Nr. 88 Zweiter MM
Steiner Anzeiger (Generalanzeiger sSr GSerhesien)
Vlenrtag, J6. AM (9(8
Ge-entliche rlundgeLung zur 8. llriegscmleihe.
—m. Gießen, 16. April 1918.
Tie temt ObrMftgerm eister 'auf gestern abend in den großen .**? Furstenhof berufene öf.'mtliche .Knndgelm^g zur
v.MtegSMireft^e hatte leider nicht die außerordentliche Beiteiligttng MftUMvftseir, die m Anbetracht der Wichtigkeit und Bedetftimg des» ^pecke>Z E Pllrtze gewesmt wäre. Taftft war aber der gespendete tta >-0 erfwnlicher. Ws erster Redner des Abends sprach Geh. toorml Professor Dr. König und führte u. a. aus:
m will ich sprechen zum Herzen. Nicht Ihren
xxws^md rufe uh an, zondern Ihr Gefühl, nicht an Ihre Köpfe, sondern^ an I7)re Herz»en appe'liere ich. Tenn was mu tun in incfcc Seit der .^icgsmrleihe W-erbung ist ja ein Teil, tcud nur em r^nza^r Teil dos Riesenkanw.o?, deir unser Vaterland kämpft, inDmr Zvampse ist ,es die Begeisterung, die sich mit der Kraft peoszngen nruß, wenn der Sieg errungen ^werden soll. Lesen Sie die IxpMz über die letzten Kämpfe an der Oise, an der Lhs! Wie wovon unsere Tvwppen imstande., so Geivaltiges zu leisten, wenn dre ^M«ung sie nicht hinwvgtrüjge über alle Hindern sise! Und E.^.wrr all sder Hermatfroirt steheil, ztvar in einem ganz iMgeflhrbchen Kampfe, aber bvch wuch im Kampfe, uns sollen in SLunde auch die Herren schwellen in der gleichen $8o gelfdernng, die imtfere lÄmpftndcn Truppen draußen erfüllt, mrd wer ^oAe«^ uns mrsevnr Aufgabe^ hiwpchen, erfüllt von der Freude de r Datlocrßt and den Leistungen unseres Volkes in dieser schwkUN. g«r»ltigsM Ze< Yin-l 7 eriss«l von dein stoben Bewußtsein,
, wLtzarüerten gt dürfen an der großen Entwickkung im serös Bater- ' m Deutscher M sein in dieser grüßten Sllnrde deutscher
Gefchichte. Aber <3fa werden Vrtir einen (Umwand erheben mit ccwm alten Ssjcnche, der da sagt: In GÄdsack-en — und im Geld- \™hp} bandÄt <51 sich ia schließlich bei eurer Kriegsanleihe —, in GeDsachen hört die GomEchSüt mch. Wenn es sich um Geldes chäMlrrrÜLät. daarrr soll man, werden Sie sagen, nicht mit dem GchüÄ entscheide», nicht «rrs eurer Walsirng^des Herzens lieraus hmrdÄn, sondern mit kühl, abwägendenr Verstände. Abrn aber das M-ftbchtlichc hmans idd uns die Angelegenheit doch nicht zu ernem Geschäfte werden. Nicht der eigene 'Nutzen soll beu Aus |ö)kT4 gebejt, wr-wr wir Krieg-sanKnhe zeichnen, so sehr es auch der «Ltaat versteht, uns mit unserem eigenen Vorteil für seine Sache ?u gewinnen. Aber die letzte tveroonde .Kraft dabei — da^ werden px tetr gewiß ergeben — soll ^wch tatsächlich nickft der G^anke an den eigenen Nutzen fein, sondern der- Gedanke an den Nutzen, den mx dem Vaterlande kauet Leisten. Und ivenn wir so denken, dami es sch ließlich dach das Gefühl unserer staats bürgerlicher Var- anttuortlichkeil rmd die Lftche Hu unserem Vaterlande, die uns die lyttec führen, werrn wrr die grünen oder weißen Blätter untere Mchnen. Und rmn frage ich mich, ivcwon soll ich z'u Ihnen rrm Ihre HnAn tzn packerc? Wir stehen im Kamps, und <ü^s Kämpfen ist cm Vergleichen, ein Messer der .Kräfte, dtatio nale Kräfte, natwnccke Eigencrrdm stehen in schwerern Ringen g-ege-rreuuMder, und die Verschiedenheft der nationalen Eigen ?