Ausgabe 
24.11.1917 Erstes Blatt
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Trotzki erklärte, er habe alle geheimen dipl oitiu ti fcfcen Aktenstücke m feinen Besitz und werde sie demnächst veröffent­lichen.

Stockholm, 23. Nvv. Qfcfiam'brc den einseitig gefärbten Meldungen der Bvlschewiki teilt die Korrespondenz der schwedischen bürgerlichen Zeitungen auö Haparanda mit, daß A'ereuSki nunmehr wieder an der Spitze von Truppen gegen Peters- hurg gehe. Ein gestern in Haparanda eingetroffener franzö- ;rscher .Mner teilt mir Bestimmtheit mit, daß Kor ui low sich tu Moskau aufhalte.

Amsterdam, 23. 9tov. sWTB) Reuter meldet aus Peters- biurg: Ter Gemeinderat hat die Wählerlisten für die ver- mssmrggcbende Versammlung ausgegeLcm Es frub 19 Parteien ^vhanden.^ Lenin hat eine Proklamation erlassen, in der er erklärt, hast die gesamte Staatsgewalt in dre Hände der Lowzets übergeaangen sei und in welcher er die Bauern rate aufsordert, in ihren Distrikten die Maast cm sich zu reisten. Die Zeittmgsauzeigenwürden für ein StaaLsvwnopol erklärt.

Das amerikanische Konsulat in Moskau hat dem revolu- tvcmären Militärausschuß die Notwendigkckt vorgestellt, daß sofort Maßregeln zum Sckmtz des Lodens und Eigentums der Ausländer getroffen werden müßten.

Amsterdam, 23. Nov. lWTB.) Einem hiesigen Blatte zu­folge meldet dieTimes" aus Petersburg vom 21. Novem­ber, dft Lebensmittelversorgung sei vollständig des- < orga nisiert. Tie größten Restaurants waren am Dienstag ohne Brot. Tie Rationen für die Familien wurden heradgesetzt. Die Hungersnot steht vor der Türe.

stimmungen machen. Wer so handelt, schädigt das Vater­land und zeigt, daß er der Aufgabe nicht gewachsen ist. Per­sönlichkeiten, die auch nach erfolgter Belehrung fortsahren, ihrem Mitmenschen das in dieser Zeit an sich schwere Dasein dürft) ihr Benehmen noch mehr zu erschweren, dürfen an diesen Stellen nicht geduldet werden. gez. v. Stein.

Aus

ist die B e r- völlig u\i'

Amerika und Rußland.

Basel. 24. N»v. O.--A.) Nach derTimes" ndurra Mischen Rußland und Japan

rbrochen.

Rußland und Japan.

Washington. 22. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen reaus. Nach einer Mitteilung des KriegShcmdelSamtes sind die rchte, nach denen weg«: der zweifelhaften Haltung der derzeitr- . Regierung Rußlands für Rußland gekaufte Waren ch Rußland rücht ausgeführt werden dürfen, imzutreffend.

Seefrfeg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin. 23. Nov. (Amtlich) Neue U-Boot-Erfolge im Mittelmeer: 8 Dampfer, 2 Segler mit rund 30000 Brutto-Register-Tonnen. Auf den Anmarschwegen nach Aegypten wurden mehrere Truppentransporte mit Kriegsmaterial für die englische Palästinasront aus stark ge­sicherten Geleitszügen herausgeschossen. Unter ihnen befand sch der bewaffnete amerikanische Dampfer Biltener (3627 Tonnen) mit Munition. Der griechische Dampfer Nefeli (3869 Tonnen) wurde mit 6500 Tonnen Weizen auf dem Wege nach Italien vernichtet.

Der Chef des Admiratstabs der Marine.

Av§ dem Reiche.

Ein guter Erlaß des Kriegsmimstcrs v. Stein.

Berlin, 23. Nov. (WTB.) Wie wir erfahren, ha' der Kr regsm i n ist er an sämtliche ihm unterstellte Dienst­stellen folgenden Erlaß geachtet: Jeder einzelne im Volke trägt an der Not des Krieges, und niemand soll ihm die Last rrnnütz vergrößern. Das geschieht aber, wenn die Dienst­stellen un Verkehr mit dem Publikum dem Gesuchssteller nicht in schneller und höflicher Art helfen, son­dern den Verkehr zur Quelle von Mißhelligkeften und Miß-

Staöt nrrdanb,

Gießen, den 24. November 1917.

