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(6$. Jahrgang
Ter »letzener LA-^ßr»
erschein! läßlich, außer Sonntags. - Beilagen: Sießener ^amiiirnblatter; Kte\$bictt
für »rn Kreis Hieße«.
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Krweidrdan! Eietzrn Land,Ber>niIchle§u.G-.
richtsiaal: W. Meyer; Llnzeigenteü: H. Beck; sämtlich in Gießen.
Eiliger Vormarsch im Osten.
(WTD.) SratzeS Hauptquartier. 23. Februar. (Amtlich.)
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In Estland sind unsere Truppen im Vordringen nach Ostrn. In Livland wurde Walk besetzt. In der Ukraine haben die südlich von Luck vorgehenden Kräfte Dubno erreicht.
Im übrigen nehmen die Operationen ih en Fortgang.
Die Zahl der eingebrachten Gefangenen hat sich um 2 Generale, 12 Obersten, 433 Offiziere und 8770 Mann erhöht.
Kon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalguariermcister Ludendorff.
(DTB.) GroheS Hauptquartier, 24. Februar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und Deutscher Kronprinz.
Engländer und Franzosen entwickelten an viclen Stellen der Front rege Erkundungstätigkeit. Starke frtrn- ^fische Abteilungen, die über die Ailette in Chcvregnp einzudringen vcrfuchttn, wurden im Gegenstoß vor dem südlichen Dorfrande zurückgeworftn. Auf dem westlichen Maasuser holten Sturintrupps Gesirngene aus den französischen Gräl-rn.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
In den Vogesen erfolgreiche Etkvndnngsgeftchte. Westlich von Atülhaufen griffen ftanzösisthe Batail one nach heftiger. mehrsv'mdigcr Feuerwirkung beidersrits von Doller cn. Ihr Angriff brach bei Niedrr-Asbach im Gegenstoß, bei Exbrücke und Nieder-Bournhrupt. im Feuer dayri^r Truppen zusammen. 14 Gefangene blieben in unserer Hand.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe von Eichhorn.
In Estland stießen unsere Truppen, von der Bevölkerung überall freudig begrüßt, trotz verschneiter Wege in Gewaltmärschen vor. warfen den an einzelnen Punkten sich stellenden Feind nud näherten sich Reval. Bei der Einnahme von Walk am 22. wurde durch die schneidige Attacke einer HusarensckgvadWN die Stadt vor der Einäscherung durch den Feind gerettet. 1000 Gefangene gemacht und 600 deutsche zmd östtrreichisch-ungarische Kriegsgefangene befreit.
Kleinere Adleilungen stießen gestern bis Ostrow vor mW brachen dort feindlichen Widerstand. Sächsische Truppen machten in Bawinonowo 1000 Gefangene. Don Minsk aus wurde Bonsiow besetzt.
Auch bei der Heeresgruppe Linsin gen nahmen die zur Unterstützung der Ukrainer in ihrem Befreiungskämpfe eingeleite^n Operationen den beabsichtigten Verlauf. In JSto-Rojt sind deutsche Truppen eingerückt. Ein auf dem Bahnhof Sckp'pictowka c inlausen der Zug mit großrussischen Truppen wurde angehalten, die Besatzung entwaffnet.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Oestlich von der Brenta brachen die Italiener am Abend Überraschend zum Angriff am Col Eaprile vor. Sie wurden im Feuer abgewiesen.
Der Erste Genera lquarttcnneijter Ludendorsf.
*
Die Abendberichte.
Berlin. 23. Febr., abends. (WTB. Amtlich.)
Am Hartmannsweilerkopf und westlich von Mullmusen tagsüber erhöhte Gefechtstätigkeit.
Die Operationen im Osten nehmen den erwarteten Verlauf.
Berlin, 24. Febr.. abends. (WTB. Amtlich.)
Im Osten gehen die Bewegungen planmäßig vorwärts.
