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Kt*. 70 Zweites AM Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Samstag, 23. Marz (9(8

Sitzung Ser Stttdroerordnetett.

nt. $ic ft eit, 23. März 1918.

- Eine Sitzung bet ©tabi^crorbnotcit fand gestern nachmittag um' 4 (Ihr im Stadt Hause statt. A".U".P'i?d iütb: Beig-sorouetec Emmclius 'mtb bi?. SttidWeror.'.rjrl, Frbec, Heichelheim, Jcmn, Kruuun, Löbor, Orbig, Petri, P:, Schal fflaedt, Vetters ?l??d Winn.

Zu Urku.udZpersonein werden die Stadtverordneten W i u it und Ebel gewählt.

Oberbürgermeister Keller bittet zunächst, nach Eröffnung der Versammlung, .für die Stärkung dos Goldbestandes zu rvirken, und weist eindringlich auf den Wert der Got^ablieferiiug und die Bedeutung der (Äoldanliaufsstell r.i hin. Ferner teilt er mit, daß nunmehr die K'lerngeLdersaßstüüe (10-Pi.-Stücke» vorlicgeu.

Dem Anträge, die Umnuineriecnng des Gebäudes der Uni­versitäts-Bibliothek betreffend (Punkt 2 der Tagesordnung) wird dahin entsprochen, daß das Bibliotheksgebäud?, das bisrier die BezeichnungKeplerstraft? 2" führte, die Slraßenbenennmrg Brs7narckftraße 25" erhält. die wichtige Brnoalter-Wohnung nur von der Bismarckstraße ans zugänglich ist.

Die Rechnung 1916/17 >;u,d der Bora?,schlag her Löbcr-Stik- «tmrg (Punlt 3) wird gebilligt. Die Stiftung weift für das Rechnuugsiahr 1916/17 ans: Einnahmen: 2681,31 Mk, Aus­gaben : 2135,51 Mk., Vorrat: 545,83 Mk. Ter Voranschlag für 1917/18 beträgt in Eimrahmen nrch Au--gaben 2776,33 Mk.

Ebenso fänden die Rechnung?:? des (^as- nnd Wasserwerks, des Elektrizitätswerks und der Straßenbahllr für das Rechnungs­jahr 1914 (Punkt 4) die Anerkennung der Versammlung. Ober­bürgermeister Keller weist darauf hin, daß die Rechn-imgün durch den verstorbene?, St.rdt.u vwdneten Eichen an er und die Sbadtverordneten Heichelheim und Schaffstacdt vor­geprüft sind, nnd spricht den. Dank der Stadt für die Mühe­waltung der Herren aus. "

Tie Rechmrngsabschlüsse zeigm folgendes Bild:

Gaswerk: Einnahmen: 656 175,77 Mk., Ausgaben:

655 862,12 Mk, Ausstände: 313,65 Mk.

Wasserwerk: Eimvaltmr,: 456 881,72 Mk., Ausgaben:

456 232,63 Mk, Ausstände: 652,09 Mk.

Elektrizitätswerk: Einnahmen: 894 437,75 Mk., Llius- gaßen: 892 568,08 Ml., Ausstände: 1849,67 Mk.

Stra ßenbahn: Einnahmen: 176 605,71 Mk., Ausgabe??: 176 605,71 Mk., Aus stände: keine.

Bezüglich der Fasolhaltung /Punkt 5>, die dein ÜDrdwärt

Gottmcrnn obliegt, ivird auf Airtrag der land- und forstwirt­schaftlichen Deputation der Vertrag auf drei Jahre verlängert, unter Erhöhung auf 1400 Mk. jährlich. Bisher war die Fasel- Haltung für 500 Mk. vergelwn.

Der Vertrag mit den? Landwirt A. Braun über die Eber­haltung (Punkt 6) wird ebansaLls auf Antrag der land- und forst­wirtschaftlichen Deputation auf 1 Ihr verlängert und zwar unter Beibehaltung beä Preises von 250 Mk. Eine Erhöhung der Summe war hier nicht Erforderlich, da dieselbe bereits im vcr- L-arrgenen Jahre stattfand.

Au Punkt 7 der Tagesordnung, der Wahl einer Kommission. >ür die Vergebung von Stiftungen für Kriegshiutmbliebe??e, wird beschlossen, die unter Vorsitz von Stadtv. Ebel bereits be­stehende Kommission arrzuer'kennen 'und aus der Stcchtverord- ueten-Versammlung noch die Stadtverordneten S i m o n und Plank hinzuz'uwählen.

Dem Gesuche des Kaiserlich Deutschen Generalgouvernements Warschau um Bewilligung von Beiträgen für die aus russischer Gefangenschaft zurückrehrenden Deutschen (Punkt 8) wird durch Genehmigung einer Sumnre von 1000 Mk., die aus die Stadtkasft übernommen wird, entsprochen.

