Ans fföM ttttO c<mö.
G ießen, Len 25.Februar 1918.
Line Frsntreise im Winter.
Das stell vertrcteTlde Generalkommando des 18. Armeekorps 'hat Milte Dezember des vorigen Jahres zum zweiten Male eure Fwntrei.se Veranstalter, zu der acht Herren der verschied echten Berufe aus dem Bezirk des Generalkommandos eingeladen waren. Als Vertreter der Universilätskreise nahm Herr Prof. Dr. König aus Gießen an der Reise teil. Er berichtete kürzlich vor einem geladenen Zuhörerkreist an der Hand zahlreicher Lichtbilder über den Verlauf der Reise. Sie war nach der Westfront m das Gebiet eines Armeeoberkommandos östlich von. V. gerichtet. Die Gesellschaft hatte zunächst ihr Standquartier in B. und unternahm von dort aus in einem großen Autoomnibus ihre BenüX- tigungsfahrdvr. Die erste war in das Gebiet der berühmten Erz-- gruben gerichtet. Ein Vortrag von Bergassessor B. belehrte über die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Grübelt für Deutschland: eine Grubenfahrt <nif 100 Meter Tiefe mit eingehender Besichtigung der Grube schloß sich daran an. Nachdem am zweiten Tage die Reiseteilnehmer mit Gasmasken ans gestattet und die Etavpenein- richtungen in C. (So.»-ttenleim, Trocknnngsanlage, .ikrü-gslazarett, Flugplatz rutd anderes) besichtigt wvroen waren, wurde ani drütteii Tage eine Fahrt an die Front bis zur ziveiten Linie unserer Stellungen ausgeführt, Schützengraben, Geschützständc und die tief in die Erde eingegrabenen Unterstände besichtigt und rin gewaltiger Eindruck von den ungeheuren Zerstörungen des Krieges in deti Dörfern dieser Gegend gewonnen. Der vierte Tag brachte den Teilnehmern einen höchst packenden und geradezu aufregeuderr Einblick in bk moderne Kanipfeswei.se durch die Teilnahme an der Uebmrg eines Sturmbataillons, dam: eine freundliche Teestunde heim Oberkommando und schließlich eure lange Fahrt durch die Dunkelheit des frühen Abends bis zu dein in der vordersten Linie, nur 1 Kilometer vor den französischen Stcllungen gelegene Städtchen St.M., in dem die Reisegesellschaft in Bür gern uartiereN imtcrgebracht wurde. Xer nächste Vormittag galt der eingehenden Besichtigung eines von uns zerstörten und erstürntten Forts, der Mchmittag eitler Warcherung durch einen besonders iuteres! unten Abschnitt unserer vordersten Front in dieser Gegend; sie läuft hier rml Hange eines langen Bergrückens Entlang. >nährend die Ver- oindiing des vor dem'Berge gelegenen, von uns gehaltenen Torfes mit den rückwärtigen Linien durch einen den Berg durchsetzenden Tnnnel von 700 Meter Länge besorgt wird. _ Am Abend wurde i^as weiter rückwärts gelegene Städtchen stCh. erreicht, wo die Unterkunft Widder in Bürgereuartieren erfolgte, und von^dort aus am nächsten Tage die Rückfahrt nack> M. an getreten. Sie führte noch einmal über hochinteressante Verteidigung'an'agen unserer lsin- reren Linien und über den Standplatz eines Fesselballons, mit dem Aufstiege nnternomnlen wurden. Der Besuch eines Bombengeschwaders, das den Teilnelgnern sogar das Erlebnis eines kurzen 'stures durch die Lütte.gewährte, bildete den Beschluß der an großen und ungewöhnlichen Eindrücken überaus reichen Fahrt.
** Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wurde r r m 10. Frbimar der ScinnamtSaspirantin Elisabeth Blum uns Langen eine Lehrer in stelle im der höheren Bürgerschule zu Heppanbeim a. d. B., der Ocstilw.ntsa spirantin Emilie Schott ans Rieder-Olm eine Lehrerin stelle an der Schillerschule zu Friedberg, Am 20. Februar der Lehrerin Laura Scharmann zu Arheilgen, den Schulamtscqpirantinn-en Elisabeth Raiß aus Groß-Gerau und Elis-allih Willenbücher aus Pfei p?rShcim Lehrerinnen stellen an der Bmkssckulc zu Darmstadt. Verliehen wurden der provisorischen Zercheulchrerin an der Evlllsck-ule zu Darmstadl Marie Untermaper miS Stöffling (Badernt die Rackste einer endgültig Angestellten Bol ksschu l l ehren j i .
