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J%R M- J W J Sl E^ Weicker (M-inO. Redke (I K-ankfurt r-S7..5* Etter MaiN»tt arm & nrrrf ohne 'Kmenf

cm.Mv' -*-~ v * Vfc Mainz): Mm Lt. vor!. ohne Patent 1 <*ufort.-0teflt. 3h. 3, jetzt im 1 53» 6 ». ö. ^S' Feldw. (M>rms) zum L!& E bEptleuteu: bei Oberleutnant

Lt. d. Ldw.<;ns. b. Res.: Harnisch-

(Halle fl. S.), der Oberleutnant der - £ L%i 9 c- Ulrich (I 3)armftabt); zum Leutn. d. Res

J? 1 Ör ^ >el decker (Friedberch: zum Leutnant des 1 ^y g LL^.I Bizewflchtmeister Roß iDarmftadt): «Er bAe^ldwebel S ch l i e p h a k e (Gießen) ^a 3, ö - Q* n - Rgts.; zum Fähnrich :bei ^Leibga^-Znf.Rgt. Nr. 115; zum Leutn b H>KH ' bn Bizeseldw. (Latin <1 Darmstadt).

. s5 ** ? * 9 a & e - Der bei den Kleinhändlern der StcM Gießen bestellte Zucker für Juli 1918 kann von Donnerstag dem 11. d. M. ab gegen Vorlage des Bestellaus weises zur Zuckerkarte und Ablieferung der Zuckermarke Nr. 7 llx - EPfS? 1 ® genommen werden. Siehe Anzeigenteil.

. ^^^öeg locken und Orgelpfeifen. Vom Krregsnnntstertum Kriegs amt in Berlin ist eine noch malige ^ urchprusung der Brvnzcglocken und Orgelpfeifen aus iyre Zugehörigkeit zu den einzelnen Gruppen angeorduet wordeil, da es notwendig ist, daß noch weiteres Glockenmetall uno Orgelzinn zur Ablieferung gelangt. Näheres hierüber d^leiliglEn in der dazu heute erscheinenden amtlichen Bekanntmaclinng.

Äm 8. Juli 1918, abends zwischen ~ U r .. .. ,lihr^ wurde ein in dem Hofe des

Kaufmannisckmn Vereinshauses stehendes Fahrrad, Marke ,,Sport , mit fttstvarzern Rahmenbau, gelben, mit lchwarzen streifen versehenen Felgen und weißen Oelluloidgritten entwendet. Sachdienliche Mitteilungen rnmmt die Kriminalpolizei entgegen.

S1 atzttheater. Am Sonntag den 14. Juli, abends 1 /2 Ä wird, von ersten Mitgliedern des Mainzer Stadttheaters d>MgeNeuL. der lusttge SchwankDas Extemporale" von Sturm mD Färber z-nr 2hufführnng gelangen. Das Stuck hat bei Heu gleichzertta staltgcsundenen Uraufführungen am Albert-Theater in L'vesden, Schanfvrelhaus in Bremen und Thalia-Theater in Ham- mrrg einen ungewöhnlich großen, durchschlagenden Erfolg erlebt. Bezeichnend für den Erfolg dieses humorreichen Lustspiels voll ausgelagener Lustigkeit und herzerhebenden Frohsinns ist die.Kri­tik der Wrierzeitung. die wörtlick) schreibt:Im ersten Akt lachten me Zu schauer, int zweiten quietschten sie vor Vergnügen und im dritten kamen sie überhaupt nicht mehr zu sich." Der nächste Sonntag im Stadttheater dürfte sich also für das Gießener Thvaler-Publikum zu einem äußerst lustigen gestalten.

^Bewirtschaftung des Spargelkrauts und der S p ar g e l b e e r e n. Der Staatssekretär des Kriegsernäh nln^anios hat die Preise, zu denen die Reickissnttermittelstrile Geschäftsabtellung G .m. b. H. Spargelkrant und Spargelbeeren zu übernehmen hat, in der Weise festgesetzt, daß für Spargelkraut, das grün geerntet und lufttrocken ist, 60 Mk., für Spargelbeeren 400 Mk. für die Tonne zu zahlen sind. Spargelkraut und Spargel- dceren dürfen nur an die Rrick^sfuttermittelstelle Geschäftsabteilung G. m. b. H. (Bezngsverrinigmig der Deutschien Landwirte) Berlin W 35, Potsdamer Straße 30, abgesetzt werden.

