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1.5.1917 Erstes Blatt
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g atr Dugriffsplänc ans vis in das kleinste Detail, versagte aber in rc Praxis Ans Grund der umfassenden Vorbereitungen und der rasfwren eingesetzten Massen an Menschen und Material war von Ken Trnvp? ein durchschlagender Erfolg erwartet worden. Ge- fan^me Offiziere der 2., 9. und 10. Infanteriedivision sagten über- eMÜLmwend aus, daß der aroße Angriff, auf den so große Hoff- rnmgeu- > - ^ wren iwllständig gescheitert ist. Trotz langer Vor­bereitung und iovckeulangcr EinüVung versagte im letzten Moment das ri'ckvige Einsetzen und dev Angriff der Divisionen gänzlich. Don a^rn Gefangenen wird der heroische Widerstand der Deutscher! und der Schneid ihrer Gegenangriffe rückhaltlos zuge geben.

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Der türkische Bericht.

o n st a n t i n o v e l, 30. ?lpril. (WTB.) Amtlicher HeereS- Herick't vom 29. 9.'pril. Irak front: Feindliche KavaNerie- «gimenter, bk gegen unsere Truppen auf dem recksten Edhcm- ll fe r Vordringen, '.rurden durch unser Feuer zurückgetrieben^ Am 26. Apchl schoß .Hauvtmann Schütz im Lustkampf sein 8 feind­liches Flugzeug ab. Es hnr ein englisches Liverpovl-Flugzeug. das hinter- nnstiru Linien abstürzte. Der 'feindliche Flugzeugführer fiel verwundet in unsere Gesangenschast.

K a u k a s u s - F r o n t: Äußer Patronicken-Unternehmungen Herrschte an dar Front Ruhe.

Sinai-Front: 'Um 27. April griffen die Engländer einen Teil unserer au dem See stehenden Vorposten cm. Nachdem unserer­seits eine Koinpaguie Infanterie zur Verstärkimg eingesetzt war, pmrde der Feind int Gegenangriff z u r ü ckg ew o r f en. Er ließ 15 Tote aus dein Gesecküsfelde liegen. Auf den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse.

Nie ksvoltttlsn in Nnfjland.

Vom russischen Heer.

Petersburg, 30. April. (WTB. Nichtamtlich) Mel­dung der Petersburger MIegraphen-Ägentur. Der Kriegs- mrurstcr bat einen Tagesbefehl an die Truppen erlassen, kraft dessen jedes Armeekorps, jedes Regiment und jede Konrpagnie einen eigenen S o n d e r a u s s ch u ß wählen darf, denr die Aufrechterhaltung der Disziplin, die lleber- kvcrchnng der Verpflegung und gesetzmäßige Maßregeln gegen Älischrüucho der Dienstaetmrlt durch die Regiments- vomnva.ndenre, sowie die Beilegirng von Zusammenstößen Mischen Offizieren und Mannschaften und die Vorbereitun­gen der Wahl zur konstituierenden Versammlung obliegen fott. Daneben ermächtigt der Tagesbefehl die' Truppen. MsKiPliriargerlü te für die Beilegung von Mißverständnissen und Streitiglei Leu -''scheu Mannschaften zu wählen.

Tic russische Niederlage am Stochod.

