Einzelbild herunterladen

Nr. W ZWeiLes

Eießener Anzeiger (Generai-Anzetzer für Vderhessen)

Samstgg, 4 . Mai $$

Ans Stcr-L nn- Land.

Gießen, den 4. Mai 1918.

Sortderzirweisurrgen von Schubwerk.

Während die Bevölkerung im allgemeinen bei bet Deckung ihres Dedarfs an Schnhwerk auf die Mengen angewiesen ist, die v>om jHauPtverieilungsausschuß dos Sch'.chl-andels nach bostiminttm Schlüssel an die Händi-er verteilt rverdon, ist für gewisse börnppeni ttirc Sv-ichertzMeilung von Schuhwaren vorgesehen, lieber diese besondere Zuweisung erläßt die Reichsstelle für Schuhversorgnng jetzt Mvei Bekann.machnngen, die am 39. Aivril ün! Reichennzoiger erschienen und mit diesem Tage in Kraft getreten sind.

«S Auf dem Wege der Sonderz-istveisnng können danach beliefert werden: einmal Behörden und öffentliche Anstalten, auch Wohl- fal) rts ernri chttmgen, deren -Gemeinnützigkeit die höhere Verwaltungs­behörde ihres Sitzes a-.rerkannt hat. swo-ckt es sich um Sckmbwerk handelt, das im Ve riebe s.l/st benötig . ivird und zur ausschließlichen Verfügung der anforsernden Stellen bleibt. Des ferneren können Gemeinden und Gerneindeverbände Schuh-verk Kirr Abgabe an die Minderbemittelte Bevölkerung Kugeiniesen erhalten: Voraussetzung ist dabei allerdings, daß sic bereit ü ö, bei der Abgabe zu dem aufgestempelten Verkaufspreis einen Zuschuß von 10% aus eigenen Mitteln zu leite; das bedingt dann aber auch, daß der Haupte verteilungsausschuß -des Schuhhstiich-ls seinerseits lOo/a nach!ätzt, so daß die minderbemittelte Bevölkenmg die Sffihe um 29-ho Unter denl üblichen Preis erhält. Endlich wird Schuhmerk für be­lli mutte Vecnfsgruppen im Weg-c des Sand-erznteilung zngeiviesen, »-ch zwar: für Bergtverks- und Grubenarbeiter alter Art, siüjr Arbeiter in Rüstnngslretrieben, für Eisenbahnarbeiter im Außen­dienst, für Wald- und Forstarbeiter, für in der Landwirtschail und im Weinbau erwerbstätige Personen, für Fischwei- und Wasler- bmiarbeiter, für Hilfsdienstpflichllge, die zium militärischen Wach­dienst einberufen sind, für Telegraphenbauarbeiter nnd Landbrief- träger und für sonstige staatliche und gemeindliche Angestellte, di-e im Autedienst einen kriegs-tvichckgen Berus ausüben, in besonders dckng-endeir Fällen.

Für die Sondea-'nweismrgen kommt in erster Linie Kriegs- schuhw-erk mit Hiolzisöhlerr in Betracht. Die Zuteilung von Leder- fchuhwcrk ist nur für solche Fälle vorgesehen, in denen die Be­nutzung von Kriegsschiihwerk die Ausübung des Berufes unmöglich machen oder Leben und Gesundheit gefährden würde.

