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Kt. 84 Zweiter Matt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesfen)

Donnerstag, U. April ( 9(8

Uamj/rJKkUarMaiia.'itrttou irffcUiM*

_xwaitja:

Aeder die HurseniroicTelang der Nrieasauieihrn im Frieden.

Von L. E s ch io eg e.

Welcktien Kur^ werdet unsere Kriegsanleihen im Frieden Hab«,? Das hüing'k in erster 'feijK natürlich von t>_'nt Ausgange des Krieges a'>. Nun, in dieser Hinsicht wiv'y je&t, wo unser gefährlichster Feind unter Hindenburgs r ziffanlmenbricht, wohl selbst

ü?r kälteste Rechrcer beruhigt sein. Der ungeheure Nu hm, den Deutschland durch seine beispiellos dastöhenden Siege aus den SäÜacktfekdern und in den Mörkstäcken zu d-ause errurrgm bat, wird beiden Kapitalisten der g >'U Welt nach allen psychologischen Erfahrungen einer Weise r wxigondrsllsch wrrlvir, das; die deut­schen Krieg Sau/ «Iwn oor-aussi.cl-.ttch Mm inteniationalen Standard­papier werden, so wte es vor dem Kriege di englischen KonsvlÄ nxiren. Dabei inivd der Umstand. das; unsere Krieg >an lei Heu einen doppelt so hoheo Zirrsansprnch ge.vähren, ,oie iontc, sicherlich daz-u Ertragen, den. Reiz, den,sie aus das internationale Kapital ausüben werden, nicht unwesentlich M erhöhen. Die hievaus zu erwartend« Nach-fragewird sich r:«ch menschlichem Evmiessen auf viele Milliarden belaufen, tvvbei die riesige Kapibcttfülle zzu berückftchll-Ml bleibt, bereit sich die neutralen Länder auf Grnnd il-rer Krieg«gewinnt erfreuet!.

