Einzelbild herunterladen

lr. m

Zweiter CIsft

deiner Anzeiger (Zeneral-Anzelger für Gderheßen)

SLmrtag, l\. August \ 9 \S

25Mi Hessen.

Streite Kammer.

^k'mftobf, 29. Aug. Die Abgeordneten ^

Diegid stellten «wen Antrag, betrosseno. Arbeitslosigkeit »>cr Tabalanttr und -vrrbeiterimien. Jln die,em hißt es: Wir^ beair- tragen '.stwßh. Negiermtg ersuchen,baldigst geeigitetc SckLrttke hmen, um der Berdvenstlosigseit der in der Ladak-

daß werden für au noch

chästigten vorztibeugen. Bi-ellcicht wäre zu crmiJflltdjai,

J-abriteii wenigstens nock, so viel Tabak überwiesen fn, daß mindestens die älteceii Leiste un5 foüfijp, Tocld/c Arbeiten ungcaignet firtb, in den Zigarreiffabrikeit n besck-äffigt werden Dmverr. Llußerdem wolle Großh.

mit folgender Spiclfolge statt: On^w ürc z. Operette , Franz Schubert" von Fwz v. Siippö; Al ich A schied nahm ul» ia> wie.'er kam! Lied für Bistrou von E. - -uminskh; Fantasie a Op. fv^fmnnn unb!Uildrne" von Lortt'.ng; Ungarische Tanze N.a, 5 u. 6 von Brahms; v 1 - ' ,Aeiincl-en" Two-Stcp von Eurt Schröder. . .

** Lichtspielhaus, Vahnhochc. 34. Von beute bis cm- sck^ietzlich Montag steht das Film werk ..Wenn zwei sich lieben au> dem Spielplan. Aaiherdem ttitt Ilse Bois in dem LustspielPrin­zeß chen Ilse" auf. Siehe Anzeige. ^ a Qi

¥ * Schwarz-Weiß-Lichtspiele, S lterstveg 81. Von

geschrittenen Nachtstunde war Ih Würdigkeit und erklär e, das; nur n richtiger diesen frühen Morgm

I

Regicruisür eine Ents<W»igUivg der Arbeitslosen besorgt seiir.

Da neben U h ä l t n ise ui: besagt:

stadt, 29. Aug. Eure dringlich.' Anfrage des Abgeord- :ch. betreffendDie Eisenbahnverkehrsver i re kl io ns bezirk Frankfurt a. .Mck

rch die Kriegs mafnwchneu im Eiseirbachiverkehrsweseii firtb j^.3 1 ndere die fefenbahnver kehrsvechältnisse im Direktions- bezirk F kr irrt a. M., soweit sic die Verbindung mit den men:den de.'Hessens «anlangen, derart eingeschränkt, dach eine schwere ftidigung der Arbeiter der in Frage ^ kommende!t Ge­meinden wetrekm ist. Hat die Großh. Regierung Kenntnis von diest Schädigungerl und was Zederrkt sie zu tun, um die für die A iter cmvfindlchsteu Härten zu beseittgen?

Dar stabt. 29. Ailg. Ein d riuglick^er Antrag des Abgeord- neben B'e l, betreffend:Abgabe von Heu aus der Ernte 18" besagt:

In ' höheren Lagen des Odonwaldes ist die Herrernte außerorde ch gering ausgefallen. Durch die nach der Heuernte anhaltend rockene iatb kalte Witterung ist der ztveite Futter- schritt bei >e imd Gras derart in der Entwicklung zurückgeblieben daß auch füglich des Ohmets jetzt schon .mit einer Mißernte gerechnet ' den muß. Tie Landwirte, insbesondere die kleinbäuer lichm Bet ie, scharr deshalb mit banger Sarge dem kommenden Winter engen, zumal in den Gebirgsgegenden auch der heurige Rübenbau mig ertragreich ist. Die in bm letzten Tagen durch die Kommilverbäiide ergarvgerre Aufforderung zur Abgabe von Heu an d Hoeresverwalttmg bat unter den obwaltenden Ver­hältnissen ste Bemrruhigung hervorgerufen. Und dies mit Recht. Wenn von n an und für sich geringen Rwuhfuttervorräten nockr das im Un reverfch ea festges-etzte Herrnuantum Kur reUichn Al>- gäbe g-elan must, so wird es den mittleren und kleinen land- wirt^chastli t Betrieben schwer fallen, im kommenden Winter das $irr Erhalt: der Landwirtschaft unumgänglich notwendige Vieh Gespannkro TungerMsgmrg duvchtzubringen, imb ein wesent­licher Fakt mrserer Volksernöhrung. die Abgabe von Milch, wird dadui ernstlich in Frage gestellt werden. Tie Tatsache daß viele s dnnrte das für ihr Vieh erforderliche Heu. bei dem taat. den mreirrden >ntt> Standesherrschiften kür 1215 Mark her Zentne^rsbeigert haben mb nun für 8 Mark den Zentner darf mrlist unerwähnt bleiben.