Unser Grvtzherzsg.

Tos Heffenvolk nabt faxte mit ehrlichen Glückwünschen feinem

Landesfürsten. Fürst und Volk sind in dieser schweren eisernen Zeit zu einer Einheit verschmölze::: fest umschließt sie das Band der Treue, der hessischen Treue, begründet in der gemein­samen Lüde zur Heimatsckwlle.

Groß Herzog Ernst Ludwig gehört nicht zu den Fürsten, die viel von sich reden machen wollen imb sich ihrem Volke nur in der Nolle des Herrschers nahem Er lieht es, ruhig als Privatmann zu lebe:: und seinen künstlerisci-en CieWjobemcn nach^u gehen. Ter Krieg sah ihn auch als militärisck)en Fül/rer sänes .HessenVolkes brauste-: ror dem Feinde, furckulock und treu.

Ten mannicksachen Aufgaben und Pflichten, die der Weltkrieg chm als Landeshrrrn und Herrscher gebracht hat, widmete sich der Großherzog mit Unermüdlicher Hinaebnlirg. Tie Landesstiftung für unsere Krieger aus Anlaß seines Ressterungsjübiläums, be­stimmt, die Leiden des Krieges zu lindern, bot rurserern Landes­fürsten willkommene Vevarrlassung, ein großzügiges soziales Werk der Kriegswoblfaktrl'spslege ,zu schaffen, bas noch :n weite Zu­kunft Segen stiften soll.

Ter Ernst der Zeit hat den Groß Herzog nicht äbgehalten, sich auch im Kriege als einen Förderer urrd Schützer der Kunst in vor­bildlicher Weise m envoisen. Er empfängt und bieschästigt Künstler, er wendet seine besondere Aufmerksamkeit und Pflege auch jetzt den Kunstausstellungen zu. die m seiner Residenz eine Heimstätte ge- fmrden lyabm.

Treu und fest halten die Oberhessen zu ihvem Landvsherru, treu rmd fest nach hessischer Art grüßen sie ihn an seinem Ge- biurtsfestc. Unwandelbar in Frerrd und Leid, in Gewitter und Not, die Lande unseres Hessenlandes schirmend Wie. ein fester Turm, steht der Fels der hessischen Treue!

Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 26. November 2. Dezember 1©17 haben nachstehende Leoensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 48. Woche, gültig vom 26. II. 2. IS. 1917 Buttermarken 48. , 26. 11. - 2. 12. _

Fleüchmarken , 43. ^ . 26. 11. - 2. 12.

Kartoffelmarken 9 48. ., 26 11. - 2. 12.

Seüenmarken für den Monat November bis 30., ab 1. 12. für den Monat Dezember 1^17.

Ein Umtausch vcrfatterrcr Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

Neuanmeldungen und Anmeldung von Neugeborenen haben nu imehr unter Vorlage der nötige« Ausweise, ins­besondere der Lebensmittel RuSweiSkarte, ans dem Lebens

mittelamt zu erfolgen.

Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen find in den zuständigen Bezirken auzumelden.

Geschäftsstnndcn des Stadt. Lebens,irittelamles von 9 t2 Uhr vorm., 24 Uhr nachm.

Markenaasgabe iür Urlauber'.

Sonntags von 1012 Uhr vormittags.

** Städti fcher Gem üfever kau f. Montag und Tftns- tm vor- mit» nachmÄtzag lvirvd in der Berteilungsstelle, Bcand- vilätz 3, der Berkcms von Gemüse. Kohlraben, Gelbe Rüben mld Weißkraut fortgesetzt.

Nunst und wissen,ckakr.

