Einzelbild herunterladen

fcfft Wir gLaubon jrboG darüber scharr «uZ dem Grunde hrmvLv- gehcn zu ISimen, .veil Spanien im Kriege sich wrserer La^slente über See in irärmster Wecse anZendnraven I/at und ioir Spanien dafür dankbar sind. Diese Dankbarkeit, beöLmllrch nn echt deut­scher Charakterzug, beeinflußt muh unser polnisches Verhalten.. Wir sind bemfi&t, die crufgei suchten Differenzen m Nnedlrclxm Gerste Anlegen und glauben, daß dieses Bestreben auch bei Spanien. dvrt/a-L^r ist. Es besteht für Spanien kein JNtereste, Leut,chland geg^n'ibor andere Wege zu gehen als bisher. Ebenso haben auch war «ein Interesse daran, die freundschaftliche Gejrmumg zn verlas, en, Yme wir sie Spanien gegenüber bisher betätigt haben.

* . *

Ans dem MahIrechtsausfchLZ des preußischen Herrenhauses.

Berlin, 6. Scpt. (WTB. Nichtamtlich.) In der heute gu Ende gehenden Hauptbefprcchung wurden vorzugsweise die verniutlül-eu Wirkungen erörtert, welche die Annahme des gleichen Wahlrechtes oder die Nichtdurchführung der Juliboischaft haben würden. Auch das Verhältnis der Juli­botschaft zur Osterbolschaft wurde besprochen. Von kon­servativer Seite wupde die Einbringung von Vorschlä­gen in der Richtung eines berussständischen oder Gruppew- wahb"- fttcs für das Abgeordnetenhaus in Aussicht gestellt. Der Ausschuß beschloß sodann, die Sonderberatung am 11. .September zu beginnen.

Der Abgeordnete Eberl über die Internationalen

LoziaUsttribemülMgen.

Berlin, 6. Seht. (WTB. Nichtmntl.) ImVorwärts" be­schäftigt sich der 2Uneordi«te Fritz Eberl mrt den Mögllchterten eurer inte rnatio nallen So zial(i steinkon fer en z und der Haltung der deutschen Sozialdemokratie, worüber in letzter Zeit widersprechende Mitteilungen gemacht wurden. Erne Klar­stellung sei dringend geboten, insbesondere gegenüber den Erklä­rungen, welche Arthirr Hendcrion dein Retter-Vertreter gegeben habe Die neuen Bemühungen um eine internationale Soziallstm- Lnferenz knüpften an eine Denkschrift über die Kriegsziele, du von den alliierten Arbeitern und Sozialsten im Februar 1918 beschloss«! wurde, an. Tic Tendenz der,eiben wird van Eberl schon dadurch gekrwrzeichnet, daß er darauf Hinweis^ daß ihre Zustel­lung erst am 3. Juni erfolgt sei, trotzdem am Schlüsse der Lenk- schrrst formell um Antwort ersucht wird. Ebert verweist demgegen­über auft neue auf die rn der Antwort des Pcrrteivorsüandes. der deutschen Sozialdemokratie enthaltene Erklärung. Diese habe während des ganzen Krieges alle Belttebungew zur Wiederherstellung der Internationale unterstützt.

Dte Stockhölmer Delegation der ft^ialdemiokrattsa-eu Partei bekannte sich bereits zu dem Fried«! ohne An- ssrexi-on: und Kontribution, und der Würzburger Parteitag bestätigte dies Meinvrandmu. lait habe sich auch von jeher für die Wied-r- herstellung eines unabhmrgigen Belgiens erklärt und keinen Zrveifel darüber gelassen, daß der Ostftftde für die deutsche Sozialdem>- kratie incht nnabäni-erlich und keinesfalls ein Hindernis für einen allgemeinen BerstäiMgungsfricden sei.