heute ab bis einschließlich Montag tritt Dorit W-mchsler in ihrem Filmwerk ...Kammermusik" aus. Außerdem spirtt Paul Heue- mann die Titelrolle in dem LustspielP a u l ch e u s M i l l i o n c n=* k u st". Siehe Anzeige. ,

Verbandstag des Hessisch e'n Schuhm a ch e r - meistcr-Verbandes. Am 26. August fand hier im Restau­rant Hindenburg die diesjährige sehr stark besuchte Tagung Natt. Herr Spndikus Schüttler von der Handwerkskammer ^arm- stadt hatte in dankenswerter Weise das einleitende Referat über­nommen. In großzügiger Form besprach derselbe alle sur das Schuhmacherhandwerk so wichtigen Fragen der jetzigen stnebswirt- schaft und besonders die für die Uebergm:g?wirtschast vorgeiet-enenl Einrichlungen. .Hauptsächlichen Nachdruck legte der Redner aus den Zusammcnschlust der S muh wacher meister in größeren Verbanden, da der Verkehr der Regierung durch die Handwerkskammer nur mit geschlossenen Organisationen möglich sei. In der Aussprache fan­den die Kapitel der Ersatzsolsten und die Ledervertcilung eine aus­giebige Behandlung. Von allen Vertretern wurde entschieden L>tcl- luug gegen den blülstndeir Schleichhandel im Lederverkauf genom* men und der Verbandsvorstand beauftragt^ bei geeigneter Stelle Schritte zu unternehmen, um dieser: Uebelstand auszurotten, da­durch würden ganz ansehnliche Vestäiide für die Allgemeinheit^ ver­fügbar. Tie Tagung bewies, dast der enge Zusammeiischlust rm Schuhmacherhandwerk in der Kriegszeit feste Wurzeln geichlagen hat, so daß die Meister den an sic l-evantretenden Aulprüchen ge­recht werden können.

Landkreis Gießen.

# Rabertshausen, 31. Airg. In russischer Krie^Sge sangenschaft stvrb Arnold Re ich Hardt.

Kreis Büdingen.

# Büdingen, 31. Aug. Das Eiserne Kreuz 1. Klassc erhielt der Leittcrant d. Res. Dr. Grresmann. Bisses Fürs Vaterland starb Llrdtvig Knau. Jlchaber des Eiserner. Kreuzes. Heuchelheim. Tie Hessische Tapserkeitsmcdaülc ech'elt d^r Sergeant Otw Ost he im. das KriegHelwenzeickxn in Eisen der Sergeant Otto Le m p, Inhaber des Eisernen Kreuzes mrd der Hessisckien Tapscrkeitsmedaille; das Eiserne Kreuz der Wehrmann Gesreiter Rudolf Beith und der Mnsketier Hugo W e i tz, die Hessische Tapserkettsmedaille der Musketter Alben Vellen.

4 Büdingen. 31. Aug. DaZ zum Aichenken an die am 11. September 1667 verstorbene Fürstin Mathilde zu Ysenburg

'Ol!- I und Büdingen gestiftete hiesige Mat Hilden Hospital begeht morgen

ch betrage deshalb. das Fest seines 'Mjährigen Bestehens. Vormittags findet Festgottes-

Vcrordmmg dahingehend zu erlaifen, vast rn ven>^. , ^ ...K ^ __me_ ««k

ersuchen, et __^ ^ .

Gegenden, i m heurigen Ial?re geringe Futterernten erzielt Habens nur diesenl i Lcmdnnrte zur Henabgabe herangezogen^ tnerden sollen, bei reu es sick^ ohne Gefährdung ihres lairdivirtschast- lichen Bett es ermöglichen läßt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 31. August 1918.

