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Ter L,eh,ner Anzeiger

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November \%8

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rungs-ns.blag:Plal;vor-' schrii! 20 % 'Atlischlag. Hauvtichri tleiter: Aug. Goeiz. Berantivortlich iür Politik: Äug. Goetz: für den übrigen Teil: l)r. Remhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck; säiiiklich in Gießen.

Dte Abfichten der neuen Regierung.

Vas 5lnanzprosramm der Regierung.

Berlin, 18. Nov. (WTB. dttchtamtlich.) Der neue Staats- s kvetär d>es ReichsschZotzanttes, Erzellarz Schiffer, enrp'iing gestern das MitgliHd der vokkÄvirtsckLlftlichen Redaktion der Datschen Allgemeinen Zeitung, Goslar, zu einer Untexoeb'mtg über das Finalrzprvgrmnnl der neuen Reicl^wgteru'ig. Ter Staatssekretär erklärte: Tie neue Regierung deirkt nicht daran, irgend etwas von den Bedingungen der Kriegsonterhe, sowohl was

die Schnldvarschvelbwrgen, { als auch lvas die Reichs-

schotzanweiftmgTN betrifft, zn ungunsten der Anteihebesitzer zu ändern. Es ist dies nicht ausdrücklich in den von Ihnen erw,ihnten Regie nmgserklärunqen betont, es ergibt sich aber sinngentäß aus der Mitteilung, daß die Rechte der Kriegsanloihebesitzer nicht an ge­astet werden sollen. Was den Besitzern der Kriegsanleihen ver- sprvckxm ist, werden wir unbedingt halten: darüber herrscht nicht die geringste Meimmgsverschiedenbeit. Soweit es sich darum handeln kann, dem Trink aarf den Kurs der Kriegsaarleihen entgsgenzacwirken, der sich aus diesem Materialangebot ergeben kann, erhoffe ich guten Erfolg von der Anfnahnveaktvon, die sich aus der Reichsbank und d-en Privatbanken bilden ivird, sonne von anderen Maßnahmen, die nojckr in Vvrbereitmrg sind. Ich möchte sie aber noch besonders darauf hiuiveiscn. daß Kriegsanleihestücke nicht nur ivie bisher bei einer Anzahl von bereits in Korst getretenen Steuern zum 9b)N7iualwerte in Zablnng gegeben Norden können, sondern daß den Krvegsanleihebe>itzern diese gleiche Vergünstigung auch bei einer Anzahl neuer bairr geeigneter Steuern zugestanden wird. Ferner gilt das gleiche für Bezahlung der was den Aeeresdepots der Vestks- wirtschast zur VerfüPmg zu stellenden Rohstoffe und Materialien, bei denen es sich um Milliardenwerte handelt. Hier werden die Besitzer von Anleihen sogar direkt bevorzugt. Tie Roten- und Geld- hamstevei h.at sich aber nachgerade zu einem Unfug ausgewachsen, bei dem die Mitwirkenden sich schon längst nicht mehr klar darüber sind, weiches ungeheure Maß von Vercrntioortung sie auf sich laden. Tie glatte Abwickllmg der Lohn- rmd Gehaltszahlungen hÄrgr in rster Li»rie davon ab, ob ül°eraA rechtzeitig genug Bargeld zur lügung steht Stadien die Zahlungen, so können heute mit Leichtig- ^it Unruhen entstehen, deren Folgen niemand abfehen kann. Darüber hinaus sckrwächen diese Mts Zahlungsnot sich ergebenden Zustände in unserm Wirtschaftsleben unsern Kredit im Auslände lrrtb wirken auf die Gestaltung unserer Valuta cm den neutraten M ärktm ungünstig ein. Außerdem sollte man bedenken, daß in den Randgebieten Deutsc^ands, beispielsweise im Osten, in denen die Bevölkerung gegebenenfalls durch Abstimmung über ihre Dtaats- zngelwrigkeit entscheiden kann. in. ihrer Neigung, beim Teutschen 'uncde zu bleiben, dt ach kaum etwas anderes so stark geschwächt w n en kann, als durch Unsich-rheiten und Wirrwarr in unserm G.overkehr »iw darüber hinaus in unserm Wirtschaftsleben. So teasu Sie, daß Roten- und Geldhamsterei, so wenig sich derein- «'lne auch dabei denken mag, sogar den Bestand unseres ncktos gefährdet. Wenn jetzt noch Bargeld und Roten gehamstert i'den, insbesondere von Leuten, die Kriegsanleihestücke verkauft ' ' 'M, um das Geld All thesaurieren, so kann es sich meiner lieber- >-ugung nach irur noch um Steuerdrückerei handeln. Ich erkläre cfKMi heute, daß ich gegen Steuerhinterziehung rn jeder Form mit der äußersten Schärfe vorgelien werde. Das Stcuerfluchtgesetz, das die Verschiebung von Geldern und Effekten ins Ausland ver. bind-.wn soll, war nur der Anfang, ihm werden entsprechende Maßnaknnen nrr das Inland folgen.

