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rlr. J99

Erster Blatt

1(68. Zahrgang

Montag, 26. August \%%

Der «icUeutt Aozeian

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säintlich in Gießen.

Neue vurchbruchrversuche gescheitert, v. Stein über die Lüge.

(WTB.) Grobes Hauptquartier, 24. August. (Amtlich.) '

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und

Bo ehn.

Der Engländer hat seine Angriffe nach Norden bis süd­östlich ! Astras, nach Süden über die Somme hinaus bis Chaulncs ausgedehnt. Die Armeen der Generale von Below und v. d. Marwitz brachen dm Ansturm des an Zahl über­legenen Feindes.

Stärkster Artilleriekampf von Arras bis Chiulncs lei­tete mit Tagesmwruch die Schlacht ein. Dem beiderseits von Boyelles vorbrechend-en Gegner wichen unsere Vortruppen befchlsgentäb auf CroisillesSt. Leger kämpfend aus. Nord­westlich von BaMunre nahmen wir den Kampf in der Linie St. LegerAch e -ft-GransM.raumont an. An ihr bra en die tzrühangriffe des Feindes zusammen. Am Nachmittag erneuter Ansturm gewann in der Richtung Mory Boden. Preußische Regimenter, aus nordöstlicher Richtung zum Ge­genangriff anpefetzt, warfen den über Rdory vor gedrungenen Feind wieder zurück. Die in Rickffung BaMume geführten feindlichen Angrifft drängten un'ere Linien auf Behallnn.'s Pys zurück: hier brachten örtliche Reserven den Feind 'um Stehen und schlugen am Abend noch« mehrfach wicderhckte starke Angriffe ab. Beiderseits von Miraumont zerschellte viermal wiederhZter Ansturm vor unseren Lin en. V z. Wacht­meister Baurmcister der zweiten Batterie Reserve-Feld-Ar- tillerie-Reginrent 21 vernichtete hier mit einem Geschütz allein 6 Panzerwagen des Gegners.

Oestiich von Hamel fußte der Feind auf dem östlichen Ancrr-Uftr Fuß. Seine Angriffe aus Albert heraus brachen östlich der Stadt zusammen. Zur Gewinnung des Anschlus­ses bei Pys setzten wir unsere Linie von Miraunnrnt bis östlich Albert von der Ancre ab. Südlich der Somme schlu­gen preußische Truppen, die schon am 9. August dort den englischen Durckchruch verhinderten, auch gestern die gegen CappyFoucaucvurtBrrmandovillers gerichteten eng­lischen Angriffe westlich dieser "Linie zurück.

Beiderseits der Avre. an der Oise und Ailettc kleinere Infanterie -Gestochte. Zwischm Ailette und Aisne .setzte der Frmrzose seine Angriffe fort. Am Vormittage wurden ZeiU «ütgriffe abgewieseu. Am Abend brach der Feind nach stärk­stem Trommelfeuer zu grobem einheitlichen Angriff vor: er ist völlig gescheitert. Inr Gegenangriff warfen wir den Feind auf seine Ausgangsstellungen zurück. Bereitstellungen und Kolonnen der Gegner wurden in den Schluchten von Veza- ponin mit besonderem Erfolge von unseren Schlachtstaffeln angegriffen. ^ _

Leutnmrt Ud-et errang seinen 59. und 60. Luftswg. In den letzten Tagen errang Leutnant Laumann seinen 25. und 26., Vizefetdwebel Dörr seinen 22. und 23., Oberleutnant Auffarlh seinen 22., Oberleutnant Greim und Leutnant Büchner ihren 20. Luftsieg.

Der Erste Generalquartiermeffter Ludendorff.

Unsere Bombengeschwader warfen in der dtacht zum 25. auf Hasenanlagen. Bahrchifc. militäriiche Anlagen und Truppenlager des Feindes 75 000 Kilogramm Bomben.

Der Erste Generalquartiermeffter Ludendorff.

(WTB.) Grobes Hauptquartier, 25. August (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und

Bo ehn.

Erfolgreiche Vorftldkämpft füdrvestlich von Ypern. Bei­derseits von Bailleul und nördlich des La-Bassee-Kanals schlugen wir feindliche Dcilangriffe vor unseren Linien ab.

