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sninllich in 6',ieften.

(WTB.) Grobes Hauptquartier, 21. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

H e e r e s g r u p p e K r o n p r i n z R u p p r c dj t.

In Flandern wurde vor und um den Ly§-Ab schnitt Mi­schen Ursel und Kvrtrik heftig gekämpft. In Lomergen vor­übergehend eingkdmngenen Feittd warfen wir im Grgmstoß wieder zurück. Beiderseits von Beynzc setzte sich der Gegner ,guf dem Westufer der Lhs fest. Teile, die östlich der Scarpe Wer den Fluß vordrangeu. wurden zum groben Teil gefan­gen genommen: ein Franzosennest blieb auf dem westlichen Ufer zurück. Örtlich von Kvrtrik stieb der Feind über Teer äjk rmd Zwevegenr vor. Auf den Höhen westlich und südwestlich von Dichte brachten wir seine Angriffe zum Stehen. Nörd­lich der Schklde wiesen wir den Feind vor unseren Linien eb. Nördlich von Tournai hat der Gegner di. Schelde erreicht, südlich von Tournai standen '.vir mit ihm in der Linie St.-Am-andöstlich von Denain und auf den Höhen östlich und nordöstlich von Maspres in Gesechäsfützlung.

Beiderseirs von Solesmes und Le Cateau griff der Eng­länder gestern in Ausdehnung feiner am 17. und 18. Oktober zwischen Le Eateau urrd Oise geführten Angriffe init starten Kräften an. Zwischen Sommaing und Vertat i blieben seine Angriffe auf den Höhen westlich der LarpieS-Niederung in unserer Wwelwwirkrrng liegen. Beiderseits von Solesmes brachten wir den über unsere vorderen Linien hinaus vor­dringenden Feind auf den Höhen östlich und südöstlich der Stadt zum Stehen. Romeries und Amerval gingen verloren und wurden im Gegen stob wieder genommen. Beiderseits von L-e Eavemi haben wir unsere Stellungen nach hartem, wechsel- vollem Kampfe im allgemeinen behauptet. Die branden- burgische 44. Reserve-Division unter Führung des General­majors Haas hat sich hier besonders bewährt. Der mit gro­ben Mitteln unternommene Angriff des Feindes ist somit auf der 20 Kilometer breiten Front bis auf örtlich beschränk­ten Dvdengewinn des Gegners an der Zähigkeit unserer durch Artillerie wirksam unterstützten Infanterie gescheitert.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich der Serie wurden erneute Angriffe des Feindes abgevreseu. Beiderseits der Straße LaonMarle säuberten wir im Gegenangriff Teile unserer noch in Feiudeshand verbliebenen Linien und wiesen starke Gegenangriffe ab. Westlich der AiSne nahmen ostpreiißische Batülllos.e und das in den letzten Tagen besonders bewährte Jnsantcrie-Negiment Nr. 231 im Gegenangriff ihre Stellung wieder und schlugen feindliche Angriffe ab. Oestlich von Vouzicres suchte der Feind seine am 19. Oktober errungenen örtlichen Erfolge zur Fort­setzung seiner Angriffe zu erweitern, vornehmlich sind sie im Gegenangriff des Infanterie-Negimeutö 411 und an der zähen Abwehr der 7. Kompagnie bayrischen Zusanteric-Neg. Nr. 24 gescheitert.

Heeresgruppe Gallwitz.

Südlich von Bantheville wurden Teiiangriffe der Ame­rikaner abgewiesen. Im übrigen blieb die GefcchtStätigkcit beiderseits der Maas in mäßigen Grenzen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

An der Morava schlugen wir erneute Teilangriffe der Serben ab.

Der Erste Gcneralguartiermeisler Ludendorsf.

Staatssekretär Scheide mann über die Rriegsanleihe:

Seid pflichtbewußt! ^elft unserem Lande I Gedenket der Soldaten und ihrer Familien! Wer Geld hat, der zeichne! Es ist kein Mpfer, sein Geld mündel- sicher zu fünf Prozent anzulegen.

Der 'Abendbcricht.

Berlin. 21. Oft., al^nds. (WTB. Amtlich.)