Alle Zuteilungen erfolgen durch die Reichs stelle für Sch-nh- .Versorgung. Berlin W 8, Kronenstir. 50/52. Das für Bergiverks- arbciter. Eisenbahnarbei ler, Fwrstarbeiter und erwerbstätige Petr- sonen in der Landwirtschaft bestimmte Berufsschuhwerk wird auf Grund eines allgem cknen Planes verteilt und in bestimirtten Zeit­abschnitten an die für die Weiterverteilung vorgesehenen Stellen geliefert. Im übrigen erfolgen die Zuteilungen von Fall z-u Fall auf Grund 'besonderer Anforderungen, die von den Unternehmungen, den Vel'övden, Au s elten nfio. auf besonderen Vordrucken zu stellen mtt» bestimmten Prüfungsbehörden, j. B. für die Rüstungsbetriebe den Kriegsamtsswlldn, vorzulegen sind. Die Vordrucke, und zwar weiße für den Bedarf an Berufsschnhrverk und grüne für den Be­darf von Behörden ?ind Austatten, sind bei den Bnchdrnckereien I S. Preuß. Berlin, Dresdenerstr. 43, E. Huber, München, Schönseldstr. 12. und W. Ko hl Hamm er, Stuttgart, Urbanstr. 14/16, käuflich.

Die anfordernden Behörden könn-en das Schnhwerk entweder mimittelbar oder durch Vermittlung des Kleinhandels erhalten: in letzterem Fülle haben sie besondere Ausweiskarlen auszn stellen, gegen deren Vorzeigung der Bezug erfolgen k'.rnn.

Privaten Un Vernehmungen wird das Berufsschnhwerk stets unmittelbar geliefert: sie haben das Schnhwerk an ihre Arbeiters selbst zu verteilen und herüber genau Listen zu führen^ Mit dieser Verteilung können sic sich aber auch gleichfalls der Mithilfe von Kleinhändlern bedienen, die hierzu vom Hauptverteilungsausschuß ermächtigt werden.

Schuhiverk, das die Mbeicker in? Wege dieser Sonderzuteilung' erhalten, wird frei der Prüfung t^r Bedarfsscheinbarechck gu ngl incht in den Bestand von gebrauchssä'higen Schuhen und Stiefeln Mit eingerechnet

Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 6. Mai bis 12. Mai 1918 haben nach'

I stehende Levensinittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 1.'. Woche. gültig vom 6.5.1918 - 12.5.1918 Buttermarken 19. , , 6.5.1918 - 12.5.1918

Eiermarken Rr. 6. .. 6.5.1918 - 12.5.1918

tvlelschmarken ,19. , 6.5.1918 - 12.5. 1918

Kartofselmarken, 19. 6.5.1918-12.5.1918

Seifenmarken für den Monat Mai 1918.

Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

Reuanmeldnngen und Anmeldung von Neugeborenen haben unter Vorlage der nötigen Ausweise, insbesondere der Lebensm-ttel-Answeiskarte, auf dem Lebensmittel- amt zu erfolgen.

Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen sind iu den zuständigen Bezirken anznurcldcu.

GeschästSftnnden des LebeuöurittelamteS von tt12 Uhr vorn«., 24 Uhr nachm.

Markenausgabe b"ir llrlauber:

CorrutagS von 1912 Uhr bornttttags.

, Auszeichnungen. Gefreiter, Bureauvorsteher Emrl Eidm a nn, der im Besitze des Eisernen Kreuzes und crner Ehrenu -Kunde ist, erhielt die Hessische Auszeichnung. O. Köhler erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde zum Gefreiten befördert.

** Beförderung. Sergt. Konrad Mull, Inhaber des Eiserneil Kreuzes 1. und 2 . Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde zum Vizef-Adwebel befördert.

iim im JJKTSfac

per« in, Wandel der Zeiten.

Ypern ist heute eine Ruinenstätte. Illrd bis zum Jahre 1914 war meie Stadt ein einziges unvergleichliches Museum, ciu lebeirdig erl-alten er Abdruck alter Stadt- und Kunst-Herrlichkeit. Dc^ Wunder war dabei, daß Ypern sich sein schönes altes Gesicht durch alle Wandlungen seiner Schicksale hatte erhalten können. Wilde Kriegs- stürme sind Jahrzehnte laug über diese von je strategisch wichtige Ansiedelung, die Hüterin der Pforte zivischen Belgien und Frank­reich, dahingebrauft: Ypern wurde belagert, erstünnt und wieder­genommen utld blieö doch stehen. Tie Senck>e der Itestaurationen schritt durch BAgien und zerstörte viel köstliches altes Kunstgut Ätzern blieb, ?- s es war. Bis zum Jahre 1914 . . .