Zwischen Arras und der Somme setzte der Engländer feine ^Angriffe fort. Starke, von Panzerwagen geführt? In­fanterie Meß am frühen Aöorgen zwischen Neuville und St Leger vor. Sie brach unter schweren Verlusten, vor un­seren Linien zusammen. In St. Leger stehende Posten wichen befchlsqemäß auf die Kampflinien östlich des Ortes arls. Auch iwr Mori scheiterten Angriffe des Feindes, starre feindliche Kräfte stürmten mehrfach gegen unsere nach den Kämpfen des 23. 8. westlich BehagniesBapaume

Warlamcourt verlaufende Front an. Schwerpunkt der An griffe unter Einsatz zahlreicher Panzerwagen war gegen Bapaume selber gerichtet. Die Angriffe brachen zu sammcn. Leutnant Engelhardt schob hier in den

letzten Tagen 9 Panjewagen zusammen. Gegen un serc von der Ancre abges.tzten Linien drängte der Feind stark nach und brach am Nachmittag aus Eour- cel-tte und Pozieres heraus zum Angriff gegen Martin puichBacentin vor. P reu bische Truppen stießen im Gegen langriff in die Flanke des Feindes und warfen ihn übe« Pozieres zurück. Wohl östlich Albert bis zur Somme suchte der Feind in mehrfachen starken Angriffen uns re Linien zu durchstoßen. Zn sechsfachem Ansturm gegen die Mitte der Kampffront führte der Feind wieder zahlreiche Panzerwagen voran. Preus-en, Hessen und Württemberger schlugen den Feind zurück und stieben ihm bis La Boisele und über die Chaussee AlbertBraie nach und fügte ihm schwerste Ver­luste zu. Die hier nach Abschiuh der Kämpfe auf der Ge­samtst ont weit in den Feind hinein vorspringendcil Linien wurden während der Nacht zurückverlegt.

Von der Somme bis zur Oise blieb die GefcMstättg- keit auf Artillerieseuer und kleinere Jnfantcriekämpfe nörd­lich von Roye und westtich der Oise beschränkt. An der Ai- lctte flaute die Kampstätigkeit ab.

Zwischen Ailette und Aisne folgten gegen Crecyau- Mont und beiderseits von Chavigm^heftigem Feuer vielfach starke, im besonderen bei und südlich von Chavigny in dicks­ten Wellen ^rgrtragene Angrif.c. 2\' wurden unter schwer­sten Verlusten für die Franzosen abgcwiesen. ^varattcrie- Schützen-Rrgimenter hoben sich hierbei besonders hervor.

Oie neue Front im Werfen fc) An qsr Somme

. mutmaßliche front {ttictitamtlicti]_ Iytb. 601 ?_

Die Abenvberichtc.

Berlin, 24. Aug., abends. (WTB. Amtlich.)

Kmnpf zwischen Scarpe und Somme. Englische An­griffe südöstlich Arras gegen Bapaume scheiterten. Südwest- ich Bapaume gewann der Feind östlich Thiepval Boden. Mehrfache englisthe Angriffe östlich Albert bis zur Somme irachen verlustreich zusammen. Zwischen Ailette und Aisne wurden Angriffe der Franzosen abgewicsen.

Berlin, 25. Aug., abends. (WTB. Amtlich.) Schwere englische Angriffe zu beiden Seiten wn Ba- paume. Der mit gewaltiMM Kräftecinsatz versuchte Durch­bruch des Feindes ist gesMitert. Eigene Gcgenangnffe zur Wiedergttvinnung des verlorenen Bodens sind noch im Fort­schreiten. Viele zerMossene Panzerwagen liegen vor und hin­ter unseren Linien.

Starke Angrifft der Franzosen siidlich der Ailette. deren Hauptkraft durcki eigenen erfolgreichen Angriff gebwckien wurde.

über Belgien als eine belanglose Paraphrase aber dw Erklärung des Reichskanzlers hingesbellt, weü sie nicht das von'England geforderte Versprechen auf Wiederher­stellung und somit das Eingeständnis von Deuychla-nds Schuld Belgien gegenüber enthalte. Dr. Solfs Au^ führunaen über den Brest-Litowsker Friedensvertrag wird das Eingeständnis der Vorläusigtzeit dieses Vertrages unter­legt Endlich wird Deutschlands berechtigten Ansprüchen auf seine Kolonien mit der Veröffeittlichung eines deutsch- afrikanischen Greuelmärchenbuä)es gedroht, das jedentalls englische und belgische Kolonialgrausamkeiten als deutsche Schaiidtateii ausgeben wird. Und doch bezeichnet Lord Cecrl Dr. Solfs Rede als einen Fortschritt, weil er aus fernen versöhnlichen Aeußerungen die alte Gefahr, mit unsmen Feiirden versöhnlich zu sprechen ein Ei'.rgeständnrs milr- Üirisch er Schwäche herausziilesen d ^rub t, das dem eng- lischon Kolonialrmtb und gleichwertrgen Forderungen nicht mehr den bisherigen kraftvolben Wider,üa.ird werde ent­gegensetzen können. Wir geben nachstehend noch das Urteil des holländischenNieuwe Courant" über Cecits Antwort wird-er, welches benierkenswerte Feststellungen macht. Das Blatt schreibt:

