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Nr. 99 Swetter vmtt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vverhesfen)

An» Stavt nnv Lnnd.

Gießen, den 29. April 1918,

** Auszeichnungen. Sergeant Heinrich Wagend ach, bei einer Banabtellnng aus denr Balkan, wurde, nachvem er schon früher das Eiserne Kreuz erhielt, mit der Hessischen Verdienst­medaille aus-gczeichniet. Musketier Heineck erhielt die Hes­sische Tapferkellsmodallle, früher das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Prov inzi a l t a g der Provinz Oderhessen. Am Samstag den 11. Mai d. I., vormittags 10y 2 Uhr, findet im Regrernngsgebände ziu Gießen eine ordentliche Sitzung des Pvovnrz-ialtags der Provinz Oberhcssen statt mit' fol­gender Tagesvrd mmb: Ersatzwahl für ein aus geschiedenes Mitglied des Provinzralausschnsses; Ersatzwahl für ein aus- geschiedenes Mitglied der Finairzromniission; Ersatzwahl für ein ans geschieden s Mitglied der Wasserwerkskommis- siom; Rechnung der Provinzialkasse und Verlvaltungsbenicht für 1916; Voranschlag der Provinzialkasse für 1918; Rech- nrmg und Verwaltungsbericht des Pvovinziat-Wafferwercks Kcheiden für 1916; Voranschlag des Provinz-ial-Wasserlv'erks Inheiden für 1918; Rechnung und Berlvaltungsbericht der elektrischen Ueberlandanlage für 1916; Voranschlag der elektrischen Ueberlandanlage für 1918.

** Nutzbarmachungder Dekorativ ns st off e. Auf die Bekanntmachung in heutiger Nummer sei besonders verwiesen.

** K'on zertverein. Zugunsten des Roten Kreuzes ver­anstaltet der Konzertverein mn 6. Mai 1918, abends 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität ein Sonderkonzert, für welches die in Gießen so beliebten und 'rühMliichsstl bekannten Künstler, Kgl. Hvfopernsängerin Frm l .! : Gertrud Getzersbach ans Wies­baden und Herr Kanrm.rian.crer Mfved Stephani vom Hof- thsater Darnrstadt gewonnen sind. Herr Professor Trantmann hat die Klavierbegleitung gütigst übernommen. Den Mitgliedern des Konzertvererns werden die innegehabten Zlbonnementsplätze bis Dienstag, den 30. April zurückgelegt, worauf hiermit nochmals hingewiesen wird. (Sieche die Anzeigen.)

** Die aus gefallene n Schnellzüge und der Sommer fahrplan. Im Personenverkehr der Eisenbahnen fallen bekanntlich zurzeit eine Reihe von Zügen, 'insbesondere l>Züge. aus. Da die Griinde des Abfalls vorübergehende sind, so nüißten diese Züge für alle Fälle in den Sonrmerfahrplan nrit aus­genommen werden, da sich nicht vorckussthen ließ: ob die Zuge vom 15. Mai an wieder verkehren können,. Wie wir hören, ist eine Ent­scheidung über diese Frage noch nicht getroffen. Es ist aber bereits für verschiedene Züge bestimmt, die in dem Sonrmerfahrplan Auf­nahme gefunden haben, aber voraussichtlich auch vom 15. Mai an bis auf weiteres noch nicht verkehren.

** D-aS Großh. Hess. Regierungsblatt Nr. 9. ausgegeben Darmstadt, den 26. dlpril 1918, hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung über Kriegszuschläge zu den Gebühren der Rechts­anwälte. (S. 97.) 2. Verordnung über Kriegszuschläge zu den Gebühren der Gerichtsvollzieher. (S. 99.) 3. Gesetz, die Abände­rung des Gemeindeumlagengcsetzes betreffend. (S. 100,' 4. Be­kanntmachung, die Dienftcrmveiftmgen für die staatlichen Kasse­stellen betreffend. (S. 101.) 5. Bekanntmachung, die Erhebung von Deckgeld für Bedecken der Stuten betreffend. (S. 102.) 6. Bekanntmachung, die Berechnung der Schreibgebühren betreffend. (S. 104.)

** Das Kreisblatt enthält Verordnungen über: Vertei­lung von Pferdegeschirren, Aufstellung der Gemeindevoranschtäge, Ausbruch der Pferderäude, Zurückstellung vom Heeresdienst, Äb- «rte von Fleisch ohne Fleischmarken, Feldbereinigung Leihgestern, Oberhessischer Viehhandäsverband.

