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Auffassung ist irrtümlich Ich habe damals aus die unbestreitbare Tatsache hrngSviesen. datz bei der Durchführung des Gesetzes im Llnife der Jahre sich Erfahrungen ausammeln werben, die auf

me Möglichkeit oder Nichtmöglichkeit, auf die Ziveckmästigkeit oder NrchtMettmttiugkcit eines imtcrai Ausbaues der Verhältniswahl Schlüffe zulassen werden. J^h habe aber weder gesagt noch sagen! jwU-en dafz diese Erfahrung einseitig in dem Smne einer weiteren. Ausdehnung der Bt'rhaltnisivahl ausfallen werde, noch weniger, dah dieser Ausbail beabsichtigt' sei. Ich kann also nicht Ergeben, v m aTCT Lateren nach Jahrzehnten möglichen Entscheidilng! acx Jientmmg vor ge griffen hätte, noch daß ich das Geheimnis ins Lrcht gezogen halte, daß die Regierung zunächst eine spätere Aus- dehnuilg des Entwurfes ins Auge fasse. Das trifft weder für die Regierung, troch für meine Person zu.

Mg. Tr. Herzfeld (U. Soz.): Vierzig Jahre haben wir auf das, Wahlrecht gewartet. Nach vier Jahren des Krieges, in dem die Arbeiter ihr Bestes hergegeben haben, wird der Grundsatz, festgelegi für das Reich, das ungleiche Wahlrecht für die Arbeiter. . Abg- Tr. von Las z ewski (Pole): Die Verhältniswahl neust, soll sie gerecht wirken, überall hurchMführt werden. In einzelnen; Bezirken gelten solch: Vestimrnungeii als .Ausnahinegeseste. Wir stimmen gegen die Vorlage.

Mg. Hoff (F. Votts'p.): Tie Vorlage will ein offenkundiges schweres Unrecht beseitigen, das darin Island, dast viele Millwneu Einwohner, die zu der Einwohrrerschpft Trutschlands hinzugekommen Und und keine Vertretung hatten, nun auch eine politische Vers tretung erhalten sollen.

Abg. Graf Westarp (K.): Die verbündeten Regierungen ver­walt cu sich gegen den Gedanken einer Ausdehnung der Derhält- tniswahl. Das hat der Vizekanzler nicht getan, er hält die Möglich­keit offen.

Kanzler von Payer: Ich must durchans bestrei-

-- ^. - - - T verbün--

itandpunkt

. _ _ . . . .... im Sinuc

hatten, schon für später eine Ausdehnung in Aussicht zu nehmen. Ich meinerseits habe daraus hingewiesen, dast es zweckmäßig sein wird, daß man Erfahrungen sammelt. Es ist mir dabei das Beispiel von Württemberg im Gedächtnis gewesen, das auch eine teilweise Verhältniswahl hat. Auf diese objektive Tatsache habe ich> hm- Aennesen und ich must bestreiten, daß irgend jemand das Recht hat, die Glaubwürdigkeit und Bestimmtheit der verbündet-en Re­gierungen in 'Abrede zn stellen.

spie Paragrccphen ,1 bis 5 werden angenommen.

Paragraph 5a, den die Kommission hinzugefügt hat, besagt, daß, wenn die Zahl der auf einen Wahlkreis entfallenden Ein-' twehner nach den letzten all genreinen Volkszählungen mehr als 300000 beträgt, bei den nächsten allgemeinen Wahlen für jede augeiangenLir 200,000 Einwohner je ein neuer Abgeordneter hinzutritt. Die Abgeordneten dieser Wahlkreise sind nach den Grundsätzen der Verhältniswahl zu wählen.

Mg. Gradnauer (S.): Wir stimmen dieser automatischen Mg ev rd n eten Vermehrung ^u.

An; Antrag des Abg. Tr. Müller-Meiningen (Vpt.) soll

am Ende der Beratung über den Paragraphen 5a namentlich ab­gestimmt werden.

Abg. Kuck ho ff (Ztr): Wir stimmen gegen diesen Paragra­phen, er bringt neue Ungleichheiten mit sich.

Abg. Dr. B ö t t g e r (natl.): Wir tteten für ihn ein.

'Abg. Hoff (Vpt.): Lehnt man den Paragraphen 5a ab, so

must man auch gegen das ganze Gesetz stimmen.

Nachdem sich der Sprecl>er der Deutschen Fraktion und der Abg. Bell (Ztr.) gegen den Paragraphen 5a ausgesprochen haben- da er eine Verschlechterung der Vorlage darstelle, erklärte der Abg. Tr. Müller-Meiningen (Vpt.), daß die Einwände mit der Platz­frage im Plenarsitzungssaale nicht stichhaltig seien.

Tie Abstimmung erfolgt am Schlüsse der Berattrng.

Die folgenden Paragraphen werden zusammen beraten.

Abg. Kn ckho ff (Ztr.) tritt für die Wiederherstellung der Re­gierungsvorlage Hinsichtlich der Gültigkeit der Stimmzettel eich

Abg.'Tr. Müller-Meiningen (VptO: Es must nach Mög­lichkeit mit gebundenen Listen gewählt werden. Streng gebundenä Listen sind nicht rnöglich.

Unterstaatssekretär Tr. Lewald: Die Negierung will nicht, daß Listen, aus denen einzelne Aenderungen oder Umstellungen vorgenommen worden sind, für ungülttg erklärt werden.

Abg. Graf Westarp (kons.): Wir werden für die Wieder­herstellung der Regierungsvorlage stimmen.

