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12.5.1917 Erstes Blatt
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in Jftiegtaeiten bemcrföat machen, beseitigt Mürben. Ru- Tnüilische Bauern arbeiteten zusammen mit Fomtnunbiertem Militär und Gefangenen fleißig. Das Gesamtresultat der Bebauung tut Ver>valtungsge bie t, das sich aus den gemur kontrollierten Berichten der Bezirkslandwirte ergibt, über» trifft die Erwartungen. Das Wetter ist seit Anfang April für das tKedeiben der Saat recht günstig, so daß bet einem weiteren normalen Verlaus in dem besetzten Rumänien eine Getreideernte zu erwarten ist, die mindestens einer Dnrch- schnittSern l e en tfp richt.

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Der türkische Bericht.

K 0 n ft a 111 i lt o b c { , 11. Mai. (WTB.) Amtlicher TageS bericht vom 10. Mai.

Irak front. Außer leichten PvstengeseckKett an der Tiala herrsck.t an der Front Ruhr. Am Euphrat mtternahmen die Eng länder, 300 Mimt stari mir zwei Geschützen und zwei Maschinen geweltren, eine StraserpEdition gegen uns ergebene Beduinen. Diese Unternehmung endete mit filtern Rückzug der Engländer die 120 Mann verloren habcir sollen.

Ka n ka sn s f r o n t: Der mit einem Detachement ausgesübrtc Versuch de> Feindes, in unserem linVcu Flügelabschnitt unsere Süheruirgslinie ;u uberfillen, wurde oereitelt und der Gegner Zaun Rückzug gezn.'uigeir. Am Tinfat Flügel das übliche feindlich Artillerie teuer ohne Wirkung.

Sinai front' Hinter der' fefftdlichen Front gegenüber Gl-crza mar eine lebhaftere Tätigleck zu er keimen. Glxrza selbst lag E am 3. Mai von 6 Uhr nachmittags ab einige Zeit unter AriLUerieieuer. Die gegen,eckige Fliegertäckgleit war lebhaft.

Die Nevolution?n Rußland.

Arbeiter im russischen Kabinett.

Bern, 11. Mai. (WTB.) Der ,,Corriere della Serch lueldet aus Petersburg: Wie man hört, wird der ausführ rendc Ausschuß der Arbeiter fick) mit drei oder vier seiner Mitglieder als Minister ohne Portefeuille, aber mit Stimmrecht am Kabinett beteiligen. Der Plan soll an: Donnerstag zwischen den Mitgliedern der Arbeiteraus schüsse von Petersburg und Moskau besprochen worden sein. Mit der einstweiligen Regierung fanden hierüber bereits Beratungen statt.

Petersburg, 11 . Mai. (WTBff Meldung der Peters burger Telegraphen-Agentur. Im Hinblick auf die Aufforderung der einftwdliffen Regierung an die Vertreter der pvlitißchen Parteien, dir noch nicht unmittelbar an der Regierung teilnebmen, ztnn Entttitt in das Kabinett, richtete MinrstprprLsidnlt Fürst Lwow an dm Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates Dkcheidse und an den Dumapräsidenten Rodzianko ein Schreiben, indem er sie crfucl't, den Arbeiter» mrd Soldatenrat imd die Dnnra yrervon in Kenntnis zu setzen, damit der Plan verwirklicht werde: toe.

Tie iRegirrinrg bat die Strafe der Verbannung und Verschickung «kÄyeschafft und setzte an deren Stelle Gefängnisstrafen von mindestens drei Jahren.

Die Regierung setzte einen Ausschuß von elf Mitglied-.'rn ein zur Ausarbeitung von Bestnmmmgrn für die .Wahlen zur gcsetz

gebeiwen Versammlung.

Genf, 11. Mai. Nach Petersburger Depeschen begegnet die Bildung eirres Koalitioirs Ministeriums neuen Scknvic- rigkeiten, weil in wichtigetr ttrncven und auswärtigen Fra gen noch keine Verständigung er-yidt worden sei. Die En- 1«rte.diplomatie gab sich bisher vergeblich Mühe, den Kon- ffrft überbrücken zu steifem.

Ans verschiedenen Teilen Rußlands liegeit Meldungen in den Müttern vor, das; die Bauermmrulyen zimehmen. Ein Erlast Idos Ministerpräsidenten spreche aus, dast in den letzten Tagen Der einstweiligen Regiermrg zabllose Drahtnachrichten über Ge­walttaten von Bauern gegeir Gutsbesitzer eiugelcrusen seieit. Dabet tztmchst' die Gärung unter den JNdtrstriearbeiterri.

