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Nr. 92 Zweiter Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger fSr Gberheflen)

Samstag, 20. April (9(8

fc.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 20. April 1918.

Savdwirte bereitet Brühfutter!

,Die außerordentliche Knappheit an Futtermitteln zwingt bsn Landwirt, alle nur ereichbaren Fiutbernrittel nutzbar zu machen. Junges Reisig, Laub, Kartoffelkraut, Leguminosen- stvoy, Spreu von Gerste und Sommerweizen u. v. a. m., das in gewöhnlichem Zustande entweder von den Tieren nicht gern gefressen wird oder nicht zuträglich ist, kann durch Be­reitung als- Brützfutter zu einem bekömmlichen, gemi ge- ivo-irrmenen Futter umgewandelt nrerdeu. Brühfutter wiÄ, im Gegensatz zum eigentlichen Kochen und Dämpfen des Futters, dadurch l^eraestellt, daß man die Rahfirttermassen, söweit nötig gehäckselt, itrcker UmMnd-en auch noch zerktei- irerte Hackfrüchte, eingesäuerte Blätter, Schnitzel und dergl. durch Ueb ergießen mit heißem oder kochendem Wasser oder urit heißer Schlempe anmacht. In Haufen geschichtet oder in entsprechende .Kästen und Bottichen gerächt, wird alles meist ans die Dauer von 24 Stunden such selbst überlassen. Währenddem vollzieht sich eine Gärung, die hauptsächlich M einem Gemische von Milchsäuren und brrtterscruren Ver­bindungen führt. Unter Rückwirkung der sich entwickelnden Wärme werden harte Rcnchfutterteile erweicht. Dadurch ttsird da§ Zerkauen erleichtert. Airch die Gärung mürbt

schon die Masse und macht sie für die Berdauungsisäste zugänglicher. Die aromatische Säuerung, welche durch die Gärung entsteht, macht dre Masse schmackhafter. Dadurch kann man die Tiere veranlassen, größere Mengen anfzu- n ehme n. Will man die Schmackhaftigkeit der ganzen Brüh­futtermasse noch weiter erhöhen, so mengt man noch Melasse ober Futterschvote zu, soweit sie gewöhnlich den Tieren ohnehin zuLommen sollen. Bielen Landwirten wird es da­durch möglich sein, mehr Bieh zu halten, oder was ratsamer ist, ihren bisherigen Mehbestand besser zu ernähren.

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** Auszeichnuxo. Pionier Paul Kühr wurde mit dem iVsernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

** Beförderungen. Die Gifenbahn-OVerschüffner MLHl, Dern, Christ, Bruder, Synovzik und H«rr wurden zu Zugführern befördert.

** Gemeindesteuerrückstände. Unter den heuti- mntlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen beftndet auch die Mahnung des 6. Zieles Gemeindesteuern und KarralgÄrühren sirr das Rj. 1917. Die Zahlung kann noch bis zum 4. Mai bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Gs kann dies durch Barzahlung, durch Ueberweisung auf daS Neichsbank-GirvLouto der Stadtkasse, auf das Konto der Stadtkasse bei der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale das Konto bei der Bezirkssparkasse oder auf das schockkvnh) Nr. 8315 Frankfurt a. M. erfolgen. Nach

der festgesetzten Must erfolgt die Bei fändungsstvstLln entstehen.

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s Grvßh. K^ss. Reyiietriunssbkart Nr. 8. Darmüodt, den l7. April 1918, hat sÄgMdcn Zn^ xxxtxcam, die a waw für das Lchmmt an Polls« fthuüm betvefffend <

** AnlayeLNkNsik findet Svnntag den 21. April liy* Uhr in der Nord-Anlaz« (Hüheve Mäbchsnschcke) mit folgender! BtMfräßt statt? FcibOuverSwe von A. Lortzrng; Bcklade a .Der fvegenbe LELuder" ttmr R. Wagner; Hünons Zauberhärn,

