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27.8.1917 Erstes Blatt
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Ttx. 200

Der Sirheaer Anzeiger

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Erster Blatt

jbr. Jahrgang

Montag, 2l. August M

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Die Generaloffenfive der Entente an der weftswAi

und im Osten ermattet

<WTB.) Großes Hauptguartier, 25. August. (Amtlich.)

W c ft l i che r K r i r g s s ch a u p l a tz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Im Zusammenhang mit Jnfanteriegefechten entwickel­ter sick; bei Ypern in einzelnen Abschnitten wieder leb- hafte Artilleriekämpft, die auch nachtsüber anhielten. fest­lich von St. Julien stieß ein zur Säuberung eines Eng- ländernestrs angesetzter Vorstoß mit einem feindlichen An­griff zusammen. ^tach Zuruckwcrfrn des Gegners wurde das beabsichtigte Unternehmen von uns erfolgreich durchgeführt.

Beiderseits der Straße Ypern Menin versuchten die Engländer erneut, in unsere Stellung einzndringen. Am Nordwestrarrd des Herenthage-Waldes dnickten sic unsere Linie etwas zurück. Im übrigen wurden sie verlustreich ab- gewiesen. An mehreren Stellen scheiterten feindliche Erkun- drmgsvorstöße. Starke Abteilungen des Gegners, die in den Abendstunden geglen unsere Linien bei Lens vorgingen, wurden nach zähem Nahkmnpf in ihre Ausgangsstellung zu- nickgetrieben.

Südlich von Venbhuille entrissen wir den Englän­dern hertte früh durch überraschenden Sturm das von ihnen gehaltene (behost G i l l emo n t. Nach heftiger Artillerievor­bereitung, die in St.Quentin und umliegenden Dörfern mehrfach Brände hervorrief, griffen die Franzosen gestern unsere Verteidigungsabschnitte auf der-Südfvvnt der Stadt nt einer Breite von etwa 3 Kilometern an. In schweren Kämpfen wurde der Feind mrf der ganzen Linie geworfen. Unsere dort fechtenden Truppen befinden sich in restlosem Be­sitz ihrer Stellungen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Bei V e r d un nahm die Gefechtstätigkeit beiderseits der Maas wieder zu. Westlich des Flusses stießen die Franzosen morgens und abends gegen unsere Stellungen am Forges- bach zwisthen Malancourt und Beüpncourt mit starken Kräf­ten vor. Fm wirksamen Feuer unserer Artillerie wurden beide Angriffe unter schweren Verlusten abgeschlagen. Eben­so ergebnislos blieb ihr Versuch, auf dem östlichen Ufer von der Höhe 344 aus nach Norden vorzudringen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Längs der Düna, bei S m o r g o n, L u ck und Tarno - pol, zwischen dem Pruth rrnd der Moldawa, sowie am Oiloz-Tal zeitweilig auflebendes Artillerieftuer. Vorstöße russischer Jagdkommandos bei Brody scheiterten.

Mazedonische Front.

Nichts Bewnderes.

Der Erste Generalguartiermeister Lud endo rff.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 26. August. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In Flandern erreichte der Feuerkampf nur in ein­zelnen Abschnitten größere Stärke. An mehreren Stellen scheiterten englische Erkundungsvorstöße.

Im Vorfeld unserer Stellungen westlich von Le Eate- let kam es lebhafter Kampftätigkeit der Artillerien imd zu Jnfanteriegefecyten um die in unserer Postcnlinie liegen­den Gehöfte.

St.Quentin lag wieder unter französischem Feuer, das neue Brände hervorrief.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

Längs der Ais ne lebte mehrfach das Feuer auf. Nack starker Artilleriewirkung südwestlich von Parnh in unsere vordersten Gräben eingedrungene feindliche Abteilungen wurden im schnellen Gegenstoß geworfen.

Aiff dem Westufer der M a a 6 blieb die Gefechtstätigkeil geringer als in den letzten Tagen.

Dagegen war der Artilleriekampf östlich des Flusses wieder sehr stark. Erneut stießen feindliche Kräfte von oer Höhe 344 (östlich von Samogneur) nach Norden vor; sie wurden durch Feuer und im Nahkampf ab gewiesen.