^rl ch za wohl im Letzten Grunde die Ursache des ganzen tragischen Gescliehens. Wre anders geartet sind wir und unsere Gegner' SEm wrr lernen vvn ihnen? Vielleicht manches. Und ich frage mach, ob wrr vielleicht gut täten, die Methoden der WnÄina, wie ne bet solchen Awäsien ftr Englmr-d urrd Amerika üblich sink auch iHUUÄä omKrorkmden. Da twißten svir die große Lärnrtrvmmel Achrm, imchtcn SrtrvßenLuftüge veranstaltet mft Fahnen mrd- Musft trup riesigen PLaLrten und läuten Ansprachen an den ^toa’onvtdai. Aber diese Art -ist wahrlich nicht unsere Art. Oder 'r^i«wrr welleuhr von unseren Ge-gnerit nachahinen, daß sie ^wensclwüen arq^fcüt, sich tu km blödesten '^säsimpsungen ^geheu, Greue.MärchM erzähle mrd ein Gewebe schmutzigster wmnem? Wir Deutschen — das dürscn wir, glwcbe ich, nitt Stolz trjr. »uns sagen —wir haben es nicht nötig, w«der inft der großen ^aruirvommL herumOft.au sen, noch «nrf niodtnae Leiden- ,(haften Mi spekultevm. wenn wir unsere Volksgenossen werben !vollen für den Dipnst Unseres Vaterlandes. Damft will ich nicht dem Vergessen das Wort reden. Ich möchte sagen, wir Deutschen ^r'S. jemals vergessen, was uns unsere Gegner an Schmach irnd Beschanp,img«n rn dieser wilde« Zeit angetan haben. Doch es imrd ja wohl auch darüber einmal das Gras ivachsen, mrb es m-ä) i<x taelleiclü — ünd sagen wir, hoffentlich — einmal eine Zeft komnten, rn der die Völker sich verstehen und jedes die Eigenart des, .rnderm würdigt und gelten läßt. Von uik- Te-at- W*Jcr, p ^ itfa immer gar zu sehr geneigt gewesen sind, alles F^mdlmtd'ljche zu überschätzen, möchte ich Höften und lvüns.üen daß wir durch die Erfahrungen dieser Zeit einmal gründlichst vom der Ausl änderet kurrert sein möchten, daß wenigstens unsere, Generation nach dein Kriege eure stolze Zurückhaltung allen den^n gegenüber bewahren möge, die sich ftr diesen Jahren am deutschen Volke und am deutscher Geists so gröblich versündigt haben T.as sollten wir uns bei jeder vaterländischen Feier immer von neuem geloben. Aber gleiches mft gleicheni erwidern und nach Rache und Vergeltung schrmen, das wollen wir nicht, uub das haberc wir um so lveniger rrötig, je sicherer ivir der Ueberzeugung leben können, daß wir iir diesern Kampfe nicht der miterliegrntde Toll sein werdeir. In diesen Wochen, in denen mrsere siegreichen Truppen Unseren, zähesten rnrd gefährlichsten Gegner zu Bobeu werfen und es ihm heimzahlen, was er an der Kultur der gauzen Welt verbrochen hat, als er feilt Gerumnentum verleugnete und,
sich mft den routarrischen und slawischen VMent gegen uns verband, in diesen Zeften unerhörter militärischer infolge steht die Freude an den Taten unseres Heeres und das Bewtißtsein unserer Unbesiegbarkeft über allenr. Die von der.Leidenschaft verzerrten Fratzen unserer Gegtrec verschwinden vor iien strahlenden Gelichtern. unterer deutschen Sieger.