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tomtbKufatm Nr. G. 1SOO«. 18. K. R. bvttefsind Bestauds- erhckwrg von Kautschuk- (Gu»mr-) BWardbandr in Kraft getreten. Hi e rnach ist alle gebrauchte Und ungebrauchte Kautschuk- (Gummi-) Billarddande in vulkanisiertem »Ab wrvullanisiatem Zustande, und MV oh« Rücksicht darauf, dB sie m MAarden ober Teilen von Bckbaidcn sich befindet ober nicht, tat die Kautschttk-MeldesteN e, Berün W 9, Potsdamer Straße 10/11, Kn melden. Maßgebeird für die Meldepflicht ist der Besümd vom 20. April 1918. Die Mel-

gcnanc Wortlaut der Bekanntmachung ist in der hurtigen Nummer dieses Blattes einzusehen.

** In den Schwarz-Weiß-Licht spielen, Seiters- weg 81, tritt von heute ab der Filnckünstler 4Nax Lauda in seinem neuesten FilmwerkKrähen fliegen um den Turm" aus. Außerdem wird nocli das 2allige Drmnia ,,Zuma" gegeben. Siehe Anzeige.

** Zur Förderung des bargeldlosen Verkehrs. Trotz der Verbilligung des Postscheckoerkehrs für die Rechmmgs- inhaber seit dem 1. April erhalten diese nach wie vor PostM- Weisungen, ja selbst Possschocke und Zahlungsanweisungen, so oft sie auch aus ihre Pvstsch.'ckrechnung l-mweisen mögen. Meist be­antragen die Empfänger die Uobermeisung der eingeheirden Zah­lungen aus ihre Postsck^krechmmg. Nach den .bisherigen Vor­schriften wird in diesem Falle von dem bestellenden Postamt eine Zahl karte ausgefüllt. Die Gebühr für die Zahlkarten wird von der Zählkarte abgewogen. Läßt sich der Empfänger dos Geld austzahlen, so erhält er den ganzen Betrag. Höchstens wird ihm das Bestell­geld abgerechnet. Abholer ersparen auch noch das' Bestellgeld. Sie erhalten den ganzen Betrag ohne jeden Abzug- Sie müssen aber klirre Gebühr entrichten, wem: sie den bargeldlosen Verkehr dadurch fördern, daß sie auf die Anzahlung verzichten und den Betrag sich lediglich glch'chreiben lassen. Zur Förderung des bargeldlosen Verkehrs trägt dieses Verfahren jedenfalls nicht bei. Vielleicht könnte die Post auf die Zahlkartengebiihr für ihre eigenen Zähl­karten in diesem Falle .verzichten. Noch einfacher wäre es, )venn derartige Postanweisungen von dem bestellenden Postamt dein 'Dcheckamt überschickt würden, etwa in der Art, wie Postsendungen nachgeschickt werden. W würde so auch Schreibarbeit und das Papier gespart. Tie Wschnitte könnten darrn vom Scheckamt den ScheÄundeu übersandt werden.

Landkreis Gießen.

** Allendorf <l b. Lahn, 16. April. Mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille nmrde der Pionier Heinrich L n h ausgezeichnet.

** Lich, 19. April. Unteroffizier Hermann Walz wurde zum Sergeanten befördert.

(k.) LuMda, 19. 9sinül. Gefreiter Rudolf, Keller, ein Söhn des hiesigen Lehrers, erhielt die ^Hessische Dapsirkeitsmedaille, nüd das Eiserne .Kreuz 2. Klasse.

tt. Treis a. L., 19. April. Das Eiserne Kreuz crhiekteni Musketier Iohs. Jung und Schütze Heinrich kröntet

Kreis Büdingen.

# Büdingen, 18. April. Zum Vizeseldtvebel befördert lvurde der Unteroffizier imd Bataillonstambour B e ch t o l d, In- lxrber des Eisernen Kreuzes, der Hessischen TapferkeitsMedaille und des Kriegsehrenzeichens in Eisen. Vonhausen. Fürs Vater­land starb der Gefreite Wilhelm Euler, Inhaber des Eisernen Kreuzes. Calbach Den Heldentod statb der Musketier.Hein­rich Gia r. Lindheim. Nach 41 monatlicher treuer Pflicht­erfüllung starb auf dem Felde der Ehre Heinrich Bär, Inhaber des Eisernen Kreuzes. Wenings. In treuester Pflichterfül­lung starb der Sanitätsgefreite Moritz Joseph, Inhaber des

Tapserkaits medaille. W al- gsehrcnzeichen erhielt Rechnet

Eisernen Kreuzes und der Hessi lernhausen. Das Hesjäsche Bach.