Hertte morgen haben sich bei Beaumont Kämpfe ent­wickelt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Bei Dünabnrg. Baranvwitschi, T a r n o p o l und am Zbrucz sowie an mehreren Abschnitten der Kar- patherffront rege Feuertätigkeit lind kleine Postengefechtc.

Mazedonische Front.

Mrdlich von Monastir war eine gewaltsame Erkun­dung für uns erfolgreich; nordöstlich desDoiran-Sees wiesen die bulgarischen Sicherungen starke englische Streifabteilnn- gen zurück.

Der Erste GeueralMartiermeister * Ludendorff.

Die Abendberichte.

Berlin, 25. Aug.. abends. (WTB. Amtlich.)

In Flandern, bei Lens und an dem Ostufer der Maas Arttlleriefeuer von wechselnder Stärke.

Nördlich von St.Quentin erfolgreiche Vorfeldkämpfc.

Im Osten nichts Neues.

Berlin, 26. Aug., abends. (WTB. Amtlich.)

Bei Beaumont auf dem östlichen Maasuser wurden die angrcifenden französischen Kräfte nach kurzem Angriffs- crfolg durch Gegenstoß in ihre Ausgangsstellung zurück- geworsen.

Im Westen und Osten keine größeren Kanrpfhand- lungen.

Tie Generaloffensive unserer Feinde dauert fort. In blindwütigem Arrsturm versuchen sie immer wieder die lebendige Mauer unserer feldgrauen Helden einzurennen. Keine Mittel bleiben dabei ungenützt. Dem Masseneinsatz der Artillerie bis zürn Feuerwirbel, dem Luft-, Mimw- nnd Handgranatenkampse sind als modernste technische An­griffsmittel die Tanks, die Vergasung und die künstlichen Nebel gefolgt. Auch dieser liebermaterialkrieg errveist sich als hilflos gegenüber der zähen Ansdauer der deutschen Verteidiger. Ebner der letzten Kommentare des deutschen Heeresberichtes konnte mit Stolz verkündigen, daß 'wiederum 21 Tanks zerschossen und ausgebrannt vor unserer Kampf­front liegen. Die Gasgranaten- und Nebelwolken sind zwar in den Mulden und Ab hängen um Verdnn besser znr Gel­tung gelmnmen, als im flandrischen Flachlande, aber auch hier stockt schon der Ansturm der Franzosen, und der heurige offizielle Kommentar lann mit dem vielssenden Satz beginnen:Die General-offensive der Entente er­mattete am 26 . August an der Westfront und im Osten, nur an der italienischen Front waren die Kämpfe aber­mals heftig." Umsonst hatten sich die Franzosen gebrüstet, die von uns planmäßig geräumte .Höhe 304 in einen! ein­zigen Anstürme erobert zu haben. Als der gallische Hahn mit sieggeschroollerrem Kcrmni jenjeits der blutgetränkten Höhe Erfolge ebenso leichter Art suchte, fand er Äe Stahl- inaner der Deutsck>en loiederum von neuem errichtet, und Tod und Verderben fuhr in die Reihen derer, die er heran­geführt hatte, lind dennoch wird Frankreich sortfatzren, die Besten seines Volkes rücksichtslos ihr kostbares Blut verströmen zu lassen, ganz gleich, ob dieser Aderlaß des französischen Volkes jemals wieder wettgemacht werden kann.

Kern Wunder, wenn ein neutraler Beurteiler des Welt­krieges, Hermann Stegemann irrtBerner Bund", die jetzige Kriegslage mit den gleichartigen Verhältnissen vergleicht, die vor einem Jahre bestanden, und das Unsinnige des ganzen Ringens in die Worte kleidet:Der Krieg dreht sich scheinbar im Kreise, in Wirklichkeit führt die Rotation nach unten, das heißt zu in Ruin Europas, denn auf beiden Seiten werden dauernd Menschen und Kapitalien, lebendige und materielle Kräfte vernichtet, ohne daß die differenzier­ten Probleme gelöst und die widerstreitenden Interessen befriedigt würden, die längst der Lösung durch das primi­tive Mittel des Krieges spotten."

