Ausgabe 
20.10.1917 Erstes Blatt
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aJarttJlÄht, 18 . m. Adolf Damaschke, btt

? der Bodttrreformer, sprach lxntt« abend in Gc-aew-

^ vart des Grv ß he r zv g s über die Fortschritte der Kri-eoer- '1 pettnftötten unt> die Sehren des Krieges für die Boden-

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2?rrs St^dt rrnd Canh.

Gießen, den 20. Oktober 1917.

59 552 600 HIari in Gießen aus die ?. Kriegsanleihe gezeichnet!

Eine -neue Hermatschlacht ist geschlagen und allem ^ Anscheine nach mit größtem Erfolg. Noch liegen keine be- '-"k ,x lürmnten Meldungen über das Gesamtergebnis der Zeich- ^ .Zungen vor, jedoa> ist nach der Höhe der hiesigen Zeich- nmgsbeträge auznnehmen^das; der Erfolg kaum hinter dein

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rer 6. Kriegsanleihe zurückstehen loird. Nicht weniger als ?9 532 600 9Jiar! hat Gießen zur 7. Kriegsanleihe aus- Fracht, gegenüber 30 087 700 Mark bei der vorigen An­eibe. Der Gesamtbetrag der Zeichnungen ans alle 7 An­eiben setzt sich wie folgt zusammen:

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1. LÄl leihe

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7.

6 848 500 Mark. 18 885 000 25 524 800 24 768 100 22 479 000 30 087 700 29 532 600

Gesamtbetrag. 158 125 700 Mark.

Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 22. bis 28. Oktober 1917 haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

Brotmarken der 43. Woche, gültig vom 22.10. - 38.10.1917 Buttermarken 43. , 22. 10. - 28.10.

Fleifchmarken , 43. . 22.10. - 28. 10.

Wurstmarten, der 42. u. 43. ^ , »22. 10. - 26. 10.

Kartoffelmarken , 43. ^ ^ «22.10. - 28.10.

Seifen marken für den Monat Oktober

Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marlen kein Ersatz gewährt.

Reuanmeldnuge« und Anmeldung von Neugeborenen haben nunmehr unter Vorlage der nötigen Ausweise ans dem Lebensmittelamt zn erfolgen.

Umzüge innerhalb der Stadt und Wegziive von Gießen sind in den zuständigen Bezirken anzumeldeu.

GeschäftSftundeu des Städt. Lebensmittelamleö von 012 Nhr vorm., 24 Uhr nachm.

MarkenauSgabe für Urlauber:

Sonntags von IO12 Uhr vormittags.

Roaft Der Wortlaut btt VeVannvaEmg ist i» der 'baüSarn NÄm-

intJereS Blattes einziusehen.

10 Promenadenkonzert. Morgen, Sonntag mittag um ^ lchr findet m der Südcmlage an ^der gewohnten Stelle ein Konzert der hiesigen Gccrnisonkapelle statt.

Im Lich t s Pi el han s , Bahntwsstraße 34, wird Mm beute co ms einschließlich 23. Oktober ein UlmGlaubensketten" zur ^Mhrnng gelmigen, der die Flucht eines armen Fudern auS dein behandelt. Der Film verdient um so größere Beachtung, va rne Ausnahmen zum grüßten Teil aus dem eroberter Kvnmo stammen. Siel-e Anzeige. ,

, ^ ^r Postscheckverkehr im Rei chs-P o stg ebi e t

bet sich nn September erfreulich enllvickelt. Die Zahl der Postichcck- kunde!r hat um 2500 auf 181 300 Ende September zn gen am men. ^tas den Konten wurden 8,147 Milliarden Mark umgesistst. Bar' geldlos sind 5,532 Milliarden Mjark oder 67,9 v. H. des Umsätze?

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er ai riktch ttna&r floate m b r b a d diese id $ ldnc Erp enhn cn' i \\

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** Städti scher Eierverkauf. An die Bezugsberech- Men der Bezirke 35, 7, 8, 1012 wird in der Woche vom [ dis 27. d. M. ans die Eiermarke Nr. 18 je ein Er ansgegeben. siehe Anzeige.

