Ausgabe 
16.7.1917 Erstes Blatt
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ist sonst unverändert. Es scheint, daß die Annahme der Vor- k Üa<jc durch den Landtag feftsteht. Es fragt sich nur, ob die Vorlage verfassungsgemäß angenommen wird, ober ob die Mehrheit des Landtages wünscht, auf die Staatsgrundgesetze keine Rücksicht zu nehmen. Im letzteren Fall würde das neue Gesetz eine revolutionäre Handlung darstellen. Die ordnungs­mäßige Annah nie der Vorlage, d. h. mit fünf Sechsteln der Stimmen, verpflichtet den Landtag, diese der vorläufigen Re­gierung zur Bestätigung vorzulegen, wodurch die Möglichkeit neuer Verhandlungen gegeben wäre, die zu gegenseitigen Zu­geständnissen führen könnten.

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Ein- und Ausfuhr in England.

London, 15. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Das Harrdelsamt gibt bekannt daß hie Einfuhr im Juni 26 668342 Pfund Sterling betvagen hat, was -gegenüber dem gleichen Monat im vorigen Jahre eine Verminde­rung um 859 338 Pfund bedeutet. Die mit 43 652 663 Pfund be­zifferte Ausfuhr bedeutet eure Verminderung um 3 622 900 Pfd. gegen Juni 1916. Die Einfuhr in den ersten sechs Monaten dieses Jahres betrug 500 399 548 Pfund, was gegenüber dem crftt/i Halbjahre 1916 eine Steigerung um 26 248 108 Pfund bedeutet, und die Ausfuhr in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 251 147 543 Pfund, was eine Steigerung um 9 339 663 Psd. darsteltt.

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Die französischen Sozialisten.

Bern. 15. Juli. (WTB.)Nouvelliste de Lyon" berichtet aus Paris. Die Vollsitzung des sozialistischen Aus schasse s tzur Beantwortung des holländisch-skandinavischen Fragebogens l>at sich von R e n a u d e l einen Bericht über die Verantwortlich­keit für den Krieg und über Satzungen für eine Gesellschaft der Nationen erstatten bissen. Nach diesem Bericht fällt die Verant­wortung für den Krieg ganz auf die Mittelmächte zurück. Der An­hänger der Minderheit, Voilot. knüpfte an die Erklärungen von Thomas imd RÜwt über Elsaß-Lothringen an und griff Thomas sehr hesLg mt. Die sozialistisckL Partei teile kemesivegs dessen versönliche Ansichten. Rcnaudcl teilte die Ansicht Violots und cr- iklärte, die Meinung von Thomas sei für die Partei keineswegs bin­dend. Die Erörterung über die Frage der Verantlvottung für den .Krieg dauerte sehr lange und verlief leidenschaftlich erregt. Die Meinungsverschiedenhttten der beiden Parreisraktionen wurden durch die Erörterungen verschärft. Rcnaudel erklärte, die Minder­heit werde durch ihn einen anderen Bericht einbringcn lassen, um ihrem Standpunkt Gehör zu verschaffen. Eine Einigung tonnte nicht uz-ielt werden, so daß sofort nach Einbringung des Minderhefts- Berichtes eine neue Sitzung stattfinden wird.

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Aus Griechenland.

Paris, 15. Juli. (WTB.) Halms berichtet aus Athen. Der Körrig ließ sich einen Bericht vor legen, der den Vorschlag, die gegenwärtige Kammer a u f z u l ö s e n , rechtfertigt rrnd die Ungesetzlichkeit der ^Naßregeln darlegt, die gegen die Kammer vvm 31. Mai l915 ergriffen wurden. In dem Be­richt wird erklärt, daß bei der parlamentarischen Regierung der Wille des Landes und nicht der Krone die allgemeine Politik bestimmt. Es wird hinzugefügt, daß der Körrig von Griechenland nur das erbliche Haupt der konstitutio­nellen Rep u bl i k ist, der die Bestimmlrngen der Verfassung nur auszulegen hat. Nach eitler strenger! Anklage gegen König Kmrstantin schließt der Bericht!Das griechische Volk hat vor dem 31. Mai 1915 seine Politik dadurch be- stimmt, daß es erneu liberalen Führer zur Macl)t berrrsen hat."Hestia" veröffentlicht derr Bericht ausführlich. In allen .Kreisen herrscht die größte Aufregung.