** Da Grosth. Hessische Regierungsblatt, Bei­lage Nr. 1-ausgegeben Darm stadt, den 29. August 1918. bat folgenden I alt: 1. Bekanntmachung, die Organisation der Ver- wvlttmg ^Staatsschuld betreffend. (S. 137.) 2. Bekamtt-i wachung. di Ergebnisse aus der Rechnung der Grostherzogltchen Staatsschuld Verwaltung für das Reckmungs:a:/r 1915 bettest md. (S. 137.) - 3. Bekanntmachung, «die Aufbringung der Mittel zur Bestteiti j der Bedürfnisse der Landjudemchaft der Provinz Oberhessen das RechnungSsahr 1918 bettefscnd. (L>. 144.)

4. Uebersichtfcr vom Grostherzoglichen Ministerium des Innern für das Rechchgsjahr 1917 genehmigten Umlagen zur Bestrertung der Gemeiudrdürfnisse der israelitischen Religionsgemeind«i des Kveises Tstbiq (S. 144.). ^ .

** Aussem Militär-Wochenblatt. Befördert: zu Assift>Aerztech. Res.: die Feldhilfsärzte WM, Paul (II Frank furt a. M.), vJnf.-Rcgt. Nr. 87, Dr. Brun, August (I Tarin^ stadt), Tr. Ehstann, Ludwig (Mainz). Für die wettere Dauer des Krieges zu .iiegsMssistenzärzten auf Widerruf ernannt: dw landsturmpfliqgen, mit Kriegsstellen auf Widerrut belicheneni Aerzte: Tr. vBüngner, Robert (Mainz), Dr. Hof, Karl (Darm stadt), Tr. Qu ch. Franz (Mainz) . .. .

** Ansz chnnng. Musk. Wtth. Eimer rmrrbe mtt dem Eisernen Kreml Klasse ausgezeichnet. Gefr. Gottfried Ka h n, Inhaber der t ss. Tapierkettsmedaille, wurde mtt dem Eisernen Kvmz 2. Klasse usgezeichnet.

^ Zuckt -Ausgabe. Der bet Heu Kleinhändlern der Stadt Gießen esteltte Zucker für September 1918 kann von Dienstag den September 1918 ab gegen Vorlage des Bestell- ausweises zur rckerkarte und Abliefiwung der Zuckermarke Nr. 9 in Empfang g ommen werden. Näheres im Anzeigenteil.

** Käse-Zerteilung. Don Samstag den 31. August bis einschließlicl Donnerstag den 5. September l. I. gelangt in vier Gesckstiften äse zur Vertettnng. Siehe Anzetgentttt

** Kolonalkrieger - Spende. Bu den Sammlungen für die Kolonial ieger-Svende in Gießen am 17. und 18^ August ginaeii zusamme 5091 Mark ein. Alten denen, die dieses Sammel­werk mit Gabel unterstützten, sei herzlicher Tank gesagt.

es chltgnahme und Be sta ndse rhe bn n g von

dienst mit Predigt von Pfarrer Hickel-Darmstadt, und nachmittags ein Festakt im Krankenhaus selbst statt.

4 Orlenberg. 31. Aug. Der Fahrer Heinrich Acker mann, bei einem FustdArt.-Rcgt., erhielt das Hessische Ehrend zeichen für Tapferkeit.

Kreis Friedberg.

fc. Ans Ni ederhessen. 30. Aug. Eineii kahttalen Zwölf­ender im Gewicht von dreieinhalb Zentner aufgebrock^n erlegte der Forstauffehcr Fritz Deist im Walde von Hasselbach. Der Forst- ausscher hat im Laufe des letzten Jahres außerdem zehn Wildsäue zur Sttecke gebracht.

Starkenburg und Nheinhefsen.