Der Oleander als Haustierfeind. Oleander- daunie kömum. wie in der Deutschen Landwirtsckmtlick-en Presse iestgestellt wird, l^n Tod von Haustieren zur Folge l-aben. So nnrd z. B. von Gänsen berichtet, die durch den Genuß vow Oleanderbl altern vergiftet worden waren. Zwei in Kübel ein- gepflanzte Oleanderbäume waren vom Winde umgeworsen worden, die in der Nabe befindlichen Gänse fraßen am nächsten Tage nicht mehr, sie erschienen bald gelähmt und verendeten schließlich inner­halb 24 Stunden. In ihren Mägen fand man außer anderen Futtermassen Oleanderblätter, deren Giftgehalt die Tiere getötet hat. Es ist datzer stets darum zu achten, daß Haustiere nicht der Blätter von Oleanderbäumen habhast werden .können; dies gilt nicht nur für Geflügel, sondern auch für größere Haustiere, z. B. Ziegen. Im übrigen sollten Tiere, die Oleanderzweige gefressen haben, so schnell wie möglich getötet ioerden. weil bei rechtzeitiger Tötung ihr Fleisch noch verwertbar ist. Das schnelle Töten ist bei BergistungSverdacht von Geflügel und kleinen Haustieren überhaupt in vielen Fällen zweckmäßiger, als abwarten und eine Behandlung, da das Fleisch vergifteter Tiere in den meisten Fällen noch genieß­bar ist, während sie nach dem Verenden natürlich in keiner Weise nrchr verweirdet werden Wun en.

Kreis Fnedberg.

Friedber g, 8 Juli. Die Geheimfchlachtungen, die schleichverforgung der Fremdenbetriebc und Gasthöfe und das Hamstern der Ortsfremden, besonders brr Kurgäste (Bad-Nauheim!) haben im Kreise Friedberg einen solchen Umfang angeirvmmen. daß sich das Klreisaimt in einem öffentlichen Aufruf an die Be­völkerung zur Bekämpfung dieses Treibens wendet. Das .(ßreis- nntt kriift darauf hin. daß der größte Teil der Erzeugnisse der Ge­heimschlächtereien und des hstmlich au-.geführten Viehs nach Frank­furt a. M. verbracht wird und daß der Grund dieses Tuns nicht in Nor, sondern in verwerflicher Gewinnsucht zu suche:! ist. In eindringlicher Weise werden besonders die Landwirte verwarnt, unter denk .Hin.aa.vs, daß di ' bereits abgefaßt n Schleichhändler aus­nahmslos mit Gefängnis bestraft rverde?:, im Rückfalle mit- Zucht- achrs. Für die Ast zeige von Geheim s chl ächtereien usw. setzt das Kreisamt fortan eine Belohimug von 50 Mk. in jedem Falle aus.

** Bad-Nauheim, 9. Juli. Ein Svnderkonzert der Kur­kapelle findet Dawnerstag den 11 . Juli statt. Mitwirkende: Jan Gefterkamp-Hamburg Vwline) und Raoul v. Kvczalsdi Klavier).

^ A us der W e tt e rau, 9. Juli. In ber vorigen Woche hat auf deil größeren Gütern der Ausdrusch der Wintergerste be­gonnen Sie liefert einen sehr guten Ertrag.

Starkertburg und Nheinhessen.

sc. Erbe nh ei m, 8 . Juli. Hier wurde mir der Frühkartosfel- ernte begonnen. Infolge der Trockenheit fällt dieselbe in manchen Lagen wenig befriedigend aus.

fc. Ausdem Rhein-Maingebiet, 8 .Juli. Die Gnrken- ernle venpncht einen geringen Ertrag. Auch die Bohnen haben durch die Ungunst der Witterung sehr gelitten.

Kreis Wetzlar.

= W e % \ a r, 8. Juli. Der Vorstand des hiesigen Kgl. Staats- nrchlv-s, Archrorat Xr. Rich ter, .ist zum Tirektvr des Staats­archivs in Schleswig ernannt ^niorden.

