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Die «ttttiirlsche Lage im Gpieglel der Feinde.

Bern» 16. April. (WTB Die italienischen Berichterstatter «n der Westfront verheimlichen nicht, wie ernst die Lage der Verbündeten sei. umsomehr, als sich die Plane Hindenburgs nock) «ich»: frrtt Bestimmtheit -erkennen ließen. Im allgemeinen herrsche

Drsicht w«r, tafi das, was sich bis jetzt ereignet habe, mir als Auftakt fju dem großen. Hauptstv ß zu betrachten sei. Ter «MmLerrchteritarter derStomjxt" hebt hervor, das; die bis dahin Lm Nvrdslügel eingesetzten deutschen Reserven bricht so zahlreich Ä«n, daß man daraus ans eene dort geplärrte entscheidende Aktion schließen könne. Tie deutsche Sttotegie der letzten Wock>m erinnere an den plötzlichen Vorstoß Hind^ iburgs auf Warschau, der die russi­schen Reserven aus sich zog und den Sieg in Masuren ermöglichte. Leute sei für die Deutschen aus der Westfront dank der von ihnen besetzten inneren Linie eine rasche und volle Ansnuyimg ihrer Re­serven möglich. Ter militärische Mitarbeiter derSbampa" führt in einem Leitartikel aus, inan müsse den ÖeSxmfert ins Auge fassen, daß alle seitherigen Offensivstöße des Feindes einem genau vorher iies-gelegten Plärre entsprechen. Leider erlaube die Lage bis heute imcht^an^unehmeu, daß die Schlacht bei Armentißvvs ein Ersatz für dos Mjanöver bei Amiens sei. Der Echolg bei Amiens sei allerdings kfcm größerer Tragweite als bei Arnverti^oes, wv mir der linke Migel des belgisch-englischen Heeres abg-espoengt werden könnte. WtaAptm es den Tvutschen gelungen sei, die inneren Flanken der Alliierten z-u liedrohOi, versanden sie es mm nacl> ihrer alten Taktik mit slariien Pressionen, auf die Flügel., wo es Foch noch nicht möglich tvar, die grätigen Reserven jeweils rechtzeitig himzuwersen, ohne die «Einheit urrd Schlagkraft der ihm wttersickllten Manöveriermasse zu «gefWtden. Tie Lage sei heute derart, daß sie keine Stagna- - tivn zu lasse. Auch die Allrrerteu fühlten sich intz-wffck>en am Mdgrl und dem Zentomn so gefährdet, daß sie nicht still stehen und sich keinesfalls auf eine einfache Verteidigung gewisser Stellungen beschränken könnten.

Bern, 17. April. (WTB. ) Die Entwicklung der Schlacht von Ar.mentißres wird von der französischen Presse auf­merksam verfolgt und die dortigen deutschen Fortschritte werden so- war zugegeben.Petit Journal" erklärt:Wenn die Deutschen St. Omer und Cassel erreichen können, milffai die Engländer und Belgier die Stellungen an der Vier -räumen. Tie deutsche Offensive könnte einen gefährlichen llnrf-ang annehmen Renaudelschveibt in der .^Humanitö":Masr darf sich nicht verhehlen, daß die Kämpfe 8dn %yrpen nicht als eine isolierte Aktion aufzusassen sind, sie passen vielmehr ausgezeichnet in den strategischen Rahmen der Ope- icatvonen, die Hll^enburg feit einem Monat angesangcn hat. Tie Katze bei Armenüöres ist ebenso ernst wie die Lage es war, als die Deutschen gegen Amiens und Montd-A-er vorstießen."