Mainz, 31. Aug. Aus der durch frühere Mißernten ver­schuldeten Provinz Rhettchessen hat der Krieg das zweifellos reich'tr Gebiet des Grvstherzogtums Hessen gemacht. Tie glänzenden Weiit- ernten 1915 und 1917 wid die märchnlhast hohen Weinpreise, die rroch immer weiter klettern, hoben den rhernhessisckien Winzer aus der Verschuldung und nwdelten ihn zum rnckien Mann um, der gewaltige Suimnen in den Baitten und Sparkassen nieberge legt hat. Tie in den Jahren 1916, 1917 und 1918 an Güte und Menge gleich hochwertigen Gemüse-, Spargel- und Obsternten brachten den rheinhessischen Landwirten unerhörte Summen, die hock) in die Millionen geheiu So ist das steuerpflichtige Ver­mögen der Einwohnerschift von Bingen in einem Jahr um 20 Prozent, von 98 ans 120 Millionen Mark gestiegen. Ter 243 Genossen zählende Spar- und Kreditverein Gan-Algesheim, aus­schließlich aus Landwitten bestehend, heimste 1917 allein 4 122 405 Mark Spargelder ein: das beträgt im Durchschnitt aut den Kopf rund 15 000 Mark. Derselbe Verein hatte in 40 Jahren seines Bestehens ^inm Gesamtumsatz von 43 Millionen Mark, im Jahre 1917 allein einen solchen von 9 Millionen. Tas ssnd nur wenige Beispiele. Dazu kommen jetzt die ungeheueren Summen, die die diesjährigen Weinversteigerungerr brachen. Rheinhessens 'wittschaff- lich Vei-HLltnisse erfuhren durch den Krieg und seine Folgen wie paradox es auch klingen mag, einen Aufschwung, wie er glän zender nicht gedackst werden kann. Rheinhessen darf heute als die weitaus reichste Provinz des Grostherzogtums bezeichnet werderr

«irchliche Aachrichren.

Gottesdienst am Sonntag den 1. September (14. nach Trinitatis).

Evanyelische Gemeittde.

In der Stadtkirche. 6: Zugl. Christeick!, f. d. Neiukonffrm. aus d. Matth.-Gem. Pff. Mahr; 9^: Pfr. Schwibe; 11: Kinderk. f. d. Mark.-Gem. Pfn Schwabe., In der Johanneskirche. 8: Zugl. Christenl. f. d. Nenkonsirm. aus d. Luk.-Gem. Pfr.-Ass.

cing voii unermüdeier Licbens^ me '^Dreise am nächsten ober unseren Ausbruchschon" rech- ttigc. Als ich ihm in dcn lieber 5 r half, '.ml/rn er ein chnmark- tücf aus bem Portemonnaie uitö .u-.-ific oent Kellner.Aber Herr Geheimrat, Trinkgeld?!" flüsterte ich ihn zu.Seien ^ie still," erwiderte er,das Buch ilt ja noch nicht erschienen."

* W i e d e r a u f n a h nl e des Eisen bah nverkehrs mit Rumänien. Ter Eifettbah en ist

jetzt nach einer Unterbrechung von 2 t-,ahren vorluuj g wieder ausgenommen ioorden. Tie endgültige Wceoeransnahm^ suchet erst nach Vollziehung des Friedein-verteageL von be.oe.i Setten statt. ?iach den vorläujigeil Bereiilbarungen wecoeic Güter uno lebende Tiere nur bis uiw von Jtzkany smvie Bilrbn.jeni abgefertigt. Ti« Abfertigung ist an die Bestellung d r Deförveimng^ durch die Be­triebsleitung Ezernoimtz gebunden. Bei der Auffieseruug sind die intttnatioualeu Frachttbricse zu verroendcn.

*

Friedericianiscke LebenSmittelkontrolle^

Wir sind heute in manck?cr Hinsicht zu jenen beschränkteren und be­engteren Verhältnissen des allräglicheii Lebens zurückgekchtt, dis im 18. Jal/rhundert gang und gäbe waren. So sind wieder in den einzelnen Bezirl'Oi gewisse Sckstanken errichtet worden für dic Aus- ffllw von Lebensmitteln, die man dem betresscn.»en Lauoesteil er­halten möchte. Um wieviel ^ve^^iger streng und pei.ulich ist doch die huile hier und da auSgerchte Lebeusmittelkontrolle gegenüber den Maßnahmen, die zur Zeit Friedrichs des G^o-jen beita'.rden. Alles stand damals uiiter der schlimmen Fuchtel des Herrn Tor­schreibers, der die Akzise erhob. Ti?se Akzise toar eine ziemlich hohe Wgabe, die von allen Lebensmitteln und von allem, was zur Wohnung und Kleidu'.lg des Bürgers gehörte, gefordert ivurde, überhaupt von allem, was dem Bedürfnis und dem Luxus dicnte^ Außer den getvöhrilichen Steuern mußten auch noch verschiedene Nebenabgaben entrichtet werden. So ivu.rde bei Mehl für die Ein- sührung eines Schessels auß.n der Akzise ml) der bare Geldwert vvn 2 Metzen, dc:n achten Teil eines Scheffels, verlangt. Diese sehr beträckstlick-e Abgabe bestand aiis der noch vom 30-äh igen Krieg herrührendenKriegsnretze" und der sogenannteirMahlmetze". Dazu kam nock> derSck-esselgwscheri", bei Roggen ein Groschen, bei W-eizcnmeist vier Groschen für den Scheffel, 24Mage-Geld", imb teuert.