Wenn darüber bei Henderfon Mißverständnisse -rufgekommen seien WH dies nur bk Fvlge der P. ffeverirxrigeriMMM der Entente-' Regierungen. HerLvrsvu. erklärte aber kategorisch, daß die Verbands- ^oziLli'stcn Hrerseits an* den Beschlüssen der Inbevalliierten Kmr- fefthtelten. Ebert geisett die Einseitigkeit des BerlangouZi der allnerten Sozialisten, daß überall in Eeurvpa alle Völker von Glsaß-LoDringen an bis zur Bcckkanhalbinsel volles Selbst- bestwunmigsvecht ^wiedevcrhalten sollen. Ebert fragt mit Recht, wcSholl» deim nicht vom soziakistischen Standpunkt -aus allen (Bote *üdy «Lßerhilb Europas das SeLikbestimMungsv?cht zuuxchtvvcherr werden solle. Von der glmchen Einseitigkeit -sei die Londoner DeMchrift, bffvndeos bei der Stevnngnahrnr zu **öen GebLetsfvlE, so bei bet Eaß-bochrin§ischen Frage, bei den ijaLiemsckMr Arniprüchen, die mit wärmster Sympathie begrüßt und unLriÄtzt wurden, beim Schicksale Oesterreichs, sowie dem der Züttel, das SCouatiei, Mesopotamien Md Arabien nicht behalten dürfe. Für die KolonLvn in Afrika von Meer »r Meer, ern- schLrestlich der pan^at Gegend nördlich des Zancbesi und sLckich der Sahara wa&c etite besondere Regelung Verlangt. Gerade diese /Äobncren sollten unter das vom VÄterbund zu schaffende und zu AMtechaktende Kvntrvllsystem gebracht werden. Warum, fragt Ebert. soll dieses Kontwllshstem zum Schatze der Eingeborenen nicht auch vusAdchat werden auf die außerhalb dieses begrenzten Bezirkes liegenden Kolonien der Ententemächte. Die ofsonsichd- lührc Einseitigkeiten der Londoner Denkschrift gingen nicht nur auS der Stockholmer Denckschrift, sondern auch aus der der neutralen Sozialisten hervor.

Bei Zugrundelegung der Beschlüsse der alliierten Sozialisten sei von einer Verständigung keine -Rede. Diese Art der Verständigung schließe vielmehr eine vor­herige Unterordnung der deutschen Sozialdemokratie unter das Ge- M der andern Seite ein. Solches Verlangen tehnt Ebert ganz ent­schieden ab, gibt aber dennoch dre Bereitwilligkeit hu einem gemr-in- isamen Berst ändigungswVgramm durch gegenseitige Ueberemkunst zu erkennen. Eine ftemrdschaftliche Lösung der territorialen Frager, writ der Internationale zu suche«, sei die deutsche dRehrhritspartei nach wie vor bereit.

Ebert beim Kahler.

Berlin, 6.Seht. (WTB. Nichtamtlich.) Wie dieNordd. Akür. Ztg." meldet, hat Reichskanzler Dr. Graf von Hertling heute vormittag den ReichItagsabgoordneten Ebert empfangen.

Unsere Bomberr- und FagdfLieger.

