Ki. M Zweiter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
Dienstag. 9. Juli ^(3
LE > i IMilHli MM—HE
Moralifüse Gsfensive.
Wir hoben mit den Waffen qefiogt, irwralisch aber sind Nnr bi bat Augen bet Welt, über wenigstens des weitab größten Teiles der- Welt, in eine Niederlage gelvhuseir ,vorden, daß keiner uns für chrlich> nehmen will. Tas ist die größte Tragik! dieses Weltgescliehens. Ein Volt, das in seiner Naivität ehrlicher ist als jedes andere, mntz sich so ausgestoßen sehen, mw seine moralisäi-en Gegenoffen-- sweu, oftmals begmmen und versucht, sind nie zum Heil ausgeschlagen. Ls liegt auf der Hand, das; viele bei uns zü Lande sich' Dadurch bedrückt fühlen, um deswillen mit Kleinmut in die Zeit nach dem Kriege 'b,licken und auch die Friedensziele sich dadurch beeinträchligen lassen. „Wir sind ja so beliebt," hört man resigniert Lüftern, und der Gedanke eines Machtstrebens tvie der eines Derzichtsrieseus wird dadurch gestützt: Tie einen sagen „Mögen sie uns vassea oenn sie uns nur fürchten", also: Geival tfriede! — die anderen: Wir müssen unsere wahre geduldige Güte zeigen — also weitgehender Verzicht!
Beides ist falsch. Wir müssen aus der moralischen Defensive .heraus. Ter Spieß muß mngedrcht weroen. Einmal negativ, indenr wir den Feinden die Mffske der Menschlichkeit vollends voni Gesicht reißen, wo sie nicht hingehört, und weiter vositiv, indem wir Vns ahne pharisäische Ueberhebuug zu unserer Würde, M unseren Aufgaben und unserer Ehrlichkeü laut bekenn. : Tenn das ist der Weg zur Verständigung mit den Feinden: nicht schwäche und nicht UeberHebung, nicht Hegemonie und glicht Sklaverei — frei neben Freien zn wohnen, aufrockK und geachtet.
Wie die Tinge liegen, ist gerade diese Anerkennung unserer: Würde zu gewinnen oder znrückzngewinnen sehr schwer. Tenn unter, Englands Führung hat 'die uns feindliche Welt mit klugem Vvrbedachit von ^Anfang «m alle moralische Schande arzs unser 'Haucht gehänst. Sie wußten wohl, warum sie uns Schand' und Brand nachsagten: um ihr eigenes böses Trachten zu verdecken, mußten sie gleich offensiv in dieser Hinsicht Vorgehen, derm sonst, wären sie zu leicht in eine ffir sie aussichtslose moralische Dnen- sive gekommen. Es war politisch klug imd taktisch geschickt. Tenn wurden wir schwach, so waren nur gerechtermaßen gestraft: zeigten wir uns stark, so sollte das nun aus dein Boden brutaler Rücksichtslosigkeit gewachsen sein. Und dieses Lied ging durch die vier Kriegsjahre und durch alle englischen Kabel über die Welt. Tom können wir nur durch unentwegte Ueberzeugung von unserem Recht und durch geschicktes, aber hörbares Bekennen dieses Rechts 'und unserer wahren Tenkweise emgegentreten. Dazu ist es niemals zu spät: noffvendig bleibt es immer.
