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Nr. 69

Der #{t|nttr Kujtljti

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Erster Blatt

l68. Jahrgang

postscheckkonte: grankfutt a.W. N 686

ener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Aeitag. 22. März 1918

Ani.amne von Anzeige»

k. die L.aqeSnummer bis zilm Nachmittag vorher ohne jedePerbnidlichteil Seilenpreife: für örtliche Anzeigen 25Pf.,für auswärtige 30 Ps., Är Reklarnen Mk. I. ; bei Piahvor- fchrift 20 °/o Aufsclüag. Hauptschri'tleiter: Aug. Goeg. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vankverkehr: Aug. Goey; Stadt und

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Beginn der großen Artillerieschlacht im westen.

<WTD.) Trotzes Hau»touartier. 21. Mürz. -Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.

Zwischen Dinmnden und La Bassee blieb auch gestern iit Erknndungstätigkeit rege. Der Artilleriekampf nahm am Abend bei aufklärendem Wetter an Stärke zu. An der übri gen Front lebte die Gefechtstätigkeit vorübergehend auf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Auf dem Südufer der Oise, nördlich von Reims und in der Champagne war das Artilleriefruer vielfach ge steigert.

Heeresgruppe von Gollwitz.

Der Artilleriekampf vor Verdun nahm am Abend groge Heftigkeit an. Bayerische Kompagnien übcrrantrn süinvest- lich von Ornes in überraschendem Angriff die ersten feind­lichen Linien, sic stirhcn bis zur Brule-Schlncht durch und nahmen einen DataillonsStab und mehr als 240 Franzosen Srannter 20 Offiziere) gefangen. Westlich von Apremont drang rheinische und niüiersächsischr Landwehr in die fian- zöfischen Gräben ein und brachte 78 Gefangne zurück.

Heeresgruppe Herzog Albrccht.

«ns dem Ostufer der Mosel und bei Romcny führten «rr erfolgreiche Erkundungen durch. DaS Zerftörungsfeuer der französischen Arttlleri« am Parroy-Waldc hielt an

*

I» dvetten Abschnitten der Westfront ist heute früh die Artilleriejchllrcht mit voller Wucht entbrannt. Ocfterreichisch. ungarische Artillerie hat sich am Kampf gegen Engländer und Franzosen betrittst.

Oste».

Heeresgruppe von Mackensen.

Truppen des Generals der Infanterie Kosch haben in der Ukraine die Handels- und Hafenstadt Cherson genommen.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

Berlin, 20. März. (WTB. Amtlich.) Im Monat Februar sind durch kriegerische Maßnahmen der Mittel­mächte unter Hinzurechnung des in den bisherigen MonatS- veröffentlichungen noch nicht verrrchneten Teils der vom HilfskreuzerWolf" erzielten Erfolge insgesamt

680 000 Bruttoregistertonnen

des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraums ver nnhtet worden. Damit beläuft sich das Gesamtergebnis der Vernichtung seit Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krie ges auf insgesamt

10 270 000 Brutto registertonnen.

Durch die kriegerischen Matzuahmen der Mittelmächte ist der unseren Feinden zur Verfügung stehende Welth^ndelsschiffs- raum seit Kriegsbeginn bis zum 31. Januar 1918 um rund 15 100 0 00 Br uttoregi st ertonnen per ringert worden. Hiervon entfallen rund 9 400 000 Brutto- registrrtonnen auf die englische Handelsflotte.

Der Chef des Admiralstabs der Marine

in seiner letzten Rede noch einmal eindringlich wiederholt hatte, von der Entente in den Wind geschlagen worden sind, ist Hindenburg wohl zum großen Zuschlägen entschlossen. Daran ändert die heutige zweifelhafte Meldung derTägl. Ruudsch.", der amerikanische Senat habe Wilson noch- ein­mal aufgefordert, zu prüfen, ob sich nicht ein baldiger Friede anbahnen lasse, worauf Wilson erwidert haben soll, auch von England her sei eine solche Anregung an ihn ergangen, nichts mehr! Uebrigens war das bisherige Zuwarten der Obersten Heeresleitung nicht etwa von Unentschlossenheit oder politischen Einflüsterungen diktiert. Auch der Laie versteht es, daß wir nichts zu beeilen hatten und mit der Offensive so lange warten konnten, bis die Lage im Osten die weiv- gehendsten Abschiebungen von Truppen nach der Westfront gestattete.