Berlin, 6. Seht. (WTB.) In den drei Nächten vom 1. zum 2., vom 2. zum 3. und vom 3. zum 4. September belegten die deutschen Bombengeschwader militäxifdje Ziele hinter der französischen und englischen Front in zahlreichen Flügen mit der Ricsensumme von 201257 Kilogramm Bomben. Eine Flug- zeugbesatzung warf in vier Flügen allem 3200 Kilogramm Bomben Bei den Angriffen galt es vor allen!, die für den Nachschub des Großkampsgebiets w^ckstägen Bcrhnhöft und HauptstupelPlätze zu treffen. So wurden die Bcchnhöw von Poperingl-e, Döllens, St. Pol, Abbeville, LihanS und Äozieres ausgiebig mit Bomben be­worfen und überall gute Treffer erzielt. Zahlreiche Brände und Explosionen bezeichneten noch stundenlang nach dem Angriff die Wirkung der deutschen Bomben. Ferner galt eA, die stark belegten Ortschaften hinter der feindlichen Front anzugreifen und die Tncpven zu beunruhigen. Zahlreiche Brände und Explosionen von Däunitionsstapeln in Pevorrne, Cwisilles, Eombles, Rot)e und pltonldioier leuchteten dc ndeutschcn Fliegern noch lange aus ihrem Heimfluge. Wo zahlreiche Lichter in Waldlagern starke Belegung verrieten, wurden sie catsgiebig mit Bomben und Maschinem- aewehren angegriffen. Den Straßmrverkehr bekämpften die deut­schen Geschivad.-r wiederholt erfolgreich mit Nernen Bomben und INoschiuengewehren Marschicreilbe KÄlannetr zerswbeic in schleus Niger Flucht und suchten in Gräben rmd hinter Hecken Deckung vor dem mörderischen Maschmengev.r'hrfeuer. Ein Fuigzeug er* Mjrfte auA niedrigster Höhe rnehrerc Zoiltueffer in einer langen sbiunitionskolonne zrc-rschen ^Brahe mW .Peronne; zwei Wagen flogen mit starker Ecplosion in die Luft. Auf mehreren fcinbtirfjcn Flugplätzen vernichteten Brandbomben Zeltlrallen imd verursachtten Explosionen von BenzlintxmkS. Bei allen Flügen war die fernd- liche Gegenwehr durch ALwtchrkanonen, Maschinengewehre, Scheine Werfer und Iag^flucj>mge ausfallend stark. Um so höher sind die Lristungen der deutscl-en Geschrvader zu bewerten. Sie reil)cn sich würdig den Daten btt deutsck-en Jagdflieger an, die vom 1 liis eürschließlich 4. September 131 feindliche Flugzeuge und 28 Ballone zum Absturz brachten.

Schweden und die Anbahnung de» Friedens.

S1 o ck h o l m, 6. Sept. Gestern empfing Staatsminister Eden eine Abordnung der schwedischen Friedens- und Schieds­gerichts-Bereinigung, die unr die Mitwirkung der fp^

Nietung bei der JEattve m ISiivietiuttg «»«Fried enS^ i5fe Verhandlungen bat. Eden wies auf seine frühere Erllarung hin und betonte die Bereitwilligkeit der schwedischen Regierung, nach ihren Kräften am Zustandekommen des Friedens mttäutttrfen, doch sei cs völlig aussichtslos, sich zu diesem Zweck an die mw führenden Mächte zu wenden. Eden sichr fort: Dagegen wurde ii bei den skandinavischen Ministerzusammenkünften Erwägungen über die Zusammenbcrufung einer Konferenz zwischenden neutralen Staaten zur Wahrnehmung von deren Juter­essen bei und nach Friedcusschluß angeitellt. Be! eurer solchen) Lkonferenz dürfte es ihre Hauptaufgabe sein, soweit das für M Neutralen möglich ist, die Arbeit für den Wiederausbau der inter­nationalen Rechtsordnung auf sicherem Grunde und für die Be­festigung der Dauerhaftigkeit des Friedens vorzubererten. Ede-t teilte mit. daß durch Verhandlungen, dre in letzter Zeit zw'-scheu Schweden, Norwegen und Dänemark geführt wurden, deL Gedanke einer neutralen Konferenz einen bedeutenden ForffchrrtrHgemach» habe und sprach die Hoffnung aus, er nuichte auch Avlklang bei anderen neutralen Ländern finden.

In der NiÄteitemischung DetttschLandS tu

wirtschaftliche Leben Rußlands liege eine der werchwllsten Leiten des Zusatzvertrages. Noch crsreulia-.-r sei die Verp lichtung ^eutich- lands, sich überhaupt nicht in die innere Politik Rufstands emzu»

mischen. T-ie Garantien Deut schiland», k ine selbständigen Staats-

Sie englische varfteliung der Lreignißr in Moskau.

Es verlohnt sich, das ausführliche Reuter-Telegramm üibor die Moskauer Ereignisse genau zu prüfen, das noll) manche Ergänzungen zu dem bisher Bekannten bringt. Es steht freilich noch! lein Wort über dieVerschwörung" selbst darin, nur vonfalscher Anschuldigung" wird gesprochen. Man beachte dagegen die Ausdrücke der Entrüstung dieser Gentlenien und ihre aufpochende und anmaßliri)L Sprache, ie würden die Mitglieder der Sowjetregierung persönlch bei ollen zivilisierten Völkern" für Vogel frei erklären lassen. Kann das politische Papsttum über die Zivilisation rassec hcrausgetehrt werden, als es hier geschieht? Das Reu­tertelegramm lautet: .