CecUs Aeußerungcn über die Person des deutsckien Staats­sekretärs zeigen eche gewisse Höflichkeit, die angeneh.n om bem Tünte' abweicht, mit dem aiioere Ä^tglieder des englischen Ka- biiietts und da die Rede:: deutscher Staatsmänner bel>mdeln. Plan vergesse nicl/t, daß ein eirglischer Akinisder in eurer solchen Antwort an erster Stelle vom Publikum des kr^gfnhrenden Eng­land gehört wird. Ein Mitglied von Lloyd Georges Regiermrg mutz mit dein Publikum rechnen und tan darum die Anüvort an Lvls nicht so einNeiden,-wie man es in einern intimen Konfercirzlaat tun könnte. Werrn j^att mit diesen Faktoren rechnet, bleibt Vvn, Eecils Antwort an Sols ein gängiger rrnd auch ungünltiger Gr>i^ druck übrig. Ter ungünstige lEiiwruck liegt m der Tatsache, datz Eecil gegenüber dem deutschen Staatssekretär als englische Aeuße> rang beispielsweise bei Plänen über die deutschen .Kolonien nur die Ansicht-eii englischer Staais.nännLr gelten läßt und somit ausschekdet, was durch einen bedeittenden Teil der englischen öffentticheii Mei­nung darüber gesagt ist. Dagegen versucht er die Bersicherungeii der knutschen Staatsmänner durch Hinweise auf die deutsch' öffentliche M>eiilung zu entkräften. Dieses Messen mit zweierlei Maß ist hier bechiders nngere»cht. T>er günstige Eindruck von Eecils iklntw ort t ritt likl verschiedenen Aeußermrgen mih in der ^ lieber geh ung gewisser Dinge hervor. So fehlt in der Antwort die elsaß-lothringische Frage Ferner finden Nur eine Verklemernng des Unterschieds zwischen Deutschands Angebot und den Forderungen der Emente betreffs Belgiens. Was über Brest-Litowsk gesagt wird, klingt weniger hoff­nungslos als die meisten anderen Aeußerurrgen ^darüber. Auch rst Eecils Feststellimg nicht ochrc Bedeutung, daß kein englischer Staatsmann definitiv vorgescküagen hat, Deutschland die Kolonien wegzunchmm. Auch hierin ist die Eartsernung etwas kleiner ge­worden. Tas holländisch Blatt schließt mit der Warnung vor übertriebenen ^ivartungcn.

Die Wiedergabe einer Unterredung mit Kriegsminister von Stein möge für sich allein sprechen. Seine Ausführungen über die militärisch Lage sind dankenswert, noch mehr am Platze ist aber sein kräftig Wörtlein gegen die sinnlose Ge­rüchtverbreiterei, die immer noch nicht aufhören will.

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

Wien. 24. Aug. (WTB.) Amtlich wird verlautbart Italienischer Kriegsschauplatz.

Bozen und Gries wurden in der Nacht zum 23. August vvn italienisthen Fliegern heimgesucht. Der Feind warf über 30 Bomben ab. tötete mehrere Einwocher und beschädigte das Krankenhaus. An der Front keine größeren Kampfhand­lungen.

Albanien.

Streitkräfte des Generalobersten v. Pflanzer-Baltin haben anr 22. August zwischen Berat u,td Fieri die feind lichen Linien durchstoßen und ihren Arl^riff bis an die Höhe südlich von Kmneri vorgetragen. Gleichzeitig brachen wir nordwestlich von Berat in die italienischen Stellungen ein. Gestern wurden die Erfolge bei Berat enveitert :nrd heftige Gegenangriffe abgeschlagen. Auch im Gebirgslande von Silo- ves gewannen unsere braven Tnlppen Raum. Unsere Flie­ger bombardierten mit Erfolg die Fluganlagen von Valona.

Der Chef des Generalstabs.

Wien, 25. Aug. (WTB.) Amtlich wird verlmttbart: Italienischer Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Albanien.

Unsere Angriffe schreiten erfolgreich vorwärts. Nach er­bittertem Kampfe sind gestern nördlich von Fieri die italieni­schen Brückenkopfftellutthen gefallen. Unsere Truppen haben in der Verfolgung den Semeni üderfttzt.

Auch bei Berat und im Siloves-Gebirge erzielten wrr weitere Fortschritte.

Die Bombenangriffe unserer Flieger auf Valona wur­den fortgesetzt. ,

Der Chef des Generalstabs.