Gegenüber manchen Zweifeln, ob es bei dem jetzt ent­brannten großen Artilleriekampf sich nicht vielleicht um eineStörungsoffensive" der Feinde handle, schüttelt der bekannte Kriegsbetrachter des BernerBundes" den Kops, indem er u. a. aussührt:

Die Entscheidung droht der Entente in Gestalt einer d e u t s Kft* österreichischen Offensive die bekanntlich seit Wochen erwartet wird und als strategische DÄwohnng täglich mehr auf den Gemütern und den Maßnahmen der Westmäch^ lastet. Aus dieser Stimmung erklären sich die .Gerüchte van einer bevor stehen den >L>törungsoffensive im Westen und im Süden, die wir immer ruxf; für unbegründet halten, da sie einen Verzicht auf mrlitSrr,ch? Einsicht in sich schlichen.. Der Versailler .Kriegsrat müßte alles ümßü^l, ^vanni'ec sich fcu einer allgemeinen Störunge offensive entschlösse, denn man schafft nicht, wie geschehen, eine; ft rat eg l s che Reserve von 60 Divisionen, um zur Offensive überzngehen, sondern man etträgt die aus der .Heraus- ziehung ei nee lolchim Manövriermasse mrs der Front eirtstandene Verdunrmng der Linien nur in Erwartung einer Offensive des G^r- ners. die ausgefangen itnb durch Einsetzen der Reservearmee zer­schlagen werden soll Für eine §wßc Offensive im Westen von serten dar Eirtente ist es längst zu spät, kommt sie trotzdem iwch. w entspringt )re politischer Erwägungen, die außer^» des Rahm^ksunsrer Bettnchümrgen liegen. ÄflCffen muß man mit emer Itortcn JbeaiKfamo, von Teilangriffen, gllv von Zewalt- fEn Erkundungen, rechnen, wie sic letzt von Engländern und .beuchchen Linien Vorgetrieben werben. Darüber gwen dre FttDberichte der letzten Tage guten Au f schür ß."

DiÄ Gelegenheiten zu solchen gewaltsamen Erkundungen werden fortan die Feinde nicht mehr haben. welcher Stelle der Fron' Hrndenbirra die Hanptentscheidnng suchen wird, ist rwch fern Geheimnis. Vorläufig donnern die Ge­schütze an der nördlichen und der mittleren Front. Es sind ernste Tage, die herangebrochen sind, anch für uns Denchche dre wir starker als je auf die Kraft unserer Waffen ver- ttauen können, aber das deutsche Gewissen ist dabei frei ^berch/.' grauenvoller als in den Tagen des Befteiungs- krreges liegt die Schlacht vor uns:Brüllend unuvolkt mtch der Dampf der Geschütze"; unsere Kämpfer wieder^ hostm mtt heiliger Zuversicht das Gebet: Vater ich ruse

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 21. März. (WTB.) Amllich wird verlautbart: Oesterreichisch-ungarische Artillerie hat auf dem westlichen Kriegsschauplatz in den Kampf ^ gegen die Franzosen und Engläirder eingegriffen.

In Venetien lebte die Gefechtstätigkeit mehrfach be- trachtlich auf.

Der Chef des Generalstabes.

Der vbendbericht.

Berlin, 21. März, abends. (WTB. Amtlich.)

In Belgisch- und Französisch-Flandern. nördlich von Reims, in der Champagne, vor Verdun und m Lothringen haben sich die Artilleriekämpfe verschärft. Zwischen Cambrai und La Fere sind wir in Telle der englischen Stellungen eingedrungen.

Ist der große, bange Augenblick gekommen? Im Westen 3*' der letzte deutsche Tagesbericht besagt, auf breiten k^rmrtstucken der große Artilleriekampf entbrannt. Oester- reichrsch-ungarische Artillerie ist daran beteiligt, und wenn wrr uns daran erinnern, daß General Ludendorsf vor eini^ T 1 ? 11 bat, wir besäßen heule schon die zahlem- matzcge Uebcrlegenhert im Westen, wenn wir uns ferner er-

S a 9 i,-<! T ^ et großen Frontdurchbrüchen berühmt ge^ wordene Arttllerregeneral v. Gallwitz als Führer einer be- N^.^'f^^gruppe neben dem deutschen Kronprinzen vor ,DoW d"-Zweifel schwinden, ob unsere ^reslettung zur angriffswelken Erzwingung der b ® nt W e ^. u Wfl entschlossen sei. Nachdem die deutschen Mahnungen, dre der Reichskanzler Graf Herlling

Ein TorpedobootSangriff auf Dünkirchen.

