Stadlv. Winn beantragt die zustehcnde Kommission für Lernd- -und Fvrstwittschaft m veräntasfen, für die Be>bafsung von HAzern Sorge zu tragen, damit, ujerat bcr Fri'.cke föminr, die voAiogeuOen s }lrbn*cu auch ausaefülwt werden können. — Auch wendet sich derielbe die Maßnahme des Kpmnruualverban-
üeS, der die ■ Mlieferrorg der SoalUrtoffidTt verlangt.
Juni Schlüsse schneidet Stadtv. Vetters die Frage der SchweineabiclUachkung !an piird bedauert die Verordnung, nach welcher die Adschlachtungen bis zu einem bcsti mutten Zettpunkt ohne ?Lusnabmen durchgeführt sein müssen.
Oberbürgermeister^K e l l e r ,reist daraus hin, daß die Verordnung von höherer Stelle ausging, stellt aber auf die'Stellung- nabmc verschiedener Mitglieder der Versammlung hin einen Protest in Aussicht. — Damit schließt die öffentliche Sitzung.
In der üitfdUtcijmbcu nicht öffentlichen Sitzung wurde B e i- g e o r d u eter I u st i z r a t Wilhelm Grilnewald, dessen Amtszeit in Kürze zu Ende geht, zum unbesoldeten B c i - geordneten e i n st i m ni i g wi ed e r g ew ä hl t.
Aus Stabt utt$ CattO.
Gießen, den 24. Januar 1918.
Rentenzrilage.
Vom 1. Februar 1918 an werden R e n t e n zu l agen befahlt. Wer eine Invaliden- oder Krankenrente bezieht, erhält 8Mk., wer eine Witwen- (Witwer*) oder Witwenkrankenrente bezieht, erhalt 4Mk. monatlich. Nach der Farbe ihrer Rentenguittungen können die Rentenempfänger leicht feststellen, ob sie eine Zulage zu l»eanspruchcii haben mrd in welchem- Betrage. Wer seine Renten- auitttrng auf hellgrünem Papier (I) yder auf hellgelbem (K) auszustellen hat, erhält 8Mk. Wer ans dunkelgelbem (W) oder grünem (WIK) über die Rente quittiert, erhält 4 Mk. Die Zulage wird nur für volle Monate bezahlt. Wenn z. B. jemand eine Rente vom 9. Mai 1918 an erhält, so hat er die Zulage vom 1. Juni 1918 ent M beziehen. Eine besvirdere Anweisung zur Auszahlung ist iricht erforderlich. Ter zulagenberechtigte Renten-empfänger hat nur jeden Monat (zum erstenmal am 1. Februar 1918) eine besondere Quittung über die Zulage — außer der Quittung über die Rente
— arrszn stellen. Das Formular dazu erhält er bei der Gemeinde- Polizei-) Verwaltung oder beim Versichrungsamt. Die Zahlstelle für die Rente Postamt) befahlt auch die Zulage aus. Diejenigen Rentenempfänger, die nicht in dem Bezirk der Versicherungsanstalt wohnen, die ihnen die Rente bewilligt hat, können das Formular zu der Zulagequittung ebenfalls bei der Ortsbehörde ihres Aufenthaltsortes entnehmen; sie müssen aber die Nummern (links oben) in Uebereinstimmung mit der Nummer ihrer Renten anittting bringen. Z. B.: Ein Rentenenrpsanger, dc'm in Hagen i W. ein Bescheid -er Landesversicl-ernngsanstalt Westfalen (Nr. 11) über eine Invalidenrente Angestellt wurde, ist nach einem hessischen Orte (etwa Gießen) verzogen. Seine Rentenquittnngen. (J)^ haben links oben die Nummer 11 und er muß sie sich, wenn sie ansgebraucht sind, vom Vorstand der Landesversicherungsmistalt Westfalen in Münster schicken lassen. Die Quittungen zu der Zulage kann er bei dem Versicherungsamt oder Polizeiamt Gießen entnehmen. Diese Stellen sind aber nur im Besitz von Znlageqnittnngen mit der Nummer der Landesversicherungsanstalt Gr. Hessen (25). Deshalb muß dieser Rentenempfänger mif der hier entnommenen Znlagequittung die Nr. 25 dprchstreichen und dafür .,11" setzen.
