Einzelbild herunterladen

168 . Jahrgang

Nr. 236

Der feub<r,cr HnjHf« erscheint tätlich, außer Sonntags. - Beilagen:

Giehener.Kannst, nbliitter;

«relrUalt

für den Kreis Gießen.

Bezugspreis: moifatl. Bi f. l .35, viertel­jährlich Bit. 4.05; durch Abhole- iu Zweigstellen monatl. B!k. 1.25 durch diePost Btt. 4.05 viertel- jährl. ausschl. Beitellq. Fenrsprech - Anschlüsse: bir die Schriitleitur,q112 Verlag, GeschättsstelleSI Auschriit für Drahtnach­richten: Anzeiger Gießen.

Erster via«

vlenrtag, 8. Moder 1918

pOstscheSkanto: 5rankfurt a.M. 11686

Zwilllngsrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- «. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulst!. 7.

..liirahme von Äiizc^eu j. die Tagec-iniinnier ras zum Nachmiilag vorher ohnejedei'> > i >nbltd)fett Seilen äse: für ört l i - 'nzeigen 25 Bi., für au > .0 artige 30 Bi., für Reklamen Mk.1.nebst 20°',Teue- runas-ufchlag;Platzvor- schrisl 20 % Anschlag. Hauptichri'tleit.er: Auq. Goeg. Verantwortlich für Politik: Auq. Goetz: für den übrigen Teil: vr. Reinhold Zenz; für ten Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen.

Neue Nampse nördlich von 5t. Huentin und zwischen Argonnen und Maas.

(WTB.) Trohes Hauptquartier, 7. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht

Iu Flandern und vor Cambrai ruhiger Tag.

Heeresgruppe Boehn.

Nördlich von St: Quentin dauern di ' schweren Kämpfe seit Mitte September fast ununterbrochen fort. Trotz wieder­holten Einsatzes frischer Verbände hat der Feind hier bis­her keine nennenswerten Erfolge erzielen können. Auch gestern sind seine Angriffe, die sich am Vormittage nord st- lich von Le Eatelet uw) beiderseits von Lesdins entwickel­ten. und am Nachmittage in virilerer Front nördlich von St. Quentin vorbrnckren, gescheitert. Der Fejnd, der am Somme-Kanal zuuLl^K mif Essigny-le-Petit Boden genmnn, wurde durch erjdlgreiche Gegenstihe und nächtliche Nuternch umngen wieder bis mrs Renaucourt znrückgedrängt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Der Feind folgte g^gen unsere neuen Stellungen an der Arsne und Suippe stm'i'nen Pontavert und Baranrourt scharf Vach und stich vielfach in Angriffen gegen sie vor. Kämpft entwickelten sich bei Pontavert. Berry-au-Bac, beiderseits der Strass ReimsNeufchatel und bei Baranrourt. Der Feind wurde überall abgewiesen. An einzelnen Stellen Hilten sich kleinere Abteilungen auf dem nördlichen Suippe-Ufer. Mit stärkeren Kräften griff der Gegner an der Arnes und westlich von St. Etienne an. Auch Her blieben seine Angriffe in unseren Gegenstößen ohie Erfolg.

An der Schlachtfront in der Champagne trat gestern nach zchntägigen eich itte neu Kämpfen Geftchtspause ein.

von St. Etienne. bei Orftuil und Autry wurden Teil- imgrifft. an vielen Stellen der übrigen Front stärkere Er- kuudungsvorstöhe des Feindes abgewiesen.

Heeresgruppe Gallwitz.

Zwischen den Argonnen und der Maas setzte der Ameri­kaner seine h fügen Angriffe fort. Dus Infanterie-Regiment Generalfeldmarschall von Hindenburg Nr. 147, das schon westlich der Maas in erfolgreicher Abwehr und im Angriff entscheidend dazu beitrug, den Durchbruch des Feindes zu verhindern, schlug aus den Höhen östlich der Affe den Feind zurück. Gefreiter Kleiiwwski tat sich h erbei besonders hervor. Der Schwerpunkt der feindlichen Angriffe lag auch gestern zu beiden Seiten der von Charpentry auf Romagne führen­den Strafte. Die dort seit Tagen im Kumpf stehenden elsaft- lo'hringichen und westfälischen Regimenter brachten den michrfachen Ansturm des Feindes völlig zum Scheitern. Der Amerikaner erlitt wiederum schwerste Verluste.