Der Feind beschränkte sich an den Kampffronten auf Teilangriffe, die von uns avgewiesen wurden. Unser Gegenangriff gegen die vom Feinde besetzten Höhen auf dem östlicheil A i s n e - U fe r beiderseits Louziers ist in gutem Forlschreiben.

Der österreichisch.uttgarische Tagesbericht.

W i e n. 21. Oftober. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Auf dem italienischen Kriegsschauplatz keine gröberen Kampfhandlungen. Beiderseits der südlichen Morawa umi> den serbische Teilangriffe abgfwiesen.

Im Gebirge westlich Zajecar macht sich serbischer Druck stärker fühlbar.

Der Chef des Generalstabs.

euistze ©egeiiastpffe.

Die Antwvrtrwte dep deutschen Regierung ap. Wilson hat keine Ueberraschung hervörgerusen. Am spannendsten war es, wie man sich mit dem Wilsonschen Einwand in der Waffenstillstandsfrage ab finden würde. Der Präsident hatte sich selber bekanntlich aus dieser heiklen Frage beinahe gänz­lich ausgeschieden und uns an die militärischen Befehlshaber im Westen verwiesen, die daran festhalten würden, daß das militärische Uebergewicht der Entente auch bei einem etwaigen Waffenstillstand gewahrt bliebe. Das klang im Zusammen­hang mit den bekannten, im Tone der Mißachtung vor­gebrachten Anwürsen auf den reinen Schild unterer deut­schen Kriegführung recl-t abweisend und unfreundlich.

Die deutsche Antwort befleißigt sich dagegen einer nüch­ternen Sachlichkeit, einer Kühlen Zurückhaltung aller Emp- pfindlichkcit, die das Friedenswerk nur stören könnte. Es wird nicht polemisiert, kein Stinrmungshebel angesetzt. Was der Präsident in der Wafsenstillftandsfrage vorgebracht bat, wird auf das rein sachliche Adoment untersucht und sehr kurz und kühl beantwortet. Ruhig lvird zunächst festgestellt, daß die letzte deutsche Rote ja auch von der Voraussetzung aus­gegangen war, daß die militärischen Sachverständigen heran- gezogen werden müßten. Auch würde selbstverständlich der gegenwärtigen Kriegslage Rechnung getragen werden. Nur wird an Wilson eben der Wunsch gerichtet, er möge die Ge­legenheit zu einer solchen Waffenstillstandsverhandlung an­bahnen. Allerdings werde dabei auf seinen gerechten Sinn gebaut und erwartet, daß er keine Deutschlands Ehre und Würde verletzenden Vorschläge gutheißen werde.

Mit anderen Worten: unsere Negierung hat die Drohun­gen, die aus Wilsons Note herausgehört werden konnten, absichtlich überhört und 'sich nicht zu sonderlichen Verwah­rungen fortreisten lassen. Darin liegt mehr Würde und Festig­keit als in temperamentvollen, polemischen Entgegnungen. Wo Wilson direkte, verletzende Vorhaltungen machte, er­folgte Verwahrung und Zurückweisung. Auch hier aber waltete strenge Sack-lichkeit, und der Gegner wird das Angebot einer Untersuchung der frag­lichen Fälle durch neutrale Beurteiler nicht ausschlagen können. Allgemeine Anschuldigungen sind hinfällig; Beweise sind erforderlich. Als > .> e.i -maen!-.»il.i:e -er 1 Gesin­nung und des Strebens, alle dem Frieden schädlichen Strö- nrungen zurückzuhalten, wird dann iwch die Einschränkung des U-Boor-öt.riog'es angevs ai. Pn,.agwrda:up,er {ollen fortan nicht mehr versenkt werden.

Die übrigen Einwendungen in der letzten Mlson'schen Note werden mit der . gleichen friedlichen Gesin­nung beantwortet, ivobei wiederum die Sorgfalt zu bemerken ist, kein Wort zu viel zu sagen, was nach einem unwürdigen Fug fall vor dem Präsidenten anssehen würde. Wir haben unsere staatsrechtlichen Ein­richtungen in der von Wilson berührten Hinsicht aus eigenem Entschluß geändert. Den.ts '/and besitzt eine neue Negierung, die Aneiserungen irgendtvelcher Art nicht bedarf. Eine Be­sorgnis, daß unverantwortliche Stellen ohne die Zustim­mung des Volkes kriegerische Berivicklungen herbeiführen könnten, kann künftig nicht mehr bestehen.

