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Nr. 23* Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Mittwoch. 2. Moder *y*8

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Kuf Stadt nnd Land.

Gießen, m^2. Oktober 1918.

Der deutsche Wald und die Fcttnot.

Dieser Herbst bringt uns eine austu rViUlid? graste Menge Von Bucheckern. Tie Buchecker aber ist eine sehr seltrei^ Frucht, «aus der sich ein überaus l)altbares nnd wertvolles Speiseöl ge­winnen lässt. Die Buchen strotzm gegeniv-ärtig von Früchten, und bei der ausgesprochenen Fettnot, unter der wir leiden, must alles getan lverden, um möglichst groste Nttngen Bucheckern den Oel> mühlen zuzuführen. Tie Kriegswirtschaftsämter sind beauftragt, mit .Hilfe der Schuten die Sammlung durchzuführen. Es geschieht das genau wie beim Laubheu, uur drängt sich hier die Sammelzeit auf wenige Monate zusammen, 'wodurchÖ doppelt notwendig wird, sie mit aller Energie auszunühen Wenn man bedenkt, daß in den Wäldern gegenwärtig gar nicht selten Buchen zu finden sind, die mehr als 5 Zentner Eckern tragen, also über einen Zentner gutes Speiseöl liefern können, so wird es klar, daß wir soviel Buchenöl schassen können, um damit eine ganz wesentliche Aufbesserung unserer Fettration tatsächlich zu erzielen. Bei ber Wichtigkeit der Sache ist der Sammellöhn bis zu 1,65 Mk. für das Kilogramm festgesetzt worden. Austerdem aber hat der Sammler noch Anspruch ans einen prozentualen Anteil an Oel. Er kann einen Oelbezugsscheiu bekommen, der ihm für das Kilogramm abgelieserte Eckern 60 Enamin Oel gegen Erstattung der Kosten sichert, oder aber einen Oclschlagschein. Wählt er das letztere, so erhält er diesen. Schlagschein ausgestellt aus die gleiche Menge Eckern, die er ob- geliefert hat und auf eine bestimmte Mühle. Er kann also eine ebenso groste Menge Bucheckern für seinen Bedarf schlagen lassen, und hat das darauf entfallende Oel und die Oelkuchen zu eigener Verwendung frei. Dadurch hofft man und wohl mit Recht auf eine besonders zahlreiche Beteiligung an der Bucheckernsammlung. Wir können auf diese Weise Tauseude von Tonnen eines' guten Speiseöls erzeugen und unseren geringen Fettrationen ganz erheb­liche Zuwendungen machen. Tie Fettnot, unter der wir heute leiden, ist ein schweres Unglück für das ganze Volk, weil durch den Fettmangel in der Nahrung einnral erheblich mehr Klaff für die Verdauung erforderlich ist, und zum andern die Ausnützung der Nährstoffe weit unter das Normale hennttergedrängt wird, so dast ein SättigungSgefühl stets nur von Uirzer Tauer ist. Die Fettnot wird so vor allein zu einer gesundheitlichen Frage für das ganze Volk, und es ist daher alles daranzusctzcn, sie zu mildern. Man erwartet also mit Fug und Recht von jedem! einzelnen tat­kräftige Beihilfe, denn \rair so können wir der Not allmählich Herr werden.

Sammelt Holunderbeeren, Hagebutten, Mehlbeeren

<Weis;dorsrüchte>, Vogelbeeren und Schlehen!

Alle diese uns wohlbekannten Früchte sind wertvolle Nahrungs- tnittet und dürfen der Volksernährung nicht verloren gehen. Tie Holunderbeeren, die auch zur Herstellung eines guten Sirups dienen, geben ebenso wie die Hagebutten und Vogelbeeren mit Zusitz von Zucker ein ausgezeichnetes Konipott. Besonders ausgiebig ist die Hagebutte. Auster zu Kömpottbereitung, zu der auch die getrockneten Früchte (Törrobst) Verwendung finden können, dient sie zur Bereitung eines ausgezeichneten südweinähnlichen Hage-, buttenwems. Tie Korn oder .Hagebutten geben einen äußerst wohl­schmeckenden und bekömmlichen Tee und können geröstet zur Bereitung eines schr guten Kaffees Verwendung fmden. Zu 'Kaffeeersatz werden auch die Mehlbeeren (Weißdornfrüchte) von dem Kriegdausschuß für Kaffee und Tee und deren Ersatzmitteln in größten Mengen verarbeitet. Die Schlehen, die erst im November nach dem ersten Frost gesammelt werden können, geben getrocknet einen vorzüglichen Blutreinignngstee, der auch gegen Magenbe- schtwerden mit Vorliebe genommen wird. ,