Der Erste Gencralguaniermeifter Ludendorss.

ie Tat allein .

Beweist der 2 i e b t Ara ft.

Du liebst Dein Lands

Handle. Bring' ihm Dein GeldI

Der -lbendbericht.

Berlin 7. Okt.. abends. (WTB. Amtlich.)

Oertliche Kämpfe nördlich der Scarpe. Nördlich von S t. Q u e n t i n und zwischen Argonnen und Maas haben sich in den Abendstunden feindliche Angriffe entwickelt. In der Champagne ruhiger Lag.

*

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien. 7. Oktober. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Balkan-Kriegsschauplatz.

In Albanien newrlvche Nachhutkämpfe am Sknmbi. Im südlichen Grenzgebiet Altserbiens keine größeren Kampfhand­lungen.

Der Chef des Generalstabs.

sehnt jenseits der Vogesen weniger das milde Licht der Me:rscyheitsversöh::ung, als einen soliden Frieden des Sie­ges, der in dieser Beleuchtung erstehen soll. Wenn der sozialistische Parteitag Frankreichs, wie es den Anschein hat, darauf drängen sollte, daß die Friedensvorschläge ge­prüft werden, so ist darin noch keine volle Garantie einer Unterstützung derjenigen Ziele und Ideale zu erblicken, die unsere neue Regierung jetzt verfolgt.

Herr Wilson wird sich schwerlich von Paris stark be­einflussen lassen. Er verfolgt seine eigenen Ziele, die wir in einigen Tagen ja wohl näher keimen leri^en werden. Wenn er die Stimmen der deutschen Presse lesen sollte, so würden ihm zwei oder drei Aeußerungen von einer ge­wissere Bedeutung erscheinen. Während die Mehrheit der deutscher: Zeitungen sich abwartend verhält, dem Friedens­schritt der Verbündeten Erfolg wünschend, hat Dr. Walter Rathenau in derVoss. Zeitung" in einem förmlichen Aufruf an das deutsche Volt das deutsche Friedensangebot als einen Mißgriff, als eine schädliche Uebereilung beurteilt, der nur eine demütigende Beantwortung zuteil werden würde. Er fordert schon jetzt eine Erhebung des Volkes und die Errichtung eines Verteidigungsamtes. Aeltere, gesunde Männer würden sich freiwillig zur Verteidigung des Lan­des meldete, die Reklamierten in den Bureaus der Heimat und Etappe müßten gründlich durchfiebt werden, um waffen­fähigen Ersatz zu finden. Wer die Nerven verloren habe, müsse ersetzt werden. Uns dünkt, dieser Aufruf ist jetzt etwas verfrüht. Wenn Rathenau in diesen Tagen kein Friedensangebot wünschte, hätte er sich früher zum Worte melden sollen. Jetzt nützt seine Kritik nichts, sondern sie schadet nur.

Wilson kann sodann in derKöln. Ztg." eine bemer­kenswerte Mahnung lesen. Das Blatt, das übrigens von derNordd. Mg. Htg." heute dahin berichtigt und belehrt wird, daß das Angebot des Prinzen Max tatsächlich ohne Einschränkung auf dem Boden des Wilsonschen Programms ftehe, dessenPunkte" wir nachstehend noch einmal wieder­geben meint, wenn der deutsche Nationalsiolz jetzt durch Wilson mit einer Ablehnung des Angebots schwer verletzt würde, müßten die Deutschen zu ihrem alten Militaris­mus zurücttehren, der schon äfter die Heimat vom Ver­derben gerettet habe. Es soll also hier dem Amerikaner zu Gemüte geführt werden, welche schwerwiegende Verantwortung jetzt auf seinem Haupte ruht. Auf der andern Seite benutzt das deutsche Regierungsorgan mit der eben erwähnten Rickitigstellung die Gelegenheit, noch­mals darzutun, wie außerordentlich weit das deutsche Ent­egenkommen gesteckt sei. In der Tat, wenn unsere Leser die ilsonschen Punkte nachprüfen, werden sie ermessen können, wie viel da an Zumutungen für uns hineingelegt werden könnte. Es ist unwahrscheinlich, daß Präsident Wilson uns -eine runde Ablehnung zuteil werden lassen wird, und dann wird die deutsche Regierung erst in die Lage kommen, zu zei­gen, ob staatsmännischer Geist in ihr steckt und aus welchem Stofs sie gemacht ist.

