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Der tlcftmr SKjflpf? erlcheml täglich. Auf et Echnnkaa«. - Beilagen: A^tzener.-aml'lenUüUer;

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fLr den Kreis Gießen.

vezA-«protr: monatl. Mk. l 20.oiertel- ♦Ährltdi l)tk. > Kl,- durch AdKole- iu Zweigstellen monatl. 'JW. 1.1 >. durch die Post Mk. chtzO viertel- jährü ausjchl. Bettet!q. Feriäorech - Anschlilsje: Kr d,e§chrl»tlettnngll 2 Verlag,Geschnitsslellebl Anschrift fürDrablnach- richten: Anzeiger Kietzen.

Erstes vlait

168. Jahrgang

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Zeiger

Zwillingrntn-druck u. Verlag: Brtthl'sche Unw.-Buch- u. Steinöruderci tt. Lange, bchriftleitung. Grschäslrftelle u.Druckerei: 5chu:?tr. 7.

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Lltu«atzme Mn Anzeigen f. die TaaeSnummer bis zum Nachmittag vorder ohne jedeBee buivlichkelt LeUeap-eise: für örtliche Anzeigen 2c» LI., für auSivartiqe 30 Pi^ für Reklanien Alf. 1. - nebst 2u # / # Teu- erunttSzuf dlaa. Haupt« fchri Neuer: AunEoetz. Berautioortlich für Po­litik u. Feuilleton: t. B. ttr. Zenz: 2tadt und iland, Becinif chteSu.Be­richt >faal: l)r. Meyer; Arsierqeuteil: v..Beck; fämtlich in Aießen.

DscherrrLFdilL

Die llnferzeichnung der Brester Ergänzungsverbräge be­deutet das bemerfenswertcsbe politische Ereignis der abgelau­fenen 8Lvcl-e. Mag auck) derVorwärts" seiner Empörung über die endgültige Bestätigung des Vertragswertes durch die empörte liebe rschri st:Doch unterzeichnet!" Ausdruck ver­leihen, so bedarf es wohl keiner erneuten Darlegung mehr, welch wichtigen Schritt zur Losung der Ostfragen dieser Friedensschluß bedeutet. Deute ist es möglich- die in den Ergänzungsvertrggen geregelten Fragen völlig zu übersehen, da der amtliche Kommentar nunmehr vorlicgt. Hiernack) sind folgende Grundlinien festzuhallen: Rußland hat der endgül­tigen Abtrcrrnung Estlands und Livlands und der von Geor­gien gefordcrdm Anerkennung der Selbständigkeit zuge- stimml. 5)iergegen hat sich Deutschland verpflichtet, eine wei­tere gewaltsame Abtrennung bisher russischen Gebietes weder zu veranlassen, noch zu unterstützen. Ferner werden Rußland Freihäfen und gesickerte Handclswege nach der Ostsee für »alle Zukunft zngestanden. Rußlands Ansprüchen auf Siche- rung der Naphtaauellen im Baku-Gebiet konnte Deutschland um so eher entgegcnkommen, als ihm und seinen Verbün- .dcten ein Teil der Raphtaausbeute zur Verfügung gestellt rvird. Das Finanzabkommen regelt die gegenseitigen finan­ziellen Verpflichtungen, die einen Uebcrschuß an Deutschland tarn 6 Diilliarden Mark ergeben und u. a. die Verluste er­setzen sollen, die Deutsche duvch russische Enteignungsmaß- nahmen erlitten haben. Wichtig ist, daß die Schadloshaltung der von diesen Maßnahmen betroffenen Deutschen gesichert ist. Ob das Abkommen auch die Versorgungs- und Bekösti- gungsfrage der Kriegsgefangenen und Zivilinternierten so­wie die Entschädigung für militärische Expeditionen regelt, hie Deutschland zum Schutze der friedlichen Bevölkerung vor Räuber- und Mörderbanden ins Innere Rußlands unter-

S mußte, ist nicht ersichtlich: ebensowenig, ob die Re- dieser Verpflichtung in Münze, Warenlieferungen nzessionen aus Industrieunternehmen erfolgt. Das Privatrechtsabkommen ordnet den russisck)en Zinsendienst an deutsche Besitzer russischer Staats- und Jndustriepapiece durch internationale Gerichtsbarkeit die in Berlin und Mos­kau ihren Sitz hat und aus je einem deutsryen und russischen Präsidenten und je einem russisckxen und deutschen Richter besteht. Schließlich kommt zu den Erganzungsverträgen noch die Anbahnung neuer Handelsbeziehungen zwischen Deutsch­land und dem großrussischen Reick-e, die den beiderseitigen Ingressen gute Frückste tragen sollen.

