Einzelbild herunterladen

Nr. M

Ter Liehener An^eitzer erscheint läßlich, außer Sonntagk. - Beilagen: Hlebener^üm!!ienb>lktter;

rLrriZbiatt

für len Kreis Sieben. Be preis:

monatl. Bit. l .20, öteriet- iährl'ch Att. 3.60; durch Abhole- u. Zweigstellen monalt. Rik 1.10; durch die Dost Mk. 3.60 viertel-- jährl. auSschl. Bestellg. Fernfprech - Einschlüsse: s 6 r d i e S chr i l t l e i k u n q 112 Pertag,Gkschäitsfel!e51 AnschrllkfürDradlnach- rrchlen: Anzeiger Gießen.

Erstes Blatt

{68. Jahrgang

LreiLag. \ 2 . 3uli

postscherttsnto:

5rankfnrta.M. U686

Sanwerkehr: Gewerbedank Siehen

ZMillingsrunddruck u. Verlag: Srühi'sche Uiiw.-drrch- u. Steindruckerei R. Lange. SchrMeltung, Seschäftrsteüe ».Druckerei: Schuistr. 7.

iiuac^nt von Anzeige»

i. o»e TageHnummer dis zum Nachmittag vorder ohne jedeDerbsudüchke»!

SeUenpreift: für örtliche Anzeigen 25Pf.,für auswärnae 80 Vi., 'ür Reklamen Mk. 1.-: bei Pwtzoor- schrist 20°/, Ausschlag. Hauvtschristleiter: An^. G og. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Auq. lLoetz; Stadt und Land, Verinischtes.u.Ge-' richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen.

SB*

ösung d

(WTV.) Grobes Hauptquartier, 11. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprrcht.

Tagsüber mäßige Gefechtstatigkeit, die am Abend viel­fach anflebte. Näckftlich'e Erkunvungskämpse. Ein stärkerer Borstos; des Feindes nordöstlich von Bethune wurde ab-

gewiestn.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Lebhafte Geftchtstätigkeit zwischen Aisne und Marne. Erneute Teilangriffe, die der Feind aus dem Wald von Vil- ters Eotterets heraus führte, drückten unsere Posten im Saviei-es-Grund zurück.

*

Don einem Geschwader von 6 amerikanischen Flug­zeugen, die Loblenz angreistn wollten, fielen 5 Flugzeuge m unsere Harch. Die Besatzungen wurden gefangen.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

Der Abendbericht.

Berlin, 11. Juli, abends. (WTB. Amtlich.)

Don den Kaniffionten nichts Neues.

Die Kühlmann-Krisis war keine Kanzler-Krisis. Viel­eicht wird jetzt sogar die Haltung der Sozialdemokratie dies iestätigeu. Kühlmann ist gegangen, aber Hertling und Payer »leiben. Der Reichskanzler hat gestern im Hauptausschuß -es Reichstags so ziemlich das bestätigt, was wir an dieser stelle über dieKrisis" gesagt halten. Aus seiner Rede geht rber nicht nur hervor, daß die letzten polifischen Ge­schehnisse das von ihm öffentlich dargelegte Programm nicht korrigieren, sondern auch, daß Graf Hertling über den ihm erwachsenden Schwierigkeiten und Versuchen mancher Kreise, ihm das Lineal aus der Hand zu nehmen und zu beroeisen, daß die Kanzlerpvlitik von heute nicht mehr die von gestern sei, keineswegs amlsmüde geworden ist. Er steht in dieser Beziehung genau so fest auf den Füßen, wie sein Kollege v. Payer, der dem Herrn Scheidemann ja auch entgegnet hat, es liege für die Regierunc; kein Anlaß Vor, bei jeder Gelegenheit, die ihnen von allzueisrigen Partev- pvlitikern geboten würde, die Flinte ins Korn zu werfen. Manches in der gestrigen Rede des Grasen Hertling war ver­traulich und steht demgemäß nicht im amtlichen Be­richt; allein wir glauben nicht, daß der HauptcrussckMß große Geheimnisse hütet. Das Wesentliche an der Sache hat die Oesjentlichkert erfahren. Es muß wohl der allgemeine Ein­druck vorherrschen, daß zu erregtem Ausbäumen wegen der Entlassung Kühlmanns ernstlich kein Grund vorliegt. Der Reichskanzler erklärte: Ich mache die Politik; der nack^geordnete Staatssekretär hat nur die Politik zu führen, die uh für richtig l-atte. An der Richtung des Kurses soll nichts geändert werden; auch der neue Staatssekretär ist an die allen Richtlinien gebunden. Staatssekretär Kühl- mann hat aus persönlichen (Gründen seinen Abschied ge­nommen Graf Hertling streute, wie dasBerliner Tage­blatt" schreibt, dem Entlassenenmit einer eleganten Geste viel Blumen auf das Grab". recht, einen Toten soll

