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Nr. 82

-8. Jahrgang

T« Oktz«rcr Re «schein! tüqttch, außer Sonntags. - Beilagen:

Kktzener Familie nb fetter; lLreirvlatt

für den Kreis Gretzen.

VezuH5preir: monall. Mr. l.20, viertel­jährlich Mk. 3.80-, durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. D!k. 1.10; durch die Post Mk. 3.60 viertel- jahrl. ausschl. Bestellg. bernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristlcilunqllZ Lranlkurt a Verlag Geschaltsstelleöl * '

Uitittt «tten. Swillmgrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-8uch- u. Sieindruckere! R. Lange. Schriftleitung, SefchSftrftelle u. Druckerei: Schulstr

vtenziag. 9. April 1918

pOstscheckrants:

l. U686

Vanloerkehr: Gewerbedank Sieben

Annahme von Anzeige« s. die TageSnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbindlichkett Zeilenpreife: für örtliche Anzeigen 25Ps.,für auswärtige 30 Pf., dr Reklamen Mk. 1.; bei Platzvor- schrift 20°/, Aufschlag. Hauptschristleiter: Au». Go eh. Verantwortlich für Politik ».Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: W. Akeyer; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen.

von Coucy-

vemreoen

OT5.) GrstzeS Yauptyuartier, 8. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Av der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme blieb die Gefechtstättsteit auf Artilleriekämpfe beschrankt. Teil angrrffe der Euglärü>er im Walde von Hangard, der Fron zvstn bei Grivcsnes scheiterten unter schweren Verlusten.

Auf dem Südufer der Oise zivaugen unsere Erfolge vom i>. April den Feind, noch in der Nacht vom 6. zmn 7. Teile ferner Stellungen zwischen Bichancourt und Barisis zu räu­men. Gestern führten wir rmsere Angriffe fort und warfen den Feind nach Einnahme von Pierremand? und Folembray auf das westliche Ufer der Ailette zurück. Von Bichancourt an der Oise entlang zurückgehende feindliche Kolonnen lvurden vom Srordufer des Flusses von unserem Maschinengewehr- fener flankierend gefaßt und wurden unter den schwersten Verlusten zusammengeschossen. Die am Ostrande des Waldes von Couey rmd Wer Barisis vorstoßendm Truppen erstürm- ten den Bergklotz nordöstlich von Folembray und drangen bis Berneuil vor. Die Zahl der eingebrachten Gefangenen ha sich auf mehr als 2000 erWft.

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Vor Verdun am Abend auflebender Feurrmmpf.

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Nittmnstrr Freiherr von Richs^ifcn errang seinen 77. und 78.. Leutnant Wmkhoff seinen 23. Lustsirg.

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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

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Der Abendbericht.

Berlin. 8. April, abends. (WTB. Amtlich.)

In Fortführung unseres Angriffes aus dem Südufer der Oise warfen wir den Feind uns seinen starken Stellungen auf den Höhen östlich von Eousyle Chateau.

General Ludendvrff, der erste Generalguartier- meister, begeht heute seinen 53. Geburtstag. Wir leben in keiner Zeit, wo man aus solchen Anlässen rauschende Feiern rüstet, denn unsere Erwartungen und Spannungen sind immer auf den nächsten Tag gerichtet. Aber die iwch immer etwas verlängerteAtempause" in den großen Schlachten, die im Westen ausgefochten werden seit dem 3. April han­delte es sich nur um lokale Vorstöße, erhöht wieder das Interesse, mit dem alle Welt das einzigartige, einmütige, zielsichere und doch so geheimnisvolle und rätselhafte Zu­sammenwirken der beiden größten deutschen Feldherren be­obachtet und näher zu charakterisieren sucht. Es ist so be­freiend, daß zwischen beiden Männern sich niemals auch nur die geringste Eifersucht entwickelt hat; alle Besucher und Be­obachter waren darin einig, daß hier eine seltene Ueberein- stimmung in Tun und Denken herrschte, und Hiudenburg hat immer wieder bei allen sich bietenden Gelegenheiten auf die Verdienste seines treuen Mitarbeiters hingewiesen. Und doch wird es einstinals von höchstem Interesse sein, die Ver­schiedenheiten aufgedeckt zu sehen, die in dem Zusammenwir­ken Hindenburgs und Ludendorffs zweifellos vorhanden sind, und die sich auch wohl in ihren Charakterzügen aufweisen lassen. Georg Bernhard, dem unbekannte Quellen zur Ver­fügung gestanden zu haben scheinen, gibt in dieser .Hinsicht bei seiner Würdigung Ludendorffs folgende Gegenüberstel­lung:

Man darf ihn wohl als das rastlose Temperament ansehen, üesjen sprudelnde Einfälle dem mtit der ruhigen Einsicht des Al­ters wagenden Feldmarschall reichstes Material zur Verfügung:

und gleichzeitig als den klugen Verstand, der das, was schttetznch aus dem gemeinsamen Willen geboren roird, bis ins vnfclne puraroiüt und für die Ausführung vorbereitet. Nnp ganz, wernge wessen, wie oft vor dem Endergebnis die beiden harten Charaktere sich aneinander schleifen mußten, bis volle Nebercin- inmnnmg erzaelt wurde. lind mir, wer die bis aus den höchsten Posten reichende Starrheit der militärischen Befehlgewalt kennt, kann m vollem Umfange einnessen, welch großes Menschentum für dev. obersten Führer dazu gehört, seinem engsten Mitarbeiter letzte Entscheidungen nicht anf-uzwinaen, sondern sie als freiwillige Gemeinsamkeit ans sreuudsck-astlicher Beratung hervorgehcn zu

Wie die politischen Auffassungen in das Verhältnis v'ndenbu«- und Ludendorffs Hineinspielen mögen, ist nicht ztl ubersehen. Vielleicht ^ist gerade hier, wo der Obersten Heeresleitung ein großer Teil'von Verantwortung erwachsen !K®J; Band bejonders stark, das die beiden aneinander- 'chließt. Ludendorffs 53. Geburtstag liegt auf freier Bahn; über hinderliche Trichterfelder der Politik sind wir hinweg- gedrungen. Der Reichskanzler Graf Hertling, dem in der Preise der Entschluß zugeschrieben worden war, vor dem

Parlament in den nächsten Tagen eine große Rede zu halten, hat soeben erklären lassen, es sei von ihm nichts dergleichen zu erwarten. Es sei jetzt die Zeit der Taten, nicht der Reden! Wir haben bereits gestern darauf hingewiesen, daß Präsi­dent Wilson in seiner neuesten Rede wieder einen seiner tüppichen Versuche angestellt hat, einen Zwiespalt zu kon­struieren zwischen unseren Negierenden und unseren Mili-- tärsührern. Es trifft sich gut, daß heute dazu ein Ausspruch des früheren Präsidenten Taft mitgeteilt werden kann, der das anmaßliche, unsinnige.und irreführende Bestreben Wil­sons abstreift und auf beit E t n st der Lage hinweist. Wie die neuesten Tiraden desMenschheitsfreundes" in Deutsch­land gewirkt haben, dafür liefert derVorwärts", der doch gewiß nicht gern Helme aufstülpt und Säbel umschnallt, einen deutlichen Beweis. Das sozialdemokratische Blatt bringt in einem Aufsatz unter der UeberschriftGewalt gegen Gewalt" folgende Schlußsätze:

Die Situation, die Wilsons Rede mit greller Klarheit be­leuchtet, dijest unendlich ernste und entscheidende Situation ist durch eine Politik l-erbeigvführt worden, die nicht die der Sozial­demokratie war. Wer diese Situation ist jetzt da, und sie zeigt keinen puderen Ausweg als den baldigen vollen Sieg Deutsch­lands auch im Westen. Für ihn hat d^as deutscl-e Volk seine ganze Kraft eingesetzt, und die Verantwortung für den Erfolg liegt bei ,der militärischen und politischen Führung. Der Frieden, meint er so erzwungen ioird, wird eine venoirrende Fülle der Probleme zurümassen, er wird von neuen Gefahren umdroht sein mrd die Negierenden der Zukunft vor die allerschwersten Llufgaben stellen. Sec es, tvecm er wir kommt? Jetzt gibt es keinen anderen Weg zu chm als über den uns verheißenen militärischer: Sieg."