Es ist keine Frage, wir Hütten noch nrehr auf dem .Her­zen, was dem Präsidenten Wilson gesagt werden könnte. Aber vielleicht entspricht diese gemessene Kürze, diese peinliche Vorsicht, weitere Unsachlichkeiten herauszufordecn, doch am besten Deutschlands Würde und Interesse. Da alle möglichen beteiligten amtlichen Stetten gehört wurden, hat sich die Ab­sendung der Note etwas verzögert. Auch kein Fehler. Dieses bedächtige, gewichtige Zögern, das jedes einzelne Wort wägt, mag Wilson bodenton, daß ex den Bogen nicht überspannen

zx Kriegs min ist er emp-> XNorddeutschen Allgemeinen

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darf. Mach den kehten Beweisen seiner Gesinnung dürfen wir in dem Anerbieten des Friedens mchjt mehr eine schiröde Hast, heraus kehren. Wilson mag sich nicht nur, wie er das! in wichtigen Stunden des ^Nachdenkens zu tun pflegt, in sein Arüeltszjimmer einschließen er mag auch einmal eine Selbstreinigung von falschen Illusionen, eine strenge Prü­fung des eigenen Gewissens, vornehmen. Diesen Rat an ihn geben alle Deutschen der Note unserer Regierung mit auf den Weg. Nicht mit ängstlicher Ungeduld, aber in einer lautlosen Stille, wie sie der Bedeutung des Augenblicks entspricht, werden wir Wilson ins Auge blicken, wenn er sich wieder zeigt, oder wenn er seine Maske ablegt. Mit deutscher Sachlichkeit und Knappheit ist er gehalten wor­den, zu handeln, zu entscheiden, nicht wieder mit falschem Pathos zu reden unv zu predigen. Nun werden wieder einige Tage der Spannung verstreichen, die wir umso ruhiger ab- würten' können, als die Lage im Westen verhältnismäßig günstig steht und sogar ein größerer deutscher Gegenangriff emzefetzt hat. '

Der Nriegsminister über die militärisSie Lage und die Anschuldigungen der Gegner.

Berlin. 21. Oft. (WDB,) 3 fing heute Direktor Stollderg von d Zeitung". Im Verlaus der Unterredung kam das Gespräch ans die neuerlichen Behcrupturrgen der Auslandspresse, Deutschland sei aus Mangel an Kriegsmaterial znm Frieden ge­zwungen. Der Kriegs'.ninister erlviderte: Ich kenne die Presse uit* sc rer Gegner zu gut, um nicht zu wissen, bat, sie mit solchen fal­schen Behauptungen die Frre« 2 lssehnsuchk der feindliä>cn Völker denn in jedein Volk brennt ja die Hoffnung aus Frieden' ab schwäch«^ wollen. Trotz des gegnerischen Änsturins könntet alle Anforderungen der Front an Munition, Ge­schützen und Kriegsmaterial ohne Unterbrechung voll erfüllt werden. Unsere Materialreserven, unsere Muni­tion serzeuguna und die Fertigung von Geioehren, Geschützen und Kriegsgeräte sind für die Deckung der Ausfälle der letzten Wochen mehr als ausreichnid. Was also die Ententsartikel tagLl, sind loiederimr benutzte, falsche Behauptmrgen unserer Gegner. Deutsch­land wird nie aus.Mangel an Kriegsmaterial Frieden zu schließen brauchen. Tie augenblickliche UeVerlegenheit der Geg­ner liegt besonders im Gebrauch der Tanks. Es wird be­reits seit längerer Zeit tatkräftig gearbeitet, um diese als wichtig erkannte Waise in genügender Zahl herzustellen, so daß wir hin- rllchend .Hilfsmi tll sur erfotgrei. en Durchführung des Krieges haben werden, falls ivir gezwungen sein sollten, ihn fortzusetzen.