Unser Volk Hat ein Anreck-it darauf, daß die Verteilung der frna: aellen Listen nach dem Prinzip der Gerechtigkeit ganz rück- . .slos imd gleichgültig, ob es sich NM hoch oder niedrig handelt, durc1:g.-führt wird. Das tliechtsempfmden mag im öttrrege stark glitten l)aben, und man wag sich )ioch mehr als früher an den, Gedanken gewöhnt haben, daß es kern Verbrechen sei, den Staat zu betrügen, so müssen wir uns doch zu der Ansicht durchrmgen, das; ein Steuerhrnterziecher, der sich gerade in dieser sckpveren Zeit weigert, nach seinen Kräften zur Unterhaltung des Reiches beizu- tragon. und^der die auf ihn entsallenden Lasten anderen und schwächeren Schultern aufbürdcn will, nicht besser ist, als irgend ein anderer Betrüger, sondern schlimmer, imd daß er sich vom Landesverräter nicht urrterfcheidet. Wenn jedoch der Appell an die sittlichen Kräfte versagen sollte, so werde id> mit den denkbar sck-arfßen Atittcln gegen die Steuerhintei^iehcrei Vorgehen, wo sie sich findet, und Sie können schon heute denganz Klugen" im Lande sagm, daß es angesichts der Maßnahmen, die ich oorbereite, ein sehr schlechtes GesckM sein wird, den Versuch) der Roten- Hamsterei und der Steuerdrüch-rei fortzusetzen. Tie Kriegsgeivinne werden in voller Schärfe erfaßt werden. Wir werden auch Mittel mrd Wege finden, um Beträge, die ihrer Natur nach einen eigent­lichen Kri.'gsgowinn darsbllen. w'nigstens einigernurßen als solche auszusondern und stärker zu belasterr. Tie Grundlagen für unsere txuc^ Steuerg-setzgeburrg werden sich erst ermitteln lassen, wenn Klarheit geschrfnen ist über den endgültigen Umfang des Reiä>cs und über die Verhältnisse dv Einzel sbaaten im neuen Teutschland w'Ä sodann Wer deir GeldVedrrf selbst. Außerdem ßel)e ich auf dein Standpimkt. daß das Volk selbst vollauf berechtigten Anspruch Ml? tvri'ergehende Mittvirckirng bei der Beschlußfassung über die kimstig.' Steuergesetzgebung hat. Aus die'em Grunde halte ich es grmidsatzlick. für unrnoglich, vor dem Zusanrmeirtritt der Ra- tronalversamlnlung enr Pvogromin auszustellen, das hindert natür- lnli nicht, daß^ich an die Airsarbeitmrg, nötigenfalls an die Turch- flihrung von Steuergrsetzen in der Zwischerrzeil gehen werde, die rnsv>sern 7wtrocn.dig 'wecderr. als ein Anfschiub von mehreren Mo­naten das kmnmende Erträgnis wesentlich zu beeinträchtigen droht.

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Berlin, 19. Rov. lWTB. Amtlich.) Trahtnachricht. Die Reichsleitung hat sich in eirrchc ihrer letzten Sitzungen mit einer. Reibe praktischer Fragen beschäftigt, die das politische Ergebnis