Wir wollen hoffe:;, daß der militärische Sieg Deutsch­lands in keiner Phase mehr durch politische Erwägungen in Frage gestellt werde. Heute ist auch der Optimismus desVorwärts" etwas gewachsen, denn er schreibt:Von allen Völkern, die von diesen: Kriege betroffen sind, hat das deutsche am wenigsten Ursache zu verzweifeln." Die Tage, in denen unseren großen Heerführern von manchen Presseorganen eine gewisse Opposition gemacht wurde, sollen, wie so viel anderes Unerfreuliches in unserer Kriegspolitik, versunken und vergessen sein. Wo solche Oppo­sition jemals wieder auftaucht, kann sie nicht scharf genug verurteilt werden.

Der öftervcichisch-ttttgarifche Tagesbericht.

Wien. 8. April. (WTV.) Amtlich wird verlautüart; An der Südwestfront nichts wn Belang.

Der Chef des Generalstabes.

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Der Kampf in Finnland.

Petersburg, 7. April. (WTB.) Reuter-Meldung. Deutsche Flugzeuge überflogen Helsingfbrs. Die russischen Kriegsschiffe verließen Helsingsors in der Rich­tung auf Kronstadt. #

Petersburg, 7. April. (WTB.) Reuter-Meldung. Der Rat der Volkskommissare entschied sich dahin, dag die Landung der Den tschen in Hangoe Finlcmd an­gehe. Der Rat könne nicht eingreisen.

Stockholm, 8. April. (WTB.) LautDagens Nyhe- ter" machten die Weißen Garden in Tammers- fors 8 0 00 Gefangene. Die Noten Garden verloren 2000 Tote 1600 Russen verteidigten sich verzweifelt; sie

sollen nach den Angaben mehrerer Korrespondenten auch ein weibliches Todesbataillon eingesetzt haben. Nach einem Telegramm anStockholms Dagblad" steht auch die/ Eroberung von Bjoernebor durch die Weißen Garden bevor.

Erfolgreicher Vorstoß südlich der Oise.

Berlin, 8. April. (WTV.) Die Franzosen, die südlich der Oise den Engländer vor kurzem ablösen mußten, hatten in der Oise und ihren breiten Sümpfen ein gutes Fvouthi'ndernis sowie in dem leicht steigenden Gelände starke Verteidigungsin öglich keiten . Einen aus gereich treten Stützpunkt boten die beherrschenden Hohen der Zwil­lingsberge und bei A m i g n y eine glänzende, stark ausgebaute Rückendeckung der sumpfige Wald von Eoucy. Dennoch konnten die Franzosen dem nach zweistündiger scharfer Artillerievorbereitung verbrechenden Angriff nicht standhalten. Der mannhafte Widerstand der vordersten Stellungen war bereits am Vormittage gebrochen. Das Tagesziel weit überschreitend, erreichten unsere Truppen die Linie der Bahn Chauny Barisis Gobain und stießen an vielen Stellen darüber hinaus vor. Die ae- fangerreu Franzosen äußerten sich aufs höchste erbittert über die Engländer. Sie hätten ihnen allzu früh zu Hilfe elfen müssen. Sie hätten ferner geglaubt, daß die deutsche Offensive mit Einsatz der Franzosen scheitern mußte, :cnd sind nun sehr entmutigt, daß auch sie dem deutschen Angriff nicht widersfehen konnten.

Die Beschießung von Pari».

Paris, 8. April. (WTB.) Meldung der Agenee Havas. Die Beschießung Pariser Gebiets durch das weittragende Geschütz hat am Sonntag ^viedler begonnen. Es sind feine Todesfälle zu beklagen.

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Unsere Flieger während der letzten Kämpfe in Frankreich.

