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Nr. 256 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 8. Oktober M8

Hauptversammlung des Landesgewerbevererns.

I Darmstadt. 6 . Oktober 1918.

Im Ausstellungssaale des Gewerbemiuseums fand heute mrch- mittag die £> a n b t b e t f a m mlung des Landesgewerbe- Vereins statt. Der Vorsitzende, Geh. Regierungsrat Tr. N o a cf, erstattete den Bericht über das 82. Vereinsjahr. Die Zahl, der Mitglieder ist um 300 gesunken und betragt heute 7700 zahlende Mitglieder und 2000 Kriegsteilnehmer. 24 Schulen mutzten ge--, schlossen werden wegen Raum- und Personalschwierigkeiten, andere Schulen wiesen eine Steigerung des Besuchs auf, besonders an Maschinenschlosserlehrlingen. Die Mehrausgaben 'für Sch^ztvecke betragen jälxrlich 20 000 Mark. Sonderkurse für Kriegsbeschädigte und Ausbildungskurse für Frauen im Kleider- und SckMhmachm wurden veranstaltet. Das Gewerbemuseum veranstaltete Ausstel­lungen von Wolmungseinrichtungen, Faserstoffen, Ersatzsohlen Kleider- und Wäschegegenständei:. Zahlreiche Vorträge wurden gehalten und die Gesellenprüfungen. Mit der Stuttgart-Berliner «Gesellschaft wurde ein neuer Vertrag über Lebensversicherung, die Sterbebasse des Landesgewerbevereins und des Verbands deutscher Gewerbevereine befindet sich in glänzender Lage, »vird aber iininffr- lnoch nicht genügend beachtet. Seiber mutzte das Gewerbeblatt der Druckkos!en und des Papiermangels wegen im halben Umfang erschei­nen. Seit 1902 ist der hessisch Landesgewerbcverein Vorort des Ver­bandes deutscher Gen-erbevereine. Am Schlüsse forderte der Reoner in ffamnienden Worten zur Zeichnung der 9. Kriegsanleihe auf. Niemand weiß besser, als die Vertreter des Ge werbe standes, was für uns auf diem Spiele steht. Mt der Zerstörung des Deutschei- Reiches, des deutsche:: Wirtschaftslebens ginge der Lohn unseres Arbeitsfleitzes an das Ausland, alle Opfer an Gut nnd Blut wären vergebens gebracht, wenn wir im 5. Krieg^ahr versagen wollten. Darum nieder mit den Flaumachern. Verachtung und Tod den Vatcrlandsverrä lern. Deutsch sein he itzt tapfer sein. Heil dem deutsckjen Valerlande, Glück auf dem deutschen Gewerbesbande. (Lebhafter Beifall.)

Finanzrat Loy, von der Landeshypothekenbank, erörterte ein­gehend die Notwendigkeit des bargeldlosen Verkehrs. Er macht Gold frei zur Einführung der Rohstoffe. Die Zeichnung der 9. Kriegsanleihe muß gerade jetzt im Augenblicke des deutschen Friedensangebotes den Beweis deutscl)er Wirtschaftskraft und deut­schen Selbstbehanptungswillen liefern. Zu den Bcftrksversammsun- gen werden gerne von derL-andeshypothekenbank Aufklärnnasredner entsandt. Von verschiedenen Rednern (Reitlinger - Offenbach, S am e s- Dcrrmstadt, Wiener-Gießen) wurde diesen Aus­führungen einmütige Zustimmung zuteil. Sames-Taianstadt for­derte, daß Reich, Staat und Gemeinde nur mit Konteninhabern Lieferungsverträge abschließen sollen.

Direktor P a e ch berichtete über die L e i m v e r s o r g u n g. Da sich die Organisation ftngelebt hat, sind die anfänglichen Klagen verstummt. Es werden aus der Versamnrlnng herauf Klagen geäußert über die Züweisung von flüssigem Malerleim Mi Tüncher. Kirchner-Gießen erklärt, daß die Meister auch die Verwendung des ftüffigen Leims gelernt hätten. Schmuck- Worms und Kirchner-Gießen empfehlen den gemeinsamen Bezug des Leims durch die Gewerbevereine.