''^-volutivn lveiter entwickeln uiid sicherstellen sollen. Aus wirt- ichastlichem wie aus allgemein-politischem Gebiet Breiten sie vo nUöc Maßriahmen vor. Zunächst wird in vollkommener Ueberein- mmmirivg mit den Ressortvertretern der preußischien und dev J k v cm linif,r großzügiger Amnestieerlaß für die Verbrechen und Vergeh-.n von Zivilperionen und Soldaten den Sieg der Frei­heit dokuinentieren. Es soll sich nicht nur um einen Straferlaß nemerer Verbrechen handeln, sondern es soll auch im Sinne nio- k- n r r ' c)'nlxr Gerechtigkeit und Erzielmngsmisfassuug de-njeniger,, Ittiwer gegen ihre Mitmenschen vergangen halten, die Mög- ucy.lik gegeben werden, von weiterer Strafe befreit zu bleiben, mmn sie wrtiahren. das soziale Zusammenlc en nicht durch neue l .'^u^kchi-n^ zu gesährd^'n. Damit wird selbst den schwevu Ver- die in den Revolutionstagen sreigelassen unirden, die weiterer Freil)eit gelassen. Sie sollen erst dann wieder »ur ^lraie yctMlgezogtUl werden, werur sie sich m cüwm X>cftimm^

ton Zeitranm erneut gegen die notwendigen Sichermrgen sozialer' Gemeinschast vergehen.

Die Stellung de» Reichstag».

Berlin, 19. Rov. (WTB.) Reichstagspräsident Fehrenbach, der am letzd-n Samstag von Fveiburg na cd Berlin zurückgekehrt ist, hat der Reirl)sleittmg nach einrer Besprechung nrit den Parteiführern ünd dem Aiitgliede der Regiermrg Ebert nachfolgende Erllärung zugel-en lassen: '

In der am 10. November zur Entgegennahme der Waffen- stiÄstandsbedingungen im Reichs kan zlervala is statt gehabten Sitzung, an der ous>er sämtlichen Mitgliedern der damaligen Re gierung auch Vizepräsident Tove und ich teilnahmen, habe ich die ff-rage ausgewcnsen, ob etwa, wie verlaute, die Auffösung des Reichstags geplant sei und ob verneinenpenfalls die für nächsten MittNx'ch angesetzte Sitzung ßattfüchen könne. Darmff hat der da­malige Rnst^ürnzler E:»ert erklärt, daß über die c w'.ige Lluflösung des Reichstages noch kein Beschluß geaßt sei. daß aber jedenfalls die anaesetzte Sitzung nicht abgehalten werden könne. Dageq«i kmrnte rcy nach Lage der Sache leine Einwendung nixljt mack-en. Am 14. November fragte ich telegraphisch an, ob gegen die auf nächste Woche vorgeiehenr EinberuArnq d^s Reichstages Einspruch erholxni und eventuell dagegen RLaßnahmen getrvifen werden sollen. Darauf erhielt ich die telegraphisä)e Antwort, daß nach der Beseittgimg des deutsäZm Kaisertums und des Bundesrats als gesetzgebende Körper- schast mech der Reichstag nicht mehr zusammen treten könne. Die Anschauung verinag ich weder in ihrem Inhalt, nock) in ihrer Be­gründung als zrttvef'ond anzuerkennen. Zwingende Rücksichten auf die gegenwärtige Lage vrrm:lasten mich aber, zur Zeit von der Ein­berufung des Reichstages ab^usehlvr. Ich behalte mir diese jedoch ausdrücnick) vor. Es können Berhältniste eintreten, die sowohl der jetzigen als Mich der künfttgen Reich.llntung den Zusammentritt des Reichstages als eovüirscht, vielleicht sogar als iwtwendig erscheinen lassen..

Ein weiterer Aufruf v. Solf».

Berlin. 19. Rov. (WTB. Nichtamtlich.) (Drahtnachncht.) De» gegnerischen Regierungen wurde durch Vermittlung der schweyerisckieir und der holländischen Regierung folgende tlöote über- mitdllt: Mrt jedem Tage der im Waffensttllswnd aufgezwuimenen übereilten Räumung droht, wo»m nicket wirtschaftliche Rücksichten beachtet werden, die Gefahr katasbroplxrler Wirkurrgen nickst nur für Deutschland und insbesondere seine linksrheinisckien Gebiete, sondern vor allem auch für Luxemburg. Die deutsche Regierung bittet daher dringend, wirtschaftliche ".nid ciienbahntechrrische Sach­verständige schleunigst zur Waffenstillstands-Kvmnrrstion nach Spaa zu entseWen, da sonst wirtschaftliche Schädigungen eintreten konn­ten, die nachträglich nicht wieder gutz-mnack)en wären.

goz. Sots. Staatssekretär des Auswärtigen Amtes.