Petersburg. 28. April. MTV.) Meldung der Peters­burger Delegrapben-Agentur. Auf deru Kongreß der Abge­ordneten aller Armeen der Westfront wurde folgende Erklärung verlesen, die von 25^ Offizieren und Soldaten, die kLr»lich an dem Kämpfe am Stochod teilgcironnnen haben, unter- Kkühnet ist: Die Presse und b : c ösfentlihe Meinung klagen den R a t der A rbe i t er - uu d S o l date n a bg e or dn eLc n wegen der Niederlage am S t o cb ob an, die nach ihrer Behauptung eine Folge der. Tätigkeit des genannten Raws gewesen ist. Alle Soldaten, Offiziere und Kommandeure, die zu dem die Stochod-Stellunq hal- tienven Armeekorps gehörten, erkannten ohne Ausnahme, daß das Heckten dieser Stellung bis zuin Frühling umnöglich war und daß man -entweder die Offensive hätte ergreifen müssen, um die Stellung W «wettern, oder sich auf das rechte Ufer zurückziehen urtö die Stellm^g pläsgeben, was man im Frühling, wenn der Stochod ge- stiegen^ist mit großen V er ln. den hätte tun müssen. Indessen schenkte das Ooerkominando den Erklärungen der Untergebenen kein Gehör und das Korvs wurde an seinem Platze gehalten. Bei Frühlings­anfang trat die un nenn eidliche Tragödie ein. Alle sagten aus, daß das UebeNreten des Stochod die Russen hinden werde, die wenigen Flußlchergängc zu benutzen und daß das heftige ununterbrochene perndliche Sperrfeuer die Verteidiger des linken Ufers vollständig oibschneiden werde, was tatsächlich eintraf. Die Russen wurden ttotz ihres erbitterten l Uenniütigcn Widerstandes durch die zermalmende Kraft des Gegners vernichtet und ihre unermüdlich wiederholten Gegenangriffe, die r>i? beiih'ffrn Abteilungen wegfegten, waren ver- Sevlich. Der schreckliche viernndzwanzigsti'-neige Kampf am Stochod hat gezeigt, daß die MannMucht der russischen Armee nickst nach­gelassen bat, und das; die Deutschen nur über Leichen an den Stochod kommen io-'"ten. Bekanntlich sind die allein an dieser Tragödie schuldigen Generale Losch und Jannschewv ihrer Stellungen ent­hoben worden.

Die Urnbi dnng des Arbeiterrates in Rußland.

Pern . 30. A'wil. lWTB. Nichtamtlich.)Petit Parisien" .inekbet a'wstfttt 'rsbnrg: Die Arbeiterabgeordneten haben b e s ch l n ff c n , den Arbeiterrat umzubilben. Der MWen - soll reu kleinen Rat von 60-0 Mitgliedern

zarr Erörterung der laufenden Geschäfte ernennen. Ein besonderer Ausschuß zur Prüfung her Mandate der Kongreßmitglieder wird bk Vertreter wenig zahlreicher oder zufällig entstandener G>np- pierungen besetzen. Der 'kleine Rat 'oll in gleicher Zahl ans Sol­daten Jmtt> Arheiteoabgeordnetfn gebildet sein. Die ArbeiterabWSrd^ neten sotten tgn den Vertretern der einzelnen Stadtteile gewählt werden. Dein kleinen Rat sollen außerdem Vertreter aller sozialisti- schen ßchrtemn und Arbeiterorganisationen, die Vorstände der Beruf?verbände der Arbeiter und der Konsnmgesellsck-aften an- gehör«n, su den letzten Abstimmungen batte die äußerste Linke nur 92 Stimmen von ungefähr 500.

Der tt g r e st der F r o n t v e r t r e t e r der angenblick- lich in Petersburg tagt, hat ein.m An rag angenommen, wonach jede Arnioe drn Armeekvnmiissäre ernennen soll, die bei der Regierung und dem Arbeiter- und Soldatenrat vertreten sein und als Kvntt'ttagenten -ätte Fmgen., die zu den Befugnissen der Drmeekon-m.': a t 7 gehören, losen sollen. Die vom Oberbefelils- bäber gegebenen Resehlc sollen von diesen Armoekommissären gut- geheißen werden. DG Ernennungen w-crden von einem General vorgenonun'".!, aber die Kommissäre sollen berechtigt sein, Ein­spruch einzulegcu, sofern dieser begründet ist.