Die Führer der Entente werden sich selbst dieser Ansicht rncht verschließen können, aber hinter' ihnen steht das graue Gespenst des U-Boot-Krieges, das sie die letzte Entschei­dung um jeden Preis herbeizusühren zrvingt. England vor alleni wird von diesem Gespenfte bedroht und so wird auch das kostbare englische Blut in Masienftürmen aufs Spiel gesetzt. Freilich wird der Engländer des Mutterlandes immer noch nicht an den gefährlichsten Punkten ins Feuer geführt, da wird der Kanadier vorgeschoben, von dessen grauenhaften Verlusten die Andeutungen der Tagesberichte uns erschauern lassen.

Wie stark der Aderlaß der Kriegsvölker in diesen letzten Wochen war, veranschaulicht dasBündener Taqblatt" vom 24 . August. Es schreibt:

vui nuiuartmtfr tfartimonu hat' ausgerechnet. Wchon Briten 20 große Transportschiffe, vollgepfropft mit Soldat über den Atlantstchen Ozean schicken, bis nur die englischen Verb der letzten Flandern-Schlacht, die jetzt in Einzelaktionen sottlo wieder ersetzt wären. Aber dann wäre man wieder nicht statt als vor der Offensive, abgesehen davon, daß der Ersatz d Abgang der krregsgeübten Truppen gnalitatio nichst gleichwertig s könne. Alan hatte ausgerechnet, daß die Alliierten im Westen die Sommer an soten. Schwerverwnnbeten und Schwerkrankcn i Vermißten (Gefangene inbegttffen) bereits über 240 000 Mann v loren haben. Da anzunelMen ist, daß im August, September u Oktober du Verllffte nicht gettnger, eher größer sein wurden, hat die Ml netten mit einem Gesamtabgang von einer BUllion rechneil. Amerika nnrsse sonnr eine halbe Million Menschen h überbringen können, bis nur der Abgang einigermaßen ersetzt Nun verliett der Betteidiger der Offensivschlacht auch Leu ungefähr den vietten bis fünften Teil des Angrefferverlustes d mackst 100 000 bis 125 000 Mann. Da aber Deutschland allein der Lage ist, nock) jetzt das vielfache dieser Zahl zu rekrutieren, v- mag es instltärffch nicht nur den gegnerischen Rekrntierunc Mvachs, sondern auch die Millionenverstärkilng durch Ameri Ehina usw., bei defensivem Verhalten zu ertragen. Das Kam Verhältnis zwischen strategischer Defensive Und der Offensive w daher auch künftig zu gunsten der ZeMralmächte ausfallen. Das I zur uatuttrchen Folge, daß der ZeuttalWächte Heere noch jab lang in Feindesland anShalten, diese wie bisher hinter ih Kampffront organisieren, verwalten und ausbauen können, d wenn sie aus irgendeinen! Grunde an einer Stelle die Front n, rückwärts verleben nrüssen, in!mer nur Feindesland verwüstet wi nrenrals aber eigenes. Ob^ diese Uttierlegungen in Verbindung i dem U-Boot-Ktteg und den: mächtig nZachsendcn Friedensbedürff bei allen Völkern nicht doch so etwas wie Friedensgarantien di stellen?

England scheint sotcheli lleberlegnngen noch nicht zu­gänglich zu. fern. Stzirr Vertteter beim Heiltgen Stuhl hat

sich nach einer Meldung desMcttin" nicht dcrmrt begnügt, den Empfang der päpstlichen Note zu bestätigen. Er habe hiuzugesügt, daß sich Engla^i mit seinen 2llliierten noch nicht verständigt habe, daß aber die englische Regierung jetzt schoi! feststelle, daß Deutschland bisher weder seine Kriegsziele betanntgegeben, noch das geringste Bedauern über seinc^, Haltung gegen Belgien zum Ausdruck gebracht habe. Unter diesen Umständen scheine es, daß sich die Alliier­ten nur an diejenigen Grundsätze zu halten hätten, die sie in ihrer Note an den Präsidenten Wilson betanntgegeben hätten. (