Syndikus Schüttler berichtete über die Holzversorgung. Klagen des Handwerks, besonders aus deir Kreisen Friedberg nnd Alsfeld, führten zur Abgabe von Holz aus Staatsioaldungen zu Taxpreisen. Die Holzbeliefernng wrrd durch die Handlverks- kiammer vermittelt. Tie Klagen bei der voriährigen Holzliefe- ruiag wurden behoben: Es wird dieses Jahr Schnittholz (außer Nchenschnittholz) geliefert, dos TreherhaaLwerk kann berücksichtigt werden rurd durch eine Aenderung des Zahlungsmodus eine Beschleunigung der Lieferung herbeigeführt werden. Ueber den Zahlungsmodus entspinnt sich eine längere Aussprache. Sames- Darmstadt warnte davor, die Pumpwittschast, von der uns der Krieg befoeit l-at, wieder eirrreißen zu lassen, und findet damit allgemeine Zustimmung. Das Holz klommt trotz der Barzahlung immer noch billiger, als aus den Versteigerungen.

Direktor P a c ch berickftet über die Entwicklung der Sterbe- kaffe, deren erfreuliche Entwicklung durch den Krieg unterbrochen ist. Die Versicherung her Kriegsteilnehmer ruht: die Neueiuttitte gingen zurück; die Ster befalle vermehrten sich. Trotzdem ist der Stand der Kasse sehr günstig, so daß die Sterbebisse ihre sämtlichen im Frlde stehenden Mitglieder in die Kriegsvarsichierung aufninrmt. Die Mitgliederzahl ist ans 1100 gesunken. Es muß eifrig Sttnrmung für die Sterbekasse gemacht werden.

Nrrcki längerer Aussp-vack-e, in der die Meinungen auseinander­gingen. wurde von einer Llbstimmung über die Frage, ob die nächste Hauptversammlung ans einen Werktag oder einen Sonntag auzuberaumen sei, vorläufig znrückgestellt.

Geh. Regierungsrat Ltrack teilt mit, daß das Gewerbe­blatt 4000 Mk. Defizit habe, dessen Uebernahme auf die Staats- kas e die Regierung ablefme. Reutlinger - Opfenbach gilck der all­gemeinen Unzufri-edeirheft mft der Jnhaltlosigkeit des Gewerbe­blattes Ausdruck und macht Vorschläge. Regierungs rat R e u t e r erklärt, daß die Vorschläge im Kriege nicht ausführbar sind. Sames-Tarmstadt: Es handelt sich um die Kostendeckung durch Erlwhung der Mitgliederbeiträge. Reutlinger-Offenbach loünscht Mitarbeit des Gewerbes selber cm dem Gewerbeblatte. Auch an­dere Blätter habe - dieselben Schwierigkeiten. Mehrere Redner stimmen den Wünschen zu.

Ueber den Ausbau der Gesellenprüfungen und deren Wert für die Friedenswirtschaft erstattete Reittlinger-Offen- bach einen ausführlichen Bericht. Er fordert bessere Ausbildung in der Mol-erialieelku-nde, Kenntnis der Arbeitergesetzgebnng, Bürger­kunde. Geschichte des Handwerks im Vorbereitungsunterricht für die Gesellenprüfungen, wie es in Offenbach bereits mit großem Erfolge geschieht.