Am Yperl^c stcmd an dieser Stelle ursprünglich eine Burg, «ie wurde im .! ^-ahrhuiidert von den Rorniaiinen geplündert, von <>alduin dem Kahlen, Grasen von Flanüerii, 992 ioieder ausgebaut, und. um die Burg siedelte sich nach und nach die Stadt an. Ihr ^mmial wurde das Tuchgewerbe. Zu Tausenden klapperten in Straßen die Weöstühle, das Ypcrncr Tuch genoß Weltruf uno ^Zcttverbceitung, und die Stadt nahm mit reißenden Schritten an Wohlstand und Blüte zu. Ihre eigentliche Glanzzeit lag im io. Jahrhundert, früher als die von Brügge und Gent damals Sf U ' ltC m ie v* ^ am Yperlöe mit Venedig wetteifern. Und ein mem^-seneom des Nordens stellte sie damals auch in ihrem Bilde * a war in jener Zeit in zahlreichen Kanälen

durch die Sradt gleitet; au der Tuchljalle legten die Barken an, die die Waren ein- und ausluden, und der mächtige henttge Lieh- markt war cm Wa;wrbecken, an dessen Usern sich die Scbisserhästser erhoben, dle hatte, ihrer einstigen Bestimmung längst entledigt, als merkwürdige Denkmäler dieser Vergangenheit Yperns übrig ge- bueü-en jxup. -nn cnesem Jahrhundert begann die Stadt sich zu zieren. Lchvn un .lnfange des 13. Jahrhunderts errichteten die Yperner den geivalttaeu Velfried, der, 70 Meter hach, weithin ge- bielend ms, flandrttche Land hinausschaute. In seinem obersten isemache jatz der A+üxmzx rmd blickte achten ichcr de Stad^

** O berhe ssi sche r Kunst verein. Auch die Aus­stellung von Werken der Freien Vereinigung Darinstödter Künstler und der nicht der Freien Vereinigung angeh-ören- den Künstler, wie Professor Morgenstern und Phaeler von Othegraven, hat wieder allseitiges Interesse bei den zahl­reichen Besuchern der Ausstellung gründen Am ersten "Tag wurden schon einige Bilder verkauft; au ch die Original- Radierung Krieg snachrichbeick' von W. Thielmann, wurde von einem auswärts wohnenden Mitglied des Kunst- vereins angecauft und der neuen Gießener Kunstsammlung gestiftet. Da die ausgestellten Bilder von Prof. Aöorgen- stern und andere nur kurze Zeit der Ausstellung über­lassen bleiben, ist ein baldiger Besuch der letzteren empfehlenswert.

** Ke i n e Vorauszahlungen! Die Firma R. Frederiksen in Arhus in Dänemark empfiehlt sich zur Lieferung von allerlei heutzutage sehr begehrten Artikeln, so von Borax, Schellack, Firnis usw. Sie verlangt Vorein- fendung des Kaufpreises und läßt, tvenn sie im Besitze des Geldes ist, nichts mehr von sich hören. Größte Zurückhaltung ist also bei dieser Schlvindelfirma wie überhaupt gegen­über allen unbekannten Firmen, besonders wenn sie aus Borauszahlu.ttg des Kaufpreises bestehen und sich dazu iroch im Auslande befinden, geboten.

