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Nr. 272

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Erstes Blatt

iiya. Jahrgang

Dienstag. \9. November <9$

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General-Anzeiger für Oberhessen

Vankverlehr: Sewerbedan! Siegen

Die Lebensmittelversorgung Deutschlands.

Lansrngs Anttvort aus die durch Funkspruch aus- aesprochmre Bitte Deutschlands um MiLeruug der Wafsen- still starDs dediuguugeu scheint in der Hauptfack)^ die Absicht zu verfolgest, Deutschlands Gesuch auf die lcrnge Bant eines bureaukra tischen Instanzenweges zu schieben- Es ist mefter- gegeben tvorden. Weitere derartige Mitteiluugen wollen die -Verbündeten nur auf dem üblichen Wege, nicht als drahtlose Meldungen annehmen. Ob sie vor der Welt das allzu schnelle Bebauntwerden von Deutschlands bitterer Notlage scheuen? Man muß es wohl annehimen, denn sonst konnte nicht Reuter eine Meldurvg verbreiten, nach, der die Verbündeten sich nickst entschließe:: können, etwas zu tuw bevor sie unsere Motte m-nden haben, und daß sie dann erst unsere Bedürfnisse feftsvellen und bestimmen würden, wie groß nach Erfüllung der eigiven und neutralen Bedürfnisse der Ueberschuß sei, den man. für Deutsckstaud reservieren köurre.

Wie der Reichskanzler Eberl in der gestern mitgeteilten Unterredung mit einem amerikanischen Journalisten aus­sprach, handelt es sich um einen ruhigen Fortbestand der neugestt-afsenen deutschen Republik zu gewährleisten, um die Brot frage, junger kann uns nicht stärken, die schwer erkämpfte Demokratie auszubanen und wenn not­wendig, ihr Fortbestehen zu erkämpfen." Wir haben keiire Veranlassung mehr, Tatsache:: zu beschönigen. Das deutsche Volk bedarf dringend der Lebeusmittelunterstützung durch irnsere Feinde. Wie weit uns die Hungerblockade brachte, hat Scheidernann einem Vertreter der Continental Times gegen­über mitgedeilt. DieKöln. Ztg." schreibt hierzu:

Wer im Kampfe steht, schreit die Schmerzen, die er erduldet, nicht hinaus, um Mut und Hoffnung des Feindes nicht zu erhöhen. Jetzt kann, letzt muß in die Welt hlnausgerusen werden, daß, wie Scheidernann sagte, nie ein Krieg grausamer geführt worden ist als dieser Hungerkrieg gegen unser« Frauen und Kinder. Von den Schwängern und Gebärenden kommen 70 v. H., so erklärte er, so ausgehungert in die Kliniken, daß kein Essensrest sicher vor ihnen ist. Tie Kindersterblichkeit beträgt bei den ehelichen Kindern mindestens 30 v. H. und bei den unehe­liche 50 v. H. Das ist nur eine Andeutung des furchtbaren Zustan­des Tie Völker sind im Begriff, Näheres zu erfahren von den er­schütternden Tatsachen, welche die Erinnerung an den Hungen krieg für alle Zeiten wach erhalten werden. Das deutsche Volk air der Sck-velle einer neuen Zukunft, die verdunkelt wird von einem DafftuMlstand mit furchtbaren Bedingungen, kann mrt hoffen, daß b«c Zusage der Verbündeten, es mir Lebensmitteln zu unterstützen, schnell erfüllt wird. Die Völker müssen sich klar weiden, ob sie in ihrem eigenen Interesse,^im Interesse einer ruhigen, europäischen Zukunft das Chaos in Deutschland wünschen können. Aber dazu muß es konrmen, wenn die wirtschaftlichen Waftenftillstandsbedinglmgen unverändert bleiben> wenn der Geist, in dem ihre Ausführung begonnen wurde, nicht ein anderer wird."