man nicht mehr schellen, und der Reichskanzler enthielt sich eines bestimmten zngreisenden Urteils, indem er lediglich die Tatsacl>en und Folgen ans Kühlmanns Rede anführte. Er habe sich von ihm trennen müssen, da das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen ihm und anderen Faktoren nicht bestände?: habe, ein Vertrauensverhältnis, das für eine reibungslose Führung der Geschäfte nicht entbehrt rverden könne. Im übrigen stehe die Oberste Heeresleitung in Bezug aus die Anbahnung des Friedens aus demselben Standpunkte wie er, der Reichskanzler. Graf Hertling hält auch jetzt noch die Auffassungen fest, die in der Antwort auf die 9iote des Papstes niedergelegt worden sind; er bewirte aber nachdrücklich wieder, daß den Feinden kein Freibrief für die Ver-äugerung des Krieges ausgestellt werden sollte. Die Gegner aber machten es uns mit ihren Beschimpfungen und ihrem Vernichtnngswillen unmöglich, uns mir ihnen diplomatisch einzulassen. Sie müßten sich innerlich wandeln cckso derselbe Gedanke, dem auch Herr v. Payer Ausdruck verlieh und unser Volk müsse bis dahin umoandelbar durftch.il ten. Der Reickskauzler stellte Mehche i t des Voltes wolle auch mit ernstem Wrlleu durckchalten, im Vertrauen auf unser Heer und unsere Kraft. Das war ein deutliches Kapitel gegen die Schürer von unnützen Debatten und die müßigen Flau- wacher m Presse und Parlament. Gras Hert- ^.ftattgte noch einmal etwas gariz Selbst- vec'.cr^d rches:^ sobald ernsthafte, autorisierte Anregungen für die Anbahnung eines Friedens sich be- merwar machten, seien er und die Oberste Heeresleitung sich einig, daß man diesen Anregungen mit dem besten Willen nachgehen werde. Die Parole wird also fortan lauten müssen:

zweckloser Friedenserörterungen, Vermeidung alles dessen, was uns innerlich und nach außen hin schwächen

w> n ü!L'? lC)< \^ aro IS l . ft wahrlich nichtalldeutsch". Dir ,^^>eltsvartrirn scheinen denn auch Vernunft aimehmen »md der Regierung weiterhin Vertrauen zollen zu wollen.

Der österreichisch.gartsche Tag«,bericht.

Wien. 11. Juli (WTB.) Amtlich wird verlautbart: öcm 'wallenischen Kriegsschauplatz keine NVinenHorrten vrrign, sr.

den Keicf:

In Albanien haben sich unsere Truppen in einer lnenen Wider stundSlinie eingerichtet. Eine im Devoli-Tnle vorfühlende französische Konrpaßme wur^e abgcwiesen.

Der Aef des General stades.

Nörgler und hauptansschutz des Keichstags.

Berlin, 11. Juli. (WTB.) Um V»12 Uhr stellte im Ha u Pt- «aus schuß des Reichstages der Vorsitzende Ebert den Entwurf betreffend den 15-Milliarden 'Kredit znr Beratung.