Unverkennbar hat der Brester Friedensvertrag durch diese Zusätze eine sehr wesentliche Ergänzung erfahren, die im deutschen Sinne nur zu begrüßen ist. Besonders erfreu­lich ist die Neuordnung der Stellung des Baltikums, die un­haltbar war, seit Deutschland im Brester Vertrag aus un- llaren Erwägungen heraus Rußland östlich der Demarka­tionslinie die Oberhoheit über dieses Gebiet belassen hatte und damit jede Ein Heftsbeswebung des Baltikums er­schwerte. Nun kann dieser alte Vorposten des Deutschtums im Osten aus eigener Entschließung die Vereinigung mit Deutschland andahnen. Kundgebungen beim Besuche des Hau sh altsau sschuß des preußischen Abgeordnetenhauses in Riga und Mitau lassen keinen Zweifel darüber entstehen, daß diese Vereinigung in der Form einer Personalunion erstvebt wird, die dem KöniH von Preußen die Herzogs- würde der Baltenlande verleiht.

Gänzlich unverständlich ist es, wie ein deutsches Reichs­tagsmitglied Georg Gothein, diesen Zukunftshoffnungen der Balten, deren Verwirklichung noch keinerlei Garantie, ja noch nicht einmal die Andeutung einer solchen gegeben ist, selbstverständlich im Berliner Tageblatt, Sätze entgegen- stellt, wie: Man hüte sich, dort Tafeln aufzustellen mit der Jchchrift:Hier können deutsche Fürsten ab­geladen werden," und wenn ein Blatt wie der Vor­wärts unter der Uebersclxrift:Preußisch-baltischer Unfug" schreibt:Die Masse der Bewohner Kurlands denkt nicht daran, preußisch werden zu wollen, und das preußische Volk bedankt sich für diese Aussicht, den deutschen Kaiser in seiner neugewonnenen Herzogswürde mit deutschen Bajo­netten schützen zu müssen. Ern Skandal aber ist es, daß die Reichsleiturcg diesem Unfug machtlos gegenübersteht."

Ist die Regierung in solchen Fragen heute nicht gerade besonders behutsam und vorsichtig geworden, hat nicht noch in den letzten Tagen Herzog Adolf Friedrich von ,Mecklenburg auf eine Kandidatur für den finnischen Thron von vornherein verzichtet, und hat man picht von der Besitzung des polnischen Thrones durch einen Zoller nach werslicher Ueberlegurrg Abstand genommen? Nach all diesem kennzeichnet sich, ein weiterer Satz Gotheins:Nichts er­bittert unser Volk in bicfem furchtbaren Ringen mehr, als die Sorge, daß an diesem Weltbrand kleine, dynastische Süppchen gekocht werden sollen" von selbst. Es liegt in solchen Aeußerungen offenbar lediglich die Absicht, mit einem Seitenblick auf unsere eigenen regierenden Häuser den monarchischen Gedanken, zu dem Finnland aus innerster Ueberzeugung sich durä-gerurrgeu hat und der den Batten im Blute steckt, von vornherein zu verunglimpfen und als veraltet erscheinen zu lassen.

Wie diese Herren vom Vorwärts und dem Berliner Tageblatt unseren Feinden damit Wasser aus die Mühle trei­ben, die gerade die monarchiscl)e Staatsform in Deutschland für den sogenannten Militarismus verantwortlich machen, dafür haben sie natürlich keinerlei Einsel)en. Im Gegenteil, sie halten ein solches Eingehen auf die Pläne des Gegners einem ersprießlichen Frieden für Deutschland für erforder­

lich. Welche Aussichten für einen Verständigungsfrieden selbst trotz tiefster Verbeugungen dieser Herren vor unseren Feinden bestehen, das hat die in dieser Wvch)-e erfolgte Ant­wort Lord Robert Eecils auf die Siebe Dr. Solfs, das haben die dieser Antwort folgenden Anpöbelungen des australischen Premierministers Hughes und anderer Gesinnungsgenossen gezeigt. DerDeutsche Kurier" gibt noch, eine Zusammenstel­lung einer weiteren Blütenlese solcher Aeußerungen der Knock- out-Politik, auf die wir leider nur kurz venveisen können, die sich aber jeder Deutsche für schwache Stunden, in denen er von England Gnies zu erwarten glaubt, zurecht legen sollte. Das von Dr. Sols zitierte Kantwoct scheint auf England keine Geltung zu haben. Der beste Wille Deutschlands wird nicht anerkannt.Deutschlands Beteuerung, chatz es nicht die Absicht hat, Belgien zu behalten, hat weder Interesse noch Wert. Die Alliierten werden Deutschland aus Belgien ver­treiben. . . t , . .... .. . u.M . i !.