Wird diese miAiändische Nachfrage aber genügen, uni das Der ^ kaufsbedlirsins ausztufteichen, das bei vielen inlüindischen ZeicktunN nach Wiederaufnahme der Fried ensar beit zutage treten unrd? Adan hat sich, offen sei es ausgesprochen, über diesen Winkt ,in unseren leitenden Fmauzkreiseil einige Sorge gemacht, daher ilt ans alle F-älle für die Zeit nach dekn Kriege eine großAügvg'e UnchahN'.e^ aktion vorgesehen. 5)eutc aber sind maßgebende Beurteiler der finaniziellen Vorgänge über^uigt, das;, so, gute Dienste die ge­plante Ddastnahme als Mittel Mur Bekämpfung etwaigen Mip trauenis leisten kann, diese doch praktisch kaum in Tätigkeit treten wird, weil nämlich der Miarkt aus sich selbst heraus so stark fern wird, um solcher sdil.se von allsten cntraten zu können. Wieder Krieg alle militärischen Maststäte früherer Zeit hinter ich) lief), so, hat er, dank dein Umstande, daß die Gewänne au KniegMeserungeu im Inland blieben, einen derartigen Anla-gehunger bei unseren; eigenen Kapitalisten erzeugt, daß es trotz der bisherigen Kriegs­anleihen innner ch/wieriger wird, ihm, Befriedigung zu verschaffen.. Dabei ist aus einen Punkt hinzuweisen, den- bisher anscheinend nicht geirichend Beachtung gefunden hat, nämlich, dast bei einein Zinsfuß von 5 0 o das Kapital, dessen Zinsen ui .1 verbraucht 'werden, sich sciwn innerhalb von 10 Jahren verdoppelt, gegen etwa Id Jahre bei erneut -1 «/oigen Zinsfuß. Da sich nun ein großer Teil unserer Kriegsanleihen in solchen Kreisen befindet, die in der) glücklichen Lage sind, ihre Zinsen nicht verbrauchen zu müssen, so leuchchet ein, daß das Nachwachsen von anlagebedürfttgem Kapital heute viel intensiver vor sich gehen must, als unter der .Herrschaft des billigeren Zinsfußes. Heute steht bei uns die Sache so, dast beliebte Anlagepapiere, wie Städtean Leihen, Hypothekelrpsanö-- briese, Obligationen großer Industrieunternehincn usw. kaum noch zu hoben sind. Dieses außergewöhnliche AnlagebedürsniS wird natürlich im Frieden nicht bestehen bleiben, anderseits aber must man sich des Gedankens entscUagen, dast die. Wiederaufstillung unserer'Läger mit Rohstoffen sehr schnell vor sich gehen wird. Daran hindert, neben dem Mangel au Schiffsraum, vor allem! die Tat­sache, dast die Welt von Vorräten zum großen Teil entblößt ist. Sie sind einfach nicht erhältlich. Das ist aus mancherlei Gründest gewis; sehr bedauerlich. Für den heimischen Kapital,nackt aber ist Dieser Mangel indirekt von unberechenbarem Vorteil. Denn damit entfällt für einen große n Teil der Zeichner He Veranlassung, ihren Besitz an Kriegsanleihen zu Geld ,wachen zu müssen. Die dies- lchgüglich gehegte,: Befürchtungen erscheinen demgemäß mit der Dauer des Krieges immer weniger begründet zu sein. Nach alle­dem erstt-eint die Furcht vor einem plötzlich hervor tretenden %n* gebot in Kriegsanleihen und daraus zu erwartenden Kürsrückgairgi nicht nur nicht berechtigt, man wird im Gegenteil auuehmcn können, das; der Kurs mit der Wiederkehr des Friedensziustündes' aus. den eingangs angedeuteten Gründen eine steigende Richtung! Einschlägen loird. Wohl werden alsdann das Reich, die Bundes­staaten und (Gemeinden an den Kapitalmarkt heran treten müssen. Mer solche Mammutanleihe, l, wie im Krieg, kommen dann nicht mehr in Frage. Vor allen, wird Man dann kann, nötig haben, einen 'Zinsfuß von 5 o/o M bewilligen. Die Ausgabe von niedrig verzins­lichen Titeln wird aber automatisch eine Höherbewertung der höher verzinslichen Kriegsanleihen herbeiführen von dem Liebhabern Preis ganz abgesehen, der diesen Dokumenten über ersÄlte Kriegs-, Pflicht vermutlich bewilligt werden wird. Ob der .Kurs autz 110°/o oder noch da rüber hinaus gehen wird, darüber mögen si ch di e Sachverständigen streiten. Für die Zeichner auf die 8. Kriegsan­leihe genügt es zu wissen, daß sie mit den, Erwerv dieser absolut! sicheren, hochverzrnslichen Anlage auch die Aussicht auf einen guten .Kursgewinn erwerben.

Flugzeit ginsasse schtver verlüundet gerettet wurde, was, m,t >.en zweiten geschah, konnte ich nicht sejlstellen. Wahrschemlte' l»ai in den Fluten den 'Tod gefunden. DaS Flugzeug war auf eu ^ Klippe. He im Wasser hervor stand, ausgefahren. Der dritte such bestand ans einer Probefahrt aus derFliegerztel^trsbccht- Die Dahn ,var folgendermaßen gebaut: Auf einen, ctm oOOgHcter hohen Berg wurde in einem Halbkreis den Berg herunter Schienen sträng gelegt, auf welchem gepanzerte Wagen nut enteilt Flugzeugbeideck liefen. Der Wagen wurde Mittels emer Dampf­maschine an steilen Anhängen heransgezogen. Die Halbkre.emyn nmr ungefähr 2'/. .Kilometer lang: der Wagen war mit einen selbsttätigen Bremse versehen. So begannen d,e Engländer ihren ersten Versuch. Wir selbst mussten uns etwas oBicitö stellen und io nuten das Sckian spiel se»-r gut beobachten. Nact>dem der -.Pagen l en Berg hin-ausgezogen war, wurde, er oben losgelassen unv auste mit blitzartiger Geschivmdigteic die steile valbcren.>bahn herunter. Ein Flugzeug verfolgte den Wagen. Doch zum schrecken per Engländer versagte die Bremse, der Wagen raunte m voller Wnchi unten gegen einen Felsen, wo er völlig zerichelltc. W,r konnten ein lautes Gelächter nicht unterdrücken, ivas He Engländer in noch größere Wut versetzte.