Gustav Adolfs Nachkommen i n N i e d e r s a ch.s e n. Der große Sck'rvedenkömg Olustav Adolf hat außer seiner Tochter, der Königin Christine, aus einer früheren, nicht standesgemäßen Verbindung mit einer lwl ländischen Gräfin einen Sohn hinters lassen, und das Sckncksal dcs von ihm stammenden Zwergos des fchtvedischeri Königshauses ist wohl wenigen bekannt, obwohl diese Naft.kommen Girstav Mwlfs in Deutsckstand, in Niedersachsen. lebten. G. Lübbeu malt im jüngsten Hefte der ZeitschriftNiedersachsen" iVerlag: Carl SchKmmraml, Bremeu? fesselnde Mitteilungen darüber. Der Sohn Gustav Adolfs lstest Graf Gustav Gustavson von Aasaburg: er war 1 ß11 geboren und tourde durchs den Tg-eißig- jährigen Krieg noch. Nieder fach,>u verschlagen. In Wittenberg Hatto er studiert, 1643 war er evangelischer Biscbos von Osnabrück, und im Westfalischen Frieden erchelt er aU Ersatz für dies Bistum Stadt und Amt Wildcshauseu (in Oldenburg) als schwedische Leben. 1650 traf er mit seiner Gemahlin, einer ^borenen Gräfin Wied- ^dunkel, in seiner rornen Residenz ein. Unmittelbar darauf kaufte er l>as Gut Huntlosen, wo-er ein Schloß erbaute: lemcn zweiten Hernm- sitz schuf er sich^L' Spas-cl-e in der Laitdgemeinüe Wildeshauieu Be­reits 1653 s«arb er. und seine Mtwe lvurde Bormünderin beS Sohnes Gustav Adolf. Die Gräfin unterhielt Beziehmlgerr mit dm» schwedischen Königslxmse, bei dem ske in hoi^r Gunst stand, sowie mit anderen Benvandten in'weden und Finnland. Der Krieg, den 1675 das Reich der Kro',e Sclvveden erklärte, vertrieb diu Familie Wasaburg aus ilirer Residenz und brachte sie um ihr Lehen uiii) ihre Modialgüter: der Bischof von Münster, Christoph ^sem- bard von (dalen, eroberte Mldeshauseu, und das HerveichauS zu Spasche wie das Schloß zu Huntlosen wurde vernichtet. Die Gräfin Wasaburg lebte raotf 1680; ihr Todesjahr ist unbekannt. Sie wurde -,mächst an der Seite ihres Gatten m Wildeshausen bestattet; sväter wurden beide in die schwedisä^ KSnigskrufl nach Stockholm ul-erveführt. Der Sohn. Graf Gustav ?ldoli, vermählt mit der <6räftn von Leinmgen-Westnburg, leble nrit seiner zahlreichen 7sami1ie ganz zurückgezogen zu .Hengstlage im Kirchspiel Grosf-en^ kneten. Er stard 1732. Er hatte 9 Töchter- und 7 Söhn-v Nur einer

darunter heiratete, doch verlor er seine beiden Kinder früh; am längsten unter den Brüdern lebte Graf Georg Moritz, und mit ihm starb 1754 der Maurvesstamni des Hauses aus. Eine Schwester, Gräfin Henriette Polir^ne, lebte noch, viele Jiahre zu Huntlosen., vergesieu und verlassen, bitterem Mangel prcisgege!>eu. Als König Gustav III. voll Schitoeden erfuhr, daß aus einem edrsamen Gute Niedersack,sens eine Tvclster des stolzen Käurgshauses hockcheta^ft iln kümmerliches Dasein friste, sorgte er für sie. Mit ihrem Tode, sie ßarb 1777 eirdete das letzte dieser versprengten Königs- kruder in Deutfchiand.

