Nr. 44 Zweites mm
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Donnerstag. 2\. Februar (9(8
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vrr hessische Staatsvoranschlag für M8.
(Schluß
II.
Dde Landffünde (Abt. VI) erfordern Z. ^^000 Mk , das Etaatsministerium (PLt. VII, K. 14—^22) E. 432 000 ÄL, A. 534 000 MI, Z. 392 000 MI (— 78000 MI). dtoOber- rechnmtgskammm weisen E. (+ 91000 ML) auf, haupyEtch durch Ötciffennuj der Eiim ahmen ans Prüfungsgebühven, 10 000 Mark sind mdrc eingesetzt ^üx BertvettlNg beim Mmdesrat.
Da s Ministerium des Innern (Abt.VIII. Kap. A bis 87).. E. 8 805 000 Mk., A. 24 836 000 Mk., Z. 16 032 000 Mk. (-4- 574 000 Mk.). Tie wichtigsten Mehr- oder Minderiorderungen gegen den vorjährigen Voranschlag sind: Nnterabto 1 Zentralver> Wallung: K. 24 Stellvertretungstosten (+ 24 000 MI). Unterabt. 2 Lok.- und Polizeiverwaltung: K. 32 Polizei (4- 140 000 Mk.). Unlrrabt. 3 Kirchen- und Religionsgemeinschaften: b000 MI).
Unteradt.4 Bildung und Erztehnng, .Kunst und Wissenschaft: K. 36 Landesuniversität: E. 1 101000 Mk., A. 2 212 000 MI, Z 1 111000 Mk. (ft- 18 000 MI). K. 37 Techn. vochsä-ule: E. 60000 MI, A. 640 000 MI. Z. 580 000 MI (ft-6 999MI). K. 36 Gymnasien usw. (— 19 000 MI); die Schnlgeldeinnahmen sind um 64 000 Mark geroachsen, für neue Stellen, darunter eine Oberlehrerstclle am Gynnrasium in Gießen werden 44 000 ».Mark neu gefordert. Kapitel 40 Lehraftemmav (ft- 11000 Mark). Kapitel 41 Volksschulen (ft- 148 (XX) Mart, und zwar Tienstzniagen an Lehrer ft- 60 000 Mark, an Verwalter ft- 50 000 MI, Bertretnngskosten ft- ^000 MI,. Neueingestellt ist das Kapitel 425 Kinderpflege (ft- 20 000 MI).
Im ganzen werden für Bildung und Er-ie^rng, Kunst tmd Wb000 Mk. m>chr a<i®tix*rt. munatrt. 5
Oefftnllich Gesundl-eitspfloge und Beterrnarwesen: (ft- 236 000 MarÖ. und zwar erfordern die fo-etl* und WEManswlten etncrt Mehranfnxtnd von 211 000 MI (Goddelau + 93000 E. Deppen- heim + 19 000 Mk., Mzey + 24 000, Gießen + 59000 IäI), bei K 59, Bvlksgesundheitspflege, werden neue 20 000 MI für Tu berku lo se bckampftnrg gefordert. — Unterabt 6, Unterftüw.ngs- Wesen, sind bei K. 64, Staatsnnterstützunaskazse, 18 000 MI für hessische Auslandsflüchtlnrge und 20 000 für Erwerbslose wahrend des Krieges neu gefordert, i— Uftttmabt. 7, Landeskultur und Landwirtschaft, (+ 42 000 MI): bei K. 74. Br^enverbessernng. werden neu gefordert: 7 Kulturtechniker, 1 Geometergehilse und 2 Feldbereinigungsgoometer. Der Zuschuß »uc Feldbereinigung wird von 10 000 auf 30 000 MI echSht. ^ ^
Das Ministerium derIu st iz (Abi IX. Kap. 88—97): C. 1816 000 MI, A. 6 079 000 Mk., Z. 4 264 000 Ddark (— 72000 MI). Tie gerichllickxn Strafen siiw unter von E. mit (+ 64 000 Mk.) emgefegt, unter den A. lverden für die Um- mmdlung von 10 Schreibergehilfenstellen in tzilfsgerrchsschrcrber- ftcklen 7000 Mk vorgesehen, bei den 3 Staatsan)valtsrl)aflen wird ,e 1 Schrei bgelftlsen stelle rn eine Netnftratocenstelle umgewandelt.