** Verteilung von Petroleum. Auf die Bekannt- ng in heutiger Nummer lvird hingewiesen.

** Her bstgemüse. Die Meichs stelle für Gemüse und Obst in Berlin hat an alle Landesstellen, darunter mrch die hessische ^ 3 ^ ölmdesgeinüsesbeNe in Mainz, den dring licken Hinweis ergr'heiü affen, daß bei der Zuteilung des Herbftgemüses in erster Linie ~ * er Hoeresbedars xu berücksichtigen sai und daß die Ansprüche, bi^ on Seiten her Städte und sonstigen Großverbrancker, speziell

-ei Ach der Nüstungsindustrie gestellt rverden, demgegenüber zurück- utreten hätten. Der Hoeresbedarf an .Herbstgemüse ist noch keines­wegs gedeckt. Da nun mich bei der hessisck-en Landesgemüse stelle uvck, die Städte und Gemeinden, sowie Industrien und Personen- ereinigmrgen versrliiedenster Art Anträge aus Zuteilung größerer Mengen Hm-bsdgenrüse ununterbrochen einlanfen, sei daraus hinge- nesen, daß diesen Älnträgen nur in beschränktem Maße und bei. öackweis einer garrz besonderen Notlage entsprochen werden kann, insbesondere werden grundsätzlick) alle Gesuche Mrückgewiesen, die licht nachrveislich zur Deckung des notwendigsten Frischverbranches ienen. Es hat deshalb keinen Zw»k, fortlaufend Anträge auf Zuteilung von Herbstgemüse bei der Landesgemüsestelle einzu- 'tichen. Die Versorgung der Bevölkerung geschieht nach Sickiersi , lellung des Heeresbedarfs durch, die Landes gemüsestelle aus Grund vorgesehener Verbeilungsmaßnahmen.

** Beschlagnahme von rohen Häuten. Mit dem Oktober 1917 tritt eine neue Bekanntmackiamg (Nr. L. 111/7. 5k. R. A4, betreffend BeschlaiTnahnie, Behandlung, Verwendung Meldepflicht von rohen Oöroßviehhäuten und Roßhäuten, in durch die die bisher geltenden Bestimmungen der Bekaimt- ng Nr. 6d. II. 111/7. 16^ K. R..A. vom 31. Juli 1916 lirüv der Bekanntmachung Nr. 1^. 111/11. 16. K. R. A.

n'!k ^ 20- Dezember 1916 außer Kraft gesetzt werden. Die neue ^ ^Wkaimtniachmrg weist gegenüber den bisher in Geltung gcivesenen Rvrdnimgen nicht unwesentliche Aenderungen miß Die Bcr- ichtu«Wernngserlaubnis des beschlagnalmiten inländischen Gefälles bleibt auck> fernerhin genau geregelt, so daß weiter alle aus dem Inlmcke stammenden Haarte und Felle letzten Endes bei der ^ Deutschen RohhautEtiengesellschast und der Kriegsleder-Mien- Gesellschaft zusammen laufen. Im einzelnen ist jedoch die Verauße- ^ vnmgserlaubnis jetzt vor alleni nach dem Gesicküspunkt geregelt ^Hlwrdcn, daß möglichst ein weiterer Transport des Gefälles ver- p 'jJ mieden und eine möglichst beschleunigte Weiterleitung sties Ge- ^uZH illles aus der Hand des Schlächters bis zur Gerberei herbei geführt

S Aich die aus dem neutralen oder verbündeten Auslände ührten Häute und Felle imterliegen der Beschlagnahme.

Freigabe kann von Fall zu Fall auf besonderen Antrag eit.) Gleichzeitig wird auch eine neue Bekanntmachimg (Nr. L. 17. K. R. A.), betrefferrd Höchstpreise von rohen Groß- iten vieDhäuten und Roßhäuten, veröffentlicht, durch die die Bestimmun- p.^3 M der Bekanntmachung Nr. 0b. II. 700/7. 16. K. R. A. vom aber I' 31. Juli 1916 ersetzt werden sollen. In der neuen Bekannt- ,ar 4"^miachima sind nicht mir die Preise gegenüber der alten verändert, % t J]JPperu vor allem genauere Bestimmungen über die bei Beschädi-