Ter Redner entwarf sodann ein lebhaftes Bild von seinen Frontemdrücken, von der siegessicheren, zuversichtlichen Stimmung rmiever Truppen, ihren nnvergleiMichen Leistungen im Feld und Etappe und fuhr fort:
Wenn die neue Werbtmg zur Zeichnung einer .Kriegsanleihe ertönt, so ftagt man wohl: Wohin sind die früheren Milliarden gekommen? Sftrd sie alle sür die Versorgung unserer Truppen verbraucht und zu Werken der.Zerstörnng varschosseir worden, in der Luft, unter dem Wasser und.unter der Erde? Neben den zerstörenden Kräften sieht man dort 'draußen auch die schaffenden, die bauenden Kräfte an der Arbeit. .Man sieht tue gigantischen Ver- te^digulngswerft, die ungeheuren Acassen von «Eisenbeton, die als SiegsrwdUellung oder Hindenbu.rglinie oder wie sie sonst noch heißen nchgM, ftr die Erde versenkt werden. Mer n,an sieht auch die gewaltige Arbeit, die ;n >der Herstellung von Straßen, von -drücken, von Eismbahnanlagen, dauernd in -deir besetzten Gebieten geleistet ivird, u.nd man gctennt, daß die Summen, die der Krieg verschlingt,, doch auch Zinsen tragen in Werken des Friedens, dre den Krieg überdau-ern. lind dieser Enidruck wird
verstärkt, tvcnn wir dann atls den besetzten
^bieten, ans den Gegenden, in den-en. die dumpfen
Kanonen schlage von der Front noch andauernd hcrüber-
rönen, zurückkehren in unsere friedliche, .von allem Kriegslärm ver- >ch«vnt .gebliebene und doch mjft ihrer Mvnzen Tätigkeit auf den
Üllteg eingestellte und gerichtete Heimat. Wie großartig kommt uns diese Kriogsarbeft, die in lunserenr BatMande bis in seinenj klemstien Winkel hinein geleistet wird, zum Bewußtsein, besonders letzt im Frühjahr, ivenn wir durch unser Land fachen oder wandern und überall sehen, wie die Lanllbevölkerung, alte Männer, Frauen und Kinder als Ersatz der fehlenden Diamreskräfte, Rindergespanne als Ersatz der ft hl enden Pferde an der Arbeit sind, um tal Land zu bestellen in die-scn. schönen, tvockaurn FBihlingstagen, ützd werni wir einen Blick hineintverfen in die Fabriken, in denen mit fiebernder Hast gearbeitet wird an.allem, was imr brauchen zu unserem E Kampfe und zu unserem llnterlchte, oder wenn wir hineinblicken in die Mnfter, die den gairzen gewaltigen Organis- mus zu leften haben. Mer halt! Mt diesem letzten Gedanken kommen nur am Ende mif eine ganz gefährliche Straße. Demt schon höre ich von allen Seiten die Schreier hevangelausen kvuuneu: ,,W'as Aernter! Organisation { Verordnungen! Der Teufel soll [re holen allesamt l" Uub nun geht es los, das Schimpfen auf k'e vielen Ver^ndnicnge-n. Gewiß, es ist Ales mögliche nicht so, tvie es sein sollte, es könnte utauchjes besser sein. Tie Zeit ist krank! Jede Zeit krankt nänllich immer an irgend etwas, und das Gifte ist uux, daß sie an dieser Krankheit nicht stirbt, und voir sterben ja auch nicht daran. Solange der Mensch noch schmkpst, so lange lrbt ec ja, nn.d da wollen wir gelegentlich gründlich mit-, sch.mpsen. Tas tut guftnnd ist eine Befteftl.ng.. Aber wenn uns die Herren Nörgler und Schreier hier in mrsere Kriegsanleihe hin- einreden ivollen, dann lvvllen -vir ihirk'n doch znrufen mit tmserem
großen Arbeit, die in unserem Baterlande geleistet wird, mit- zuarbeiteu, mitzuwirken uns mitzustetiern, wenn der Staat uns sagt, daß er uns und unsere Kräfte und unsere Vtittel braucht, lieber solche kleinliche Empfindungen tvollen nur uns doch hin- tvegtragen lassen. Ta setzen wir uns in ein Flugzmg und steigen mit unseren Fliegern enuxrc von dieser staubigen Erde hinauf in die reinen Hohen des Luft-neeres. Je höher wir steigen, um so llei- nec werden die Menschen und ihre Winke, die Städte schrumpfen zusammen, aber weiter und immer weiter dehnt sich unter unseren Blicken das Lan.d, das Vaterland mit seinen Feldern und Wäldern, mit jeinen Bergen und strömen, und \z höher wir steigen, um so deutlicher sehen wir, wie die Wohmmgen cher Mmschen eingebettet liegen zwischen seinen Höhen.und Tiefen, wie es sie umfaßt und trägt. Wenn wir von solchjer Warte blicken, dann verschmelzen wohl alle Empfindungen, die ich Ihnen zu wecken versucht habe, alle Bewunderung und Begeisterung und Tanlbmlnt in denn einen großen Gefulch der Wicht, die wir gegen unser Vaterland 3 >i erfülle.: haben^ und in dem einen Entschluß, ihm zu geben, was wir sind und was wir haben. Im Anschluß au die mit großem Bc.fall ausgepommenen Ausführungen sprach Justizrat Grüne- w a l d über das Technische der Kriegsanleihe und betonte besonders:
Zweifel, die bei den ftüheren Anleihen noch eine Erörterung verdienten, sind beseitigt: Es wird wenig mehr liber die Siche c- bicnt der Anleihe, nichts mehr über die törichte Furcht vor einer S o n d e r st e u e r, nichts wehr über die vermeintliche k r i e g s v e r l ä n g e r u b e Wirkung zu sagen sein, ebenso wird man nicht mehr gegen die Ansicht xu kämpfen haben, als ob derjenige, der Kriegsanleihe zeichnat, ein Opfvr bringt. Größeres Interesse als früher scheint sich mir den N e i d' s s ch a tz a u iv e i tun gen zuzwvendeu. Tie ä^prozeutigen Schatzanweisnngeif werden nach einem Tftgungsplane verlost, der sich in W:< Jahren abwickelt. Tie Auslositng der mit der 6. .Kriegsanleihe neu geschaffenen Schatzanweifungen hat unterm 2 4. Januar 1918 begonnen. 4 Gruppen derselben sind ausgelost und werden am
1. Juli zurückgezahlt mft 110 des Nermwertes. Wer somft im Frühjahr 1917 Reichs sch atzanweisim gen gezeichnet hat und wer Glück hatte, hat außer der 5 prozentigen Verzinsung 12 Prozent gewonnen. Es werden jährlich zwennal Mslosnngerc vorgenommen und zwar die nächste im Juli ls. I. Sie betrifft die 6. und 7. Kriegsanleihe in Gruppen imd zwar zweifach für die 7., weil beide AnleiheiF einander völlig gleich sein sollen. Es bietet sich also in der Tat dem Zeickmer von Reichskricgsanleihen eine gute Gewinnchance, da die erste Kündigungsmöglichkeft 1927 ein- -tritt und der Inhaber der gekündigten Papiere das Wahlrecht besitzt, entweder den Neirnwert oder 4prr>zerriige SchatzanimisnnMw zu enrpfangen, die dann mit 115 M. ausgelost :verden, und da ferner, was nach weiteren 10 Jahren nicht ausgelost ist, wiederum entweder zum Nennwert oder in 3^/2prozentigen zu 120 verlosbaren Schatzanweifungen zurückgezahll wird. So stellt die Tent- sche Reichsschatzanweisung ein ideales Anlage Pa Pier dar, bei dem niemals Verlust emtreten kann, mtd das von Sparkassen, Fonds,. Stiftungen, Genossenschaften schon aus Gründen der Bilanzierung gerne genoncmen werden wird.
Eine Sorge tritt mit dein nahen .Mogsende stärker hervor: Wird^der ^ Kaufmann und Industrielle, der Landwirt und der Gewerbetreibende seinen Geldbedarf nach dem Kriege mft Kriegsanleihen leicht befriedigen können oder mft anderen Worbten: wird er die Kriegsanleihe veräußern können, vhne Verlust zu erleiden? Bei der Beantwortung dieser Frage will ich zunächst absehen von der Lombardierungsmöglichkeit: Tie Reichsdarlehens-' kassen sollen noch 4—5 Jahre nach dem Kriege kstehen, nud sie gewähren Darlehen bis zu 80 Prozent des NennwertL. Ich will auch zunächst absehen von dem großzügigen Plane der Reichsbank, ein Jnterveittionssyndikat zu errichten, und vielmehr mich beschäftigen mit der Frage der Kursbeständigkeiv der Anleiheit. Ter Ktrrs des Papieres wftd bestimmt durch sernert inneren Wert, seine Erträgnisse und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Der innere Wert der ReichsanKihen ist der t>enk- bar beste, da sie ciTie Ge samt Hypothek ans dos Vermögen des Teutsck>en Reiches und seiner Angehörigen darstellt, die niemals notleidend^ rverden kann. Wenn man Jndnftriepapiere ihr gegenüberstellt, so ist ?