Das Ministerium der Finanzen (Abt. X Kap. 93 biS 113). E. 367 000 MI, 21 2 449 000 MI, Z. 2 082 000 Mk., (+ 127 000 MI). gefordert wurden für ein Schleusentor bei Offenbach 65 000 Mk., Anstrich der Wormser Rheinbrücke 44 000 MI und für StellVertretungen usw. (+ 40 000 Mk.)
Tie Abt. XI, Ausleihungen und Staatsschuld (K. 114) weist eine MrndevanSgabe von 915 000 MI auf. Die Besserung, die auf Verringerung der Tilgung der Eisenbahnschuld zurückzusühren ist, ist nur eine scheinbare? Äbt. XII. Ruhegehalte (K. 115) erfordern Z. von 4 679 000 MI (+ 157 000 MI) durch die Erhöhung der DinterbNebenenbeKidge. —. Abt. XIII, Verhältnis zum Reich. Der Reichsvoranschag liegt noch nich vor. ES sind Z. 1370000 Mark (+ 28000 MI) an die Reichs lasse vorgesehen. — ALI XHIa, Au s a lei chs- und Tilgungs stock Ü. 441 000 Mark (+ 2 563 000 MI) — Unter XHIb, Nachträge A. 116b) sind ciW+cm als Z. 4 718 000 MI (+ 4 503 000 MI); fie sehen sich zusammen aus Kosten ^Ider Kriegsauszeichnungen 100 000 MI (+ 50000 MI), KriegSteuerungsbei - Hilfen an Beamte und Lehrer 4 450 000 Mk. und hessischer Anteil für die Beschaffung von Papierlwl; für Zeitung so ruck-, Papier 168000 Mk. Abt. XIV, Tie verfügbar zu lichtenden Beträge sind angesetzt mit 432000 Mk. (— 795 000 MI).
Arrs Stadt nnS Land.
Gießen, den 21. Februar 1918.
Forderung der Stunde, pnser Schwert ist scharf mrd der Lorbeer grün Ans herzblutdurchsickerler tzeide....
Mädchen, dir werden die Wangen blühen Auch ohne das gelbe Geschmeide! —
Unsrer Waffen nimmer venvehende Spur
Fuhrt zu unsterblichen Preisen.
Mann, löse die Kette von deiner Uhr Und tausche sie ein für Eisen! —
SBertn die Rosse wiehern im Frühbrandscheü^
Gilt es, den Feind zu packen.
Weib, klirrt noch immer das Edelgcstrin An deinem weißen Nacken? —
Schmählich, wer seinen Goldschatz häuft 8u fröhlicher Augenrveide —
Wahrend eS durch die Seelen träuft In rotem, rotem Leide!
Fcodor v. Zodektitz.
** Auszeichnung, Pionier Hans Nttzsche erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** Zur hessis chem Gold- und Inwelen-Woche. Unsere Fürstenhäuser haben schon bflev kostbare Schmuckstücke an die Gvidankrufstellen üderrveisat lalsen. Urrser L-MvdeÄ^err hat ebenfalls Gold und Juwelen <ru£ fernem Faartsikurschatze auf den Altar des Vaterlandes niedorgelagt: auch hat er sich dahin cQrSgespvochat, daß am Großherzogt. Lwse Gold- und Edelsteikn schmuck nicht mehr gerne gesehen werde. Folgern wir fernem hochh«Men Beispiele!
** Ausgabe von Sü ß stv f f (Saccharin). Ist der Zeit vom 16.—38. Februar wird in den Landgemeinden dos Kreises gegen den LieferungSabschnrtt 13 der Süßstoffkarlen (blau) und gegen den Lieferungsabschnitt 4 der Cüßsvosskarten G" (ge(b) von den Sühsiroffabgabestellen Süßstoff abgegeben. Siehe BekanntmackMig ün Ar^eigcnteil.