Kon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Es ist wunderbar, wie unsere militärischen Leistungen fcc Zaghaftigkeit unserer Politik inrm-er wieder nachhelfen! Und dabei herrscht doch zwischen beiden Gewalten jene Ueber- emstimmung und Einheitlichkeit, die man etwa im Verhältnis zweier Ehegatten erblickt, die sich wohl auch gelegentlich einmal häkeln, aber im Ernstfall sich schnell wieder zusammenfinden. In der Friedenspolitik soll nach der Meinung der vielen und meisten Reichstagsabgvordneten der Staatsmann oder Kanzler gewissermaßen der Vater, der Heerführer aber bloß die Mutter des gemeinsamen Haushalts vorstellen. Da geht es nun so, wie man es manchmal findet, wenn der Vater ein guter, etwas schwerfälliger ,„Hampel" ist, die Mutter dagegen die flinseren Hände und den energischeren Ordnungssinn hat. So wird auch jetzt der Staatsmann von der Heeresleitung durch schnelle Hilfe bei der Toilette sertig- mw zurechtgemacht. Ein gewaltiges Staunen, und bei unsren Feinden ein jäher Schreck, ergreift die Welt darüber, daß unsere Heeresleitung für den Gang des Staatsmannes irach dem Osten noch so reiche Ausstattungsmittel hervorzuholen vermag! Da sind nicht Vortäuschungen im Spiel, wndern es geht wahrhaftig trotz Schneegestöbers in Eil- marschen vorwärts! Neue Städte und Landstrick)e fallen in imsere Hände, die Reste des ehemaligen russischen Militaris- inus treten sogar zu uns über, und in Petersburg zittert man ängstlich we^en des drohenden Einzugs der Deutschen! Unverzagt sind wir ob der amtlichen Wiener Erklärung, daß Oesterreich diese Reise nicht mitzumcchen vermag, und die alte Sicherheit kommt wieder über uns, wenn wir zusehen. wie die Hauptfeinde im Westen beinahe in Ketten liegen, während wir das russische Haus durchsuchen! Wie weit gekft der Zug im Osten, mit welchem Klang wird der Frühling im Westen entziehen? — Das sind unentschiedene Fragen, die uns nicht quälen, weil ein festes Vertrauen unter uns herrscht. Der KriegSbetrachter des Berner Fundes" gibt einige Andet»
langen, die wohl das Richtige treffen und für uns erfreulich klingen: . . . ,
„Tie Entwicklung muß lehren, ob Linsingen genötigt ist, den ganzen. 300 Kilometer langen Weg bis Kiew zurücks ulegen, wo jetzt die Maximalisten Herren der Stadt zu sein scheinen, wahrend die Ufnanrec sie di ihrer Landesl)v.uvti badt umschlossen hüten. Ta die Stadt sich sehr gut zur Verteidigung eignet — sie liegt am rcrfjten Ufer das Dngepr, ist im Norden durch Sümpse uird imU- tärisch? Anlagen, im Westen und Süden durch Wälder und festgv- baute Vorstädte geschützt, außerdem als rechtsufriger Bruckmlops ausgebaut und aus dam linken Ufer durch die gvohrni Militärlager, durch Sümpfe und Insel lüldimgeu des viel verzweigten Flusses verteidigt — werden die Ukrainer wohl baocruf bedacht fern, Ite am.- zulumgern. Die maximalisrische Besatzung dagegen wird nicht nur die Vorräte für sich ^ckammerrl^alten und die Bevölkerung Not leiden lassen müssen, sondern auch aus Entsatz rechren. ,
Allen, Anschein nach l>aben die Maximalisten die Ukraine nach einem gwßon gelegten Plan angegriffen, indem sie Wnächst me Gouvernements Charkow und Jekaterinoslaw mit Krieg über- »gen und so die Verbindungen der Westukraine mit dem Hrnter- Icrnd abschuitten, und sind dam, von Osten und Südosten gegen Kiew vorgedrungen. Solange ihre Verbindungen mit Petersburg nicht bedroht waren, bot dieser Plan gute Auslichten aus Erfolg und lähmte von vornherein den Einfluß der Ktewer Roda in den wicksttgen Zentren deS ukrainischen Ostens. ist letzt anders
geworden, denn der Vormcrr'sch k»er Deutschen führt sowohl frontal und unmittelbar von Ronmo über Shitomir nach Kiew als auch mittelbar urär flankierend von Minsk und Dünaburg aus an die rückwärtigen Verbindungen der maximälislischen Ukraine-Armee.