Ein Antrag Kugel auf Neufestsetzung der Vergütungen für die Lehrer der Handwerker-Z eichen schule im Namen einer Lehrer- devemigung (die 65 von 180 Lehren: umfaßt) wird von dem An­tragsteller begründet. Tie bestehenden Gehaltsätze wurden teilweise vor Jahrzehnten festgesetzt. Tie Lehrervereimgung fordert ein­heitliche Festsetzungen der Vergütirnaen. Sie fordert ferner Anerken­nung der Lehrervereinigung, eine Vertretung der Vereinigung im Ausschuß des Landesg»cüwerbevereins. Geh. Regierungsrat Strack führt aus, daß die Zentralsbelle nicht zuständig ist. Ans einen An­krag Sames hat der Ausschuß von sich aus den jchlechtbezahlten Lehrern bereits Zulagen gewährt. Tie Llüfbessernng muß ans dem Wege der Voranschläge von den Schallverständen vvr- genommen werden. Eine Abstimmung über den Antrag ist nach den Satzungen nicht zulässig. Di« Wünsche weide:: ivohlwolleird berücksichtigt werden. Auch aus der Versamnffung werden von ver­schiedenen Rednerir die Wünsche der Lehrer wohlwollend aus­genommen.

Aus Stadt und Eund.

Gießen, den 8. Oktober 1918.

An die Heimat.

Vier Fahr' sind's, daß wir ohne Dach In Regen nnd Frost, bei Nacht und Tag,

In heißen: Ringen, unbczwungen Um jeden Bodenzoll gerungen,

Heimat!

Sie kamen zehn gegen -eins geflutet;

Wir schlugen sie; doch wir haben geblutet.

Kaum einer von uns ward nicht schon wund.

Und stand doch wieder, kaum gesund.

Heimat!

Tie Helme verbeult, den Rock zerrissen.

In Fetzen die Sohlen unter den Füßen,

Tie Rohre verleiert von tausend Feuern . , . Heimat. Du mußt uns'rc Wehr erneuern!

Heimat!

Wir wehren das Grau'n von Deinen Landen!

Trum die Du sammeltest, wnl'wir standen.

Die Batzen aus der Tasche krampf'

Und zeig' daß unser Kämpf dein Kampf,

Heimat!

Amtliche Personalnachrichten. Ter Großherzog hat am 11. September dem Polizeisekretär Stephan Pfeffer zu Gießen die Krone zum Silbernen Kreuz dos Verdienstordens PhUlpps des Großmütigen verliehen. Ter Großherzog hat am 5. Oktober den Direktor der Realschule in Butzbach Dr. Wilhelm Kalbfleisch zum Direktor der Oberrealschule in Mainz und deir Oberlehrer an der Augustinerschule (Gymnasium nnd Real­schule) in Friedberg Professor Jakob Reuter zum Direktor der Realschule in Butzbach, beide mit Wirkung vom 1. Januar 1919 an, ernannt. Ter Großherzog >at am 5. Oktober den Lehramts­assessor Tr. Siegfried Kann aus Mainzlar, Kreis Gießen, zum Oberlehrer ernannt. In den Ruhestand versetzt wurde am 28. September die Lehrerin an der Höheren Bürger- (Mädchen-) Schule zu Bensheim Minna Mo o tz auf ihr Nachsuchen unter An­erkennung ihrer langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 16. Oktober 1918 an.

** Ans dem Militärwochenblatt. Befördert: Kribben. Fähnrich in der Tramabt. 18. zum Lt., vorl ohne Pat.; zu Lds. d. Res. b. Inf.: die Vizefeldw. Telp (Mainz), Göttmann (Mainz). Weisel (Worms'), Rössrng (Mainz), Roth lchießentz Jack fDLainz); Vizewachtm. Eßwein (Friedberg) zum Lt. d. Res. der Feldart. Für die weitere Dauer des Krieges zu Kriegs-As iifeu^ arzten auf Widerruf ernannt: die landsturmpflichtigen, mit Kriegs­stellen auf Widerruf belsehenen Aerzte: Tr. Wolfheim, Maxi­milian (Friedberg), Dr. Weiß. Heinrich (Worms). Dr. Wiest, Ernst (I Tarmstadt), Dr. Goldmann. Haus (I Darmstadt), dieser bei der 2. Garde-Train-Ers.-Abt. Befördert: Dietz (II Darm­stadt), Keller (I Tarmstadt), Vizefeldw. im Jns.-Reg. 118 zu Stä. b. R. d. Regts - die Vizefeldw. Mergler (II Tarmstadt) z. Lt. d. Res d. Ins., Metzler (Worms) und Acker (II Tarmstadt) zu Lts. d. Res. der 'Fußart.