** Stärkemittel! Eine angebliche Fachlehrerin W. Hedrich aus Berlin kündigte in oer Presse Vorträge an, in denen sie angeblich das Stärken und Plätten mit dem Ersatzmittel vorführen wolle. Es stellte sich heraus, daß das mit Pflanzenleim bezeickMete Ersatzmittel Kartoffelkleister ist, der beschlagnahmt und daher für das Publikum kaum noch erhältlich ist. In den von der Hedrich bei den Vor­tragen gebügelten Kragen, die ge-iügend steif und gut ge­glänzt waren, wurden bei der chemischen Untersuchung erhebliche Mengen Reisstärke und Borax, jedoch keine Spu­ren des angep-riesenen Ersatzmittels gefunden. Dieses wurde bei den Vorführungen nur scheinbar bermtzt. Die Zuhörer es erschienen in einer Versammlung in Bochum allein an 800 Frauen waren somit durch die Vorspiegelungen der Hedrich in Ankündigung und Vortrag um das Eintritts­geld 50 Pfennig die Person betrogen worden. Es ist anzunehmen, daß der Schüvindel auch in anderen Orten ausgeführt ivird.

** Warnung vor einer Liebesgaben Organisa­tion. Ter Gefangeiren-Hilfsverein in Holland,Das internatio­nale Liebeswerk für Berwuneete und Kriegsgefangene" in Maa­stricht erbietet sich zum unentgeltlicher Versand von Lebensmitteln >cm deutsche Kriegsgefangene in England und Frankreich. Vor die- Ierr Organisation wiro dringend geivarnt. Es handelt sich hier um einen Verein, der in einem ungünstigen Ruf steht und der unbrauch­bares, wertloses Zeug für teures Geld versendet. Leider haben große Firmen schon beträchtlicki-e Beträge für diese Organisation her- fgegeben. Wer Geld und Lebensmittel für unsere Gefangenen im Ausland hergebeir will, möge sich an berufene Organisationen wenden.

** Schwarz-Weiß-Lichtsviele, Selte rsweg 81. Von heitte ab tritt Max Land-a^ in seinein nenesten Filmweick der Joe-Teebs^Serie 1918Das Klima von Vancourtt^ auf. Außerdem wivd der rieuefte LustspulschlagerPaul und Teddy" vorgeführt. Siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

i. Ettingshausen, 3.Mai. Karl Mohr wurde zum Ge­freiten befördert und erhielt das Eiserne Kreuz. In den Kämpfen im Wesen fiel Karl Pfeifer, Sohn des Wilhelm Pfeifer. Karl Keil, Svlm des Jvhamr Kaspar Keil V., wird vermißt.

** L i -ch, 4. Ma.i. Tie Beisetzung S. Durchlaucht des Erb­prinzen Philipp z u So l ms - Ho heu so l m s-L ich findet am T>ianstag den 7. d. M., nachnittags 3hr llhr, auf dem sürsb lichen Friedhof in Lich statt.

** R üdd i n g shau sen (Kr. G.), 3. Mai. Ter Muskctter Friedrich Feldbusch von l-ier, 'Inhaber des Eisernen Kreiizes 2. Klasse, wurde zum Gefreiten befördert uud mit dem^ Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeich:ret.

K S t e i rr h e i m, bei Hnngen, 3. Mai. Mrrskecker Heinrich H-olzavfel rmd Musketier Otto Knaus erlstelten das Eiserne Kreuz. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der /Sergeant Wllh. Kopf, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse.

Llreis Bübingen.

# Nidd a, 3. Mai. Fürs Vaterland starb der Muskecker Friedrich Uhl, Inhaber der Hessisck)ien Tapferkeitsmedaille und des Hessischen Kriegsehvenzeichens in Eisen. Die Hessische Tapfer- keitsmed/icke erhielt der Muskecker Hein eck. Zum Unteroffi^ zier befördert wurde der Gefreite Kaspar Balzer. Geiß- Nidda. Tas Eiserne Kreuz erhielt der Landsttrrmmamr Wilhelm R i n g s ha u s e n. B üdingen. Tas Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkeitsure-daille, erhielt der Landsdurmmaun Christian Schmück: zum Sergecntten befördert wurde der Kmionier Wil­helm Schützler. Bleicheubach. Tas Eiserrie Kreuz er­hielt der Füsilier Ludwig Farr. Michelau. Tas -Eiserne Kreuz -erhielt der Schütze Karl Jeck. prtenberg. Tas Eiserne Kreuz und das Hessische Kriegsehrenzeichen in Eistm, früher die Hessische Dapferleitsinedaille, -erhielt der Unteroffizier Otto .Hebbel. Orleshausen. Die.Hessische Tapferkeits­medaille, früher das Kisörne Kreuz, erhielt der Unteroffizier Loos; dasselbe Ehrerrzeichen erhielt der Muskccker Loos. Tauern heim. Tas Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Reutzel, die Hessische Tapferkeitsmedaille, früher das Eiserne Kreuz, der Sergeant Karl Umsonst. Tüdelsheim. Die Hessische Tapfeiü'eitsinedaille erhielt Hermamr Knaf.