Wie Englands nwralische Offensive in den feindlichen und neutralen Ländern gewirkt hat, wissen wir leider -zur Genüge. Aber sie wirkt - und das ist schlimmer — auch bei uns selbst. Und wenn in dieser Hinsicht " den Anfängen solchen Wirkens nicht gleich nrit klarem Bewußtsein entgegen getreten wird, so könnte daraus die größte Gefahr entstehen. Dadurch würde jede Gegenoffensive 'aus sittlichnn Gebiet ber uns im Keim erstickt. Daß diese Gefahr gegeben ist, sehen wir neuerdings beinahe täglich daran, daß Gedankengänge, die sich unsere Feinde in ihrem Interesse znrechtgelcgt haben, bei uns Kurswert erhalten. Ein Beispiel: In ihrer Wut nnd Verzweiflung prägten die Feinde den Satz, auch wenn Paris und die Kanalhäsen verloren gingen, würden! sie den Krieg nicht enden lassen. Statt daß wir wlcker Fanfare eine Gegenfanfare entgegensetzen, betet man im Publikum solche Großsprechereien nach, setzt sich dadurch von vornherein die kommenden militärischen Ereignisse in ihrer Bedeutung herab, nimmt den Kämpfern das Bewußtsein von der Größe ihrer Tat und erfüllt gerade das, was die Feinde mit ihrem bluffenden Gerede bezweckten. Aehnlich mnß man über den Gedanken urteilen, der Krieg könne nicht durch die Waffen entschieden werden. , Taß es auch diplomatischer Mittel bedarf, ihn zu beenden, ist selbstverständlich Aber wir dürfen den Feinden nicht den Gefallen tun, jetzt, nachdem die Waffen zu ihren Ungunsten gesprochen haben, die Entscheidung mit der Waffe in ihrem Wert herabzusetzen. Tenn sie waren es ja, die zum Zweck ihrer politischen Ziele an die Waffen avvcUiert hatten.
Tst Ausnahme feindlicher Großsprechereien und Gedanken steht aber auch ans der gleichen Stuft wie die fflüfnahwe der uns an gedichteten Delterobernngspläne — aus beiden Extremen baut die Entente ihre großzügige Politik und diese Politik wird aufs beste unterstützt, wenn .ihren Lehrsätzen dauernd durch Widerhall aus deutschen Landen Nahrung gegeben wird. Bedenken wir das und bauen mir daraus — jeder an sein ein Teil und maßgebende Stellen für die Gesamtheit — die moralische Festigkeit, die nicht nur.zur Tesensive. sondern auch zur Offensive taugt. Die Güte der Nerven entscheidet auch hier den Krieg!
Ans Stadt und Land-
Gießen, den 8. Juli 1918.
Die Reichsdeutsche Waffenbrüderliche Bereinigung
wird, wie wir hören, in einigen Tagen auch hier in Gießen einest Vortrag veranstalten, und zwar wird der Leipziger Historiker Geh. Hofrat Prof. Tr. G o e tz über das Thema „Der groß deutsche Gedanke" sprechen. Tie „Reichsdeutsche Waffenbrüderliche Bereinigung" ist im Anfänge des Kneges gegründet worden, um die Verbindung der Völker der europäischen Mitte, die jetzt wie Brüder in Waffen stehen, mehr und mehr zu verinnerlickren und zu vett ttefen und einer weiteren Annäherung und Esttfaltung ihrer gemeinsamen Kräfte den Boden zu bereiten. Die Vereinigung hat also der Festigung und Vertiefung des Bündnisses mit Oesterreich- Ungarn, von der jetzt so viel die Rede ist nnd an der gegenwärtig unsere Staatsmänner besonders eifrig arbeiten, durch eine regel Tätigkeit bereits den Boden bereitet. Und zwar ist zumeist im stillen gearbeitet worden, indem besondere Abteilungen und! Ausschüsse für alle Zweige des Kultur- und Volkslebens die dkuf- klärung des Notwendigen gefördert haben. Hand in Hand mit uns arbeiten gleichartige Organisationen in Oesterreich und Ustgarn, und manche feste Brücke ist auch zu den anderen befreundeten Völkern, zu den Bulgaren und den Türken, geschlagen worden. Eist unermeßliches Gebiet war da zu sichten, um dem erwähnten Gedanken Eingang zu verschaffen: In Wort nnd Schrift wurde Aufklärungsarbeit geleistet über die politische, wirtschaftliche und Kuk-, turgeschichte unserer Verbündeten, über Art von Land nnd Leuten^ Recht und Sitten, über die Förderung der Sprachenkenntnis, die Ausgleichung des Rechtes mw die Erleichterung des Rechtsverkehrs; man einigte sich über Austausch und Verbreitung von Werken der Kunst und Literatur, über Annäherung und Zusammenschluß der gleichen Bildungs- rmd Berussschichtcn in den verbündeten Staaten. Auch in großen, öffentlichen Versammlimgen nnd Verhandlungen, über die seinerzeit berichtet worden ist, suchte man diesen! Znlen näherzukommen. Tie engere Fühlimgnahme mit unseres Stadt und Provinz wird sicherlich in weiten .Kreisen auf Verständnis und Förderung rechnen dürfen.