Neue Kundgebungen.

Petersburg, 11. Mai. (WTB.) Meldung der Peters­burger Tclegravhen-9lgentur. Die vom Ausland verbreit steten Meldungen über einen Selbstmord SasonowS kfind falsch.

Stockholm, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich. ^Svenska Dcrgbladet" aus Haparanda Mfvlge teilt der zentrale Lebens- nrittelausschuf; in Petersburg der Bevölkerung mit, das; die Ge­treidezufuhr nur langsam vor sich gehe. Man sei daher gewrungen, die Brotration auf *4 Pfund herabzusetzen. Der Ausschuß fordert «rff, diese unumgängliche Maßnahüre ruhig anfiunehmen und mit Brot möglichst-zu sparen. Nachher Zeitung .,Pravda" versuchte der Oberbefehlshaber des Petersburger Militärdistrikts, G-eneral Korni- Hofs, zum dritten Male die Demonstranten geA-en die einstweilige Regierung durch Militär zerstreuen zu lassen, hiergegen nahm der Arbeiter- und Soldaten rat sofort Stellung, inbem er beschloß, dast die Truvpeu- oder Arbeitermiliz nicht bewaffnet auf die Straßen gerufeir werden dürsten. (General Korniloff itahm darauf seinen Befehl zurück. Der Kommissar des Moskauer Bezirkes be­richtet über die Störung der Ordnung auf den Straßen am Freitag, daß im dritten Bezirk 200 Personen umhergezogen seien unter Riffen: Wo gibt es Brot und Wasser? Nieder mit der Miliz! Nieder mit der Interimsregierung! Gebt uns einen Zaren!

Eine geheime Sitzung de» englischen Unterhauses.

London, 11. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- icvaus. Die Debatte in der geheimen Sitzung des Unter­hauses wurde durch Churchill eröffnet. Er besprach die nnlitärische Lage zu Lande und zur See, mich in Verbindung mit der Revolution in Rußland, ferner die Entwicklung des Kampfes <m der Westfront, die Bedeirckmg des Eingreifens Amerikas und den U-Bootkrieg. Ferner wurdet: die Verluste an Meusck-eu und Material und die allgemeine Lage am Balkan behandelt. Einige Abgeordnete stellten Fragen wegen der Verluste au Schiffsraum und der Lebensmitte lversorgimg. General Page, Croft und Wardle TZatzmen an der Debatte teil.

Llovd George ging gründlich auf die einzelnen Punkte ein, die Churchill vorgebracht hatte. Llovd George erinnerte an die innere Lage Oesterreichs und die Lage Deutschland mit Rücksicht kntT die Reserven, die von der Lage Englands ungünstig ab­stechen. und führte die Ansichten der brittscktz'n nud französischen Heerffihrer an, die mit ben Ergelritissen der jüngsten militärischen Operationen mt der Westfront alle sehr zufrieden seieit. Er legte dar, wie das Bedürfnis des Hilfsamts nachuvehr Reserven be­friedigt l>vcrden könnte. Ueber den U-Bovtkrieg gab er Ziffern <m über die monatlichen Scknffsverluste seit August. Er gab einen ermutigenden Bericht über die Mjekhoden zur Bekämpfung der U-Boote und teilte Ziffern über den Bau neuer Schisse tit beit Jerflen 12 Monaten mit. Zur Lebe nsim i ttelfra g e sagte Lloyd George, dast bei sparsamem Verbrauch und erhöhter Er­zeugung int An lande kein Anlast zur Furcht vor der Aushunge­rung bestes?, dast England im Jahre 1918 seinen eigenem Be­darf an Lebensmitteln decken könnte. Er halte eS nicht für nötig, rwch einmal das Kriegs ziel der Verbündeten zu wiederholen, denn es sei wohl bekannt irnd habe sich seit der wiederholten Er- kläcunocn der letztm zwei Jahve nicht geändert.

Asquith erklärte seine :wllständige Zustimnmng zu den Ausführungen Lloyd Georges, ntißbilligte aber du Einführung der geheimen Sitzung, da kaum etwas gesagt ivorden sei, was nicht in öffentlicher Sitzung hätte gesagt werden könnm. Er forderte schließlich Lloyd George aus, einen großen Teil seiner Rede im Land? bekannt zu machen.