** Kohlensäureflaschen. Die Märrdrmg von Flaschen für die Aufbewahrurrg von Kohllenschkre, Sauerstoff, Wasserstoff und Azetylen hat eine besondere VerfügriTrg des I^!^ft^^nini)^ers vorig gemacht. Diese aus Eisen und Svahl heraestrllten Flaschen werden den Ah»ehmern dieser Stoffe von dsn lieferirden Werken nur leihweile überlassen. Die GerickstÄwllHvcher müssen deshalb die Fragen des EigmstumS der Waschen besonders sorgfältig prAen urrd dem vermutlichen Eigentümer vor der Bersteigerimg Nachricht geben. Die Beamten erhalten deslialb eine Liste der Einprägungen in Kohlesäureslasäien unQ eine solche der in Sauerstoff-, Wasserstoff- und Azetylen flaschen.
** Das Großh. §>ess. Regi erungs blatt, Beilagie Nr. 4, ausgegeben am 18. Februar 1918, hat lochenden Inhalt: 1. De^rnTstmaichung, die Geuehmiau.'n.g lvvc? Sstzenkungen betr. (Z. 33.) — 2. Bekamrtmachung, Äoearbeiten für eine elektrische Straßenbahn von Tarmstadt nach Off«rbaich betr. (S. 35.) — 3. Bekanntmachung, den Ausschlag deS Gehalts des RabbrnerH zu Bingen für daS N-eä),iru;lgsiadr 1917 betr. (S. 35.) — 4. lieber* sicht über die in den israelitischen ReliFiouLgevreinden des Kreises Oppenheim zu erli-ichsnden ^«A+rdQ«mLagen für das Rechnungsjahr 1917 (S. 36). — 5. Ueberstcht der von Großherzog^ lichftn Minisderrmn de§ Irmern für das RvchmrngSiahr 1917 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürftliffe der ijiMLitischen ^igionSg«mvÜLd«l des Kveffes BinMN. (S>.
36. ) — 6. yiamensverLiderungen. D. 37.) — 7. BnLeihun-g bcö erblichen Adelsstandes. (D. 3/ft — 8. Ordsns^erleihtkngeir (S.
37. ) — 9. Trenssvack^rstchen. (B. 38.) — 10. DrenstonUaffunMn. (S- 39.) — 1L Ruhei'l'lLiLSverfttzungen. (S, 39.) — Sterbefälle. kS. 40.)
** Das Gewerbeblatt für das Großherzogtum Hessen enthält: Zentvcktsdelle für die Gewerbe, Inhaltsverzeich- niffe ru den Gtwerbelüattö-ll^chrgängen 1916 und 1917. Die Veranstaltung von GeseKenpruftrnigerl, Neberficht des Vermögeirs- standes der Eckhardt-Siiftmrg, Mitteillulgen aus dem Bereins- leben, Da \ rdworker-BezugsvererniAmg .Gießen, Gewerbevereine Goddelau, Marn--Vd.>nchach, Gewerbeschule Darmstadt, Dandwerks- kavuner »u Taumsiadt, BebcnMwmchuns betreffend Julveicn- und
Jliügl_
Goldwoche, Ausstellung von L-'Äerstrrten, Allgemeiner Teil, Zulagen zu Renten ans dec Jtr^aLL^nversicherung, Bekanntmachung^ bctre.send Schuhn^rveirbestandiele, Bewiitzscha tunb von Lwlzvov- räten, Großh. LxurdolsLrmmer zu Main-, Beeschredenes. BLchev- besprechungen, UnentgelMckle LehrstellenverurrLLftmg.
Landkreis Gießen.
** Leihgestern, 20. F^ebr. Musketier Wilhelm $>ättfef, Inhaber des Eisernen Kreuzes, erhielt die L>essische TapserkeitS-, mcdattle und wurde jum Gefteiten befördert.
Starkcnburg und Nheinhessen.
, ,.** Dvrmftadt, 20. Febr. In einer von 40 VerlretrvN hessischer Werkvereine und vaterkändk>c(er Arbertervevsrue besuchtes Versammlung wurde am 17. Februar rn Tarmstadt die eruigung der DKerkvererne und vateriärchischen ?Lrbeitervererne im GroßherMgtum Hessen" gegründet. Tie Bereinchimg hat den Zweck, 5« Interessen der hessischen w-fttschu.fts+vct>lichen Arbeft^rschaft z« vertreten.