s Köln, 18. April. Die.Köln. Volksztg." meldet aus Gens: DerD rogte s" meldet: Die Kvitiker befürchten die Abschnerdung des Vstr-SettorS, falls die Engländer nicht das Höhenmassiv zwi­schen Sfmnifl und Boeschepe hätten. Alle Blätter seien, einig in der Annahme. .Hin den bürg beabsichtige' die englische Armee lgvgen Calais auzridrängen. Herv 6 schreibt: Tie düstere Lage könne bloß durch die Verwendung größter Reserven -Foch) gebessert «ßerden. Ealais habe heute die gleiche Bedeutung wie Paris. Tie Varifer Kreise betrachten lautSlampa" die Lage der Engländer Mn Frontv.nffprnng von Ppern durch den deutschen Vorstoß scher Ärmeutiores als stark gefährdet. Tie Briten inüßlen sich zurück- ^ehen. Der rn drei verschiedenen Achtungen Ui, ternomnrene Angriff Nabe Calais und D!ün kirchen zum Ziele. Foch und Haig trafen au f dem Schla cht selb ei n vmn au dm flandrischen Küste den ?lngrfff der Alliierten zu wpifierii.

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Die Hinrichtung Bolv Paschas.

Paris, 17. April. (WTB.) Meldung der Agence Davas. B-olo ist heute morgen sechs Uhr im Walde von Nincemves erschossen worden

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Angriffe 2>er Entente an der mazedonischen Front

London, 16. April. AmtM^r Bericht ans Saloniki: Heute Werschritten in früher Morgenstunde die griechischen Trup­pen den Strumalluß oberhalb beä Tabttws-Sees und besetzten die Dörfer. Bcjlikmeh, Kakcrraska, Selmeh, Kispeki urrd Ada. Die

Operation wurde mit geringen Verlusten sehr erfolgreich durchge- Mhrt. Weiter nördlich besetzten britische Truppen Kumli und Os-

facaäL ES wurden emge Bulgaren gefangen genommen.

Frland und die englische Heere-dorlage.

London, 16. April. (W. B.) Meldimg des Reuterfchcn 'Bureaus Die Lösung der Ho me-R ule-Fra ge darf jetzt Äs ^wahrscheinlich betrachtet werden und zwar auf der Grundlage, daß ^ie Wehrpflicht in Irland nicht Angeführt wird, bevor Homerule besetz geiTwrdan ist, imd daß die Regierung zurücktreten wird, wann «das Oberhaus Home Rute ablehnen würde.

London, 16. April. (W. B.) Meldung des Reuterschen Bareaus. Untethaus. Das Mannschaftsersatzgesetz wurde ia tvr itter Lesung mit 301 gegen 103 Stimmen ange­nommen.

London. 16. April. WTB^ Unterhaus. In Beantwortung l«vrer Frage Dillons mcklärte Lloyd George, die 9lnwen- iEmng des Dien stpsli cht gesetzes auf Irland könne ' hilft gerweise nicht mit dem Versuch verglichen werbest, den amerika- irkschen Kolonien Steuern gegen ihren Willen ausMerlcgen, weil «ssich in diesem Falle um eine Besteuerung oh?re Vertretung hcmdle. Tie Forderung, daß zunächst die Zustimmung der Frmr erlangt werden soll, könnte mit demselben Rechte für Wales und Sckwttland gemacht werden. Mt Bezug auf die Behauptung Dil- -fons, daß der 'Krieg hätte erfolgreicher geführt werden können, möge daran erinnert werden, daß innerhalb der letzten 13 Monate ieiner unserer größten Verbündeten, der über eine Armee von ch bis 6 Millionen Mann verfügt, aus dem Kriege aus geschieden jrst. Wan könne schwerlich behcmp^n, daß die gegenwärtige Regie­rung für dm Bolschelvismus in Rußland verantworllich sei. Lloyd jNvvrge erklärt dann, die RegÄung der irischen Frage sei nicht .für Irland, sondern für das Reich teme Angelegenheit von vitalem ' nesse; es wäre im Interesse unserer Lerjmngsfähigkeit und im -fa der Wobilisiertmg lotjerer Kräfte wünschenswert, daß wir . lche Frage regeln lotb irgendwie die Zufriedenheit in Irland Könne das WolKvollen Amerikas erreichen würden.