Carnegie. Andrew Tarnegie, von dem vor kurzem fa^ rickitet wurde, daß str astf den: Sdevbchager liege, vollendet morgmz sein 80. Lebensjahr. %tti 2 6. Novem her 163? ist cr in der alten schvttischon Stadt Dunsermline geboren, kam nackt Ver­armung der Familie als Knabe nach Pittsburg'h, wo er die kannte Laufbahn als stLlkmachemLN seihe schnell zurücklegte. Al-; die pe.nnsysranich'eL! Petvvünmwuelbar ihren Reichtum über dG Welt ergossen, sloffen in Carnegies Tascl>en die ersten Millionen. Als man 186* in England begann, Schüiunr aus Stal»! herzustellen, «widmete ''ci fkti der Ptrv^uttion von Slal/l, und dam»/, war fortan, sein Glück vollends gen rächt. DieOzTnuuie Steel works ofi Homestead, die mehr als 30000 Persoireir beschäftigten, schufen das Riesenv<-rmLgeu dieses StahlkönigL. Iw Jahre 1899 trat er von der Leivmm seines 1di.tiernehm-chti.s Zurück in der Mchvcht. fortan nur sein Brn-mogeu. t'«u w'rwaltea und es hcru-vtsächlich tuoplw tätigen Sliflnrrgen z-uziuführcn. Damtit l>atte er denn auch, dei^ Anfang gemacht, als fav W-ck krieg dazwisck-au kam und ((arnegie veranlaß^, fit kapitalistisch imd industriell in die Dienste dar Entente Mr begeben und auf die 'Dmtfifeu zn ichimpsmu Car^ negie lml seine gvoßni Stiftungen urrd Schwkungen nach geh lvissrn PriiMnen veranstaltet, über die er arvch dicke Bücher ver­öffentlichte. Er behauptete, haß dergeizige Mülionär", de°» fernen Nstchümi zusamuimlsch-arrt, bi<e Gesetlschift listiger schädigt oU-> da. sorglose Millionär, den sriuigieu unklug vergeudet, selbst nx-int er dies unter dem Deckmaitd'l heftiger 9«ächstenlirbe tut. Jft Sch.nften prres Carnegie die größere'

** Amtllch« VorsvvaI««chr11<-rrL Der Ijsdb am

Kuniber t Sck*-Eor xu Wngear hat am 30. Juli evi Kind vom Tob> des Ertrnck«rs gerettet. Ms AnerksrnmLg k^rrfttr ist ihm v«. Seiner Köariglichm Hoheit dem GwßherWg bce RerrMgSmedoLH, verleben worden.

Auszeichnnn g. Luftschiffer Wilhslm Wa-ner aüfttt das Cfrferne Kreuz zweiter Klasse.

^ Silberne Hochzeit. Ter Gastwirt Heinrich Rusch und oisaui Magidälena feiern cm MvnLvg bot 26. November (Stoß

SWerire Hochzeit.

** Zn spät kommende Reisende werden mcht mehr dilrch die Sperre gelassen. Siehe BekoMntmachuna im DnzergenleÜ,

*^Aerzte,RechtsanwLlteurrdHilfSdienst. Ueber die Hilssdierfftzpflöcht der Rochts-arSvÄds und AerzSe hat bas Kriegs-, amt nelw Bestimmungen erlassen. So foftei die KriegSamtsstei^r die Frage, ob an bestimmten Ortzm ihrrS Bereiches eine das l^rüchtigte Bedürffris dsr LZ-evölkenmg Wersteigende Zahl mm, Aerzten vorhanden ist, gemeinsam mft dem ScmitLtsamS des »». ständigen stellvertrev-mdÄr Ger^evalltomM'cmLoS, dem Regierung^« Präsidenten rmd der 2lerzLeSammerj prüfen. Soweit eine Benvendungj der als überzähl ich erfonntert %nyte im Bereiche der Kriegs-, amlsstclle uick.it möglich ist, verfügt über sie das KriegSamt im EinvcrnehTnen mit der obersten MedizinalbehGÄe des beteiligtem Dundvsstaades. Für die Einberufung gilt dis Besonderheit, daß sie nur aus ausdrückliche Anweisung der Kriegsamtsstelle erfolgen darf und daß die Vermittlung durch die Hilfsdienstmeldestelle hier fortfällt. Bei Heranzrehirnq von Rockitsanwälten zum Hilfst dierfft soll die Kriegs«mtsstelle den für ürccn Bezirk zuständigen! Obersaudesgerick-tspräsiderrtzm über die Stellen., für die die Ber^ Wendung von Rock^tSanwalten in Aussicht genommen ist, unterricht teil und Angaben darüber tnafet, in melden Octeit, in welchem Umrang und gegen welche Vergütung die Heranziehung erfolgenj soll. Der Olerlandesgerifttsprasidenl wird dem ÄorTstande der Anu^ltsk,immer von der beabsick:.tichen Verwsnd-uirg von Rechtsan^ walten Kenntnis geben urrd die rhm darauf vom Borstand auf Gnrnd freiwilliger- Meldung als geeignet und bereft bezeichneteni Anwälte der KriegSamtsstelte namhöft machen, soweit keine Be^ deuten bestehen. Sollte e§ ar: fteiwillig sich meÄ»>en, geeignete, Anwälten fehlen, so hat der- Oberlmrd<^erichtLprLsident^ nach Ami hörung des VorsUarrdes der Mm^cktskammer imber eingehender Würdrgung der persöwichen, wirffch-aftlichm und bsrrrfllchen Der- hältnisss Au prüfen, rveliche Anwalt für srtbckhrlich su erachterß und in weicher Reihenfolge sie emzuzäehen ''rnd. Die. Bors äst ä^edeH Oberlandesg<wichtspräsiderrt'sn lverderr vom Hervr JustMUmNtt einer dcachvrüfmcg r-uber-vgen und ßyfarir sich däbei keine Bedenkttß ergeben, an das Urwtfamt. todtergeleitet werden .Im HilfMensto lind die RecktöauwÄte in einer ihre Berufsausübung möglichst schonenden Weift zu beschäftigen, insbesondere svweft angängig, an ihrem Wohnort oder in dessen Nähe und unter Befteiung füü gewisse 'Stimdeu am Dag« oder für gewisse Tiage in der Woche.