Vessen-Nassau.
Vststjäftriges Ortsjubiläinn.
-- Nied a. M., 20. Fcbr. Am 31. Februar 1218 wird daA Tvrs Nicd -um erstenmxtl urkmidllch erwähnt. Durch die noch iw S'.aatsai>h>iv zu Wiesbaden vorhandene Urkunde bestätigt der Erzbischof Sügsr+d II. von Macn^ dein Stift S. Maria zu den Greden in Mainz den Besitz der demselben von seinem Dwpst Dietrich übertvagenen Kirche zu Nied und bestimmt die Verteilung der Ei-ltkünfte der Krvche, jow» der zn^-eh-rigen ZehlldÄt- zu Nied, Griesheim, Soffecheim und BrerdenLoch — Daß ans bem Boden, wo heute ^Nrsd sich erhebt, schon lange Jahrhunderte vor der ersten uriuirdldchM E-cwähnung des Ortes sich menschliche Storfweinigen befanden, dSveisen die unchhl^en Furrde aus der
deren Rest« mm, vor etwa 25 Iachren fteilegte BiS in das Ende be« vierten Jahrhunderts ließen sich dann durch reiche Fiuide und einwandfreie Untersuchungen., die biS in die letzten Jahre fort- dauerten, Niedersassnngar und Bmllen der Rörner cncs Nieder; Bode,i festslelleif. Berm-utlich sind später Franken Besitzer dieses wichtigen Gelcnrdes am Zusammenfluß vor: Main und d^ldda gewesen und haben auch hrer die erste christliche Niexnkrsftmg ge- gründet, deren Vorhandacheftr allerdings zuerst 1L1L bcstaüg^ wird.
Kietzener Strafkammer.
Gießen, 19. Februar 1916.
Die Will+Ln M. Witwa, kInhaberrn der Gerberei §>. und M. ist Fricdderg, und 6 Genossen hatten sich wogen Voraehms gegen! die Kriegögesehe z-u verantTvorten. 9Lach der Bemnurmacharng des KriegSuruftsterS vom 22. November 1914 betr. Beschlagnahme von .häuten drsxÄe die Angellagte DI nur noch solche Haute in- lärchsichen Ge^Mes. die ihr von Metzgern geliefert ttmrben, schon vor dem 1. AntMst 1914 gelies'ert worden waren, nur in demselben Umfang wie vor dem Kriege verarbeiten. Nach Bekanntmachung des fteCfoedx. (^eralloinrnandos 18. Armeekorps vom 10. November 1915 und 22. November 1915 berrfte sie üderhlvnst firme Deutschen ö&ufce mehr erwerben und auch über das von ihr! hergestÄlte — rrunnvchr beschlagnahmte — Leder nicht mehr ver- ftigen. Gegen diese BestrmiTruntgen hat sie sich in dopveiter Richtung verß+lt nnd zwar 1. durch ßortgesetzte unerlaubte Äukäuft von fr&uien und 2. durch fortgesetzt« unerlaubte Verkäufe von Leder, letzteres auch unter Z)5ch>i.wftoüberschrei1ung. Sie hat im ganzen 481 von den. Mitangeklagten M. W. in Obbornhofen, ^>auLv
hÄrdler Friedrich A. in Fricdberg, SchLächder S. C. daselbst und VäadehÄDler Karl B. Ii!n Ilbenstadt gekauft. Ferner hat sie lttfMagnahmtes Leder an die IDtibangeLagten, Lederhandier Karl G. in Karlsruhe, SchuhhüfEu C. in Mayen in«b an bat irr^wischeu verstorberren Albert B. in Friedberg verkauft, zmn Ten unter Höchstpreisüberschreitomg. Dre Angeklagten sind geständig mi? wurden nentrteiU: Frau M. zu Geldstrafen von 500 und 300 MI. A. zu 150 MI, L m 120 Mk., Wi- und B. zu jel 100 Mk. rmiÜ G. zu 30 MI lTer ÄngeLlagto L. wurde sveigesprocheo.