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Spionage der Entente in Schweden.

Stockholm, 15. Juli. (WTB?) LautAstonbladet Allehanda" kam die schwedische Polizei einer ausgedehnten Spionage der Entente auf die Spur. Es handelt sich ton ein weitverbreitetes Netz von Handelsspionen, die vom M-arinectttache einer Stockholmer Ententegesairdtschafl enga­giert waren. Sie hielten sich in schwedischen Häfen auf uud meldeten die Abfahrt und die Ankunftszeiten deutscher Schiffe. Die Untersuchung wird weitergeführt. In der, nächsten ßWoche soll ein ausführlicher Polizeibericht veröffent­licht werden.

Die Neutralität der Niederlande«

A m ste r d a m , 15. Juli. (WTB.) Nach einem hiesigen Blatte berichtet du:Times" aus New Bork: Der niederländische Gelaichte in Washington habe in einem Pressegespräch erklärt, die Nieder­lande werden streng neutral bleiben, außer tveirn auch sie ange­griffen würden. Kern Druck, der auf die Bevölkerung ausgeübt werden würde, und keine Drohung irgendwelcher Art würde an der Haltung des Landes irgend etwas ändern. Die Niederlande führten mel/r nach England als nach Deutschand aus und sie würden mit der Ausfuhr nach Deutschland nicht aufhören, ohne gleichzeitig auch die Ausfuhr nach England einzustellen. Wenn die Veveinigten Staaten kein Getreide mehr n<cd> Holland aus führen würden, so würde das bedeuten, daß die Kriegsgefangenen! lund die Belgier, die im Lande verpflegt werden, kern Brot mehr erhalten würden. Die Hauptsache für Holland sei eine absolute unparteiische Neutralität. Aber man dürfe deshalb nicht denken, daß Holland keinen Krieg führen könne. Wenn seine nationale Ehre auf dem Spiele stände, würde die Gefahr einer eventuellen Nieder­lage das Land nicht vor dem Kriege znrückschrecken.

Spanien bleibt neutral.

London, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich) Rruter-Ddel- dung. König Alfons von Spanien äußerte gegenüber dem Madrider Korrespondenten desDaily Expreß": Spanier! müsse bis an das Kriegsende neutral bleiben. Nach den Er­klärungen Mbots und Lloyd Georges sei es ihm unmöglich, seine Dienste als Vermittler crnzubreten.

Seekrieg. *

Neue N-Voot-Erfolge.

Berlin, 14. Juli. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boot- Erfolge im Atlantischen Ozean: 21000 Brutto register- tonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der be­waffnete englische DampferUltonia" (10 402 Tonnen), der betvaffnete italienische DampferPhöbus" (3133 Tonnen), die bewaffneten englischen FischdampserPretoria" und Stoie" und die englischen WschdampferRomantic",Pa- zific",Se-aling",Cedric",Peridot",Mabel".

Eins der versenkten Schiffe hatte Petroleum und ein anderes Eiserr und Eisenbahnschienen geladen, die Ladungen der übrigen konnten nicht festgestellt werderl.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Berlin, 15. Juli. (WTB. Amtlich.) Im nörd­lichen Sperrgebiet haben unsere U-Boote neuerdings 24 000 Bruttoregistertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische DanrpferDon Arturo" (3680 Tonnen), Ladung wahrscheinlich Erz, das englische VollschiffNeotsfield" mit Kohlenladung, ein unbekannter, stark gesicherter Dampfer von ettva 6000 Tonnen mit vier

Masten, Ladebäumen uird Ladepjvsten. Ein unbekannter Danrpfer von etwa 1200 Tonnen, im Geleitzug fahrend, wurde in der Nordsee durch Torpedoschuß getroffen, das Sin­ken jedoch nicht beobachtet.

Am 14. Juli vormittags griffen Seeflugzeuge des Ma- rinekvrps in den Hoofden durch Zerstörer gesicherte Geleit­züge von Handelsfahrzeugen an. Zwei Bombenvolltreffer auf je einen Zerstörer und ein BoNtrefser aus einen Leichter wurden einwandfrei beobachtet.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Englisches Großkampffchift in die Luft geftogen.