ösN. vcUm <&m£med Die GM- und Sfl&eranfmifsfteüe

iit den Räumen der 8ezirk§?parkaffe Giehen ist morgen nachmittag von 2 bis 4 Uhr geöffnet!

Landkreis Gießen.

**Großen-Buseck,28. April. Der Telegraphist Christoph Becker, bei einer Armee-Fernsprechabteilung, wurde mit der Hessischen Verdienstmedaille anl .Kriegsbande ausgezeichnet.

LJ Lang - G ans, 29. April. Dem Kriegsbeschädigten Wich. Bops wurde das Eiserne Kreuz 2. Masse verliehen. Johannes Müller 35. und ferne Gemahlin feierten gestern die Silberne Hochzeit.

Kreis Schotten.

Q Ober-Seemen, 26. April. Unteroffizier Heinrich Keller, Inhaber-des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessi­schen Tapferkeitsmedaille, wurde zum Bize-Wachtnreister und Offt- »iers-Aspirmrten befördert.

Starkenburg und Rheinhessen.

sc. Vom Odenwald, 29. April. Die Heid elbeerfträucher an den Abhängen des westlichen Odenwalds stehen in überreicher Müte itnb versprechen eine gute Ernte, v Hessen-Nassau.

fc O berlahn ftei n, 29. April. Auf die Müte der Kern- obskbäume wirkt der anhaltende Regen sehr ungünstig ein, da das

Aus den Höhen des Hinterlandes sind die Obstbäume noch sehr rüct, dort blühen Kirschen und Pfirsiche erst jetzt und leiden eben- ls sehr unter der naßkalten Witterung.

Montag. 29. April (9(8

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Warum müssen wir öas Erzbecken von vriey- Longwy behalten?

Gießen, den 28, April 1918,

Am Samstag, 27. April, fand im Saale des Fürstenhofs eine Mllglieder-Dersammlung der deutschen Baterlarchspartei Ober- hessens. ^ statt. Ter Vorsitzende Geheimer Hofvat Professor Tr. Sievers begrüßte die Anwesenden und warf einen kurzen Rückblick auf die seit der letzten Tagung wichtigsten Ereigniffe. Dem von Gießen geschiedenen ersten Vor­sitzenden, Professor Opitz, widmete er warme Worte des Dankes und der Anerkennung. Trotz angestrengtester Berufstätigkeit hat er woch Zeit gefunden, in mutiger, mannhafter Weise für die Sache der Vaterlandspartei einzutreten und sie alleir Anfeindungen zum Trotz wesentlich zu fördern. Durch den Frieden nrit Rußland sind dre Ziele der Vaterlandspartei zu einein guten Teil verwirklicht tMrden, und man darf im allgemeinen zufrieden fern, wenn auch festgestellt zu werden verdient, daß die Errungenschaften nicht so sahr auf das Konto einer geschickten Diplomatie, als vielmehr auf b«en Eigensinn der.Russen zu setzen sind. Auch darf betont werden, daß der Einfluß der Vaterlandspartei bei diesem Friedensschluß sucht gering zu bewerten ist. Nun handelt es sich darum, das Errungene nrit deutschem Geiste zu erfüllen und weiterhin auf- rlärvnde Arbeit zu leisten. Tie Hauptsache steht uns noch bevor: der Frvchensschtuß mit den Weltmächten. Hier liegt eine große Gefahr für uns in dem Gedanken, leinen schnellen Frieden zu schlie­ßen. Ein rascher Friede ist ivünschenswcrt. wichtiger für uns nnd unsere Zukunft aber ist ein grrter Frieden. Tie Ausgaben im Westen sind sehr groß, es dreht sich um unsere Zukunftsmoglich- keiden. um unfern Bestand. Eine solche Frage ist unsere Stelluivg zu der Frage des Erzbeckens von Brielj-Longwv, worüber der

Vortrag:

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omronuulv luitir ver anyarrenoc rnegen ievr ungunmg <

Laub zuviel wächst und die Blüte dadurch schädigt. Das Steinobst ist im Rheintal noch ziemlich gut mit seiner Blüte durchgekömmen und hat, soweit der Frost nicht geschadet, gesunde Früchte angesetzt.

Gistzener StadSthecrter.

Drei alte Schachteln".

Operette von Hermann 5) all er, Musik von Walter Kollo.