An einem Tage darnach war es wieder einmal äußerst stür­misch. Das Ueberfahren ging morgens noch glatt vonftatten. Doch gegen Mittag setzte der Sturm immer heftiger ein. D.e Wellen aus dem See gingen schon über 1 Meter hoc.;. Der Regen fiel in Strömen nieder. An eine Uebersahrt war deshalb nickst zu deitteu. Die Motorboote wurden an den Strand geschleudert, wo sie völlig

So schwand die Zeit träge dahin. D die Gefangenen lag noch in weiter Ferne.

(Fortsetzung folgt.)

ersehnte Freiheit für

Arrs Nttd

Gießen, den 11. April 1918.

** Abendunterhaltnng. Am nächsten Sonntag, den ID Avril, abends 8 Uhr, veranstalten im Saale des Fiirstenh«f die Vereinigten Hassia-Militär-Vereine Gießen eiuc Abend-' lluterhaltung zum Besten der erblindeten K- r i c g e r. Das Prvtpramm bietet in der ersten Hasste einen bunten Teil, iuetdKV sehr reichhaltig ist, im ^zweite:, Teil gelangt cm Theaterstück zur Darstelln-.g. Näheres sied - Anzeige.

** S t e n v g r a p h i e. Die Ste,wgraph>.'u-GesellschastGO" belsberge r" und Damen-Ableiten,g e^B. eröffnet am 12. ?kpr,l nii eher einen Neuen Anfänger lehr gang. Siehe Anzeige.

Kreis Frieblierg,.

--- Bad-Nauheim. '.0 Avril. Da-5 junge Dienstmädchen eines benachbarten Gattes erfcho-st sich aus Liebesgram. Ihr Ver­lobter hatte ihr einen Msagebrief geschrieben.

Krcis Wetzlar.

ra Wetzlar. 9. April. Nach einer Bekauntmachnng der Provinzialsleischstclle dürfen im Kreise Wetzlar Viehmärkte nur in Hr Stadt Wetzlar abgehatten werden: die für Braunfels, Hohensolms, Leun, und Schivalbach au gesetzten Viehmärkte smd bis auf weiteres verboten.

Wetzlar, 11. April. Unter 400 Bewerbern wurde Re­gien! ligsbamneister et. D. Dr. Former- Naumburg a. S. zuM teichuftckLi Beigeordneten und stellvertvetendeti Bürgerii,erster Wetz- m>\ lars gewählt und an, Ndontag in sein Amt eingesührt.

Krlcgsgeffimjeii in England.

Eigene Erlebnisse des Smntätss'oldaten Karl Brasch während seiner Istmonatigen Gefangenschaft.

(Nachdruck Verbote:,.)

(Fortsetzung.)

Unsere Arbeit selbst bestand in dem Bauen von Flugzeug-

Erde nieder, versank aber sofort bis zu Hm Räderach'en in dem Dreck und hätte sich beinahe überstürzt. Wir mussten ihn dann fout die Landstraße drücken, von wo aus er wieder aufsteigen konnte. Ein zweites, ein Wasserflugzeug, wollte auf dem See seine Landnugsversuche machen. Auch dieser Versuch endete in tragischer Weise. Der Flieger beschrieb einige schöne Kurven und kam lang- sau, auf das Wasser nieder, ungefähr 60 Meter dahingleitend. Plötzlich gab es einen lauten Krach. Das Flugzeug bellte sich auf den Kopf und versank in den Fluten. Ich beobachtete, dast ein!