^..,London, 17. April. ^Reuter.) Bevor Lloyd George seine Mitteilungen über die militärische Lage machte, )aate er, die a m e- rikanijche ösfentliche Mjeinung trete für die BererÄß' aung des Mannschaftsgesetzes ein unter der Voraussetzung, daß Jr- 5and Selbstverwaltung an geboten würde. Es sei ei,re Lebensfrage für Englarrd in seiner gegenwärtigen Lage. Tie Regierung sei des- hlüb nach dem Bericht der irischen Konvention zu dem Schluß ge- Wmmen, daß die irische Selbstverwaltung eine wesenlliche Kriegs- Maßnahme sei. Tie Regierung^ könne uad) alle dem nur das Gesetz ernbringen urrd ihre ganze Äcacht und ihren ganzen Einfluß an- wenden, um es durckrzusetzen. Wenn die Regierirng das Diensv- vfluhtgesetz als wesentliche Kriegsmaßnahme betrachte und es nicht durchbringen würde, dann sollten diejenigen, die dafür vermrtwort- lich seieir, daß es nicht Krr Ausführmrg komme, gerechterweise die Vevantworturlg für die weitere Füllung der (Geschäfte übernehmen. Man werde nicht nur die Iren drängen, ihren vollen Anteil an Den Kriegslasten auf sich zu nehmen, sondern ihnen den Grund-« satz der Selbstbestimmung sichern, für den England auf ybem Kriegsschauplätze kämpfe. (Lauter Beifall bei den Nationa- jtisten. i Die Regierung könru unmügLick den Widerstand gegen Hv- merule als Mittel benrctzen lassen, um sie DienstpfliK aun Fall zu bringen, und das sei der Grund, weswegen jede Maßnahme für sich gerwmmeu werden müsse.

Ä m st e r d a m, 17. Aprll. Allgenteen Handelsbibad erfährt ans Londons lieber die Embrrng«ng des Hvme-Rule-Gesetz- ent Wurfes wurdar, nachldrücLich nähe« AufklariLnaen verÄmgl, und zrwnr nicht 7rur durch Srr Giward Garson, sondern auch Lurch Tillon, Dkwlln und Hocchy. U. a. fragte Healy, ob die kierurrg aötr-eten wert«, wonn das Haus das Hvme-Rule-Gesetz re. Barnes zögerte emsr Arsaewbkick, warf einen Blick avf denPremierminifter, der bestätigend nickte, und «klärte, tafe die Reanwung das bestimmt tun werdeWas sagt btt ^mmenrnraftcT/'' «efen verschiedene Abscvrduete.I ch sage

ja, bestiimn t!" versetzte Lloyd George sofort unter gvvher BewLgung des HnüfeS.

Baron Burian.

Stephan Frhr. Burian v. Rajerz entstammt einer ungari­schen AdelssicmEe im Preßburger Kvmitat. Er wurde am 16. Ja­nuar 1851 geboren, vollendete seine Studien an der orientalischen ?lkadenrie und trat sodann in bm diplomatischen Dienst. In den Jahren 18751880 diente er bei den Konsulaten in Bukarest, Bel­grad und Sofia. In den Jahren 18821886 leitete er das (öene- ratftmfufort in Moskau und wurde dann Generalkonsul in Sofia. Bon Sofia wurde Herr v. Äurwn in das Ministerium des Mußenl zür Dienstleistung einberufen und später zum Gesandten am Würt­tembergs jchen Hofe und 1897 zum Gesandten in Athen ernannt.

Am 2-1. Juli 1913 wurde er äls Nachfolger Kallays mit der Leitung des gemeinsamen Fm.cmzmi7risteri7>.nvs und der Verwaltung Bosniens betraut. Unter seiner Amtsführung wurde die Amrexion Bosrriens und der Herzegowirva vollzv^n, zu der Baron Burian die Anregrrng gegeben hat. Am 20. Febrirar 1912 schied Baron Burian von der Stelle eines gemLörsamen Finanzministers imd Venvalters Bosniens. 'Sein Nachfolger nmrde Dr. Ritter v. Bi- linski Nach dem Rücktritt des Herrn v. Lukars trat Burian als Minister am königlichen Hvflager in das Kabinett Tisza ein. An­fangs Januar 1905 wurde er der slcachsolger Berchtolds, auf wel­chem Posten er bis zum 22. Dezember 1916 verblieb.