** Gold und Silber. Um den derzeitigen hohen Stand des Sitberpreises auf dem Weltmärkte für die Hebung der deutschen Valuta im Auslande nutzbar zu machen, hat die Reichsbank neben dem Ankauf von Gold, welcher selbstverständlich auch nach Beendigung der hessischen Juwelen- und Goldwoche fortgesetzt wird, den Ankauf von Silbersachen ausgenommen. Die seitherigen Goldankausstellen heißen künftighin Gold- und Silberankaufftellen. Der Ankauf von Silber erfolgt während der üblichen Geschästsstun- den. Es werden Silbersachen aller Feingehalte angekauft; der Einheitspreis für 1 Gramm Silbermetall ist auf 13Pfg. von der Reichsbank festgesetzt.
** Ein bunter Künstler-Abend, veranstaltet von der wirtschaftlichen. Vereinigung Kriegsbeschädigter, fand am Samstag abend im großen Saale des Hotels Fürstenhof vor einer äußerst zahlreich erschienenen Hörerschaft statt. Namhafte Künstler hatten ihre Mitwirkung zugesagt. Die Darbietungen bewegten sich denn auch auf einer anerkennenswerten Höhe urid gestalteten den Abend unterhaltend und belebend. Erna Faßbender aus Frankfurt a. M. zeigte sich als .Koloratursängerin mit vortrefflich geschultem Organ, das in altert Lagen durchaus weich, ohne scharfe Ansätze, und klar anivricht. Das bewies sowohl die Mignon-Arie wie der „Vogel im Walde" von Taubert. Ein anderer Frankfurter K ü n st l e r brachte mit sympathischer Bariton-Stimme Lieder zur Laute zu Gehör, als deren Meister er sich erwies. Besonders fein abgestimmt im Ton und Vortrag waren „Das Grüberl im 'Kinn", „Die llttne Lampe" und „Am Teetisch". Rudolf Weiskcr vom Großh. Hoftheater in Darmstadt gab Proben eines röstlickstm, unverwüstlichen Humors. Sowohl das unter Benutzring von Opernmelodien geschickt vertonte erste Abenteuer aus Max und Moritz von Busch wie auch die Parodie „Du hast Diamanten und Perlen" l vorgetragen von einem Backfisch, einem Heldentenor, einer Koloratursängerin und einem Leutnant) stellte Äe Lachmuskeln der Zuhörer auf die Probe. Mimik und Spiel waren vortrefflich. Herr Ehr. Grimm hat die schwere Kunst des BauchvedenS auf eine erstaunlich? Höhe gebracht. Die unter Ver »oendung von 2 Puppen vorgebrachten Dialog? und Duette tvaren voll Komik und fanden reichen Beifall. Die musikalisch Begleitung rührte Herr Karl Krem er, Frankfurt a. M., mit Geschick durch Wie wir hören, ist eine Wiederhollmg des unterhaltenden, inter esscmten Ab-enl's nicht ausgeschlossen.
** 4 8 Milchkühe, 'welch für die Landwirtschaft von der Militärverwaltung im sstelse zur Verfügung gestellt wurden, sind vorerst in einem E/rnndlück der Hamnrftraß? zur Beobachtung au' Seuckfengesahr untergesbällt. ES ist streng verboten, die Stallung, in der sich die Tiere befinden, zu betreten da im Fall der
Berseuckneng der Tiere oder eines Teils derselben, die Möglichkeit I Haber war entflohen. Bortruppen erreichten Shitomir ander SeuckienversckLevpmm in unverseuchta Rindviehbeilänec g<'-!nupmcn dort die Vcrbi ibuua nttt ukrattnichen Truppen auf.
in unverseuchto stiindviehbestän. o r 1 r a g. Der für heute Abend 8 llhr
der SenchenverschLeppung geben ist.
