Ausgabe 
25.10.1917 Zweites Blatt
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Hk 251 Zweites

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Beilagen:ftefttter $aitrilienbMtter M und Kreisblatt für den Kreis Gießen".

pOfffchEonta: $ronf(*rt am Main Nr. N6M». vanfyerfehr: «e»erbeba»t Gießen.

Hlatt 16 Z. Jahrgang

«chE Kmeiaer

General-Anzeiger für Gberhejjen

Donnerstag, 2.?. Oktober \%Z

ZwillingLrunddru^ und Verlag/ Brühl'scheUnwersiläts-Br,ch-u.Stemdr"ckerei.

R. Lange, Gießen.

Zchristleitnng, Geschäftsstelle und vnickerei:

Schulstraße?. Geschäftsstelle u.Verlag:

Schrtftleitung: 112.

Anschrift für DrahtuachrichteluAnzeigerGllßen.

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Die neuen vettehrseinfchränkungen.

M'N'strr der öfscntllchcn Arbeiten nuÄ: Die Staats- L 1 ** LcistnngSfWgkeit tarnt) die Gut- W£»mg BQtt Verformt, Mnschrnen imb BctricdSinittel Kr die c,esck»vacht- Di« KdpkE des Mrsvnals sei -wch Müglrchsert.^Ärgert werden. Tic LeistungSsäl>i-,fcit steige Er nicht in gleicher W«eise, da die Zusammensetzung des Perso- eme andere sei. Zu einem großen Teile deftLn.de es aus ir? 111 «! 1 ' x 2?^* n daS eingeittbeitete männ-

^ crscden könntcin Die SBcfcfetffuns der Betriebsmittel

Zsk°rdctt. E iei ober begrcirzt durch tae Besäxrfftrng der Bansloffc Schw^rrgTertim chercrte. Drc erstv-chte Bermelrrung Nm, Maschinen KMv> Wagen liege sich daher irt bollem Umfange nicht erreichen yffl käme der erhöhte Reparatnrstand. Mes. erschwere den Be- P^- Zur Zeit seren die Erschwmriffe besonders groß, iltsbeson- dkve als Folge große Jmrnspnchnahme durch die Hoeresverwaltnng. Tazn kante, r«ß .auch die Anforderungen deS öffentlichen Verkehrs rmwer mehr steigen. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr seien <rm August und September im Vergleich zu den eutsyrecheudeu Mo- uaten des, Doriahres um 11 Prozent gestiegen. Besonders uu- MnMgNrlrke das stoßweise Einsetzen des Verkehrs. Dies gelte so­wohl Kr den militärisch n Berkelw wie namentlich auch 'für den Berlehr mrt Lebensmitteln. So habe die Wagengeftellung für Ge- tteDe Mitte August daS Trei^ dis Vierfache der vorjäl-rigerl Ge­stellung betragen. Im Kart o f f e l ve rkehr hätten dis 8000 Wagen gestellt werden nrstssen. ')luch der Erzverkelw sei wesentlich VSH^r als rn früheren Jahren, Das stoßweise Einsehen des Verkehrs habe vielfach Enttadeschwrerigkeiten zur Folge. Tie Empfänger rannten die in größere Mengen angefahrenen Güter nicht pünkt- lrch entladen und adfahren. Hierdurch entstanden BerzHixerungen rm Magenumlauf und Störungen im Betriede. Droh dieser Er- Wwernifsie sei die Magengestellung für Kohlen bis Mitte August tadellos gewesen. Tie W'agcnbestärrde hätten noch größeren Anforderungen genügt. Seit Mitte August sei eine Ver- schlechternng eingetreten, insbesondere veranlaßt durch die stark entsetzenden Lebensmitteltransporte. Jmmerhirr sei es möglich ge­wesen, dis Mrtte Oktober die Gestellung des Vorjahres nicht un>- erheÄich zu überschreiten., Augenblicklich seien die Verhältnisse in den Kohlenrevieren nicht günstig. Tie starken Anforderungen der Heeresverwaltung im Westen wirkten ans die angrenzenden Heimat­bezirke zurück und ersclpverten den Betrieb. Außerdem sei die Jn- ansprucbnahme des Betriebs und des Wagenparks für die LAens- mitteldesörderung andauernd sehr stark. Ties lvürde vorläufig noch archalten. Es würden sogar die jeht einsehenden RülEntransporte erneute Ansorderrmgen an den Wagenpark stellen. SeMverständ­lich geschehe alles, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Tie Wasserstraßen würden soweit als nrüglich zur Beförderung, heran gezogen. Im Osten sei dies infolge des niedrigen Wasser­standes der Oder nur in mäßigem Umfange bisher möglich ge­wesen. Soweit angängig, sei der Verkehr Moangsweise aus den Wasserweg verwiesen worden. Tie Zahl der staallichen Schlepp­dampfer sei aus das Tappelte erhöbt worden. Unnötige Transporte würden vermieden. Es werde dahin gewirkt, daß überall die kür­zesten Wege gefahren werden. Zur Gewinnung von Wagen sei der Stückgutverkehr gesperrt. Es würde alles versucht, um der Ab^uhrschwierigkeiten. die namentlich in den großen Städten be­sondere XNefahren für den Eisenbahnbetrieb mit sich bringen könnten, Herr zu werden. Tie Heeresverwaltung habe hierbei in dankens­werter Weise die Bestrebungen der Eisenbahn uNterstüht, den schweren Pferden der Spediteure seien Futterznlagen von der Heeresverwaltung bewilligt worden. An Berlin sei ein großer Movorwagenpark zur Verfügung gestellt.