Jedermann sollte rm Interesse unserer Kriegswirtschaft letzt diese Früchte sammeln, nach einem ersten Versuch werden viele die Früchte auch später gern im Haushalt verwenden. Die Samm­lung dieser Früchte bietet weiten Bolkskreisen auch die 'Möglichkeit, sich einen guten Nebenverdienst zu schaffen. Tie Obstverwcrtungs- genossensck)aft Gießen, Ludwigstraße 36, kauft jede Menge dieser Früchte (mindestens V, Zentner) zu folgenden Preisen an: Holun­derbeeren 25 Pf. das Pfund, Hagebutten 30 Pf., Vogelbeeren' 30 Pf., Mehlbeeren 15 Pf. und Schlehen 20 Pf.

** Amtliche Personalnachrichte n. Der Grostherzog hat am 31. Juli 1918 dem Ober- und Geheimen Baurat Jakob Geibel, Mitglied der Eisenbahndirektion zu Mainz, das Elfren- kreuz, dem Geh. Reg.-Rat Tr. Hans Siegfried Schneider, Mit­glied ders. Direktion, die Krone zum Ritterkreuz 1. Kl., dem Geh. Baurat Johannes Schnock, Mitglied der Eisenbahndireklion zu Mainz, dem Baurat Dr.-Jng. Karl Kölle, Direktor der Firma Philipp Hölzmann zu Frankfurt a. M. und dem Direktor der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Zweiganstalt in Gustavs­burg, Hans Herrmann, das Ritterkreuz 1. Klasse, dem Regie­rungsassessor Tr. jur. Heinrich Schunck, Hilfsarbeiter bei der Eifenbahndirektion zu Mainz, dem Regierungsbaumcister bei der Eisenbahndirektion zu Berlin, Julius B ö t t ch er, dem Rechnungs- dircktor bei dar Eisenahndirektion zu Mainz, Emil Müller, und dem technischen Eisenbahn-Obersekretär bei der Eisenbal-ndirektion zu Mainz, Johann Neidecker, das Ritterkreuz 2. Klasse, dem Orts g e. i'ff 5 vorsteher Johann Baptist Kraus zu Büdesheim das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Richtmeister bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Zweigcmstalt in Gustavsburg, Friedrich Eise, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der JnsckiristFür treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Aufseher bei der Firma Philipp Holzmann zu Frankfurt a. M. Simon Kunkel zu Waldasck>asi (Bayern), dem Bauführer bei der Firma Grün u. Bil- finger zu Mannl)eim Jakob Maute zu Ludwigsha,en a .Rh., dem Borzeichner bei derGute-Hoffnungs-Hütte". Mlienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb in Oberhausen (Rheiiiland>, Wilhelm Mangelmann zu Sterkcade, dem Borzeichner Jakob K r ö l l zu Ginsheim und dem Zusammenbauer Peter Reinhardt daselbst beide bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg. Zweiganstalt in Gustavsburg das Allgemeine Ehrenzeicheii mit der InschriftFür treue Arbeit", .ferner dem Direktor und Vorstandsmiglied der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Zweiganstalt in Gustarsburg, Regierungseaumeister a. D. Dr. Max Earstanjen zu Biebrich, den Charakter alsGeheimer Bau­rat" und dem Direktor der Firma Grün u. Bilfinger zu Mann­heim, Regierungsbcmmeister Emil B ö h m l e r, den Cha­rakter alsBaurattff ferner am 10. August 1918 dem Königlich Preußischen Staatsminister und Mini.ter der öffentlichen Ar­beiten in Berlin, Dr. Paul v. B r e i t e n b a ch, Exzellenz, das i Groß kreuz des Lud ewigso r dens, dem Präsidenten der König! Preuß. und Großh. Hess. Eisenbahndivektion zu Mainz. Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Fritz Martini, das Kömturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ter Großherzog hat am 28. September den katholischen Priester Georg Tickenberger aus Ilbenstadt zum Oberlehrer an dem neuen Gymnasium zu, Mainz, und die Lchramtsassessoren Tr. Franz Weber aus Biblis, Philipp Saun aus Ginsheim, Lud­wig E m r i ch aus Mainz, Dr. Adolf R u p p e l aus Butzbach zM Oberlehrern, sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober 1918 ab. ernannt. Ter Großherzog hat am 28. September dem ordent­lichen Professor in der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen Tr. Edwin Mayer-Homberg die erbetene Ent­lassung aus dem Staatsdienst mit Wirkung vom 1. April 1919 gewährt. Entlassen wurde am 25. September die Lehrerin an der höheren Bürger-(Mädchen-)Schulc in Alzey Luise Pöp- perling, geb. Lahr, auf ihr Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktber 1918 ab.