die damals weit mehr als später der Feuersgcfahr ausgesetzt n-ar, weil sie großenteils aus Holzhäusern bestand. Nur noch ein malerischer Holzbau heim Liller Tore ist als Nest dieser alten 'Yperner Hvlzbankunst übrig geblieben. Zur selben Zeit begann die Stadt ihre stolze Haupttirche St. Martin, .eines der schönsten Denk­mäler gotischer Baukunst in ganz Flandern, zu erbauen. Auch im 14. Jahrhundert stand die grotze Weberstadt .Westflanderns iwch in vollster Blüte, aber die sagenhaften Zahlen von Hundert- tausenden von Einwohnern, die von dem damaligen Ypern be­richtet werden, sind wissenschaftlich schon darum.nicht haltbar, tveil diese Hunderttausende sich nach den Wirtschaftsverhältuisfen des Mittelalters iu der Stadt unmöglich hätten nähren können. Eine Bulle J-nnozenz/ IV. von 1247 spricht allerdings von 200 009 See­len, aber eine solche dllexanders IV. von 1257 gibt die Zahl weitaus richtiger cmf über 40 000 Einwohner an, und wenn Ypern auf seinen: Höhenpunkte gegen 80 000 gezählt hat, so war das viel. Für mittelalterliche Verhältnisse bedeutete das eine Großstadt ersten Ranges und so stellte sich Ypern auch dar. Damals erckchteteni die Bürger ihre berühmten Tuchhallen, die.eine Längenausdehnung, von nicht tveniger als 133 Metern.hatten; die Holzhäuser wurden allmählich von jenen charaktervollen und höchst mannigfaltigen Steinbauten des gotischen Stiles verdrängt, die in Yperirs Straßen noch bis zur Gegenwart träumten: Spitäler, Gildenhäuser, Bauten aller ?lrl bereich.'rten das Bild der Stadt.

Im Jahre 1380 konnten die Ypcrner mit Stolz der end- gültigen Vollendung der Tuchhallen lx'iivohinen. Nur drei Jahve später da erhielt die Blüte der Stadt den ersten und zugleich ent-, scheidenden Hieb. Da kam die große Belagerung durch die Eng­länder und die Genter. Ypenr hielt ihr freilich stand, aber es bezahlte dennoch die Kosten. Tie Stadt Pa tri zier, die hier nie von den dem-okracksck-en Zmrften aus der Herrschaft verdrängt werden konnten, hatten in ihrem Stolze und Hochmute die Arbeiterschaft stets gezwungen vor den Doreir zu wohnen. Teren Wohnviertel waren von d-en Belagerern rasiert ivorden, und das nahm den Arbeitern das Pertva^rpl, und dia Freuds arÄ wellcx.cn Lcrblech

Kreis Frieoberg.

S ö d e l , 3. Mai. Das Eiserne Kreuz erhielt der Landsturms maim Wilhelm Petersohn, zum Sergeanten befördert wurve der Unteroffizier Georg Schneider. Dorheim. Las Eiserne Kreuz erhielt der Kanonier Wilhelnr Eichler.

Starkenburg und Zttieinhessen.