Die Kartofftlversorgung im Wirtschnftsjichr 1918/19.
Ter Buudesrat hat in seiner Sitzung vom 2. Juli 1918 dem Mtwurs ecner Verordnung über die .Kartoffelversorgung zuge-i stimmt Tie. neue Verordnung läßt die bisherige Verordnung über ^ Wirtschaftsjahr' 1917/18 vom 28. Juni
ill i Reich,-(»ftfttzbl. S. 569) mit einigen Mänderungen in Gel- flP» Herungen sind nicht grundsätzlicher Ncttnr. Sie be-
chranken sich, Abgesehen von der zeitlichen Ausdehnung der Gül- tigkett der ^ersrdnung, ans eine Ausgestaltung der verwaltnngs- maßigen Besugmsie zur Durchführung der Aufbringung der Kar- wffeln mrd erur^ redaktionelle Verbesserungen. Ter Vorstand des' T^cn 1 ?' .der Ernährungsbeirat des Reichstags so- wre Vertreter der Bedarfs- und Ueberschußverbände, der Landwirt- w x UTtb K glichen Industrien sind zn dem Entwurf gehört worden und! haben ihm. von 'Meinrnrgsverschiedenheiteil Hinsicht- m "F^sttmmungen abgesehen, ihre Zustimmung erteilt.
m^^i^,^rorwnmg tntt mit dem 1. August in stvast. Die
ü^r Kartosfelii vom 10 . August ^wie die weiteren Bestimmungen^ welche aus Grund der alten Verordnung über die Kattoffelversor-
gung iui Wirtschaftsjahr 1917/18 vorn 28. Juni 1917 erlassen worden sind, bleiben bis zn ihver Aufhebung oder Abänderung in Geltung »
Im Lauft des Augusts, sobald sich die Ernteergebnisse annähernd übersehen lassen, wird alsdann, wie im Vorjahre, durch die im Rahmen der neuen Verordnung vom Staatssekretär des Kriegsernährungsamts, der Reichskattoffel stelle nnd der Landesbehörden zu erlassenden Ausfuhr ungsbestimmnngen die näherff Ausgestaltung der Bewirtschaftung erfolgen, welche insbesondere den Umfang und die Sicherstellung der Ernte, die Abgrenzung des Bedarfs der Selbstversorger, die Festsetzung der Ration der ver sorgungsbevechtigten Bevölkerung sowie die näheren Verpflichtungen der Kommunalverbände nnd Vermittlungsstellen zu regeln, haben wird. . , , ,
Ter Verkehr mit Saatkartofftln wird, wie im Vonahre, durch eine besondere Verordnung des Bundesrats geregelt werden.
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** Auszeichnung. Schütze Albert Lehrmund erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** Jungwehr: Ferien bis Ende August.
** Stiftung von Ruhebänken für den Gießener Stadtwald. Gcheimrat Tr. Gail stiftete für den Gießener Stadlwald ebenfalls 20 Ruhebänke., welche int Lauft nächster Woche zur Aufstellung gelangen sollen. Für die Förderung der Bestrebung, unseren ausgedehnten Gemeindewald immer mehr zu einem angenehmen Erholuw^ansenthalt anszugestatten, wird das Gießener Mtzblikum immer dankbar sein. Tie Bänke werden seinenr Schutze angelegentlich empfohlen!