London, 6. Scpä (WTB.) Reuter verbreitet über die V o r - gange in Petersburg folgende Dcrrstelllnig: Die englische Rogiernng ergriff anläßlich des letzten Anschlags der Bolschewik! auf «irische Untertanien in Petersburg energische Maßregeln. Am vergangenen SamSteg wurde die englis che Bots cha ft dmch Lolichewishische Truppen angegriffen, die mit Gewalt rn^ das bäude «ndvanaen. Am Gmgang leistete der Marineattacho skapitän Eromik Wiverstand. Er tötete drei Soldaten, wurde aber dann »ermordet. Seine Leiche wurde verstümmelt. Dem englischen fft'risllichen wurde verboten, bei dem Toten zu beten. Die Boffct-ast ivurde geplündert und alle Papiere vollständig vernichtet. Man i-efürchet jetzt, daß ein gleicher Tlnschlag auf die französische Botschaft gemacht werden wird. BerteidigungÄnaßregeln sind getroffen. Der Zugang zu dem Gebäude, das von der ftanzösisch:n Mission benwhnt wird, wurde glerchfalls gewaltsam erzwungen; aber die Papiere ivaren schon nach einem sicheren Ort geschickt worden. Einige Franzosen wurden verhaftet. Die Bolschewiki reizen den Pöbel zu einem Massenmord der Engländer und Franzosen auf.

Der Anschlag war kein« völlige Überraschung. Das Verhalten das ihm vvrausgftlg, hatte die Au'smorkiamkeit^ der englischen Reifterrmg auf sich gezogen. Schon am 5. August zeigten die bolsche- wistischen Behörden völlige GleuljM'lltigirit nicht nur für die eigenen nachdrücklichen Versicherungen gv^rüber den Alliierten, sondern aucki für die Vorschriften.des Dölkerreclsts. Das Personal der eng­lischen und französcschM Konsulate wurde verhaftet, und, obivohl biß meisten amllrchrn Personen durch die Zrviscj-nrkunft neutraler Vertreter wieder ftrigelasfen wurden, scheint es, daß eine Anzahl alliierter Untertanen 2 wch festschalten tvird. Die englisch Negie- rung eröffnete Verhandlungen mit dem Vertr^eter der Bol- schMoiki in London, L itwino w, und durch Vernrfttl'ung neutral^ Vert^ter in Rußland. Sie schlug die beaterseitige Repatri­ierung der Mission (in den betreffenden Län­dern und oen Aus tausch der crüderen alliierten Untertanen in Petersburg und Moskau gegen die Botschüviki in EdzteoÄ vor. Die Bedb'.guWMl wurden in der Hcrttptiache angenommen. Die fkrwische ^Lriskeit verbürgte die Durchreise der «llliierten Miffvoneri; durch Frimlartd. Darauf ersuck)iten die Bolfthewiki um Freilas­sung der russischen Soldaten in Frankreich als Bedingung der Rückkehr der alliierten.Untertanen aus Rußland. Tie französische Regierung sagte M, daß best ruffischen Soldaten, dve es wQffckzten, zirgestandan werden sollte, ^»uriücksuLchren. Dir arglische Regierung zeigte den guten Willen, indem sie d«e Heim- kchr von 25 Russe-a anbot, die von Litwinow angewiesen iverben, ohne daß der Ubfckfluß .der formellen Uebereinknnft ab gewartet würde. Diese 25 Russen 'träten heute abgereist, wenn der Anschlag am Samstag nicht sürttgefünden hätte.