S ng des Gefälles vorzunehmenden Abzüge getroffen und die asseneinteiluing des Gefälles in einigen Punkten geändert wor- !i tat. Diese neue Hüchstpreisbekanntmachung tritt jedoch nur für das . . '-tom 20. Oktober 1917 an entstehende Gefälle sofort in Kraft, ppflM wahrend für dgs vor diesem Zeitpunkt entstandene Gefälle die Mg 4 Een Höchstt>ceisbestimmungcm bis zum 1. Dezember 1917 gültig ung d« Heibcri. Beide neuen Bekanntmachungen enthalten eine große sind d Anzahl von Einzelbeftimninngen, deren genaue .Kenntnis für alle ü. so' brtriligten Klassen dringend erforderlich ist. Ihr Wortlaut ist i ,n der heutigen Nummer unseres Blattes einzusehen.

p de! [ ** Beschlagnahme von eisernen Heizkörpern

i,lallt' H.w b Zontralheizungskesselm Am 20. Oktober 1917 i | eine Bekanntmachung Nr. Bst. 200/9. 1.7. K. R. Ä., biüressend tat Tu Mchlagnahme und BchandserHebung von eisernen Heizkörpern ini yp, ""d Zentralheizungskesseln, in Kraft getreten. Sie erstreckt sich ch nM mg Vorräte und Erzeugung gebrauclissertiger, nicht in Heizungs- iZ Lov m'lagen eingebauter guß- und schmiedeeiserner Zentral-Heiz- und ng d'" 'dihl'wrper aller Art sowie auf guß- und schmiedeeiserne Kessel , bah" nnd Kesselglieder ft'ir Zentralheizungsanlagen. Tie von der Be- Leib^ Mntmachung betroffenen Gegenstände unterliegen der Beschlag- : Mne und einer Meldepflicht. Auch ist Lagerbnchführung vorge-

'N öck Msben. Stichtag für die erste Meldung ist der 1. November M7; die Meldungen müsien bis zum 15. Novembtt 1917 er- iflöße" ttattet sein. Ausnahmen von der Beschlagnahme können durch dic -x M ?üs 0 s<Rol>stoff-Abtcilung des Königlich Preußischen Kriegsmini- ,(uüfw Mruyvs, Sektion El.Abt. Heizbetrieb'b bewilligt werden. An sind auch alle Anfragen und Freigabeanttäge zu richtcTL

1042/1. 17. K«. R. A., betreffend .Heizkörpern, treten gleichzeitig außer

bei ieder Postan statt erhälllub.

Landkreis Gleßen.

** Grün vier g, 20. Oft. Bei dem Bankgeschäft Mel gingen ^fteichnnngen zur 7. Kriegsanleihe 1050 000 Mark ein, gegen 1040000 Mark bei der 6. Anleihe. Damit haben die Zeichnungen bei allen Anleilien die Höhe von 5 124 200 Mark erreicht.

~1} l f Heuchelhei m, 19. Oft. Oberleutnant ft Riest H. Kuller, der Sch^viegerso-hn des seit Anfang des Krieges hier wohnenden, küi-zlich verswrbenen Lehrers Schaaf i. R., erlag seiner schweren Verwundung im Lazarett. J«n einem Kriegslazarett im Olten verstarb der erftankte Landfturmmann Fr. Feil in g von hier.

** Lich, 20. Okt. Bei der hiesigen Spar- und Darlehnskasse wurden zur 7. Kriegsanleihe 159 800 Mark gezeichnet.

Staufenbergs 19. Oft. Verliehen wurde dem Bürger­meister Heinrich S tepha n von hier das Silberne Kreuz.des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen.

Kreis Büdingen.

Ortenberg, 80. -Okt. Bei den hiesigen Zeichnnngsstelleii würden zur 7. Kriegsanleihe gezeichnet: 1. Bezirkssparkasse, Kasse- und Einzelzcichnungen zusammen 500 000 Mk., bei her 6. An- krhe 460 500 Mk., bei allen sieben bis jetzt zusammen 2 277 500 borsckmßbii'se: Kasse 46 000 Mk.. Privatzeichmmgen 82o00 Mk . Sparkarten 50 Mk.. zusammen 128 550 Mk., bei der 6. Anleihe wurden gezeichnet 136 400 Mk. 3. Postamt Orten­berg 20 800 Ml. 4. Sckmlzeichuungen: 1. K'iasse 319 Mk., 2. Klasse ^02 Mk. Das Gesamtergebnis zur 7. Kriegsanleihe beträgt also 649 271 Mk., gegenüber 636 900 Mk. bei der 6. Kriegsanleihe. Kriegsfreiwilliger Karl Pfeiffer von hier, der seit An­fang des Krieges im Felde steht, erhielt das Hessische Kriegsehren^ zeick>en in Eisen.

