Ausgabe 
3.9.1917 Erstes Blatt
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Im dem Reiche.

ULftr Brvtgetrri-e.

Berlin, 1. Sept. MDB.) Durch die Presse gehen starlzgese^^alcrrnllereTwe dLuchvickfferr üb-er den. Verderb von Bwvgetreide, das infolge der FäTÜh-drusch^dlktiou in einem za gwtzen Umfange an die M ichsgetveide sdelle wögelieferh werde. Jnsbes-ondere wird ein Fall in Nerch<rus bei Pader­born auf Grund eines Ltrtikels desWests. Bolksblatts^ unter der Ueberschrift:Wie die Reichsgetreidestelte mit unserem Brvbkarn umgeht", zu dem Zwecke ansgebentet, Beunruhigung unter die BevbKerung zu bringen und die Maßregeln der Reichsgetreidestelle als verfehlt hinzuftellen. .Der Fall in Neuhaus wurde von Beamten der Reichjs- getreidesbelLe, von dem Lartdrat des Kreises Paderborn, von den dortigen militärischen Behörden und von ehret: Kom- nrrfsicm, die aus drei Landwirten mid dem Vorsitzenden der Paderborner Konsmnentenverehrignng bestand, cur Ort und Stelle mehrfach eingehend untersucht. Dabei ergab sich-, daß die in bem Artikel ausgestellten Behauptungen größten­teils nicht dlen Tatsachen entsprechen, daß das Getreide iricht verdorben und nicht gefährdet ist, daß die Lager iriclch überfiillt sind und das Getreide fachmännisch und sorgfältig gepflegt wird. Die Reichsgetreidestelte ging auch allen anderen Nachrichten über die Giefährdung von Ge­treide, das sich tu ihren Lagern besindet, sofort durch fach­männische Beamte an Ort und Stelle nach. Sie korrnte stets seststellen, daß ein Verderb von Getreide auf ihren Lagern -nicht emgetreten und nicht zu erwarten ist. Auch die vielfach verbreitete Annahme, daß die Lager der Reichsgetreide- stelle überfüllt sind, trifft nicht zu chielmehr ist von den' gesamten der Reichsgetreidestelle zur Verfügung stehenden Lagern zurzeit gerade erst die Hälfte ^süllt.

Kohleiwersorgung der Industrie.

Berlin, 1. Seht. MTB. Nichtamtlich.) Bis zum 5. September shrd die Meldekarten über den Kohlen v er­brauch usw. inr August und den Kohlenbedarf für Sep­tember und Oktober an den Reichskommissar für die Kohlen­verteilung in Berlin sowie an die Lieferer und die Orts- kohlen- und Kriegs am ts stellen einKusenden. Es ist fiir jeden gewerblichen Kohleuverbraucher von großer Wichtigkeit, daß er diese Meldimg, falls er es rro-ch nich,t getan hat, nunmehr iunverzüglich erstattet. Nicht etwa nur, weit die Unter- lasflcng der Meldung mit hohen Strafen und mit der Ent-

Myung oer K>oyieN!vee«s«2!Ng geamuxr tp cm c r t vax tu, pon- dern im dringenden Jnterrfse der gesamten Jnbustrie und im eigenen dringenden Interesse des Verbrauchers selbst. Mgemern ist bekannt, daß unsere Kvhlenerzeuglwng zurzeit für eine urrbefchränkte Befriedigung aller Verbraucher nicht ausreicht. Daraus folgt, daß die zjur Verfügung stehende Beenge planmäßig aufgeteilt werden muß; Zunächst auf die großen Verbrauchergruppen JMnstrie, städtischer Hausbrand Und Landwirtschaft dann innerhalb der In­dustrie auf die einzelnen Verbraucher. Diese Verteilung zu bewirken, ist LLusgabe des Reichs konrmissars für die Kohle nverteilung. Sie soll für OLbober Krm ersten Male auf Grund eines die Bedürfnisse eines jeden Verbrauchers be­rücksichtigenden, scharf durchgeführten Planes er folgere Die Grundlage dieses Planes ist die allfeitige Erfassung des Kohlenbedarfs, wie es für die Industrie durch die Sep­tembermeldungen geschehen soll, und eine unbedingte Voraussetzung für das Gelingen des Planes ist, daß die Karten von allen industriellen Verbrauchern so genau wie möglich ausgefüllt und rechtzeitig eingesandt werden. Jeder Verbraucher, der die Meldekarten nicht rechtzeitig absendet, schädigt den Industriezweig, dem er angehört, und sich selbst. Cs niuß eben im Auge behalten werden, daß die Ver­brauchergruppe Industrie mindestens rund 30 000 Firmen zählt, die der Reichstommissar unmöglich alle kennen, von deren Vorhandensein er vielmehr größtenteils rnrr dadurch Kenntnis erlangen kann, daß die Firmen die Meldelisten ausfüllen und einseuöech Die Verteilung der Kohlen für Oktober muß Mitte September in Angriff genommen wer­den. Ob und welche Firmen dann mit ihren Meldungen noch ausstehen, kann der Reichskommissar nicht wissen. Er muß dann die Verteilung auf Grund der eingegangenen. Meldungen vornehmen, was für die Säumigen nicht'ohne nachteilige Folgen bleiben kann. Vordrucke für die 'Melde­karten sind bei den Ortskohlenstellen oder bei den Kriegs­wirtschafts stellen oder bei den Kriegsamtsstellen erhältlich. Die inr Juli ausgegebenen Karten dürfen für die jetziger: Meldungen nicht benutzt werden, da die neuen Vordrucke in wichtigen Punkten geändert sind.

Eine Exploftonskataftrophe in Kasan.