Trotzdem ja dieeigentliche" Theaterzeit nun vorbei ist und das schöne Wetter nach den Regentagen zu einem Gang in die frischgrüne Natur einlud, hatte sich doch eine solche Nachfrage nach den3 alten Schachteln" geltend gemacht, daß das Haus wieder einmal ausverkauft war. Und das Publikum kam auf seine Kosten, was der stürmische Beifall bewies.

Das Stück spielt in Potsdam pi Anfang des vorigen Jahr­hunderts. TieHandlung" ist etwa folgende: Hans Klaus Ker- Ung hat sich tu die.reizende Charlotte .Krüger verliebt und hat sie im Park von Sanssouci geküßt. Lotte erwartet ihn nun zu Hause, in der Hoffmcng, daß der junge Manu um ihre Hand werben werde. Und er kommt, aber nur um Wschied zu nehmen, denn er hat sich zum Militär cm werben lassen, da es ihn im stürmischen Jugenddrang verlmcgt, ins Leben hinauszuziehen und die Gefahr zu suchen Nach 10 Jahren kommt er als Haupte mann zurück und findet Charlotte als alterndes Mädchen wieder Er lädt aber sie und die Scknvester zum RegimentsbaU ein. Lotte sagt Mar ab, aber schließlich geht sie mit der Schwester und ihrer Köchin (die 3 alten Schachteln) doch zum Ball, wo sie dem

mann zurück und findet Charlotte als alterndes Mädchen wieder.

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sagt zwar ab, aber schließlich geht sie mit der Schwester und llten Schachteln) doch Hanptmann alsDörte" einen Streich spielt, indem sie sich als ihre jüiigerc Cousine ausgibt. Der Hauptmann fängt, wie das gcrirze Offizierskorps,Feuer", aber dann erümert er sich der Stunden im Parke von Sanssouci und (peiß nun, daß er nur

m ,zu if

das Erzbecken von Brieh-Longwy behalten?" Einleitend mies der Vortragende auf die Wichtigkeit zweier Dinge hnr, aus Eisen nnd Bvot. Durch die Tapferkeit unseres' Heeres s-ei es uns gelungen, Brot zu erhalten, und der heimtückische Plan Eng­lands, un§ durch den Hunger auf die Knie zu