** Oeffentlicher im Hotel Fürstenhof angesctztc Vortrag „Warum fordern wir Frauen das Gemeindewahlrecht" findet nun 'erst M i t t w o ch den 2 7. Februar statt. Näheres siehe Anzeige.
** Verkehr mit Zucker zur Stencnfütterunfl. Wer Zucker für die Fütterung überwinterter Bienenvölker benötigt, hat den Bedarf an Zucker bis spätestens 27. Februar 1918 aus dem Stadt. Lebensmittelamt persönlich anzumelden. Näheres gebe Anzeigenteil.'
** Gießener KvNzer 1 - Verein. Das 8. Konzert findet Sonntag den 8. Märtz in der Neuen Aula mit Mona Philippi (Alt) aus Basel und Philipp Neetcr Viola d'amora rmd Bratsche aus Stuttgart statt. Am Klavier Professor Trautmann. Näheres siehe Anzeige.
’fäaum uki'iJHadt&Cn '«Wt Os!d»
'is secktze»
DK ©ol&anfaufftellc
in den Räumen dcr Bejirfsfparfafte Gießen ist morgen naäMittag von 2 bis 4 Ahr geöffnet!
Stiirkeiibkirn und iühcinhcfftn.
-- Darm stad t, 25. Febr. Der Großhcrzog hat aus Anlaß der hessischen Gold- imd Jüwelenwoche zahlreiche Goldsachen imb Juwelen mls dem Familienschatze zur Verfügung gestellt. Er hat sich hei dieser Gelegenheit dahiir ausgesprochen, daß am Grobherzoglichen Hofe Gold- nnd Eoelsteinschmuck nicht mehr gern gesehen werde. _ „ ^ _
I Darm st adt, 25. Febr. Sanitätsrat Dr. Buß hat Kur Er- rnnerrmg an seinen für das Vaterland gestorbenen Sohn, Assistenzarzt Dr. Karl B u ß, eine Stiftung von 1000 Mark errichtet, bereit Zinsen an Schüler des Ludwig-Georgs-Gvmnasiums als Turnpreise verteilt werden sollen. -- Die Fürstin-Witlve von Erbach- Schönberg, geb. Prinzessin von Battenberg hat der hiesigen Goldankaufsstelle ein wertvolles Brillanttbllier überwiesen.
Kreis Wetzlar.
** Wißm ar, 25. Febr. Küfermeister Ludwig Abel und Frau feiern heute das Fest der silbernen Hochzeit.
Hessen-Nassau.
----- Frankfurt a. Nt., 24. Febr. D'r N a t j 0 n a l l i b e - rale Verein Frankfurt a. M. bei.bloß in seiner .Haupt v ersam in- lung, die nationalliberale Landtagsftakt ion zu ersuchen, mit allem Nachdruck -dahin zu wirken, daß die nationalliberalen itlbgeordneten im Preußischen Landtag jeder Verschleppung der Wahlreform ent gegentreten und fick-.- geschlossen aus den Boden des voir der Regie rung vor geschlagenen Gnmdsatzes der Gleichheit stellen. Weiter bittet der Verein, die natiorralliberale LandtagSftaktion möge für die Einführilng der Wahlpflicht wirken und für die Einsührnug der Verhältnis w a hl in der: großen wie in den gemischtsprachigen Wal?lkreise!' besorgt sein.
= Frankfurta. M„ 24. Febr. Für den Bau eiires Volks- bilduTtgshccuseS stifteten die städtischen Behörden auS Anlaß des 25jährigen ReqierungsjubiläumS des Kaisers einen Grirridstock von 400000 Mk. Ter Krieg verhinderte zunächst die Weiterversolgnng der Angelegeick'.eit, obwohl man die Erwerbung des Gesellschaftshauses Im Zoologisck>en (Parten für daS BolkShaus ins^ Auge gefaßt mrd auch schon Verhandlungen angekirüpft hatte. Jetzt hat der mit der Ausführung des Planes bettcrute Ausschuß Verhandlungen mit dem Kaufmän-nischen Verein eingeleitet, um das prachtvolle Kaufmännische Vereinshaus am Eschenheimer Tor zu erwerben. Die Unterhcnl-dlnngen sind schon ziemlich weit gediehen, so daß zu erwarten ist, daß in dem Vereirls.hause das künftige Frarrkfurter VolksbildungshauS ersteht.