London, 14. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das GroßlinienschiffVanguard" ist in der Nacht zum 9. Juli, während es vor Llnker lag, in die Lust geflogen und sofort gesunken. Die Ursache war eine innere Explosion. Gerettet sind nur zwei Männ und ein Offizier, der letztere ist inzwischen gestorben. 95 Mann von der Mannschaft waren zur Zeit der Explosion nicht auf dem Schiffe. Eine Unter­suchung ist angeordnet.

London, 13. Juli. (WTB.) Im ganzen sind von der Mannschaft derVanguard" 97 am Leben, welche Zahl von Offizieren und Mannschaften an Land war, als die Explosion eingetreten ist.

Berlin, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das nach der englischen Admiralitätsmeldung von heute verloren ge­gangene britische SchlachffchissVanguard" hatte eine Wasserverdrängung von über 23 000 Tonnen und gehörte mit zu den neuesten Typen. Mit dem Verlust dieses wertvollen Schiffes sind die Gesamtverluste der Entente an Kriegs­fahrzeugen seit Kriegsbeginn außer den Hilfskreuzern auf 263 mit einer Gesamtwasserverdrängung von 926 585 Ton­nen gestiegen. Davon entfallen allein auf England 160 Fahr­zeuge mit zusammen 656 660 Tonnen Deplacement. Die Ge­samtkriegsschiffsverluste der Entente übersteigen somit den Bestand der amerikanischen Kriegsflotte zu Kriegsbeginn um etwa 17 000 Tonnen.

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Rotterdam, 15. Juli. (WTB.)Maasbode" berich­tet: Der venezuelanische SeglerVenus" (40 BRT.) ist gesunken. Der amerikanische SeglerAlexander" (788 BRT.) ist gestrandet und gilt als verloren. Der amerikanische SeglerL-ouis and Ra sie" ist gesunken. Der Schoner Ruth" aus Block Island ist gestrandet und gilt als ver­loren. Der amerikanische DampferSinaloa" (811 BRT.) ist gestrandet und gilt als verlören. Der britische Segler Cadwoan" (69 BRT.) ist gesunken. Der amerikanische DampferNotironco" (1049 BRT.) ist gesunken. Der russische SeglerElf a A n g u sta" (950 BRT.) ist gesunken.

S t o ck ho lm , 15. Juli. (WTB.) LautDagens Nyheter" wurde der schwedische DampferWand a" (3000 Tonnen) aus dem Wege von Lerwick nach Kristiania versenkt, ob­wohl er von schwedischen Kriegsschiffen begleitet war.

Ans StadL und Land.

Gießen, 16. Juli 1917.

** Ein unsinniges Gerücht. Von Ort zu Ort kriecht zurzeit das Gerücht von einem Mordanfa.il aus den Kaiser, der bald in Kassel an einem Tage, an dem Seine Akajestät wohlbehalten in Wien weilte, bild in Berlin, bald sonstwo stattgefunden haben soll. An dem albernen Gerede ist kein wahres Wort. Es soltte sich wirklich jeder für zu aut halten, in dieser ernsten Zeit solche und andere nicht nachprüfbare Gerüchte zu glauben und weiterzutragen.

** Gurken per kauf In den städtischen Markthallen ge­langen hewre und morgen. Gurken zum Verkauf.

** Zur Beleihung bei den Darlehnskassen sind zugelassen: verzinsliche Schatzanweisungen der Bundes­staaten, soweit sie keinen Kurs vom 25. Juli 1914 haben, bis zu 75 Prozeru des Reim wertes, sowie unverzinsliche Schatz- anweistrugen der Bundesstaaten mit höchstens einem Jahr Laufzeit dis zu 85 Prozent des Noemrwertes.

**Gegendas Ausroden unreifer K a r t o f f e 1 n hat der kommandierende General des 11. Armeekorps eine Verordnung erlassen. Im verflossenen Jahre war durch die Preispolitik des Kriegsernährungsamtes ein Anreiz zum frühzeitigen Ausmachen der Frühkartoffeln gegeben worden. Die Folge war, daß die Ver­sorgung der Städte mit Frühkartoffeln zunächst überstürzt vor sich ging, diese zum Teil das Lagern nicht vertragen und Hunderte von Zentnern nutzlos verdarben. In diesem Jahre ist zwar ein derart überstürztes, von Gewinnsucht dittiertes Verhalten der Frühkar- kartosfel-Produ-enten nicht zu befürchten, da die Preissenkung eine ganz mäßige ist, wohl über könnten viele durch die Knappheit an Kartoffeln veranlaßt werden, Frühkattoffeln vorzeitig au^umachen.