** Ihr oOjähriges Ehejubiläum begehen am 14. Oktober Wilhelm Stollmer, im 79. Lebensjahre, an- gestammt von hier, und Marie Stollmer aeb. Häberle im 73. Lebensjahre.

** Kriegsanleihe zu zeichrren ist heute jeder­mann in der Lage, auch wenn er nicht selbst Bankkonto, Sparkassenguthaben oder Barvermögen besitzt. Durch die Kriegsanleihe-Versicherung, wie sie beispielsweise der All­gemeine Deutsche Ver sicherungsverein a. G. in Stuttgart bietet, kann auch der Minderbemittelte zeichnen, er zeichnet ans Konto seines künftigen Verdienstes. Deshalb sollte jeder zeichnen. Die über ganz Deutschland verbreiteten Bezirks­direktionen und Vertretungen des Stuttgarter Vereins er­teilen gern: jede erforderlrche Auskunft und nehmen An- träge auf Abschluß von Kriegsanleihe-Versicherung ent- gegen.

** Aus gäbe von Süßstoff (Saccharin). In der Zeit vom 1. 31. Oktober 1918 wird in den L-cuchgemeinden des Kreises ^ gegen die L i e f er u n g s a b s.ch n i t t e 20 und 2 1 der Süßstofftartenü" (blau) und gegen die Lieferungs­abschnitte 5 mid 6 der Süßstofftarte6" (gelb) von den Süßstoffabgabestelle'.: Süßstoff abgegeben. Es gelangen auf den Abschlitt 20 nnd 21 je ein Briefchen bzw. 5 und 6 j e e i n c S cha chtel zur Ausgabe. Mit dem 31. Oktober verlieren die Abschnitte 20 unb 21 bzw. 5 und6 ihre Gültigkeit. Nach diesem Zeitpunkt nicht abgerufene Süßsdoffmengen dürfen von den Abgabe- stellen frei verkauft werden.

** Gießener HauSfrauen-Verein. Um den Mit­gliedern des Vereins die Einlösung der Mitgliedskatten für das Geschäftsjahr 1918/19 zu erleichtern, ist die Geschäftsstelle von Mittwoch den 9. Oktober bis Samstag den 19. Ottober, nach­mittags von 34 l / ? Uhr geöffnet. Die Mftglieder werden gebeten, sich der kleinen Mühe zu unterziehen und die Mtgliedskarten ge­legentlich eines Ganges in die Stadt in der GeschäftssteUe in Emp­fang zu nehmen. Dem Vorstand ist es in diesem Jahre rricht mög­lich, die Mitgliederbeiträge im Hause erheben zu lassen. Bemerkt mag sein, daß das bestellte Weißkraut nur gegen Borzeigen der neuen Mitgliedskatte abgegeben werden fcmn.

** Die Bucheckern und die Hackfrucht. Vielfach ist man darüber in Sorge, daß die Kattoffelernte mit der Bucheckern­sammlung zusammenfallt. Für die Ernährung bleibt die Kattossel wichttger und darmn muß das Kvrtoffelbilddeln Vorgehen. Tie Sachlage ist aber folgende: Tie für die Oelgewiunung brauch­baren Bucheckern fallen gleichzeittg mit dem Laub, alles was früher fällt, fft zumeist entweder nicht gesund oder taub. Tie Kättoffel- ernte ist dann aber zum größten Teil erledigt. Außerdem ist es eine bekannte Tatsache, daß die Gegenden mft starkem Kartosfel- bau im Allgemeinen mir geringe Buchenbestände anfweifen und daher die Gefahr der Kollision keineswegs stark ist. Wo aber! wirklich einmal die Kartoffelernte und die Bucheckernsammlung nebeneinauder stehen, können die Buckieckern immer liegen blei­ben, da es genügt, wenn sie vor der festen Schneedecke gesammelt und ihrer BesttMmung zugeführt werden.