Hessm-Nassau.

nrr. Frankfurt a. M., 9. Juli. Was schon lange befürchtet wurde, ist mtnmehr Omgetr-eten. Frankfurt hat keine Kartoffeln SSito Lebensmitt.stamt tröstec mit der baldigen Ernte der ^rMMrtoffeln. die ihm aus Hollcuidversprochen" seien. Benrer- «^wer: nt. daß man in Nnterst'Lnk.'n an die Eimvohner Kirr- wffeln zentnerweise losschlägt, nur damit sie nicht vollkommen ver-

s 6 . 10 Juli. Ist den hessischen und Hintei'fänder- tcnben m der letzten Zeit walmägimde Zigemrersranen ihr . -- s kindm i r-b^, dn: R°qel bei atf.HrL zu Saufe rwitmivS mögliche vor imi> halten dabei bei der 6 >ele«nheu acftohlen ^^ ten S«b es uiianvm-ldelen ^inch - -vurgwaldsMgend werden in den letzten Tag«, mehr-«

n

Lsochschulnacheichten.

on n, 8 . Juli Jii der Aula der ttnioersit-t fand vor gestern im Beisein des Oberpcäsidenten und des Landeshauptmanns der Rheinprovinz, der Regierungspräsidenten von Aaä-en, Düssei borf und Köln, zahlreicher Vertreter von Verwaltungen -rnd Körperschaften Rheiiäands und Westfalens, vieler Einzelpersonen ans allen Kreisen der Industrie und des Handels sowie der Dozenten der Urnversität die erste Hauptversammlung der vor Jahresfrist gegründeten Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Bonn statt. Ter Vor­sitzende, Geheimrat Duisberg (Leverkusen) teilte u. a. mit, daß der Kaiser das Protektorat der Gesellschaft übernommen hat. Nachdem der Vertreter des Kullusministers, Geheimrat Becker (Berlin), die Versammlung begrüßt l-atte, gab der Vorsitzende bekannt, daß der Gesellsü-ast bis jetzt 665 Mitglieder langehören uiid über 2 300000 Mark eingegangen find. Die Deutsck-e Ammv- niak-Verkaufsvereinigung ist rnih 500 000 Mark der GesellsckMst bei getreten. Jnr Anschluß cm die Hauptversammlung fanden wissen­schaftliche Vorträge statt.

des schweren

chen

>011 uxi <c?uiyiwu

WMchwE. bi* dort vielfach Sch-^n'^rW-'t. zur Strecke gr-

ch v n der Nahe, 9 Juli. Noch imnier sind die Folgen '"4* überwund, " "

(ü: t Felder sind weithin mir ^oerou, c^e-

L7Ä''^d Sv"v überdeckt, und wmn die Landwirte auch hunderte aagrmhrcn haben, so.ist dochoch viel vorhanden. Auwlmgsblocke finden sich oft mitten anl Wiesen. Diese

Ern/ Ierden. Grotze Strecken llserbarn F? Mmlerioeek und unterspult voer mitgenssen B<'i 5wck>- ^ei w'rd soebm die ^roße Schnellzugslokomotive,

Bei ^ m *n(rr nt die Nabe stürzte, gehoben.

-wch vier Leichen von Mrlitär- -Mvnen, die bei dem Unglück ra der Nahe ettntnfea sind.

Hessischer Landtag.

Zweite Kammer.

63. Sitzimg vom 9. Juli 1918.

Ter Präsiderck eröffnet um 10.15 Uhr die Sitzung. Das Haus ist gut bffetzt, auch ebensio die Tribüne. Am ReMerungsttsch lirrd die drei Minister rarivesend.

Präsident Köhler begrüßte die Abg. in herzlicher Weise und gab sjodann die Namerr der neugewählteu Abg., Gemernd-ervchner Bickel- Affolterbach (WaL^Aiclxlback>), Generalsekretär H o s- m a nn- Lorsch (Lampertheim), Gutsbesitzer Tr. D e h l i n g c r (Gernsheim-Pfmigsücvdt), Bürgermeister T i e h l - Hachweisel (Bad- Na-nk)eini-Butzback,^, Partei,'ckretär N e u m a n n - Offenbach, (Vilbel), Prof. Tr. Werner- Butzback- (Grünberg) und Lehrer Schorn- Mainz (Gonsenheinr-Nieder-Olm) bekannt. Der Wcchlprüfmrgsaus- sichuß hat die Wahlen geprüft und für chrltig befunden. Ter Präsi­dent nimmt die Vereidigung der neu eintretend-en Mttglieder vor.