'** Konzerte ffndem heute im Hotel Fürstenhof, tm Caf6 Amend sowie im Ccfftz Ernst Ludkvig statt. Siehe Anzeigen.

** Lichtspielhaus, Bal-nhoisträße 34. Das Mirakel wird heute zum letzterrmol-e arrsgesüi/rt. Anc ntvrgigeu Sonntag kommt der Film^polnisches Blut" zur Vorckü^hrung. Ab Tierrstag enthalt das Programm das großem Filmwverk:Die Lieblingsfrou des Ma- haradsckd^h Siehe Anzeige.

Das G r o ß h. Hess. Regierungsblatt N r. 25, ansgegeben den 22. November, hat folgenden Inhalt: 1. Gesetz, die Wahlen zum 37. Larrdtag betreffend. (S. 259.) 2. Bekannt­machung, beit dritten Nachtrag »u der Deutschen Armeitaxe 1917 betressend. 2. 261. 3. Be kann tmachnng, den Kommnnalvev- band für Mild, und Speijefettverwrguug (9rvßherzogtum Hessen betreffend. iS. 261.) 1. Bekanntinachmra über die Vornahme einer Viehzmrschenzähi.mrg. (S. 262.) 5. Lekanntmachnug, Mier- einiguugsämter betreffend. (S. 262.) 6. Bekanntmachtmg über den Verkehr mit Eiern. (S. 263.) 7. Bekanntmachung, das Kapital- Mindungsgesetz betreffend. (S. 264Z 8. Bekauntmachmm über Zigarettentabak. (S. 265.) 9. Bekanntnl«ckmng über Fleisch-

Versorgung.,(S. 265.)

Kreis Lauter-rrch.

** Schlitz, 23. Nov. Einern schiönen Abschluß Landen die ver> schiÄenau Mfinnrrativrrsfeiemr der Vnvtzen«ochen durch eure merusame Richvrulaftoiisfvier derS ganzen Schli^erlandes am 11. No-, vember auf dem freien Burgplatz neben der vorvagenden HiMev, bürg. wvsÄbst ein Scl^iyertänLer RcßmnLtchnsstiMr feierlich ein-, geweiht winde. Ter 2 Meter hohe BasälÄLvck trägt die Inschrift; Zur Errmrerung an die Einführung her tsteformation im Iah« 1546 durch Junker Werner von SchLitz, genannt tvn Gdrtz. und Pfarrherrn Heinrich jU. Okvvber 1917." Ter kirchftchon

Feier unter freiem Himmel, die mft gemeyrßrm gesumrenen Luthers chorälen und Borträgen des Kirchenchors, sowie Ansprachen sänrtq licher Geistlichen des Schlitzerhcrnives begangen wurde. lvolMdsn die Gräflichen Herrschafdeir, die Bertvöter der Otenetnben, des Tetanats, der Kirchmgemeiicheu rmd S<htcke:r mft» eine große Fest^ gemeinde bei. >

rr. Schlitz. 24. Nov. Ter hi-esige FvrstsMtze Weppler nahm gelegentlich eines Die-lstGangaS im Wald zwei russisch!' (befangene fest, die aus einem t^efäwieue:,jlag'w zu Thenmiv entwichen !raren. Sie waren gerade im Begriff, an Geflügel mrd Sauerkraut sich zu stärken, das sie sich in der stäacht vorher durch Einbrüche irn lnnachbarten Dorfe Quock billig verschafft hatten. Die MvlHervt Rackbe fatte kürzlich einen Batöter Butter noch ?Nainz gesandt, aber nur der Frachtsch-m JSam am BestimmungAvrt rat, «während die Mfcare Sendung unterwegs gestvhl«! worden war.