Englands Anttvort auf die Rede Dr. Solfs liegt nun­mehr vor. Lord Robert Eecil hat sich einem Vertreter des Reuterschen Buwaus gegenüber zum Sprecher seines Lan­des geinacht, und die prompte Schnolligkeit, mit der er das

Beweismateriat seines Gegriers zu entkräften und seüie Rede nur insoweit gelten zu lassen, als sie seinen eigenen Absichten entgegenzukommen schernt. So wird die Erklärung

von der Westfront.

Berlin, 25. Aug. Nack den schweren, aber für uns günMg abschließenden Kämpfen des Vortages setzte der Feind am Morgen des 25. südlich Arras erneut einem mit unerhörtem Aufwand an Menschen, Munition und Tanks gegen unsere Linien vorbrechen- den Großangriff an. Im Zusammenhmrg mit ihm stand die gleich­zeitig mit gesteigerter Kraft iviederausgenommenen und mit älitzer- ster Erbitterung geführten schloeren Kämpfe bei Albert und büder- seits der Römerstraße südlich der Somme, die nach einheitlichem großzügig gedachten: Plane wiederrmi den Durchbruch erstrebten.^ In den Morgenstunden lag das Schwergewicht der Kämpfe im Nordteil des ursprünglichen Angrisssraumes von Moyerrville und Achiet le Petit. Erst in den ^cittagsstundcn setzten gleich starke Angriffe auch südlich von Achiet le Grand ein, während es Frontabschmtt von Hamel bis Albert offenbar wegc.c des Tank- angriffe verhindernden Aruretales bis auf lebhafte Artilleci.Tätig­keit ruhia blieb. Gegen 12 Uhr i:mittags grlan.; es dem, Gegner, durch heftige, mit äußerster Wucht geführte Taartargriffe,, dene^ in fünf Wellen dichtgeglicderte frische Jnfaitteriereserven folgten^ über den Bahrrdanun MoyenvilleAchiet le Grand vor'wbrechen, über Gonieco:i.rt hinauszustoßei: und in Ervillers eürzudringene Um die trostlosen Trümmer dieser Ortschaft, die bald unter dem englischen, bald unter deutschem Feuer lagen und über die Stoß und Gegenstoß hirrüberfuhr, wurde den ganzen Tag erbittert ge­rungen. Immer wieder drangen die deutschen Truppen unermüd­lich gegen die Ucbermacht kämpfend vor und drängten den Gegner mehrmals bis zum Osttand des Dorfes zurück, bis w, vom Gegner in der Flanke bedroht, Befehl erhielten, langsam schrittweise kämp- simd sich zurückzuziehen. So waren Teile eurer aus Medeffachseus und Westpreußen bestehender Divisior: in Goniccourt bereüs fast umzingelt. Sie schlugen sich aber heldenmüttg nach Osten durch und brachten dabei noch manchen Tank zur Strecke Der ZufaU hat es gewollt, daß es das gleiche Regiment von Hamroveranernl war, die Ervillers bei der Märzvsfearsive erstürmt hatten. Sie kämpften zum zweiten Male an gleicher Stelle, rangen mit den Cmgländer, ihn schwer sclrädigend, und verrichteten mit den Söhnen anderer deutscher Stämme Wnndenran Tapscr^it. So verteidigte ein sächsisches Bataillon den Höhenzug nordöstlich Courcelles, ohne z,l wanken rmd zu weichen. Tas letzte Geschütz seiner idm zuge­teilten Feldbatterie bediente ein Offizier mit vier ?ü!ann todes- v.nachtender Kühnheit, bis znm allerletzten dürgenblick, als die Eng­länder schon fast an den Radspeichen warcir. Erst am V hub heißen Tages kam Ervillers in die Hand des Gegners. Dagcgeni vermochte er auf dem Südteil des Schlachtfetde.- trotz Härksttr, olpre Rücksicht auf Verluste immer wieder vorgettiebeuer Angriff? keinen Bvden zu gewinnen. Vor Miraumoitt um> Irles brachen seirre Anstürme vergeblich zusammerr. Nur um Anschluß an den rechten Nachbar zu behalten, wurden die Truppen dort zurückge- uommen. Die zahlreichen eingcbrachten Gemugenen bezeichnen die Verluste der Errgländer und Neuseeländer als außerordentlich doch. Namentlich haben die 63. englische Division und die,21 . als ii? am Vortage über die Ancre zurückslllletcn, die schwersten Veiinne erlitten. Tie in der Nacht zum 21. dürguft gebaute Mcrcbrücke wurde dabei durch Volltreffer zerstört.