Die Verhandlungen in Spaa.

Rotterdam, 18. Rov. Aus Spaa wir gemeldet: Die deutschen Vertreter des Oberliommandos in Spaa l)aben init dem Oberkommando der Alliierten die Berl>rndlungen über einige Punkte begonnen, die das Kriegsmaterial unb die Lebensmittel- vorräte auf dein linken Rheinufcr betreffen. Diese sollen deutsches Eigmttrm verbleiben. Ferner wird verlangt, daß die Besatzung nickt aus schrvarzen Trupveu beruhen darf, und daß die deutsche Polizei in dem besetzten Gebiete tätig fern wird. Ferner wird die dk-utsche Garnison an der Grenze der neutralen Zone verbleibew können. Außerdein wird darüber verhandelt, daß die Alliierten, um Ausschreittolgn der Bollchewiswn gegen die Bevölkerung zu verlmten, sofort Südrußland besetzen sollen, sowie die baltischen Provinzen, besonders Libau und Riga.

London, 19. Rov. (WTB.) Reuter. TieTimes" erfährt cnrs Reuyork vom 18. November: Senator Beruh teilte mit, daß die Vertreter Tutschlands und Oesterreichs zur Friedenskonferenz zu gelassen werden würden, und daß alle Verharrdlimgen zwi scheil ilmcn und den Vertretern der alliierten Regierungen einschließ-^ lrch der Vereinigten Staaten öffentlich geführt .werden würden. Rock der hier herrschenden Auffassung bedeutet das, daß Verband langen zwischen Deutschland und den Alliierten stattsinden werden- und daß der Präzedenzfall aus der Zeit des Boxeraufftandes, wo den chinesischen Vertretern die Teilnahme au den Vcrlmndlnngm verweigert wurde, im Falle Deutschlands nicht gelten lvcrde. Sena­tor Berah teilte serm-r mit, daß bei der Ratifizierirng des Frie« densvertvages durch den Senat der Vereinigten Staaten von dev üblichen Geheimhaltung abgesehen ioerövll soll, und daß a l l e V e r- handlungen öffentlich geftlhrt werden sollen. Diese Mit­teilungen erweckten das größte Interesse, und es ist bekannt, daß sie die Auffassung des Präsidenten wiedergeben.

Frankreich» Ansprüche.

Genf. 18. Rov. Me derMattn" feststcllt, werden die Ansprüche Frankreick>s an Deutschland 840 Millürrben PLark bc- ttagen. Diese Summe setzt sich wie folgt zusammen: Rückzahlung der Kriegs kosten von 5 Milliarden Mark von 1870/71, mit Zins mrd Zinseszinsen gleich 140 Milliarden Mark. Jnvalidenpensionen 50 Milliarden Mark: Kriegs kosten 50 Milliardm Mark: für Wiederaufbau und Schrdenersatz 100 Milliarden Mark, znsamm.m über 200 Milliarden Mark. Tie Bezahlung dieser Geldsumme sei, nie das Blatt herworhel't, die Vorbedingamg für die Aufnahme der Friedensverhandlimgeu. Mle anderen Enteuleländer loerdciy ähnliche Forderungen stellen, so daß das deutsck-e Nationalver­mögen zur Begleichung nicht ausreichen ivird. Die Cmtente loerde deshalb bestimmen, lvie viel von den Teutschen jährlich) zum Leben gebraucht werden dürfe. Tie Deutscheil hatteii in Zukunft nur miofern das Recht aus Existenz, als sie ihre Schulden bezahl eil müssen.

Freiheit der Meere.

Rotterdam, 19. Rvv. (WTB)Reuyork World" ver- onentlrckt erneu Artikel über die Freiheit der Morre In Ann-- rrka wird die Freiheit der Meere stets mit der Uuverletzlick.keit des Privateigentums auf See identtfvziert. Tie Amerkkinrer hieltrm an der Lehre fest, daß freie Schliffe freies Gut enthalten. Wenn also die Ladrmg keine Kmrtrebande ist, kann sie nickst besckstaguohmt weweir. Neutrale Sckstffe, die sie falwen. fthmni nicht erbeutet Er vernichtet twrocn. Daß dieses Prinzip bisher ilicht iil das V>llkerreck/ aufgeiivinmen ivurde. lag gröWmteils an d^r Ovvo^ irlr-vn Englauds. Indem England alles als Wntivbmckx' el-klärte, vmletzte es auch das Dölkerreckst, irvnn aucl» ,ncht in dein sei l*er! Maße une Deutschland. Die Verviirigten Staaten müßte» ihrer ganzen (sjeschichle mrttnnl nierdim, üienu sie nicht mrs eiil-er voll- stä,:d!gni. befriedigenden Lösirkig dvses Programms Iv-tünden. Englands Lattung auf der ^rcdm^'Louferenz iu düöcr und vei>