** Schwarz-Weiß-Licht spiele, Seltersweg 81. Paul Hartmann, der beliebte Künstler vom Teittschen Theater, Berlin, wirkt ab heute bis einschließlich Freitag in seinem neuesten romantischen Bieraktigen Filmiverk der Serie 1918 19, betitelt ,,Ter seltsame Gast". Für den heiteren Teil ist der dreiaktige Lust- lpielschlagerSeine geschiedene Frau" vorgesehen. Mt einer in^ressanlen Sorrder-'Eiulage schließt das Programm.

Kreis Büdingen

A Bad Salzhausen, 7. Okt. Vor einigen Wochen war einer Dame im Kaufmanns-Erholungsheim hier ein M a n t e l im Wette von etwa 600 Mk. gestohlen worden. Ten Bemühungen des Wachtmeisters Wieschmann in Nidda ist es gelungen, den Diebstahl aufzuklären. Ein Zimmermädchen l)atte den Mantel genommen und in eine benachbarte größere Stadt zum Umändern gebracht. Die Täterin wurde verhaftet.

bz. Schmitten, 6. Okt. Beim Füttern swrzte heute der 16jähttge Joseph Brendel so unglücklich in die Schwrne daß er sich schwere Verletzungen zu^og. Ter Vater steht im Felo die Mutter ist vor nicht langer Zeit gestorben.

spielplan der vereinigten Sranffurter Stadtttzeater.

Gpernhaur.

Mittwoch 9. Okt., 61/2: Vorspruch, gespr. v. Rob. Taube.Die Gezeichrreten". Donnerstag 10., 7:Die Rose von Stambul". Freitag 11.: Geschlossen. Samstag 12., 7: Vorspruch, gespr. v. Joß Gareis.Ter Barbier von Sevilla". Sornttag 13., 3:Das Tveimaderlhaus". 6%: Borspruch, gespr. v Carl Ebett.Alkeste". Montag 14., 7:Tie Rose von Stambul". Dieirstag 15., 61/2: Zum 1. Mal.Turaudot". Hierauf:Arlecchirw". Mittwoch 16., Vorspruch, gespr. v. Rob. Taube.Tannhäuser".

Lchausplelhau^

Mittwoch 9. Okt., 6y 2 :58 r p.uch, gespr. v. Max Schreck.Der lebende Leichnam". Donnerstag 10., 7:Der Uraust". Zreftag 11., 7: Vorsprnch, gespr. v. Max Schreck.Der G'nnssenslvurm . Samstag 12., 7: Vorspruch, gespr. v. Werirer Kepich.Stella". Somttag 13., 3: Bei kl. Pr.Die Journalisten". 7: Vorspruch, gespr. v. Walther Reymer. Zum 1. Mat.sldur sechs Schüsseln". Montag 14., 7:Nachtasyl". Dienstag 15., 7: Vorspruch, gespr. v Werner Kepich.Kammermusik". Mitttvoch 16., 7: Vorspruch, gespr. v. Max Schreck.Der G'wisscnswurm".

Letzte Nachrichten.

Der neueste Itcri ebt der ficcresleihitia.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 8. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Krauprinz Rupprecht. Wrdlich der Scarpc griff der Englärwer nach heftigem Feuerkampf beiderseits von Oppy an. In dbeuvireuil faßte er Fuß. Im übrigen brachten ihn unsere Vorposten znm §>td*n.

Heeresgruppe Boehn.