I »-7 utr -nmiMii iduipb | nmavTGJtBK'ikt «Mbnnte

w-ar, durchquert werden. Unsere Posten, die meist über 50 Z.ihre alt waren, waren die ersten, die znsammenbrachen, aber wir ballen ihnen. Nach und nach wurde auch unser Trupp ganz verstreut. Jeder suchte seinen eigenen Weg. Dazu wütete noch immer oer Sturm, der uns umzuwerseu drohte. Es ioar ein wühevoller Weg, nur langsam lam man vorwärts. Ich war mit iwch drei Rumcradei, sganz allein; die anderen hatten wir aus dem Auge verloren. Wir mussten uns also unseren Weg nach deul Lager allein'suchen. Nach ctlr-a 2stündigem Marsche gelangten ioir au ein SchäferhauS. Wir baten den Schäfer, uns für ein paar Mimtten aufzunehmen. Die Frau weinte vor Angst, als sie uns sah. Doch wir beruhigten f,e bald und rrHnrteu ihr unsere Lage. Sie umrde nun zutraulicher, und gab uns etwas warmen Tee zu trinken, w?lck>er uns in nuierem Zustande sehr zustatten kam. Dann machtet, wir uns ivieder auf He Suche nach dem Weg. Zuletzt wussten tvir aber nicht mehr, wo wir waren. Es war schon gegen 8 Uhr abends und völlig dunlel. Plötzlich tauchte ein Scheinwerfer in einer großen Entfernung vor luns mif. Wir erkatmten alslwld, dast dieser auf den, Berg hinter unserem Lager anfgestellt war. Wir hatten den ©turnt nun ,m Rücken und konnten unsere Schritte etwas beschleunigen L-o er­reichten wir auch bald den Weg, der zu unserem Lager führte, einem Graben fanbm wir einen Posten, der zusammengebrocheu war. Wir hoben ihn ans. Einer nahm sein Gewehr und wir an­deren trugen ihn abwechselnd. In diesem Zullande kamen wir m Hm Lager an, und braihten zunächst den Posten, der schon völlig ergraut war, auf die Wache. Der Offizier war völlig überrmc..., als wir ihm das Geivehr übergaben. Er dankte uns und verfprach, dast wir morgen nickst zur Arbeit heraus brauchten. Es ivar cewa gegen 10 Uhr und noch immer waren meine Kameradeil ntast ailc Hi. Der letzte Mann kam etwa gegen 12 Uhr an. In der Hütte an- gekommen, zogen wir uns sofort um. Alles, was w,r ans oem Körper hatten, konnten wir völlig ausringen. Da auf leo-e Hütte einige Tage vorher ein Oe scheu gekommen war, konnieu Ww nw-ng ^ stens unsere nassen Kleidungsstücke trocknen. Koylen oeiamen mar jedoch keine. Das H eizmaterial hatte man fick; selber zusamm en­ge stehlen. Wir brauchten tan dem -nächsten Tage auch nichts z;i ar­beiten. Viele wurden krank. Wer hier erkstankte. war ;enc schtechll daran. Ein Arzt liest sich vielleicht alle 8 Tage einmal selten. Vier Mann starben infolge einer Magenkrankheit, st^och c,ne unmenschliche Behandlung von seiten eines englische,, Arztes.mochte ich envühnen. Ein junger Kavallerkft, der schon seit 1914 ,n eng­lischer Gefangenschaft schmachlete, zog sich ein Geschwür am .»alte zu Trotzdem er sich wiederholt krank gemeldet hatte, mußte er mit zur Arbeit gehen. Eines Tages brach er beivussttos cnll der Arbeitsstelle zusammen. Er wurde erst auf Träugei, und Bitten unsererseits ins Lager verbracht. Anscheinend, hatte er sich noch eine Blnkvergifttma zugezogen. Glücklicherweise war e,n Arzt im Lager anwesend, der den kranken Kameraden sofort ,ns Hosfntal nach Glasgow verbringen ließ. Schon am näch-sten ^age kam die Nachricht, daß er an einer Blinddarmentzündung ge­storben sei. Das kowtte nun glauben, wer wollte. Un,er Lager- ältester reichte sofort einen Bericht au die Schweizer Gefaudtschaft über dieses Vorkommnis ein.