Für die in Gießen starrfindende LandeSverbandsausstellung be­willigt die Versammlung einen Ehrenpreis von 50 Mark (Punkt 91 und erklärt sich mit dem Beitrag für 1918 in Höhe von 200 Mark einverstanden.

lieber Punkt 10, Festsetzung der Gebühren für den Schlachtbof, entspinnt sich eine kurze Aassprach?. 1916 arbeitete der Schlacht­hof mät einem Fehlbetrag von 50 360 Mark, 1917 mit einem Fehlbetrag von 67 870 Mark. Ter Voranschlag für 1918 rechnet bereits mit einem Fehlbetrag von 80 000 Mk. Das Defizit grün­det sich wohl aus die erhöhten Betriebskosten urrd die verminderte

Schlachtung. Dem Antrag aus Erhöhung der Schlacht-, Fleisch­beschau- und verschiedener anderer Gebühren wird daher statt- gegeben.

Die für 1917 bewilligten Kriegsteueruugszulagen für Beamte iund Lehrer (Punkt 11) werden von der Versammlung auch für das Rechnungsjahr 1918 ohne Widerspruch genehmigt.

Außerhalb der Tagesordnung finden dann noch einige Punkte Erledigung.

Dem (Gastwirt Guntrum wird die Uebernahme des Schank­betriebes, Bahuhofstraße 31, gestattet.

Einem Gesuche zur Errichtung eines festen Gartenhauses in der Gntenbergstraße Ivird entsprochen.

Stadtv. Vetters weist auf die bestehende .Kleinwohnungs­not hin nud fragt an, ob nicht in städtischen Gebäuden nock Woh­nungen eingerichtet werden könnten.

Oberbürgermeister Keller gibt zu, daß eine Wohnungsnot allerdings auch hier liestebe, daß man aber mit Neubauten nicht rechnen könne und daher sehen müsse, wie man auskomme. Viel­leicht lasse sich auch in einem städtischen Gebäude noch Unterkunft schass??!. Sonst seien alle städtischen Gebäude in Benutzung.

Auf die Anfrage des Stadtv. Winn, ob die Militärbaracken nicht eingerichtet werden könnten, erwidert Oberbürgermeister Keller, s? mftrr dieser Frage sobald wie möglich nach dem Kriege nöhertreten werde.

Stadtv. Jann bcharrptet, daß in letzter Zeit in der Stadl ein schwunghafter Handel mit Lebensmittelmarken getrieben werde

St-adtamtmaurr Dr. Seib erwidert, daß beim Lebcnsmittcl- amt hiervon nichts bekannt sei. Wohl sei der Verkauf von Lebens­mittelmarken verboten. Man könne aber nicht dem Einzelnen die freie Derivendung seiner erhaltene?? Ratio:? verbieten.

Stadtv. Winn führt aus: Mit alte?? Möbeln wird in letzter Zeit eii? sehr schwungvoller Handel getrieben. Dieselben werde?? vor? Händlern teilweise für billiges Geld angekauft und an Re­st ek an ten für teueres Geld wieder verkauft. In Tarmstadt und anderen Städten haben sich unter Führung der Stadt Gesell­schaften gegründet, welch? alte Möbel ankausen und mft geringem Auf,Wag für Unkosten an Bedürftige abFeben. Mer auch die Be­schaffung öo?? neuen Möbeln sollte man fördern durch Abgabe von billigem Holze an Schreinermcister, welche Möbel Herstellen.

Stadtv. Krumm hält es für aua?bracht, sich Wege?? dev Frage der M öMbe'clnsftmg mit der Forstverwaltung i?? Ver­bindung zu setzen, um Holz für die Schreiner zu erhalten.

Stadtv. L ö b e r teilt mit, daß man sich eingehend mit der Frage beschäftigt habe, daß es aber unmöglich sei, aus dem Walde heraus Hvlzunmittelbar hierfür zu beschaffen. Redner verweist auf die HolzchubMissionen. Stadtv. Krumm ist entschieden gegen die Holzsubmission.

Stadtv. Heichelheim ist dafür, daß die Forstbehörde selbst in dieser Frage gehört n??d Oberbürgermeister Keller die Angelegen­heit überlasse?? werde.

Stadtv. Vetters wendet sich gegen die hohen Preise des städtischen Brennholzes. Auch Stadtv. Schaffstaedt hält das Holz ^für zu teuer, dagegen weisen Beigeordneter E m n? e l i u s u?rd Stadtv. Jann darauf hin, daß das Holz noch viel billiger sei wiein andere?? Städten.

Stadtbaumeister B r a u b a ch betont, daß ?roch nie Klagen über die hohen Holzpreise erngelaufen sind, wohl aber über die Qualität. Das Holz sei keineswegs zu teuer, wem? man bedenke, daß Schneide- und Fuhrbohu inbegriffen seien.

Oberbürgermeister Keller sieht auch keinen A??laß zur Klage der Bürgerschaft. Tie öffentlich? Sitzung wird hierauf geschlossen.

Letzte Nachrichten.