Im letzten Augenblick ist eine Meldung des amerikaui sckjen Pressedienstes eingegangen, wonach der Nahrungs Mittelverwalter der Vereinigten Staaten, Hoover, sich nach Europa begibt, um Maßnahmen für die Nahrungsmittel­versorgung zu treffen. Allzu rosig lassen sich auch seine Ausführungen nicht an. Hoffen wir. daß er sich nicht erst in ein langes Studium der Verhältnisse einläßt, sondern sofort zu tatkräftiger Hilfeleistung übergeht. Dazu wäre die Aufhebung, nicht eine Milderung der Blockade, erstes Er­fordernis.

Die Lebensmittelversorgung durch Amerika.

Bern, 18. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Amerikanische Pressedienst in der Schweiz meldet aus Neuyork:

Hoover, der Nahrungsmittelverwalter der Vereinigten St raten hat vor seiner Abreise nach Eicropa heute folgenden Bericht oer^

der ca. 90 Millionen 'Menschen in den feindlichen Länden: be­trifft. Das Problem bestcht nicht darin, ihnen zu Hilfe zu kommen, sondern darin, die Blockade, welche auch währeiü) des Waffen­stillstandes wcitcrbesteht, zu mildern, um die Bevölkerung wenigstens mit dem Notwendigsten zu versehen :md eine gewisse Stalulftät der Regierungen dadurch zu gewälftleisten. Falls die Anarchie lnicht unterdrückt und eine Stabilität der Regierungen in den feindlichen Ländern nicht erreicht werden kann, wird es niemanden geben, mit dem ein Frieden geschlossen werden kann, und niemand ward vorhanden sein, der die Rechnung der in Frankreich und Belgien begangenen ftrrchtbaren Schade:: zu bezahlen gcivillt :st Ich war lange Zeuge des Raubes von Nahrungsmitteln an Frauen kund Kindern und der Zerstörung von Millionen von Tonnen Nahrirngsmitteln auf dem Meere und von dem Elend, welches

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Millionen in den großen und kleineren allii-ecten Staaten imter dem deutschen Jocki erdulden mußten. Die Gerechtigkeit verlangt, daß eine Regierung eingesetzt wird, um dieses Unrecht wieder gut zu machen.

Eine Aenderung der Negierung?

i. Köln, 19. Nov. TieKöln. Volksztg." meldet <m3 Berlin: Wie wir 'zuverlässig erfahren, wird die Regierung um gebildet werden. An die Stelle der sechs Männer, die jetzt in ihr sitzen, sollen drei tteten, die ihr bisher schon angehört haben und drn Männer aus dem Vollzugsrate. Tie alte Regierung tritt zurück. Trennung von Kirche und Schule.

i. Köln, 19. Nov. (Trahtn.) Wie dieKöln. Volksztg." hott, plant der neue preußische .Kultusminister in einigen Tagen aus dem Wege des Dekrets die Trennung txm Staat und Kirche durchzu­führen Ms Beginn des neuen Zustandes wird der 1. April 1919 bestimmt norden. Ter Kölner Erzbischof von Hartmann und der Fürstbischof Bertram von Breslau sind über bei: geplanten neuen Schritt der preußischen Regierung bereits unterrichtet.

*

Demobilisierung der linken Rheinseite.

i. Köln, 19.Nov. Das Nachrichten-Bureau des Arbeiter- und Soldatenrats teilt mit: Nach Informationen der militärischen Stellen wird die Demobilisierung für die linke Rheinseite in den nächsten Tagen ausgesprochen. Me näheren Angaben werden darin gemacht werden.

Die Auslieferung der U-Boote.

Kiel, 18. Nov. (WTB.) Den während des gestrigen Tages nach der Nordsee ausgelar.seren Lrwensclsifsen folgten heute vor? mittag die Flottillen der U-Bvote durch den Kanals Tie Lrn:cw« schisse :mb Kreuzer sollen am Dienstag nachmittag am Fitth of Forch sein. Tott werden sie durchpcht, woraus sie ein Navigations- wmmando erhalten, das sie in die für sie bestimmten Häfen brin­gen wird.

Tie Zusammenkunft der Flottendetegierten.