im bleibe bie Lage ernft, da es nicht möglich gewesen sei,

rm ^ommser groge Vorräte anzusammeln. Ans diesem Grunde sei z ^derl den unbedingt notwendigen Verkehr glatt und sicher M T^alkr^n. Um dres zu ernröglvcherr, sei eine E i n s ch r ä n k » n g ^ jL? e f r° n . e n ? r } e ^ r ^ ifu, vermeide gelveseir. Dieser

Verkehr habe m der: letzden Krregsjahren ganz außer gewöhnlich zngenommerr. Dre.Ermrcchmvn seren um 44 Prozent gestiegen, troß- dem die Zahl der Züge um -wehr als die Hälfte vermindert .vvrdear jCL Bon den verschiedenen Maßnahmen, die zur Einschränkung des Personenverkehrs m Frage gekommen wären, habe mvn sich S erngehender Prüfung zfn der Verteuerwrg der Falirpreise für schnell- und Eckzüge entschbosson. Daß hierin eine Härte licac, 10 ^ 0 « nicht verkannt. Sie ließ sich aber nicht vermeiden, wenn man das imbedingt notwendige Ziel erreichen toollte. Andere zweckmäßige Mittel stünden nicht zur Verfügung. Die Einführung Don Erlaubnisscheinen für den gesamten Verkehr sei nieht drccchsül-rbcrr. Eine zeitweise völlige Einstellung des Personenver- kehrs^ser mtt Rücksicht aus die im Jchteresse der Kriegswirtschaft

Jchteresse

. _ mdrgen Re

Dre gerrngere Jarachpruchnahme der Schnell-üge, die sich jetzt

Wrd Volksernchhrung unbedingt notwendigen Reisen nicht angängig.

schon deinerkbar mmhe, gebe die Möglrchdeck, die ^ügc zu kurzen! mb fee pünktlich durMnbringen. Hierdurch sichere die erheb lechen UnrogchMäßigkeiten im Güterverkehr fort, die jetzt drrvt! die großen Verspätungen dcr Schnell- und Eckzüge vernrsackst würden. Ob die Maßnahme genügen werde, lasse sich zur Zeit noch nicht Über­sehen. Genüge fee nicht, so würde man zu wfüteren Maßnahmen schreiten. Ms eine solche käme die Einführung öoie Erlaubnis­scheinen für die Bemntzimg einzelner besonders belasteter Strecken in Frage. Am Gepäckverkeihr habe man neben einer Tarif- erhöhimg zai chner Beschränkung des Gewicksts der einzelnen aeis- gelieferten Gepäckstücke ans 50 Mogvamm schreiten müssen. Das Personal, das mit der Behandlung der Gepäckstücke bettaut ist, bestände meistens aus Frauen, und diesem Umstande habie man Rech­nung tvagen müssen. Die Einschränkung des Verkehrs an den! Sonntagen^ fei notwendig, um dem Personal mehr Ruhe Mi geben und nur Kohlen zu sparen. Fiskalische Gesichtspunkte feien bei allen diesen Maßnähmen höllig außer Betracht geblieben. In späterer Zeit wtirde man allerdings den ailßerordenlli.ch gesteigerten Ausgaben der Eisenbahnverwaltullg wohl durch Erhöhung der Tarife Reckinung tragen müssen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 25. Oktober 1917.