Wie wxnt die kttegeri-ckren Bewegungen gedeihen, JäHt Uch von vornherein wich! sagen, doch ist anzuneo.nen, daß tzie ^.eutsck^e,, die Lüne Narwa-Peipussee -Pskow zu gewinnen wünfchen, um Estland und Livland der Herrichift der Maximalli.en zu entziehen. Damit ist zng'.ech eine BedrolMig Petersburgs verbunden, die zugunsten Finnlands und der Ukraine ontlaitend wirkt. Ta die Maximalistm ihr Hauptquartier und ilnen beiten Nährboden in Petrograd, „der kÜnstlichsüm Stadt der Wclt"^ 'habem ist das von größerer BedvirtiMiI, als es zur Zeit ccneo ein l-cntl ich regierten, roexb niri;|t vom Bürgerkrieg zerrissen«! RuUands ge- tvesen Ware. Tie Besetzung der Linie Ncnmn-Dünaburg wäre als ideale Deckung der därtschen Nord flanke und ideale Ausnützung der maritimen StÄlung der Deutschen rn Mn Ostsee zu betrachten. Ms Mt läßt sich nach nicht sageir. '«am der Vormarsch durch politische Abmochnngen Mn Stelren kommt, eine ger^elte Abwehr ist nirgends sestMisteLlen. selbst von einer Rüch-ugstaUrk oder Guerilla ist nichts zu spüren, d« russische Arm« befuidtt sich in voller Zerrüttung."
Wenn Freude in Trojas Hallen herrscht, so ist „rn ihrem SckMerz verlassen nur eins traurige Brust" lich die der SozicsiHemokratie, oder nur wollen vorsichtiger sagen: ihrer Parteileitung. In einem interess-anten Artikel setzt sich Friede. Stampfer im „Vorwärts" mit den Bolschewisten auseinander. Das Leitmotiv dabei ist: Wir hätten euch ja so gerne geholfen, aber ihr habt uns ja alles verdorben! „Ein Grauen konnte einen packen, mit welcher Leichtherzigkeit sie russisches Gebiet Preisgaben, wie sie ein Land nach dem anderen mir einer leichten Handbewegung weaschoben. ivie sie mit unveränderlichem Gleichmut die Redensart wiederholten: „Bis zur Loslosuug von Rußland." Nie hätten deutsche Sozialdemokraten in ähnlicher Lage ähnlich gehandelt! Für die Notwendigkeit, große Wirtschaftsgebiete zusammenzuhalten, zeigten diese sich sehr modern dünkenden Sozialisten nicht das geringste Verständnis." Der „Vorwärts" führt also hier näher ans, was er neulich nur angedeutet hat: er ist für ein großes, starkes Rußland, wohl damit dem deutschen ,Ltnperialismus" die Bäume nicht in.den Himmel wachsen sollen. Man höre, wie Stampfer den Feinden vorhält, daß die deutsche Sozialdentokratte besser für Rußlands Interesse eingetreten sei als die üschewrsten:
„Wir sagten: „Rußland ist noch immer eine Macht." Man ont- wortete uns: „Es sttcht ja kein Mann ndckhr Mi der Front." Witt sagten: „Ihr beschwött erneu neuen Revanck-ekriog herauf." Man antwortete uns: „Tie Russen sind Deine Franzosen, sie haben kein so entwickeltes Nationolge ühl." Wir sagten: „Für Rußland wäre der Verlust der baltischen Provinzen unetträqlick).^ Man antwortete uns: „Tie Ripsen verzich'.en ja selbf't auf diese PiD- vinzen." Wir sagten: „Wir ivv-llen die Errungenschaften der russischen Revolution nicht zerstören lassen." Man antwortete uns: „Seht euch diese Errungenschaften an, da schießt ja eine sozialistische Richtung auf die andere sozicrlisttsche Rickstung."
„Und wenn," so ft'ihrt Stampfer angesichts des bekannten. von der „Nordd. Allgem. Ztg." kritisierten Funk- spruchs vom 21. Februar fort, „die Dolschennstien im letzten deutschen Streik ein bolschewisttsches Unternehmen erblicken, so kommen sie damit wiedr-rum den Auffassungen der deutschen Imperialisten und Reaktionäre entgegen." Ja, am Ende geht es doch nicht schief im Osten, und Deutschland wird einen ersprießlichen Frieden bekommen, ohne daß Herrn Scheidemann daraus ein Agilalionsstoff für seine Partei erwächst!
Die Ssterreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien, 23. Febr. (WTB. dttchtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Keine besonderen Ereignisse.
Deutsche Truppen besetzten Dubno.
Der Chef des Generalstzabes.