Stockholm, 1. Mai. (B. T.) Wie Stockholms Tidningen aus Peter?! arg meldet, schlägt der Arbeiter- und Soldatenrat für den I.Ma: tt-n, allgemeinen Waffenstillstand vor

Laut ?:-[ 2-nndschgu schildert ein großes rusiischks Blatt ' :ii siB <ru c r n b e w e rrun g in dusteren Farben. '/J : : ^>ick>t rcchtzettig gelinge, die Gefahr zu beseitigen,

werde in U . r I:tnb ein furchtbarer Bürgerkrieg entbrennen.

Das Schicksal der Zarenfamilre.

D ' Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Infolge Eitles Stt/rrtu"' von Delegierten der zweiten Armee, die die Ueversiihrttng des früheren Zcrven nach der Peter-Paulsseste forderten, mrd nrgen verschiedeiter Versuche der Umgebung des Zaren, die den früheren Herrscher bewachende Truppe für dessen Sache ? f u gewiuweu, hat der Arbeiterexekutrv'- Esstt/llf; einen Vertreter damit beauftragt, über die Be- wa-chung Nikolaus II. eine Untersuchung vor^unehmen. Nach, weiteren Me'ldMtgen könntet: die Ergebnisse dieser Unter- suchrrng die Verbringung des früheren Zaren nach Pe­tersburg zur Fdlge haberr.

Die err^lische Zensur und Amerika.

Bern, 30. April. (WTB.) DieTimes" berichtet aus Washington, die Amerikaner seien ungehalten, daß bk britische Zensur nach wie vor keine deutschen Zeitungen nach Amerika durchlasse, obschon solche in den englischen Z-citungsredaktionen gelesen würden. Auch das Verbot der Verschickung der WochenschriftNation" nach dem Anslande befremde, da gerade diese Zeitung Wilsons Ideen

immer synrpatbisL acgenübergestanden habe. Schließlich sei man verstimmt, daß trotz des Eintritts Amerikas in den Krieg die Kriegsnachrichten noch immer nicht so schnell und ausführlich nach Amerika gegeben würden, wie das Land verlangen zu können glaube.

Reue Rekrutierungen in England.

N o t t er i> a m, 30. Aprib (WTB.) Lord Derby bezeich­net es als notwendig, daß nationale.Redner und Parlamen­tarier eine Karnpagne in ganz Eu-gland zugunsten der Re­krutierung von neuen Truvpen unternehmen. Es herrsche starker Widerspruch gogen die beschlossene Vermeh­rung des Heeres, weil das Bott zu wenig Vertrauen zeige. Von den Kolonien Warne nichts erwartet werden. Deshalb sei das Mutterland an der Reihe, die letzten not­wendigen Opfer zu bringen, um den Sieg zu vollenden. Die Negierung überlege augenblicklich sogar, ob der A r b e i t s - zwang für die Frauen einaefüyrt werden könne, falls die Lage des Laubes infolge des herrscherrden Arbeiter- mangelD dies erfordere.

Die Brotkarte in England.

Bern, 30. April. (WTB.) Der Londoner Korrespon­dent desEorriere detla Sera" drahtet: England beab- sickitige in sechs Wochen die Brotkarten einzusühren. Die Maßnahme werde mit der durch die vermehrten SchiffSver- senkung entstandenen Frachtraumverminderung begründet.

Beunruhigung in England.

Bern, 30. April. (WTB. Nichtamtlich) Erlglische Zei­tungen besprecl-eoi in Ausdrücken offenbarer Beunruhigung die Statistik der dldmiralität über die S ch i f f S v e r l n st e in der am 22. April endenden Woche mit 40 englischen Schiffen über und 15 unter 1600 Tonnen, gegenüber 19 und 9 Schicen der Vorwoche.Times" undDaily Mail" ver­urteilen die Art, wie diese Statistik aufg-estellt sei, da sie weder die Bltrseittung der nichtenglischen Schisse berück- sichtige, noch den Tonnengehalt der versenkten englischen Schiffe angebe. Außerdem, sagtDaily Mail", sei nicht zu vergessen, daß die Empfindlichkeit der Verluste zunehme, ebenso wie die erste Drehung der Daumschraube wenig, die späteren aber immer mehr schmerzen.