Berlin, 21. Marz. Torpedostreitkräfte vor Flandern haben am 21. März früh in drei Gruppen sie Festung Dünkirchen sowie militärische Anlagen bei Brav Dunes und de Panne nachhaltig unter Feuer get- nommen. Die Aufschläge lagen überall gut. In dem unv- fangreichen Barackenlager bei de Panne, das mit 800 Schuh belegt wurde, brachen Mci grotze Brände aus. Die Küsten­batterien erwiderten das Feuer heftig, aber ergebnislos. Auf dem Rückmarsch kam es zu einem Feuergefecht mit einigen feindlichen Zerstörern, die sich jedoch zirrüch^gen. nachdem sie mehrere Treffer erhalten hatten. Die am Vorstotz beteilig ten Streitkräfte sind ohne Beschädigungen oder Verluste ein- gelaufen.

Zwei unserer kleinen Vorpostenboote find heute nacht von einer Fahrt westlich Ostende nicht zun'rckgekehrt mW müssen als vermitzt gellen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine. Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 21. März. Fm Sperrgebiet deS Mittel- meeres wurden 7 beladene Dampfer, die sämtlich ge- sichert und zrum größten Teil bewaffnet waren, sowie 6 Segler, zusammen etwa 29000 B-R.-T., versenkt.

Der Ches des Admiralschbes der Marine.

Der englische Schiffsbau.

London, 21. März. (Reuters Im Unterhause en v Dcrtt Lloyd George im Lause der Schiffsraumüespn'chung auf eine Frage, es wären 138 Vergrößerungen von SänffÄoersten geplant^ und augenblicklich wären 110 sckwn im Betriebe. Die Schiffsbmer hätten z. Z. mehr Stahl, als erforderlich wäre. Kein Betrieb stocke laus Mangel an Stalst. Die Schwierigkeit liege sehr wesentlich m der Arbeiterfrage. Es wurde vorgeschlagen, 20 000 Mann ans dem Heere einznstellen. Von den im Irrlande stel-enden Truppen loürde jeder im Schiffbau erfahrene Mann herangezogen. Es sei fedoch eine andere Sache, solche Leute von der Frvrrt hrnwegMuehmen. Das müsse mit sehr großer Vorsicht geschehen. Die Regierung glaube, d- durch besondere Anstrengung der Fehlbetrag von mo­natlich 120000 Tonneir britischen Schiffsraumes beleben werdeu könne, trenn die Schiffswerften imstande wären, ihre Produktion; auf 100000 bis 120000 Tonnen Handelsschisffaum rm Monat zu erhöhen. Das würde das Defizit beseitigen Asguith erllätte. der Grurw, warum der Bau von Handelstonnage im Jahre 1916 nicht größer wäre, seien die Anfordernngen der Marine. Jellico^ sei ans sein eigenes Gesuch vom Kommando über die Flotte in bie Admiralität versetzt zu dem ausdrücklichen Zweck, der neuen ratty steigenden U-Boot-Gefahr zu begegnen.

* .. *

Einschränkurrg der MuttitionShersteftnrig ln England.

Berlin, 21. März. Die harte Bedrängnis der englischen Kriegsindusttie schildern heute drei neue Nackirichten rm Dalltz Telegraph vom 1. März, der Daily Nen>5 and Leader und den Times vom 5. März. UMcrstaalssekretär Kellamay teilt im Parlw« ment mit: Einschränkungen im Munitionsbesäiafstrngsamt werden die teilweise oder vollständige Schließung gewisser Kriegsbedarfs« fabriken nötig machen. 8000 Vinnitionsarbeiter seien bereits aiU lassenweitere bedeute-nde Entlassungen soivie Kürzung der Arbeits-« zeit ständen bevor urrd bereiten den Gewerkschaften große Sorgest Ueber die Gründe dieser auffallenden Maßnahme verlautet nichts, luiib man würde im Ungewissen tasten, wenn nicht wieder der red­selige Herr Ehurchill anc 11. Januar im amerikanisä-en Frühstücks» klub aus der Schule geplaudert hätte. Unsere Hilfsquellen, sagt av sind erschöpft, unsere Heimstättnc von Sorgen durchfurcht, unsere Industrie, Finanzen und Einrichtungen im Tiegel des Weltkriege-

ammengeschnrol mi- Kommt uns zu Hllfe! Kommt schnell! Baut Schiffe! Bringt Einfuhr«: lieber von fertiacn Erzeugnissen als von Schiffsrmun verfchlbigenden Rohstoffen! Mr wollen liebe« Stahl statt Erz befördern, Granaten statt Stahl. Also Mangel «r Schiffsraum ist der Grund für die Einschränkung der englischeitz M unrtwnserzeugung. Eine bessere Bestätigung der Erfolge «rseveS U-Boot-Krieges könnet: wir uns nicht wünschär.