Kreis Schotten.

! -- Schotten, 20. Oft. Das hiesige. Schvestern-Erholungs-

heim vom Hessischen Mice-Frauenverein und Roten Kreuz- wurde heute vortäusig geschlossen. Es gewährte in 447 Lerpslegungstagen 18 Schwestern und 2,Kindern Erholung und Stärkung.'

Kreis Friedberff.

O. A. Fri edber g , 19. Oft. Das Gesamtergebnis dev Zeih, nungen auf die 7. Kriegsanleihe im: Dezirk der Reichs an k in Fried- berg stell: sich aus 5 124 000 iwark (gegen 5 543 000 Mark bei der

6. Anleihe). .

Starkeuburg und Rheinhessen.

ch. Bingen, 19. Oft. Den hiesigen Lazaretten stattete, die Gvoßherzogin von .Hessen gestern einen Besuch ab. Nach einem sich anschließenden Besuch beim Kreisrat Geh. Regierungsrat Dr. Steeg ftihr sie gegen 5.30 Uhr wieder ab.

oz. O f fen b ach a. M., 20. Oft Die bisherige 9lepfel- und Mrnenerte ist, soweit das R >.nn-Mar-: ''mbiet in Färge kommt, die ergiebigste seit dem Jahre 1817. Welch hn'-e Summen der Land­wirtschaft zufließen, zeigt n. a. die Ennaftme im Bezirk Alzenau, in dem man bis jetzt über 6 Millionen Mark Obst verkaufte. Aus RheinHessen wird berickstel, daß infolge der glänzenden Frü!)vbst- nnd Spargelernte und der reichen Weinernte das Vermögen der Be- völkeruilg eine Steigerung von weü über 100 Millionen Mark er- fal?ren hat. Einen Rekord dcr Obsternte dürfte die imr einige hun­dert Einwohner zählende 0)e,neinde Hansen (Bez. Obernburg) erziett haben, die bisher über 400 000 Mk. siir ihr Obst löste.

ch. A u s R h e i n h e s s e n, 19. Oft. Die allgemeine Weinlese ist in einer ganzen Reihe Gemarftingen bereits erledigt, in anderen, besonders in den besseren Lagen noch im Gange. Man will von dein 1917er auch Aus- und Svätlese-Weine Herstellen. Was die Güte an belangt, so ist sie dem 1915er mit den hohen Mostgcwichten, die diesmal festgestellt werden können, dock) wesentlich überlegen und mit der Menge kann man im allgemeinen, besonders, wo die Wein­berge gut gepflegt und gelralten wurden, zufrieden sein. Daß bei den Mschlüsfen hohe Preise angelegt iverden, ist ja bekannt. So brachte das Stück 1917er in Alsl-eim und Umgegend 40004800 Döark, in Bingen, Kernpten und Unigegend 47005200 Mk in dcr mittleren Provinz 45005000 Mk. Aeltere Weine werden j'etzjt weniger verlangt und ab gesetzt. Auch diese werden täglich teuerer.

Hessen-Nnssan.

--Frankfurt a. M., 20. Oft Nach Mitteiftmg der Reichs­bank beträgt das Ergebnis der Frankfurter Kriegsanleil?ezeichnnn- gen 4 40 Millionen ae^eu 496 Millionen bei der sechsten An­leihe. Es wurden gezeichnet auf die erste Anleihe 140, die zweite 323, tne dritte 455, die vierte 405, die fünfte 395, die sechste 496 Millionen Mark. Fnsgescmtt hat Frankfurt jetzt 2 6 6 7 Mil­lionen Mark an Kriegsanleihe aufgebracht, das ist weit mehr als die Hälfte der gesamten ersten Kriegsanleihe mit 4460 Mill.