Einleitend erklärte Vizekanzler von Payer, der Reichskanzler werde seine Ausführungen zum Teil Der traulich geben. Run seien bei früheren Anlässen trotz beschldsstmeü Vertraulichkeit Meldungen hinausgegangen, die verwirrend gewirkt Hütten. Deswegen wünsche er, daß dem vorgebeugt, und alles was der Kanzler als vertraulich erkläre, auch als vertraulich, 'behandelt werde, also nicht in die Presse komme.

Nach -einer kurzen Geschäftsordnungs-Erörterun stimmte der HcruptanÄchuß einem Vorschlag Errbcrgers zu, ent sprechend dem früher geübten Verfahren die Berichte über die Reden der Abgeordneten durch den Schriftführer prüfen zu lassen

Der Reichskanzler leitete seine Rede über die politische Lage mit den Worten ein: Ich werte Ihnen alles offen darlegen wenn die durch den Antrag Erzberger gezogenen Grenzlinien der Berichterstattung eingehalten tnrdcn.

Die Rede des Reichskanzlers

hatte folgenden Wortlaut:

Meine Herren! Ueber die Vorkommnisse der letzten Tage sind Sie ja bereits durch die Mittelungen des Herrn Vizekanzlers unterrichtet. Sie haben mir ttotzoem gesagt, daß möglicherweise die Herren den Wunsch hegten, drß ich selbst hier vor Ihnen er­scheine und meine Stellung zu desen Vorkommnissen offen dar lege. Meine Herren! Ter Wechsel im Staatssekreiaria bedeutet keinen Wechsel des politischen Kurses. Die Politik des Deutschen Reiches fthrt allein verantwortlich der Reichskanzler. Der Staatssekretär des Auswärtigen hat die aus lvärtige Politik im Austrage, im Einvernehmen und unter der Verantwortlichkeit des Rnck-skanzers zu führen. Das ist von Anfang an Grundsatz des Teut'chen Reiches gewesen. Dieser Grundsatz steht auch heute fest. Mine Herren! An meinem polfti sck?en Standpunkt, wie ich ich in neiner Rede vom 29. November vor dem Plenum des RrchStags fq't nckegt habe, an diesem meinein Standpunkt, sowohl bezüglich de- inneren nrie auch bezüglich der äußeren Politik halt» ich meinerseits vollkommen fest. Daran wird sich, solang ich an dieser Stelle stehe, nichts ändern. Meine Herren! Bezügich der inneren Politik habe ich die damals gegebenen Zusagen, scveit als es in meinem Willen lag vollkommen eingelöst, und ick werde dafür eintreten, daß auch die weitere Ausführung der vn mir gemachten Zusagen erfolgt und etwaige Hindernissemit Energie überwunden werden. Daraus können die Heren sich verlassen. Was die aus wärtige Politik bettisst, so habe ich meinen Standpunkt gleichfalls damals am 29. Noember deutlich markiett. Ich habe den Herren gesagt: Ich stehe af dem Standpunkt der kaiserlichen Antwort aus die F r i e d e n s n t e d e s P a p st e s vom 1. August vorigen Jahres. Die friedensb^ite Gesinnung, die diese Antwort beseelt hat, beseelt auch mich, lber