Als der Vertreter derNordd. Allgem. Ztg." bann auf die in der Note Wilsons gegen das deutsche Militär erhobenen An­schul d i g un g e n^ zu sprechen kam, äußerte der Kiäegsminislrr hierzu u. a.: Präsident Wilson hat in der letzten Note schwere Vorwürfe gegen die deutsche Armee erhoben. Er verwirft nrch- tose Verheerungen, unnlenschliche Handlungen, Rallb und Ver­wüstungen. Ich muß gestehen, daß diese Vorwürfe mich sehr be- srenGeteu. Ich kann nur cmnechnen, ck> Wilson einer! Täuschung Mm Opfer ^ gefalle?! ist. Wie inhaltlos der­artige Verleumdmrgen sind, will ich Ihnen an dem Beispiel Cambrai auseiuairdxrsetzen. Wiederholt haben die Engländer behauptet, bas; iricht eine einzige Granate das Innere Cambrais ge­troffen habe, sondern daß die Deutschen die Stadt in Brand gesteckt hätten. So zu lesen in den Fimsiprüchen Canwvon und Lyon vom 2. Oktober. Auch Lloyd George scheint das Opfer dieses chumpen Täuschung geworden zu sein. Nach dem Funkspruch Horsea vom 10. Oktober, 5 Uhr nachmittags, sagt er:Die Alliierten habeir keine einzige Granate auf Cambrai abg-eschossen." Dein gegenüber will ich Ihnen aus ein waudfreixm auttlicheu Ma­terial nur folgende Angaben herausgreifen: Am 17. abends erhielt Cambrai 16 Schuß niittleren Kalibers, am 18. morgens 40 Schuß mittleren Kalibers, am 10. morgens 60 Schuß, am 20. Fernfeuer und am Abend 33 Schuß mittleren Kalibers, am 21. morgen» 44 Schuß mittleren Kalibers imb am Mend 41 Schuß mittleren! Kalibers, am 22. 65 Schuß, am 23. 61 Schuß, am 24. 57 Schuß und ani 4. Oktober tvuck)s sich das Feuer zum Dauerfeuer aus, wel ü der Marktplatz mit Brandbomben beschossen wurde und die Stadt in Brand geriet. In den Tagen des 7. und 8. erhielt der Turm der Kathedrale Volltreffer, ebenso das Reuaissance-Rathaus. Ich gfcmbc wohl, diese Angaben dürsten genügen. Wie im Falle Cambrai, so könnte ick Ihnen genaue Tabellen geben über Douai, Rvulers, Laon, Bouziers usw., die keinen Zweifel darüber bestehen lassen, daß diese Städte von den Alliierten beschossen wurden.

Präsident Wilson behauptet auch, daß wir die Einwohners verschleppt hätten. DaS ist nicht der Falt!. Sie lausen oon selbst davon, vertrieben durch die Mtilleriegef-chosse und Flieger- bombeil ihrer La bleute und ihrer Verbündeten. Hundcrttausendö sind in diesem Augenblick ans den Landstraßm Belgiens und Fvomkreichs mtterwegs. Wir versuchen das Menschenmögliche, nnt üaS Säsictsal dieser Unglücklichen zu erleichtern. Mehr können wir nicht tim. Wo aber dicht hinter der vorderster Feuerlinie enr OoaugSroeiser Abschub der Zivilbevölkerung erfolgte, mar es mit aus Gründen der Menschlichkeit gelwten. Man Lonu-e die unglück- licl,ie Bevölkerung nicht einfach ihrem Schicksal überlassivr Man mußte sie vor blutigen Verlusten durch die feindliche Beschießimg. durch Regelmig de-5 Mtransportcs und der Verpflegung atnrgstens vor den;' bittersten Flückülingsclend bcwahnvn. Ich hoffe, daß unsere Feinde in gleicher Lage genau so gehandelt hätten. Da vorauszusehen war, daß 'das actmühliche Zurüchweichen der dmit- schen Heere im Kamch bxc Lage der Grmoohuer außerordentlich unglücklich gestalten mußte, hat die Regierung bereits eine Mil­derung dieserLage a u f d i p l o m a t i s ch e m Wege angc- strebt. Solange aber ein Zurüchreilen im Kampf erfolgt, kann eine 'ivesentliche Besserung nicht ein treten. Das Elend wird mit der 'wachsenden Zahl der Bevölkerung zunehmen, da die Ursackren der Zerstörungen uick der Massenflucht, uämlüb das ieindlick>e Ar­tilleriefeuer und die seindliclZen Fliegerangriffe, bestehen bleiben. Daß bei einer so langen Dauer des Sieges und bei derrrttgent