Lluch der U-Boot-.Krieg u,achte sich immer mehr bemerkbar. Oftmals blieben die Nahrungsmittel mls, und auf unsere Be­schwerden lstn envidertkn uns die Englä»iöer einfach, die deutfcyei Submarine hätte He Schiffe versenkt. So bekamen ivir einmal 4 Wochen lang kein Salz. Ter Kommandant ,agte uns, wir sollten das Salz von bei, Heringen verwenden, für He Barbaren fei es ja gut genug. Kohlen ionroen spärlich oder teils gar nicht geliefert. . ...^

Tie Schlacht in Flandern war tm Gange. Die englifch.nt Zeitungen waren nicht groß genug, um alle Artikel über die Ent entesiege aufMuehmen. Wie auch be, den oorausgegangeuen' Schlachten, so sckxciebeu die Engländer auch jetzt wieder, der Traum der stelzen englischen Kavallerie ginge nun endlich m Erfüllung. In wenigen Tagei, würde der Nhe,u überjchntten iatb das Schicksal Deutschlands besiegelt sein. Man mx ja an der­artige Lügenberichte gewöhnt. Durch deutsche Zeitungen, die auf Umwegen ins Lager gelangten, erftlhren wir ;a doch die Wahr­heit Die Niederlage der Engländer bei Cambrai erfuhren iuir auch nicht durch englische Zeitungen. Statteten deutsche Flugzeuge den englischen Befestigungen einen Besuch ab, dam, waren spaltenlaiigc» Berichte in den englischen Zeitungen über die deut­schen Barbaren zu fiudeu.

Die T}mmt$xmt schaffj'r!

2I02D

Darauf bauen unsere Feldgrauen so eisenfest wie wir aus sie. Sie stehen bis zum letzten Mann Wir auch! Wir zeichnen Mann für Mann, Frau wie Kind die VIII. deutsche Kriegsanleihe. Und wer nicht genügend bares Geld hat, nimmt eine ^Kriegsanleihe-Versicherung" beim Allge­meinen Deutschen Versicherungs-Verein a G. in Stuttgart. 5)060 M. Jahresbeitrag ergeben da­bei 1000 M. Zeichnung. Wer will jetzt noch behaupten, daß er zwar wolle, aber nicht könne?

(WTB.) Grobes Hauptquartier, 11. April. (Amtlich.)

W e ft l i ch e r Kriegsschauplatz.

Die Schlacht bei Armiuttieres ist seit dem 9. April in vollem Gange.

Die Armee des Geuerals von O.uast hat zwuchell ArmentisreS und Festhubert die englischen und portugiesi­schen Stellungen auf dem Südtlfer der LhS -'Nd. dem Ostufer der Larve g nommen. Nach Erstürmung von Bois Grenrer

Arbeit zu starlerr iSmtzjmnkten artegenanten Gekosten, Hän- sern und Baumgruppen. Unter tatkräftiger FüNrung des Generalmajors Hofer wurde noch arn Abend des 9. April der Ucbergang über die Lys beim Bach St. Mairr durch schneidiges Zufasstn des Leutnants Driebing vom Infan­terie-Regiment 379 erzwungen.

Gestern nmrde der Angriff arrf noch breiterer Front fortgesetzt. Truppen des Generals Sixt von. ?lrmin nahmen Hollebekc und die südlich anschließenden ersten engliMn Linien. Sie erstlirmten die Höhen von Meesen (Messines) und behanpleten sie gegen starke feindliche Gegenangriffe. Südlich t*m Waasten (Warneton) stießen sie bis an den Ploegfteert-Wald vor und erreichten die Stratze Ploegsteert Armeutiöres. Die Armee des Generals von Quast über­schritt an melrceren Stellen zwischen Armentiercö und Cstai- res die Lys und steht im Kampf mit neu herangefichrten em- l'rschen Truppen auf dem Nordufer des Flusses. Südlich von Cstaires haben wir kämpfend die Lame und die Gegend nord­östlich von Bsthrmc erreicht. Die Gefangcncnzahl ist auf weit über 19 009 gestiegen, darunter ein portugresischer General.