Das Kabinett beschloß, an Tschitscherin folgendes Telegramm zu senden: Wir erhieltet! einen Bericht, daß die eng- Botschaft in Petersburg angegriffen ivurde, daß alles, was in dem Gebäude befand, gepliindert und vernichtet wurde, und daß Kapitän Cvomie, der versuchte, die Botschaft zu verteibigest, ermordet und seine Leiche barbarisch verstümmelt wtrrde. Wir for­dern sofortige Genugtuung und ungesäumte Be­strafung aller, die verantwortlich sitid für diesen abscheulichen Anschlag oder effvas mit ihmj zu tun haben. Sollte die nrfftfdje So-wjetregierung keine ausreichende Genugtuung geben, oder sollten noch mehr Gewalttaten gegen englische^ Untertanen unternommen, werden, dann wiivd die englische Regienrng die Mitcflteder der Sowjetvegierung persönlich verantwortlich nrachen und wird altes tun, um zu erreichen, daß sie von den Negierungen aller ^.visierten Völker für vogel'frei erklärt werden und ihnen kern Zufluck/tsort gelaffen wird.

Durch Litwinorv wurde der Sviojetregi^erung weiter mitgeteilt, sic^ß die englische Rsgi-erung bereit sei, alles zu tun. um die sofort tige Rückkepr der amtlichen Vertreter Großbritanniens unb ber russi- scheu Son^tregi-erun-g nach ihren Ländern zsr sichern. Die englische Regierultg verbürgt sich dafür, daß Litwinow!nnd sein ganzes Per- sonal die Erlaulnus erhalten, sofort nach Rußland ab^urelsen,^ so­bald den britisck>en Beamten zugestanden lverde, die: rusftsch-ftnnische Grenze ysi passieren. Jetzt ersahven ioir, daß am 29. August ein Beschluß berösrärtlrcht wurde, wonach der Befehl geloben wurde., alle englischen und französischen Untertanen zivissch^n dem 18. und 45. Jahre zu verhaften, und daß englische Beamte unter der falschm Anschuldigung, eine Ver­schwörung gegen die SowjetvogiOAibg angezettelft zu habe», ver­haftet wurden.

London, 5.Sept. (WTB.) Die Regierung hat den bol­schewistischen Vertreter in London, Litwinow, unter Arrest ge­stellt, bis alte englischen Vertreter in Rußland freigslassen sind und die Eriaulmis erhalten haben werden, nach Finnland zu gehen.

P e t e r 3 b u r g, 6. Sept. Der Vorsitzende der Petersburger Kommune, Sinowjew, hat in einer Rede mrsgeführt: Ich ver­antworte jedes Wort, das ich svg-e. llritzkys Tod ist durch Engländer p.nd Franzosen herbei geführt. Sie batten vnß für Chirusen oder Wilde^ mit denen man alles machen famt. Auch das ^Attentat auf Lenrn ist nur das Werk der Engländer uind Franzosen, die auch Jaurös töteten, als er ihnen im Wege stand. Bei Uritzkys Beisetzung fanden auf dem Marsselde englünder feindliche Kundgebungen statt.

*

Die Stimmung in Rußland und die IusatzvertrSsje mit Deutschland.

Moskau, 5 >. Sept. (WTB.)Jslvestija" bringt ans diplo- mattscheu Rütekreisen eine Aeußeeung zu dem Zusatzverträge zum Brest-Li t^ows ker Friedensvertrag: Durch die Gewährung eines freien Waren-T ransites über Estland und Livland sei eine der sck)«wersten BedingtmgeN sdes Bocster Vertrages bedeutend erleichtert worden. Auch setze der Zusatzvertrag den finanziellen Forft>erungen Dcrttsch- lands eine Goenze. Wenn Rußland mehr zu zahl-m habe, so sei das dadurch zu erklär«!, daß in Rußland nkehr decchschas Kapital an- «-legt sei als nmgetehrt, und daß die KriegSgesetzgebuno Rußlands härter lt*rr als in TeutschLand. Die Smrme dieser Vertt'lichtungen könne kechesNtegs als zu hoch betrachtet werden, jm so mehr, ein Teil davon eigentlich ein finanzielles Geschäft sei. bei dem die (russische Ütegierung die deutschen Unternchnumge-n in Rußland auL,