waiidten ,Fragen werde der Prüfstein für feine Versicherungen bil­den, daß es die Ideale Wilsons unterstütze.

Die Auslieferung der Flotte.

Berlin, 18. Rov (WTB. Nichtamtlich» Ueber die Durch­führung der Waffenstillstandsbedingimgeir erfahren wir von zu­ständiger Stelle, daß der lleine KreuzerKönigsberg" mit Admiral Meurer an Bord aus Rosyth nach Wilhelmshaven zurückgekehrt ist. Tie U-Boots-Stasfel, bestehend aus 20 U-Booten, lief am 18. November um 9 Uhr vormittags im Geleite von zwei Begleit- chi'fen aus Helgoland zum Treffpunkt mit den englisch»: Seestteit- kräften in der Nähe des Einganges zum englischen Kanal Mts. Von den zu internierenden Schissen sammelten sich neun Linienschffe, ünf Panz7rkve::zer, sieden kleine Kreuzer und 50 Torpedoboote am

18. November auf der Schlligrede. <Äe werden voraussichtlich am

19. November mittags rmch dem vereinbarten Rendez-vous-Platz, ?twa 40 Seemeilen vor dem Eingang des Firth of Forth aus- lcrufem

Berlin, 19. Nvo. (WTB. Nichtamtlich.) (Trahtrrachrich.) Mnnrrul Beatty richtete bei den Waffenstillstandsverl>andlun gen in Rosyth an Admiral Meurer als an den von der englischer Re- gierurig anerkannten Bcoollmächtigten der Marine das Ersuchen, ÜM rrmgckhend eine Liste sämtlicher bis zum '25. November fahr­bereiten U-Boote und desarmierten U-Boote zu übermitteln.

Tie deutschen Streitkräfte im Kankasu».

Berlin, 19. Nov. (Priv.-Tcl.) Nach einem hier eings-, gangenen Telegramm des Kommandierenden der dcutschn Stteit- kräste im Kaukasus ist dort alles ruhig. Die dorftgen Truppeq befinden sich wohl.

Revolutionäre Vorgänge in Belgien.

Köln, 18. Nov. Tas Nachrichtenbureau des ASR. teitt fvk- genden Bericht des Vollzugsausschusses des Zentralsvldnlenratcs in Brüssel über die Bervegung in Brüssel mit:

Die Bewegung begann in Brüssel am Samstag nachmittag. Das Gouvernement dankte am Samstag imchmittag ab. Wenige Stunden danach wehte vom General gvnvernement die rote Fahne. Ter Soldatenrat bildete sich am Samstag nachmittag. Bald griff die Bewegung auch auf die Belgier über, bei denen sie einen feind­lichen und chauvinisttschen EinsMag erhielt. Ter Soldatenrat ver- anlaßte sofort die Freilassung der polittschen Gefangenen auch belaischer Nationalität. So wicrde auch der sozialistische Senator CoUcau sreigelassen. Ter Soldatenrat übernahm am Samstag auch die Leitung der Deutsch-Brüsseler Zeitung. Tie Bewegrmg schwoll, immer mehr an. Tausende von dättschen Marodeuren bedrvhtm den Abtransport und die Verpflegung der zurückkehrende:! Truppen. An den Zentralpunkten der Stadt gab es auf unserer Seite 40 Tote. Tie ganze Zivilverwoltung war in kopfloser Auflösung begriffen. Dem Soldatenrat gelang es, zunächst nur vierzig Mann Sicher­heitswache xusanrmenziubringen. Am Montag wurdm - dem .Nah- rungsmittelkomilec sämtliche deutschen Lebensmittel übergeben. Tie belgischen Gerichte wurden wieder eingesetzt und der Bürgermeister im Auto aus Goslar zurückgehott. Am Dienstag wurden mit den cinrückcnden Frvnttruppen und den Stäben Verhandlungen vor- genommen, die ein Nebeneinandevarbeiten zur Folge hatten. Tie Verpllegung der Truppen wurde gesichert und alle Putsche nieder­geschlagen. Am glichen Tage vollzog sich die Apgliedcrung der Soldatenräte in Antwerpen, Beverloo und Namur an den Brüsseleo Soldatenrat. Tie durch Plünderung entstandenen Schäden wurden im Laute des Mittwoch wieder gutgemacht. Am Donnerstag war die ganze Stadt von Versprengten gesäubert und ein geordneteü Abmarsch der Truppen gesichert, so daß der Vollzugsausschuß am Fweitaa den belgischen Behörden ein gesichertes und ruhiges Brüssel übergab.