** Beförderung Heinrich Fahrenbach, vor kurzem zum Vizewachtmeister befördert, lvurde nun zum etatsmäßigen Wachtmeister befördert.

** Zur 9. Kriegsanleihe. Tie Gewerkschaft Giestener Braunslcinbergwerke, vormals Ferme, hat 400 000 llNark iür sich und 135 000 Mark sür ihre Angestellten mrd Arbeiter gezeichnet.

** Rücksichtnahme in der Straßenbahn. Das städtische Strayenbal/namt Frankfurt hat das Fahrpcrsonal nnd die Aufsichtsbeamten der Straßenbahn angewiesen, den Kran­ken, Verwundeten und Kriegsbeschädigten be.onDere Rücksicht und persönliche Hilisoereitschaft entgegenzuoringen und ihnen beim Unterbringen in den Wagen jedwede Unterstützung zuteil werden zu lassen. Und: Jüngere sitzende Fahrgäste sind ge­gebenenfalls höflich i. im Aufstehen aufzufor- dern. Größere Rücksichtnahme in der Straßenbahn wäre auch in Gießen oft am Platze.

Landkreis Gießen.

-o- G r o ß e n - L i n b e n, 1. Okt. Am vergangenen Sonntag schloß unser Turnverein seine Sommerarbeit mit einem Ab­turnen bei Gastwirt Philipp Pirr IV. Der erste Sprecher, Hanpt- lehrer Bach, dankte in seiner Aussprache dem Ehrenturnwart Ga. Älingelhöfer, den Turnwarten L. Klingelhöfer, Wilh. Weiß. Wilh. Sclnnelz und Hch. Weber, die in rastloser Hingabe nach jschwerer Arbeit es immer wieder verstanden, unsere Jugend im «erfolgreichen Turnen ein körperlich und seelisch erhebendes Ziel zu geben. Bei der Preisverteilung wurde vom Ehrenvorsitzenden Jhs. Sternnagel jedem Turner ein nützlicher Gegenstand überreicht, zumal die turnsrendige Jugend auch vom diesjährigen Gauturnen, m Gießen wieder zahlreiche rund ehrenvolle Preise heimgebracht hatte.

Kreis Büdingen.

Zl Lißberg. 1. Okt. Unser Ortsgeistliicher Pfarrer Lic. Herpel, der bisyer als Garnisonpfarrer in Mietz wirkte, wurde in gleicher Ei-genschast nach Hohenfalza versetzt.

4 Ortenberg, 1. Okt. Wegen zahlreicher Unregelmäßig­keiten wurde die hiesige Stadtmühle (Besitzer Müller MüUer) bis auf weiteres g> e s ch l o s s e n.

4 Aus dem Nidder tal, 1. Okt. In Scharen strömt die Bevölkerung, soweit sie nicht durch andere dringende landwirt­schaftliche Arbeiten roodb gebunden ist, in die Wälder, um Buch­eckern zu gewinnen. Das küchle Wetter und die heftigen Stürme haben bereits die meisten Früchte hernntergeworsen. Sie liegen ö zahlreich am Boden, datz jeder, seffs durch Lesen, sei's durch Sieben, eine reiche Ernte einbringen chann. Auch die Städter können ruhig noch kommen, ohne daß. die Ernte gefährdet wird. Hoffentlich 'sorgen auch unsere Behörden durch geeignete Maß­nahmen dafür, daß alle ihr Oel bald geschlagen bekommen. Auch sonst ist Arbeit in Hülle und Fülle: die ländliche Bevölkerung hat gar nvijt gmus Hände jmb Kräfte, alles M bewältigen: die Körtoffelernte ist in vollem Gange und verspricht zufrieden­stellend zu werden. Die Grummeternte hatte sehr unter der nassen Witterung zu leiden, manches verdarb. Gutes, trockenes Wetter ist dringend zn wünschen. Die Dreschmaschinen ffnd überall im Gang, das Tvuschergebnis hat olle Hoffnungen erfüllt, die Ge­treideernte hat ein gnites Ergebnis gehabt.