Wrr meinen, Deutschland soll vernichtet werden. Wir meinen vernichtet durch blutige und absolut unheilbare Nie­derlage auf dem Schlachtftlde, so daß von Deutschland nichts übrig bleibt als die Knochen seiner loten Soldaten in Frank­reich und Belgien. Es gibt keinen anderen Weg." (Evening News vom 16. Juli 1918.)

Die Antwort auf die Aeußerungen solchen Vernichtungs­willens werden dem Verbände unserer Feinde auf den Sck)lachtfeldern im Westen gegeben, wo sich tagtäglich die Knochen seiner toten Soldaten nach vergeblichen Anstürmen häufen, während sich die Deutschen in planmäßigen Bewe­gungen ungerechtfertigten Blutopfern entziehen. Und diese Rückwärtsbcwegungen werden planmäßig weiter durchgeführt werden, wo immer der Feind in neuen Durchbruchsversuchen ansetzen wird, bis er seine Kraft in vergeblichem Kampfe gebrochen hat. Unterdessen verkünden die feind­lichen Berichte mit Stolz ihre Erfolge, indem sie ausführ­liche Einzelheiten geben, die auf die Stimmung des Heimat­landes niederdrückend wirken sollen. Deshalb werden auch die eroberten Dörfer und Gehöfte alle mit Namen aufge­führt, obwohl von ihnen keine Mauer mehr zu sehen ist, kaum rroch Trümmer, und die Ortsnamen auf jenem Teil des Kampfplatzes nur bestimmte Punkte, aber feine Heim­stätten mehr, bezeichnen.

Ganz aufgeweicht der Bodeni Blaches Braun.

Kern Baum mehr Baum:

Die Händeäste at^ehackt.

Kern Gras mehr Gras:

Verdorrt in Schlamm und Schmach.

Kein Dorf mehr Dorf:

Der Kirchturm brach ttrs Knie

und betete zermalmt. Die Häuser flohn

in Kraterinneves.

Kahl kräht der Hahn auf Aas.

Was hier ein moderner Lyriker Klabnnd in seinem neuesten Buck-eIrene oder die Gesinnung" (Erich Reiß. Berlin) in gedrängtesten Bildern schildert, wird der Anblick dessen fein, was die siegreichenErobereft' geräumter Ge- bietsstreisen vorfinden. Und immer noch geht das schauer­liche Ringen lveiter, über das hinlveg die Hand der Ver­ständigung nicht gefunden werden kann. Um denselben Dichter nochmals aityuführen:

Niemand kennt des andern Kehle Lieder bergend, brüderliche.

Niemand Hort des andern Herzens Echoschläge durch die Nacht.

(WTD.) Trotzes Hauptonarkier, 39. AusuA.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppen Kronprinz 8c upprecht und , C c n c r a l o b c r jt v. Boehn.

Vorfeldkümpsi beiderseits der Lys und nördlich der Srarpe. Südöstlich fern Arras wurden Jnfgnlriie und Panzerwagen des Feindes beim Anmarsch auf das Schlacht­feld von Artillerie und Sckstachrflrcgerr». wirksam gefaßt. Gegen Mittag nahm der Feind stine Angriffe wieder auf. Der Schwerpunkt seit gestern südlich der Straße Arras Eambrai. Den aus Cheri y und Fontaine heraus und gegen Haweconrt urchrfach ansturmenden Feind schlugen wir in hartem Kampfe zurück. Weiter südlich drang der Engländer in Bullecourt und RiencmrN ein. In dem Grabengewirr und Lri-ckfterfeld vvn früheren Schlach'.en spielten sich hier erbitterte Kämpfe ab. Rirnoourt wurde dem Feinde wieder entrissen, auch der Ostteil von Bullerourt wieder genommen. Am Nachmittage dehnte der Feind seine Angriffe bis nord­östlich von Bapaume mrs. Sie drachscn vtrist schon in un­serem Feuer zusammen. Aus St. Leger unv Aiory heraus griff er fünfmal vergeblich an. Zühlreick^ Panzerwagen wurden vernichtet.

Nördlich der Somme haben wir in Verbindung mit den südlich des Flusses durchgeführten Bewegungen die Verteidi­gung in die Linie östlich von Bapauvrenordwcstttch von Peronne verlegt. Der Feind ist gestern zögernd über Vo paumeEomblcSMmrepas gcfolgt.