** Stadttheater. Auch au dieser Stelle sei auf das am nächsten Sonntag stattfindende Gastspiel von Mitgliedern des Mainzer Stadttheaters hingewiesen. Zur Aufführung gelangt die überall gegebene Luftspiel-Neuheit „Das Extemporale" von Sturm und Färber.
** Das diesjährige Schüle r-Ko nzert des Kruseschen Musikinstiti^ts unter gütiger Mitwirkung des Königlichen Kammervirtnvsen W. Kruse findet Freitag den 14. Juli im großen Saale auf der Liebigshöhe statt. Näheres siehe Anzeige.
** Zur Herstellung von Sauerkraut. Um eine Entblößung des Friscknnarktes zu verhindern, hat die Reichsstelle für Gemüse und Obst durch eine im „Reichscmzeiger" Nr. 154 veröffentlichte Bekanntmachung die gewerbsmäßige Verarbeitung auch von Weißkohl aller Art zu Sauerkraut für die Zeit vom 1. Juli bis 20. August d. I. verboten. Ausgenommen von diesem Verbote sind die an den Frischmärkten verbleibenden Ueberstände von Weißkohl, die durch Einsäuern vor dem Verderben geschlitzt werden müssen. Das Verbot gilt ferner insoweit nicht, als Weißkohl auf Grund besonderen Auftrages der Reichsstelle zur Deckung des Bedarfs von Heer und Marine zu Sauerkraut eingeschnitten! werden wird.
** Ein neuer Winterfahrplan. Ein neuer Fahrplan für den Personenverkehr wird ohne Zweiftl wieder in gewohnter Weise zum 1. Oktober eingeführt. Die beteiligten Eiseubahndirek- tionen sind bereits mit den Bvrbeveitungen beschäftigt. Ter erste Entwurf wird zur Zeit.aufgestellt. Durchgreifende .Aenderungen sind kaum zu erwarten. Tie Betriebslage macht es natürlich nicht möglich, neue Züge einzustellen. Wohl aber ist es angängig, die bestehenden Verbindungen nach den bisherigen Erfahrungen den Bedürfnissen anzupasfen, beffeL: 'Anschlüsse l-wzusteilen nsw. T>er Fahrplan erfährt jetzt bekanntlich nach und nach mannigfache Aende- rnngen. Zug um Zug wird wieder ausgenommen. Der neue Fahrplan wird deshalb insofern von grmrdlegender Bedeutung sein, als er sämtliche Aenderungen berücksichtigt und zutreffende Auskunft über jebeit einzelnen Zug geben kann.
**BescheinigungspflichtvonBeschlagnahmen. Um Attßüräuchen bei der Beschlagnahme von Lebens- und Futter Mitteln vvrzubeugen, hat der Staatssekretär des KriegsernährungK- amts die Bundesregierungen ersucht, Anordnungen zu treffen, daß die zur Ueberwachung des Verkehrs mit Lebens- itrtb Futtermitteln bestellten Personen bei der Beschlagnahme von Waren, die sie in Ausübung dieser ihrer UeberwackMigstätigkeft vornehnceln, eme Bescheinigung ausstellen, aus der Art und Menge der beschlag nahntten Gegenstände, Ort und Tag der Beschlag'nnhnre, Name und Wohnort des Betroffenen sowie Dienst- und Auftrag stelle der beschlagnahmenden Person ersichtlich sind.