Wilson wird Rat halten mit seinen.Verbündeten und uns wohl noch einige Tage in Spannung lassen. Wir möch ten wünschen, daß bis dahin alle Plädoyers gänzlich unter­blieben. _

Das Zriedensangebot. §

Wien, 6. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Blätter erhalten uns unterrichteten Kreisen erläuternde Mitteilungen über den Friedensschritt, denen wir folgendes entnehmen: Es sei zunächst hervorzuheben, daß dieser Sckchtt Oesterreich-Ungarns, Deutsch­lands und der Türkei nicht als ein Entschluß aufxufassen ist, der plötzlich unter dem Eindruck der militärischen Ereignisse zustande gekommen wäre. Ten Ausgangspunkt der Friedens'-olttik bitte die Note Burians vom Dezember 101.6. Der damals. Schritt hatte noch einen sehr vagen Elarakter, die Bedingungen waren nicht um­schrieben und nur m großen Zügen angedeutet. Im Lauft der Ent­wicklung ist es nun zu einer Kristallisierung der Bedingungen ge­kommen, im Lause der Monate Februar, März und April kamen Worte über einen allgemeinen und gerechten Frieden und über einen Frieden ohne Annexionen und Kompensationen. In der wei­teren Folge wurde der Gedanke über die Errichtung eines inter­nationalen Schiedsgerichts und die Herabsetzung der Rüstungen er- 'örtert. Weiter wurden als notwendige Prinzipien der Gedanke von der Freiheit der Meere proklamiert und schließlich der Grund­satz aufgestellt, daß im Wirtschaftskriege rvirtschastliche Vergeivalti

Der Umbtick in den deutschen Zeitungen, die das Frie­densangebot mit Zurückhaltung besprechen, und die Prü­fung der neutralen und gegnerischen Prefftstimmen, die bisher zu uns gedrungen sind, bringen wenig Neues. Ueber die Aussichten und die nächste Entwicklung läßt sich daraus Vicht das Geringste aufbauen. Wir müssen jetzt abwarten, bis Wilson wieder gesprochen hat. Es gibt einige Kund­gebungen, die darauf tosarbeiten, die Washingtoner Ant­wort zu beeinflussen, und es verlohnt sich, diese einer kurzen Betrachtung zu unterziehen. Da ist vor allem die halbamt- ffck)e Havasnote, die in ihren: Schluß erklärt, solange der ftettib auf dem Boden des Vaterlandes stehe, könne Frank­reich nicht in Verhandlungen eiutreteu. Ztveiftllos, Clcmen- aeau wird der Annahme des Friedensangebots entgegen- Wrtreten suchen. Frankreichs Nationalismus ist iu dem gleichen Maße emporgelodert, als der Völkerfriedens ged anke ( in der deutschen Demokratie jetzt in Glut steht. Man er­

gangen nach dem Kriege verhindert werde 1 inüßten. Aus diesen Leitsätzen sei das ganze gegenwärtige Friedens Programm entstan­den. Me diese Punkte itfurben auch, wie erinnerlich, in Interviews

und Reden usw. vom Grafen Czer.rst: als geeignete Grundlage für die Friedcnsverhandlungen angenommen. Diese Punkte fanden schließlich auch die Zustimmung des Deutsche:: Reichstages, so daß die Einheitlichkeit der Äuffasftrng der Verbündete:: hirrin zum Aus­druck kam. Es folgte dam: die Friedensnote des Papstes, deren Vorschläge und Gr-mchgedanken von uns als annehmbare Grund­lage angenommen wurdew Wilson hat freilich in seiner No:e vom 2. Januar 1018 in seinen vierzehn Punkten Vorschläge gemacht und Grundsätze proklamiert, die im weftnckichen mit dem Programm der Mittelmächte überein stimmen. Gras Ezernin und Graf Hertling haben die Vorschläge Wilsons im großen und ganzen, abgesehen vor: der Reserve in gewissen Punkten, als eine geeignete Friedens­grundlage b^eich:ret. In eurem ähnlichen Sinne haben die Dele­gationen und der Deutsche Reichstag hierzu Stellung genommen. Es ist ftstzustellen, daß Präsident Wilson es war, der sich mit dem konkreten Friedensprogranrm befaßte, während die Entente an ihren Eroberungsabsichten festhielt. Es kenn dann der letzte Vorschlag des Grafen gnitian über eine vorläufige.Aussprache zwischen dm