Zt Usenborn 19. Llpril. Das Kmegsehvenzeichor erhielten Pfarrer Karl Werner sowie die beiden Lehrer Gaul und Mei­ninger.

KrciS SÄotteu.

'A Schotten, 18. April. Dos Eiserne Kreuz und die Hessi­sche Topserkeitsmedaille crhiell der .Grenadier Wilhelm Neeb. FTrs Vaterland starb der Gefreite Heinrich Eber heim, In­haber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille.

sULaubo>chl,20. Avril. Dos' Layarett im hiesigen Schloß, das wogen Erkrankung vom Geh. Srrnitätsrat Dr. -Vogel im Herbst vori­gen Jähves gefchLofseu werden mußte, wird in diesen Tagen wieder geöffnet. Es sind bereits Berwmckete ttugem-eldet worden, doch sollen vorerst nur 25 Betten belegt werden. Vier freiwillige! Pflegerinnen: Frl. Mrmr Böhm, Frl. Sophie Hardegg, Frl. Else Stolz und Frl. Martha Wvtp, tx bereits seit KrregSbMnms im Är-a rft ke tätig waren, haben nach erftLg-reicher Teilnahme an einem Lehrkirrsus in GießM ihre Prüfimy als Hilfsschwestern ab­gelegt Nnd finoen nun als solche Verwendung.

-jt Ober-Schmitten >19. April. Zu EhrenfeLdschützen der GenrÄNde tckcrden ermrnirt: Heinrich Kirchhof-, Karl Eber­hard. Karl KirchhofII., Friedrich Kirchtzvfll., Adolf Uhl und Gustav Lenz.

Kreis Friedberg.

Heldentod starb der Horiüst August L i n d, Inhaber des Eisernen! Kreuzes. - N i e d er - Er l e nb ach. Zum Utteroffizier besSv-, dett wurde der Gefreite W. Brück mann. Ni e der-Wöll^ st a d t. Fürs Vaterland starb der Musketier Heinrich Böller.*, Vilbel. Das Hessische Kriegschrenzeichen erhielt der Lehveij Wämser. Ass en h eim. Am 13. d. M. toaren es 25 Jahre, daß Lehrer Schutt au der hiesigen Volksschule wirkt.

Kreis Wetzlar.

ra. H e r m a n n st e i n , 18. April. Tie Brüder Karl rmd Wil­helm Kahn nncrden beide mit dem Eisernen Krerrz ausgezeichnet^

ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 18. Apftl. Mit dem Eisernen Kreirz imirden w^gezeichnet: Schütze Wühelm Ache- Oberndorf, Obermatrose Wilhelm Pfaff-Ulm, Fahrer S. Eck­hard t - Werdorf, Schütze Karl L a u ch t - SalzbrÄen, Musrett« Heinrich Kern-Dillheim, Matt.-Artillerist Hrch. Pfeiffer- Taubhauseir, Kraftfahrer Karl H o f m a n n - Bonbaden, Wehr- mann Hoch. Wolf- Holzhausen, U-Boots-OberheiAer Paul G ü r - nand-Ehringshausen, Obergesreitm Karl Berghäuser -Brei­tenbach und Musk. Hrch Zimmermann aus Medergitembsch, ----- Hessen-Nassau.