** Das Kreisbl att Nr. 118 enthalt Bekwmtmachungen über: Llenderun-g der Postordnung. Ausfuhr und Durchfuhr von Waren, Verarbeitung von Gemüse und Höchstpreis von Gemüse.

Kreis Büdingen.

--Büdingen, 15. Juli. Die hessische LandesobststeLe hatte dem Obst- und Gartenbauverein Büdingen zur Verteilung an die Kreisbewohner 400 Zentner Heidelbeer en ans den Bvgels- berger Heidelbeerbezirken in Aussicht gestellt. Sie lieferten aber nur 4 vier> Zentner, weil die Hamsterer den Pflückern die Beeren bereits zu weit höheren Preisen abenommen hatten, als die Obststelle festgesetzt hatte. Nunmehr hat die Obststelle den Pflückern höhere Preise bewilligt: trotzdem hegt sie keine Hoffnung, weitere nennenswerte Nkengen zu erhalten !md empfiehlt allen Kreisbe- wohnern, sich ihren Bedarf selbst einzudecken. Die gelieferten vier Zentner Heidelbeeren wurden den Lazaretten überwiesen.

Kreis Friedberg.

Butzbach, 16. Juli. Nach der koeisamtlich geneh­migten Verordnung über die Regelung der Kohlenausgabe ist der­jenige verpslichtet, wer Kohlen oder !sonstige Heiz- oder Brenn­stoffe jeder Att für den eigenen Bedarf oder zur Abgabe an andere Verbraucher von auswärts bezieht, die Biengen, die er emsühtt oder in hiesiger Stadt abzusctzen beabsichtigt, innerhalb 24 Stun­den nach der Einfuhr oder dem Bezug unter Eingabe der Sorten der Bürgermeisterei oder der von dieser bestimmten Stelle anznmelden. Auf Grund dieser Verordnung hat die vom Gemeind-erat 'ern wählte Kommission in Gemeinschaft mit den hiesigen Kohlen­händlern beschlossen, an hiesige Familien nicht mehr als 2 Zentner Kohlen auf 14 Tage zu liefern, bis zur 'Einführung der Bezugsscheine: ausgenommen hiervon sind gewerblich? Bettiebe. Bei dem Bezug der Kohlen soll Barzahlung ein g eführt werden.

Kreis Schotten.

H c rchenhain. 16.Juli. Bei dir heute hier iu der Wirtschaft des Heinttch WeidnerSchöne Aussicht" abgehaltenen. letzten ffskalischien Holz'o-ersieigerung ^ wurden auch wieder ganz bedeutend hohe Preise erzielt. Cs kosteten 4 Rm Buchenknüppel 7080 Mark, 4 Rm. Buch.msck)eit 80- 100 Mark.

Hessen-Nassau.

mr. Frankf urt a. M., 16. Juli. Nach einer Bekannt.na- ch.ung des Magisttats sollen bäe ersten Frühkartoffeln in ungefähr 8 bis 10 Tagen an die Bürgerschaft verteilt iverdeir- Man hofft, daß die Zufuhren aus Hessen und Bavern genügen werden, mn täglich Pfund aus den Kops der Bevölkerimgj detteilen zu Können. Die vereinigten Bezirks- und Bürg er vereine von Groft-Fvankfutt ersnchien in einer Eingabe an die L-tadt- verordnetenversammlung den Magistrat allmonatlich eine Statistik über den Eingang und die Verteilung drr Lebensmittel und, Brennstoffe zu veröffentlichen, um so das Vertrauen der Bürger­schaft zu der Lebensmrttelorgauisation zu fordern.

4- Marburg, 16. Juli. Die Höchstpreise für den T rei- psünder Brot sind von 48 auf 50 Psg. erhöht worden. Auch die Richtpreise ans dev! Obst- und Gcmüsemarkte haben teilweise eine kleine Erhöhrcng erfahren. Es kosten das Pfund berechnet: Johamrisbeeren 42, Stachelbeeren 37, Himbeeren 67, süße .Kir­schen 42, saure 26. Tomaten 47, Spinat 25. Erbsen 40, Perl­und Wachsbvhnen 42, Busch- und Stangenbohnen 35, Karotten 25, Aiairüben 13, Blattgemüse 20. Puffböl-nen 25. Steckzwiebeln 30, Rhabarber 22 Psg.