Der Schiffsraum Englands.

London, 11. Mer. Im Oberhause führte Lord Eur- 'zo n mts: England besaß am 18. Jimi 1916 eckva 6900 Schiffe von

über 1600 Brutto registerton ne n mit einer Gesainttonnage von 16 900 000 Tonnen. England befaß im März 1917 3500 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 16 000 000 Tonnen. Die neutralen Länder erlitten große Verluste, sind aber außer Japan und den Vereinigten Staaten außer Stande, ihre» Schiffsraum wesentlich zn vorn lehren. Nach dem Programm des englischen Schiffahrts- Ministers werden etira 3 000 000 Tonnen Scbiffsraunt jährlich gebaut werden. Dazu müssen 100 000 weitere Arbeiter angestellt und.die wöckunckiche StahTinsuhr muß verdoppelt^ Iverden. Die Regrerung ergreift drastischste Maßregeln, um den Sck^iffsrmmt zu belchaffen, aber der Gedanke, daß die englische Handelsflotte nach deul Kriege größer sein wird als die Flotten sämtlicher Nationen, fft ein Ideal, das vor dern Kriege nicht verwirklicht wurde, und es ckt töricht, auznnehmett, daß es jetzt oder künftig verwirklicht wer­den könnte.

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Frankreichs Friedensbedingung Elsaß-Lothringen.

Rotterdam, 12. Mai. (B. T.) Reuter meldet aus New?}orf: Bei einem Festessen, bei bem ViViani und Foffre zugegen waren, sagte Foffrc, der Friede sei unmöglich, so­lange Elsaß-Lothringen iticht an Frankreich zurück-

gegeben sei.

Ans Italien.

Bern, 11. Mai. (WTB.) Nach einer Mitteilung des italienischen Deputierten ?lrca soll die italienische

Armee in den Wintermonaten monatlich 80000 bis 90000 Mann, darunter 2M0 Ossizicre, durch Erfrieren, Lawinen und Krankheiten verloren haben.

B ern, 10. Mai. (WTB. > Dienstag find in M a i l <1 n b, wie derAvanti" meldet, die sozialistische Partei­leitung. 35 sozialistische Abgeordnete, die Leitung der Gewerkschaften, Vertreter der Mailänder ArbeitSkainmer

und Vertreter der Mailänder und Durincr Sozialisten zu- sammengetreten, um die innere und äußere Lage zu be­sprechen.

Der italienische Minister deS Innern Orlando ist in Paris eingetroffen.

Eine Erklärung der italienrschcn Sozialisten.

Bern, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Agenzia Ste­fans meldet aus Mailand: Der leitende Ausschuß der Partei der offiziellen Sozialisten hat folgende Resolution angenom­men.- In Erlvägnng, da stalle Sektionen der Internationale, aber keine anderen Verbände, die recht und billig von dem internationalen sozialistischen Bureau zn einer Konferenz in Stockholm einberusen worden sind, in Erwägung vor allem, daß an den Zusammenkünften von Zimmerwald und Kien- il)al bisher nicht gelungen ist, eine dritte Internationale ins Leben zu rnsen, beschließt der leitende Ausschuß der Partei der offiziellen Sozialisten vorbehaltlich späterer Entschei- dung an der Konferenz leilzunrhmen und alle Zimmerwal- der Sektionen zur Beteiligung einzuladen, um ein Aktions­programm für alle Sektionen zur Wiederherstellung des Friedens und für eine Organisation der Internationale sest- zusctzen.

§ee?rkg.

Rene N-Bootcrfokge im ?ltlantischen Ozean.