= Griesheima. M., 19. Oft. Eine anscheinend aus Frank­furt stamm eiche Einbreckerbaiche hat in den letzten Nächten hier eine Anzahl verwegener Einbrüche vcrübü Sie plünderte im Güter- sckmppen der Station, stahl in der Eigelschen Seifenersatzfabrik wertvolles Material, raubte mis einer Gärtnerei alle hier vor­handenen fetten Gänse und aus verschiedenen anderen Gehöften alle Stallbasen.

nl. Limbu.rg, 29. Oft In lnrserer Stadt wurden auf die

7. Kriegscrnlei^he gezeichnet: KrcissMrkasse 2.2 Millionen (bei der 6. Anleihe 2,1 M'itl.), Vorscknßjveveiii 800 000 Mark (1 Mill Landesbankstelle 600 000 Mk. (1 Million).,

][ Marburg, 20. Oft In der gestrigen Strafkammersitzung lehnte ein ioegen BAeidigimg Angeklagter, der Lehrer a. D. F. aiiLI Marbach., zünächsit den Vorsitzenden und dann, als das Gericht diesem Wunsche nicht stattgab, den gesamten Gerichtshof und säntt- lichje Marburger Richter wegen Befangenheit ab. Das Gericht faßte hierüber kernen Bescheiß, sondern vertagte die Verhandlung.

Mitteruttgsbericht.

(Oessentlicher Wetterdien

Ziemlich ^heiter und trocken, katt, Nachtfrost.

Der ßazsawrmvrrEhe Parteitag.

W ü r z b u r g, 19. Oft. (WTB. Nickücrmttich.) Am Schl u s f c ber heutigen Sitzung des svzialdeinokratischen Parteitages wurden scheide mann mit 312 und Ebert mit 311 Stimmen zu Parteivorsitzenden gewähft.

Die Teilnahme Japans am Kriege.

i. Köln, 20. Oft DieKöln. Ztg." meldet ans Kopen­hagen: DerPolitiken" wird aus Ostasien gemeldet: Der japa­nische GesMidte für Skandinalmm, der zu einem kurzen Besuche ans Stockholm eingctrosfen ist, erklärte in einer llnterredimg mit dem Vertreter desPolitiken" über die Teilnahme Japans am ü r ieg e: In Wirklichkeit sei der Krieg schon vor drei Jahren für ^slpan berndcl worden. Danach habe Japan mir in (ieringem wi!crße am Kr iege teil genommen, weshalb es auch von den Leiden i crschortt geblieben sei, pjx Europa heimgesucht hätten. Es l>errsck>e mich in Jlipftn Teuerung infolge der Preistreibereien rücksickts- l^orcr Lebensmittelspekulaiitrn. Der Gesandre besttrtt entschedeni, da); Japan Plaue, im Verein mit China die Mnerikanische Aeonroe- Tollriu auf Oltasien cmznwenden. Er fügte hinzu, nach dem Kriege sollten alle Nationen zu enicni guten Einvernehmen kommen. Auch oic Frage, ab an der russischeii Front japanische Offiziere kämpften, verneinte er aufs entschiedenste Er dementierte schließlich die Ge­rüchte über die Ankunft eines japanischen Geschwaders in nord-' europäischen Gewäsiern. ..Nur im Ntiwelmoer sei ein Geschwader kleilier iapaniicher Kriegsschiffe, die übrigen javanischen Krvegs- wnne lägen im Stillen und Indischen Ozean..

Aus dem englischen Unttrhanft.