zwingen, tveide dank unserer U^Bioot-Leute auf den Urheber selbst zurückfallen. Was das Eisen anbetreffe, so sei es uns rrur infolge des Sieges in Lothringen, der uns in den Besitz ausgedehnter Erzlager brachte und durch die Besetzung von Nord- ffankreich und Belgien möglich geworden, den Anforderungen des Krieges Genüge zu leisten urrsern mächtigen Gegnern gegenüber, die von Natur aus in dieser Beziehung viel günstiger gestellt sind als wir. An der Hand von Lichtbildern gewährte der Vortragende mm einen kurzen Einblick in die Eisenindustrie, erlmUerte die einzelnen Verfahren der Herstellung und betonte, !vie infolge der Erforder­nisse für die Zukunft unsere Eisenindustrie sich gestalten nrüßte. Insbesondere führte er aus: Die große volkswirtschaftliche Be­deutung des Eisens erhellt aus der Tatsache, daß wir bei der Herstellung des Roheisens zugleich Nebenprodukte erhalten, die voir der größten Wichtigkeit für uns sind. Durch das Thomas- verfahren ist es gelungeir, die an das Eisenerz gebundene Phosphor- säure frei p bekommen und sie in Gestalt des Thomasmehls der Landwirtschaft zuzuführen. Kohlenwasserstoffe und Teer sind in Krieg und Frieden für unsere Industrie unentbehrlich. Aenßerst interessant und lehrreich war eine Gegenüberstellung des Eisen­verbrauchs im Kriege 1870/71 mit der des ietzigen Krieges, und es klingt fast unglaublich, daß an einem Großkampftag in Flandern mehr Kcnronenkugeln versck-ossen wurden, als im ganzen Kriege 1870/71. Ueber unsere Erzlager selbst teilte der Vortragende die bekannte Tatsache mit, das; wir nicht bloß Marrgel an 'Erz in Deutschland haben, sondern auch das Erz selbst vpn geringem Werte ist. In Amerika verarbeitet man Erze von mindestens 50 Prozent Eisengehalt, während der Gehalt unserer Erze an Eisen ^chstens 27 vom Hundert bctimgt, was für uns außerdem eirre Mehrbelastung cur Kohle und Fracht bedeutet. Wir waren also seither auf das Ausland aitgewieserc utid bezogen unsere Erze aus Schweden, Frankreich, Spanien, Algerien, Tmiis, Rußland, Griechenland, Britisch-Jndien, Brasilien und Neu-Fundland. Wenn auch nach dem Kriege sich der 'RohstvffauStmrsch wieder ein renkt, so fft doch anzu nehmen, daß Frankreich Schwierigkeiten macht, Schweden höhere Preise heranszuschlagen sucht und Spanien versagt, da das Erzlager von Mlbav erschöpft ist. Unsere Vorräte sind nicht nrehr von langer Dauer. Nach den Berechnungen von Dr. Behschllag und Dr. Busch werken die Erzlager in Deutschv-Qothringen in 45 Jahren, die im Sieger­lande in 3266 Jahren und die im Pemer Bezirk in 135 Jahren zu Ende sein, wem: der Verbrauch doppelt so groß angenommen wird als in den seitherigen Friedensjahren. Daß Gnglmrd so ganz vorbehaltlos für die Desannexion Lothringens eintriit, hat seinen letzten Grund in der Tatsache, uns dadurch dort die Erzschätze zu. nehmen und uns vom Weltmiarkbe abschnciom zu können. Das Erz­gebiet von Briep-Longwi) ist nngesächr >55 090 Hektar groß, also etloas kleiner als der Kteis Gießen. Dec Erzgehalt beträgt 37°/o, fft also wesentlich 'höher als 'der m Deuffch-Lothringen. Infolge des Kalkgehalts statt 1-er Kieselsäure wird eine bedeutende Ersparnis von Brerrnmaterial bedingt. Im Jahre 1917 wurde unsere gesamte Artillerieinunition aus den^ Erzen von >Bviep-Longwv hergestellt. Für Frankreich, bedeutet dieses Ertzlager indessen keine Lebens- Notwendigkeit, was zur Beruhigung ängstlicher Seelen, die immer erst das Wohl des Auslandes im Auge haben, gesagt sein soll. Tie Bewoh'.rer sind _nur zum kleinsten Teil Franzosen. Das ganze Gebiet ist altes deutsches Land, >das 900 Jahre zum Deutschen Reiche gehört hat, und 1766 an Fwarckreich kam. Wir haben demnach ein viel größeres Recht an dieses Land als Frankreich. Es ist für unsere Zuftmft, unsere Lebenshaltung, unsere Wehrmacht, nicht zuletzt aber auch für unseren Arbefterstand eine Notwendigkeit, zu des Reiches Bestand an der schwächsten Stelle einen Eckstein einzufügen.

Der Vorsitzende dankte dem Vortragende für seinen inhalt- reichen Bortrag und schlug vor, >mr den Reichskaiitzler eine Reso­lution zu richten, in der die Bitte ausgesprochen wird, das Ei^- becken von Briey-Lcmgwy dein: Friedensschlluß M erwerben. Er

Charlotte liebt. Nach allerhand netten Verwicklungenkriegeü ficfj" die beiden Liebenden mich endlich. Dieser Grurrdgedanke der Operette ist mit großem Geschick und durch allerlei Neben- ffguren mll liebenswürdigen Schnörkeln versehen, bühnenwirk­sam gestaltet; die Musik von Walter Kollo bildet einen fernen Hicttergründ. Tie nötigenSchlagett^ fehlen mich nicht und wer­den mit ihren behältlichen Melonen sicherlichSchule machen". So ist z. B. das Auftrittslied sehr stimmungsvoll und melodisch. Desgleichen das Terzett: Was nützt den Mädchen die Liebe, und das Walzer-Ensemble: Walzer hat mir's angetan. Ueber die Darstellung kann rrur Gutes gesagt werden. Die Rollen waren durchweg gut besetzt und das Zusammenspiel unter der Leitung des Herrn Gol l llappteausgezeichnet. Die Rolle ver Charlotte lag Frl. Margot W e rn e r auch gesanglich gut. Herr Falken als ihr Partner ivar ebenfalls vorzüglich u. besonders stimmlich sehr gut disponiert. Herr Goll als Sergeant Cornelius Hasenpfeffer urrd Frl. Hermine Wo ssidlo als Wchin Auguste waren in ihren derbkomischen Rollen ganz in ihrem Element. Die musikalische Leitung des Herrn M argul h trug zum Gesamtersolg wesent­lich bei. Die sehr rretten und originellen Tänze waren durch Frau Lina Oldini einstudiert. hs.