Wien, 17. 2lpril. (W. DasFremdenblatt" erblickt in der Tatsache, daß Baron Burian zum Nachfolger Ezernins als Minister des Aeußeren ernamrt wurde, das Bestreben, die Konti­nuität in der auswärtigen Politik Oesterreich^Ungarns aufrecht zu erhalten. Als einziger Staatsmann t>er VMonarchie, der seit Ausbruch des Krieges umrnterbrvck^ir als Minister tätig war, biete er die Gewähr gegen überraschende, plötzliche Wendungen. Buriari. sei überzeugter Anhänger des innigsten Zusammengehens mit Deutschland mtb der absoluten Notwendigkeit dieses Bündnisses. Für feilte Berufung spricht offenbar die Absicht, ferne Verzögerung in den eingeleiteten Aktionen Platz greifen zu lassen, und seine genaue .Kenu.tnis von allen politische^'.. Vorgängen vor dein^liusbruch!deslKrieges. Burians Ernennung soll ein Zeichen sein, daß der Kurs unserer mrswärtigen Politik der alte bleibt.

Wien, 18. ?llnil. Der Kaiser empfing gestern in besonderer Audienz u. a. den österreichisck>-ungarischen Botschafter rn Berlin, Prinzen ßlotl fried H o h e n l v h e.

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Dir ungarische Kabinettskrise.

Budapest, 17. April. sWTB.) Meldung des llnyari- scheu Telegr.-Korr.-Bur Heute vormittag fand unter dem Vorsitz des Mnisterpräsidenten Dr. Wekerle ein Mini­sterrat statt, an den, mit Ausnahme des von Budapest alnve,enden Handelsmiuisters Stzfferenyi und des Ministers Grafen Atadar Zichy sämtlick)e Mitglieder des Kabinetts teilnahmen Der nur kurze Zeit dmuernde Minisverrat be­schloß den Rücktritt der Regierung, worauf die anwesenden Mitglieder des Kabinetts die Rücktrittsurkunde unterschrieben.

Der Kamps in Finnland.

Berlin, 17. April. 'WTB. Das finnische Haupt- g u a r l i c r nelder unterm 15. Aprll :

Ein Schaerenbatalllon mtler Führung des Leutnants Graseil Ehrensocrerd besetzte Abo und Nahm die dortigen russischen Truppen gefangen. Die Rottm mumm die Küstengegend zwischen Hcmgvr unt) Nyltadt imb ziehen sich schnell nach dem Landesornern zurück An der tavastländlschar FeoM fortgesetzte lebhafte r^efechlstatigkrit bei Lempasaelae. Asittclla, ein KirckHori an dem östlichen Ufer des Paejanne. wurde von unseren Truppen besetzt In Savolaks und Karellen fortgesetzt GchechtStätigkeit

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Der Kaiser an die KansmannSkammer zu Riga.

Riga, 16. April >W.B. Der Kau f manns kam me r rn Riga iBvrsitzender H. Jachch) ist das folgende karserkiche Antworttelegramm KugLtzainssn:

Seine Majestät der Kaiser erwidern dar sneundtSchar Dank und den treuen Gruß der.Rigaer KmrftnQrnsLantmer mit den wärmsten Wünschen für die wirtschaftliche amd nationale Zukunft der Ordens­lande. Mit dem dcutsckeu Volke gevwrLeir Seine Majestät in warmer, irrniger Arrveil'.mMe des schveren Leids, das die ver­gangenen Monate erNcut über viele baltische Famllien gebractft ltaben, und der Sovge, die noch ftnrfle auf vielen von ihnen lastet. Ser?« Majestät hoffen bestimmt, daß Gottes Gnade im Bunde mit der bewährten baltischen Zähi.gkeit und dem starken Schütz des Deutschen Mill-es L-ie Wmlden hellen und den Gnmd zu einem schnellen Wiederau fban und einer reichen, glücklichen Zukunft legen Witt), Mit diesem Wünsch ent- bieten Seine Mafestät von den Schlachtfelder Rnordfra nkreichs jder Mgaer Kaufmamnchaft seinen.allerhöchsten fremidlicbelc Grust Aus Allerhöchsten Befehl: Der Geh. Kabinettsrat v. Berg.