Wenn die Rente rum oder wegfällt, so ist auch die Zulage nicht zu bezahlen; ebenso nicht, wenn die Rente ihrem ganzen Betrage nach einer Gemcnrde- oder Armenverwaltung, einer Siechenanstalt, einem Jnvalidenheim oder dergl. überwiesen ist. Dagegen wird die Zulage voll bezahlt (also je nachdem 8 oder 4 Mk.), auch wenn der Rentenempfänger nur einen Teil der Rente erhält, z. B. wenn die Rente teilweise an eine Gemeinde, Armenverwaltmrg, Jnvalidenhaus lt. dgl. zu bezahlen ist.
** Amtliche Personalna ch richten. Der Großherzog empfing zum Dorttag den Vorstand des Kabinetts Wirkt. Geheimerat Römheld: außerdem den Leutnant Andreae. — Durch Entschließung Größt. Ministeriums des Innern 'wurde der Referendar Dr. Hermamr .Feilbach zum Regierung-sasseffor ernannt.
** Auszeichnnngen. Das Der die,: stkreuz für Kriegshilfe wurde verliehen: Dem Lokomotivführer Karl Textor, den Werkführern Oechsle und Dörr, dem Hilfsmagazinausseher Dern, dem Materialausgeber Balthasar Schäfer I., dem Vorschlosser Friedrich M v r n e w e g, dem Schlosser Frarrz B e p l e r, dem Schreiner Karl Neurath, und dem Wagenputzer Konrad Nau. .— Amtsrichter Leutnant Fritz Ne u rot h wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
** Beförderung. Vizefeldw-ebel Schuchardt wurde zum Leutnant d. Rcs. befördert.
** Stadtverordneter Eichenau er 4. Im 58. Lebensjahre starb gestern morgen unerwartet ein allgemein bekannter und geachteter Bürger unserer Stadt, der Stadtverordnete Fabrikant Hermann Eichenauer. Der Verstorbene hat ein arbeitsreiches Leben hinter sich, in dem es ihm aber vergöirnt war, unendlich viel Gutes zu tun und tätig mitzuhelfen zum Wohle unserer Vaterstadt. Herr Eichenauer gehörte seit 1905 dem Stadlparlament an. Seine neue Wahlperiode lief von 1911 bis 1919. Neben seiner Tätigkeit in der Betriebsdeputation, der Schuldeputation, dem Schulvorstand und dem Berkehrsausschuß, vermochte er u. a auch dem Volksbad und der Gewerbebank, deren Aufsichtrat er an gehörte, eine wichtige Stütze zu sein. Die fortschrittliche Volkspartei, zu der Stadtv Eichenauer zählte, verliert in ihm ebenfalls ein ttenes, tatkräftiges Mitglied.
** Abgabe von Gänsen. Da mit dem rveiteren Eingang von Gänsen bei der Sammelstelle nicht mehr gerechnet werden kann, wird die Abgabe eingestellt, soweit eine Zuteilung noch nicht erfolgt ist. Siehe Anzeigenteil.
**Seifcnverb rauchs regelung. Auf die für den Bezug von Seisenpulver bestimmten Abschnitte der Sc.ttn- karten darf bis auf weiteres nur die Hälfte der darauf angegebenen Mengen Seisenpulver abgegeben werden. Die Abgabe von Feinseife bleibt in der seitherigen Weise bestehen. Siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil.
** Das Großh. Hessische Regierungsblatt, Beilage Nr. 4, airsgegeben den 22. Januar 1918, hat folgenden Inhalt; 1. Oefsentttche Anervennung. (S. 1.) — 2. Bekanntmachung, die Beiträge zu den.Besoldungen der staatlichen Forstwarte betreffend. (<&. 1.) — 3. dLamensveränderungen. 'S- 12.>
— 4. Ordensverleihungen. (S. 12.) — 5. Ermächtigung zur Annahme und izum Tragen fremder Orden. (S. 13.) — 6. Di-enstnach- richten imD (C haraklererteilungen. (S. 13.)