^ mr. Frankfurt a. >M., 18. April. Nunmehr imrrde aus einstimmigen BesÄriß der beteiligten Vereine und Körperschaften sowie der preußischen wie hessischen Regierimg eine Hypotheken^ schutzbank für Hessen-Nassau und das GrvßheGogtum Hessen ge­gründet. Die Bank hat ihveir Sitz in Frankfurt a. M.

mr. Frankfurt a. M., 18. April. Der Magistrat hat durch die Stadtkämmerei größere Mächen Gartenland beveitstellen lassen, das an Personen, die nachweislich lanj Tuberkukofe erkrankt find, zu garrz billigem Pachtpreise oder wemr es sich um MinderbcNÄd-, telte handelt, völlig unrsonft abgegeben werden soll, damit sich die Kranken in sicher Lust bei gesunder Avbckt beschäftigen fön* neu. Man hat in anderen St,ädien mit dieser Methode schon recht gute Erfolge erhielt und der Magistrat hofft,^ der allzusturüm Wettervecbreitung dieser Volkskrankheit ein wenig Einhalt tun zu können.

mr. Frankfurts. M., 18. April. Ter Betrieb in dem städtt Kinderheilbad Codenkhial im Spefstrrt wurde ausgenommen. IN den nächsten Tagen verlassen 50 Kinder Fvankfirrt, um die erste vierwöchenüickxe Kur zu gebrauchen. Auch die städtische Nerven^ Heilanstalt ans der Hohemark wird in der nächsten Woche erSssntt^

mr. F r a n k fn r t a. M., 18. April. Wie inan hört, wird di» schon lange geplante Regulieremg^der unteren Nidda von BonannH abwärts sofort imch Kriegsschluß in Angriss genommen werden^ damit die stets drohende Hochwassergefahr endgültig gebannt wird.

= Frankfurt a. M., 19. dlpril. Tie Betztrkssserschstellr: teilte dem LeberrsMittelamt mit, daß voui Ende dieser Woche ab infolge mangeliü>er Vieh^istihren die Hevabsetzung der wöchentlich«' Fleifchratiou von 250 auf 200 Gramm erfolgen muß. Das Lebens^ mittelamt hat gegen diese Maßnahme Protest! erhoben.

--- Frankfurt a. M., 19. April. In Begleitung mehrere^ Räte stattete der .Handelsminister von Sydow am Donnerstag dem hiesigen Hand^verksamt einen ntchrstündigen Besuch ab.' Er sprach nach Beendigung des Besuches den Wünsch§, daß dis mustergültigen Einrichtungen des Lüntes in Deutschland reiche Nach«rhm-Nng finden möchten.

ra. Aus Nassau, 19. April. Mit dern. Kfernen Kvenzi erster Klasse 'wurden ausgezeichnet.Leutnant Robert Zimmer- mann- Biedenkopf, Leutnant d. Res. Josef Mohr-Höchst und Leutnant ^dwig Schweitzer aus Bad Homburg.

Ef

kirchliche Nachrichte».

Gottesdienst am Sonntag den 21. April (JubAatt).

LvangeUsche Gemeinde.

Inder Stadtkirche. 8 : Zugl. ChristenL. f.d. Nsckonfirm. ia. d. ?Natth.-Gem. Mr. Mahr; 9Vs: Psi. Schwabe; 11: Kdckerk. f. d. Mark.-Gem. Psi. Schwabe. Mittwoch 24. April; Kriegsbet- stunde. Psi. Sä/wabe. In der Johanneskirche. 8 : Zugl. Christenl. s. d. Neukonfirm. a. d. Luk.-Gem. Psi. Bschtoilshejmer; fr/4: Psi. Ausfckd; II: Kinderk. f. d. Jvh.-Gem. Psi. AuSfckd. Kirchberg. Vorm. 10: Hl. Abendm. für Sttmsindocs.' Mainzlar. Nachm. lVs. Daubringen. Ncrchm. l l / t . Uatholische Gemeinde.

6 V 2 : Gel. z. hl. Beicht; 7: Hl. Messe, E^eiueinsch. Komm. d. ganzen Gckn.; 8 ; Aust. d. hl. Komm.; 9: Hochamt m. Pred.; 11: Hl. Messe m. Pred., Mil.-Gottesd.; 2: Christenl., darauf sakram. Bruderschaftsand.; 8 : And. m. Segen um bald. Sieg u. Frieden. Dienstag und Freitag, abds. 8 : Kriegsbiltand. Samstag 27. April,