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Die Uraufführung eines Schwanks von Lud­wig Fulda. Aus Berlin wird uns geschrieben: Im Thea­ter am Bülowplatz gelangte ein SchwankDie Richtige" von Ludwig Fulda zur Uraufführung, dessen Unter­titelTraumschwank" den Rahmen der Technik bereits deutlich

bat, den, Wortlaut dem Vorstand -zu überlassen, womit die Ver- samnrlmlg einverstanden war.

Dermifcftte**

Zweibrücken, 29. April. Ueber die, standvechlliche (Hckchießung des Raubmörders Otto Gebhardt ist noch M be­richten, daß dieser, ehe ihm die Augen zugebunden wurden, er­klärte, daß das Urteil vollkommen gerecht sei und er sich schuldig bekenne. Wo sich das Geld befinde, könne er nicht sagen, das wffse nur sein Vater. Die Leiche wies mehrere Herzschüsse auf, so daß der Tod auf der Stelle eingetreten ist. Die Hinrichtung Gebhardts ist die erste Hrnrichtuug durch Erschießen in Bayern nach den standrechtlichen Bestimmungen, die cntti 5. November 1911 auf Grund des bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand erlassen worden sind.

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* Der Besuch der Warschauer Universität. Im laufenden akademischen Jahre beträgt die Zahl der an der W^- sck>auer Universität eingeschriebenen Sttldenten im ganzen 2220. Davon sind 54,2 v. H. Christen und 45,8 v. H. Juden. Bemerkens- lvert ist die Verteilung der beiden religiösen Bekenntnisse auf die verschicdenen Fakultäten. In der medizinischen Fattlltät ist die Zahl der jüdischen Studenten überwiegend; sie beträgt 610 von 941 Stu­denten. während unter den 767 Juristen nur 285 und unter den 412 Studenten der phllosophischar Fakultät sich nur 122 Juden beftnden. Als ihre Muttersprache gab«: 2017 Studenten die vvl- Nisiche, 109 den jüdischen Jargon, 8? die hebräische. 3 Ine deutsche, zwei die russische und einer die französische Sprache an. Die m^izinische Fakultät befindet sich übrigens nach einer Mitteilung der WochenschriftPolen" insofern in einer mißlichen Lage, als sie aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage ist, eine eigene Klinik für medizinische Sttidren zu unterhalten mrd die Studenten daher ihre praktischen Studien bisher in Warschauer Kvcrnkenhäusern be­treiben niüssen, nttt ebenen die Universität darüber eine vertragliche Ordnung getroffen hat. Jetzt ist dieser Vertrag abgelaufen, und beide Telle haben Vertreter in einen Ausschuß gesandt, dessen Aufgabe der Abschluß eines neuen Vertrages zwischen der llniverfität und den Krankenhäusern der Stadt bildet.

Letzte Nachrichten.

Der neneste Nericht der ^eeresleitnng.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 29. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Schlachtfeld in Flandern von mittags an auf- lebender Artilleriekampf. Die Beute seit der Erstürmung des Kemmel hat sich auf über 7106 Gefangene, davmtter 181 Offiziere. 53 Geschütze und 233 Maschinengewehre erhöht.

Zwischen dem La Bassse-Kanal und der Scarpe, sowie nordöstlich von der Somme rege Erkundungstätigkeit der Engländer. Starke Teilangriffe der Franzosen gegen Han- gard-Watd und -Dorf wurden blutig abgewiesen.

Vorfeldkämpfe an vielen Stellen der übrigen Front. Auf dem Ostufer der Maas brachte ein Vorstoß in die fran­zösischen Gräben Gefangene ein.

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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

Pressestimmen zur Wahlrechtsfrage in Preußen.

Berlin, 29. ^lpvil. Drei Kundgebungen für das gleiche Wahlrecht in Preußen sind, wie dieB o l k s z e i t u it s" schreibt, gestern und vorgestern erfolgt. Tie nnchtigste ist die Er­klärung des Reichskanzlers zu den Arbeiterführern, daß er mit der Wahlresvrm stjeben und fallen werde. Diese Erklärung wir- zweifellos ihre Wirkung haben. Die Zentrumsfraktion des Ab­geordnetenhauses dürfte mmmehr geschlossen für das gleiche Wahl­recht erntreben. Wirkungsvoller wäre es gewesen, wenn Graß Hertlrng die Auflösung unzweideutig cngekündigt hätte. Das ist auch bei der zweiten .Kundgebung für das gleiche Wahlrecht auf dem nationalliberalen Preußentage nicht geschehen. Der Preußens tag hat sich mit einer Treiviertel-Mehrhert für das gleiche Wahl­recht ausgespwchen, aber er konnte sich nicht zil dem Beschlüsse anfraffen, daß im Falle der Auflösung nur Anhänger des gleichen Wahlrechtes aufgestÄlt werden sollen.