**Das Gewerbeblatt für das Gcoßherzogtum Hessen enthält; Zentralstelle für die Gewerbe, An die Direktoren! und Vorstände der gewerblichen Unterrichtsanstalten, Ausführung des HilfMenstgcsetzes, kiewerb lichs Unterrichtswesen in Helsen. Mitteilungen aus dem Vereinsleben, Gewerbeoerein Sprendlingen (Rheinh.), — Handwerkskammer zu Darmstadt. Bekanntmachung der Kontrollstelle für freigegebenes Leder. — Allgemeiner Teil, Beschlagnahme und Bestandserhebung von Mauersteinen u. s. w., Sohlenschoner, Prüftmg im Hufbeschlag, Verschiedenes, Unentgeltliche Lehrstellenoermittlung.
** Die Wiederausrichtung des gewerblichen Mittelstandes. Am Montag abend sprach im Nationalliberalen Verein Revisor Mahr von der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe zu Darmstadt über „Die Wiederaufrichtung des gewerblichen M i t t e l st a n d e s". Ausgehend von den verheerenden Wirkungen des Weltkrieges auf unser ganzes Wirtschaftsleben, die eine nicht zu übersehende Zahl üon Verfügungen, Höchstpreisfestsetzungen, Gebrauchseinschränkungen bedingten, wies er nach, daß die Aufgaben, die der Wiederaufbau des Handwerks stellt, sich nach vier Richtungen ergeben; Rohstoff- beschaffung, Kreditversorgung, Arbeitsbeschaffung und Beschaffung von Arbeitskräften, insbesondere Heranziehung eines guten Nachwuchses. U. a. wies der Redner darauf hin, daß neben dem Staatskredit auch die ungeheuren Mittel der Sozialversicherung, besonders der Berufsgenossen
schaften, an deren Aufbringung das Handwerk einen beträchtlichen Anteil habe, für die durch den Krieg geschädigten Handwerker flüssig gemacht werden sollten. Seine Ausführungen gipfelten in dem Appell, der nicht oft genug und laut genug an das Handwerk gerichtet werden kann, einig und geschlossen zu sein. Denn nur ein geschlossenes Handlverk könne den schweren Kampf, den es noch dupchzukämpfen habe, siegreich bestehen. Wenn das Handwerk in der Ueber- gangswirtschaft von den maßgebenden Instanzen gestützt wird und es selbst den Mut in dem schweren Ringen nicht verliert, wird einer der stärksten Säulen vaterländischer Gesinnung der Boden gesichert, auf dein wir alle stehen, für den wir alle kämpfen, leiden und sterben, für unser schönes deutsches Vaterland. — Die fesselndeil Ausführungen lvurden von den zahlreich erschienenen Zuhörern mit lautem Beifall ausgenommen. Der stellv. Vorsitzende, Dr. Krausmüller, der noch kurz auf die Notwendigkeit von Beratungsstellen für das Handwerk hinwies, sprach dem Redner nochmals den Dank der Versammlung aus.
** Lichtspielhaus, Bahnhosstraße 34t Von Samstag ab steht ein neuer Porten-Film: „Die Elandi vom Geiserhof", ferner das Lustspiel „Prinz Waldemar und Waldemar Prinz" ans dem Spielplan. Siehe Anzeige.