Berlin. 11.Mai. (WTB. Amtl.) Pier Dampfer und drei Segler mit 21 000 Tonnen versenkt. Unter den versenkten Schiffen befinden sich n. a. folgende: Der bewaff­nete englische Dampfer vntunttun' (4011 Tonnen) mit einer Ladung Zucker, ferner zwei große bewaffnete Dampfer und ein Dampfer. Ladung anscheinend Baumwolle, deren Namen nicht fcstgestellr werden konnten. Die drei Segler hatten Holz irr England geladen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine. Spanische Fischdampfcr als tt-Bootfatle. Berlin, 11. Mai. (WTB. Amtlich.) Am 4. Mai sich­tete eines unserer U-Boote im Sperrgebiet der Biscaya, etwa 25 Seemeilen nördlich Bayonne, sechs auf nördlichem K urfe nebeneinander fahrende Fischdampfer, tion denen der auf dem Ostflügel stehende spanische Flagge und Neu­tralitätsabzeichen führte. Der Kommandant des U-Bootes beschloß, die vermeintlichen spanischen Fahrzeuge zunächst anzuhalten in der Annahme, daß sie Infolge fehlerhafter Navigierung und ungewollt in das Sperrgebiet geraten wären. Auf den Signalbefebl des U-Bootes zum Stoppen drehte ein Teil der Fischdampfer auf das U-Boot zu, der andere Teil versuchte zu entkommen. Bon ersteren führ­ten zwei Dampfer weder Flaggen noch Abzeichen, einer panische Neutralitätsabzeichen, aber keine Flaggen, ein vier­ter eine nicht erkennbare Flagge. Das U-Boot verlegte den Dampfern nunmehr den Weg und schoß alsdann einen War- nungsfchuß ab. Unmittelbar darauf eröffneten drei von den Fi s ch d a m p f e r n das Feuer auf da s U-Boot. Im Verlaufe des fick) entspinnenden Artillerie­kampfes wurde ein Fischdampfer durch Geschützfeuer ver­senkt, drei weitere niedcrgekämpft und später mit Spreng­patronen versenkt. Hierbei wilrden zwei französische 3,7 Zen­timeter-Geschütze mit Munition erbeutet. Die übrigen beiden Fischdampfer, die deutlich erkennbar spanische Abzeichen und Flaggen führten und anscheinend spanischer Nationalität waren, entkamen.

Der Vorfall zeigt, daß die Franzosen zur Bekämpfung unserer U Boote nicht davor zurückschrecken, spanisckie Fischer­fahrzeuge auf das sckstvcrste zu gefährden, indem sie sich ihnen anschließen, um sie als Deckttng für ihre U-Bootfallen zu benutzen.

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Amsterdam, 10. Mai. (WDB.) Der Hmuidener Be­richterstatter desAmsterdamer.Handelsblads" meldet, daß ein als Fischerfahrzervg verkleidetes deutsches U-Boot vorige Woche in eineil schottischen Hafen an der Ost­küste eingedrungen sei, dort den norwegischen Dlmpfer Gerda" versenkt und ein anderes Sckpff beschädigt habe.

A«s dem verfassMgrausschug des Reichstags.

Berlin, 11. Mai. < WTB.) Der Verfassungsaus­schuß des Reichstages hat beschlossen, wegen des zeitigen Beginns der Vollversairnrtlung b*.nt bisherigen Arbeiten durch, die Fertig­stellung der Berick-'te einen gewissen Abschluß zu geben und einige Tage vor dem Wiederzusanmwntritt der Vollversammilung me Arbeiten wieder aufzunehinen und dann entweder die twch mis- stelnndett Anträge zu beraten oder in die zweite Lesung dar burefc beratenen Anträge einz itreleu. soßun dies infolge der Stellung- nahinc der Regiernng zu den B<<i'lüssen erster Lesung angebracht erscheint. Mmis-erialdirAdn Dr. Lewald erklärte, es sei nicht üblich, zu den Be.ck'-üssen des Ausschusses Stellung zu nehmen. Dies gescki^he erst, irenn der Beschluß des Reichstages vorliege. Hier handle es ftrfr um so einschlreidende und schwertviegoitde Fragen, die seitens der verbündeten Regierungen nach den ver­schiedensten Seiten bin gepn'lft werden müßten, so daß er nicht in Anssicl'i stellen kömw. daß die Regierung bereits in mrchr Zeit irre Stelluwmahme inndgeben könne. Anders lisge vielleicht»der ^all. soweit cs fick' nnt die Frage der AUrafntäfügen Teilung der Riesen wa hlkrei sc handle. Hier liege auch kein Imtiativ-

Gesetzenttvurf vor, sondern wrr eine Entschließung cm> ebnem Ge- biete, auf welchem die Reichsleitung bereits selbst die Vorarbeiten begonnen habe.

Erhöhung der Eistuhahn-Personrntarife.