Offenherzigkeit eines zivikipertelk Engländers.

Bern, 30. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lord Calt- koppe empfiehlt in einer Zuschrift an dieMorningpost" die Vernichtung der deutschen Getreideernte durch von Flugzeugen auf Kornfelder kurz vor dem Abmähen herab- zuwcrfende Brandhagel. Er glaubt, daß auf diese Weise sich tausende von Morgen verbrennen ließen ohne Gefahr für die Landbewohner, da deren Häuser selten m Kornfel­dern gelegen sind.

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Dr silUa bleibt neutral.

Genf, 30. April. (WTB.) Einem Telegramm der Schweizerischen Depeschen-Agentur aus Paris zufolge hat Brasilien in dein Streit zwischen Deutschland und den Vereinigten Staate:: seine Neutralität erklärt.

Der sozialistische Kongreß in Stockholm.

Kopenhagen. 29. April. (WTB. Nichtanttlich.)Ber- linske Tidende" meldet aus Stockholm: Gestern fanden int Saale der sozialistischen Partei des Ncichslages lauge Beratungen statt über die Vorbereitungen zum bevorstehenden Friedenskongreß. An­wesend waren die Holländer TroeZtta, van Kol und Alsbarda, der dänische Minister Stauning, die Schweden Branting, Möller und Soaderberg. Stauning ist gestern abend nach Kopenhagen ab- gercist. Im Laufe der nächsten Tage werden Vertreter aus Belgien erwartet. Hnpsniann trifft am Montag in Stocklrolm ein, ebenso der Russe Lcpas. Die holländischen Abgeordneten sehen der Konferenz vertrauensvoll entgegen. Namentlich ettvarleri sie, daß sich ttotz all-er gegenteiligen Meldungen auch die französischen Teilnehmer einfinden.

Der hiesigeSocialdemokraten" veröffemlicht ein Schreiben des Sekretärs des internationalen sozialistisck>en Bureaus, Huys- mann, wonach die Friedenskonserenz in Stockholm am 15. Mai und die folgenden Tage abgehalten wird. Der einzige Punkt der Tages­ordnung ist die Erörterung der internationalen Lage.

Berlin, 1. iUlai. Ter Riß zwischen dem Arbeiterrat und der provisorischen russischen Regierung wird laut goirwrden und es würde Kermski nicht schwer geworden sein, und Soldatenrateß feien, nach den allerjüngsten Tagen gewichtige Stimmen für die ^ Beschickung der Stockholmer Konferenz laut geworden und es würde KerenSki nicht schwer geworden se.in, diese Partei zu einer Konferenzbeschickung zu bewegen, wenn er dafür seine maßgebende Stimme eingelegt hätte. Es lasse sich aber nicht vergessen, daß Kerenski allmählich von der Sozialdemokratie nach rocAs ab'chwentt und sich immer iveniger als Kontrolleur und^ immer mehr als Mitglied ?er provisorischen Regierung fühle. Diese aber sei aus natttrliche-l Gründen eirir strikte Widersacherin der in Stockholm vorgesehenen Friedenskonferenz.

§ee?tteg.

Neue U-vootersolge.