Wien. 24. Febr. (WTD. Sttchtamttich.) Avttlich wird verlauttzarl:
Oestlich der D renta scheiterte ein überraschender An griff der Italiener.
Bei der
Heeresgruppe Lin sin gen. nehmen die zur Nntersttitzung der Ukrainer eingeteiteten Ope- rattonen den beabsichtigten Verlauf.
, Der Chef des AeneralstaveS.
De? Sinzna in die Ukraine.
Berlin, 24. Febr.'(WTB.) Die Deutschen sind rn diesem Kriege in Städte emgezogen, in denen die Bevölkerung zähneknirschend mit geballten Fausten den Einzug der fremden Sieger zugab, und in andere, wo ihnen Jubel und Hurra, Blumen und Küsse entgegenftogen. Der Einzug in die Ukraine zeigt cm neues Bild. Die Einwohner nehmen den Einzug der DeutschQi ruhig und gleichmütig in ibr Schicksal ergeben entgegen, .^ttir dre schlimmsten Bolschewisten, die sich ein allzu großes Schuld-konto aufgeladen haben, sind geflohen, alles andere ist geblieben --- Ukrainer, Groß-Ruft'en, Polen, Juden. Die Ukrainer urck> Groß- Rnffen, auch die besitzenden Klassen, sehen in den Deutschen die Retter vor den zuchtlosen Räuber- und bMörderbanden. Aber sie bvcck>en nicht in lauten Jubel aus, zu viel hat dies Land in den dreieinhalb Jahren Krieg und fast einem Jahr Revolution durchgemacht. zu wechselvolle Schicksal haben die Landstriche zwischen Styr und Stvchod, die schon einmal zwischen 1915 und 16 den Vormarsch und Rückzug der Oesterreicher sahen, erduldet. Aber jetzt sind die Deutsck>en da, Gott sei Dank! Man atmet aus. Deut- sck-e, d. h. die Wiederkehr von Zucht und Ordnung. Und auch dre Elemente, die bisher von den anarchistischen Zuständen prositietten, sirgm sich zuni Bessern und ruhig in die neuen Verhältnisse und so ergibt sich das absonderliche Äild, daß die Deutschen wie bei dem Einzüge in Luzk in Städte kommen, die voll sind von russischen Truppeen.
Die erste Nacht verbringen die Deutschen in Marmbereitschatt. Vor bat Quartieren stehen Doppelposten. Tie Sttaßenkrruzungen sick>twn Maschinengelvehre. Aber am nächsten Morgen kommen die Russen der Ausiorberrlng zur Ablieferung der Waffen nach und gehen sreinnllig in die Kriegsgefangenschaft. Die UkrarncL gehen nach rückwärts in die Aufstellungsbezirke der neuen ukraini- sck/en Divisionen oder sie gliedern sich den deutschen Truppen an, jenen sie vor allem das technische Personal abgeben: Chauifeure, Telegraphisten. Eiscnbohnttuppen, die auch als Dolmetscher wettvolle Hilfe leisterr. Aber auch die großrussischen Kriegsgefangenen dürfen sich in bestimmten Bezirken frei beweget!. Den Offizieren hat man sämtlich die Waffen gelassen und sie haben sich durchweg vorVehaltlosaufdiedeutscheSeit« ge st e l l t. Sie haben zu tief unter der Revolution gelitten, um in den Deutsck-en etwas anderes zu sehen, als die Retter und Beftmer aus höchster Not. Es sirrd Oberste und Generale darunter, die den Deutschen in den Karpathen, an: San und Bug, am Stochod tmd vor Tarnopol als Gegner ^gstÄoersümdcir. Die Deutschen haben sie aus ihren Gefängnissen befreit, in denen^ sie ihre Hin^ mjordmU ertvatteten, denn dir Blüschewiki planten in der Ukraine einen allgemeinen Ofsiziersmord. Mancher von ihnen hatte Tränen brr Rührung in den Äugen, als er aus deutscher Hand Degen jrnb Osfiziers-Epauletten zurückerhrelt. Zwei Tage nach dem Einzug der Deutschen war das Bild von Lu z k von Grund aus geändett. Waren vordem Sttorßen und Mütze beherrscht von dem schmutzigen Bocum der beschch'tigungslvsen Soldateska, zogen vordem auch Zivilisten den Soldttonvock an, und zwar einen möglichst abgetragenen — denn nur dieser gewährleistete einigermaßen persörckichts Sicherheit —, so zeigten sie jetzt erwachendes bürgerliches Leben. Die Organe der Ra da lwdurften nur der deutschen Hilfe, um die Regierung wieder in die Hand zu bekommen. Es ist nicht mehr Sckwnde und Gefahr, einen guten Rock zu tragen. Man sieht wieder elegante Dmnen und russische Offtziere in gut sitzenden neuen Uniformen. Die russischen Soldaten fangen wieder an, ihre Bor'gesetzten zu grüßen, rmd alles erwacht wie aus einem bösen, wilden Traum, aus einer Orgie von Blut und Anarchie, in die die junge Freiheit mcr allzu bald ans artete.