** Auszeichnungen. Oberinaat Ferdinartd Krie­ger und Signalist Jakob Schmidt, beide von hier, er­hielten das Eiserne Kreuz 2. Masse.

** Das Grvßherzvstlich hessische Regie­rungsblatt, Beilage Nr. 18, eirthält das Bo-rlesungs- Verzeichnis der Oroßh. hessisckM Llidetoigsuinversität zu Gießen, Wentersenlester 1917/18.

** Nachträgliche Aenderungen im Winter^

fahrplan. Der Winterfahrplan hat nachträglich! einige benrerkerrswerte Aeiiderungen erfaliren. Die V-Züge ab Berlin Anhalter Bahnhof 12.50 uiro 7.59 nachm, nadji Frank­furt a. M. sollten nur nach Bedarf Verkehren Sie fallen ganz weg. Dasselbe ist der Fall mit den beiden Zügen aus Frarrksurt, die in Berlin 8.15 vorm, und 10.40 nachm. a.n- kommen sollten.

** Bu chenholz und Seifen lauge. Eine Hausfrau schreibt demFranks. Gen.-Anz.": Wohl fett 4050 Jahren ist nicht so viel Buchenholz verbvarmt worden, wie es diesen Wiicker wird, und noch niemals sind wir mit Seife und Seifend

jb beschränkt geivesen, wie gerade jetzt ivährend des KriegkS. ^Aalb Möchte ich nuf cm alters bewährtes Waschmittel ans Groß- mntters Zeiten am merksam iiinrfxnt, nämlich die "Buchenasche. Das 4>erfaihvcn ist nnjoch: Mrn stellt ein großes G'fäß mif, breitet darüber ein feines Tuch, ähnlich tvie beim Saftsilterir, schüttet die felngesiLte, reine Bnchenasche darau.s und überbrülst sie mit kockien- ocin Wasser. Me Lauge, die bitten durchläuft, ist das beste Zusatz" mittel zum Waschen.

Landkreis Gießen.

** 21 nne roib, 25. Okt. Ersatzreservift Wilh. Dörr von hier erhrell die Hessische Tapserkeitsniedaille.

oautfii Grünin gen, 25. Okt. Fürs Vaterland siel der Gardist Wckyelm Hammel, Sohlt des Landwirts Ludwig Hammel. pett t>em 4. Oktober wird der Unteroffizier Wilhelm Euler, Sohn des Lcmdlmrts Adam Andreas Euler, verntißt. Bei den schweren Kämpfen ut Flandern ist er wahrscheinlich in englische Gefangeit- fchast geraten. . Ueberaus freche Diebe suchen seit einigen Tagen das Artwesen eines hiesigett Landwirts heim. Das erstemal stahlen sie nachts im Wohnhaus einen Geldbetrag, das zwütenlal Gänse, utw in der letztett Nacht drangen sie in den Scliüvein-estall ein, wnr- den aber bemerkt und vertrieben. Hoffentlich gelingt es, der drei-- sten Einbrecher habhaft zu werden. Am vergangenen Sonntag snerte die Gemeinde das Erntedankfest. Im gutbesuchten Gottes­dienst wurde über Psalm 34, V 9, gepredigt. Me Kollekte betrug vernähe 70 Mk. und wird einer Stiftung zugewiesen, die nach der Volt hier gebürtigen und jürtgst im Tiawnissmhaus zu Darmstadt verstorbenen Schwester Luise-Hubeler benannt ist. Tie Stisinng, durch die später eine Krankenschwester angestellt werden soll, ist mit einem kürzlich gebrachten Geschenk von 200 Mk. auf nahezu 1400 Mk. angewachsen.