Berlin, 30. April. lWTB. Amtlich.) Außer den im April bisher bckanntgegebenen U-Bootserfolgen sind neuer­dings im Kanal im Atlanüschen Ozean und in der Nordsee 1 12 000 Vruttoregistertonnen Handelsschiffsraumcs dprch^unsere U-Boote versenkt worden. Unter den Vernichctcn Schiffen bcsinden sich n. a. folgende: die beivafsneten englischen DampferEaikhneß", 3500 Tonnen tief beladen.Goldcoast", 4255 Tonnen mtt Stückgut von Westafrika nach Liverpool, Barntvn", 1858 Tonnen, mit einer Ladung Eisenerz, in: Geleit- zicg sahveno, und der englische DampferAuriae". Die englische SeglerDalmalkon",Grueian",Erith" undWilliam Sroev- herd" mit Kohlen. ..Dantzig" mit Pech, imdGewl" mit Teaklwlz. die englischen Rfcherfohrzeuge ,,Brcadalbane".Stork",Lvrd EhancellottftU. S. A.".Ramses".Johns Bohle",Ieobnrgh", Joevil",.Sutt'rbvn^H'stttLineal-e",H-earihes",Ro^d-nis^ undWitham", der aktive b.w-asßiett FischdancpferWiLbb')", der französische DampferSck>ü", 2161 Tonnen, mit Grubenholz, die französische SchunerbriggAigle", mit Roheisen, ein französischer FischkutterEmile Etiarlotte", ein unbekannter portugiesischer Segler, der portirlft-esisckze AbotorseglerTresmacs" mit einer Ladung Vrtwleum, Gasolin und Naphtalin, ferner vier Dampfer, bereit Namen nicht festgestcllt werden konnten und -war 2 bewaffnete, einer _ davon mit einer Oelladung, ein tiefbeladener Dampfer im Geleitzua fahrend, und ein sehr großer Dampfer von mindestens 12 000 Tonnen mit zwei Schornsteinen, zwei Masten, hohen Aufbauten und z!vci langen Promenadendecks mit Kurs Le .Havre--Portsmouth von Zerstörern begleitet. Ein Kapitän und zwei Mann der Geschützbeoientmg wurden als Ge­fangene mitbebracht.

Ztr d u s r ü h e r e n D e r ö f f e n 1 l i ch U n g e n Über U-Boots- crfolge fiub folgende Einzelheiten nachzutcagen: der englische be- loaffnete ^DampfarRowena"". 3017 Tonnen, mit Lebensmitteln, die englischen DampferBrensronre Hall", 4262 Tonnen,Sttath- cona", 1681 Tonnen, mit Kohlen nach Frankreich. Der Kapitän und 2 Maschinisten wurden gefangen genommen.Queen Marp", 5659 Tonnen,Toml-ead", 5911 Donnen, znwi englische Dampfer imbekannten Namens, davon einer mit 7500 Tonnen Kohlen, der englische SeglerViktoria"", mit einer Ladung Pech voitz London nach El)erbourg, die englischen FischdampserA'ndromach", Caliban",Skarry",Fise Beß",Ospray 2",Crown Prince", Lilian"Targobay",Chin<inang",Mayfky", bn französische

SeglerGG 29", ein belgischer SchlepperMa oel" mit zwer. Motorleichlern im Schlepp, der italienische DampferDomingo", 2131 Tonnen, außerdem 12 unbekannte Schiffe, darunter iechs bewaffnete Danrpfer und ein Dampfer mit Ladung, anscheinend Munition, der im Eismeer versenkt ivurde, zwei Segler. Ein un­bekannter Dampfer vom Aussehen des englischen DampfersWel­lington" tvurde von einem U-Boot mit einem Torpedo an geschossen,, entkam aber in der Dunkell-eit im Schutze von ztvet Zerstörern.

Der Chef deS Adntivalstabs der Marine.

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Kristiania, 30. April. (Nord. Tel-Ag.) Die Segel­schiffe Vestdal, Glene-sk, John Lockett und Kong Oscar sowie die beiden Dampfer Berjö und Nidelvo-n wurden ver­senkt. Insgesamt werden dreizehn Personen vermißt. Ein dänischer Seemann ist gestorben.

Aus dM Neichr.

Die jetzige Brotration.