ich habe hinzugefügt, meine Herren, daß die friedensbereite Besinnung nicht den Feinden einen Freibrief geben darf zur unbsehbaren Fortsetzung des Krüges Meine Herren! Was haben w nun aber erlebt- Während an unserer Bereitschaft, zu einem chrencwllen Frieden die Hand zu reichen, seit Jahren gar wich: geveifelt weiden kann, haben wir bis in die letzten Tage hinein die nfreizendcn Reden der feindlichen Staatsmänner gehört. Meine »erren! Herr Wilson will den Krieg bis zur Vernichtug, und was Herr Balfour gesagt bat, muß jedem Deutspn wirklich die Zornes röte in das Gesülzt treiben. Wir haben ich ein Gefühl jfrr die Ehre unseres Vaterlandes, wir köirnen imsnicht öffeittlich und unausgesetzt auf diese Weise bffÄmpfen laen. Und zwar steht hinter dieser Beschinipsung der Vernichtu gsWille. Solange dieser Ver nichtungsnnlle besteht, meine erren, müssen wir mit unserem -reuen Vvlst ausharren. Ich bi auch überzeugt, ich toeiß es, daß in den weitesten Kreisen .nnses Volkes fast überall der ernste Wille besteht': Solange der 'rrnichtungswille der Feinde be steht, müssen wir duräjhaldenmd werden wir durckchalten im Vertrauen aus unsere Truppe: im Vertt<nvl auf unsere Heer führung und im Vertrauen w irnser herrliches Volk, das diese stl-were Zeit mit ihren große .Entbehrungen und fortcTesctzten Opfern so wmrderbar erttägt. llso an der Richtung Per Politik wird nichts geändert. Tenn, eine Herren, auch das muß ich tzgen: Wenn sich mm trotz dicr feindseligen Äleußer:mgen dieser Ltaatsm ärmer irgendwo ei st hafte Anregungen für die Anbahnung ein es Friedens oder auch mm die ersten Schritte zu dieser fbahmmg zeigen würden, daun würden wir ganz gewiß s nicht ablehnend vachaltcn sondern wir würden ffen ernstgemeinten ich sage ausdrücklich ernstgemeinten- Anregimgen s o f o r t mit allem Ernste nachgehen. Natürlich »rügt es nicht, wenn dieser oder lener Agerrt kommt und sagt, ,ch kann da und dojrt Frieden--, besprechungen hcrbeiführerr", so>ern es kommt darauf an, dasi berufene Vertreter der stdlichen Mächte und ausdrücklich autorisiert vom ihrer Rr^nung, zu versteh,m geben, daß Besprechungen möglich seien. Bmchimgen zunächst nattrrlich in kleinem Kreise. Aber, meine Hern, die Staatsmärrner, die bisher gesprochen haben, haben von dertiaen Möglichkeiten nichts ge>, sagt. Wenn solche MögNchkeitc sich zeiven. iwnm eine ernste Friedensneigung auf der andereGnte hervorticktt, meine Herren, dann werden wir sofort darauf egthen, d. h. wir werden sie nickst- zurückstoßen. Mr werden zunyt in kleinem Kreise sprechen. Meine Herren, ich kann Ihnen ch sagen, daß dieser Standpunkt nicht etwa nur mem Stanvvunkl, sondern daß dieserStand- punkt cnrch btm der D bereu Heeresleitung aus