** Nativnalstiftung und soziale Hinterblieben e n fü r s vr ge. Tie unter der Schirmherrschaft Sr. Majestät des Dort ticken Kaisers und Königs von Prertßen stehnrde National- strftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen hat neben der wirtsä)astliä>en Unterstützung der Kriegshinterbliebenen auch die Bestrebungen sozialer Füchorge in den Kreis ihrer Wirksamkeit einbezogen. Nach einer im Sommer 1917 beschlosseilen Satzungsänderung soll dieses Ziel erreicht werden vor allem baird?: Gewährung von Beihilfen zur Bestreitung des Lebensunterhaltes oder zur Unterstützung.-in .Mankheits- und Unglücksfällen, ferner durch Erleichterimg der-Erziehung und^Auslnldung der Kinder (Er- ziehungsbeiträge. Unterbängung in Familien oder in geeigneten Anstalten, Beihilfen znr Erlernung eines Berufes und dergl.), so- dmm durch Förderung des wirtscl-ajtlichen Fortkommens (Erhal- ttmg der Wirtschaft oder des Geschäfts, Vermittlung von Arbeitsloser Erwerbs ge legen heilen urrd der gl.) so! me überliaupt durch Pflege und Uebung sozialer Fürsorge. Damit werden die Bestre- buNlgen der Geinlidheits-. Arbeits- und Jugendfürsorge, soweit sie die Kriegshinterbliebenen betreffen, Gegenstarid der künftigen Tätigkeit der Nativnalstiftung. — Im ZusammenlMna damit ist neben dam Präsidium und dem Hanptausschuß ein Beirat gesck-affen, dessen Leitung der Vorsitzende des Präsidiums, Stacrtsininister Dr. Trews, Berlin, dem Ministerialrat Dr. Schweyer, Münck)en, als stellvertr. Vorsitzenden des Beirats übertragen hat. Tie erste Beirats," itzung tirtbet am 21. d. M. statt, in welcher libet die Frage der Ettverl>slosenfürsorge für Kriegettvitwen während der Ueber- gangswirtschast beraten werden soll. Tie Geschäftsstelle des Präsidiums der Nationalhiftung büindet sich Berlin NW 40. Alsenstr. 11.
**Ter Kriegerfriedhofin Sed an. Bei Herrn Phioto- graph.U h l siird Llunrahtneir des deutschlen Kriegcrfriedhoss in Sedan ausgestellt. Tie Llnlage ist nach Entwürfen eines gchorenen Gieße- ners, des Architekt^ Ludwig Lony .zurzeit als Ordonnanz-Offizier rm Felde, errichtet und zeigt eine von deutschen genesenden Soldaten ausgeäihrte Monumeittal-Archäektur von stinimnngsvoller Wirkung. Jdsef von Laufs gab den weihevollen Text der Inschrift: „Kämpfe!cd für Kaiser und Reich nahm Gott uns die irdische Smpcc. Jetzt vom Irdischen frei strahlt uns sein ewiges Lickt. Heilig die Stätte die ihr durch blutige Opfer gewählt, dreimal yeilig für uns durch das Opfer des Danls."
Auf dem Friedhof rutzen etioa 500 deutsche Krreger, die besonders in den Kämpfen bei Sedan und in der Champagne, wo auch .Hessen kämpften, ftelen. Ludwig Lony hat ihnen in schlichter Weise ein würdiges Denkmal gefetzt, das wohl eines der grüßten urrd künstlerisch besten auf dem Kriegsschauplatz ist.
Landkreis Gieße,r.
B. Burkhards, 23. Jan. Gestern hielt hier vor einer überaus zahlreichen Zuhörerschaft mis Brrrkhards und mehreren benachbarten Orten Musketier Haas von der Presseabteilung des Stellverttetenden Generalkommandos einen Vortrag mit Lichtbildern über seine Reise zur .Kronprinzen-Armee.
Kreis Alsfeld.
Up. Ruppertenrod, 23. Jan. Die am nördlichen Ende unseres Dorfes beginnende Straße war «ntf der einen Seite mit einer Reihe Pappeln besetzt, die vor etwa 50 Jahren gepfvanzt NTurden. Jetzt ist die ganze Bappelreihe gefällt worden. Bei Sturm stellten die hohen Bäume durch stürzende Aeste nicht selten eine Gefahr dar. Die verschwundene Pappelallee soll durch eins Neil-e von Nußbäumien ersetzt werden, eine eittschiedene Verbesserung.