Zwistsjen Pewrm-e und der Oise Jnfauserie-Gefechte. Auf dem Westuftr der Somme und des Karmls swrke An­griffe, die der Feind slwöstlich von Ne§!e und aus Noyon heraus gegen \mfcrt tvnttn Linien nordöstlich der Stadt führte und die abgrrviesen wurden.

All der Atlette fügte der Fravzose westlich von Folem- bray in geringer Tlese aus dem östlichen User Fuß. Zwischen Ailctte und Aisne nahm er im Verein mit Amerikanern (fine Angriffe wieder auf. Zwischen Pont Saint Mard und Cha- vigny stürmte er seit siühcm Morgen gegen unsere Linien an. Panzerwagen siihrten immer wieder von neuem die dichten Angriffswellen dar Zrrsantrrie vor. Magdrbmgische, hanoo- versche, thüringische und Garde-Regimertter brachten die mit doppelter Uebermacht geführten schweren Angriffe des Feindes völlig zum Scheitern.

72 Panzerwagen wurden zenchrf'en. Unteroffi'.irr Crop- meier, Gefreiter Man skr und Echlottmr der 1. Masckwrrn- geioehr-Kompaanie des 1. Garde-Regiments zu Fuß h^'.ben gemeinsam fünf Panznmragrn vernichtet. Vom Infanterie- Regiment Nr. 165 wutt^n 20 Panzerwagen zerstört. Der Franzose hat hier gestern eine schwere Niederlage erlitten. Seiite Verluste sind lmgewöhnlich lwch. Wir machten Gr-- fange ne von zehn verschiedenen Divisionen.

T«r Erste Generalguarttermeistrr Ludendorff.

*

Der Abentzbericht.

Berlin, 30. Aug., abends. (WTB. Amtlich.)

Große englische Angriffe auf breiter Front südöstlich von Arras sind geßcheitert. Lertliche Kampfe nordösttick Nvyon und an der Aitette.

*

Der Ssterreichisch-ungarifche Tagesbericht.

Wien, 30. Aug. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz.

Südlich von Meri überficlen -Kavallerie-Sturmtrupps einen feindlichen StützMnkt und t^ben einen Teil der Be­satzung aus. Auch im Concei-Tal betätigten sich ullferr Sturmtrupps mit Erwlg.

Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden lebte die Ge- fechtstüttgkeit betrmlftlich auf. Bei Asiago mrd nördlich des Eol del Rosso unternahm der Feind nach heftiger Artillene- vorbereittrng mehrere Vorstöße, die teils durch Feuer, teils im Gegenstoß zurückseschla-en wurden.

Gestern früh griffen unsere Glwßflugzeuge den Bahnhoi Monte Belluna an und belegten ihn mit 50 Bomben.

Albanien.

Leine größeren Kampfhandlungen.

Der Chef des Generalstabs.

von der Vesjfronl.

Berlin, 30. Aüg. Die große Schlüä)L zwischen Arras unü LvissvTls wird von .Fnurzoserc und Engländern ohne Untere br^chmig weitergeführt, olyne. dem Feind bisher eineir cntscheidendertz Erfolg gebracht zu haben. In ihr sind vom 21. bis 28. ?ttrgust znnschen Arras mrd Avre .28 cnglisäre Tivisianen, davcm ctsva zehn mehr als einmal, und zwischm Avre und Aisne 40 iranzosische Trvisionen, von denen fünf z:veinral eingesetzt wurden, mtt Hinzu- reckmung der beteiligten .Artilleriesornl<ttl.onen ^sw. sind rund l 1 /'» Millionen Mmm iimcrbalb einer LLxiie gegen die deutsche Front n'^gerannt. Alle diese Divisionen traten voll aufgefüllt und ausgeruyl in den Kainps. Sie nxrren den besten Verbündeten der Entente entnommen, dlus englisäZ-r Seite loarcn es besonders die erprobten kanadischen, russischen und neuseeländischen Truppen, so­wie die Garde uud die 69. Dkarüredivisivn, die immer wieder ins' deutsche Feuer geschickt wirrderr. Seit dem 28. Augrch. htt die feiub- liä-e Führung zu ihren bis Irrigen stets veryebiiä^n DurU^bruchs- vers licheu zwischen Mette und Aisne Amcrikmrev zu sc ge­habt. Diesmal kmmte atvch deren Einsatz den Franzosen keinen l^r- solg bringen. Am Zd. August Iviederholten sie abermals nnl Unterstützung der Amerikaner am garten Tag unter Einsatz dicheer Dälssen von Infanterie, Tanks und Fliegerges.choadern bis -n öO Einhotten choe Durch^urchsversuche. Unter ungewöhnlcch hohen