London, 17. Nov. (WTB.) Reuter erfährt, daß der Sach­verständige der deutschen Republik. Admiral DWurer, und sein Stab an Bord des Flaggschiffes des Admirals BeattyQueen Clisal^th', am Freitag al-eiü» enrpstmgen wurde. Der leichte deutsche Kreuzer mit Lld-nsiral Meurer und den Delegierten kan: am Freitag nach­mittag au dem airf drahtlosem Wege vereinbarte:: Treffpunkt aus See ein und wurve zum Firth of Förth ^esbnttiert. Hier wartete ein Zerstörer, der Ahmiral der Admiral Meurer und sein Strb auf dieQueen Elisabeth" brachte. ?lbmiral Meurer wurde an Bord von Commodore Brand empfangen und zur Kabine Beattys ge­leitet wo die Konftrenz am Samstag ausgenommen uich heute beendet wurde. Ilm Stab des Admirals Meurer befanden sich der sKommcn:daut der Zeppeline und der Kommmrdant der U-Boole. Die bürgerlichen Delegierten blieben <ni Bord des Kreuzers Königsberg". ^

Der Anschluß Deutsch-OesterreichS.

Berlin. 17. Nov. (WDB. Nichtancklich.) Heute imchmittag fand eine MassimkundyMmg Mr den Anschluß DentschOesrerrerÄB an die deutsche Republik statt. Zu Beginn der Versammüurg ge-

An zuständiger Regierungsstelle ist man der Ansicht, daß dieser Ausinrs eine unberechtigte Einmischung in die deutschen Verbaltursw bedeutet und außerdem eine K1arstell:mg des StandMuttes er­fordert, den die russische Sowjettcgierung gegenüber der deutscher Volks reg icrlmg einnimmt. Das deutsche Volk will mit allen Bol- gern in Frieden leben, also auch mit dem Sowjctrußland: cs kann aber verlangen, daß sein Recht aus Selbftbestin:mui:g seiner ftaat- lichen Verhältnisse allerseits geachtet wird, und daß Einmffchungen von außen her unterbleiben.

Aus dem Reiche.

Verschmelzung der konservativen Parteien.

Berlin, 18. Nov. Wie wir erfahren, haben am Sonnabe^, Ginigungsversuche zwischen den Teutschkonservativen und den Fvn- konservativen statt gesunden, die zu dem Ergebnis geführt haben, daß-die beider: Parteien sich verschmelzen m:d in Zukunft ge mem- sam auftrete:: werden. Die neu gebildete konservative Partei wird in den nächsten Tagen mit einem neuen Programm vor die Oefsenb- lichkeit tteten, das, wie wir hören, einen stark demokratischen Cha< twftec entsprechend der per Sicherten Lage haben wird.

Wahlvorbereitungen in .Hessen.

Darm stadt, 18.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir zu­verlässig erfahren, l>at die neue Regierung, die feste Absicht, put Wahlen für die versassunggebeiche Landesveriammlung Lls'valp em^ Ätberufen. Berefts in der vorigen Woche hat Ministerpräschenck Ulrich in einer Sitzung des hessischen Arbeiter- und Soldaten- vates diesem Willen seinerseits entschiedenen Ausdruck verlieben. Im Staatsministerium sollen die Vorbereitungen für den Entwurf einer neuen Wahlordnung schon abgeschlossen sein, so daß viel- lelcht noch in der kommenden Woche die Wahlordnung für die kvn^ stttuierende Landesversammlung zu erwarten ist. Das ganze Land N^rd einen Wahlkreis bilden, so daß die Wahlen ein mögsichst un- venälschtes Bild der politischen Auffassung des Hessenlandes lneten werden. In Ausficht genommen ist. die Wahlen m der ersten Halm dos Januars nächsten Jahres ftaltftnden zu lassen. Ein best immt « Terrnin km:n noch nicht festgesetzt werden, weil abgewartet werden muß, inwieweit die Besetzung der Provinz Rheinhessen durch d« alliietten Truppen und auch die sonstigen, wegen der drlrch Ltarken- bürg führenden neuttalen Zone noch erfolgenden Bestimmungen eine allgemeine Wahl ermöglichen. _