H a a g , 1. Sept. (MTB.) Reuter meldet aus Petersburg: In kKasan brach ein Brand laus, dem mehrere Tausend Tote und Ver­wundete zum Opfer fielen.

''Kasan. die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernement- in 1' mittleren Rußland, zahlt ungefähr 135000 Einioohuer, ist befeftigt und hat ein Arsenal. In der Nähe sind große Schiffeswerfte (an? der Wolga» und eheinal. kaiserliche Pulverfabriken. Vermutlich ist das Unglück auf eine Explosion im .Arsenal oder in einer Pulver-- sabrik zurückzüführen, was lche,große Zahl der Opfer erklärt.)

Bern, 1. Sept. (WTB.) Zu dem Brand in Kasan melden Pariser Blätter aus Petersburg:

Am 27. August explodierte im Bahnhof Kasan ein Eisen­bahnwagen mit Munition. Es 'entstand ein ungeheurer Brand, der sofort aus das lHauptnrunitionslager Übergriff und eine Reihe stärkster Explosionen hervor rief, die die Erde imie bei einem Erd­beben erzittern ließen. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Eine Arrzahl Granaten- und Schrapnellsplitter regneten über die Stadt. Dje Bevölkernnb und ^der größte Teil der Garnison flohen ceut dfe Felder, während Diebe die Läden und Wohnungen plün­derten, so daß sich schließlich das Militär zum Eingreifen veran.- laßt sah. Ein 'großes Maphtha-Reservoir mit 2000 Pud Naphtha für das Kriegsministerium explodierte, wodurch eine neue Explosion entstand. Die Stadt war -abends noch in dichten Ranch gehüllt. In den Straßen lagen Tote und Verwundete. Auch der Militär­gouverneur von Kasan, General Limritzky, ist schwer vernnrndet. Der Brand der Stadt dauerte 36 Stunden. Dar Schaden ist nicht abzuschätzen.

Amsterda m, 1. Sevt. (WTB.) Zu dem Brande irt Kasan erfährt der Stockholmer Berichterstatter desAllgemeen Handels- blad" von rustz^sti^r Seite, paß in Wfan die Soldaten eilt Schireckens re gi ment führen, eine Anzahl «Häuser ansteckten. Die Bevölkerung flüchtet. Es wurden Truppen ans anderen Städten« herbejgeholt.

vermischtes.

Eisenbahnentgleisung.

Hamburg, 2. Sept. (Priv.-Tel.) Heute nachmittag 4 Uhr 22 fuhr der D-Zug Nr. 97 aus Köln im Hairptbahnhof ans einen Prellbock. Tie Lokomotive nnd die ersten Wagen entgleisten, die folgenden Wagen wurden ineinander geschoben. Sieben Personen wurden leicht verletzt. Ter Unfall beeinträchtigt den Betrieb in keiner Weise.

J f ' e v

I RealklaiSen, möunden mit Porldiule, erteilt Ginjährigenzeugnls. 75ß ss

Gestern nachmittag verschied unerwartet mein lieber Mann, unser herzensguter Vater

Kulturtsohoiker Gustav Adolf Schmidt

im Alter von 56 Jahren.

In tiefem Schmerz:

Marianne Schmidt Elisabeth und Margarete Schmidt.

Giessen (Stephanstr. 13), 3. September 1917. 6517

Die Beerdigung findet Mittwoch, nachm. 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

Bekanntmachung.

; Der Vorairschlag der Stadt Lich für das Rj. 191^ liegt vom 4. September l»b. Js. ab eine Woche lang auf unserem Geschäftszimmer zur Einsicht offen. Beteiligte können innerhalb der Offenlegungsfrist bei der Bürger­meisterei schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen seinen Inhalt Vorbringen.

Die Erhebung einer Umlage, zu der auch die Aus« märker herangezogen werden, ist in dem Voranschlag beschlossen.

Lich, den 31. August 1917. 65116

Großh. Bürgermeisterei Lich.

I. B.: Deller, Beigeordneter.

Todes-Anzeige.

Tief betrübt teilen wir allen Freunden und Bekannten mit, daß unser lieber, unvergeßlicher Onkel

Herr Geheinrat Theabatd Schönefeld

Ritter hoher Orden und Ehrenbürger der Stadt Schotten

diesen Vormittag in seinem 82. Lebensjahre in Schotten in Ober­hessen sanlt verschieden ist.

Die trauernden Hinterbliebenen: lax Kvler, z Z. Wiesbaden, Frankfurter Straße 6 Frau Asne« Umber geb. Evler in Mainz, Iiinden- burg-straße 28.

Fran Helene Uelir geb. Guerdan in Darmstadl: Wiesbaden, Mainz und Darinstadt, den 1. September 1917.

Die Beerdigung findet' Dienstag, 4. September, nachmittags 3>/ s Uhr, in Schotten statt. 6514z

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Am Samstag, den i. September, vormittags 7 Uhr, starb nach längerem Kranksein mein lieber, herzensguterMann,unserguterVater,Schwieger- vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Lrtdryrg Bievarr III.

Körngl. Weichensteller i. P. im vollendeten 67. Lebensjahre. '

Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen-.

Arau Elisabeth« Biera» geb. Simon. Lollar, Wißmar nnd Gießen, 2. September 1917.

Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. Sev tember, nachnt. 4 Uhr vom Sterbehause. Gast­hausZum Schwanen" in Lollar, statt. 6518

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Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen

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Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Weitershain für Rj. 1917 liegt vom 4. lsd. Mts. ab eine Woche lang aus unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.

Weitershain, 1. September 1917. 6499

Großh. Bürgermeisterei Weitershain.

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