Kreis Schotten.
np. Aus dem Vogelsberg, 24. Jan. Der ungemein starke Wettersturz brachte eine Frühlingstemperatur, bei der die Bienen fliegen -und ihren ersten Reinigungsausflug unternehmen. Bis jetzt l^ben die Völker gut überwintert, nur scheint es, als! ob es mehr tote Bienen gäbe wie im vorjährigen, viel strengere:* Winter. Ein zeitiger Reinigungsausflug ist für die Durchwinterung der Bienen von größter Bedeutung.
Stl?rkenburg und Rheinhessen.
ch. Bingen, 23. Jan. In den vom Hochwasser betroffenen Gemeinden des unteren Nahegebiets schreiten die Aufräumungs- arbeiten rüstig voran, doch dürste es noch Wochen dauern, bis diese Arbeiten wirk ich einigermaßen als abgeschlossen betrachtet werden können. Dabei dürften viele Einwohner regelrecht verarmt sein. Bisher sind in Bingen für die geschädigten Familien in Dietersheim rund 6300 Mark gesammelt ivorden.
Hessen-Nassau.
--- Wiesbaden, 24. Jan. Im hohen Lllter von 84 Jahren verstarb hier der langjährige Oberhirte der evwrgelischen Kirche Nassaus, GeneralsnperiTtteiident und Wirklicher (Äeh. Oberkvnjö storialrat D. Heinrich Maurer.
Ule Folgen des Hochwassers.
ch. Kreuznach, 23. Jan. Den Schaden, den die letzte Hochwasserkatastroph^ im Nahegebier an gerichtet hat, beläuft sich auf viele Millionen Mark und läßt sich httcte in seinem ganze,, Umfange noch nicht feststellen. Ueberall )iid> öffentliche Sammlungen für die große Zahl der Geschädigten im Gange. Jetzt, nachdem das Wasser >der Nahe wieder znrückgegangen ist, lassen sich die Schäden einigermaßen übersetzen. Schon lange war das Nahetal nicht von, solch einer Katastrophe Hein, ge sucht worden. Die Hoch.oasser- marken, die den kommenden Geschlechtern den besonders hohnr Stand des Wassers zeigen sollen, sind um eine vermehrt worden, und zwar ist die des Jahres 1918 der höchsten eine. Neben K re u z--- n ach und M ünster a. St., die sehr sck/wer gelitten haben, haben auch die Ortschaften Langenlonsheim, Waldböckelheim, Sobernheim, Oberstein, Norheim u. a. ganz außerordentlichkmrch das Hochwasser gÄitten. Allein in N o r h e i m wurden rund ,30 000 Kulikmeter Erde-von den wild geworoenen Fluten mit fortgerissen. Weniger gelitten hat die .Kreisstraße Nor- heinc—Mederhausen, obwohl das Wasser ettva V/f Meter hoch darüber hinweg flutete. Auch tvfc neue Brücke in Norheim, bei der der eine Damm fortgespült wurde, Leigt wenig Beschädig^mgen. Bei der , L i n d e n m ü h l e izwischen La^cgenlonsheim cmd Kreuznach wurden vom Wasser nicht nur die alten, sondern, auch die erst vor kurzer Zeit strtiggestellten neuen Dämme überflutet. Die Felder sind dort weithin überschwemmt und ausge- waschen worden. <— Mehrere Fabrikgebäude in Waldböckelheim sind erngestürzt oder doch schwer beschädigt worden. Die dort belegeneu Drahtwerke pon Bergerl-os u-nd Trews mußten den' Betrieb für etwa 14 Tage einstellen, da neben größeren Schäden an den fGcbäuden auch die Einrichtungen und die Maschinen vollkommen veri'chlannnt sind. Auch in Oberstein mußte ein ^Fabrikgebände, das vom Wasser unterDült war, wegen der Ein- stnrzgiefahr geräumt iverden. — In Sobernheim wurde diü LickM und Luftkuranstalc wie ein Gartenhaus zusammengetvorfen wird zerstört. Ein Jnsasje der Kuranstalt mußte zwei Nächte von
den Wassern umtvft rn ständiger Lebensgefahr im sogenannten L.ee-> Häuschen zu bringen. — Auch die Winzer des NahegebieteS haben' schwer gelitten .