öffentlich: Ich gehe nach Europa, um d:e werteren MastnahmeM ^ amtc Begrüßung der Berliner llnrverickät zur Verlesung, für die Nahrungsmittelversorgung zu ttefftn, welche infolge ' - - - - iw

Einstellung der Feindseligkeite:: iwtwcndig srud. Das Ernährungs- Problem in Europa ist heute ein äußerst verwickeltes Von dcp sämtlichen europäischen Ländern mit erner Gesamsi^votterung von 420 Millionei: haben tzttsächich nirr dre:, nanrlich S>udruMa:w,

Ungarn und Dänemark, die eine Bevölkerwig von sagen wir 40 Millionen Mensch:: darstellen, .zenügeiü) Nahrimgsm:ttelvorrate, um bis zur nächsten Ernte zu reich::, ohne <m] EnMihr cmgennese:»

W sein. Einig« Länder b-dürftn Unt^wmmxr.

Wir haben einen Ueberschuß von 189 bis 200 dNillwnen Tonnen Nabrungsmittel, wem: wir sparsam wirtschaften. Somit ta der Situation Rechnung gettagen werden, werm d:e,er Uebenchuß und andere Neine:e Reserven in der Welt besordett werden koirmn:. Im ganzen konttnentalen Europa suü) d:e Buhbestande erbeb­lich herabgemindert worden und es besteht daher 'äleifch und besonders Fettmangel. Tie Länder ri: Europa l>aben lhrei Ernte ein gebracht urd unter geordw.-ten, llmstm^de.'

Ernteiwrräle für einen Zeittaum von mrndeltens ztve:^ Monattn ansveich::. Ungesäch 20 Millionen Menschm bcsinde:: nchgegen- wärtig in sozialer lliwrdnung. In diese:: Zenten der Tvansport^?,^ Finanznot haben die Bai:ern die Neigimg, ,ihre Erzeugst:,,e^ n:ch aus den Markt zu bring«: und dadurch bepuden ,:ch d:e ^tcMe rn großen Sclfw'erigkeiten, sogar wenn aus den: Lmü)c i^n^end Vorrat - oirl-anoe:: sind. Herr Hoovm sagäe ferner : P^:e Bauern und die Dorfbewohner sorgen für sich ft: bcx Regel lur ein ganzes Fach vor Das Problem scchnmpsi sonnt am die Keineven und grögerne Städte zusamiuen. Uebcreinkoiumen m:t den allner.en schm -bgAl^s.m w-ri^n. Frankach. E»Na>» rnrd ^tulinl iverdcn versorgt. Diese Lander um auen l2.» wem. Mensch:: 'Unsere nächste Sorge muß sein, die Blockademaßnahmen wwsit wie :nöglich beizubehalten, damit d:e neutta^n Staaten in Gutopa. in Vucn gegenwär tig die verichiedemm Systeme der Ratroniernngcn Mifgehoben werden, rinltande such, fr

ilwe eigene Bevolkecnng m ^ sorgen, um da- , An-

n»^rsn.-n 0lnorck>iünriiS W verhrndern. Li-s'.' Lander umfasivt ein/i^itcre 0>^rr»'c van t0 Millionen Mensch«,, Em weuerc-z Pr.b n7. Ab°, tnkdie 5 Millionen Menschm E die in orord. rnschand irden. Ein gros« Teil dieser Menschen ,,t dnrä> den Zu sammenb,mch des VerkehrsMems abse.ch.nUm. Cnn groger Tech non diesen in 4!vrdrnsch«ld lebenden l),rnlch»en wird Mi Winter vbne ÖilN- sein. Mit »!e,en Menicheil»mmtlnnert das amerr- tanisch- Balkich es ist dcreit, sitr sie alle Omcr