Nördlich von St.Quentin fttzten Engländer und Fran­zosen ihre starken Angriffe fort. Mrdlich van Montbrel-iin schlugen hannove sch: und b aunschweihis ,e Negi 1 cn er u ns- maligen Ansttlrm des Feindes ab. Weiter südäch brach der Angriff des Feindes in unserem Feuer zusamnien. Bei uich sch'dttch von Segucharl haben posensche und hessische Regi- 'mertter nach hartem Kampfe ihre Äerlmigen behauptet. Bei dem Kampf an der Tilloy-Höhe brachten schlcsi che Taiai.lone und Pioniere im dialMmpf und durch Gegenstoß den ftind- lichen Ansturm zum Scheitern.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Vorfeldfämpfe an der Ailette und Aisne. Das nörd­liche Suippe-Ufer wurde in örtlichen Unternehmungen vom Feinde gesäubert. Am Nachmittage stieß der Gegner in TeiL- angriffen zwischen Bacaneourt und Selles mit starken Kräf­ten beiderseits von St. Element an der Arne rvr. Seine An- griffe scheiterten. Oertliche Kämpft bei St. Etienne, das von uns genommm wurde, im Gegenangriff des Fei 'des aber wieder verloren ging. Im übrigen be'chränkte sch die Tätig­keit des Feiges in der Champagne auf Teilvvrs^ße und .zeit­weilig oufllbenden Artilleriekamps. Beiderseits der Aisne schlug die in den letzten Kämpfen besonders bewährte 9. Land­wehr- und 76. Reserve-Division heftige Angriffe des Feirr- des ab.

Heeresgruppe Gallwitz.

Nach stärkster Feuervorbereitung setzte der Amerikaner erneut zum Durchbruch beiderseits der Aire an. Auf dem westlichen User brachte württembergi'che Lantw.'hr srdttch von Chalel vo'.brechende Angriffe .^m Scheitern. Von der H.he nördlich von Chatel. auf der der Feind vorubergeh''nd Fuß faßte, wurde er im Gegeustoß wieder geworfen. Oestlich der Aire brachen die feindlichen Angriffe bald schon in unserem Artilleriefeuer zusammen. Gegen Abend nahm der Feiird beiderseits der von Charpentry auf Nomagne und der von Nantilleis auf Cunel fiihrenden Straße sowie östlich der Maas feine Angriffe wieder auf. Nach hartem Kampfe schlu­gen wir ihn, teilweise im Geg-nrstoß, zurück.

Der Erste Generalguartiermeifter Ludendorff.

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Clernenreaus Antwort.

Berlin, 7.Okt. Laut L.-Anz.-Meldung aus Gens erneuert

Clein e i[ c e a u inr lidre" das L-osnn.gs:v>ott: Der Krieg

wird sottgesetzt. Irgendwelchen sozialistisckZen Einfluß an oder hi.cter der Front halten die niütiftieneuen Blätter für ausgesä/osierr.

is dettackM den Schritt der Mittelmächte als bedentnngskose Episode.

Eine neue Funkentelegraphenstation in Holland.

Haag, 7. Okt. Zwischen der holländischen Regierung und dem Bevollmächtiglben der dentsck)en Telefträkengesellschaft, Direktor B r e d 0 w, ist soeben ein Aböommen über Einrichtungeiner funken telegraphische n Riesenstvtivn in Hol­land zum Verkehr mit dem Auslande und besonders zur direkten Verbrrrdimg mit ddüderländisch-Jndien zustandegekommen. Tie holländisch? Station wird von ähnlicher Ausführung sein wie die TttefwttenstLtwn in Nauen bei Berlin und wird außer dem Verkehr mit Indien <xuch die telegraphisck-e Verbindung mit Nord- imd S üd­amerika ermögtickIM. Als Aufsbelttrngsott für die Station auf holländischer Seite ist die Herde bei Katwijt gewählt worden; die indische Station wird an der Nähe von Batavia errichtet. Dem Abkommen wird in Holland weltpvlittsche Bedeutung bei­gemessen, da Holland hierdurch die Getegerff-eit erhält, sich von der imglischen Bevormundung im überseeischen Telegrapl)e?werkehr ftei- zurnachen. In England befürchtet man, daß andere nenttale Staaten dem Beispiel Hollands folgen könnten, deshalb wurden von eng- lisck^er Seite alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Absckchrß des Vertrages zu verhindern.oder mindestiens zu verzögern.

Die finnländische Derfaft'ung.