schwinglich_|_B . . _ .

selbst blieb bestehen, dran sie war das Rückgrat aller Steuerpolitik des 18. Jahrl/underts. Jede Stadt war ein Bezirk für sich, und während bei uns nur auf den Bahnlstrierr ttnttrolliert wird, waren damals die Städte gegen das die Lebensrnittel liefernde Land durch eine hohe Mauer abgeschlossen. An den Stadttoren vollzog sich das gefürchtete, langwiettge und hochnotpettrliche Geschäft bei Kontrolle aller Waren. Ta, wo die Flußwege in das Bereich der Stadt gelangten, war ein Schlagbaum errichtet, und derBaum­schreiber" hielt die Schiffe an. Gin anschauliches Bild^von den! Pflichten und Rechten des LebensmittttkontrvlleurS jener Tage, des DorschreiberS, entlvirff Ernst Conse-ittius in seinem BuchAlt- Berlin Anno 1740". Dem Herrn Torschreiber war als eiiiem aus­gedienten Soldaten barscher Ton und rauhes Wesen gleichsam an- keboven. Er stand vom frühen Döorgen bis zum späten Abend tan Tor, unb jeder mußte ihm Rede und Anttvort stehen, was er Akzisebaves bei sich hätte. Doch mtt den Antworten begnügte sich der Dorschreiber nicht. Er hatte strengen Befehl,eines jeden mtt sich führende Eosfres, Felleisen, Bett- und Futtersäcke, Ditz- und Fußkasten, ?Mgazi'.ie und andere Packräume im Wagen, vorn und hinten, um Und cm fcm Seiten, aufs fleißigste, jedoch ol-ne Be­schädigung der darin besindlick^en Sachen, zu durchsuchen." Vieles war in Futtersäcken versteckt; anderes versuchte man in Kästen mtt doppeltem Bvd«i nick) heimlichen Schubladen durchzilbringen. Da galt es anfzupassen. Der Torschreiber mußte sich alle Säcke ailf. binden lassen urtd sie mit einemKeinen Visitter-Eren" durch- fvrsckren. Die Wagen wurden mit demgroßen Visirier-Eism hin und wider durchstock-en"; bei Holzfuhren war daraus zu achten, daß, znnschen und unter dem Holtze kein Toback oder ander Akzisebares" versteckt wäre. Da die Steuervorschriften sehr verwickelt waren, so mußten die Lertte sehr viel Geduld haben, bis alles erledigt mar. Tie Steuer wurde bald nach dem Maß oder Gewicht, brld wieder nach dem Wert der Waren erhoben; auch der Herkmrffsort war sehr wichtig. Tie Kausleute mußten also ihre Frackstbriefe und Aus­weise vorlegen, und so entwickelten sich erregte Steilen in der Torschreiberstube, die dann auf dem Packhos oder derPost- akziseftnbe" fortgesetzt wurden. Hatte nämlich» der Torschreiber alles gesehen und auf demTorzettcl" bescheinigt, dann wurden die Waren gegen einzureichendes Pfand", das beim Torsckxreiber verblieb, nach dem Packhos c^ebrackst und dort die eigentliche Ver­steuerung vorgenommen. Bei großen Frachwagen mußte sich der Tvrschreiber sowieso mtt dem Versiegeln der cinzelneii Ballett begnügen. Tie Lebensmittel, sowett sie von Bauern auf den Martt gebracht wurden, genossen eine Ausimhme.Marktsachen, als Fische, Federvieh. Bittter, Käse, Ener, Obst und (Garten- Früchte, rmd was sonst an-Wavvr vom Lande zur Stadt gebracht wurde", durften ohne den Umweg über den Packhof, auf dem sie bei langem Lagern verdorben wären, direkt auf die Markt­plätze gebracht werden. Vornehme Leute sah der Hem Torschreiba nach seinen Instruktionen mtt einem gnädigen Auge an: den Bauer und den Kaufmamr aber nahm er streng ins Gericht, und so war er denn eine höchst gefürchtete Persönlichkeit, die im Leben der Menschen des 18. Jahrhunderts noch eine viel größere und schrecklichere Rolle spielte, als der Gendarm bei den Hamsterern von heute.