Berlin, 11. Mai. Dem Landeseisen bs.bn rat l>at Staats- lntmsver v. Breite n b a ch eine Vorlage zugehen lassen, nach der eine E r h ö h u n g der regelrechten Einlieitssätze für brr Personenbafö rderun g voraussichtlich zum 1 . Januar 1.918 dt,taten wird. DieVossische Zeitung" teilt darüber mit: Euch Verteuerung der Fahrpreis« ist soweit bedingt, als die vvm Retchstag beschlossene Verkehrssteuer besteht, die in der 1. Klasse 10 Prozent, iit der 2b Klasse 14 Prozent, in der 3. Klasse 12 Prozent und in bet 4. Klasse 10 Prozent des Fahrpreises beträgt. Die EveulxumVerwaltung sieht sich aber mit Rücksicht auf die starke Steigerung aller^ ihrer Ausgaben, besonders wegen des .An- wachjens der Kosten für die Rohstoffe genötigt, die Fahrpreise noch über den Steuer;uschlag hinaus 5 u erhöhen, uuo zwar will sie die der Berechnung der Fahrpreise zu Gruttde liegenden Ein'hdttsätze zunächst zu Gunsten der Eisenbalmver- waltung 'um 10 Prozent erhöhen, wozu dann noch die oben- genamtten Steuerzuschläge treten würden. Sie kommt auf diese Wene zu den neuen Preisen: 4. Klasse 2,4 Pig., 3. Klasse 3,7 Psg.. 2. Klage o,, Psg., 1. Klaffe 9 Psg. (gegenüber bisher 2, 3, 44,_., /_Pbb> dir einen Kilometer, Dies bedeutet gegenüber den alten EiniMtsiätzen eme Erhöhung bei der 4. Klasse um 20 Prozent, lei der 3 Masse urn 23,33 Prozent, bei der 2. Klasse um 26,67 Prozent, bei (Der 1. um 28,7 Prozent. Die tatsächliche Berteue » rung Ikt Fahrpreise ist hierbei jedoch verschieden, evt zu berück- Itn tigen ist. daß zu den alten Sätzen bei Fahrkarten von 60 Psg. an aupvärts in der 1. bis 3. Klane der F a g r k a r t e n st e m pc L tritt, der künftig fortt. Wie sich die neuert zn den alten cvalwprenan verballen, wird in der Vorlage im einer Reihe ovn Bei- lNelen gezeigt. Dw Minister glaubt, dag eine in solchem Rahmen gehaltene variier Höhung die richtige Mitte hält zwischen dem unab­weisbar hervor tretenden Bedürftns der Eisenbahn venralv.mg, ihre Einnahmen mit der Ausgabe-Steigerung in Einklang zu hatten, und dem nach wie vor beoechtigten Verl«uigen des reffenden Publi­kums, eine preiswerte Beförderung zu fruden. Er tveist darauf hin, l-ast dev Reisende auch nach dieser Preissteigerung in Preußen billiger fahren wird, als in den meisten anßerdentschen Ländern, die, durch Kriegs Verhältnisse gezwungen, größtenteils viel weiter­gehende Preiserhöhungen bereits vorgenommen haben.

Verbot der gewerblichen Verarbeitung non Reichsmünzen.

Gegen den Mißbrauch von Reichs münzen, der bei dein Mangel an Scheidemünzen im Verkehr aufs schärfste zn verurteilen ist, wendet sich eilte soeben erlassene Bundes- ratsverordnung. Wer ohne Genehmigung des Reick)skanz- lerS Reichsmünzen behufs gewerblicher Verwertung ein­schmilzt oder sonst verarbeitet oder Gegenstände, die in erkennbarer Weise, unter Verwendung von Reichs münzen hergestellt sind, seilhält, verkauft oder sonst in den Verkehr bringt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit einer Geldstrafe bis zu 15 000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Daneben kann auf Einziehung dieser Gegenstände erkannt werben. Das Verbot hat, abgesehen von dem bei Gold- und Silbermünzen in Frage komntenden Einschmelzen, insbesondere auch die uenerdings beobachtete Verarbeitung eiserner Scheidemünzen zu Lchnnrckgegenstün- den im Auge. .Hervorzuheben ist. daß sich das Verbot nur auf Reichsmünzeu, d. h. auf kursfähiges Geld bezieht, nicht aber auf außer Kurs gesetzte Münzen, lvie Dukaten, Taler usw.

Die Frage der Festsetzung von Hock) ftp reisen jür Silber ist in der neuen Bilndesratsverordnung nur vorläufig ge­regelt worden, indem dem Reichskanzler die Ermächtigung erteilt lvorden ist, Höchstpreise für Silber oder Silberwaren festznsetzen und die etwa damit uotlvendig werdenden er- gänzenden Maßnahmen zu treffen.