(WTB.) Grobes Hauptquartier, 23. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Unter Führung Se. Majestät des Kaisers und Königs ist die Angrisfsschlacht gegen die englische Front Lei Arras, EamLrai und St. Quentin seit zwei Tagen im Gange. Auch gestern wurden gute Fortschritte gemacht.

Divisionen der .Heeresgruppe Kronprinz RuppreÄft stürmten die Höhen nördlich und nordwestlich von EroiscL- les. Zwischen FontaineLes Eroisellcs und Moevres dran­gen wir in die zweite feindliche Stellung ein und nahmen die hier gelegenen Dörfer VanlrOBraueourt und MorchieS. Starke englische Gegenangriffe schotterten.

Zwischen Gonnelieu und dem Omignon-Bach wurden die ersten Leiden Stellungen des Feindes durchstoben, die Höhen westlich von Gouzcauconrt. Heudicourt und VillerS- Vaucon wurden genommen, im Tale des Eolenne-BacheS Roisel und Marcmair erstürmt. Erbittert waren die Kämpfe um die Höhen von Epehy. Don Norden und Süden umtz faßt, muffte der Feind sic unseren Truppen überlassen. Zwi­schen Epehy und Roisel versuchte der Engländer vergeblich in starkem Gegenangriff unsere siegreich vordringenden Truppen zum Halten zu bringm. Sie warfen ihn überall unter den schwersten VerlnsLcn zurück. Die Höhen nördlich von Vermand wurden erstürmt. Wir stehen vor der dritten feindlichen Stellung.

Unter der Einwirkung dieser Erfolge räumte der Feind seine Stellungen im Bogen südwestlich von Cambrai. Wir sind ihm über Demicourt, FlcsquiereS und Ribecourt ge­folgt.

Zwischen Omignon-Dach und der Somme haben die Korps der Heeresgruppe T-eutscher Kronprinz nach Erobe­rung der ersten feindlichen Stellungen den Weg durch den Holuon-Wald und über die Höhen von Savy und Roupi erkämpft und drangen in die dritte feindliche Stellung eiü.

Südlich der Somme durchbrachen Ditnsronen die feind­lichen Linien und warfen den. Feind im unaufhaltsamen Vor^ dringen über den Grozat-Kanal nach Westen zur?:ck. Iäger- bataillone erzwangen den Ueberg?ing über die Oise westlich von La Fcre. Im Verein mit den ihnen nachfolgenden Divi­sionen ersttärmten sie die den ständigen Werken von. La Fere gekrönten Höhen nordwestlich von der Stadt.

An Beute haben bisher gerneldet: Heeresgruppe Kron­prinz Ruprecht: 15 00b Gefangene. 250 Geschütze. Heeres­gruppe Deutscher Kronprinz: 10 000 Gefangene, 150 Ge­schütze, 300 Maschiner.gkwehre.

An der übrigen Westfront dauerten die Artillene- kämpfe zwischen Lys und La Vassee-Kanal, beiderseits von Reims, vor Verdun und in Lothringen fort.

*

SD ft f n.

Infolge der durch Neubildung des rumänischen Minft steriums hervorgerufenen Verzögerung der Verhandlungen wurde die Waffenruhe mit Rumänien um drei Tage ver­längert.

Der Erste Generalguartiermeister L u d e n d o r f f.

Kriegsanleihe zeichne fest Vis der Gegner locker läht.

bmveesüs! Frankfurt a,I.

Das Vorlesungsverzeichnis für das am 16. April beginnende Soramer-Sentester ist erschienen nnd wird vom Sekretariat (Joidanstraße 17) gegen Voreinsendung von 45 Pfg. (Nachn.60 Pfg., Ausland80 Pfg.) zugesandt. 74J §s

WILLY VOGEL ELSE VOGEL

gcb. Schneider zeigen ihre Vermählung: am

Gießen, März 1918.

0254

Statt Karten

Maria Schwarz Heinrich Lotz

Verlobte

Garbenteich, 23. März 1918

0224

J

Bekamitmachlmg.

Die Ho'zuersteicwrnnsi vom 21. l. M. ist aenehmint AuSaave der Absnli'.scheine, Holzüberweisuna und erster Fahrlaa Donnern 2 «. l. M.

Gießen, 2l. M., : >is. 2194ö

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X r a u t iu e i n, Geh. Forstrnt.

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Dienstag den 2g. März d. F., mittags

IV 2 Uhr, wird im GasthausZum Svlmser Hof" zu Huugen die Fischerei in der Horloff, Gemar­kung H langen uud Bi Hingen auf weitere 1 Jahre ' öffentlich verpachtet. Nähere Auskunft erteilt Fürstlicher Förster Sam es in Huugen.

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CCiitticfbiiitocu neuer Schüler werden schriitlicl, jEvkrzen, mundi. :» an den Woci>entni?en non 12 vi^

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besuchten Schuh'" Abaanas-euanik. der znletzt

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Laubach, 7. Februar 1018.

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