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Nr. 15

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Erstes Blatt

168. Jahrgang

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Samstag, 3V. IHärz 19(8

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s. Olf L.aqe»iiurnnter btO zum Nochmtuaq vorher ohne j ed eBr i b > n d: i chkett LeUen-reife: sür örtliche Anzerqen 25 Pt, für auSwärtlgß 30 Bl., «ü. Reklamen Mt. L.; bet Plahvsr- schrlsl 2l.' AussclitaM.

HauptschriftleUer: Au^. Goetz. Beranlwortttch fürPolürt u. ,'ieuillelon: Au«, ^oetz; Stadt und Land, tttr* schleel u.De- richtslaal: SReptr;

Anzeigente H. Beck; intltch ,Gießen,

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Erfolgreiche deutsche Angriffe bei Arra§.

Monldidler genommen und die oiergleistge Bahnstrecke Paris-Amiens unterbrochen!

Siegreiche Gstern!

Wtr können kaum stille stehen km rasenden Laufe dieses Ikrieg-sfrühUngs, und von einer traulick) cruS-gebreileten Ostcrscier kann auch im vierten Knegsjahre keine Rede sein. Friedenswunsch im Herzen, sehnt sich das Doll, über­zeugt, des; der schwere Endkampf durchgehalten werden muß und kann, desto begieriger nach dem jährlich sich wieder­holenden Erwachen der Natur, und nie wohl sind die Ge­müter ernpsängllcher gcioesen für die Wunder des leben- erweckenden Sonnenlichtes als gerade jetzt. Denn düster und unwirtlich war der Winter mit seinem Kohlenmangel und ferner aus mehrfachen Gründen gebotenen Verdunkelung der Adent» in Tinschrünkungeu und Knappherren aller Art eine lästige Wartezeit. Und nun sirrd wir auS beengenderen Verhältnissen, als sie die gern zitierteFauft"-Dich1ung auf- Sählt, wiederselber auferftanden", mrt uns das Volk in Waffen, leine schtvelgerische Gegenwart vor Lugen, sondern das Bild einer grotzen Zukunft, für das wir drinnen und draußen tätig fein müssen.

Die entscheidende Offensive ist unser diesmaliger Aus- erflehungsrus gewesen; die rauhe Härle der Zeit gebot, daß das Osterfest von wilden Schlachten durchbebt werden sollte. Aber der Ausgang des bisherigen Ringens umtönt uns heule wietröstlicher Gesang". Sieg und Friede winken in nicht mehr weiter Ferne! Was an diesem Osterfeste vor uns aus­ersteht, ist eine seltenere Erscheinung als die alljährliche Er­neuerung der Natur. Aber auch der Abstieg und Ausstieg Ar Völker ist ein natürlicher, von Gott gewollter Vorgang. Dr spottet der Rcchtsthvorien eines Wilson, der gerne Herr vnb Verwalter einer BölkcrkonservierungSan statt geworden wäre, wobei er, natürlich nicht ohne bestimmte Eigeninrer» «ssen. dir göttliche Vorsehung ersetzen wollte. Wenn Wilson m seinem faustischen Drang einen Osterspaziergang macht, so wird auch er einhohles, finsteres Tor" erblicken, dort, NwSoldaten aller deutschen Stämme mit einer anderen als lustwandelnden Behendigkeit kn das von der englischen höchst ungenügend bewachte Frankreich Eindringen. W i r ge­nießen das Schauspiel aus größerer Nähe und mit ehrliche­rer Herzensfreude. bem es ist ern d e u t sch e s Osterfest, kein amerikanisches. Man batte uns ein reden wollen, was im Osten Europas beschlossen und gegründet worden ser daS sei auf Tr»gschlüsseu aufgebaut. Jetzt zeigt sich's, auf welcher Seite der Irrtum lag. Wir entriegeln auch das Tor im Westen einem deutschen Frieden. Seine Vorboten find da, und jeder Deutsche weist die bisherigen Ausflüchte un­serer Gegner von Stund' an gleichmütiger als bisher zurück.

Unsere Feinde in Paris, London und Washington wagen es Nicht, zu bestreiten, daß die bevorstehenden Kämpfe den AuSgana dcS ftncgeg endgültig entscheiden. Die politischen Führer der Entente drücken dem geschlagenen Marschall Haig ihre Ueberzeugung aus, daß er die Lage retten und siegen werde, aber sie sagen ihm nicht, wie ex siegen könnte Die militärischen Beurteiler der Lage rühmen es, daß durch das ungestüme Vorrücken der Deutschen bereits der Zusammen­hang zwischen dem englischen und dem französischen Heere verlöre,.gegmrgen sei. Sind nicht no chwert Mehr Zu- savrmerchange vcrlorengegangen? Mkt welchem Vertrauen hatten denn die Fronten der Westmächte dem Anprall der m voller Macht vereinigten deutschen Deere entgegengeschaut? ^zeder Teil vertraute dabei auf-den andern, und Engländer wre Franzosen und Italiener bauten auf die rechtzeitige Ver­stärkung ihrer Reihen durch die amerikanische Wehrmacht Dies Letzte voraus, daß e4 Hindenburg nicht gelingen werde.