' Hat England selbst erst einmal seine Kriegsziele einer Revision nnterivvrsen, so lvird die deutsche Antwort nicht ans sich warten lassen. In der letzten Sitzung des Haupt­ausschusses hat der Reichskanzler von der Neubildung einer freien Kommission Kenntnis gegeben, in die von den fünf großen Parteier! des Reichstages und vom Bundesrat je sieben Mitglieder abgeordnet werden sollen. Diese freie Arbeitsgemeinschaft, in der der Reichskanzler den Vorgitz füf>rt, soll aus Männern bestehen, die sachkundig und zu politischer Arbeit berufen sind, und die p o l i ti s ch e s B e r - trauen genießen. Die Errichtung der Kormnission, deren Dauer vor! ihrer Bewährung abhängig gemacht ist, soll zunächst einem ganz besttmmten Einzelzweck, der Beratung der ^Antwort ans die päpstliche Friedensnote, dienen. Ist auch anzuuehmen, daß das Ergebnis dieser Beratungen auf dem Beschluß der Reichstagsmehrheit beruhen wird,' so darf man doch, einer näheren Erläuterung unserer Frie­dens ziele erwartungsvoll entgegensetzen.

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

Wien, 25. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart;

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In mehreren Abschnitten lebte der Arttlleriekampf auf. Bei Brodv wurden russische Aufflärungsabteilungen zu- rückgetviesen.

I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

^ Auf der Karschochfläche und bei Görz verlief der gestrige Tag. abgesthen von erfolglosen italienischen Vorstößen bei Korite. verhältnismäßig ruhig. Die italiemschen Angriffe richteten sich vor allem gegen den Monte SanGa- briete. Die Brigade Palermo ließ zusammen mit anderen italienischen Truppenteilen an den Hängen ungezählte Kämp­fer tot lurd verrvundet liegen, ohne daß sie es erreicht hätte, die Widerstandskraft der braven Verteidiger zu erschüttern. Die tapferen Steirerer des 9. Jägerbataillons haben sich dkl der Abwehr besonders hervorgetan. Auf der Hochfläche von Bainsiz,;a-Heiligegeist richteten wir, den Kämpfen bei Vrh Rechnung tragerw, unsere Verteidigung in einer neuen Linie ein. Ter Feind griff gestern in mehreren Abschnitten nach heftiger Artillerievorbereitung alte, von uns geräumte Stellmrgen all und stieß, von unseren Batterien gründlich beschossen, ins Leere. Erst gegen Abend wurde an einzelnen Punkten die Gefechtsfühlung wieder ausgenommen. Die Zahl der seit Beginn der Schlacht Pis zum 23. August eingebrach- ten Gehangenen beträgt 250 Offiziere und über 8000 Mann

Tie Fliegertätigkeit ist auch in der 11. Json.vr-Schlacht außerordentlich rege. Durch englische und französische Hilfe sind die italienischen Flieger allerorts in der Lage, über die imserigen in rnehrsircher Ueberlegenheit anfzutreteu. Durch kühnen Angriffsgeist, durch opferwilliges Draufgehen mach­ten unsere Flieger in der Aufllämng und im Kärmpfe bei jeder Gelegenheit wett, was ihnen an Zahl abgeht. Wir lmben vom 18. bis 23. Slugnst zwölf feindliche Flieger abgcschos- m, sechs davon entfallen auf die Jagdstaffel des Ha;rpt- nmnns Kranum>sky, der aus 18 Luftkämpftn als Sieger hervorging. Unsere Verluste belieft« sich in dieser Zeit cm* ein Flugzeug.

Balkankriegsschauplatz.

Unverändert.

Wien, 60. Aug.

r .>nw|iT*miUUJL J *UTUIHD

verlmrtbart;

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Das lcbhaftr Artilkricfrucr in Unt Äronträuntf ©oirratofterftcn Erzherzog Josef und von Böhm-E hält an. Keme besonderen Kampstxandlungrn.

Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Karfthochfläche »»erlief auch der aestriai K«, arohrre Inckantericgesechte. llumitleltzar iilbitrl Dippach-Tales schlugen trnr einen Nachtangriff atz B»gl,a scheiterten schwächere italienische Boritotzr Kmnpfc entioickelten sich ileurrdings im Gebiet des > «m, Gabriele. Dank der Tapferkeit der Verteidiger denen neben den Grazer Wägern dir Südstcicrer m>m ment >!, und ungarische Landsturmabtrilumirn den Erwähnung verdienen, dran« der Jytinti trotz groher

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