= Von der Lahn, 25. Febr. Ein leichtes örtliches Erdbeben Wurde in der Nacht znm letzter^ Montag, wie schon kurz ge meldet, im Lahngebiet von der Flußinündung bis nach Wetzlar rmd auf den angrerrzenden Höhen bemerkt. Aus zahlreichen übereinstimmenden Beobachtungen war die Erdbewegung von einein ldumpfen 8dollen begleitet, das besonders in Braubach, Camp, Nievern, Ems und Fachbach vernehmlich war.
Letzte A«cL,'rLfHtcrr.
(WTB.) Großes Hauptynärtier, 25. Februar. (Amtlich.)
W-estlicher Kriegsschauplatz.
Vielfach Artillerie- und Mirerwerfcrkümpft. An ver sch ttdcnen Stellen der Front Erkunduugs ge fechte, die uns westlich von Arnl-entiereS Gefangene und Alaschinengelvehre einbrachten.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe von Eichhorn.
Unsere Truppen befttzten Pernmr. Ein Estenbataillon hat sich dort dem deutschen Kommando unterstellt.
Ihren Divisionen voraus haben ßeftcm vormittag die Sturmkompagnie 38 und die 1. Schwadron des Husarenregiments 16 Dorpat genommen. Auf dem Wege dorthin wurden 3000 Gefangene gemacht und viele hundert Fahr- z-euge erbeutet. Diese fliegende Abteilnllg hat somit in 5Vr Tagen über 210 Kilometer zurückgelegt.
H e e r e s 6 r u p p e L i rr s i n g e n.
In Rowno ist der gesamte Stab der russischen „besonderen Armee" in unsere Hand gefallen. Ihr Oberbefehls-
Gietzenee AonzertveveS«.
Gießen, 25. Februar,
Franz Schubert ist vielleicht bi'x musikalischste unter allen Komponisten gewesen. -Die große Zahl der Werke, die er in seinem kurzen. Leben schuf, urrd die Fülle des Werwv-lleu darunter legen, hiervon beredtes Zeugnis ab. Bor allem ist er uns als Schöpfer des moderne;; Kirnfffliedes überaus teuer, nnd seine über 450 Lieder nnd Gesänge, die alle Apsdnickssormen von der', schlicht harmonisch Note gegen Note gesetzten Weisen bis zur gewaltige,r sympbonisck-en Dichtung mit rezitierender SingslimmL umfassen, sind> allen denen ein Heiligttlm, die eS ernst meinen mit der Kunst, unleschadet aller Surrogate, wie sie das moderne Äöusikleben mrd mich die Kriegszeit so reichlich zeittgen. Zwei kostbare Kleinodien waren von jeher die beiden Liederzpllen „Die Winterreise" und die „schöne Müllerin.". Wir bewundern -da insbesondre, wie Schubert es verstanden lmt, auf der 6emeinsck)aftlichei^ GrnEage gleick)er oder ähnlicher Stinr- mung solche Mannigfaltigkeit der Abtönung rm einzelnen zu bieten. Nicht innner hört mttn einen ZpttuS im. Zusamme^ilMng: gestern war es mit -der „Winterreise'^ der Fall, und wir hatten Gelegenheit, Herrn Hofoper?siäng'er E o r n e l i s B r o n s g e e ft als Schubert- simger keimen m lernen.