bildungen in Rußland l>nvorzitrnscn, haben dm aller-Trotzten Wert für Rußland; und daß Deutschland sich vmp>lichtete, eme Jcet^ Russischer Ex-bietk zu räumen, g'b-? die Ho'Mung. daß ^eurschurnv ferner nicht beaosichtege, russische Gebiete zu be^-.tzen. Werrn -oeu tsch- land verlange, daß s)1ußland aus Miurman die Neutralität wahrt ?.md die militärischen Kräfte der Entehrte dorr «rtfernt, so sei das ganz natürlich. Vorteilhaft für Rußland sei die Mtilderung der Blockade an der ddordküste, die dir lüurnschift'a'.-rt gestatte, Anerteuntcng des Eigentumsrechtes Rußlands auf alle Kriegsschiffe, die nach dem Brester Vertrage von Deutschland erbeutet wurden^ habe für Rußlmrd nicht mtr prinzipielle Bedutung, sondertt auch einen gro'sft'n praktischen Wert. Die Zukunft werde zeigen, ob der Zusatzvertrag eine i^ftundlage für dauernde fri'Llicbe .uch treurw- nachbarliche Bezierängen znnschan den beiden Völkern bilden könne. Jedenfalls gebe der Zusatzvertrag endlich die .Hoffnung auf d« lang erroartete Zeit, während der das russische Voll zur friedlichen! Arbeit zurückkehrmr und sich ungehindert dem Aufbau des neuen! sozialistischen Rußlands widmen könne.

* * *

Bahnbauten in Kurland und Litauen.

Kowno, 6. Sept. (WTV.) In umfassender Weise wird nach Mschluß der erforderlichen Vorarbeiten vom kommenden Früh­jahr daran gogansev, Kurland wrd Litauen durch Bahn- bautet wirtschaftlich zu erschließen. Die folgenden, bisher ein­gleisige Bahren werdar. ,wie di-e ^Balti'.ch^Littunschen Mrttei- luvgen" erfahren, ^vrigleisig ausgebaut,: SckMllcn-Ac ttrru, Radlro-- wcftickLi-JllowÄ>-Kalkuhr.M! und Adrvajawo-Ätitau, Gänzlich neu werden fÄgende eingleisige Strecken gebaut: KUgelrit-Äcaraj>svo- Stendcn-Tomesnaes, Memri-Tetsche-Schaulen, Altcmtz-Ncuenburg- Tucktrm, Telsche-Kellim-ang-Detete oder Leonowo und Hasenpel- Goldinglm-Wohnen-Turftun.

Das freie Wort 1 « Sugla«d.

Bern. 5. Sept. (WTB.) Zu tfoi fichveren Ausschrel- tun gen rn P lumstead am 31. August, bei denan Ramsay Macdvnald nrit kmpper Not der Srimg-un-g entging, erführt dieDaily 9tews", daß dte Arbeiteri chrec eine Beriaurmlüng Unter freiem Hrmirtet angesagt und Radefveihrit DtgekLcdGgl htt- tcn. Tie Föderation entlass«vov Soldaten wird <2erimte veoan- ftaltete aber auf demselben Platze zu edier früheren .Stwrde «ne Gegendemonstration. Als nrm Aöacdonaid und lerne Freunde rhve Bersanrmlmrg Eröffnen Zollten, rvurrän sie mit Steinen und Flaschen airgagriffett. Mitglieder der Föderation stürmten die Tri­büne und vnhindarten durch ihr lärmendes und rohes, Gebaren, wobei viele Personen sch.vere Berletzmrgen erlitten, die Abhal­tung der Bersammllrng.Daily Sterns" stliveibt hierzu,:Es besteht kein Zrveifel, daß bet schmMchr Ausbruch von Rvrrä^ttun wohl organisiert wmL«n war. Wem: das Grmrdrvcht des freien Worts Ivirklich beseitigt tverden soll, ist es fraglich wofür wir rigerttlich kämpfen. Tie Tyrannei des Rvlvdys ist ebenso bedrückend, wie die Tyrannei des Gvttesgiuldenttuns und erheblich !reuiger re­spektabel."