Die Beschlagnahme der holländischen Schiffe.

R e u y o x k, 20. März. MTB.) Rentermeldung. DeE Präsident erließ eine Erklärung, in der er zur Beschlag­nahme der holländischen Schiffe in den amert* konischen Hafer: am Mttwoch nacht ermächtigt. Der Schritt wnrde getan, nachdem das Kriegshandelscrntt erfahren hatte, daß Holland das amerikanische Ultimatum, die Schiffe auszrUieferrl, abgelehnt habe.

Washington, 21. Mär^,. (Reuter) Daniels teilte mit, daß der Befehl, die holländischen Schiffe zu übernehmen, gestern abend um 7 Uhr in Kraft getreten ist. Ern Teil der holländischen Mannschaften wirö auf den Schiffen beschäftigt werden. Andere werden, wenn re es wünschen, in Amerika behalten und von der ameri­kanischen Regierung ihren Lohn ausbezahlt bekommen Die Seeleute, die nach Holland zurückzulehren wünschen, werden o rascy wie möglich dorthin befördert werden.

B e r n, 21. März. (WTB.) Ganz im Gegensatz zu der Meldung der Agence Ha Vas drücken die heutigen französischen Blät^ ter eure lebhafte Verstimmung über die Verhandlungen deS holländrschen Mmrsterrats aus. Holland nahm zwar die Forde­rungen der Entente an, stelle aber Bedingungen, die zum Teil voll­kommen unannehmbar seien, »oie: der Vorbehalt bezüglich der Be- waftnung der hottandlschen Dampfer, des Transportes der Truppen Ü^^L^^bannwarePetit Parisien"-reibt: Wenn man die hmlanmscheu Schiffe mcht bewaffnen dürfe, würden sie nur allzn leicht versenkt werdem Dre Entente bezivecke zwar nickst, die holläw. dffchen ^chfffe zu Truppentransporten zu verwenden, aber die Lffte der Kriegsbannware sei in allem zu dehnbar, als daß man dr^bezugllche Verpflichtungen eingehen könnte. Wenn Holland, das sich vffenbar vor der deutschen ReUamation sick>crfteNen wolle, auf dem Standpunkt beharre, würden die Alliierten zur Wegnahme g^wungen sein. Aehnlich äußern sich die übrigen Zeitungen. Temps erklärt Holland wäre unmrsechtbar, wenn Deutschlanti erNaren würde daß es füv die Verwerümg des holländischen Sckstffsraumes tmrch dre AlliieNen nicht verantworUich gem ach t werden könne.

Schwedrn ,md die Eiltente.

London, 21. März. (WTB. Nichtamtlich.) Das Renterscte Bnrmu erfähtt, daß^ zuversickstlich zu hoffen sei, daß zwisch«! d^r AU netten und Schweden in naher Zllknnft ein allgemein^ Abkommen werde g^.ckchffsen werden. Fm Zusanrmenhanae damit wurdest Bereuibarimgen gctooffen inenden. Schott«: endgültig Erleichterungen für die Erlangung von 100000 Tonnen Werzen, 100000 Tonnen Mais und 50000 Tonnen Hafer zu sichere Tie Weizenverschffimgen nstlrden w: Aprck:md Mar iwr svch gehen, die von Mais und Hafer später. Es vettlehe sch, daß dies nicht die Gesanttmange der von den AUi- grUeferten Vorräte sei .und daß Schwaden weiter Boinübe v^n/!eb(m^nittt:w nach einiger Zeit werde erwerben können. Sofort Ansch des M>8vnm«ns würden diese Vereuibarangen in Kraft treten.

FriedenSueigunge« in Amerika «nd Englanp?

39erfin, 22. März. Aus Noiihork wird lautRlmd- schaw' gemeldet: Der amerikanische Senat hat Wil- fou dnflelabcn, die Frage nochprals zu prüfen, ob sich