-u brftigen. Em großes Problem :st davjen^e, welches die Lag-

die mft einem Gruß an die deutfch-ösftrreicksifchen Unwert ttätcn den Wunsch nach einer c^mernf-antn: konstiftuierenLeu Versammlung mi-sprach In diesen: Sinne spmchei: auch die Iledner .Herma:::: Kienzl. Pros. 5^rkner, Stefan Gwßmrnn, Tr. Hermann Ull- mann Pro: Mais Brandes und Pros. Werner Svmbart. Ws dem scher Sozialist, aber nicht in: offiziellen Auftrag., begrüßte \ct Hefter des preußische:: Uitterrichtsntt.sish-riums Konrad .HLnpch, diese BestrebunglM, die im Sinne Bebels und Liebß-iechts aus die Errichtung der gwßFeickschcni Republik gericfjtct waren. Tie Ent­schließung nnrrbe in dM'em Sftrire einchnrinig angenommen, ^nrnn Nmrde eftie Arbeitsansschiß gewälstt.

Wien, 18. Nov. (WTB. ' Nichk.amtlich.) DasFremben- blatt" meldet aus Innsbruck: In einer von den Sozialdemokraten veranst:lt-eten Volksoersmnmlm'g wurde nach Rfferaten der Tiroler Natimialräte Rapohli und Helzhammer an den deutschen Reichs­kanzler v rhi Telegramm geschickt, in welchem die jungdeuftche Re- pliblik begrüßt» eer Wunsch misgedrückt wird, balixglt mft der großen freien deuffchen Heimat vereint zu sein.

Dentsch-Bösimen.

Reichenberg, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In einem Runderlaß an die unterstellten Behörden beschäftigt sich Landes- hauptinam: Lodgnian mit den Aufgaben der Landesregierung Te::ts ch- hmens. namentlich mit der Errichturrg einer Staats- bahn-, -Post- und -Finm:zlandesdirck!ion. eines cigeinm^ Wrrt- schastsamtes, e^ner Volkswehr und mit der Uebrrnahme der Staats- lxxrmten. Der Erlaß erörtett die Verletzungen der Staatshchr: und die Landesregierung nvrde den (Yrundkatz des ^lbstve- stimnmngsrechtes Deutsch-Böhmens mit allen Mitteln verteidigen.

*

Eine Einmischung der Cowjctrcgierung.

Berlin, 18. Nov. (WTB.) Der von der deuffchcn Presse erwähnte Fnnkfpruch der russischen Regieinng an die deutschen Arbeiter-, Soldaten- und Mattose:n:äte, worin sie zum bervaff- neten Vorgehen zur Bildung einer Regierung Liebknecht aus- sordett. lmttet in seinem maßgebende:: Tert folgendermaßen:

Solditten und Matrosen! Gebt die Wasfcn nicht ans der Hand! Es gut. mit den Waffe:: in der Huch, die wirklich? Macht 5:berall zu übermbnum und eft:e AttEiter-, Saldo en- und Mattvse::-N^ tzierung mit Liebknecht cm der Spitze zu bilden. Lasset Euch keine Nationalversa mmlung auffchwatzen."

An» Stadt rrnd Land.

G ie he n, den 19. November 1918.

Eine SicherhertSwache für Gieße».