TieBvssisich« Zeitung" sagt: Der Vizepräsident des S'taatsministerinms vvn Frrsdberg hat sich über die.Frage der etwaigen Auflösung nrit der gebotenen Vorsicht geäußert. .Alu!? seinen Ausführungen, wie ans den Bemerkungen, die der Staats­sekretär des Reichsjustizanttes' von Kranfe und Unterstaatssekvetär Schiffer inachte, ging jedoch deutsich hervor, daß die Krone und das Staatsministerium im Notfälle auch pvr biefem; Mittel nicht zuiückfchtreckm werde. In diesem Fälle wird sich! die national-, liberale Partei der Koalition der WiahtreäMrnhänger anschließen, die bereits 'als ^gesichfwt gelten kann. iDreser Koalition, der auch die Sazialdemivkraten, die Fortschrittler nnd das Zentrum zuzurechirerr wären, würde in jedem Wäylroeise rrur einen Kandidaten aufstellen, wodurch! sich der Wlahlkaurpf 'in sehr vielen Fallen erübrigen würde'

D>ieKreuzzeitunlft^ meint, dre Mstimmrrng auf dem Preußen­tage ,habe ein Abstimmungsergebnis gehabt, wie es berells vorher angenommen tvurde.

Ein nativn alliberaler Berm ittlun qsantrag, der ftrr die tzwertc Lesung eingebrachlt tvordeir ist, larttet dahin.' daß jeder Wähler eine Grnndstrmme hat. Eine ZrsfatzstiMMe erhcslt entweder, wer in der Land-, Forstwirtschaft, in der Fischerei in der Jirdustrie, im Genrerbe, ini Handel oder in den freien Berufen selbständig oder leitender Beamter oder sonst Geschäfts- leitet und seit mindestens einmn Jahre p'om 25. Lebensjahre an gerechnet, tätig ist, oder wer Mehr als 10 Jahre im Reichs-, Kirchen- 'oder Schuldienst vom volle,cheten 25. Lebensjahre au, mehr als 10 Jahre als Mitglied einer Körperschaft des öffent­lichen Rechts 'oder drw Reichsverwaltung berilflich oder ehrenamtlich tätig ist oder gewesen ist, oder wer als Llingestellter oder Arbeiter seit mehr als zehn Jlahr^c v'om vollenjdedeir 25. Lebensjahre an gerechnet in dnn selben Betriebe tätig ist.

genug anzeigt. Der Held dieses mit Geschick gemachten, darüber hinaus aber nicht anftwuchsvollen Sttrckes ist der frühere Kauf- mann und jetzige Kiuistliebhaber Schlebusch, der an der krank­haften Einblldwlg leidet, ein künstlerisches Genie und znr Voll­bringung der unsterblichsten Werke geboren zu sein. Um den Be­weis hierfür zu erbriligen, betättgt sich der vielsellige Schls- busch gleichzeitig als Maler, Dichter und Konrponist, mrd da er auf allen drei Gebieten alles andere als Erfolge zu ve^eichuenj hat, so schreibt er dies ohne weitere Ueberlegung dem lähmenden Einfluß fenter hausbackenen Gattin zu. In drei Traumakren er­lebt mm Schlebusch das Dasein mit den drei von ihm als Musen gewünschten Gattinnen, deren erste ihn in rasenden, Tempo zur Arbeit treibt, während die zweite vorgibt, seine künstlerische' Seele zuverstehen", die dritte al,er dirrch ihr sprühendes Tem- ment seinen Werken zur Geftaltturg verhelfen soll. Man kann

cne aire uxivipu- txeiuieftui, vag ein guter Mrpaer am besten bei seinem Geschäft rrnd bei seiner gutbürgerlichen Gattin bleibt. Am

geschicktesten hat Fulda sich in der Gestaltung der Traumtechnil gezeigt, auch sonst gibt es verschiedentlicb Gelegenhell zum Lachen zu größerer Begeiwermig ist allerdings kein Aillaß vorhanden' Tie von Bertbold Held infzernerte Ausftihruim mit'Else Heim^r Hans Waßmann und Otto Gebühr in den Hauptrollen suchte durch Humor und ein sehr flottes Tempo möglichst kvnüsche

Wirkungen zu erzielen.

A. B.