Auch die Sankt Johannes-Gilde uird das Börsen- komitec in Riga haben freundliche A-nttvorttelogvammp vem Kaiser erhalten.

Der Seekrieg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 17. April. (Amtlich.) Im Sperrgebiet um die Azoren wurden von einem unserer U-Boote in den letzten Wochen fünf Dampfer urrd zwei Segler versenkt. Hier­von waren bewaffnet: Der griechische Dampfer Kithira von 2240 Br.-R.-T., und der französische Dampfer Qued Sebou von 1540 Br.-R.-T. Auf letzterem befanden sich 150 Sol­daten. Die Geschütze, je eine ^-Zentimeter- und 7^-Zenrime- ter-Kaiwne, wurden erbeutet.

Die für unsere Feinde bestimmten Ladungen waren be^ sonders wertvoll. Sie bestandet! aus Palmöl, Palmkernen, Erdnüssen, Baumwolle, Gummi, Wachs, Eisen und Stahl. Das U-Boot hat 27 Tonnen Gummi und 5 Tonnen Wackts für die deutsche Kriegswirtschaft in die Heimat mitgebrachl.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Aus tzem Reiche.

Bayern und die Forderung der KriegÄenlfchüdigung.

München, 16. April. (WTB.) Bei der Bern- mng des Haushalts der Staatsschuld in der Kammer der Abgeordneten sprachen sich die Redner des Zentrums und der Liberalen gegen die Abwäl­zung der Reichsschulden auf die B u n d e s st a a ten aus und begrüßten die seinerzeit gemachte Aeußerung des bayerischen Finanzministers aus die Forderung einer Kriegsent­schädigung von unseren Gegnern: Bon seiten der So­zialdemokraten urrd der Regierung wurde nicht in die Er­örterung eingegrifsen.

Eiu natunalliberaler Parteitag in Preußen.

Berlin, 18. April. Wie das B. T. erfährt, hat die national liberale Partei Preußens auf den 28. April einen Parteitag einberusen, unl zur Frage des preußischen Wahlrechts Stellung zu nehmen.

Die Entlassung der 1869 gäorenen Landsturmleute.

Berlin, 17. April. (WTB. Amtlich.) Wie kürzlich mitgeteilt worden ist, sind die 1869 Geborene« und auf

Grund der Landflurmausrufe zu den Fahnen enwerufenen Landsturmleute spätestens am 30. April zu ent­lassen, soweit sie nicht freiwillig im Dienste bleiben wollen. Soweit sich solche Leute vorüber, gehend, beispielsweise als Urlauber, im Heimatgebiete aus. halten, sind sie von der Verpflichtung zur Rückkehr rns Feld, zur Etappe oder in das besetzte Gebiet entbunden. Sie haben sich alsbald zu der für sie zuständigen Ersatzsormation zu be­geben, die ihre Entlassung veranlaßt. Die Gemeindevor- flände werden ersucht, die ortsanwescnden Urlauber dieses Jahrganges hiervon in 5kenntnis zu setzen.

Mb deutscher Reichstag.

147 Sitzung.'Mittwoch den 17. Aprll .nachmittags 3 Uhr

Rerchs-Post- und T e l eg ra p h e n ve r w ä l t u n g.

Auf der Tagesordnung steh! der Haushaltsplan der Reichs Post- und Telegraphen Verwaltung Der HcuLpttusschus, ,chlägl ferner eine Ergänzung zum Beso-lduurMresetz vor, die besonders eine Erhöhung deS Gehalts der gehobenen Unterbeamten bringen soll

Abg. Meyer (Null.) berichtet über die Ausschußverharrdluu^ gcn.^Die Ergänzung z-um Besoldungsgesetz ist im Reichstage schon im Jahre 1914 beschlossen worden, aber der BundeSrat ist diesem Beschluß leider mcht beigetreten. Wir erheben unsere Forderung von neuem, da es sich um eine dringende Angelegenhell handelt. Der Redner begrüßt dann den Staatssekretär, der zum ersten Mule seine Verwalttrng vor dem Reichstage ve rtritt , und spricht der go- samten Beamtenschaft für ihre Leistungen Dank und Anerkennung aus. Ter Postverkehr ist geheuer gestiegen. Der Gesamtseldpost verkehr bis Ende Septenrber 4917 betrug nicht weniger als 17 Ikirben Sendungen.