Bronsgeest veranstaltet sonst sogenannte Alt-Wiener Ab<nrde, wo -r mit seiwm Begleiter in Biedermeier kV stüm msitritt und in enlsprech'cmder Umrahmung hie Schuberts che Zeit besonders lebendig vergegenwärtigen will. Das gestrige Konzert verlies jedoch in ben herkömmlichen Formen, und es wird wohl niemaild bedauert haben, daß cs so war Der Sänger verfügt über eine kräftige, gut durchgebildetc rmd fkm.',. im mezzo voce besonder^ s»mpatlniche Sttmrne: gegen die ausgiebige Verioanduug der 5lopsstimme wird mair nichts eirrzulvenden. haben, wohl aber beemttächtigten das
öftere spnncghafte WeckMn der^Register nnd die allzu opernhafte HeransarbcittULg verschiedener Stelllm manchmal die Gesamllvir- llmg. Am meisten sagten ims zu seine Wiedergabe von „Wasserflut", „Das Wirtshaus", „Gefrorene Tränen" nnd „RasllS in ben beiden letzten Nummern störte allerdings das allzu scküeppende Tempo, im „Wirtshaus" kste fs statt pv emsetzende Begleitimg; -anch „Der graue ^Kopf" hätte eirr ettvas biüvegteres Zeitmaß vertragen. Die „Post" erlitt durch Einsatzschwierigkeiteic eine lleine Verspätung, was zum Teil auch auf Konto der Begleitung zu setzen ist, so daß von dem unbesckireiblichcn feurigen Jrckrcl des genialen Liedes auch nicht ein Hauch zu spüren war.
5)err A. Tabbernal ist nicht gerade mit einem Uebermaß von Poesie gesegnet und toar twtz mrerkennenswerlem Bemühen den gestellten Aufgaben weder technisch noch inhaltlich völlig gewachsen. Was liegt bei Schubert nicht alles in der Klavierbeglei- timg beschlossen! Ein akademisch-nüchternes Herrmterspielen kann da wenig ansrichten: Singstimme u:ch Begleitung verschmelzen zu einer unlösbaren höheren Einheit, und nur, wo völlige: Harnwnie Misch«: beiden herrscht, kann sich die <artsweck>ende Wirkung ein- stellen. Erire straffere Be onimg des Rht)khmische?i und liebevolleres Gingehen auf Ornamentik und kleine Notenwerte hätten der „Wetterfahne" nnd der „Post" zu besserem Erfolge verholfen; manchmal vermißten wir anch das ^rechte Anschmiegen an die Singstimme, mie z. B. in dem Dur-Satz von „Auf dem Müsse" oder gar in dem „Rückblick", wo die Begleitung in den Ecksützen ganz tvrsagte. Mit am besten gelangen lvohl „Der Lindenbaum" rmd „Täuschung".
Das Publikum !var Mt gelaunt mrd applaudierte #i Ende der einzelneri Abteilungen lebhaft, so daß sich Sänger rntd S am Schlüsse mehrnrals z«eigerr konrrten Dr. 0)
I etter
nahmen dort die Bertzi-rdttNs; mit ukrainischen Tnlppen auf.
Von den anderen Krieasfcharrplätzrn nichts Neues.
Der Erste G enera La uartiermeifter Ludcndorff.
* ;< *
Der Vormarsch im Osten.
R i g a, 24. Febr. Der Vor ma r sch in Estland u ni)
L i v la n d gegen 'die Räuber Horden der Roten Garde geht wetter. In Wall hat sich- nachträglich der ;ganze Stab der russischen DivisivT! ergeben. Russische Offiziere unb Soldatm wünsck-erc rn geordnete Verhältnisse zu kommen und der Willkür der Roten Garde entzogen M sein. Bereits zeigen sich Mm Heil des schwer dav-^ niederliegenocn Landen die Früchte dec Leistungen der deutschm DivisÄmm, die planmäßig mit kampfträftigen Vorhuten und dichb- daraufio-lgenden starken l^ftoß rrnv Reserven die Straßen entlang vorwartsdringen, wahre Rekordleistungen im Marschieren erziel»w, Verpflegung in dem von sticttur reichen, von den Bolschewisten verhoerleu Lastde ist in arorrn. von der Roten Garde anpehmrftön Raubbepots, au mehreren Stellen erbeutet, da ein rechtzeitiger Abtransport bei kopfloser Fülcht isichc mehr möglich) war. Dadurch wird das Vorwärtskommeit. unserer Truppen erleichtert. Eile ist dringrtrd geboten, da jede Stunde früherer Ankunft in einem liolästdischeii Landstädtchcu. Hundertcn von Einwohnern Leben nnd Freiheit reitet. Tie Beoö-lkerung aller Nationalitäten wünscht dringend Frieden nnd Orllrung. Sie hat übergeirug von den bisherigerr grauenhaftest Zuständen. Urberall hört man vie gleicht Frage: Werdet Ihr nns nicht im Stich lassen uns unsere ver-- jchilevpten Lieben befteien?