H e 1 s i n g f 0 r s, 7. Okt. Ter Landtag hat in zweiter Lesung den neuen Verfassungsentwurf mit 66 gsgen 34 Stimmen angenommen. Ter 'große AnssckMß hatte noch am Vormittag n?eitere Aendernngen in demokratischer Richtung vorgenommen, indem er das Vetorecht der Krone in der Frage der Landes­verteidigung beseitigte. Die Abstimmung im Plenum zeigt, daß trotz dieses weitgehenden Entgegenkommens die für die Turchibrin- gimg der Vorlage in £er gegenwärtigen Session erforderliche Fünsftchistelmehrheft schwerlich zu erlangen ist.

Die Deutschen in Qstafrika.

Berlin, 7. Okt. Dem L. A. aus Basel zufolge meldet nach demPettt Parisien" das portugiesische Kommmügue ans Ost- asrika, daß die 2enifett den Rowu ma- Flu ß überschritten urrd sich ins Innere der Wälder zurückziehen.

Trifft diese amtliche Meldung zu, so steht General 0. Lettow- Dorbeck nach erfolgreickier Durchbrechung der feindlichen Linien wieder in Ostafrika.

Ein Tagesbefchl der Heeresgruppe Scholz.

Berlin, 7. Okt. Ein Tagesbeftht der Heresgruppe -Sckolz lautet: Se^ Wock-en stel-en die deutschen Truppen der Heeresgruppe in schwersten Känrpfen, in kleinen Gruppen weitsäumig ans die bulgarischen Streitkräft vetteilt, oft ganz aftf 'sich selbst gestellt, haben sie bei Beginn des feindlichen Airgrifses m euf^ opserungsvollsler Weise versucht, die wankende Front des einst­mals tapfer känrpsenden Bundesgenossen zu stützen und ihm dis Frückste gemeinsamer Siege zu erhalte::. Der Verbindirng und des Nachschubs l^eraubt, haben auch die deutschen Truppen schließ­lich der erdrückenden Uebernracht weichen müssen. Nie aber hat ihr soldatischer Geist versagt. In zähem Widerstand hinter Mschnitten und -auf Höhen sich festklammernd, haben sie ^dem Feftä>e den leichten Erfolg verwehrt. Oft ohne alle Nach» richten, in Unkeirntnis der Lage, in schwierigstem, unwegsamem Go- lände haben Führer und TruPPe:i erzeigt, daß deutsche Soldaten auch in der verz!iveiseltste:: Lage nicht mutlos werden, daß das Vertrauen zwischen Führer und Truppen nicht zu untergraben, deittsche Disziplin nicht zu erschüttern ist. Wahrend stand ihnen der ZxffaMmenbruch einer einst tapferen Armee vor Angen. Mlen, die in diesen letzter: Wochen gekämpft mtb geblutet, gehungert unb gedürstet nnd doch in unerschütterlicher Treue ihre Pflicht getan haben, spreche ickt nteimnt wärmsten Dank und meine vollstes 'Anerkennung ans. Mein Dank und rneine Anerrenrrung gelten ganz be so rtters auck den bewährten deutsch e n F ü h r e r n Und Stäben. Oft auf verlorenem Posier:, haben fie unter vollem Einsatz ihrer Kraft und ihrer Person ihr Bestes hergeireben. Sie haben das Verdienst mit ihren tapferen deuffchen Truppen den völligen Zusamwenbrrtch der bulgattscben Armee solange üne möglich hinausgeschoben unb damit Zeit für weitere Maßnahmen gewonnen zu haben. Ehre dem Andenken unserer gefallenen Kann" raden. Ihre Gräber auf mazedcmis ckier Erde iverden ftlr 1 man er ein Denkmal deutschen Heldenttttnes nnd deutschen Soldatei:tumes bleiben. Und ^nun flott auf zum neuen Kampf vvll Mut und Vertrauen.

Ter Oberbefehlshaber v. Scholz, General der Artillerie

König Ferdinand in Koburg.

Ko b ü r g, 7. Okt. Ter ehemalige König Von Bulgarien ist mit seinem Sohne, dem Prinzen Kyrill und großem Gefolge ihertte vormittag im HofsoicherWige hier emgetvoffen, um hmr daiurndcn Aufenthalt zu nehmen.