Amsterdam, 19. Nvv. (WTB.) Aus Arttwerpen wird dem Telegraaf" gemeldet, daß es in der Stadt beim Abzüge der Teut­schen zu großen.Plimderungen durch die einheimi'ä>e Bevölkerung kam. Nach einer anderen Ndcldung desselben Blattes stehen in d^lßel der ddordbalmhof und der Zuider Schaarbeker Bahnhof rnsolge Munittonsex)Losion in Brand.

In Pmuiden sind sieben englische Minensucher angekommen.

Eine Explosion in Velgien.

A m st e r d a m, 19. Rov. (WTB.) TerTelegraaf" meldet aus Lanwnd rn Belgien, da);^ dort Waggons eines Munitionszuges ui

crinan unö r, ^ darauf folgenden Erplosionen

dOO Menschen ums Leben kamen. Tie »leisten Opfer sind deutsche Soldaten, al>er auch holländische Soldaten wurden getötet. Rach nner arrderen Meldung spricht man von 1500 bis '2000 Toten. >cn vwrdbrabant kamen ungefähr 150 Tote und Verwundete an Das Unglück ereignete sich um 11 Uhr alvnds. Es heißt, daß Zttndcr m der Nähe der Munitionszüge mit Feuer spielten mrd da­durch dre Exploswn verursacht haben. 600 dolländiscke Soldatenj smd zur Hllseleistung nach Öamonü abgegangen. Tie durch die Explosion angerichtcte Verwüstung muß unbescknriblich sein ^ Amsterdam. 19. Nov. älLTB. NictNamtlich. > Aus Eilte- Hoven nnrd noch über die Explosion in L>amonl gemeldet' Tie Exploßvn ereignete sich rmgefälir um 10 Uhr auf dem Mibnbof. wo ein deut)ck)er Munitionszug stand. Dabei flog ein Waggon mit Granaten in die Luft, deren Splitter auf die oUm,rebumß nieder- slelerr. -oie Umgelnrng des Bahnhofs )var ein einziges Tinimmer- wecr Clus den: ^rhnl)of standen auch drei ^azarettzüge mit dentickxni Verwundeten, ^ie auf den Transport nach Holland lvarteten. Tiefe Züge gerieten in ^teand. Tie Bernnnrdeten slücß-> tclen, soweit sie dazu inrstande lvoren. aber 18 Schwervenvundet^ ftlmen in den Flammm inn. Ein Lazarettzug konnte recküzeittg in Sicherheit gebracht wertxnl. nachdein die brennendi-n Waaen des Zuges nrit gl^ßem tdeldenmut a^ekoppelt narren. Er steht setzt Mis dem Bahnix'j in Budc'l. Indessen wurde man des Brandes ^err. Ter Anblick der Verwundeten, die über hie Grenze konümen, ist unbeschreiblich). Während der Katasteovte ivagte sich niemand in der Nähe der Station Hanrond. Die Zahl der Toten war noch nicht genau feltzustelkm, muß aber sehr groß sein In vmnond sind viele 5)auser eingestilrzt, »vobei die Eimvohner unter i>oit Trümmern begraben wurden. Ueber die Ursack)e des Unglücks läßt sich uoch nichts Bestimmtes sagen.

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Budapest. 19 Rov. (WTB Amtlich.) (Trabtnachnckt. Meldung des Mener Korrespondenz-Bureaus. Tie Regierung wx mgt. daß die anttliche Bezeichnung Ungarns kikrftig die ungarisch Bölker-RerEk ist Ter Titel der Regierung lautet: Regien.», der ungansck)en Bölkev Republik,