Verschiede:^ Vorkommnisse in anderen Städten lassen es am« gebracht ettcheinen, auch für Gießen die Eftnsichftrttg einer Sicher­heitswach zu bercrte::. Z:: diesem Zwecke hatten sich gestern mittag im Sitzungssaale der istaölverordneten unter Oberbifts-ermsiscer Keller Bertteter des Arbeiter- und Soldatenrates, des Polizei- anztes und anderer Behörden, verschiedene Stadtverordnete usw. versammelt. Zu Beginn der Versammlung las Oberbürgermeisttr Keller ein Telegramm des Arbeiter- uiü» Soldatenrates beim stellv. Geireralkommaicho vor, wonach dringend angeraten wurde, zum Schutze des privaten-Eigentums sofort eine Bürgerwehr zu bilden. Eine solche Wehr ist in anderen Städten, wie Mainz, Tarmstadt, Worms, Wiesbaden usw. bereits eingerichtet. Der Ge­danke einer Sicherheitswchr wurde von allen Anwesenden gut- geheißen. Mo:: hielt es aber nicht gut, hierzu Bürger heranzü-: ziehen, die mit de:: Waffen nich umzugehen wüßten. Es lourde vielmehr vorgeschlage::, de:: Sichrheitsdieust von Llngehörigen der Garnisor: ausüben zu lassen. Hiergegen wurde von militärischer Seite der Einwand erhoben, daß kaum noch die erforderlichen! Truppen vorhanden seien, um den bisherigen Wachtdienst durchzu- fühven, und daß tue bevorstehenden Entlassungen die Frage des regelmäßigen Wachtdienstes u. a. am Gefangenenlager noch schivie- riger machte::. Eine Uebernahme des inneren Stadtdienstes sei daher nicht möglich. Ein erster fester Vorschlag lautete: Ans Grund des -Ortsstatuts über Pslichtseuerweln: sftrd alle männlichen Personen von 20 bis 45 Jahven zur Bildung einer Bürgerw?hr arftzn- rusen. Aus den sich Meldenden, die auf ihre Zuverlässigkeit geprüft werde::, soll eine stcn:dige Wach von 16 Mam: in der Aliceschule gebildet werden. Ter Wach werden zwei Autos mit Maschinen- gewel/ren zur Verfügung stehen. Tie^ zwölfstündilge Wacht zeit, mittags Vsl Uhr beginnend, wird die Stadt mit 5 Mk. vergüten und außerdem Frühstück und Abendessen stellen. Die Reserve unrd ftn Notsall? durch Marrnbainbeu alarmiert. Ihr Sammeft<atz ist der Oswaldsgarte::. Außer der ständige:: Wach habe:: 20 bis 30 Mm:n Tag und Nacht in der Stadt Patrouille zu gehen. Dieser Vorschlag ersuhr im Lmffe der Berattn:g manch?'llsi Mäuderun^geu. Endgültig wurde beschlossen, ehe man a:: die Bürgcrschft herauf ttete, die Flurschützen und das Personal der Obersörstereien he-.au-> zuziehen. Ferner sollen zur 'Entlassung gelangende zuverlässige Soldaten, die stellenlos, sowie aus großen Betriebe:: entlassene Leute, die mit der Waffe umzugelien wissen, durch eine genügend t-oh' Entschädigung für de:: städttschn SichcWtsdi.nst angew-?rbe:r werden. Die Wachksührung wird nur besonnenen Leuten unter Leitung des Polizeiamtes übertragen, dem die ganze Sichrh i^s- organisation unterstellt wird. Ständige Wache und Patrouillen w.-rden auf 20 Man:: bei dreimaliger täglicher Ablösung erhöht. Tie ständige Wach darf nur zu Hilfe gerufen werden vo:n Gar- nismröommamdo, der Stadtvenoaltung, dein Pplizeianrt, dem Ar. beiter- und Soldatenrot untb der Feuenvehr. Erst bei nngenügendec Meldung soll caft die Bürgerschaft zurückgegriffen werden. Siehe Bekamttmächmrg.

** Der Nachrichtenteil mußte heute gegen sonst eine wesentliche Beschränkung erfahren, da uns infolge der Verkehrs schmierig ke iten die brieflichen und telephonischen llebermittlungen' des Wolfffcheu Bureaus nicht erreichten.

** Ter amtliche Teil des Gießener Anzeigers enthält Bekanntmachungen über Versteigerung arbeitsfähiger Pferde an Landwirtschaft, Industrie, Handel, Gewerbe usw., Einguartterung.

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Nährmicpsamt milteilt, iverdcn die flcischlvsen LSochen in Zukunft i:n ganzen Reiche aufgehoben. Man hofft, die bisherige Fleischra'ion dauernd weiter verteilen zu könne::, da die Holxen Anforderu gcft an Fleisch seite::s der Heeresverwaltung zum größten Teil i.-rt- fallen dürsten. Die Emimtenbc Woche wird die Letzte fleischlvsc c.'oche sein. #

** Keine Tcztilrohstoffnot. Trotz der viereir.gill»-

jährigen Blokade sind ine in DcutsckLand vochn'penen TextilwhsLrffe