... B e r l i n, 6. April. (MTB.) Tie Kämpfe der ersten Tage diestes Aionats boten unseren Truppenflieaern reiche Betätigmrgs- moglMeitm, obwohl die meist ungünstige Witterung ihre Lerstungsfahlgkeit die höchsten Anforderungen stellte. Um bei un­seren crsolgrcichpn Angriffen zwischen Somme und Luce-Bach sowie auf dein Wiestufer der Avre an: 4. April die Verbindung zwischen 6'l'lhrnng und Truppe zu gewährleisten, slivgen unsere Infanterie- U!w lieberumckancgsflieäer bei fast imunterbrochenem starken Regen teilweise m nur 10 Meter Höhe. Die Abwehr der fran-öfischen Angriffe zwischen Moreuil i:nd Montdidier am 5. AprU '.nurdr vvu 'unseren FlaMiegern durch kräftige Wäffenwirkung gegen die sernvncheir Ltt'.rnlttnippen und Reserven Nnrkuitgsvoll unterstützt Am 6. Llpril begleitete:: unsere Flieger den 'Angriff südlich d e r O r s e unter heftiger Beschießung des Feindes durch Llbwerfcn von Granaten und Bomben. Tie Ballons folgten der vorgehenden Infanterie :m Hochttansport. Ein feindliches Geschvader von acht Fnegern wurde zwischen Nvhon und Rotze nach Abschuß von vier Flugzmgen zersprengt. Tie Beute des gestrigen Tages bettägt 22 fturdlrche Flugzeuge gegen 9, die wir verloren haben. Rittmeister lörhr. v. R lcht hiofeu ist am Erfolg des Tages mit seinem 76. L:ege, sture alte Jagdstaftel mit 8 Flugzeugen beteiligt. Sie ruft danilt dw Erinnerung an die ruhmvollen Leistungen im dlpril vorigen Wahres zurück. Im ganzen hat der Feind damit seit Beginn der Durchbruchsschlacht 2b 1 Flugzeuge urrd 12 Ballons verlogen. Der Kaiser an General v. Linfingen.

Stettin, 8. April. (WTB.) Der Kaiser richtete cm den General v. Lrnsingen folgerrdes L>andschreibeu:

Mein lieber General v. Linsingen!

Ich spreche Ihnen zu dem heutigen Tage, an welchem Sie aus pme 5 0 1 ahr: ge ehrenvolle militärische Dienstlaufbahn zurück bucken, meine herzlichstlar Glückwüttsche aus. Sie hadeir wahrend dieses langen Zeittaums in den verschiedensten Stellungen mi Frieden und irrsmrderheit jetzt im Kriege in treuester Pflicht­erfüllung der Armee und den: Vaterlcmde die v-orttesflichsden Dienste getan. Das Große, das unter Ihrer tatkräftigen planvollen Füh­rung an der schweren Kampffront im Osten geleistet wurde, wird im der Kriegsgeschichte aller Zeiten seine Würdiglmg finden. Ich nehme daher gern Anlaß, Ihnen hante erneut meinen loarmen ^av.t und meine volle Anerkemmng hierfür dadurch zu betätigen, dcry ich Sie hiermit zun: Generaloberst befördere. Ich vev- blerbe Ihr wohlgeneigter Wilhelm I. R.

Großes 5)cnlptgna:tier, 7. Llpril 1918.

An den General der Jnsartterie v. LinsMqen, Chef des 1. Han­noverschen Inst Regts. Nr. 74, k la suite des Gren.-Regts. ,Mnie Fnedrrch Wühelm IV." (1. Poinmersck>es) Nr. 2.

* »*. '

Elcmenceau über die Lage.

Bern, 7.April. (WTB.)Lyon Republicain" zufolge er-

n vereinigten ^luswärttgos

r.i iw"-'/.r^, -..-..v.v ^.i;v »muuHl u; t. Ü ge UNd bic

^Menblnkllchen Opnattone.c. Eleinencecru gab zu, daß die Aufgabe Ar ANncrten mcherordentlich schwierig sei, aber.sie hätten ja glänzende Truppen. Deshalb habe er volles Vertrauen am den Ent>- ^i^^?Zsmrmiter Lo u * e u r gab sodann lange Erklärungen lab über den Stand der Ru,tt:ngen \o\m: über die Rolle jeder ein- zelwn Waffwgatttmg bei den fetzten Kämpfen. Li

Loucheur bel^e

Cs'kunöung! Das Vüterfenö käuisi Gürmr

zeichnen!" Wer will zurückhleibeu?? - L).

heißt es noch einmal vor Kriegsende. Mchi in den Kugelregen, nichi in den Granaihagel! Nicht zum kühnen Handstreich, nicht

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Kriegsanleihe

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