Ist eS tu diesem Falle so schwer, »ltr «engste

und Bedenken fahren m lasten? Ist nicht mindestens der KriogsentschadigungSgedanke allgemein annehmbar gewor­den, nachdem wir uns all« zugestehen müssen, datz nur ganz wenige Optimisten im letzten Sonrmer eine so günstige Wendung dss Krieges herarrreifen sahen? Die Schuld der englischen KriegSveclängervr, die auch uns putschen neue, schwere Opfer auferlegt haben, muß auf irgendeine Weise beglichen werden. Die elementaren Ereignis)e und Macht- verschiebunaen zerreißer» die törichten moralisch-juristischen Zurechtmachurrgen; der Sck)icksats)ollle hat nre aus der Weltgeschichte so stark zu uns gesprochen, und nach so viel

den Bewegungskrieg im Westen allzu schnell zu "entfesseln Dieses Vertraueil ist verflogen, und aan feine Stelle fetzt Wlston leere Worte, die beinahe so klingen, als sei das Er­scheinen amerikanischer Waffenhilfe an die Voraussetzung der vorherigeii erfolgreichen Verteidigung der englischen Front yeduntxm. Auch Lloyd George und sein Kabinett ziehen sick) P 1 5L n Schnur"hauS Becantworlung zurück. Sie vcr- rc* re ~?^L ^ cm geschlagenen Heerführer neue Kanonen, und neues Kriegsmaterial. Ein Erwachen aus all diesen politi- \<fyrn Starrkrümpfen wird es vielleicht zuerst in Frankreich geben, nutzt bei Clemenceau, wohl aber bei seinen ver- iiünfttgeren Landsleuten. DaS würde eine Auferstehilna aus langjährigen Wahnvorstellungen geben, ein schmerz­los, entsagungsvolles Ostern Auf halbem Wege werden unsere deursck-en Heere nicht stehen bleiben, und es besteht moyl die Dröglichkeit, daß wir ohne die Brücke eines wed ^^niderftiedenS gleich zum allgemeinen Frieden ge-

0111 ® td>e; pruste Anstrengungerl.

Mche und viel Vertrauen werden von unserem 3 * 0 ^ ^ Srmdenbrinaende OjierKett stärkt urcs w?*- rammenden Slufgaben. Eine Umwertung vieler poli- ttschcr und parteilicher Grundsätze und Urteile muß die

neuen Proben feindlicher Gehrstigkett und Heuchelei dürfen wrr internationale Verbrüdern,lgsvvrschläge erst prüfen, it'emi ein dem Verlauf des Krieges entsprechender Friede zustande gekommen sein wird.

Noch eines dürfen wir #u diesem politstchen Erneue rungSfest unS wünschen: die rechte Freude am Vater- ta,lde und auch die ungetrübte Freude an dem neuen Leben. daS an die Stelle des alten getreten ist. Vieles ist ja in den Staub gesunken; Tod und Berstümnrelungen haben in unserem Volke gewütet und unübersehbar viele Herren

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chwer und leer genracht. Da ist e-S oft Iwur

aufzurichten zu erneuter Zuversicht. Darum blicke man an Ostertage um sich in die Werke der Natur, des Frühlings die herrlich sind wie am ersten Tag! Mdgc man dem Oster­feste senwn bürgerlich-fröhlichen Charakter lassen wenn es auch nicht heißen kann:Schon um die Lrnde war es voll, und aüoö tanzte fckwn wie toll" oder möge das empfindsam« Herzmit tairsend heis^n. Tranen" eine Er- nerwrung deS Dasei:iS suchen darm alicr werden wir wieder auf die Schanzen gerufen mit HinLenbrrrgs Worten, die ja nicht mar an den Reichstag gerichtet jüu), zur Voü- endung des ganzen Sieges", den wir alsGirmdlaln unserer auf einen kraftvollen deutschen Frieden gestützten Zukunft" brauchen.

WtedkrrnweruiW von Albert. Tkarke. Von Va»

glcittte Angrsffr brachen auf brn Hängen der der LLaSi westlich vorgelagerten Höhen blutig zusammen.