Petersburg, 24. F^br. (P. T.-A.) Nach Berichten des Generalstabschess des Bolschewiki-Heeres ergibt sich, daß der Feind in Gruppen von 100 imb 200 'Dliantt von verschiedenen Regimentern vorrückt. In einer Versammlung der Garnison Pskow, die aus etwa 2000 Mann bestand, wurde der Ausruf des Kommissars zur Der- tei'digung der Revolution mit Begeisterung ausgenommen. Die Deutschen rücken sehr vorsichtig vor. Die Stadt Rejisha ist vom Feinde besetzt. Erst zog eine Kraftwagenabreillmg, dann eine Abteilung Infanterie tm. Ani 21. Februar nmtbe Minsk von ben Deutschen besetzt. In den Mlchustien von Mrogllow imd Zlvbin Rühe. Die deutsche Weiße Garoe führt ihren Offensidtnarsch m drei Gruppen aus, erstens in der Richtung Walk, zivellens in der Richtung Rejisha, und drittens zwischen lsiesen beiden Richtungen Von der Süd front keine Nachrichten.
Die Rede Sonninos.
Rom, 24. Febr. (WTB. NlchttrmLlich.) l>tach einer Stefani- meldung erklärte S-onnino in der Kanrmer, daß in der letzten Tagung der Versailler oberste Kriegsrat festgestellt habe, daß er in den jüngsteir Ercklärungerr des deutschen. Reichskanzlers und deS österreichischen Ministers des dleußern nichts hätte finden können, was sich den gemäßigten Bedingunigen. der ^ alliierten» Regierungen nähere, io daß er der Msinung^ist, daß seine eirrzige Pflicht ist, die hartnäckige Fortsetzung der mllitärischen Answengurr- gen der Miierteu zu sichern. Will sind, sagte Sonurno weiter, noch immer entschlossen, mit unseren Alliierten jeden Friedensvorschtag der einen ernsten und aufti-chsigetl Charakter hat, zu besprachen. Mer wir können nicht eintach FriÄumsver Handlungen beginnen, ohne irgendeine Sicherheit zu haben, bezüglich der vom Gegner rorgeschlagenen und von ilM angcnonm'^enLtt ArieLensbedmgungen. Sonniuo kam daun auf die italienischen Kftegsziele zu sprechen und sagte: Unsere Ansprüche Oesterreich-Ungarn gegenüber habe^i zwei Grundlagen: ethnisch!.' uns legitime Sicherheiten zu Land rmd zu Wasser. Tie ethnisckeiir Gründe sind an sich klar und ge- heiligt durch die rtalienische Seele der zivei unerlosten Lander. Ebenso klar sind auch die Gründe der lMitimen Sicherheiten zu Lande und zu Wasser. Was das östliche Mittelmeer bettifft, so kann ich nur sagen, was ich schon früher gesagt habe: wir haben kerne im- perialissischen Ziele. Wir t vollen nur gegenüber etwaigen Vergrößerungen anderer als Ergebnis dieses Krieges, daß man das Gleichgewicht der Kräfte auftechterhält.