^ Berlin, 11. Mai. (WTB.) Das Rcichsschatzamt bestellte kürzlich größere Mengen. Zink bei den verschiedenen Wer­ken zur Herstellung von Münzen. Die Prägungen werden mit der größten Beschleunigung erfolgen. Sobald genügende Mengen Zittkmünzen geprägt sind, wird art die geplante Außerkurssetzung Der Silber - u n d Nickel- ln ü n z en herangegangen.

Freiburg i. B., 11. Mai. (WTB. Mchtamtl.) Dieser Tage i)t hier ein neu errichtetes Offiziersgefangenenlager in Betrieb genommen worden, dtumnehr sind in allen Stadtteilen Freiburgs Kriegsgefangerle untergebracht.

Arss Stodt und LcrnD.

Gießen, ! 2 . Mai 1917.

Bcrbrccherische Anschläge von Kriegsgefangenen.

Die Franzosen planen in ihrem fanatischen Haß, die in unseren Händen besindlichctt Kriegsgefangenen dazu anzustiften, durch Frevel toten imsre landnürtsckwftlichen ,u. in.du.stt leiten Betriebe zu schädigen und unseren Viehbestand zu verseumen. Sie haben hierzu eine große Organisation gegründet uiw versuchen, die Kriegsgefangenen, durch geheime Ansforderungeit auszureizen und ihnen alle möglichen verbreckrerischen Mittel in unaussälliger Weise zu übersenden.

Sicherlich lvcrden viele Kciegsgesangene ihre Beteiligung an derartigen ruchlosen Schandtaten ablehmli und lvie !vish>er ihr« Arbeit in der Landwirtsä)ast und Industrie ruhig erfüllen.

?lber sicherlich wird es auch eine Anzahl ooit Kriegsgefangenen sowohl der ftanzöffsch'n als auch anderer Nationen geben, die aus Haß gegen unser Vaterland oder wegen der ihnen in Aussicht gestell­ten Belohnung bereit sind, jedes Verbrechen zu oeniben, das unserr Feinde von ihnen verlangen.

Selbstverständlich überwachen die deutschen Militär und Zivilbehörden die Kriegsgefangenen sowie ihren gesamten Post- und Paketverkehr aufs schärfste. Aber die Maßnahmen der Behördeir könuen iticht voll loirksant werden, wenn die Vertrauensseligkeit fortbesteht, die an vielen Orten und von vielen Personen den Kriegs' gesangenell entgegengebracht tvird.

ES besteht kein Grund zur Beunruhigung, aber es ist ftir iyder- inann in Stadt und Land notwettdig, den KnegSgefangenen gegen­über loacbjam und auf der .Hut zu sein. Jedermann muß damit rechnen, dag sich unter den in seinem Dtenst oder in seiner^ Nähe befindlichen Kfieirsgesangenen solche befinden, die sich zum Scheine gut führen, um die deutsche Aufmerksamkeit einziffchläfern, wäl)- rrnd sie in Wahrlx'it Perbreck-en planen mW nur aut eine günstige Gelegenheit lvarten, um diese Ü 8 erbt erben ausznfüliren. Jedermamt muß mitlvirkeu Rini eigenen Sckmtze und $u demjenigen deS Vater­landes gegen derartige verbreck-erische Pläne mancher Kriegs- gesan gener.

Darmu diese ernste Mahnung an alle:

Seid aufmerksam und vorsichtig gegenüber den Kriegsgefangenen. Wir kennen die verbrecherischen Pläne unserer Feinde, die sie durch Kriegsgefangene ausführen lassen wollen; sorge jeder Deutsche dafür, daß diese Absichten durch Waich sa m - seit vereitelt und nicht durch Gutmütigkeit und Vertrauensseligkeit gefördert werden.

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** Auszeichnung. Mit der Hessischen Tapferöeits- medaitle uurrbe ausgezeichnet der Großh. Kreisgeometer und Pionier Heinrich Dietrich hier.

** Kreisarzt Medizinalrat Dr. Walger ist bis 14. Mai d. Js. b e u r t a u b t. Vertreter ist Kreisaffisdenzarzt Dr. S ch e n k. Gvethestraße 30.

** Jungwehr. Samstag, 12. Mai, ?tntretcn: 8^ Ubr an der Universitätsbibliothek.

** Gemüse. Heute ist lvieder eine große Serrdung Spargel 1. Sorte und Gurken eingetroffen, anch diese ge­langen in den hiesisten Gesckwfien znnt Verkauf. Die stäot.