Südlich von der Somme bahnten sich un err Divisione» an vielen Stellen den Weg durch alte feindliche Stellunger und warfen Engländer und Franzosen ln das seit 1914 von Kriege unberührt gebliebene Gebiet Frankreichs zurück.

Die siegreichen Tnwpen des Deutschen ÜNwnprinzcn!?a. den in unaufhaltsamen Angriffen von St. Oucntin über die Somme die feindliche Stellung in 60 Üilomerer Tiefe ein­gestoßen. Sie drangen gestern bis Pierreponl vor und hübe» Montdiöier gnwmmen.

*

Unfm Verluste halten sich in normalen Grenze». A» einzelnen Brennpunkten sind sie schioerer. Die Zahl der Leicht verwundeten wird auf 60 bis 70 vom Hundert aller Der« luste geschätzt.

*

«n der lolhrin-ijchea Front nahmen die ArtMerie. kämpfe an Stärke zu.

»

Rittmeister Freiherr rwn Richchofcn errang seinen 1U 72. und 73. Luftsieg.

*

Non den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalmmrtiermcister . Ludendorff.

Grobes Hauptquartier, 29. Mürz.

aJJ®» Grobes Hauptquartier. 28. Mürz

Westlicher Kriegsschauplatz.

dem Sckstachtfelde in Frankreich führte der Eng lanver erneut frische, aus anderen Fronten l^nusgezogenk- Divisionen unseren Truppen entgegen.

^..^rdwrstlich von Napauu,c warfen wir drn strlnd aus alten Trichrrrstrlluiigcn auf Buequo» und Hcbukerne Mit beionderer Zähigkeit kämpfte der Feind vergeblich um die

(WTB.)

(Amtlich.)

Westlicher Srieosschauplatz.

3» örtlichen Küinpfrn zu beiden Seiten der Scarve brachen wir in die vordersten Stellungen ein und machte» mehrere Tausend Gefangene.

Bei und nördlich von Albert setzte der Engländer n> folgkse und verlustteiche Gegenangrifse fort. Zwik^i Somme und Avre grisfi-n wir erneut an_ Aus allen Stellungen und tapfer verteidigten Dörfern warfen wir oeu Feind über WarfusceBancourt und Blessier mich Weste» und Nordwesten zurück.

^ Gegen einzelne Abschnitte unserer Treuen Fttnrt Mische» Montdidjer und Noyon führte der Franzose n.ehrfach veftsge Gegenangriffe. Sie jcheilcrten unter schwersten Vcr» lüsten.

Die bisher festgestellte Deute seit Beginn der Schlacht vettägt: 70 000 Gefangene. 1100 Geschütze D»

Armee dcö Generals Hutier brachte davon allein 40 096

Gefangene und 600 Geschütze ein.

An der lothringischen Fwnt hielt gesteigerte Feuer- tütigkett an.

Rittmeister Freiherr von Richthofen errang seinen 74- Luftsleg.

Don den anderen 5kriegSschanplätzen nichts Neues.

Der Chef des GcncralstudcS.

^ Ludendorff.

Die Abendberichte.

Berlin. W.März. WTB. Amtlich.) AdendS.

Kämpfe an der Scarpe und Ancrc.

Zwischen Somme und Avrc wurden im Angriff zäh ver­teidigte Dörfer genommen.

B er l t n, 29. Mürz, abends. (BTB. Amtlich.)

Auf dem Schlachtfelde nördlich der Somme nrhiger Ta»

Erfolgreiche Kümpfe Mischen Somme und Avre.

-»

Die österreichisch-ungarischen Tage-beeichte.

Wien. 28. Mürz. (WTB.) Amtlich wir) verlautbart:

In V e n e t i e n stellenweise lebhafteres Geschützfiuer

An der W e st f r o n t gTwann der Angriff erneat Raum.

Der Chef des Gerreralsttches.

W ien 29. März. (WTB.) Amtlich wird vrrlautbart

Im Osten und in Italien keine besonderen EreiMlifft

Ter Chef des GenrralstabeS.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 27. Mürz. (WTB.) Der amtliche Lagesberncht meldet u. a.:

Palästiuafrant: Oestlich beS YordanS kam eS mrt dort ln n über^arigeneu ferndlict-en ^räfnnr zu Kämv^ fen, dle noch nicht abgeschlossen sind.

M e s o p o t a m i e n: Ir, der Nacht zum 26 Erz nähev« ton sick) sseindlick)e Kräfte unseren vorderere Stellungen Sie wurden unrer Verlusten zum Zurückgchen Di«

Wiederholung eures solchen Borstvßos gegen vier Uhr nur-

Erfolg der Anleihe heißt Erfolg der Waffen. Erfolg der Waffen heiß«-Frieden!