Web- Wirk/und Strickmarrn unter Dcrwcndung^ Romiing: 9V-: Wr. AuSseld: 11: Kinderk. f. d. Joh.^em. von Kunstsf de. Am 31 August 1^18 ist erne: NachtvigH ! Ps^ Ausfeld: 8: Bibcklbespr. im JohanneZsaal. Mittwoch 4^Sept.,

bEkmmImackmnlHrr W M. 1000/8.18. K. R. A. zu der Bekannt machung Nr. x] M. 1000 11. ,15. K. R. % vom 1. Februar 1916, betteffend Besclffgnähme und Bestanbserhebung von, Weo-, Wirk^ irnd Strickwarel erschienen. Durch sie werden die Bestimmungen der BekanntmackmmNr.1V. M. 1000/11.15. K. R. A. vom 1 Febr 1916 auch auf die tber Mttv^rwendnng von Kmistserde hergestellten Gegenstände auchedehnt. Die erste demgemäß erforderliche Meldung über die unter Mverwendimq von Kunstseide hergestelltm Oöegen- stände ist bis zul 8. Septemiber 1913 zu erstatten. Außerdem sind bestimmte ErnsöMnkungen für die Freigabe der beschlagnahmten Gegenstände sürpco, KieiNverkauf aufgelw-ben worden. Gleichl^ltig ist eine NachtragDe^LNittinach.'eng Nr. IV. VL. 1300/8. 18. K. R. A. «ü der BekaiiwnDunq'Nr W M. 1300/12. 15. K. R. A. vom 1. Februar 19lLtzrtveff<^, Beschlagnalnne und Bestarchserlielmng voii Bekleidungs-»und Ausrüstungsstücken für Heer, Marine um» Feld iw st ecschwnch. durch die ebenfalls gervisse für die Freigabe der Gegenstände fik den Klmno-erkmif ursprünglich angeordirete Be­stimmungen aufgehoben werden. Der Wortlaut der Nackstragsbe- ?anntniachung«i ist in der heutigen (Nummer unseres Blattes! ernUisehen.

** O e 1 s chla g s ch e i n e. Tie landwirtt'ckmffliche Zeirtral- gcnossensck<iff Friedberg bittet ims. dm Oeffe^ttlichkett bekanntzu­geben, daß infolge eines in bößivilliger Absttcht verbretteten Ge- rückäes, es würden Qelschlag- und Ockbezugscheine nicht mehr aus­gestellt, eine grosse Wenn rihigung unter die Anbaner von Oel fr litten getragen, worden isi. Es wird ersucht, diesen haltlosen und durch nichts begründeten Schwätzereien keimen Glauben bcizumesseu. Tie eingereirhten Seilagscheine werden wie bisher, sobald deren Rich­tigkeit jest.7este1lt ist, der Re hmfolge nach abgefertigt.

G i e ß e n e r Waldbühne. Die Vorbereitungen für die Ausführung vwi GnllparzerSS a p v h o" sind soiveit vorge- schritteii, daß die VorsÄlimg Mitte September stattfurd>en kann. Wie lvir hören, soll das Stück am Donnerstag den 12. September in Szene gchem

** Anlagen musik findet Sonntag den 1. September, dorm 117, Uhr, in der Ost-Atckagc (bei günstiger Witterung)

abds. 8: Kriegsbetstnnde. Pfr. Ausseld. Kirchberg. Vorni. : 10; 11: Ehristenl f. b. wcibl. Ing. Mainzlar. Nachm. 2 IV 2 . 1 1 Daubringen. Abds. 8 1 / 2 : Kriegsbetstnnde.

Katholische Gememde.

6r/»': Gel. z. hl. Beicht; 7: Hl. Messe; 8: Aust. d. hl. Komm.; 9: Hochamt m. Pred. ; 11: Hl. Messe m. Pred.: 2: Arid.; 47*: FuNgfr.-Kongr. Dienstag lt. Freitag, abds. 8: Kriegsbittand. Sandtag 7. Sept., nachml 5 n. abds. 8: Gel. z. hl. Beicht. Tiasvora-Gottesdümst am 1. September: Laubach 10. Lich 9%

V.