Hieraus wird als landständischies Mckgli^ der Großh. Dtaats- schnldenverwaltung Abg. Dr. Osann, als dessen Stellvertreter Abg. Brauner bestellt. In den ersten Aus sch (Finanzausschuß) wird Abg. Stoepkr, in den Erweiterten ersten Ausschuß (Krregs- aus,chu.ß) Abg. So Herr, in den Vierten Ausschuß (Petittons­aus schnß) Abg. Singer gewählt.

Das Haus tritt sofort in die Beratung der RegierungSvor- lage, Kriegsmaßnahmen für Beamte usw. und der 'dazu erngegan- genen Anträge und Vorstellungen ein.

Abg. Dr. Osann als Redner für die Nattvnalliberale Frak­tion vertrftt den einhellig gefaßten Beschluß des Ausschusses. Seit dem 1. ?lpril sind die.Preise für die wesentlichsten Bedürfnisse d?s Lebens (Wohnung, Nahrung und Kleidung^ sprunghaft in die L he gegangen. Deshalb ivar über die NoVvendigkeit de " Berwilli gungen lein Zweifel, und es handelte sich rrur um den Umfang der Brr will igun gen. Die Vorlage komme in den ineisten Fällen auf die in Preußen gewährten Sätze hinaus, nur erschien es für Hessen Nicht richtig, einen Unterschied zwisä-en städttschen uiid ländlichm Beamten aufznstellen, denn die Beamten auf dein Lande seien oft. insbesondere auch durch'das Tenerwerden der KindererziehNng, in schwererer Lage als die in den Srädteii. Zu bedauern sei, daß nicht eine Einheitlichkeit in der Erhöhung für staatliche und städlische Beamte Herbergesübrt iverden könne. Die Teuerungszulage ist an­sehnlich Man dürfe die finanziellen Verhältnisse des Staates und die Rücksicht aus die Steuerzahler nicht außer acht lassen. Es stehen sich wicht nur Kriegsgewiwnlw und Beamtenschaft gegen - über, soildern weite Kreise des erwerbstättgen Volkes im lleiireren Handwerk und der nifttleren Kaufmannschaft leiden schivere Rot durch die Kriegsverhälttrisse. Die Beaintenschaft lebt immerhin in gesicher­ten Verhältnissen, auch die Beamten, die arrs deni Feld znrück- konrmen, kommen wieder in gesicherte Stellungeii. Im Mittelstand aber ist durch die Läirge des Krieges und die Einberufung oft die ganze Existenz vernichtet. Lebhaft begrüßt ivird von seiner ''Partei die Erhöhung dar Kinderzulagen. PrinAipieU müßten alle küns- ttgen Besolduiigsvrdnungen Rücksicht nehmen aus den Familien- ftand. ^Mcnr müsse auch voransiehen, daß diese grundsätzlichen Gedanken nicht allein bei den Besold ungsordnnii gen für me Beamten, sondern überhaupt bei jedem Berhälttiis der Vergütung zwischen Arbeitgeber und Arbeiter in weitestem Sinne späterhin maßgebend sein ,würden. Einen verhältnismäßig großen Fortschritt haben die Pensiolräre der Vorlage gewonnen. Früheö nur Beivuligmrg im Einzelfall, beim Nachweis des Bedürsniffes, letzt aber allgemeine Berwilligung, wenn auch selbstverständlich in geminderten Sätzen ^der Beamtenschaft gegenüber. Spätere Besol­dung sordnurrgen müssen in analoger WÄse eine Erhöhung deri Pensionsgesetze zur Folge haben. Das -Verhältnis der Beamten z-u