/d_ beachten, daß die deutsck>e Industrie erst dann nutzbrir^gend arbeiten und Tividenden zahlen kann, wen« das Reich in Frieden und mit Erfolg arbeitet, die VerpfLichtungen- die die Verpfändung zn gmrsten der Reichsanleihen ihm auferlegt, tinnktlich erfüllt. Tas Erträgnis der Rcichsanleihe, eine Ww- zinsung zu mehr als 5 Prozent ist ein hohes und wird ein relativ hohes bleiben. Ich tolle nicht die Mim mg derer, die ein Ansteigen des Zinsfußes nach dem Kriegs im allgemeinen erwartmr. In dieser Hinsicht ist zunächst zu beachten, daß alles Geld ft» Lande geblieben ist und daß bei weitem nicht alles Geld in! Rcichsanleihen angelegt wird. — Sparkassen und Banken schwiuv- 'men im Geld. Tie Nachfrage nach Geld wird nicht in hohem Maße Und nicht überraschend eintreten. Tie Ausgaben ftft Rohstoste werden nur langsam anftiachseit, da der Ankauf der Rohstoffe fär die deutsche Industrie infolge der Valuta- und Tonnageverhältnisj^ zunächst nur in beschränktem Maße möglich sein wird. Es kommt hinzu, daß viele Stoffe nicht niehr vom Auslande bezogen werden, sondern int Inland produziert rverden. Tie Kursöeständigkeit der Reichsanleihen wird dadurch beeinftußt, daß das inländische wegen der hohen Verzinsung und der absoluten Sicherheit ferner aber auch deshalb in Reichsanleihen angeürgt , weit sich andere Anlagemöglichceiten kaum mxh vteten. Mer auch .das Ausland, insbesondere das im Besitze hoher Kriegsgewinne Oesindliche neutrale Ausland. zeigt bereits jetzt erhebliche Neigung, die deutschen Kriegs, anlcihen zu erwerben und dies wird rcach dem Kriege in steigende« Maße der Fall sein. — Ter Kredit des Deutschen Reiches, dci Respekt vor seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeft ist durch den .Krieg erheblich gewachsen! Zu diesen Monienten komnten noch die Bestrebungen der st a a t l i ch e u Geld Wirtschaft, die Zinsrate zu drücken, so namentlich die geplante Ko ntingentie-i rung der Emissionen. Neues, Anlage suchendes slapitak wird dadurch entstehen, da viele Besitzer von Reichsanleihen in der glücklichen Lage früh, ihre Zinsen nicht zu verbrauchen, so daß in 10 bis 15 Jahren eine Verdoppelung des Kapitals stattsindet, das ebenfalls angelegt werden wlll. Ich schließe aus biefen Ms-, ment, daß an ein Fallen des Kurses der Kriegsanleihen bzw. ar eine Steigerung des allgerneinen Zinsftrßes nach dem Krieg« nicht zu denken ist, daß vielmehr der .Kurs der Kriegsanleihen^ insbesondere der, )vie schon erloähnt, große Gewinnchancen bie^ jtenden Schatzanweisungen, steigen wftd. Kauflente und Industrielle, Gewerbefteihende und Landwirte werden daher nicht gi:t tun, ihr Kapital brach liegen zu lassen oder es zu niedrigem Zinsfüße bei den Banken zu Verivahren, sondern sie werden llug tun, cß in Kriegsanleihe anzulegen. Wir wissen, daß die Kriegs-, anlcihen privilegiert sind bei der Zabllmg verschiedener Steuern, und daß sic beim Ankauf gewisser Materialien zurr Pari-Kurse angenomnrcu werden. Wäre es mrders, waren die Er^ Wartungen, die ich hege, bezüglich der Kursbe ständig keil der Ktiegs- anleihen, nicht zictrefftnd, so ist darauf zu verweisen, daß seitens, der Reichsbank im Einvernehmen mit den Großbanken großzügige Vorkehrungen getroffen werden, welche besftmnft und geeignet sind, den Kurs zu halten. Ein Jnterventions-, s y n d i k a t wird die etwa in den Markt kommenden Papiere auf- nehmen, so daß schwimmerftes Material nicht den Kurs zu drücken vermag.
mittet und sonstige DsrrZie; trn&wh schMich- Ma sch inen urrSGemissotv Wsrlzeug; Kabrikeittrschiungsn w KenzuHehöngenMaschinsn iLnSGereier
iü-ei Derkäufen und Versteigerungsn aus Beständen der Heeres- und Marine- verNaKung kann die Zahlung vorzugsweise durch Hingabe von Kriegsanleihe gsleißst werden. Käufer, welche die Bezahlung in Kriegsanleihe mrbielen, werden bei sonst gleichen Geboten in er-sier Linie berücksichtigt. Oie Vorschrift zur Bevorzugung der Kriegsanleihe gegenüber der Annahme baren Geldes erstreckt sich auf alles, was zur Abgabe an dis Bevölkerung frei wird, also insbesondere tzftröe, Fahrzeuge und Geschirre; F eldbahn ge rät, MotorlotsMotiven und Kraftfahrzeuge nebst Zubehör; Futtsr-
Eften, Stahl und andere Metalle; Hol? und sonstiges Ban- material; Wsbsioffs und Rohstoffs aller Art. - Dir Knegs>rnleihe wird zum vollen Iünnbstrags angerechnst und bis zur Höhe des Kauf- oder Zufchlagspreisss in Zahlung genommen. - Als Kriegsanleihe in diesem Sinns gelten sämtliche S°/oigen Schuldver« schrsibungsn des Reichs ohne Llnterfchieö sowie die seit der 6. Anleihe ausgegebenen 4Vr°/«igKn auslösbaren Sck-ahsnweisuugerr.