An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme mrd alst dem Süduftr der Osie blieb die Gefechtstätigkeit auf Artilleriekämpfe und kleinere Jnfanterieunternehmungen be­schränkt.

*

Vsn den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste EZeneralquartiermcister L u d e n d o r f f.

Berlin, 19. April. (WTB. Amtlich.) Unsere Torpedo- boolssLreitkräftc Flandern haben am 9. April abctrds unter Führung des Korvettenkapitäns Albrecht die militärischen Anlagen bei La Pillme ausgiebig utlter Feuer genomnren. Die Wstenvalteriett erwiderten das Ferrer ergebnislos. Feindliche Scestreitlräftc wurden nicht gesichtet.

Der Elfes des Admiralstabes der Marine.

Der neue Intendant des Darmftüdtec Hofthcaters und sein Programru.

Tie uationLlliberaleBerliner Börsen-Zeitung", die in bezug teuf Theaternachrichteu die führende Stellung unter den Berliner Blättern cirrmmnit, veröffentlicht eine längere Unterredmig eines ihrer Mitarbeiter mit dem neuen Inte nd an teil des Darmstädter HostheaterS Dr. Krätzer. Dieser ist gebürtiger Darmstädter, aber in Frankftirt groß geworden. Seinem Großvater, der Bürger- ^neister von Ncaftiz ivar, verdankt die Stadt ihr Theater. Die Theaterleidensck>aft hat sich bei dem mknmehrigen Intendanten schon als Knabe bemerllar gemacht. Aus den,'Inhalt der llnter- reHm.g ist zu ersehen, dast Tr. Krätzer aus mehr als 80 Bewerbern ausgewählt wurde. Der Mitarbeiter derBörsen Zeitung" schil­dert den neun, Intel,danten als jugciwiich schlanken, liebens­würdigen Mann mit gemütlichem Mainzer Ankiang in der Sprach- särbnikg, der einen sehr gescheiten, bei aller Zurückhaltung ziel- bermistteu und bestimmten Eindruck mache. lieber sein Programm ließ sich der neue Leiter des Hoftheaters wie folgt aus:

,,Jch loill vor allem Wert daraus legen, daß in sich, ge­schlossene, stilgerechte Vorstellungen heranskommen. Nicht die Ginzetteisttmg ist das Wefentlickw, auch nicht der szenische Rah­men, sondern der Gesamteindruck. Ich werde die Klassiker in Oper und Schauspiel pflegen, aber insbesondere auch wlche Werke, die ein wenig abseits liegen und im allgemeinen nicht allzu sehr beachtet lverden, obwohl sie es oft verdienen. Vor allen Dingen werde ich auf beiden Gebietei, dem zeitgenössischen Schaffen meine Aufnlerlsamkei^ zuivenden. Ohne daß mau jede extreme Mode milmachen muß, kann man doch in Darmstadt viel weiter gehe-n, als es sonst oft geschieht, da der Großherzog in Dingen der Kunst absolut weitherzig denkt. Ich möchte auch viele Urauf­führungen machen und junge, entwicklungsfähige Schauspieler

heranzieljen. Kurzum, ich möchte das Tarmstädter Höftheater zu einem modernen Klllturzentrum erstarken lassen. Außerdem habe ich für einen .Kunstzlveig noch besondere Absichten. Ich will das Ballett sehr pflegen, das leider bei uns ganz heruntergekommen ist, weil es keine Pflege mehr findet. Das Ballett soll nicht mehr nur Gliederspiel sein, sondern eine fortlaufende Handlung aus- drücken. Ter Einzeltanz soll wieder zum Drama entwickelt u»erben."