Staat wird nicht etwa mit dem ?lusschndm aus dem Staats- dre fft . u gehoben W em ist ein für Leiz.-ften abgeschlossenes Eingehend wandte sich dann Tr. Osann den finanziellen Erforder- mffen zu: Die Erhöhung der Beamten-Bezüge im Jahre 1912 und 1913 habe über 2 Millionen erfordert, die endgültige Erhöhung der Beamtengehälter nach dem. Gesetz vom 21. März 1914 eip Mehr von jährlich 3 310 000 Mk. notwendig geniacht. Alles in allem verlangt die jetzige K-riegsteukwungsbeihilfe über 10 Rrillio- nen, von ivelch.'n 4 Millionen in den Hanvtvoranschlag bereits auf Grund des früheren Gesetzes ausgenommen worden sind

Damit ergeben sich für jeden Verantwortlichen Grenzeu zu­mal ber der Ungewißheit der künftigen Gestaltung der Staaisein- lnahmrn. Für die watchnalliberale Partei ist es maßgebend gewesen daß im Interesse der Harmonie der Regierirng mit ihrer Beamten­schaft die Regierungsvorlage nur in den Pnntten verbessert ,werde in welcherr wirklich Beeinträchtigipigen Vorgelegen hatten Der ein­heitliche Beschluß des Finanzansschusses hat zum Ausdruck gebraclp daß man sich auf einer mittleren Linie habe beivegen ivollen und diese Einmütigkeit möge Mich in dem Hanse Beiiall unb in der Be­amtenschaft volle Anerkennung finden. «Lebhafter 'tt.'ifall.

Abg. Brauer (Bbd. >: Wir haben de'- Vorlage zu gestimmt erklären aber schon jetzt, daß wir künftigen BeAnttenforderunge^ «gegenüber ttn Interesse der M>gemernl)eit sehr vorsichtig »ein lver- !ben. Als BorMg bettackwen. ,mr es, daß die Beamten tu Stadt und Land gleichgestellt sind. Wegeni&er falschen Behauptungen in der Presse, daß der Bauernbund der Teuerimgsvorlage Schwierig- keitm bereitet habe, stelle er fest, daß die Verbei'senmg der Regr- rmrgsvvrlage in bezarg aus die Beamten im Militärdienst vom BauMbund misgegangen ist. Wenn die Städte jetzt so freigebig nsöt Teuerungszulagen snrd, sio ist zu besürchren, daß sie später wenn es an die Ziirsendeckilng herangeht, an dm Staat mit Untw'- stützungsgesuchen herantreterl. (Ironische Zurufe von den Sozial­demokraten.) Es ist zu tvünschen, daß der L9ettbcwerb zrvischen Staat urrd Stadt in Zn An ist unterbleibt. Es muß in Zukunft vor- tzhr erne Verständigung erzielt ttlerbm. Den Städten rnuß die benere Bezahlung ihrer Lehrer verboten werden. Ter Redner be- fthicht sodann die finanzielle Lage des Staates und kommt zu dem Schluß, daß die Beamten gelvarnt werden müssten, an die jetzige Bewilligung .Hoffnungen zir knüp'en, die mit ein r gesunden Fftian',- polttik nicht vereinbarlich sind. Die Glesthwa berei nttt Preußen w dem Reich ist üuberechttgt. (Zrrruf des ?lbg. Adelung: Und >''hre (Michirbacherei zwifcst n Stadt irnd Land!,

Abg^ Henrich (Fortsäir. Bokksp.): Ter Beaintc weiß auch, baß er Opfer zu bringen J#rt, er fordert nur mit Recht, daß er mdüt dauernd hinter airberen Bevölkerungsschichben kiilturell znrück- gen«rsen ivird. Als Maßslab für die Höhe der Zirlagen habe nmn nirr dre Leisttrngan anderer Staaken, namentlich Preußen Die preußische-i Sätze seien wohl in einzelnrn Fällen, aber nicht in ihrer Gesamtwiickimg erreicht. Die Fanttlien der zum Heeresdienst emgezogenen Beamten dürfeir nicht schlechter gestellt iverden als andere. Ter Redirer hätte es Hebet gesehen, lvenn nach dem Vorbild der hessisckien Städte die Familienzulagen um je 100 Mark erhöbt worden ivären. Die vom Ausschuß vorgeschlagene Erhöhung der Krnderzulage um 50 Mark ist tvokst sozial schöirer, aber wich billi­ger. Der Redner hat sich schließlich denr .Wnunviniß gefügt irm