Eine holländrsche FlrrZzeugsabrlk.

Amsterdam, 6. Sept. Einem hesigrn Blatte zufolge soll binnen kurzem hier eine neue holländische Flugzeugs fabrik gegürndct werden, die etwa dreißig Flugzeuge täglich vca allem Jagdflugzeuge, Herstellen, soll. Auch die Moto re werde» niederländische Fabrikat sein.

teilt

Der 5rekr!eg.

Der SchiffSba« irr Knglanv.

London, 6. Sc'pt. MTB.) Reuter. Die Adarrralität

.. mit, daß rm Verewigten Köniareteh im August

124 675Tonnen Schiffsrau m fertig gestellt wur­den, gegen 141948 Tonnen im Juli. In zwölf Vtonaten bis zum 31. August wnrrden 1512 640 Tonnen Sri^fsSraunr hergestellt. Der GeneralKontrolleur für die Hcmdelsjchiffahrt schreibt die verminderte Erzeugung im August der in den Sckftsfswersten herrschenden Influenza und dein Umstande, daß die Ereignisse an der We st front die Beffntchrung des geschulten Personals auf den Werften ver­hindert hätten, zu. Er glaubt aber, daß sehr bald die Mög­lichkeit besteht, die Bautätigkeit für die Kriegsmarine einzu- schränken und daß dann mehr geschultes Personal für den Bau von H a n d e l s sch i f fen verfügbar sein würde, so daß die Erzeugung gegen Ende des Jahres erheblich zunehnten werde. (Anmerkung des Wolfs-Bureaus: Das Bauergebnis betrug im Mai 197 274 Tonnen, im Juni 134 159. Man sieht also den betrüchtlichien mrd stetigen Rückgang. Um das im englischen Weißbucl). vom 23. März vorausgesagte Jah­resergebnis zu erreichen, müßte in England in jedem der letzten vier Vdonate des Jahres über 50 Prozent mehr ge­baut werden müssen als im August.)

Folgen de» R-Boot-Kriege» für Amerika.

Berlin, 6. Sept. (WTB.) Die Klageit über nicht- angekommene Postsendungen in den Ver­einigtem Staaten häuften sick) derartig, daß der Gerreralposttneifter sich zu einer Aeußerung genötigt sah. Im)Sam Francisco Examiner" erklärt er die Ursache: Tausende von Briefen und Paketen sind durch die Ber- senkungenverlorengegangert. Es ist Nar, daß un­ter Umständen die Versenkung eines einzelnen Schiffes den Verlust mehrerer Tausend Briefe znr Folge halte. Aehnlich ist es auch zu erklären, daß die Versenkung weniger Sclftffe an der Atlantischen Küste Amerikas die Hauptursacl-e dastzr war, daß die Vereinigten Staaten die Z u cke rr atio n um ein Erhebliches h e r a b s c tz e n nmßten. Es sind 50 Millionen Pfund Zucker versenkt worden.

Ar-S StQ-t unb Land.

Gießen, den 7. Schternber 1918.

Lehen-mitLelmarkev.

Für die Zeit vom 9. September bis 15. Septeml»er 1018 Hoden nachstehende^ Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 37. Woche, gültig vom 9. 9.1918 - 15. 9. 1918 Guttermarken 37. w »9. 9. 1918 16. 9. 1918

Fleifchmarken , 37. ,9. 9.1918 - 16. 9. 1918

Kartoffelmsrken^ 37. , » 9.9.1918 15.9.1918

Seifenmarlen für ben Monat September 1918.

Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt ; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

Aenanmeldungen und Anmeldung von Neugeborenen haben unter Vorlage der nötige» Ausweise, tu-vcsondere der Lebensmtttel-AusweiSkarte, auf dem Lebensmittel- amt zu erfolgen.

Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gieße« find in den zuständigen Bezirken anznmelden.

Geschafisstnnden deS LebenSmUtelarnte» von t>12 Uhr vorm., 24 Nhr nachm.

Markenausgabe für Urlauber :

Sonntags von12 Uhr vormittag».