I Darm st ad t, 3. Mai. Die im vorigen Jahre gegründete Dyvvthekenv ermittlungs-; und Treu Handgenos­senschaft für Hausbesitzer hielt am Montag ihre 1. Generals Versammlung ab. Dem Tätigkeitsbericht ist zu entnehmen, daß die Mttgllederzahl am Ende des 1. Jahres 150 mit 2 -2 G^clHfts- w-ckeilen betrug uud inzwischen auf 234 mit 410 Anteilen und 41090 Mark Haftsumme gesckegen ist. Tie Bilanz schließt mit 20 <0",60 Mark ab. Die Gewinn- und Berluskrechnung schließt mtt 320 Mark Verlust ab, die durch die Gründungs loben verursacht und vom Hausbesitzerverein übernommen wurden. Tätigkeitsbericht «61^1 itng werden genehmigt. Die Enttvicklung der Genossen^ sjchast kann als eine durchaus befriedigende bezeichnet werden.

Starke,iburg und lttheitthessen.

M. A. Mainz, 4. Mai. Am Donnerstag wurde auf dem hie- ffgen städtischen Friedhof dem verstorbener! General v. Schenck mit mrlttärrschem Gepränge der letzte Ehrendienst erwiesen, ehe seine sterblichen Ueberreste in lodernden Flammen zu Staub unft Asche zerffelen Eine würdige und erlebende Fcker war es, die sich dann anschließend im Krematorium- abspielte. Der Sarg war? mit prächtigen Kränzen, Palmen- und sonstigem Bckimeu schmuck überdeckt. Von den wertvollen Kranzspe^iden verzeichnen nur dis bes Kaisers, der ats Vertreter zu der Beisetzung seinen ^Generak- >adiutauten General der Infanterie Tr. von Loewenfeld gesandt hatte, den vom Gouverneur Generalleutnant von 'Bausch nieder- geke^^en Koanz des Krouprinzen, den durch den Flügeladjutantev Nütmeister von Schrveder überbrack)teii des Großherzvgs von Hessen. ~ ie Kränze des Fürstenpaares zu Lich-Solms,. des Generalkomman- dos, des Gouvernements, der verschiedenen Trrlppenteile des Korps ww. ttie ttrauerVersammlung setzte sich in der Hauptsache außer den nächsten Angehörigen des Verstorbenen mis höheren Offizieren zusammen.^ Auch Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von .Hessen l.dei.anntlia) me jüngste Schwester des Kaisers) waren erschienen- um rem ^.aHingeschiedenen die letzte Ehre zu erlveisen, ebenso Gene­ral von Ploetz, Regierungspräsident von Meister u. v. a.

Vermischtes.

Zwei Beamte von einem Schleichhändler erschossen.

Wippersürth >4. Mai. Am 1. Mai wurde unweit von hier der Polizeisei-geaitt Lauck von einem Soldaten erschossen, toeil dieser zur Verhaftung des Soldaten schreiten sollte, der eine Un- wjenge Sachen,: Fett, Fleisch, Schuhe usw. bei sich führte. Ter Mörder wurde gestern in Wermelskirchen verhaftet. Ms dort ein Polizist die Zelle des Verhafteten bettat, wurde auch er von diesem! erschossen, worauf sich alsdann, wie dasWipperfürther Volt'sblatt" meldet, der Mörder selbst durch vier Schüsse entleibte.

Briefkasten bet Uedaktis».

fAnouvrne Anfragen bleiben nnberüüfichtigt^

^Zeldpofl". Kriegsrentenernpsänger haben nach ihrer Entlassung^ aus dem Heeresdienst, selbst im Falle der Wiederanfnahme in ein Lazarett, keinen Anspruch mehr aus Portovergünstigung.

Letzte 2kcbrid)tcn.

Dev neueste Bericht -er Heeresleitnng.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 4. Mai, (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.

An den Schlachtfronten ist die Lage rmveränderl. Die Artillerietätigkeit war in vielen Mschnitten namentlich auch während der Nacht lebhaft. Im Kemmelgcüiet und zu beiden Seiten der Avre sttigene sie sich heute morgen zu größerer Stärke. Ein englischer Teilangriff südwestlich txn ArraS wurde abgeschlagen.