Was Albanien betrifft, so halten wir seine Unabhängigkeit übereinstimmend mit den Grundsätzen der Achtung vor den Ratio ftalitäten und das Selbstbestimmjun^srecht der Völker aufrecht. Mer das Schicksal Albaniens hat ein besonderes Interesse für Italien. Es hängt eng mit der Adriaftage zusammen, die für Italien eine Lebensfrage ist, ebenso stvie unser direkt sicherer Besitz von Välona und seinem Gebiet. Mso bezüglich Albaniens hat Italien keine anderen Gesichtspunkte als seine Verteidigung gegen jede Illrduldsamkeit oder einen 'Angriff einer anderen Macht. Sonnino kam damr auf die Wiederaufnahme amllicher Beziehungen zu der m a x i m a l i st i s ch e n Regierung zu sprechen. Er erklärütt Es ist uns heute unmöglich, sie als die gesetzlichen >Vetctreter Rußlmids eine, Regierung anzuerkennen, die sich nnr an die Macht 'hält, durch offenkundige Gewalt die geietzgebendc ,Versammlung auflöst und ihre meisten Mitglieder ins Gefängnis wirft, nur weil 'sie ihr nichr gimstig gesinnt sind, einer Regierung, welche die gemeinsame Sache verrat, indem sie den Krieg aufgibt, die Dernobilisation der Armee mwrdnet, und die eine offene Propaganda gegen die alliierten Regierungen ftchrt, vm ihnen die Annahme Zeines immittelbaren Friedens, welcher Art er auch fei, 'aufzuzw'mgen. Was die separatistischen Bewegimgen. die tu Süd- und Mittelrußland sich zeigen, an- betrifft, sv faint die italienische Regierung unter den gegenwärtigen- Urnständen, wo in Rußland fremde nnd selbst feindliche Kräfte ihr Merk treiben, eine unelttschiedene Haltung einnehmen. Jede Hoffnung aber, Rußland mllit arisch sich wieder erheben zu sehen, scheint man ' heute auf geben zu
mlissen. SonniTw erklärte jedoch, daß dadurch die allgemeine militärische Lage der Mliierten nicht gefährdet ser, da der russische Faktor wirksam durch die Unterstützung Nordamerikas ersetzt werde. Wir wünschen, sagte Sonnino weiter, heiß den Frieden, einen Frieden, der in möglichst hohem Maße die Ackturrg vor den Grund sätzen der Nationalitäten, die Genugtuung der Besttebungen der Völker auf die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstregierung verkörpert, einen Friedeic, der in seinen Bedingungen gleiche Gewähr für seine Dauerhaftigkeit und seine Sicherheit knetet. Sonnrnp schloß: Wir kommen jetzt in die kritische und entscheidende Phase des ungeheuren Welttingens, in jene nicht zu vermeidende PÄrs- zwischen dem plötzlick>en Ausfall jeden ZÄderstandes auf der Ostfront und dem Augenblick, tvo Amerika die furchtbare Macht seiner militärischen Vorzüge vollständig rvird zur Geltung bringen können. Das wird für uns eine Zeit schwerer Prüfung und peinlicher Opfer für das 5>eil nnd die Ehre des Vaterlandes sein und das wird beu Regierungen immer größere und intraer furchtbarere Berant- worllmg aufbürden, um die mllitärische und zivile Tätigkeit inten^ siver zu gestalten rmd zu vereinigen zur Verteidigung und zmn Triumph der gemeinsamen Sache. Zur Erfüllung dieser schweren Aufgabe erbat Sonnino das Vertrauen der Kammer.
Die Entrüstung der Franzosen.
Bern, 23. Febr. Der Entrüstungssturm der Pariser Prrpe über die Kapitulation der M a x i m a l i st e n hat sich noch nicht gelegt. Die Blätter betonen, daß dadurch nicht nur der Lkriog, sondern auch die Revolution beendigt werde. Das Peinlichste Ml der ganzen Katastrophe aber sei die bevorstehende Kapitulation Rimläniens.
Neue N-Boot-Erfolge.
Berlin. 24. Febr. Amtlich. Neue N-Boc»v>-Erfolg'e aus dem nördlichen Kriegsschauplatz: 10 000 BRT. llnter den oersenkttu Schiffen befand fick» der englische Truppenträn spart - da mpfer Tuskania (14348 Tonnen) mit amerikani-. schetl Truppen Ml Bord. Ter Darnpstr warde kurz vor dem Einlaufen in die J>rifche S«' in ^'ilxicktem Angriff l*ei stärkster feindlicher Gegemoirkicng aus einem ^ßüeitznge. an dessen Spitze er fuhr, bercrusgeichvssa:
Der Chef des dldnrirasstnbeS der Marine
Dr. Diedrich Hahn ff.
Berlin, 25. Febr. Wie die „Dmffche Tage^eittmg^' mitterlt. ist Dr. T i e dr i ch Hahn , .vockt nicht 60 Jahre alt, itach längerer Kranllwit gestorben. Es liegt, sagt ixi3 Blatt, etwas herbes darin, daß der Tr>d glwadc jetzt enttreten mußte, lw' der Bilnb der Land^ wirte sein 25. Ititülchlm stiert, ^liber .i>chn konnte das Bewußtsein nntnehmen, daß das. was er hier schaffen hals, Dauer haben werde«