führenden Mächten. Der Vorschlag ttfotrbe abgelehnt, von Wilson jedoch :ncht mit der Absicht der Abschneidung von Frieoenserörte- vungen, da er ja in seiner Riede Pom 27. September neuerlich darauf zurückkam und in objektiver Weise die Notwendigkeit eines gerechten Friedens betonte, der nicht einseitig wäre, sondern beiden Seiten gerecht werde:: soll, somit das Prinzip hoher Gerechtigkeit nach allen Seiten ausstelltr. In diesem Moment bcx PvoÜami.rung dieses Grundsatzes der gleichmäßigen Gereclstigkeit für alle Teile wurde es klar, daß eine Anknüpfung, zum Frieden zu gelangen, aus diese Weift möglich wurde, da der Grurchsatz der Ausschaltung ein­seitiger Beoorzugung die Lösung einer Gruppe von schwierigen Fragen gestattet. Dieser Schritt ist somit nicht aus momentanen Ereignissen geboren, sonder:: hat sich im Lauft der natürlichen Entwickltmg stetig durchgerungen. Urcker diesen Zuständen erwarte:: wir, daß unser Schütt zur Annäherung und Aussprack^e führen wird. Wenn wir diese Hofrnung auch aus- drücken, wisse:: wir gleich:vol)il nicht, wie die Entente und Wilson diesen Schritt auffassen werden. Politisch gerecht ertigt ist der Schritt schm: aus dem Grunde, weil Wilson die einzig«' Macht repräsentiert, die an die Entente Politik Ä,n i ch t gebunden ist. In formeller Hinsicht wird ftstgestellt, daß un'er Schritt nicht als ein Derinittlimgsan suchen au'zu fassen ist. Di.'s ist äusgeschloffen, da nur die Neutralen Vermittler sein können Wir treten an Wilson heran, wnl die txm ihm formulierten Punkte eine Grurrdlage darstellen, auf der wir verhandeln können Unser Schritt wird Wohl allgemein als großer historischer Moment gewertet wer­den. In voller Klarheit kommt darin zum Ausdruck, daß die viel­verlästerten Mittelmächte ksu:e imperialistisck-e Polittk verfolgen) sondern daß vielmehr ihre Bedincymgen mit ihrem Prvgvanrm der Verteidigung in vollem Einklang stehen. Würde unserm Vorschläge nicht statt gegeben werden,' dann würden unsere Gegner die volle Verantwortung vor der Weltgeschichte hierfür zu übernehmen haben. Die Ueberreichung der Note erfolgt gesoirdert. weil die Verbündeten drerch verschftdene Schutzstaaten in ATnerika vertreten sind, wir durch Schweden, Deutschland durch die Schweiz.

Köln,.6.Ott. (WTB.^anttlich) DeKöln. Zty." weist, darauf hin, daß das vmn Prinzen Max vertretene Pro­gramm der Mehrheitsparteien sich nicht in allen Punk­ten mit den Forderungen Wilsons deckt und emp. stehlt, daraus vorbereitet zu fern, daß Wilson, wenn er nicht auch dieses Ai^cbot ebenso wie die Ernladung des Gvaftn Buriani in cnner ttmppev: halben Stunde abioeist, solche, vleUeicht a:ck»er0 Einwcvrde als neue Bedingungen geltend machen wird. Das Blatt fährt dmm fort:

Wie würden wir uns unter der Voraussetzung, daß unsere neue demokvattsck/: Regierrrng, das Bestreben hat, das zu tun, :vas unter den gegebenen Verhältnissen dem GesanEvohl entsprrckK, und daß ste dabei im Eörklar^g mit der großen Aiehrheit des deutsck>n Volkes bleiben lvill, solchen Einwänden gegenüber zu verhalten haben? Tie Antwort auf diese Frage wird auf der ErwäguHg der uns noch bleibenden militärischen Möglichkeiten einerseits m:d der militärischen Notwendigkeiten andewrseits fußen müssen. In der Rede des Prinz«: Max wird die Oberste Heeresleitung mit keinem Wort eriväl-itt, indes wird persichert, daß diese ganze politische Uiwvälzung ihre Zusttmnrung gefunden habe. Tie An­wesenheit des Generalftldmarsch.:lls in Berlin wälxrend der kriti­schen Tage, auch die wiederlwlten Versickierungen der Leitimg der nationalliberalen Partei sprechen dafür, daß dem so ist. Mit uns gibt es wohl kaum eiru:n Teutschm, der sich schon so weit vom Alben losgelöst hatte, daß ihm pcht die unbedingte Einigkeit zwischen politischer und militärischer Leitung als das unumgängliche Erfordernis er­schiene, das allein ihm die Fügung unter das uns zu gedachte Geschick erttäglich mackian könitte. Erweist sich also Wilsons Idealis­mus in der Probe, auf die er nun gestellt ist, als eine hohle Wand, hinter der nur List, Tücke, Machtsucht und der Wille, uns zu vernichten, steckt, so würden wir uns nach der Demütigung, die diese neue Friedcuisbitte unfern: Nationalstolz auferlegt, wieder aus unfern Militarismus au besinnen und zu stützen haben, der Preußen-Deutschland nun schon so lange Schien und Schuh gÄvesen ist und es verhütet hat. daß unser Vaterland wieder wie einsttnals der Tuminelplatz wurde, auf dem fremde Kriegsvölker den Streit ihrer Machthaber ausfechten. Daun werden wir, wie auch Prinz Max sagte, unsere Kräfte verdoppeln müssen, weil wir dann um unser Leben als Natwn zu küTNpftn haben in einem Endkampf auf Leben und Tod.

Berlin, 7. Ott. (WB.) DieNorddeutsche Mgemeine Zeitung "schreibt:

DieKölnische Zeitung" glaubt, zwischer: dem Programm der Älcehrheilspartcien und dem Programm des Präsü deuten Wilson gewisse Unterschiede zu erreirnen. Demgegenüber kann nicht bestimmt peuug betont werden, daß die deutsche Regie­rung und die Mehrheit des Reichstags das gesamte Wüsonsche Pro­gramm ohne Ausnahme und Einschränkung als Grund läge für den Frieden angenommen haben. Wie lvir hören, sind die mit der Gründung eines Völkerbundes zusammenhängenden Fragen seit längerer Zeit im Auswärtige:: Amt unter Zuziehung von Parlamentariern und VölkerrechtÄehrern eingeheird erörtert tvor- den. Tieft Erörterrrngen haben bereits zur Llusstellung formu­lierter Vorschläge geführt, die im wesentliche:: die in dem bekannten Programm der MehrheitSparteie:: als Grundlage des Völkerbundes aufgeführte:: Punkte l^etrefftu. Zlvecks Berattmg dieser Vorschläge u::d Herstellung eines endgültige:: deutschen Ent- umrf wird von dem Staatssekretär des AuÄvärttgeu Amtes eine Kommisswn berufen, der neben Vertretern der beteiligten Ressorts. Parlamentariern imi> VökkcrrcchtÄehvern, außerdem Vertrete sonst beteiligter Kreise angehören lverden.

*

Wilsons14 Punkte".

Zum besseren Verständnis des neuen Friedensangebotes der verbündeten Mächte, die sich bereit erklärt haben, Wilsons 14 Puntte als Gnrndliagen zur Verhandlung cmzunebmen, geben wir hier noch einmal eine Zusammenstellmcg der Wilsonsck^en Be- dingilvgen wieder:

1. Oeffentlicher Abschürß der gegenseitigen Fricdensverffügr, ohne iraerchwekche geheime diploinatilckie Abmachmrgeu.

2. Vvklftändige Freibeit der Seefahrt außerhalb der Hohcns- gewässer sowohl zur FriednrSzeit als auch im Krieg.