Schriftsteller und Staat. Der Schjutzverband deut­scher Schriftsteller hat dieser Tage in Berlin eine Versamm­lung abgehalteik, die sich u. ä. auch pnt der Standesvertretunn des deutschen Schrifttums im preußisch--m Herrenhanse befaßte. Da­bei hielt Pros. Tr. Leopold v. Wiese einen fesselnden Vortrag Der Schriftsteller und der Staat", worin er die Frage der Standes Vertretung grundsätzlich und s'vzilsagei, von innen heraus beleuchtete. Das B. T. hebt aus dem Bor trag solg-e-ndes heraus: Leopold v. Wiese hat die Stelllmg des Schriftstellers im Staate, aber außerhalb der Machborganisattonen des Staates be­gründet. Er. zeigte das Wechselspiel der Kräfte, die den Staat tragen: Mrlitärkaste, .Priester koste und Kaufmanns Liste. Tie

Priesterkaste zwingt durch die Furcht vor dem llebcrfin nfidyru die Gewalt des Schwertes und die (Gewalt des Geldes. Mft dieser -orgauisierten Ausimtzung des Geistes aber wendet sie sich schon vom rein Geistigen ab. Sie wird irgendeine pragmatische Beamten- lasie. Ter Schriftsteller aber, unter den, Segen und Fluch der Freiheit, nimmt das verwahrloste Gut des Geistes wieder in Verwahrung. Seme Stellung zu doi, herrsche!,den Mächten des Staates ist durch nichts gebunden, er kennt nur ein Gesetz: das Gesetz der geistigen Freilieit. Er ivirkt durch mchts, als durch die Ueberzeuguugskraft des Gedankens. Seine Gewalt steht jenseits aller ständischen Gewalten, seine Stimme ist nicht die einer pvli^ > tischen parlau^lttürücheu Machtvrgmtis-attvn.

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Der Schlich der Rede Lüiyd Georges.

Landen, 9. Aprtt. (WTB. Nichtamtlich.) An, Schlüsse sein« Rede sagte Lloyd George: Weim diese Schlacht verloren werdsni sollte, so ist damit der Krieg nicht zu Ende, denn so lange der .Krieg auf dem Meere andauert, w'rdeu wir keinen deutlichen F«e- dei, lannehnien, aber, werm, wie ich glaube, die Schlacht gewonnen wird, so ist das Schicksal des Preußenttims besiegelt.

Notlerdairi, 10. April. (WTB. Nichtaiutlich.) Der Lon­doner Korrespondent desNisnwe Rotterdamsche Courant" meldet noch über die gesttige Sitzung des Unterhauses: Lloyd George sprach, um die viellekämpste Erhöhung des militärischen DienK- alters annehmbar zi^. machen, die Enoartung aus, daß nicht mehr als siebet, Prozent der Männer zwischen 42 und 50 Jahren tat^ sächlich in die Armee eingereiht werden tvürden Tie Stellung der irischen Nationalisten ist dadurch etwas geschvächt, dast sie früher tviederholt mit Eistc für den Krieg eingetreten sind und erklärt habeil, Irland tei fest entschlossen, zu helfen, um einen günUgen Ausgang hrrbeizusühren. Tie Bemerkung Lloyd Georges, daß der Homerule-Plan der Regierung nicht derart sein werde, daß da­durch ernste Differenzen entstehen umrden. (Das bedeuiet, daß Ulster nicht mrterdrückt loerden soll), wurde auch von den irischen Nationallste!, mit spöttischem Gelächter ausgenommen. Die Home Rule werde, toem, sie tatsächlich dnrckiqeführt werde, die Iren nicht befriedigen, und die nationaldentendon Iren rvcrden der Re- aicruuu sicher den Vorwurf machen, daß sie zivar steh vor einen, Konflikt mit Ulster fünhste, aber sich ilber den Wctieriüind des übrigen Irland leicht hintvegsetze. Es besteht kein^ Zweifel, daß die konservative Strönumg in der Recherung in Heser Frage den Sieg davongetragon hat ,md die Liberalen emwrteu neue Kämpfe in Jrlaiib und eine neue Zeit der llnzuftiedenl-eit und der Gewalt- tätig teit.