**Wir haben es in der Hand! Draußen geht der große Kampf. Kämpfen braucht Muskeln. Muskelkraft heischt Atzung — bei Mensch Und Tier. Den Hunger derer draußen zu stillen, muß Sorge der Heimat — ernste, verantwortungsbewußte Sorge sein. Nun ist es nicht zu leugnen, daß an Viehfutter ein Mangel ist. Sollen das auch die fühlen müssen, die draußen in stillem schweren Helderttum Euren Brüdern und Söhnen des Lebens Nahrung von der Etappe in die Schützengräben schleppen? Die in straffen Stkängen die schvere Bürde der Munition in die vordersten Stellungen bringen? Eure Pferde, die Pferde Eurer Väter, Eurer Söhne, Eurer Brüder? — Wißt Ihr, daß jeder Sieg mehr oder minder von der Leistung Eurer Gaule abhängt? Ob sie die Kräfte haben. Tag und Nacht in der schweren Front des Krieges das wichtige Zeug den Kämpfern in die Stellungen z-n bringen? — Habt Jhr's schon bedacht, ivclche Verantwvr tung da drin liegt? Diese Verantwortung lastet auf Euch in der Heimat? Schafft Futter für che Pferde an die Front! Ihr habt es in der Hand! An Hang und Tal grünen Busch nnd Wald. Rafft Laub, frisches, grünes Laub! Das wird die §>eeresverwaltung trocknen, mahlen und zu Kuchen pressen lassen, die als leicht versandfähiges, ivenig Raum beanfpnichendcs Futter den fehlen dm Hafer ersetzm sollen. Die Laubsanrmlnnq lmtb allenthalben im Reich eben betrieben. Wer kann, gehe selbst, ncitzuhelfen. Wer nicht selber kann, schlicke seine Kinder! Es ist ernst, bitter ernst, Ihr Eltern, Ihr Pfarrei', Ihr Lehrer, die Ihr schon so oft nimniermüd für des Vaterlandes Wohl die Sorgm auf Euch nahmt. Helft auch chesmal wieder! Es kommt darauf an, daß alle helfen. Alle! Ter Sieg hängt davon ab! Ihr habt ihn in der Hand!
Landkreis Gießen.
** Saasen, 8. Jnli. Musketier Heinrich Münch erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
Kreis Büdingen.
# Geiß-Nidda, 8. Juli. Das Oesterreichische Milrtär- Verdimst-Kreuz- in Silber mit der Krone, früher das Eiserne Kreuz ünd die Hessische Tapferkeitsmedaille, erhielt der Sergeant Georg Fischer. — Düdelsheim. Fürs Vaterland starb Ehristoph Reuß Inhaber der Hessischen TapferkeitsmedLille. — Wolf. Nach 46moiratiger tteuer Psiichterfüllung starb nach schwerer Verwundung in einem Feldlazarett der Unteroffizier Peter Bauer Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klafft und der Hessischen Tapfer-' keitsmedaille. — Büdingen. Das Eiserne Kreuz erhieltm der Pwnier Heinrich Weinberger, der Musketier Rudolf Bärget und der Mlusketier Max- F r e i m a r k. —Orleshausen Firrs Vaterland starb nach 41moiratiger treuer Pflichterftillung der
Schütze Heinrich L e i st n e r, Inhaber des Eisernen .Kreuzes_
Nidda. Die Ludendorff-Spende ergab hier den Gesamtbetrag von 4408 Mark. — Unter-Schmitten. Das Eiserne Kreuz. eMelt der Gefreite Klee
Kreis Alsfeld.
# Nieder-Ohm en , 8. Juli. Zum Lerrknaut d. R befördert wurde der Seminarist Karl Reitz, Inhaber des EiftrnecH Kreuzes und der .Hessischen Tapferkeilsmedaille, zmn Gefreiten! und Offiz.-Aspiranten der Schulamtsafpivant Otto Langohr Inhaber des Eisernen Kreuzes.
Kreis Schotten.
# Ulfa. 8. Juli. Fürs Vaterland starb der Musketier Hugo Appel. — Schotten. Für den .Heünatdauk rmrrden im Kreise 5178 Mark gesammelt. Das Eiserne Krmz erhielt der Gefreite Heinrich Straub. - Hartmannshain. Die Hessische Dapftrkeitsmedaille erhielt der Gefreite Lehrer Mgust Schenk Inhaber des Eiseriren Kreuzes.