Staatssekretär des Reiaispvstamts Rüdlin: Neben den Aus­gaben sür die Feldpost sind jetzt auch irr der Heimat größere Auf­wendungen erforderlich. Die Schneestürme des letzten Winters haben dem Telegraphenverkehr schwere Schäden zugesügt. Bei großen durchgehenden Strecken lverden wir immer mehr zw unter- irdischen Kabeln übergehen müssen. Um die EinLomnrensvcrbalürffse des Personals mit den gesteigerten Preisen in Einklang zu dringen, sind die Lölpu erheblich ausgebesserr worden. Die Beamtenschaft hat ihre Pflicht getan, wenn auch vereinzelt räudige Schafe Mein und Dein venvechselt haben. Zum ersten Male rvährend deS Krieaes soll dem Personal der Erholungsurlaub wieder in der früheren Ausdehnung zuteil werden. (Beifall.)

Abg. Nacken (Ztt.j: Die Poftvttwaltung muß ihr Hanp: arcgenmerk auf die Verhinderung der Paketberaubungen richten. Diebstähle sind vielfach aus die Notlage unter den zsrhlreichen Hllss- krästm zurückzu führen. Der Redner bringt Wünsche der verschiede­nen Beamtengruppen vor. Auch bei der Postverwallung sollten, wie in Preußen, die.Vermerke über Dis^iplrnarsttasen aus den Men gestrichen werden.

Staatssekretär Rüdlin: Tie meisten Postpakete werden bei der Eisenbahnbeförderung gestohlen. Biele Pakete sind auch irrt anbringlich. Die jetzige Entschädigung von 6 Mark sür das KÜo- grcrmm ^ reicht bei den heutigen hohen Preisen nicht aus. aber das Gesetz von 1871 lehnt überhaupt jede Haftung für vorloreu- g."gangene Sendungen rm Kriege ab. So weit ^vollen wir nicht gehen. Wir überlegen, ob man nicht aus andere Weise den Beschwerden des Publikums abhelfen kann.

'Abg. Tanbadel (Svz.): Durch Erhöhung: der Post- Telegraphengebühren sollen weitere 125 Millionen Mark Steuern aufgebracht norden. Tie Wiedereinführung der Einschreibevakete wäre cur Schutz gegen die Diebstähle. Wie lang*' soll die Porlchreiheit der Fürsten noch dauern ? Die Osünorkenrulage dcrtt nicht wieder eingesührt wettüm.

Abg. Hübrrch (F.Bp.): Wenn der neue Staotssekretür auch im Gegensatz zu seinen Vorgängern nichtvom Bau" ist, jo hat er doch bereits seiner modert ren Geist be- wreserr Tie LebeuSmittelmrsschüsst für das Perftmal bannten l^der rnwlge der Knappheit praktisch nicht viel schaffen. Erfreu^ lich ist, daß die Verwaltung zum erstem Male die Berustzvcredre anerkmmt hat. Die allgemeine Notlage der Beamten wird durch die bisher bewilligten Zulagen nicht ausgeglichen Tie Hilfs aktum hat erzt eingesetzt, als die Beanttenschaff mirttckafttick^ zu veffinken drohte.

Der Redner bringt dann zahlreiche Ellrzelloänsche der Be» amtenschaft vor.

Das Haus vertagt sich.

Donnerstag, 3 Uhr: Weiterberatuny, ferner ReichSeifew.

bahnen.

Schluß ^/z8 Uhr.

Ans Stc^HK nnd

Gießen, den 18. Avril 1918.