! auch d'

drücklich geteilt wird. D» auch die Oberste Heeresleitung führt den Kfieg nicht um des ieges willen, sondern auch die Oberste Heeresleitung hat mir sagt: Sobald ein ernster Frie­denswille sich auf der anderen Se bemerkbar macht, müssen wir der Sache nachgehen. Nun wirds die Herren interessieren, wie sich von bicfein Standpunkt auüewisse Probleme darstellen, die die Gegenwart uns aufdrängt haben über diese Fragen' am 1. und 2. Juli im Großen Hamgartrer unter dem Vorsitz Seiner Majestät des K a i s e r Angehende Besprechungen statt­gefunden Ich kann natürlich mganz allgemein die Richtlinien hier angeben, die damals festgest rourden. Also zunächst bezüg­lich des Ostens: Meine Herrervir stehen auf dem Boden des ^-riedenS von Brest-Litowsurrd wollen diesen Frieden in lala Weise auägMhrt sehen. -S ist ha, äättlc ba txaiifcix

' Reichsleitting und darin tvird sie unterstützt von der Obersten Heeresleitung. Aber, meine Herren, die Schwierigkeiten de^ Ausführung des Friedens von Brest-Lito»vsk liegen nicht au? u n s e r e r S e i t e, sondern diese Schwierigkeiten lieaen darin, daß, wie Sie wissen, die Verhältnisse in Rußland noch so außerordent­lich unsicher sind. Wir sind geneigt, meine Herren, an> die Loyalität der rassischen Regierung uns gegenüber zu glauben, wir sind ins­besondere geneigt, an die Loyalität des Vertreters deck russischen Regierung hier in Berlin zu glauben. Aber

meine Herren, wir werden nicht so unbedingt an-'

nehmen können und dürfen, daß die gegenwärtige russische Regierung auch die Macht hat, die uns gegabenen loyalen Zu­sagen überall durchzufführen. Wir wollen durchaus der jetzigen ruslü- schen Regierung keine Schwierigkeiten inachen. Wir stelle.» uns auf den loyalen Boden des Friedens von Brest-Litotvsk inth tun, was wir können, um diesen Frieden auszuführen. Aber wie die Zu stände . sind, meine Herren, gibt es unaufhörlich Verwinlungen, unaufhör­lich Reibungen an den Grenzgebieten, unauchörlich Uebergrifse die­ser oder jener kleinen Heeresgruppe. Llber ich wiederhol'e ueffcr Prin­zip: Wir stehen auf dem Boden des Friedens von Brest-Litowsk lind wir wollen den Frieden loyal aus führen, wir wollen mit der gegenwärtigen russischen Regierimg loyal verhandeln. Sie alle, meine Herren, stehen noch unter dem Eindruck des furchtbaren! Verbrechens in Moskau, des Attentates, das an nnsevent Gesandten dort verübt worden ist eine völkerrechtswidrig^ Tat, wie sie ärger nicht zum Himmel schreien kaum. Alle Spuret deuten darauf hm, daß die stuchwürdige Tat auf Anregung der Entente geschehen ist, um luns mit der jetzigen russischen Re­gierung nauerdings in Krieg zu verwickeln, ein Zustand, den wir miss eifrigste vermeiden wollen. Wir wollen keinen neuen! K r i e g m i t R u ß l a n d. De jetzige russische Regierung will txrrt Frieden und braucht den Frieden, und in dieser friedensgeneigten' Absicht unterstützen wir sie. Auf der anderen Seite, meine .Herren, ist ja cmch wahr, daß sehr verschsedorrarttge politische Sttömungen durch das russische Reich hindurchgel-en, Bestrebungen der verschie­densten Art: monarchistische Bestrebungen, Dei'ttebungeu der Ka- dettenPartei, Bestrebungen der sogenannten rechte Sozialrevolutro- Näre nsw. Mieine Herren, ich sage: Wir stehen so, dckß wir loyal mir der jetzigen russischen Regierung verhandeln, daß wir nichts unternehmen, was die rilssische Regierung in ihrer Stellung schädi­gen könnte, daß wir aber unsere Ohren und unsere Augen offen halten, um uns nickst durch eine plötzliche Um­wandlung der dortigen Verhältnisse ins Unrecht fetzen zu lassen oder überraschen zu lassen. Ich kann nur an das Wort erinnern, das einmal Gortschakosf gesprochen hat: Wir sind stumm, ab-er wir nnd nicht taub, wir lassen uns mit gar keinen politischen Gegrn- e * rt ' aber wir horchet: aufmerksam, wolstn die Richtung in vmßland geht. Das ist der Standpunkt, den ich einnehme, das ist der Standpunkt, über den auch bei den Besprechungen am 2 Iulr im 0>roßen Hmiptguartier die vollste Klarheit und das vr-lllle Ein- verstandms zwischen allen Beteiligten errieft worden ist. Ich kann singen, daß der 5>err Staatssekretär v. K ü h l m a n n , bet selbst bei diesen Bepirechungen nicht anwesend war,das Auswärtige Amt war aber durch den Ihnen wohlbekannten Herrn v. R 0 s e n b e r g, der i-a der Gefährte und die sachverständige Stütze des Herrn von Kuhlmam: m Brest-Litowsk und in Bukarest geneseu ist mit oiefem Standpunkt vollkommen einverstande:: geioesen ist und daß dre Oberste Heeresleittmg d'esem Standpunkt' ebenso vollkommen beigetreten ist. Ueber Einzel heilen können ja im Einzelfalle da oder dort Memimgsverschsedenheiten auftteten, aber die Grundlinie ist die, die ich eben bezeichnet habe.