Berlin, 30. Llprit. (WTB.) Im Ernährungs- ausfchuß des Reichstages erklärte Staats komm issar Michaelis, auf jeden Fall könne damit gerechnet wer-' den, daß die j e tz i g e B r o t r a t i o n bis zur neuen Ernte werde aufvechterhalten werden können. Ein Gegensatz zwi­schen dem KrieySernLhrungsmnt und dem preußischen Staatskommissariat bestehe nicht. Das Staatskommissariat: sei vielmehr aus die Anregicng des Präsidenten des Kriegs- er näh ru ngsamt es, der' keine Exekutive in den Bundes­staaten habe, geschaffen worden. Beide Aemter arbeiteten loyal Hand in Hand. Präsident Batocki bestätigte diese Aussührnngen und bemerkte, der Saaten stand sei gut. Besorgnisse nach dieser Richtung könnten schwinden.

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München, 30. April. (WTB.) Der türkische Grvß- wesir Talaat Pascha ist mit Gefolge hier eingetroffen. Der König, der ihn auf dem Bahnhof begrüßte, überreichte ihm den Hubertus-Orden.

Aus Stadt unb Lcrnd.

Gießen, 1. Mai 1917.

Mai-Gebräuche.

Zahlreich sind die Gebräuck^e, die sich im Volke für denlieb­lichen Mai" erhalten haben. DasMaifest" ist die freier mtd Freude über das Erwachen der Natur. Es zerfiel zumeist in zwet Teile: die Vertreibung des Winters und die Einführung des Frühlings. Ter Winter, dargesteUt durch eine Puppe mit grauenr Dart^und verzottelt'm, schmutzigen Gewände, wird mit Spottreden von Iurcg und Alt gesteinigt, verprügelt, aufgehängt. verbrannt oder ins Wasser geworfen, hierauf b'lt man den Frühling, einen in grünes Birtenlaub gekleideten Jüngling mit Mffik Und Gesang ab, der es sich aber auch gefallen lassen muß, ins Wasser geworfen zu werden, da man glaubt, daß durch Unter tauchen desgrünen Georgs" oderPfingstlümmels", wie der Frühlingsdarsteklar auch genannt wird, ein fruchtbrres Jahr erzielt werden kann. Auch das GesttUdÄeitssymVvl, derMaibaum", rvird feierlich aus dem Walde geholt, von Haus -zu Haus getragen und schließlich aus dem Haupt- platze des Dorfes oder vor der Kirche eingepilanzt. In der Nulre der Stelle, wo der Maibaum seine Stätte gefunden hatte, wurden tu Sachsen und Thüringen, ebenso in manchen Gegenden Ober- chay-erns Wettrennen zu Pferde ab gellalten, mtt denen meist ein Kranz- oder Bosse!stechen verbunden tvar. Der Sieger wirrde Bbaigras" und batte als solcher alle Umzüge und Spiele zu leiten. Er wählte sich seineMaigräftn" oderMaienkömgin". Vielfach, besonders in Hessen uni^Westfalen, '-tmrde der M ai r i t t durch die Felde' geübt, mit welchem in Hannover und im Oldenburgischen der erste Austrieb des Viehes verbunden wurde. DasAtaibad", bei dem man sich frühmorgens im nassen Grase herimrwälzte, sowie dasMinnetrinken", das der heiligen. Waftwrgis geweiht paar, sind Gebräuche, die sich wie so manches andere nicht zu er­halten vernwchden, die imsere moderne Zeit in Vergessenheit ge­raten ließ

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SgaLkartoffeln-RuSgabe.