** Hundetvllwut. Das Poli^eicnnt teilt uns mit: Nachdem die mikroskopische Utttersnchung Kv-eifelssrei er­geben hat, daß bei dem in der Stadt Gießet Vwrge^vnrmenen Fall tatsächlich Hnndetollwut Vorgelegen hat, 'nelmten wir Veranlafsmug, die Bevölkerung erneut aus strengste Ein Haltung der von dem GroßlierM>glichStt Krersamt Gießen erlassenen Anordnungen hinzuweisen. Die Gefahr der lieber- tragurrg der Dvlliout aus Menschen darf nicht unterschätzt tt^erden. .Hunde müssen auf der Straße mit Maulkorb versehen und an der Lerne geführt werden. Frei um'herlausende Hunde werden erngefangen und müssen getötet werden. Wie das Polizei amt mitteilt, ist die Schutzmarrnschaft zu strengstem Einschreiten angewiesen, und ein solches hat auch bMits rn einer ganzen Arttahl von Mlen stattgefunden. Es darf lvohl an dieser Stelle die Erwartung ausgesprochen tverden, daß die Hnndebesitzer ihren Verpflichtungen gegenüber der Allgemeinheit Nachkommen. Die Bestinrmungen gelten nicht rrur für den gebauten Teil der Stadt Gießen, sondern für dir garrze Gemarkung und darüber lffnaus sür das gesamte von dem Großh. .Kreisamt bezeichuete Sperrgebiet.

** 8. Kriegs a nleihe. Die Angestellten und Arbeiter der Tabakfabrik Klingspor, hier, brachten zur 8. Kriegs­anleihe insgesamt den Betrag von 68 760 Mark auf.

Dessen-Nassrm.

Der Raultmord in Höchst.

Höchst a. M., 17. April. Der des Mordes au dem Mn» idTTtetiffflrrer Fuchs lln Höchster Brauhaus driuseiw verbäckt ligc Arbeiter Ludwig Reuno üvurde Dienstag vormittag u.Mcrj starker Bewachung vom Frmrkfurter llntersuchungsgesängnis nach Höchst überftllm. wo mrter der Leitmrg des Staatsamvalts Becker* irnd des Landrichters Böger.aus Wiesbaden ein eingehender Lokal termm statt fand. Me Zeugen, die im Brauhaus solvvh! als auch m den Farbwerken dem Reim» .wgcuüibert^esteM wurden, er­kannten in diesem ouSncchmslios den Bettler vom Ostersamlstag nachmittag nneber. Bekanntlich leugnet daß er an diesem

Tage vor dem slNvrde.noch in Höchst gewesen ist. Trotz der er drückenden ZeugeTurussoge bestreitet er seinen Aufenthalt am Samstag m Höchst und meint, dos müsse früher gewesen sein. Selbst Jugendfreunden gegenüber, mit denen er Samstag nach­mittag in Höchst Zusammen war, leugnet er in hartnäckigster Weist Auch ein Appell, den der Achter am Tatort an Rennvs Gewissen richtete, vermochte dic Lliuhe des Burschen nicht Au erschüttern.. Ebenfalls weiß er die zahllosen Blutspurim und Hirnrefte an seinen Kleidern iricht zu erklären. Me an ihn gerichteten Fragen dwrttwvrtet er mit einem oder Ich weiß nicht." Nur dem

Döäbchen, bei dem er mn Ostersonntag früh in der Tvminrkanergas \\ Unterkunft suchte, üemet er sich infoferu, als er ihr erMLte. daß er von HüM käme. Damit hat er uuvorsichtigerweise zugegeben, daß er wÄhrend der Mordnacht doch in Höchst geweilt hat. Fest gestellt nmrde auch, daß ^stenno mehrere Nächte bei Fuchs im Masckinenrmnn des Brauhauses zugebrackst hat. Nur sür dic Nächte &ami Freitag mch Mrm SamStag der Osterwoche konnte Reniws Aufenthalt bisher nicht ststgestellt weiden. Nach neunstündiger Bernelmnrng wurde R«un> spätabends nach Wiesbaden über-