der

Im Ansckstnß daran ging der Reichskanzler auf die Beurteilung! politischen Lage im Westen ein und mackste darüber verttauliche MitteÜnngen. sodann sprach er von den Grün>n. dir zum Rücktritt ^des Staatssekretärs von Kiihlmann geführt haben. Er wies darauf hin daß es keine sachlichen, sondern persönliche Gründe n>aren, die Herr v. Kühlrnann veranlaßt haben, um Enthebung von seinem Amte zu bitten. Ter Reichskanzler sprach in Nmrmen Worten von den Eigenschfftcn des Staatssekretärs dessen Pol:tisck)e Erfahrung, tressendes Urteil und unermüt'sick-e Ausdauer und depen Geschicllichkeit imd Genxindtheit im Verhanoeln er voll anerkannte. Er habe sich von ilstn trennen müssen, da das notwendige Vertrauensverhältnis zioisch'en rhm «und anderen Faktoren nicht bestanden habe ein Vei'trauensverhältnis, das für eine reibungslose Führmrg der Ge-

embehrt werden könne. Der Reichskanzler fuhr dann

chäfte nickt fort:

Ter Name des in Aussicht genommenen NachfivtgerS de- Herrn v. Mlstmann ist Ihren be^kannt. Herr v. Hintze ist em sehr gmauer Kenner der russischen Bei-hältnisse. Er ist vor dem Krieg aus der Bistschaff in Petersburg beschäftigt gewesen. Er l-at in dieser seiner Eigensck^aft große Reisen durch Raißland bemacht. Er »st mft den BerhÄttiissen und Personen in Rußland ehr eingehend vertta»ck, was für die jetzige Lage von großcr Wich- tipknt »st. Aber, meine Herren, es versteht sich von selbst, daß ich meine Konttaftgnierung zur Ernennung des Herrn v. Hintze mit txmni gebe, wenn 'Herr v. Hintze meine Politik

macht unt» nicht seine eigene. Tasür habe ich aber bereits m den Zusagen des Herrn v. Hintze die Ernennung ist n 0 ch Nlcht erfvlch meinerseits die feste Büir,sch:ft. Ich mache die Politik. Ter Verantwortliche Reick^kanzler mackst die Polittk Ter, Ltaatssekretär des AuÄlstirtigen Amtes hat lediglich meine Politik zu Mren. Datwn ist der in.-ükssicht genommene, aber noch n»ck 7 k ernannte Staatssekretär vollkomnnm durchdrungen, ^.«ceim# Herren, ich glaiibe also, ein Grund zur Beunruhignug ist nickst vorhanden. Ter Kurs, mft dem sfth die große Mehret dss Reichs­tages »m November des vergangenen Jahres einverstanden er- llart hat. wird weitergeführt.

In der

Aussprache.

erhielt zunächst daS Wort der Mg. Gröber (Zentt.). der sich im wesentlichen auf den Standpunkt deS Reichskanzlers feilte iuft» sich von den Ausführungen des Reickskauzlers für befriedig« erllärte Für die Sozialdemottatie sprach der Abg. Scheide- mann, der erllärte. er könne nach den Ausfühnmgen des Reichs­kanzlers und nach der Behauptung des Renchskanzlers, daß achlich nicksts geändert habe, nicht verswhen, »varum dann Staatssekretär v. Kühlmann Hünen Abschied erlxilren habe Als letzter Redner erhielt der Abg. Fi s chb e ck (Vpt.f 'das Wv^.

Tann wurden die Verhandlungen auf Freitag vormittatt vertagt.

««0 «SMrjMM

An- Finnland.

^ . Stockholm, 11. Juli. (WTB.) WieSveuska Dag- siadet aus H e l s i n g s o r s erfährt, erklärte Senator Setla m WiiboyL, daß es ßstr die fiunffche R^i«ru.ug ncchezu m*