Rotterdam, 19. Oft. (WTB. Mchtanttlich.) DerNieuwe Rotterdam,che Eonrant" meldet aus London: Der Staatssekretär für die inneren Angelegenherben Cew teilte gestern im Unter- Hanse mit, daß die Bevölkerung in Zukunft durch Hornsignale vor Luftangrrnen gewarnt werden würde. Wenn sich beim Tage die Hornsignale als unzureichend erweisen sollten, so würden außerdem iwch Knallbewben bemitzt rverden. LonÄale brachte enien Antrag zur Wahlrc formvoAage ein, wonach das neue Wahl­gesetz auf Irland keine Anwendung finden sollte. Das Haus lehnte den Antrag ab. Eawe teilte mit, daß ein Ausschuß ernannt werden wrrd, um Rewrmöu in Irland einzuftihren. Ter Nationa­list Dillon erklärte, daß dann viele Sitze den Unionisten zufallev wurden und damit der Beweis erlwaclst würde, daß die Metbod^ der revolutionären Partei in Irland gereckckfertigi sei. Ter Na» ttonallst O'Dinen bezeichnete das Vorgehen der Regiernm^ als Ver­rat. uio Regierung rechtfertige durch ihre Politik die Ärnnfeinbe- wegung und mache es den Nationalisten immer schoieriger, ihre o\i\c im Hanse zu behaupten.Daily Netr«S" protestiert ener- gsich gegen die Frontveränderun.g der Relsiernng in der Frage der Verttetnng Irlands im Parlament. Die Nationalisten seien äußerst emttert.

General Gurko in England.

Berlin, 20. Oft. DemL. A." Uifolge aus Rotterdam wird ans London gedrahtet: General Gurko, der in England ein- ttaf erklärte einem Vertreter desDaily Expreß",

er l er

^ . mit

etnem Dampfer von Arckiangelsk noch England gekommen. Er tvünsche so lange zu bleiben, ois die Verhältnisse in Rußland sich ^ellärt hätten, und bosie, daß ihm General Robertson ertaube, an der Westftont die KAegsmethoden zn studieren.

Die Kabinettskrise in Frankreich.

Berli n. 20. Okt. Wie demL. A." ans Genf berichtet wird, ward als Urheber der Kabinettskrise allgemein 'B r i a n d bezeichnet.dessen scharfer Angriff gegen Ribvt in der Gebeimsitzung die i chwankenden Elemente zur Gegnerschaft zog. Ribot habe bec seinen Anslührungen übtt Deutschlands Umtriebe nach einerPro- greß"-Meldnng seine frühere Virtuosität vermissen lass«r.

Aus Australien.

Rotterdam, 19. Okt. N. Rott. Eour. zufolge wird der Exch>ange Telegraph Company aus Melborrne gemeldet, daß die a n st r a l i i ch e t r a n s k o n t i n e n t a I e Eisenbahn, die bei­nahe 6400 Kilometer lang ist, jetzt ^beendet .vorden ist.

Argentinien.

B erl in, 20. Oft. DerV. Z." zufolge meldet die Londoner Morning Po" aus Buenos-Aires vom 15. Oktober: Das argen­tinische Ministerium hat den Antrag des Senates aus Abbruch der diplomatischen Beziehungen zn Deutschland abgelehnt.

König Kunstüntin.

Berlin, 20. Okt. Der Zustand des Königs Konstantin von Griechenland, der sich in Zürich in der Klinik des Professors Sauerbruch einer neuen Operation unterziehen wollte, ist laut L. A." sehr ernst.

jjn Einzel verAgungen Nr. 6gt. W^chlagnahme von eisernen Hei^

Letz-c llachvicbtzw.

Die preußische WahlrechtSvortagc.

Berlin, 19. Okt. (Privattelegram.) Die von einem ivest- deutscken Blatte gebrachte Notiz, daß sich die Fertigstellung den WahlreckstsVorlage verzö<iere, wird vomBerliner LokalaNzailTer" als völlig unbegründet bezeichnet. Me vier auf die Umgeslsitttmg dls Preußischien Landtages unmittelbar sich beziehenden Gesetz- envvürfe sind bereits soweit fertiggestellt, daß, sie dem preußi-i scheu §ltaatsministerinm zur Bratuirg imd Beschlnßfassimg nnter- breitet werden Lnrnten. Das StaaLsministerinm hat verschiedene Abänderungen an ilmen vorzunelynen beschlossen und werde, sowie diesen Wünschen Rockm'ung getragen werde, in der Lage fein, der Vorl<ige seine endgültige Znssimmmig m erteilen.

Aus Bayern.

Berlin, 20. Oft. Eine Entschließung des baiierischen Staats- miuisteriums, die allen Kreisrcgiernngen znging, nimmt schai-f Stellung gegen die unsozialen M ie t sst e i gc r u n g en in den mittellayerischen Städten.

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