Starkenbnrg und Rheinhessen.

Darm stadt, 30. «Sept. Eine Belohnung von fünfhundert Mark hat der hiesige Pofthalter ausgeschrieben für den'enigen, der ihm den Dieb ausfindig macht, der ihm in der verfloffeue^ Nackt aus seinem Stelle ein wertvolles Pferd, brauner Wallach im Alter von vier Jahren, etivi 1.82 gvoß. gestoMen hat. Der Tieb hat das Pferd in der Zeit zwischen 12V* und */o6 Uhr nachts wetsgeführt, nach^m er ihn vorher mit Säcken, die er in dem Stalle ebenfalls gestohlen bat, die Hufe umwickelt und hierbei auch Zeitungspavier vei^vendet hat. Man fand in dem S alle auch ein Bündck Zeitungen ans dar Pfalz. Da die Fuhrwerke auch in der Nacht gehen nnd der S all nicht verschlossen ist. was es dem mit den Verhällnissen .anscheinend «vertranten Dieb sehr leicht gemacht, das aus etwa zehntausend Mark geschätzte Tier fortzu­führen.

Kr-'iS Frirdbera

bz. Butzbach, 2. Okt. Einem hiefiaen Einwohtter ivurde gestern nacht eine trächstgc Kuh ans dem Stall gestohilen. Leute, die in ftühester Morgenstunde ihre Nüsse lesen wollten, fanden das Tier an der sogen, kleinen Bach stehend, mit zwei Stichen, die indessen ungefährlicher ^9trt find. An Einend sind die Diebe mit ihrenn Raub und bei Tötung des Tieres überrascht worden., Alle Viehbesitzer können cnicht oft genug zur Vorsicht ermahnt werden.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 1 Okt. Tie Pläne der von den städtischen Körperschaften beschlosseneii K l e i n w v h n u n g s k o l o n i e in der Gemarkung Niedergirmes sind fertiggestellt, so daß mit dem Ban im kommenden ^Frühjahr begomien werden kann. Vom Reich und deni preußischen Staat erwartet man größere finanzielle Beihilfen.

Ginge'andt.

(Für Form und Inhalt aller unter dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt, die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Veraimvortuna.)

Hohe Warte.

Ter unweit der Stadt gelegene Aussich'sturmHohe Warte" wird fast täglich von vielen Äusflüglern aus Gießen und Umgegend ausgesucht. Vom hohen Tunn ans hat man eine herrliche Aus­sicht in das lveite Land. Im steten Gleichmaß steigt man achtlos Treppe um Treppe hinauf. Kurz unterhalb der Plattform fehlt eine Stufe: eine ivei'e Oeffnnng an ihrer Stelle. Wie leicht kann hier der ahnungslose Wanderer einbvecheri und in die Tiefe stürzen. Tie Organe, deren Amt die Besorgung derartiger Bauten ist, könnten mit wenig Mühe eine segensreiche Arbeit verrichten?

E. B.

Ncrilnischtes.

* Die wichtig st en Bauernregeln für den Monat Oktober. 1. Je früher das Laub im Oktober fällt, desto frucht­barer das nächste Jahr sich stellt. 2. Ist im Oktober rauh der Hase, dann frierst du b-ald an der Nase. 3. Wenn der Zugvogel zeitig geht, havtcr Winter vor der Türe steht. 4. Im Oktober Frost und Schnee bringen im Winter vieles Weh. 5. Bringt der Oktober Schnee und Eis, ist schwerlich im Januar kall und weiß. 6. Ist der Weinmonat warm und fein, kommt ein scharfer Winter hinterdrein.

7. Oktober viel Nebel in der Höh, im Dezember großer Schnee.

8. Wariner Oktober, kalter Februar. 9. Oktober viel Morgenrot macht fürs nächste Jahr die Raupen tot. 10. Räume im Oktober den Garten! Denn willst du warten, so kommt die Kälte nnd nimmt die Hälfte. 11. Ist Sankt Gallus (16. Oktober) trocken, so folgt kein Sommer mit prassen Socken. 12. Aus Sankt Gallustag muß jeder Apfel m den Sack. 13 Sankt Galli Wein Dauern,nein. 14. Am Tage Ursula (21. Oktober) das Kraut herein, sonst schneien Simvn und Judas (28. -Oktober) hinein. 15. Wenn Simon und Judas vorbei, dann rückt der Winter herbei.. 16. Jst^s nach Simon

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Deutscher GeiM

Unbeschreiblich erhaven ist äas, was unser Volk vollbracht hat. Gewaltig war äer Opfermut, beispiellos äer Seist, cler alles be­seelte. Sr befähigte unier tapferes Heer zu clen glänzenden wasseniaien gegen äen überlegenen 5e n«l veu sche. Seift >> hrt äeut,ches Schwer, zu rächen- äerrat.wenn ät, Heimat die Kraft äteses Geistes vereint. Seichnet äie Kriegsanleihe!