Iklrchlrche Naehrkrchteir.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Süd- Anlage). Samstag 26. Jan. Borabd.: 5.00; morg.: 9.00. Feier d. Gebnrtst. Sr. Maj. d. Kaisers. Abds.: 5.25'u. 6.00. — Israeli tische Religionrgesellschast. Sabbatferer am 26. Jan. Freitag abd 4.45. SanOtag vorm.: 8.30. Feier d. Geburlsl. Sr. Maj. d Kaisers. Nachm. 3.30; Sabbatausa.: 6.00. Wochengottesbienst * Morg. 7.00, abds. 4.30.
Lingesaudr.
(Für Form und Inhalt aller unter dleser Rubrik stehenden Artlkel übernimmt die Redaktwn dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Seit Montag geht die Uhr der Johanneskirche falsch, seit heute nacht steht sie. Welck>er Uhrmacher hat dafür zu sorgen, daß dre Uhr richtig geht und nicht stehen bleibt? Vor acht Tagen ging dre Uhr auch zwei Tage falsch. Mcr das schon einmal erfolgte Zuspätkontmen zu meiner Berufstättgkeit läßt mich auf diesen Uebelstand aufmerksam machen. A. V.
Uttlver'siiLts-Nochvichten.
** Bonn, 23. Jan. Aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens der Universität haben Rckbor und Senat beschlossen, ein Verzeichnis aller ehemaligen Sttrdenten der Universität anjir- legen. An diese ergeht daher die Bitte, ihre Adresse, ihr Immatrikulation ssemester und .gegebenenfalls ihre Korporationszugehörigkeit auf einer Postkarte, die als Grundlage eines Zettel- latatogs dienen wird, in deutlicher Schrift an das Universitätssekretariat mitzuteilen.
vermischte».
--- A s ch a s f e n b u r g, 23. Jan. Bei denc Zusamtwenftoß zweier Züge vor dem hiesigen Hacivt bahn Hofe wurde der Zugführer Härter getötet; etnm 8—10 Personen erlitten mehr oder minder schwere Verletzungen. Ter Materialschadm ist erheblich.
Sriefkasten der Uedaktksn.
Mnouvme Sttnragen bleibe»» »»nberüLstchttgtt
Gefr. h. 3. im Sdöe. Die Kriegsgefangenen sind zur Arberts
leistnng verpflicht.
M. lvtt. Dir stagliche Bestimmung bezieht sich nur auf Kriegsteilnehmer im Alter von mindeDms!45 Jahren. Eine Versetzung zlur Etappe «oder in die Garnisio nkann^ u. a. aber cucch erfolgen/ wenn die Angehörigen des bett. Kriegsteilnehmers durch die Fotgertz des Krieges bereits schwer heimgeftüchj. wurden, oder wenn es [id> um den einzigen Ernährer vieler icnverforgter Kinder handelt handelt.
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 24. Januar (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Rege ErLunbungstätigteit gnKrer Infanterie vrachie an vielen Stellen der Front (befangene ein. An der Sßntpx Bvesinghe—Staden tmtröen 6 Mas-chimllgcwchrc erbeutet Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazeövnische Front.
In einzelnen Abschnitten Artillerietätigkeir. Sümveit- lich vom Doiran-See scheiterte ein englischer Vorstoß
Italienische Front.
Die Lage ist unverändert.
Der Erste Grneralguarttermeister L n d e n d o r r f
* * *
Ans dem Harivtaussctnis; des Reichstage.