Kreis Schotten.

e. Schotten. 24. Nvv. Der ErstrtzgerichtsMMM, Landwirt Theodor E e l l a t i u % , wurde zum Ortsgen chtsm an u und die Lauduckrte Heinrich Kromm III. und Georg Wilhelm Stoffel nnirden zu Ersatzgerichtsmännern des l-iesigen Ortsgenchts ermrmtt und verpflichtet.

veffeN'Nassp».

Frankfurta. M., 24. Nov. (MTB.) Um falschen Gerüchts die überall verbreftet werden, entgegenzEreteir, ist nach der Ermittlungen über das Branduirgliick nr Grieslieim zu bericht«^

LelensfveudigVeit, die im Hause der Armut zu finden sei Da er in seiner Jugend da4 Las der Armut kennen goi lernt hat, darf mlan wohl armckhmen, daß er aus eigensä Erftchnlng spricht. Drvllig ist übrigeirs, daß. als Clrrrregie seft«: Wohl-äffgkeitspiane auszarführen begann, eine, gvoße Londoner Firma, uattirlich nur zu Neklamezweckm, dsn 8 Mcklionen Wüh- tent Englands bk Rundfrage varbegbe, icke Carnegie sein $»et* mögen verteileu solle. In rund 11000 Antworten tmitben etwa viermal soviel LftrwendungsarUm vorgeMagegr. Weit über 12 000 stimmen veveimgteu sich m dem BorsckLage, dock Geld unter dick Antwortenden All tKTteifen. Im übrigen rmrrdert alte möglichen! ftvcklichen und Beveinszivech' vorgestckstagen. 236 AiMoorwth traten damals für die Schaffuiro «ftre? natuvraleti >kriegssck>atzeÄ ein: freilich ahnten die Leute sick>erlich turcht, dasrj im F.ftle eine« Eneges arch das Rveseirvermögen Carnegies lange, lauge nicht hirrretck-eu lv-üvde, die eines solchen Krieges auch rnrr emertz Mv. at lang zu decken.

. - .^ie erfolgreiche Uraufführung einer Sym- Phon re. Man sckMrdt uns aus Wiesbaden; Im K'ur- l^a u s gelangte gelegl-utlich des vierteil Zykluskonzertes die zweit« Lynrphorrie in H-moll,ibem Aickxnrkm Johannes Brahms ge- wrdmet", unter persönlicher Leitung des Kompvnistelr Waldemar von Baußnern, dt-s derzeftigen Leiters des HoG'schl-n Mm- servatvrinms in Frauksnrt, mr Uraufführung. <3dnet tiefen VerelulMg für Brahms versucht der Kourponist hier Ausdruck zu stoben. Ist auch das Ganze vom Geiste Brahms durchwesst. nack>- rm il i'.dru äst das Werk deshalb nicht. Wardeluar von ^Zaußueru hat ! w viel Eigenes zu gebeil. wenn er sich auch fern lstüt von den -Uan.Mtrren des ganz Modernen. Ein tiefer Ernst durckigiebt die vier Sätze, smvohl das smfft anschwellende Allegro wie auch daß Lcherzv voll zigennenscher Wildheit, im brüten Satz, dem Trauer- nmrsch, !,errsch! eine elegrsck^e Stimmung. tEr Schlußsatz ist tn ft** nattontniform gehalten, eine Krönung des Ganzen, ein Tongemälde mH rerckper. .hlubender Wirkung. .EürKungen. hesondtwS im dntttn Satz, dürfwn alftrdings dem Werk nur flirrt Borttil gerrtchen. Ter Oompm'ist wurde sehr herzlich gefeiert. B. V. 1