-- Ke l ste r ba ch, 15. Juli. Im Bettiebe der hiesigen Bagger- gesellschaft getttt der Arbeiter Feinhaber unter den Material­wagen der Feldbahn. Er wurde überfahren und gelötet.

= Aus dem Spessart. 15. Juli. Aus dem Bahnhof K i tz i n g e n hielt Idie Polizei mehrere sorgfälttg verpackte G e- m ü s e? ö r be an, die nach Frankfurt a. M. verschickt werden soll­ten. Bei der Untersuchung fand man in den Körben 260 Pfund Rauchfleisch, 11 Schinken im Gewicht von 170 Pfund, 10 Dauer­würste, 2 geräirchette Zungen, 25 Pfund Fett und ein ftisch ge­schlachtetes Schaffamml im Gewicht von 67 Pfund. Um das wert­volle Gut ganz unversehrt durch aUe Kommunal- imd Grenzfähr- uisse zu bringen, befand sich sogar einFeldgrauer" in Begleitung der Körbe. Bei der Vernehmung stellte es sich aber heraus, daß dieser Mann noch nie Soldat gewesen war.

Giehener waldbühne.

Im weißen Nötz'l. !

Lustspiel von Oskar Blumcnthal und Gustav Kadelburg.

Von sehr gutem Wetter begünstigt war die Ausführung des allbekannten LusffpielsIm )veißen Rößl" Samstag nachmittag auf der Gießener Wäldbühue. Ein >varmer Tag bei teilweise bedeck­tem Himmel machte den Aufenthalt unter den Tannen höchst an­genehm. Demnach war lauch der Besuch der Aufführung erfreulich gut. In Ermangelung männlicher Kräfte hat die Frellichtbühne selbst in diesem Somwer aus Ausführungen verzichtet und so sprang Herr Hofrat Steingoetter mit seinen eigenen Kräften ein, um die Lücke auszufüllen. Daß er gerade Vas Lustspiel vom Weißen Rößl ausgesucht Chatte, entspricht zwar nicht den literarischen Be­strebungen, die die Freilichtbühne in ihren Liebhaberaufführungen bisher an den Tag gelegt hat, bot aber eine unterhaltsame Abwechs­lung. Für eifrige Besucher des Stadttheaters war es sehr lehrreich, vie ihnen von dorther vettrauten Kräfte sich auch einmal außerhalb des Rampenlichtes in freier Luft mrd Sonnenschein bewegen zu sehen. Einige von ihnen dürften für eine spätere Aufführung die Erfahrung gewonnen haben, daß es ratsam ist, aus der Freilicht­bühne mit Puder und Schminke sparsamer umzugehen.

Heber das altbekannte Lustspiel selbst braucht wohl nichts ge­sagt zu werden. 2luffallend war es nur, daß trotz guten Spieles von ihm nicht mehr die ursprünglich überwälttgende Wirkung aus­zugehen scheint, wie in sttiheren Jahren. Da die Künstler mit sicht­licher Freude sich der seltenen Gelegenheit, im Freien zu spielen, Hingaben, waren die Leistungen durchweg sehr gut. Die Damen Hermine Wo ss i d l o , Helene K a l l m a r ^Trudel Ulrich und Hertha E l l e n h a u s e n wetteiferten in frischem natürlichem Spiele. Die Herren Falken, Feigel, Goll, Hellmuth. Hei­ne mann und Steinmeyer standen keineswegs hinter ihnen zurück, und einzelne Tarbiettrngen übertrafen die Erwartungen. 2lls besonders glücklich vmß der Pttvatgelehtte Hiuzelmann von Albert H e i n e in a n n hervorgehvben werden. Tie Spielleitung hatte Otto C o n r a d i in Händen, der sich in der Bühnenttaditton dieser Lustspiele am besten auskemtt und demrmch für recht amü­sante Einzelwirkungen sorgen konnte

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Kiafte unseres Stadt- theaters sich in diesem Sommer noch öfter der Wcckdbühnc zur Ver­fügung stellen wollten. zz.

Witterungsbericht.

(Oeffentlicher Wetterdienst.)

Meist heiter und trocken, etwas ivärnrer.

Letzte nßcbricbtcu.

Zmn Wechsel in der Reichskamlei.