Hessen Nassau.
^Frankfurt a. M., 8 . Juli. Unter dem Vorsitz des Stadtrats Dr. Landmann -Frankfurt wurde am Samstag für den Regierungsbezirk Wiesbaden eine Genieinnützige Nasfanische Möbel- vertriebs-Gesellschaft m. b. H. gegründet, die den Zweck verfolgt, die minderbemittelte Bevölkerung mit gutem und billigem Hausrat zu versorgen. An der Gesellschaft sind 12 Städte, 8 Kreise und die Handwerkskainmer Wiesbaden mit einem Kapital von 380 000 Mk. btteiligt. Bon der Nassauischen Landesbaiik ist der Gesellschaft ein Betriebskapftal von I 1/2 Millionen Atark zur Versügnng gestellt worden und ein Betrag von 3 Millionen Mark, für den die .Kreise und Gemeinden Bürgschaft übernahmen, um den Käufern ratenweise Mzahlnng des Kaufpreises zu ermöglichen.
mr. Frankfurt, a. M., 8 . Juli. Ter Magistrat bearttragt bei der Stadtverordnetenversainmlung deii Ankauf des Hauses Römerberg 22, in dem sich ein wertvolles Gemälde von Schütz beftndet. Mit dem Ankauf dieses Gebäudes ist dann der gesamte Römerberg bis auf ein .Haus in städtischem Besitz.
= Limburg, 8 . Juli. Am Samstag vormittag wurde auf der Stafftler Eisenbahnbrücke die Leiche einer etwa 34jährigen Frau gefunden^ Man nimmt an, daß sich die Unglückliche in einem Ansall geistiger Umnachtung das Leben genommen.
Gevichtssaal.
** Grünberg, 8 Juli. Vor btm Schöffengericht m Grünberg wurde der Gutspächter Wilh. Pous auf dem Warthvf bei Grünberg, weil er größere Mengen b-esMagnahmten Geireioes unbefugt beiseite geschafft hat, zu einer Geldstrafe von 3000 Mack, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit 300 Tagen Gefängnis zu verbüßeir ist, verurteilt. Das Schöffengericht ging dabei noch nrit Rücksicht auf die rafftnierte Ack und Weift der 3^iseiteschaffung der Frucht über den Älntrag des Vertreters der Staatsanwaltschaft, der nur 2500 Ma-ck beantragt hatte, hinaus.
. = Fran kfurt a. M., 8 . Juli. Eine bemerkenswerte Entscheidung fällte das hiesige Oberkandesgericht. Ein Kaufmann in Sindlingen überraschte in seinem Gatten einen Schulbuben beim Hrnlbeerendiebstahl und züchtigte i'hn dafür an Ort und Stelle Der Kaufmann hatte sich deshalb wegen Körperverletzung vor dem Höchster Schöfftngettcht zu vermrtworten, erhielte aber einen Freispruch, ebenso vor der Straskammer in Wiesbaden, bei der der Vater des Jungen Berufung eingelegt hatte. Da- hiesige Oberlandes- gencht als weitere Berufungsinstanz verwarf abermals die Revision des Vaters und verutteilte dieserr zu den .Kosten und weiter zur Zahlung der dem beklagten Kaufmann entstandenen Unkosten Das Utteil führte dazu begründend aus, „daß es statthlft ist, einen. Jungen, auf fttscher Tal ertappt, in augenblicklicher Abwesenheit ,d^ Vaters zu züchjtigen, wenn, wie im vorliegenden Fall, das MM lder Züchtigung nicht Mer die vernünftige Grenze geh«" Das Urteil des Frankfurter Oberlandesgettchts dürfte in weitesten Kverftn lebhafte Zustimmung finden.