Wir verweisen ans die heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters über die Abgabe von Saatkartösfeln. Die Bezugsscheine werden auf den Brotmarkenbezirken vom 3. bis 10. Mai während der Geschäftsstnnden ausgegcben. Es können nur solche Personen Bezugsscheine erhalten, die sich rechtzeitig in die Bestell-Liste haben eintragen lassen. Da die Landeskartoffelstelle in Darmstadt nicht die gesamte bestellte Menge Saatkartösfeln geliefert hat, mußte eine Kürzung der einzelnen Bestellungen eintreten. Die Saat- rartoffeln werden auf Grund der Bezugsscheine von denr Kartosfelhündler L ö b^ a ck, Hinter der Westanlage, zum Preise von 15 Pfg. für das Pfuitd abgegeben und zwar vom 5. bis 12. Mai. Heber nicht rechtzeitig abgeholte Mengen lvird anderweit verfügt.

Mit Rücksicht darauf, daß das Saatgut nicht in vollem. Umfange geliefert werden konnte, verweisen wir auf die von den hiesigen Gärtnern auf Veranlassung der Stadt Gießen gezogenen K ar t os f e lst eckli n g e. Es entpfiehlt sich, daß' jeder Kleingartenbesitzer, der nicht die aewünsckste Menge Kartoffelsaatqnt erhalten hat, sich die erforderliche Anzahl Kartosfelstecklinge besorgt. Während als Sacrtgut ut beet Hauptsache nur mittelfrühe Sorten zur Verfügung stehen, sind die Kartoffelstecklinge ansKaiserkrone", einer oer frühesten Kartviselsorten, gezogen. Bereits seit Anfar.. Februar sind die Gärtner mit der Anzucht der Kartvfftj stecklinge in Treibhäusern beschäftigt. Infolge der Heran-, zuckit in Treibhäusern ist von den Karroffelstecklingen eine frühere Ernte zu erwarten, als von den auf die übliche Weise gesteckten Kartoffeln. Mit Rücksicht auf die Knappheit der Kartosfelvorräte erscheint es von der größten Bedeutung, daß es gelingt, möglichst ftüh^eitig treue Kartoffeln 31t ernten. Bereits im vorigen Jahre sind von den hiesigen Gärtnern Kartoffelstecklinge mit größtem Erfolg gezogen, und es ist ans ihnen eine zuftiedenstellende Ernte erzielt tvorden. Der Begintc des Verkaufs der Kartoffelfteckstingc wird besorrderS bekanntgegeben.

** Nährmittel-Verteilung. Laut amtlicher Bekannt­machung in unserem heutigen Blatte wurden im Monat Ma: auf die dtährmittelkarte A (gelve Karle Abschnitt 1 Supf-ensabrilate verteilt: auf Nährmittelrartt. .3 (rote Karn Abschnitt 1: Grieß, 2 Haserflocken, 3 Graupen; NährmiUetiärtc. C (b-latre Karte) Ab­schnitt 1 Teigivaren, , 2 Graupen, 3 Haferflockm, 4 Suppen- fabrikate, 5 Sago. Tie abzugebrnde Menge wird später bekannt gegeben. Wer die auf ihn entfallende Waren die abzugebende Menge Ivird später bekannt gegeben zu beziehen wimscht, hat unter Vortage der Nährinittelkcirte bei einem Kleinhättdlcr der Stadt Gießen bis zum 7. Mai 19 17 eine Bestellung aufzu­geben. Dabei ist daraus zu achten, daß das KleinhandelsAeschäft nur die aufgerufenen Bestellmarken abtrennt und ans der gletth- zifferigen Quitttmcrs- und Bezugsmarke die Bestetlcmg durch Ein­tragung seiner Firma bestätigt. Wer die bestimmte Frist nicht einhält, verliert den Anftwuch auf die in diesern Monat ihm zustehende Ware.

** Die Sprechstunden in den Brotmarken­bezirken sind von heute ab kverktags von 810 Uhr vor­mittags.

** Amtliche Personalnachrichten. Ter Großherzog hat am 25. ^lpril ds. Js. dem Pfarrassiftenten Ludwig Li rack zu Guftavsburg die evangelische Psarrstelle zu Wallernhausen