Noch demL.-A." werden Exzellenz Wahnscha ffe und der erytie Bottvagende Rat Dr. Riezler aus der Reichskanzlei aus- scheiden. Auch Sdachssekretär Dr. Helfferich soll entschlossen sein, zu gehen. Die Wahl des Nachfolgers des Staatssekretärs! Zimmer mann, der selbst den Bot scha fterpvsten in Konstan- ttnopel erstrebe, soll zwischen den Herren v. H, n tz e und v. K ü h l- mann sckxwanben. Das Scheiden des Direktors der haTrdelspvliri- schen Abteilung im Mswättigen Amt Dr. Johannes wird be­stimmt gemeldet.

Wie ,.B. T." wissen will, wird als Anwär t er auf die Stelle des Ehess der Reichskanzlei ein bekannter Parlamentarier bezeich­net. Zum ürcndesben sei es nicht tmwahrscheiulich, daß Dr. Helfferich. der biA^r kein Abschiedgesuch eingereicht habe, im Amte verbleibe.

Wie der .L.--A." hott, hat der Reichstags Präsident den Acl- testenausschuß für heute zu emer Sitzung zusammenberuseu

Nach demB. T." erübrigt sich eine Sitzung des Hanpkaus- schusses. da die Friedenssormel nicht erst rm Ausschuß, sondern gleich im Plenum ein gebracht werden wird.

Kriegsfeindliche Pwpagünd« in Rußland.

Bern, 14. Juli. (WTB. Nichtamtl.)Cvrriere della Sera" meldet ans Petersburg: Gewiffe Elemente bestehen aus einer kriegs- feindlichen Propaganda. Kerenski und Brussilow erhielten Droh­briefe. Bei den Bataillonen, die ftrr das Feuer bestimmt sind, wurde Widerstand boobacküet. An der Front von Minsk wurden Ausrufe vetteilt, die zur Fahnenflucht und zum Kampf gegen Bürgerliche und zur Verteilung des Landes auffordern. Ein Regiment habe nchch Plünderung von Waffen- und Munitions-- depots sich aus die Suche nach Falmenffüchtigen gemacht und über 2000 Mann gefangen genommen.

Das französische Nationalseft.

Basel, 16. Juli. (L.-A.) Wie denB. Nachr." aus Patts gedvähtet wird, wolle die ftanzösischc Regierung diesmal dem National fest einen rein französischen Charakter geben. Deshalb nehmen keine alliierten Truppen daran teil. Es werde aber ein Vorbeimarsch der ftanzösischen Truppen stattftnden, die sich seit Kttegsbeginn besonders aus zeichneten.

Revolte in Kanada.

Berlin, 16. Juli. DieBoss. Ztg." meldet aus London, datz die separatistische Bewegung der kanadischen Franzosen jetzt bii Form einer offenen Revolte annehme. Die Führer organisierten danach den bewaffneten Widerstand gegen die Durchführung der Wehrpflicht.

Republikanische Bewegung in Indien

Berlin. 16. Juli. Wie dieVoss. ZtgX" sich aus London melden läßt, wurde in Britisch-JMeu eine Anzahl bekannter Inder und Engländer verlwftet und in strengste Schutzhaft genom­men, wttl sie eine republikarrische Bewegung im Reiche unterstützt und durch Forderung der Selbstverwaltung für Indien die Sicher- heit des Reiches gefährdet haben sollten. Ms Hauptsitz der Bewe­gung sei Madras festgeftettt worden.

Argentinien.

Berlin, 15. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Durch das Reuter- bureau w!rd eine Nachricht derTimes" lx'rbirtttet, wonach che diplomatischen Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland abgeb rocken worden seiep. Diese Nachttcht entspricht nidn den) TatsacRn. Auf eine von Argentinien an die deutsche Regierung gerichtete Note wegen Schifssvettenkung ist eine Antivort noch ni>ht erfolgt Es ist indessen zu hoffen, daß die Angelegenheit eine freund­liche Regelung finden wird.

K oPenhagen, 16. Juli. Einem Telegramm aus Kristtanl zuiolge habe Ministerpräsident Knudsen iu der gestrigen Slottbnic fttzung mitgeteilt, Norwegen habe von Deutschland die Veritzcherun erhalten, daß uorivegische Schiffe auf der Fahrt nach Amerika kerr Schlvrerrgketten hertttet werden würden.