Das V»rlesan55ver2e!cSnl8 für das am 10. Sopt be­ginnende Winter -Sesacstar ist erschienen und wird vom Sekretariat (Jordanstr. 17) geg. Voreinsendung von 45Pf. (Nackn. 60 Pf., Ausland 80 Pf.) zugesandt» s7 «öSs

J

vermischtes.

Rudolf v. Jhering und das Trinkgeld. Zum 100 Geburtstag des großen Rechts gelehrten Rildolf Jhering (22 Au mist 1918). der in feinen Schriften das übliche Trinkgelder- 'wesen immer wieder aufs schärfste bckäinpff hat, verösfeiitluttt nachträgliche Justizrat Dr. Mamrvth (Breslau) imBerliner Tage­blatt" eine lffibsche Anette. Er erzälLt, wie er Ende der 80er Jahre in Göttingen seiaren Tottor machte und bei dieser Gelegenheit von Jhering. bee gerade Dekan der iuristtsckien Fakultät lixrr zu einem gemütlick>en Weiuabeiid in einem kleinen Lokal eingeladen wurde.Tic ältereil Herren verabschiedeten sich allmWich". schreibt Dr. Ma'mroth,schließlich wareri wir nur noch drei, ^lxning^ich und ein Privatvozent. in dem ich überraschenderivei,e emen Bres­lauer Schullameradmi wiederaeffwden batte. Trotz.der weit äror-

Lctzte Viaäjvitbtcn.

Die deutsthe Nückzunckstrateaie.

Bern, 30. Aug. Französische Blätter melden: Das von den zurückgchmdeu deutsch,m Tnippen verlassene Schlachrseld bietet eiiien Anblick imglmiblüber Vettvüstimg. Ganz bewnders inttge- nvnnnen wurde R 0 Ye mrddas Dorf Oran c 0 urt sowie Mont­didier und Morouil. Tic Ortschaften seien nur noch gev- grapchis-ck^e Punkte und hätten joiUcf >2 Bednitung verloren. Das Gelände sei vollkonimen ui'.kerritt'nch Bei ihrem Wzug hätten die Teutschen die Ruinen mtt ersrickenden Gasen gefüllt. Roye sei noch immer unlnvohnbar.

Diese auf sranzösischeu -Quellen stamm-ende Dar,tellung be­weist, daß sich erttgegen allen anderslairtenden Meldungen der deutsche Rückzug im durchcms geordiwrer Fcnin vollzog, weil noch Zeit blieb, systemattsch Zcrsrörnngen vorzunehmen, dre dem Gegarer das Nachrücken erickiveren. Tas bildet das .Hauptrezevt der Hin- denburgischm-ckzugssttategie. die er schon in Rußland erfolg­reich) ml-gÄvandt hat.

Dcuffckland Spanien.

Haag. 30. Ang. Hollcmdsch Nieuwe Durecur meldet aus London: TieTimes" melden aus Santander: Ts sind An- zeiclvn Vorhai lden," daß eine allgemeiire U e b e r e i n st r m m u n g zwischen Deutschland und Spanien erreicht iverden könnte.

Pvlffischrr Mord.

Kopenhagen, 30. Aug. Berlingske Tidende meldet aus Helsingfors: In der Mittwoch Nacht verübten die Rotgar­disten ein Attentat geaen den Cl-ef der Bürgerwehr S a m m a t 1 1 . Es wurde in seine Wohnung eine Bombe geworfen. Tiirch die Explosion wurde seine Frau getötet und er selbst schwer verwundet Auch ein Kind erlitt cnrsten Schaden.

Dic kanadische Ernte gcfährdet.

Haag, 30. Aug. Eine Meldurtg aus Ottawa läßt erkennen, daß in Kanada die Einbringung der Ernte durch Nimrael an Leuten! sehr schwer gefährdet sein muß. Wie ein Bericht des Personal^ Registrierungsamts besagt, mangelt es in Kanada nicht an acker- baukimdigcu-Arbeitern, ffe seien aber gegenwärtig aus anderen Jn^ dnstriegebieten tättg. In Ottawa unb ManitolXl lxtbe das Acker- banamt der Provinzbehörden die Namen von 140 000 Dttum gesandt, die geeignet wären, bei der Ernte zu helfen.