Nicht w gefährden. Die Frrnde <m der Einsttlmnigkeft wäre größer gewesen, wenn nach seinem Vorschlag etwas mehr für die Pensionäre getan worden iväre. Die Vorlage bedeutet znnnfel^ los^ einen groben Fortschritt gegen bisher, »ran hätte aber den gerrngen Satz vpn 50 Prozent der BamtQMckage erhöhar können

Der nrorallsche Anspruch der Pensionäre cm den Staat ist unbe­streitbar. Gewiß sind die anfgewendeven Summen groß, und sie be­deuten bis m einem getvissen Grad eine Bindung für die Zutunft. Aber gegenüber einer Verteuerung aller Lebensbedürfnisse um 100 Prozent und mehr bleiben Teuerungszulagen vlcm20,40 und 60 Pro­zent des (Gehaltes immer noch wizureichend. Gewiß muß der Staat dnch ft'tt andere notleidende Stände, namentlich füt den Gewerbe­stand. sorgen, aber das hat nichts mit der Verpflichtung des Staates als Arbeitgeber gegenüber seinen Beam en zu tun. Redner ging zum Schlüsse auf die Bermtenfragen im allgemeinen ein und «empfahl das Zufam'menarbetten der Regierung mit den Beantten- 'organisatiouen: das werde beiden Teilen nützen, wie er selbst crfahreir habe. Redner stimmt den Ansschußbeschlüssen zu »md lehrtt mit Rüch'icht auf das Kvmpronttß weitergehende Forde- rnngen trotz ihrer Berechtigung ab.

Mit Rücksicht auf den Zusammentritt des Aeltestenrates sstKießt Präsideitt K ö h l e r nach 12 Uhr die Sitzung. Morgen 9 l / 2 Uhr o 0 ^ 5 ?'lng der Aussprache über die TeuerungsbechUfen.

Abg. Dr. Münch (Natl.) teilt mtt, daß die Vorführung der Krcegsftlms, Mi der er die Kammer für Mittwoch vormittag in Realgymnasium emgeladen habe, leider verschoben werdest müsse,, da die von Berlin in Aussicht gestellten Vorftihrer wegen zahlreicher Erkrmikimgen nicht enttandt weiden kmrnten . . nachmittag tritt der Kriegsausschuß zusammen. Da

Beratmigsgegenstcm.de schon in den nächsten Tagen im Plenum ^verhandelt werden, so erübrigt sich eine Berichterstattung.

Vermischtes.

" Berlin, 9. Jstli. (Pr.-Tel.) DieVossische Zeitung^' mrl- det aus Steglitz: Gestern nachr ist die erste Gattin des Dichters Richard Dehmel, die Dichterin Paula Dehmel, an einer be sonders hefttgen Grippe in Steglitz im Alter von 55 Jahren ge­storben.

tehte Nachrichten.

Dev nsrrefte Reeieht der Heeresleitung.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 10. Juli (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.

Im Kemmelgebiet, an der Lys und Somme lebte die Gefechtstätigkeit in den Abcudstunden auf. Nächtliche Erkun dnngsvorstvße des Feindes.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Der Franzose setzte seine heftigen Terlangrifft fort. Südwestlich von Noyon und südlich der Aisne stieß er mehr- satt; mit starken Kräften vor urw setzte sich in den Gehöften von Orte und Des Loges, westlich von Aurheuil, sowie in alten ftanzösischen. Gräben von Longpont ftst. In den an schließenden Abschnitten wurde er durch Feuer abgewiesen Bei örtlichem, erfolgreichem Vorstoß westlich von CN-ean- Thierry machten wir Gefangene. Rege Erkulidungstätigkeit des Feindes beiderseits von Reims.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Im Sundgau brachten Stoßtrupps aus französischen Gräben nördlich von Largitzen Gefangene zurück.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

Pressestimmen zu Kühlntamrs Rücktritt.

Berlin, 10 . Juli. Das ^Berliner Tageblaltt mw andere Blätter wollen wissen, daß Graf Hertling in einem 4 -eIegramm aus dem Großen Hcuidtguartter dem Vizekanzler v o n P a y e r von der Wsicht, Admiral v o n H i n tz e an die Spitze des Auswärngm Amtes zu stellen, Mitteilung gemacht habe mit der Bemerkung, sein (Herttiug) Verbleiben im Reichskanzleramt biete volle Sicherhett für die Beibehaltung des jetzigen Regre- rungskurses, und nach einer Rücksprache mtt Herrn von Hintze ibabe er tue Ueberzeugung gewonnen, daß arrch dieser die bissige Polittk vercreten lverde.