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und Judas noch warm, gibts einen Winter, daß Gott erbarni. 17. Kleide nicht leicht dich am Feste Simvn nnd Inda, sonders hülle dich in den »värmenden Pelz. Merk cs Dir wohl anr Tage der hier genannten Apostel schaut der Winter ge.viß dir znm Fenster hinein

Letzte Nachrichten.

Herdorragende Leistungen unserer Schiattitflicger.

Berlin, I.-Okt. Starker Sturm nnd heftig.' N^genschzauLL machen a>n 29. September ivährcnd der Abivehrja-lacht von Flandern und Berdnn den Aufenthalt in der Luft so luigemütlich, wie nwglich. Trotzdem waren unsere S ch l a ch t st a s f e t n int* unttrbrohien über dem Schllackstfelde tätig und erfüllten alle ihre Llusgaben. Tie starke Feindsperre konnte sie nicht an der Auf- klärnng des rückwärtigen Geländes hindern. Während des ganzen Tages übevioach.en sie die Gefeäftslage und brachten der Führung nichtige Lkl'eldungen. Aus Höhen von nur zehn Metern b.'warsen Mariliejagidslaffeln anfahreude Tanks und feindliche Kolonnen auf der Straße Bp^rn-H'vvge mit Bomben und Wurfgranaten. Unter 1eirtblid;ien Batterien und Berettfiellungen in Gräben und 'Tal­mulden hielt ihr ivohlgezieltes Maschinengewehrfener surchtbii-e Ernte. .Westlich Cambrai warfen sie eigener Jn- f a n t e r i i; b i e s i ch Vers ch offen hatte, neue Muni- tion zu. Im Neuf-Walde nördlich Marcoing erkannten ^ckchicht- stasftln an Uniformen und dem Winken der Grabeichesatzung vom Feinds umringte eigene Infanterie, übermittelte ihr den Befehl zum DuEchlagen und rettete^sie sv vor der Gefangennahme. In der El-ampagne wurde eine SchilachitflaffelgcuLPc gegen erkannte Ansammlungen amerikanischer Infanterie nrck Tanks im Raulne Apwemont-Baulnp'-.Eglisfontain-el ang-esetzt. Ter Angriff der Sichlachtgruppe traf die Amerikaner in dem Augenblick, als sie ^um Angriff vorbrachm. Beim Herannahen der SMachtfliegec fluteten Infanterie und Tanks in wilder Flwcht zurück nnd suchten in Waldstücken Schutz, die von dem G.'s.ücvader dann ausgiebig mit Wurfminen belegt und unter Mgs d ]\.nengewehrfeuer genommen wurden. Lediglich dem Eingreifen der Schlachtgrupve war es zu verdanken, daß -der bereits durch starkes Arttlleriefeuer vorbereitete Angriff nicht zur Tnrchffihrnng kann Ter moralisck)« Eindruck.der geschlossenen Angriffe unserer Jagdstaffeln auf die tämpsenden Truppen und ihre Fül/rnng war hervorragend. Sie können sich rühmen, zum Erfolg der großen Abwehrschlacht sehr wesentlich beigetragen zu haben.

Fliegerangriffe im September auf das deutsche Heimatgebiet.

B e r l i m 2. Oft. Ter Feind unternahm in den klaren Nächten des vorigen Moimts mehrere Fliegerangriffe gegen das Heimatgebiet. Wenn er gehofft h-atte, bei 9Iacht leichter und gefahrloser Erfolgx erzielen zu können als bei Tage, so sah er sicht getauscht. Tie Angriffe verursachten nur ganz geringen Schaden. In den meisten Fällen drängten die Flngabwehrgeschütze in wir- lungsvoller Zusamnrenarbeit mit den Sck^einwersern die feind­lichen Flugzeuge von ihren Zielen ab, und zwangen sie zu erfolg­losen Bombenabwürfen weit vom Ziel entfernt. Sieben feindlickn Großflugzeuge rieten unseren Kampfmitteln zum Opfer, ein über­zeugender Beweis für die Wirksamkeit der nächtlichen Abmehr­maßnahmen des Haimatlnftschutzes.