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Der Antrag des Zentrums auf Wiederherstellung der Re­gierungsvorlage zu § 2 wird ab gelehnt. Es bleibt bei den Be­schlüssen des Äusschu>ses.

Alsdann wird über den § 5a namentlich äbgestimmt. Es stim­men von 288 Abgeordneten 158 für und 130 gegen den Para­graphen. Er ist somit angenommen.

Das Gesetz wird auf Antrag des Abg. Müller-Meiningen auch in dritter Lesung angenommen.

Darauf werden die Beamtervo-rganisationen irnd die Beam­tenfragen in Heer und Marine besprochen.

. Präsident Fehrenbach bittet, dem Wunsche des Aeltesten-e ausschusses zu entsprechen und sich auf halbstündige Redezeit zu beschränken.

Abg. Trimborn (Z.): Tie Beamtenreorganisation muß sofort nach dem Kriege verwirfticht werden. Tie Beamten beklagen sich darüber, daß sie kontrolliert und revidiert werden von Be­amten, die die zu kontrollierenden Stellen nicht aus eigener Er­fahrung kennen. Tie höheren technischen Beamten wünschen die Schaffung von mehr Tirektorenstellen in den technischen Insti­tuten. Namentlich in Siegburg ist dies notwendig. Tann wünschen sie den Titel Baurat und den .Rang der Räte vierter Klasse.

Abg. S t o l l (Soz.): Tie Zustände in Spandau in den Werk­st ätten sind keineswegs mustergültig. Tie Behandlung der Arbeiter­schaft läßt viel zu wünschen übrig. Sclffmpsworte sind cur der Tagesordnung. Ein Meister zeigt sich als Gewaltmensch. Darin muß einmal gründlich aufgeräumt werden .

General v. O ve: Die Neugestaltung der Beamtenorganisation ist nichts Neues. Sie ist schä-n lcnrge geplant ,hat sich aber durch den Krieg etwas verzögert.

Generalfeldzeugmeifter v. Coupette: In Siegburg ist be­

reits ein weiterer Direktor im Ambe. Alle Arbeiter in unseren Betrieben haben auch wahrend des .Krieges Urlaub. Irgendwelche Abmachungen mit der Privatind-ustrre auf Herabsetzung der Stück­löhne sind nicht getroffen worden. Nach dem Kriege u-erden die Löhne sofort eurer Revision unterzogen iverden. Die Kriegsbeschä­digten konrmen in ihre alten Stellen und ihre Renten werden ihnen nicht abgerechnet. Bisher haben wir 11000 Kriegsbeschädigte, darunter 113 Kriegsblinde, eingestellt.

Mg. Weinhausen (Vpt.): Die technischen Beamten können aNensalls Betriebsdirektoren werden, dem Leutnant steht der Weg -um Feldzeugmeister offen. Kein Wunder, daß die höheren Be- amten sich zurückgesetzt fühlen. Redner bringt sodann eine groß« Reihe von Wünsck)en der verschiedenen Beamten kategvrien vor. Die Urlaubsverhältnisse müssen von Grund aus geändert werden.

Wg. H e l d (natl.): Wir erwarten, daß auch fixt die technischen Beamten der Grundsatz Geltung erlangt:. Freie Bahn dem TüclKigen. Sie dürfen nicht sofort wieder versetzt werden. Dem must durch die Bildung eines Berwaltungsbeamtenkorps abgeholfen werden. Die Boamtenstellvertreter müssen nach längstens zehn Jahren zu Hilfs- beamten befördert rmd besser gestellt werden.

Generalfeldzeugmeister von Corpetie: Den Oberbeamten müssen wir mit allem Wohlwollen begegnen. Nach dem Kriege wird auch hier Durchgreifendes geschehen.

!A!b>g. Graef-e (kons.): Der Ausschuß hat fruchtbare Arbeit geleistet im Sinne einer wirklichen Reform. Es wird endlich etwas Positives dabei herauskommen. Die Militäranwärter mit Öffners- gualifikationen müssen nachträglich befördert werden.

Mg. Werner- Hersseld (D. Fr.): Das Prüfuugswesen, muß von der Verwaltung getrennt werden. Besondere Prüsungsämter Essen eingerichtet werden. Tie Wünsche der Zahlmeister, Unter­zahlmeister, Mühlen- und Maschinenmeister müssen erhört werden.

General v. Oven: Für den Beurlcrubtenstand bilden die Mili- .tärbeamten die nötige Grundlage. Nach dem Kriege wird das Er­forderliche geschehen.

2lbg. Büchner (Unabh. Soz.): Tie Staatsbetriebe sollen Musterbetriebe sein. Tie Bestimmung, dast bei Lohnfragen die 2lus- schüsse gehört werden sollen, steht nur aus dem Papier. Nicht Offi­ziere, sondern gut vorgebildete Fachmänner sollten an die Spitze der Betriebe gestellt werden. Sie sind freit körperlichen Anstrengun­gen nicht gewachsen. Die Nachtschicht für Frauen must beseitigt werden. Tie Arbeiteransschüsse dürfen nicht der Spielball für Offi­zierslaune sein.

Damit schließt die Aussprache.

Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr: Anfragen. Kriegskredit­vorlage, Steuervorlagen. Schluß V-ilO Uhr.

Amtlicher Teil.

Betr.: Hundetollwut.

Grostherzogliches Kreisamt Gießen hat die Hundesperre mit Wirkung vom 10. d. M. aufgehoben.

Gießen, den 9. Juli 1918.

Grostherzogliches Kreisamt Gießen.

Hemmerde.

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