Berlin, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der HatrptauSschuß des Reichstages nahn'. l>eute nach längerer AiMpracke im Anschluß cm die Zensurdebatte nachstehenden Anttag an, den Absatz 1 des ettttägen Artikels des Kriegszustairds;teietzes vom 4. Dezember 1916 dahin ab-zn ändern:
Bis zum Erlaß des in Artikel 68 der Reicksverfassung ange- kündigten Gesetzes über deic Kriegszicstand wird gegenüber Anordnungen der Militärbesehlshaber, soweit sie sich nicht auf di? Zensur nrck das Verettrs- und Vergammlnngsrecht deziehcrl, eine militä rische Zenttalinstanz als ?lnffichtsstelie und Beschrerdestelle er richtet. Soweit sich diese Einordnungen <ruf die Handhabung der Zensur und das Vereins- urck Versannnlungsrechi beziehen, ist der Reick?skanzler 2luftichtsstelle und Besckioerdestelle.
Angenommen wurde ferner ein Anttag Dr. ^Lohn (ll. Sv?».) auf Vorlegung einer Novelle zum Sckutzlmftgesetz, die nach Mir teilmig des Staatssekretärs bereits in AusnrckeiLnn-g ist.
Falsche Gerüchte.
Berlin, 23. Jan. (WTB. Nickstamtlich Dre „'lttaddeutjax Mlgemeine Zeitung" schreibt unter „Fccksche Gerückte": Wir ftnd zu der Feststellung^ ermächtigt, daß die im Anschluß an einen Artikel der „Deutschen Zeitung" in der Presse auftretenden (i>erücktt von einem be vor stellenden. Rücktritt des Chefs des Marinxkabinetts Admrral von Müller unL des Oberhofmeisters und Hausmarschalls Frtftn. v. Reischach auf freier Erfircdung beruhe»:.
Ein englischer Kronrat über die Vorgänge in Petersburgs
Berlin, 24. Jan. Laitt „Bert. Tageblatt" mnd am Montag in London ein außerordentlicher Kronrat statt, um zu den Vor- gängen in Petersburg Stellung zu nehmen, durch die auch englische Staatsangehörige in ihren Rechten verletzt wurden.
Die Lebensmrttclkrisc in England
Berlin, 24. Jan. Zur Lebensmi.ttelnvt heißt es ,m „Bert. Lvkalanzeiger": schneller als das tvohlgesättigte englische Volk es jemals get-acht hätte, ist die Lebensmittelnvt auf der britischen Jnscl znr Wirklichkeit geworden. Neben dem ernsten Problem des Vtannschastsersatzes und den Schwierigkeiten mit den Arbeitern bietet die gesamte englische Presse heute fast nur rrvch ein Bild: die Kämpfe, die sich um den Besitz des täglichen Brotes urrd derjenigen' Lebensmittel entspannen haben, die als eine notwendigste Zugabe angesehen werden. Ueber den Ernst der Lage sck)eint sich das Volk m seiner Gesamtheit noch nicht klar geworden zu seirr. In den Zuschriften an englische Matter finden sict Beschwerden, daß die frühere Qualität der Ware nicht mehr gewaorleiftet sei. Man scheint sich nickt recht biwußt zu sein, daß es in Kurzer Zeü überhaupt kerne Qualität mehr geben dürfte und jeder frob sein toird, wenn er etivas erhält. Der ganze Enr,t der Lage werde nrdessen durch das 'Verhalten der englischen Arbertermassen klar, die srch tvedcr mit dem Marnrschaftsersatz, noch mit dem Hrmger abfinden wollen ilnd offenbar nicht geneigt sind, den Eroberungszielen der engliscl>e7»- Regierung noch länger Gefolgschaft zu leisterr.
Die österreichische Streikbewegung beigelegt.
Wien, 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Wiener k. n. k. Korr.-Bur. Nachdem schon vorgestern und gestcwn in Wien die Arbeit zum größten Teil wieder aufgenomnreu worderr ist. wird heute in allen Betrieben ausnahmslos gearbeitet, so daß die 'Ausftandsbewcgnng unter der Wiener Arlreiterschaft beendet ist Auch aus der Provinz vorliegende Meldung«! besagen, daß übirräk'. die Arbeiterschaft zum größten Teil zur Arbeit zurückgcd:hrt ist Während der ganzen Dauer der AusstandsLttMguyg Luv «S mo- gends zu nemtm^perten Zwischenfällen