= Frankfurt a. M., 8 . IM. Für dos am 16. September beginnende Stirdienjahr 1918/19 der Universität Frank- ku^.5, wurde Prof. Tr. jur. .Heinttch Titze, Ordinattus für rompchesRecht, deutsches bürgerliches Recht, Rechtsvergleichung, zum Rer t 0 r getvähll. — Professor Tr. Norbett Krebs in Würz- mrrg hat den Ruf auf den geographischen Lehrstuhl an der hiesigen Universität als Nachfolger des verstorbenen Professors Emik Deckert angenommen.
Mnsuyme Anfragen bleiben uuberüSfichttgL^
^ militärische Ange.
S. Badeanstalt.
Wasserwärme der Lahn am
Vermischte».
Fliegerangriff auf Kaiserslautern.
® ü rilf ru ll'. 8 - 3^?- Mehrere feindliche Fliegei griffen gestern nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr die offene Staü^ Kaiserslautern an Eine Anzahl der abgeworftnen Bom- oe? ÜF/n^ und außerhalb der Stadt nieder und richtete znm Tei Hauserschaden an. Leider wurde auch eine Person gttötet unt eine andere lercht verletzt. Ein feindliches Flugzeug wurde in der Nahe von Pirmasens abgeschvffen. (Fpff. 3 ^.)
^ ,* Bochum, 8 . Juli. (WTB.) In einem von Essen nack Boamm kommenden Zuge wurde in einem Abteil zweiter Kla, se eure Frau mit eprem Stich in der Brust tot auf, gesunden. Man vermutet Raubmord.
ketzte Nachrfchjen.
Der neueste Bericht der peeresleitnna.
Grohrs Hauptouartier, 9. Juli.
lAmtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rapp recht. Süülich des La Bassße-Kanals wurden mchrfach m jeder- holte Teilangriffe. Lif dem tztordufer der Sonnnc starke Vor- stotzr des Feindes abgnviesen. Der Artilleriekampf blieb in diese,! Mschnitten lebhaft und er nahm am Abend beiderseit-, der Somme zeitweilig wieder große Stärke an.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Westlich von Autheuil. südwestlich von Noyon haben sich heute friih nach heftigem Feuer örtliche Angriffe des Feinde« entwickelt. Am Wald von Millers Cotterets scheiterten Teil- angriffc der Franzosen in unserem Kaurpfgelänüe.
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0 * 10 knnoniye SmgMlge adge.chosftn.
Leutnant Blllrk errang fernen 23. und 24.. Leutnant Frird- rnh ftinen 21. Lustsieg.
Der Erste Genenrlguartiermeister Ludendorff.
Die Einmischung der Entente in Rußland
Stockholm, 8 . Juli. (WTB. Nichtanltlich) „Svenska Dag- blcwet" erfährt am> Petersburg: Die Erttente stellt für ihre Einmischung in Rilßland die Bedingung, daß hervorragend- russische Staatsmänner dieselbe verlangen. Diese fallen eine Regierung buben, tvelcl>e das Erbe Kerenskis übernimmi Ms Mitglieder- derselben werden Kerenski, T ore st s che n ko. Sta- ch o w i t s ch als Minister des Innern und I s w o l s k i als Minister des Aeußern genarrnt. Die neue Regiernng wird auf englischen Schiffen nach Mar man gebracht. Dort soll dann die Erfüllung der Bündnisp'lichten gegen die Entente mW die Aufhebung des Brester Frieden^ pwllamiett werden.
Lissaboner Verschwörung.
Genf, 8 . Juli. Wie aus Lissabon bettchttt nstrd, dauerrr in der Haupfftadt wie in den großen Zerrt re n Pottugals die M assen- v er ha sinn gen der Anhänger einer Berschrvörmig zugunsten^ der früheren Regierung fort. Tie Lissaboner Staatspollzm kennt den Ursprung der tzftldmittel dieser Orgmrisation, an deren Stütze einige Juttsten stehen.