Heeresgruppe von Gallwitz.

Vor Verdrm lebte die Artillcrietätigkeit auf.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Nach erftlglosen ErkundungSvorstötzen des Feindes an der lothringischen Front blieb die Gesechtstä i-lleit am Vor- mittage gering. Am Parroy-Walde und westlich von Bla­mont von neuem auflebender Feuerkampf ließ mit Anbruch der Dunkclhett nach.

*

E Wir schossen gestern 25 feindliche Flugzeirge und zwei Feffelballone ab. Leutnant Bnckler errang seinen 33., Leut­nant Puettcr seinen 22. Luftsieg.

O st e n.

Finnland; Südwest-Finnland ist vom Feinde befreit.

Deutsche Truppen im Verein mit finnländischen Bataillonen griffen den Feind zwischen La hi und Tavaste- h ls umfassend an und haben ihn in fünftägiger Schlacht trotz erbitterter Gegenwehr und verzweifelten DurchbruchSver- sirchcn vernichtend geschlag-cn. Finnländische Mäste verlegten ihm den Rückzug nacki Norden.

Von allen Seiten mnstellt, stt'eckte der Feind nach schwer- stcn blnckg-'n Verlusten die Waffen. Wir machten 20 000 Ge­fangene, 50 Geschütze, 200 Maschinengewehre, tausende von Pferden und Fahrzeugen wurden erbeutet.

Der Erste Gcneralguartiermeister L u d e n d o r f f.

in Ypern, öie setje-n fort, ße ttngen ihre Arbeitskraft anderen stellen zu, und von biefein Augenblicke an begann Ypern unauf­haltsam zu sinken. 1412 ivar die Bevölkerung auf 12 009 Einwohner gesunken, 1470 betrug sie nur noch 10 090, und 1486 war ein Drittel aller Bewohner von Ypern Bettler. In dem Man erring« emer mtttllalterlichien Großstadt aber verkroch sich rtüü eine ver­ödende Kleinstadt; und als die Kanäle und Be .cn des Yperlöe zu geschüttet wurden, da erhielt dies verödete Ypern breite ätras-en! 'und weite Plätze, die seine Verlassenheit noch empfindlicher 'fühl­bar machten.

tedes gegen die spanst che Herri chaft. Nach achtmvnackger Be­lagerung wurde es 1584 von den Svaniern ewbert und übel ausgeplündert. Damals sollen in der einst so stolzen Gro'' adt nur noch 5000 Menschen ihr Leben gefristet haben. Dann wurde die ^tadt am Yperlee im 17. Jahrhundert der SpielbaN wilder Kriegsstürme. Viermal imrrde sie von den Franzosen eingenommen viermal ^rnck^bert Die ward französisch, öte'-eichlsch, .wieder franzonich und schließlich holländisch und belgisch. A -er nun nnreN auch ihre schweren Zeiten vorüber. Ter Klassizismus war seit Jahrhunderten , die erste Vruperioüe, die diesem mittelalterlich^ L-tadtgeimste eimge bescheidene, moderne Züge, wie vor allem nn Merghelynckschm Hanse, aufprägte. Freilich, die majestätischen Tuchballen dro-sten schon arg dem Verfall, und im Jahre 1794 wurde im, Ltadttate der Antrag gestellt, die Hallen und den Belsried mederzurnnen. Doch ging diese Gefahr gnädig vorüber und das herrlich? Bauwerk wurde vielmehr im 19. Jahrhundert schonend und taktvoll wieder hergestellt. Ueberhaupt blieben Vipern üble Restauratimrskünste- erspart Die Stadt war in ihrem'tote« Wmkel so hübsch vergessen, nur sck>aulusti-n Reisende mußten sie zil friidon und unter den Zeugen einer ehrwürdigen Vergangenbeil lebte fröhlich nn genußfrohes Bürgergeschleclst. Bis der'vies ira« kam .

-j