Wie >das Symbol einer neuen Zeit durchwandett nachts die deutsche Patrouille nunmehr die menschenleeren Straßen der Stadt, in denen jetzt jeder Mvger nieder unbesorgt vor Willkür imft Gewalttat usitcr dem Schutz des deutschen DMilitarismus schlafe» kcmn.
Die Entente und die Ukraine.
Berlin, 23. Febr. (WTB.) Wie uns von amtlicher ukrainischer Seite mitgeberlt wird, ist die Hapasnachricht aus Petersburg vom 22. Februar, in der behauptet tvird, Frankreich habe die Unabhängigkeit der Ukraine nicht anerkönnt und Botschafter 9 dm lens habe lediglich den General Tabouis beauftragt, wegen des Sonderfriedens der Ukraine bei der Rada Protest ein- zulegen, tendenziös und frei erfunden, ^'-eneral Tabouis überreick)ts seine telegraplsisckie Beglaubigung bei ver Ukraine durch die französische Regierung feierlich an die ukvainische Regierung. Durch
dieses Schriftstück, das sich in den Staatsakten der Ukraine und
in beglauÄgter Abschttst bei dem damaligen ersten Adjutanten und Chef der ausländischen Wteilung des KriegSnrftnstettums Georg von G'assenko befindet, tvar die Ukraine als unabhängig anerkannt.
Die Erllärungen Englands in dem gleichen Sinne, die kürzlich von der Tlgence Havas verbreitet wurden, sind ckenfalls aus der Luft gegriffen.
* * *
Die Verteidigung Petersburg-.
Bern, '24, Febr. (WTB.) Der „Temps" meldet aus
Petersburg: Die TLbsicht der Verteidigung Peters^ burgs wurde aufgegeben, da die Be'estigmigen in sehr schlechtem Zustande sind und die wesentlichen Teile der Geschütze gas^hlen oder beschädigt seien. Die Räumung Revals sei beendet. Der letzte Zug aus Reval sei in Petersburg erngttrioffen. — Wie „Corriero della Sera aus Petersburg meldet, verschlinuwett sich die Lage angesichts des Vormarsches sehr. Tie Gefahr einer Besetzung von Petersburg besteht kiesmal ernstlich Jin Petersburg geht das Gerücht um. Trvtzki wnde zurücktreten. Tie Eittentebvtfthaftev beraumen eiligst eine Beratung zur Prüfung der Lage an.
London, 23. Febr. (WTB.) Meldwrg des Reuterschcn Dii, vocms: Ter „TimoS'^ wild aus Petersburg vom 21. Feblirar telegraphiett: Die nvch in der Hauptstadt <rw res enden Mitglieder der britischen Kolonie sind jetzt, wo man mit Sicherl^eit annimmt, daß die Deutschen den Vormarsch bi? PeterSlmrg sott, setzen würden, in gvoßer Sorge und Angst. Das britische 5«m* sulat Wird von den Engländern beftilrnit, die so rasch wie möglich das Land zu verlassen rvünschen. Alle britisch n Untertanen mild torischen Alters, die bisher ans verschiedenen Gründen vom Dienst befreit löareti, TjaTren den Wcftrag ci'TWten, sich Mienen sech? Stint» den zur Ltbreise bereit zu machen. Ten anderen britischm l1nter> tauen wurde empfohlen, Rußbrud unverzüglich zu verlassen.
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Die bayrische Vertretung in Vresi-LitowSk.
München. 24. Febr. (WTB.) Die ^rrespondenz Hofsmann meldet amtlich: Staatöminister Gras Bode- w i l s muß sich aus dringenden ärztlichen Rat einige Zeit Scbonuna auserlcgen. Er kann daher an den weitere^