DieGermania" schreibt: Es-ist klar, daß das 'AuSsälag- gebende für dre auswärtige Politik das Verbleiben des .Tegert* wartigen Kanzlers ist, und niemarrd wird dem Grafen Hertling unterstellen wollen, daß er ietzt eine neue, entgegengesetzte Riste arm einschlagen wird.

. Tie ^Morgen post" schreibt: Wenn Herr vvn Hintze sich mrt der Mehrheit des Reichstags eim'gen kann, so soll er un* willkommen sein.

Ätz derKreuzzeitung" sagt Professor Hötzsck: In Herrn von Hmtze tritt ein Mann an die Spitze des Auswärtigen Anttes, der nicht aus dem engjifd'! orientierten Kreise der deittschen Sttnu-- märmer Bethmannsst^r Obserocniz kommt, mrd der neben auch sonst ungewöhirlich großer Kenntnis des Auslandes Rußland arrs rigerrer. sehr erfolgreicher Tätigkeit im.Lande selbst kemrt.

serVorwärts schreibt: Ein Reichskanzler, der gegen­über deni alldeutschen Geschrei noch selbständiger Uebersegimg mg ist, muß sich fageir, daß die Eittlassung Kühlmanns rrttter ben geoenwärtlgen Umständen nach außen und innen geradezu ver- wüstend wirkeit muß.

Köln, 10 . Juli. DieKöln Ztg." schreibt:Mit Kühl- maniis Rücktritt ist eine Lage geklärt worden, die nachgerade im** verständlich und unerträglich geworden war. Die Rede des Staats- sekretärs vom 24. Jimi legte sich enn die Stimmung wie ein nasse> Tuch, und Me Wirkung erlvies deutlich genug, daß'.Kühlmann das erloiende Wort, das die stunde erheischte, nicht gesunden ha c schlimmer indes tvar. daß er griprochen l-atte, ohne sich zuvor nnt der obersten polttiiä^n wie militärischen Leitung in-'- Einver­nehmen gesetzt zu liaben. Der Kanz-lm sab sich am folgenden' Tage genottgt, mtt emer Erläuterung zu der Rede einzugreifen mrd aiis dem Großen Hanptguartier kam ein Echo, das nicht aur ben Eh^imaidenttm gestimmt war. So wenig erlmnlich nun auch dre Rade an sich sem mußte, so hätte in am sich schließlich oost noch mit ihr abgeplnden, wenn sie nur der Tlusdruck einer einhritlichen m sich ges äst offenen Politik der llsttenden Ztzreise gewesen iväre.' ^as war fte aber nicht, wie sich ja am nächsten Tage llärlrch genug von ztver seiten her, zeigte. Tiefe Ekrthüllung einer heil­losen Zerfahrenheit der Anschauungen mußte verwirrend wirken m btefen Zeiten vor allem brauchen, ist Ge'stl^'en'- beit, ist Einheit des Wollens mrd Handelns und Redens aller dazu Berufenen, nickst aber Politik auf eigne Faust, bei der die Rechte Nicht weiß, wrs die Linke tut, besonders iricht in einem Äugen blick, da die Umtvelt begierig ist auf das Wort, das vom Regie- rungstische fallen sollte."

Amtlicher Teil.

^erannrmacyung

. hierdurch verboten. Nutz- ,md Zuchtvtcl, zusammen

mtt Schlachtvieh nach unseren Sammelstellen zu verladen Alle Vieh, das zu den Abnahmetagen nacl» unseren Sammclstellen ver laden imrd, wird künftig als Schlachtvieh al>genommen, mit Ans nähme der Tiere, die zur Besichtigung znrecL Ausfuhr unsere, Berttairensleilten vorgeftlhrt werden.

. ^ Landler, die gegen dieses Verbot verstoßen, werden mit Ein zrehung der Ausweis karte besttaft.

Gießen, den 9. Juli 1918. 5177 ^

Gberdesflscher viehhandelrverbanv.

Der Vorsitzende:

Rosenberg.