FernbeMeßuug mm Dünkirchen.

Bern, 1. Okt. DemDemps" zufolge wird seit Sonnabend mittag Dünkirchen mit weittragenden Ge sch ü tz e n be­schossen. 'Tie Geschosse fallen regelmäßig alle fünf Minuten, ohne jedoch das Leben in der Stadt zu beeinträckstigen.

Der bulgarische Waffenstillstand.

London, 30. Sept. Wie Reuter erfährt, ist der bulgarisch«! ^Waffenstillstand sofort in ^Kraft getreten und wird bis zum Abschluß des Friedens dauern. Er ist reiiß militärischer Natur und wurde von einem ftanzösischen General und nicht von Diplomaten abgeschlossen. Unter seinen Bestimnnrngen befindet sich.folgende. Soforlige Räumung der be­setzten Gebiete Griechenlands .und Serbiens, sofortige Demobili­sierung dex Armee und ltebergabe der Transportmittel aller Art von Sckfifsen und Eistenbäh.ie^i an die Alliierten, Die Alliierten! werden auch die Aufsicht über die Waffen ansüben, die gesammelt limd in verschiedenen /Teilen des Landes aufgespeichert werdet (.nüssen. Tie Alliierten erhalien freien Durchzug durch Bulgarien und werden Punkte von straiegiscl^r Bedeutung besetzen. In Bul­garien selbst wird diese Besetzung durch englische, französische innd italienische Truppen durchfesührt werden, während die grie­chischen. Bezirke von griechifi ^.n, die serbischen von serbi^ckrenl Truppen besetzt merken sollen. Territoriale Aienderungen am Ende des Krieges werden mit keinem Wort erwähnt. Man beschloß, alle diese Fragen bis zu den allgemeinen Friedens- verhandttmgen aufm schieben, denn es wäre sehr verhängnisvoll, Streitfragen Einfluß ans Hie Führung des Krieges ausüben zu lassen. Durch den Abschluß dieser Entscheidung hofft man dem Balkan dauernden Frieden zu sichern.

Foch als Aertrümmerer.

Rotterdam, 2. Okt. (WTB.) Nach einer Pariser Meldung des Qo.idoncrDaily Expreß" erklärte General F o ch ans eine mi ihn gerichtete Anfrage über die Friedensmöglichkeit, daß ai« den Frieden mit Teil schland selbst dann noch nicht gedacht loerdeu körme, wenn die alliierten Heere am Rhein stehlen würden. Foch sagte dann, der Friede, den Frankreich brauche, könne erst nach völliger Vernichtung uno Zertrümmerung Teutschlands g s blossen werden.

Amtlicher Teil.

Betr.: Fesffetzung von Erz^ugerhöchüpreisen.

Bekanntmachung.

§ 1.

Mairüben dürfen nur noch zu den in der Bundesratsver­ordnung über die Preist für Hilsen-, Hack- und Oelsyichte.vom 9. März 1918 (RGBl. S. 327) für Wasser-, Herbst- oder Slohpel- rüben (Turnips) sestgesttzten Preisen gehandelt werden.

8 2 .

Diese Bekanntmachung tritt am 20. September 1918 in Kraft. Berlin, den 13. September 1918.

Reichsstelle für Gemüse und Obst.

Ter Vorsitzende: v. Tilly.

Im Anschluß an obige Bekanntmachung bringen wir hiermit die Preise für Rüben nochmals zur allgemeinen Keimtnis:

§ 4 der Verordnung des Herrn Reichskanzlers vom 9. März 1918:

Ter Preis für die Tonne der nachbezeichneten Erzeugnisse aus der Ernte 1918 darf nicht übersteigen bei:

Futterrüben (Futterrunkelrüben) Z0.Mk.

Wasser-, Herbst- oder Stoppelrüben (Turnips) 30. Mk.

Kohlrüben (Wrucken, Bodenkohlvabi, Steckrüben) gelbe 45. Mk.

weiße 35. Mk.

Futtermöhren 60. Mk.

Mainz, den 30. September 1918. 7396

Hessische Landes-Gemüsestelle. Verwaltcmgsabteilung.

Der Vorsitzende: I. V. Or. H e h e r.