicht die internationale Waffenstillstandskommisfwn, sondern lediglich die Regierungen betreffe, jedoch erklatte er sich damü einverttanden- die deutsche Anfrage den alliierten. Regierungen zu übermüteln, um deren Antwort lwrbeizusühren. Im übrigen beschräntten irch die Verhandlungen auf die.Ueberreichung von Noten. U.a. wurde auf Falle hingewiesen, in denen während ^des Rückmarsches der deutschen Truppen die belgische Zivilbevölkerung LetensMitter, Hausgerät und Kohlen aus den belgischen Häusern plünderte. Vom Vorsitzenden der englischen Kommission wurde mitgeteilt. daß die Entsendimg englischer Sanitätsofsiziere und Krankenschwestern owie von Medikamenten für britische Kriegsgefangene gemäß dem Anerbieten des preußischen Kriegsministeriums beabsichtigt jet. Deutsck-erseits wurde die Zusicherung gegeben.,daß diei^ englische Personal jederzeü einreisen und ungehindett seine Tätigkeit aus- üben kann. Entgegen anders lautenden Nachrichten befindet sich kein Teil der deutschen Wasfenstülstands^mmission mehr, in Trier, so daß die Adre.ssierung von Postsachen für die WaNenstillstands- kommission nach Ttter nicht mehr in Bettacht kommt.
Die d utscho Wa fenstillstan.s ommissivn.
Tie Kaltstellung der Arbeiter- und Soldatenrüte im besetzten Gebiet.
Berlin, 19. Dez .Ter Regierungspräsident zu Köln chck soeben ans Veranlassung des bttttsck-en Generdgouverneurs nach« stehende Verfügung an die Behörden des von der btttischen Anno? besetzten Gebiets ergehen lassen: Der britische Ytaneralgouvernenq hat angeordnet. daß stch in dem von den britischen Truppen besetzten rechts- und linksrheinischen Gebiet die A.- u. S.-Räte jeglicher Einwirkung auf Staats- und KommundbeHörden sowie der Eininiscknmg in Verwaltungsangelegenheiten zu enthalten habem Hiernach haben die A- u. S.-Räte ihre gesamte hierauf l>ezü^ licke Tätigkeit einzust-elleu Md sich auch der Benutzung staat- licker und kommunaler Gebäude und Einttchttmgen zu enthalten. Ich! ersuck)e ergebenst, dies baldigst den Al- u. S.-Räten bekannt zugeben und die Personen, die der dünordnnng des britiichen Go- neralgouveinenrs ent gegen handeln, namhaft .zu machen. Die eng- lischlen Militärbehörden werden .dann gegen sie ernschreiten. Berschleppuna von Greisen au» Elsaß-Lothringen.
Berlin 19. Dez. Unsere Feinde haben früher unter den Mästnahmen ier deutschen Regierung in den besetzten Gebiets, vor allem die Fortführung von Belgiern zu Arbeitszwecken nach! Deutschland fritifiert und sie ails eine brutale VergewatttguacO zu brandmarken versucht. ■ Kaum haben die Franzosen von Elsaw, Hotlwingen Besitz genommen, als sie auch schon mit der Vev- scheppung von Einwohnern 'beginnen. Tausende von imigQ, Männern Söhne von altdeutsckien Familien, sind bereits i*wi Elsaß-Lothringen nach Belgien fottgefühtt, uin dort zu Arbeits- zwechen verioendet zu iverden. Tie Franzosen begnügen uch aber ickckvt eimrv.il mit der Fortftlhrung ioehrpslichtiger Personen. In sDiedenhvft'N sind sogar über 6 0 Jahre alte Altdeutsche von ihnen verschlevvt ivorden. ,
Die deutsche Regierung hat bei dem Vorsitzenden der mtrr- aNiierten Wassenslillstandskonmiissron gegen dieses Völkerrecht-- Uüdnge Verfallen protestiert.
Kehl, 19. Dez. Eure große hier stattgehabte V e r sammlung aus Elsaß-Lothringen ausgewiesener Personen und zurück kehrender Hecresangehöttger d tdculsckser istzamnnmg hat sich an die deutsche Wafftivstillstandskamnrission nrü der dttngedxm Bitte gewandt, bei der franzöftickn-n Regierung vorslrllig zu 'werden, daß die RLöglick-kttt einer vorübergehenden Rückkehr nach Elsaß-Lothttngen nuter- Yta- währ persörckickver Fwcihcit ^v'gcben wird. Die gervaltsame F-ern^ ÜdUylg Vv« MttelpkUinK tipOk wirÜchüMchen Ju^ercss«


